Autor Thema: Selbstachtung und Selbstwertgefühl  (Gelesen 19366 mal)

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Offline MirjamTopic starter

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #45 am: 21.03.06, 17:56 »
Hallo Sonnenblume,

ich habe mal einen Team-Trainer gefragt, wie ich mich auf ein Gespräch mit einem Konflikt vorbereite, weil ich mit dem Gesprächspartner schon vorher (vor anderen) Zores hatte und dann ärgerlich über mich selbst war, a) bestimmte Dinge nicht gesagt zu haben und b) emotional so aus dem Tritt gekommen zu sein.

Das eine war, dass ich mir verschiedene Möglichkeiten für den Ausgang des Gesprächs durchdachte:

Was wären mögliche Ausgänge und welche wären für mich akzeptabel?

Dabei mir bewußt machen - welches Ziel hätte ich denn und ob ich überhaupt für einen Kompromiss offen war /Verständnis/igung suche (Win-Win-Situation) oder ob es mir nur mal darum geht, dem Gegenüber die Meinung zu sagen? Letzteres ist nur Abladen und hat nix mit Lösung zu tun.

Das nächste war, dass ich mich für die möglichen Argumente der Gegenseite vorbereitete ohne in einen Schlagabtausch zu kommen - also nicht gleich wieder Gegenargument - sondern als Frage zurückgegeben:

z.B. zu deiner Mutter: "Mutter glaubst du dass ich zuwenig helfen?" oder "Glaubst du, dass ich meinem Herbert nicht gut genug bekoche?" (weil die Aussagen von ihr "Appelle" waren) und man Feedback gibt, wie das so bei einem ankommt UND man gibt den heiße Ball zurück: Man kommt aus der "Rechtfertigungsrolle" heraus  ;).

Beispiel: ungefragte Mit-Einmischung: "Du musst! das soundso machen!" - Antwort: keine Rechtfertigung, keine Begründung, sondern einfach:  ~ Muss ~ ich das?

Und drittens den Mut zu haben den gegenüber zu einem direkten Gespräch einzuladen - und hier den Vorteil des ersten Schrittes zu haben um ggf. Zeit und Ort zu bestimmen und eine entspannte Atmosphäre, so dass der Gegenüber das Gesagte auch eher annehmen kann - also nicht in "angespannten Situationen" oder noch vor anderen versuchen "was zu klären" - wo es dann immer einen jemanden gibt "der sein Gesicht verliert".

Und klar zu stellen, dass man seine eigenen Positionen hat und warum.

Schlagfertigkeit im Augenblick kann man übrigens auch lernen: Gestern erst habe ich einer Bekannten geholfen - kam wiederum ein Bekannter vorbei - gleich mit einem dummen Spruch mit eigentlich keiner Ahnung von der Sache:

"Na, kriegt ihr das auch hin, was ihr da vorhabt?" (blöd, gleich ankommen und ohne Gruß in Frage gestellt werden)

"XXX, wir brauchen keinen, der unsere Arbeit kontrolliert!""Punkt, klare Aussage  ;D

Wie gesagt, fällt es mir viel leichter, wenn ich erst in mich hineingehorcht habe ob meiner Emotionen - und es mit verschiedenen Möglichkeiten im Kopf durchgespielt habe - in ein Gespräch hineinzugehen.  Weil das ironisch ist ja:
Es handelt sich ja oftmals um dieselben Sprüche, die man gesagt bekommt - oder man ja hat sogar schon im Kopf, wie die Reaktion der anderen ist/was der andere sagen wird  ???

Mirjam
« Letzte Änderung: 21.03.06, 19:35 von Mirjam »
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Offline passivM

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #46 am: 26.03.06, 19:45 »
Hallo, Ihr Lieben!

...hab' die (ganzen) Beiträge mit Interesse gelesen. :D

Also, Mirjam: Wenn ich es verinnerlicht habe, nicht (mehr) um Anerkennung zu kämpfen, ihr hinterher zu laufen...... dann komme ich aus der "Rechtfertigungsrolle" .....besser raus, und dann kann ich leichter NEIN sagen - wenn ich nicht um jeden Preis "anerkannt" bzw. "geliebt" werden will.
...und so lasse ich mich dann (siehe Mo) auch nicht mehr so leicht unterbuttern, weil ich ja auch mal NEIN sagen gelernt habe.

Das klingt ganz einfach. :D  *freu* - Aber was könnte DANN passieren?

Meine Freundin meinte kürzlich, mein Mann und ich würden im Grunde Machtkämpfe miteinander ausfechten.     
...wohl aus diesem Grund ist ER partout nicht bereit, meinen Sohn aus erster Ehe wieder bei uns einziehen zu lassen. (Er versteht sich nicht mit seiner Stiefmutter, und daher wird er vielleicht ins Betreute Wohnen ziehen müssen :'(  ) - Da ist mein Mann stur, hart wie Beton. - Erst habe ich geweint, aber dann habe ich etwas gelernt: ...mich nicht mehr von seiner Wertschätzung abhängig zu machen Da sind nun diese Machtkämpfe (aus ungleichen Positionen heraus - bin wirtschaftlich von ihm abhängig).

Also, ich habe mich entschlossen, mich nicht mehr aufzuregen! Meinen "vaterlosen Knaben" vertraue ich Gott an, und wenn mein Junge (16J.) zu mir kommt, bin ich ihm eine gute, liebende Mutter. Ansonsten kämpfe ich nicht mehr mit meinem Mann. Ich lasse ihn links liegen, gönne mir die eine oder andere Freiheit(z.B. Reitstunden), die ich mir ohne ihn (sein Geld) nicht leisten könnte - und irgendwann wird ihm doch mal die Luft ausgehen, im Bezug auf's sich-seine-Macht-beweisen-wollen...   wenn nicht: Dann ist es mir inzwischen auch egal.

MEINE Selbstachtung besteht im Moment im Loslassen. ...ist zwar nicht der schönste Weg, aber eben auch ein Weg.

Achja, er hat auch wieder davon Abstand genommen, mir ein Stück für den Garten im Außenbereich liegen zu lassen, aber: egal. Ich bekomme die Hälfte von dem Garten einer (weitläufig mit meinem Mann) Verwandten.  Ätsch! Es geht auch ohne IHN. ;D ...und nun hat er Angst, dass sich die Sache im Dorf rumspricht - da ist anscheinend wohl jeman(n)d von der Wertschätzung Anderer abhängig...?! ;D ;D ;D

Es gibt zwei Arten der Abhängigkeit: die emotionale und die finanzielle. Seit ich die emotionale abgelegt habe, kann ich die finanzielle leichter ertragen. ...naja, ist zwar nicht so toll, aber ich kann damit leben. Man muss halt auch Kompromisse machenkönnen , auch mit meinen eigenen Idealvorstellungen.

Aber man muss auch gönnen können ;) ..und ich gönne euch euere (hoffentlich lieben) Männer  :D

in diesem Sinne grüße ich euch ganz herzlich

Anna
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Offline Luetten

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #47 am: 26.03.06, 20:01 »
Hallo Anna,
ich habe einen von diesen lieben Männern und es laufen noch mehr davon rum. Du bist doch nicht wirklich nur wegen dem finanziellem mit deinem Mann zusammen?
LG Petra
Man sollte nie mit vollem Mund über Bauern schimpfen!

Offline passivM

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #48 am: 26.03.06, 21:05 »
Du bist doch nicht wirklich nur wegen dem finanziellem mit deinem Mann zusammen?

 :-\ Das ist von der Tagesform abhängig. Im Moment ist es mir mal wieder ziemlich arg ...es liegt an der Sache mit meinem Sohn. Das befremdet mich schon sehr, dass er ihn nicht bei uns einziehen lassen will. Ich finde das soooo hart, brutal - und lieblos.

Sicher gibt es dann die Momente, wo ich auch wieder das in ihm sehen kann, weswegen ich mich in ihn verliebt habe. Alleine würde ich das, nach allem was schon vorgefallen ist, sicher nicht schaffen, aber mir hilft Gott dabei, auch immer wieder das Gute in meinem Mann sehen zu können.

DANKE für deine Frage !!!  ;)

liebe Grüsse

Anna
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aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

Offline passivM

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #49 am: 26.03.06, 23:44 »
Hallo Bridda,

kann schon sein, dass er Angst hat. Ein bisschen Angst ist ja normal - habe ich auch - denn es bedeutet ja: Verantwortung zu übernehmen. Aber wir könnten eine Familienbetreuung in Anspruch nehmen. Das ist doch eine gute Hilfe.
Ich denke, eine gehörige Portion Egoismus ist schon auch dabei.

Mensch, verflixt nochmal, er soll einfach sagen:
"Klar, das ist der Bub von meiner Frau. Logisch, dass der wieder her kommt."

Er hat mich ja MIT den Kindern geheiratet!

Das ist jetzt nicht DAS Argument: Aber nachdem die Kinder vor 3einhalb Jahren vom Hof weg sind, wäre das doch auch so was wie eine Rehabilitation - nach dem Motto: siehst du, so schlecht scheinen die Leute ja nicht zu sein. Der Bub ist wieder zurück zu seiner Mutter.

Ich komme mir vor, wie ein Stück Vieh, dem man das Kalb wegnimmt, und dann soll sie trotzdem ihre Milch geben.  ---  Es ist verdammt schwer, dieses Gefühl los zu werden.  --- So viel zum Thema Selbstachtung *mich-selber-gerade-erwischt-hab*:-\
Ich hab' wohl doch keine Selbstachtung, sonst käme ich mir nicht wie ein Vieh vor...  hm. *dran-arbeiten-muss* :o

liebe Grüsse

Anna
« Letzte Änderung: 26.03.06, 23:48 von AnnaAnna »
Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

Offline Susanna

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #50 am: 27.03.06, 08:48 »
Ich möchte nicht urteilen, ich kenne die Hintergründe nicht. Aber das hört sich für mich so traurig an, dass dein Kind nicht bei dir ist. Ich kann mir das gar nicht vorstellen :'(
Viele Grüße
Susanna

Gitte

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #51 am: 27.03.06, 09:16 »
Mir tut das auch sehr weh wenn ich die Beiträge von Anna lese.

Ich kann den Mann nicht verstehen.  :'(

Gitte

Offline Jacqueline

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #52 am: 27.03.06, 10:01 »
Liebe Anna

Es ist schön, zu Lesen, dass Du einen Garten gefunden hast, dass Du Dir die Reitstunden leistest, auch wenn Du sie mit dem Geld von Deinem Mann bezahlst.
Du arbeitest ja mit auf dem  Hof und im Haus, also rechtlich gesehen darfst Du Geld für Dich beantragen und erhalten. Also kein schlechtes Gewissen!

Ich habe die Erfahrung gemacht, als wir unser Krisen hatten und ich anfing mich zu bestätigen und meine Freiheiten zu nahm, sowie Du es jetzt auch tuts, dass dies den Partner recht beeindruckt und somit als respektvolle Person anzusehen kann. Mach weiter so!

Ich kenne den Hintergrund nicht, warum Dein 16. jähriger Sohn nicht bei Euch ist?Doch ich würde hier weiter kämpfen bis Dein Mann, der wie du schreibst Dich mit Deinem Sohn geheiratet hat und akzeptiert das er ihn wieder bei sich/euch aufnimmt. Meinst Du, es gebe Wege dazu? Wie durchlebt Dein Sohn diese Trennung von Dir, seiner Mutter?

Ich bete zum Herrn, dass er Dir gibt was Dein Herz sich sehnlich wünscht und dass Du seine Liebe und Gnade immer mehr und tiefer erfahren kannst. ;)
Jacqueline "Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen,
wird der Erfolg all unsere Erwartungen übertreffen..."
Henry David Thoreau

Offline passivM

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #53 am: 10.04.06, 21:00 »
Hallo Jacqueline,

...hab' erst mal ein weilchen gewartet, bis ich antworte, um zu sehen, wie sich das mit meinem Sohn nun entwickelt.

Ich finde es nämlich nicht dienlich, die Zustimmung meines Mannes erkämpfen, um nicht zu sagen ertrotzen oder erzwingen zu wollen. Das müsste der Junge dann büßen, und ich auch. Ich habe meinem Sohn gesagt, dass mein Mann es nicht will - nachdem ich mich selbst erst mal beruhigt hatte.
Resultat: -freu-  :) er besucht mich trotzdem sooft es geht, und wir haben ein sehr schönes, vertrauensvolles Verhältnis zueinander.
Er ist, mit 16, fast erwachsen. Irgendwann wird er auf eigenen Füßen stehen - und dann sieht die Angelegenheit ohnehin anders aus. Ich hoffe nur, dass er seinen Weg findet.

Warum er nicht bei mehr bei mir ist: Es gab damals Mobbing von allen Seiten (Bauer heiratet Frau, die zwei Kinder mitbringt.., und SM fühlte sich verdrängt, Schwager/Schwägerin eifersüchtig, Mann frustriert, ich auch, Neven liegen blank, immer Zoff ...und die Kinder mittendrin...) und irgendwann ist die Sache eskalliert. Ich habe in dieser Situation, in der ich hoffnungslos überfordert war, auch Fehler gemacht...mehr sage ich jetzt nicht mehr - ist vorbei, lässt sich nicht mehr ändern.

Nochmal kurz zu oben: es gibt Sachen, die kann/sollte man nicht erzwingen - z.B. die Zustimmung meines Mannes. Da habe ich auch erst lernen müssen, loszulassen.  Sonst kann man schier verrückt werden, was letztendlich keinem etwas bringt, und weil es die "Fronten" nur verhärtet. Die Sache würde dann vielleicht wieder eskallieren. Das wäre schlimm.

liebe Grüsse

Anna
Liebe Grüße
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Offline Jacqueline

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #54 am: 11.04.06, 08:25 »
Hallo Jacqueline,

Ich finde es nämlich nicht dienlich, die Zustimmung meines Mannes erkämpfen, um nicht zu sagen ertrotzen oder erzwingen zu wollen. Das müsste der Junge dann büßen, und ich auch. Ich habe meinem Sohn gesagt, dass mein Mann es nicht will - nachdem ich mich selbst erst mal beruhigt hatte.
Resultat: -freu-  :) er besucht mich trotzdem sooft es geht, und wir haben ein sehr schönes, vertrauensvolles Verhältnis zueinander.
Er ist, mit 16, fast erwachsen. Irgendwann wird er auf eigenen Füßen stehen - und dann sieht die Angelegenheit ohnehin anders aus. Ich hoffe nur, dass er seinen Weg findet.

liebe Grüsse

Anna

Liebe Anna
Danke für Deine Antwort und für die Erklärungen.
Unser zweiter Sohn wird am Ostersonntag 16 Jahre alt. Es ist schön, dass Dich Dein Sohn so oft es geht besuchen kann und ihr diese Zeit miteinander geniessen könnt. Ich hoffe auch sonst geht es Dir gut. Du scheinst so dynamisch, voller Ideen und Lebenswille und Mut zu sein, eine tolle und starke Frau.

Ich wünsche Dich eines Tages kennen zu lernen.
LG

Jacqueline
Jacqueline "Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen,
wird der Erfolg all unsere Erwartungen übertreffen..."
Henry David Thoreau

Offline passivM

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #55 am: 12.04.06, 23:39 »


Du scheinst so dynamisch, voller Ideen und Lebenswille und Mut zu sein, eine tolle und starke Frau.

[/quote]


 :) Danke für das nette Kompliment! Es tut gut, das zu lesen, denn manchmal fühle ich mich gar nicht so stark.
Aber ich arbeite immer wieder auf's Neue daran, den Punkt zu finden, bis zu dem ich noch etwas tun kann, und ab wann ich die "Dinge" in Gottes Hand geben sollte. ...und das mache ich dann auch. Die "Blumen" von dir geb' ich also weiter... ;)  ...an den, dem sie gebühren, Gott. Ich unterstelle dir mal, damit bist du einverstanden ;) , denn wie ich weiß, glaubst du ja auch an ihn.. :) an den Gott, der sich uns durch sein Wort, die Bibel, mitteilt.

liebe Grüsse

Anna
Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

Anschi

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #56 am: 19.04.06, 11:50 »
Hallo zusammen
Bin neu hier und mich hat dieses thema quasi " angesprungen ".
Ich war im net auf der Suche nach etwas Unterstützung bzw
Hilfe .Vielleicht gibt es hier ja jemand der Rat weiß ....
Also die Sache ist die .
Ich habe vor 12 Jahren in einen landw. Betrieb eingeheiratet .
Vorher habe ich meinen Beruf " Pferdewirt " ausgeübt .
Jetzt ist es so , das ich aufgrund dieser Alterskassenregelung
in unserer Situation weder " mitarbeiten " noch zusätzliches
Geld - sprich Nebenjob verdienen darf ( so sagt Mann mir ... )
Wir haben nur ein Betriebskonto was über meinen Mann läuft
und ich habe weder Verfügung darüber noch ein eigenes .
Irgendwie fühle ich mich extrem abhängig und so gar nicht
vorhanden ...
Naja , jedenfalls hätte ich jetzt die Möglichkeit mein Selbstwertgefühl
( ja , so weit bin ich ) zu steigern indem ich bei uns auf dem
Hof Hütehundeunterricht geben könnte .
Angeblich ist das aber schwierig weil ich ja nichts verdienen darf ....

Hat da jemand Durchblick ?

Grüße ,
Anschi

Offline Gerda

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #57 am: 19.04.06, 12:40 »
Hallo Anschi,


aus welchem Grund hast du keine Verfügungsberechtigung über das Konto? Bekommst du dein Haushaltsgeld etwas zugeteilt.  Hat dein Mann kein Vertrauen zu dir oder kannst du nicht mit Geld umgehen? Du schreibst nicht, ob ihr Kinder habt. Wenn nicht, was machst du dann den ganzen Tag?  Vielleicht solltest du versuchen, einen Job zu finden, in dem du selbst versichert bist, dann bist du von der Alterskasse befreit.
Grüße von Gerda

Anschi

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #58 am: 19.04.06, 14:16 »
Hi Elena

Doch sicher arbeite ich mit - den ganzen Tag betreue ich die Viecher ,
dann bin ich nebenbei noch Hausfrau und Mutter eines zehnjährigen .
Damals als wir heirateten waren WIR der Betrieb und ich sehe das heute
eigentlich auch noch so , aber es war meine eigene Dummheit das ich
nicht auf mein eigenes " Ich " geachtet habe . Alles läuft auf den Namen
meines Mannes - der Betrieb , das Konto ...
Meine Schiwmu wohnt auch auf dem Hof und die hat die Buchführung
schon seit eh und je .
Ich habe es damals nicht für sooo wichtig gehalten - man ist ja sicher das
alles im grünen Bereich bleibt ...
Aber so mitlerweile stoße ich auf viele Dinge wo ich merke das ich zwar
" da " bin , aber irgendwie immer so als Anhängsel .Ich arbeite hier völlig
gleichwertig mit , aber verdienen - so das mal was für mich dasteht - ist nicht .
Haushaltsgeld gibt es bei uns nicht . Wenn er oder ich einkaufen wollen ,
dann holt mein Mann sein Geld raus und zahlt .Ich kaufe wirklich spartanisch
ein und eigentlich nie was für mich persönlich sondern echt nur Lebensmittel .
Seit ich etwas Unterricht gebe , kann ich mir mal ab und zu etwas eigenes
kaufen aber da bin ich auch relativ anspruchslos .
Es stört mich nur , das sobald ich dann mal das Thema auf eigenes Geld oder
" Selbstbestätigung " oder eventuell " unser " Konto anspreche , mangelt
es mir angeblich an Vertrauen und ich höre dann so Sprüche wie " du kannst
doch an die Spardose gehen wenn du dir was kaufen willst ".
Wenn man immer nur hört wie unser Konto sich mal wieder der null nähert,
habe ich echt nicht das Bedürfniss an das Einkaufsgeld zu gehen um mir mal
was zu kaufen .
Darum eben der Gedanke selber was zu verdienen , ein eigenes Konto einzurichten
und dann ohne schlechts Gewissen auch mal einfach los zu ziehen .
Diese Überlegung wird aber immer abgeschmettert wegen irgendwelchen Auflagen ,
die uns dann eventuell negativ treffen können - ich blick da echt nicht durch !
Es frustriert mich völlig , zumal ich mein ganzes Geld was ich vor der Ehe hatte
( Sparverträge ...etc. ) in den Betrieb gesteckt habe und mir wird schon mulmig
wenn ich an die Zukunft denke ....so prickelnd läuft unsere Beziehung auch nicht
mehr .
Ach Mist .

Grüße ,
Anschi

Offline Ingrid2

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Re: Selbstachtung und Selbstwertgefühl
« Antwort #59 am: 19.04.06, 14:26 »
Hallo Anschi,
jetzt lass dich aber mal ordentlich beraten. Vom Bauernverband z.B.. Und bestehe darauf, daß du ebenfalls über das Betriebskonto verfügen kannst. Es kann ja wohl nicht sein, daß dein Geld zum reinstecken recht war und du jetzt nichts mehr hast. Mir stellen sich die Haare auf. Ich weiß leider nicht, wie alt (oder jung?) du bist. Aber wir leben nicht mehr im Mittelalter. Ruf doch einfach mal bei der Alterskasse an. Frage!!! Und wenn du den ganzen Tag arbeitest, dann hast du das Recht, in alle dinge, erst recht in die finanziellen, Einblick zu bekommen.

Dein Mann ist sicher nicht gewöhnt, daß du nachfragst und vielleicht sogar noch Forderungen stellst - aber da muß er wohl durch. Stell dich bloß auf die Hinterfüße. Ich hab so das Gefühl, du wirst bewusst dumm gehalten, tut mir leid. Und deshalb: Erkundige dich außerhalb.

Ingrid