Autor Thema: 5. IV-Revision  (Gelesen 7638 mal)

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Offline RomyTopic starter

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5. IV-Revision
« am: 05.06.07, 07:22 »
Am 17. Juni ist Abstimmung, ich habe mich gar nicht so richtig vertieft. Habe aber letzthin gerade ein Flyer in die Hand gedrückt bekommen. Die die es angeht sind anscheinend gar nicht glücklich darüber
en hübsche tag
Romy

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Offline Jacqueline

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #1 am: 05.06.07, 14:03 »
Hier eine Zusammenfassung zur Abstimmung.

Worum es bei der 5. IV-Revision geht?

Die 5. IV-Revision verfolgt zwei Hauptziele:

Mehr Behinderte bleiben erwerbstätig und die Ausgaben der IV werden gesenkt. Mit der Eingliederung ins Erwerbsleben und mit gezielten Sparmassnahmen soll das Milliardendefizit der IV stabilisiert werden. Da die laufend steigenden Schulden der IV bei der AHV deren flüssige Mittel zunehmend einschränken, soll die 5. IV-Revision auch der Sicherung der AHV dienen.

Die wichtigsten Neuerungen in Kürze:

    * Früherfassung mit Melderecht für Ärzte, Taggeldgeber und Arbeitgeber
    * Massnahmen der Frühintervention: IV-Stelle kann ihre Hilfe bereits anbieten, wenn noch nicht alle Abklärungen zur Leistungsfähigkeit gemacht worden sind; Ziel ist die Reduktion der IV-Renten um 20 Prozent
    * Neue Integrationsmassnahmen (Umschulung, Arbeitstraining, Kurse)
    * Zugang zu Eingliederungsmassnahmen wird erweitert
    * Mitwirkungspflichten werden verstärkt. Wer Massnahmen, die seiner beruflichen Eingliederung dienen, ablehnt, riskiert Taggeld- oder Rentenkürzungen


Sparmassnahmen:

    * Abschaffung der Zusatzrenten für Ehegatten, die einen behinderten Partner pflegen
    * Abschaffung des Karrierezuschlags für Frühbehinderte
    * Die Minimalbeitragspflicht wird auf drei Jahre erhöht (bisher ein Jahr)
    * Kürzungen der Leistungen bei Überversicherung
    * Finanzierung der medizinischen Massnahmen zur Eingliederung von über 20-Jährigen neu durch die Krankenversicherung statt durch die IV
    * Keine Taggelder für Versicherte, die zum Beispiel vor einer IV-finanzierten Umschulung nicht erwerbstätig waren
    * Kürzung der Kinderzuschläge während von der IV angeordneten Umschulungs- und Integrationsmassnahmen


Auf diese Weise soll die Betriebsrechnung der IV jährlich um 321 Millionen Franken verbessert werden – was aber nicht genügen wird, die Schulden der IV innerhalb vernünftiger Frist zu tilgen. Die Schulden belaufen sich auf mehr als 9 Milliarden Franken, und jährlich schreibt die IV Defizite von rund 1,5 Milliarden Franken. Verschärfend kommt hinzu, dass sich die IV beim AHV-Fonds verschuldet. Das Parlament verhandelt zurzeit über die Frage der Zusatzfinanzierung.
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Wer mehr darüber wissen möchte, zwei verschiedene Meinungen kann frau im Migros Magazine der letzten Woche mit Toni Bortoluzzi (r., 60) SVP-Nationalrat und  Peter Wehrli (53) ist Psychologe und Geschäftsleiter des Zentrums für Selbstbestimmtes Leben (ZSL) lesen.
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Ich habe mich noch nicht entschieden, doch bis jetzt glaube ich, dass ich eher Nein abstimmen werde.

Ich habe kürzlich mit einen Deutschen Unternehmer (Zimmerai - Schreinerei) gesprochen. Er muss in Deutschland IV Bezüger anstellen, ob er es will oder nicht, er muss sie entschädigen (Lohn bezahlen), auch wenn die Arbeit nicht gut und richtig verrichtet wird. Er bezahlt das, was der Staat nicht bezahlen will.
Ich finde es nicht richtig, dass Selbständigerwerbende (und dies können auch Landwirte sein) bezahlen muss, was der Staat während Jahren vernachlässigt hat.
Das heisst: Zu laxistische Ausnahme verfahren für IV. - Bezüger.
Wobei ich nicht gut finden, dass viele ehemalige Drögler und Alkis einfach so, versuchen IV - Bezüger zu werden, nur weil sie mit ihrem Suchtproblemen nicht fertig werden. Doch wie hoch ist dieser Prozentsatz?
Ich kenne einige Männer, um die 40 - 50, die seit Jahren als Hilfsarbeiter oder einfacher Angestellter (zum Teil: im Temporärarbeitsverhältnis) tätig sind, evt. ohne abgeschlossene Berufslehre, mit persönlichen, familiären und evt. psychischen Problemen. Und diese Männer möchten IV - Bezüger zu werden, damit sie leben können, wie es ihnen passt und genug Zeit haben, Schwarzarbeiten zu verrichten. Eine Schande ist das.

Doch ich finde es nicht richtig, nur wegen dieser Kategorie von Menschen und zum Teil Schmarotzer, so drastische Massnahmen anzuwenden, wie sie die 5. IV - Revision vorsieht, und somit alle IV - Bezüger, finanzielle zu bestrafen, weil zu wenig Geld in den Staatskassen sind. Es gibt Menschen - Familien die ehrlich sind und auf dieses Geld angewiesen sind, wieso diese Menschen bestrafen?

Ich finde jeder IV - Bezüger, der sich beschäftigen kann, sollte einen betreuten Arbeitsplatz haben und in der Arbeitswelt integriert sein. Ich bin überzeugt, dass einige Behinderte einen sinnvollen Arbeits - und Wohnplatz in der LW finden könnten, doch dies kann ein Dienstleistung der LW - Familie sein, die auch entschädigt sein kann, wenn die Person seine Leistung nicht erbringen kann. Solche Plätze in der LW können auch viel günstiger für die Gesellschaft und Staatkassen sein, und den Lw - betrieben ein Zsusatz - Einkommen ermöglichen.

Ich werde noch mehr über das Thema lesen, um mir eine Meinung zu bilden.
« Letzte Änderung: 05.06.07, 14:06 von Jacqueline »
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Offline maggie

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #2 am: 05.06.07, 14:38 »
auch ich weiss noch nicht wie ich abstimmen soll - tendiere jedoche eher zu nein....

von den behinderten wird verlangt, alles zu unternehmen wieder ein job zu finden - und die arbeitgeber werden "gebeten wenn möglich" eine nicht 100% arbeitskraft einzustellen -

entweder übernimmt der staat den unterhalt oder teil-unterhalt für nicht 100% erwerbstätige oder es besteth auch für arbeitgeber ein "müssen"....

und die vielen kürzungen -

 Sparmassnahmen:

    * Abschaffung der Zusatzrenten für Ehegatten, die einen behinderten Partner pflegen
eine kollegin hat ms - ihr mann arbeitet nur noch halbtags und betreut sie am vormittag... ich glaube nicht, dass sie bereits eine hilflosenentschädigung bekommt -
wovon sollen die beiden leben ???

    * Abschaffung des Karrierezuschlags für Frühbehinderte
da war die letzten tage der kommentar eines bundesrates - es machen nicht mehr alle die im berufsleben stehen karriere und haben automatisch einen höheren lohn... -
aber normalerweise wird das auch in zukunft der fall sein ...

    * Die Minimalbeitragspflicht wird auf drei Jahre erhöht (bisher ein Jahr)
also - wenn ein 19 jähriger iv bezüger wird... - was dann ??? - es muss janicht immer beim sport oder so passieren, kann auch im arbeitsverhältnis vorkommen...

    * Kürzungen der Leistungen bei Überversicherung
wir als selbständigerwerbende haben noch eine eigene iv versicherung, die wir mit unserem eigenen geld während jahren finanzieren -
und wenn wir bezüger werden - ist unsere rente höher als das minimum - und dann
oder was heisst überversicherung....????

    * Finanzierung der medizinischen Massnahmen zur Eingliederung von über 20-Jährigen neu durch die Krankenversicherung statt durch die IV
nun dann werden die krankenkassen prämien eben weiter steigen  !!!

    * Keine Taggelder für Versicherte, die zum Beispiel vor einer IV-finanzierten Umschulung nicht erwerbstätig waren

    * Kürzung der Kinderzuschläge während von der IV angeordneten Umschulungs- und Integrationsmassnahmen
wenn papa in der umschulung ist, kosten die kinder ja weniger !!!

all dies macht mich einfach rasend - nur weil es bis jetzt ärzte gab die vielleicht zu leicht von den patienten zu beinflussen waren....

ich lebe ja zwar in einem bürgerlichen umfeld - und die sind meistens pro revision eingestellt, doch ich glaube nicht, dass ich da ja sagen werde...

mal schauen - ob ich noch umgestimmt werden kann, ob noch jemand argumente hervorbringt die überwiegend zu einem ja führen können... - was zu bezweifeln ist, da ja schon soooo lange darüber verhandelt wird....


übrigens - danke - jacqueline - eine solche zusammenfassung habe ich bereits gesucht, doch so ausführlich habe ich es nirgends gefunden....

 
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline züsi

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #3 am: 05.06.07, 16:01 »
hallo, danke für die zusammenfassung - bin noch nicht dazugekommen alles zu studieren.
eigentlich ist es schon dringend nötig etwas zu machen, vor allem wegen der vielen die
sich eine IV-Rente erschlichen haben und ich kenne mindestens 2 so nette Typen. anderer
seits habe ich das gefühl hier wird wieder einmal das kind mit dem bade ausgeschüttet

also ich finde die ganze sache noch viel zu wenig durchdacht und es werden wieder
so viele neue härtefälle geschaffen und was machen dann die? da muss ja dann auch
wieder der staat mit fürsorge oder was weiss ich einspringen.

ich tendiere auch eher zu NEIN!
gruss susanne

brit

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #4 am: 05.06.07, 19:16 »
hab mich auch noch nicht so echt befasst damit..
danke für die infos. das ist ja super :)

werde wahrscheinlich auch nein stimmen, habe mehr zu der kampagne gehört,
und vermute auch , das ein ja die falschen trifft ???


Offline hildy

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #5 am: 06.06.07, 06:41 »
Ich werde der IV-Revision zustimmen.
In den letzten Jahren wurden so viele Renten gesprochen für Leute, die eigentlich eine andere Unterstützung nötig  oder wieder zurück in den Arbeitsprozess hätten gebracht werden sollten.
Ich finde den Ansatz gut, dass man nach einem Unfall versucht, die versehrte Person wieder einzugliedern. Selber verdientes Geld ist kein Almosen -  auch wenn eine Teilrente  sicher oft als zusätzliche Unterstützung nötig ist!
Was Jacqueline sagt, ist  richtig, es braucht auch spezielle Arbeitsplätze, aber viele Leute können mit etwas gutem Willen so beschäftigt werden, dass sie gute und sinnvolle Arbeit leisten, die auch dem Geschäft zu gute kommt. Auf diese Weise behalten wir die Invaliden in der Gesellschaft und schaffen nicht ein Ghetto für sie.
Ich rede da aus eigener Erfahrung: mein Sohn hat seit seinem 18. Lebensjahr einen gelähmten Arm. Die IV hat uns damals vor die Wahl gestellt, entweder Rente oder  Umschulung. Wir haben uns für die Umschulung entschieden und er konnte auf Kosten der IV studieren (Landw.Technikum Zollikofen). Heute ist er Ing.agr.HTL und kann seinen Lebensunterhalt selber verdienen.
Wenn man die Sache aber rein vom Geld her betrachten würde, hätte er sich unbedingt für die Rente entscheiden müssen! Da hätte er mehr "herausholen" können.
Ich bin trotzdem froh, dass wir uns so entschieden haben, denn für das Selbstwertgefühl unseres Sohnes ist diese Lösung tausendmal besser!
Darum werde ich mit Überzeugung Ja stimmen, denn genau diese Erfahrung wünsche ich noch vielen andern, die durch einen schweren Schicksalsschlag aus der vorgezeichneten Lebensbahn gerissen werden!
Hildy

Hildy us em Baselbiet, CH

Offline esther4

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #6 am: 06.06.07, 10:35 »
Sali miteinander
genau wie Hildy muss ich sagen, ich bin voll überzeugte Jasagerin. Nattürlich hat es auch hier wieder solche die darunter leiden müssen, ich will aber nicht ausdenken wieviele leiden müssen, wenn wir so weiter agieren wie bis anhin... Eine Revision ist dringendst von Nöten.
Weiter weiss man ja, dass man zuerst übers Gesetz abstimmt, danach gehen die Verhandlungen ja meist weiter, also seit doch beruhigt es wird nie so heiss gegessen wie es gekocht wird.
Ich weiss nicht mehr genau welche Sendung es war, aber es ist jetzt ca. 2 wochen her. Da haben sie gezeigt, das vor allem grosse Firmen entdeckt haben ( unter anderem Roche und Emmi) dass Schonarbeitsplätze weit mehr bringen als Entlassungen und wieder Neueinstellungen. Da wurde die Pensionskasse genannt, Versicherungen allgemein usw. dass es wirklich lukrativer sei, ein Patient weider einzugliedern. In der Wirtschaft, das ist uns allen bekannt, wird alles auf Zahlen fundiert, wenn dies nun wirklich beweisbar ist, wäre allen gedient.
Auch zu Dir Jacqueline, es ist so, dass auch Kleine eingliedern müssten, aber können wir Kleine wirklich einfach sagen, der Mohr hat sein Dienst getan? Wie ist jetzt das mit der Solidarität und der Menschenfreundlichkeit? Auch Grosse müssen kalkulieren und Jacqueline der Staat sind wir...
Auch bin nicht mit allen Punkten einverstanden, aber um endlich nicht mehr gesogen zu werden muss ein Riegel gesetzt werden. Ich verfolge nach wie vor das Ziel, wir müssen Geld haben vom Staat, für die die es wirklich brauchen, nicht für die, die wissen wie es zu holen ist.
Grüessli esther die immer noch an eine gerechte Schweiz glaub, vor allem weil wir immer noch übers Volk abstimmen können.

Offline hildy

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #7 am: 06.06.07, 23:08 »
Zu den Fragen von Maggie:
Erstens, bestehende Renten fallen nicht unter die Neuerungen. Die Revision legt die Regeln für neue Fälle fest.

Was erwartest Du von einer "Pflicht" Behinderte zu beschäftigen? Entweder ein Betrieb hat die Möglichkeit dazu oder eben nicht. Manchmal ist auch der Chef nicht der Richtige, um mit einer eingeschränkten Arbeitskraft umzugehen!

Dass der Karrierezuschlag wegfällt, ist konsequent, denn mit einer bezahlten Arbeit ist es möglich, durch gute Leistung eine gewisse Position zu erreichen.
Früher ging das ja nicht, denn als IV Bezüger durfte man nicht arbeiten! Und reich konnte man mit einer Rente nicht werden, so habe ich sogar noch etwas Verständnis für "Schwarzarbeiter".

Die Reduktion bei Überversicherung sehe ich so:
Die IV ist ein Sicherheitsnetz, damit in der Schweiz niemand am Hungertuch nagen muss. Hat einer dagegen eigene Mittel, braucht er dieses Netz weniger. Darum die Kürzung.

Eingliederung durch Krankenversicherung zu bezahlen: Ist eigentlich logisch, auch bei gewöhnlichen Krankheitsfällen bezahlt die Krankenversicherung bis zur Heilung.

Diese Bestimmung gab es schon beim Unfall unseres Sohnes. Er hatte als Landw.Lehrling einen kleinen Lohn und hat darum keine Taggelder bekommen.

Kinderzulagen werden doch vom Arbeitgeber bezahlt - in der Umschulung besteht kein Arbeitsverhältnis. Wahrscheinlich ist das der Grund, ich weiss es aber nicht genau.

Eine frühe Erfassung von IV-Fällen finde ich ganz wichtig! Die Einstellung des Betroffenen ist sehr wichtig bei der Rehabilitation!
Dr. Käch im Paraplegikerzentrum in Nottwil ist da ganz taff - Er konfrontiert die Verunglückten sofort mit den bitteren Tatsachen und lässt sie nicht im Glauben, es werde sich schon noch alles zum Guten wenden. Erst wenn sie die eigene Situation sehen - können sie auch Schritte zurück ins Leben machen. -
Auch da habe ich ein eigenes Beispiel: Ein Arbeiter aus dem Kosovo (28) ist bei uns von einer Leiter gestürzt und hatte ein Schleudertrauma. Wir wollten ihn nach dem Spitalaufenthalt zurück auf den Hof nehmen, aber er wollte bei der Familie seines Bruders bleiben, bis er gesund sei. Dort ist er durch all das Nichtstun und Studieren in eine Depression gefallen und seither ein IV-Fall! Ich bin mir sicher, wäre er zu uns zurück gekommen, wäre es nie so weit gekommen.
Er hat inzwischen seine Familie nachgeholt und lebt ganz gut hier. Kürzlich war er hier und wollte ein Arbeitszeugnis, er müsse nun von der IV aus eine Arbeit suchen! Was denkt Ihr, wie schwer das fallen wird - er war  zehn Jahre lang Vollrentner und ist jetzt also 38 Jahre alt!
Hildy



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Offline Swisslady

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #8 am: 07.06.07, 08:39 »
Ich weiss es noch nicht genau, aber Hildy und Esther ihr habt beide gute Argumente dafür geschrieben. Es stimmt haargenau was Du Esther sagst, wir sind der Staat, es ist sicher besser IV.Bezüger zu beschäftigen, als dass diese Menschen nur zum rumhängen verdonnert werden.
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

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brit

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #9 am: 07.06.07, 11:50 »
die erfolgreiche wiedereingliederung ist sicher enorm wichtig. und da bin ich auch dafür, das möglichste zu tun.

jedoch, das ist ja nur ein teil der revision.

 bei den behinderten wird schon heute gespart..glaubt mir..
bei meiner arbeit seh ich, dass da zum teil notwendige therapeutische mittel nicht gesprochen werden.. hinz und kunz kann sich jedes boboli und noch so ausgefallenes therapiechen von der kk holen.. dies ist für z.b. mehrfachbehinderte nicht möglich..da heissts plötzlich halt..zweitklassengesellschaft!! ..mich störts wie mit den echt behinderten umgegangen wird. (und dazu zähle ich durchaus auch psychische erkrankungen)


Offline Swisslady

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #10 am: 07.06.07, 14:03 »
@brit: wie würdest Du denn entscheiden für Schwerbehinderte ja oder nein, was bringt ihnen mehr?
Das Problem bei solchen Abstimmungen ist für mich, es gibt gute Neuerungen, aber es gibt auch Sachen die ich nicht so gut finde.
Demokratie ist gar nicht so einfach ;) ;) ;)
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

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brit

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #11 am: 08.06.07, 06:12 »
hallo züsi,

ich glaube nein bringt ihnen mehr. (da die vorraussetzungen so schon streng sind, und jetzt noch angezogen werden)

wie gesagt die wiedereingliederung fänd ich wichtig, da müssen aber solche stellen angeboten  werden.
z.b. ich kenn nen jungen mann der nen psychischen zusammenbruch hatte, der findet auf seinem job keine arbeit mehr.. das ist wie ein riesiger stempel..

man könnt ja die wiedereingliederung fördern ohne die übrigen aufgaben zu verschärfen??

ich denk, wir landwirte können das noch gut nachvollziehen. wir haben auch gern, wenn der rest der bevölkerung wahrnimmt, wenn wir bei einer vorlage *aufschreien* weils existentiell ist. Ich hab das von behinderterseite auch als aufschrei wahrgenommen, weils eben auch existentiell ist für viele??

lg   brit


Offline RomyTopic starter

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #12 am: 08.06.07, 07:04 »
Bei der IV-Revision ist es wie bei vielen andern. Es hat sehr gute Änderungen, dann aber wieder ein oder zwei Änderungen die ich fast nicht akzetieren kann. Und oft gehen diese Abstimmungen genau deswegen den Bach hinunter. Die Packete sind zu gross. Ich höre jetzt oft. Die Wiedereingliederung ist super, aber dass man keine Entschädigung mehr bekommt, wenn man doch den Partner pflegt, ist total daneben, deshalb stimme ich nein.
Ich denke es ist eine Tatsache, dass dieses Gesetz dringenst reviedert werden muss. Jeder von uns kennt irgend jemand der die IV missbraucht. Wir haben in der Nachbarschaft einen solchen Fall. Das ist ärgerlich und man fragt sich dann, was mach ich falsch. Ich krüble den ganzen Tag und bekomme nicht soviel wie unser Nachbar der nichts tut. Das ist frustrierend.
Die IV ist hochverschuldet, ein Weg für Einsparungen muss gefunden werden. Ich hoffe nur dass es nicht wieder auf den falsche Rücken ausgetragen wird.
Deshalb bin ich froh um diese Diskussion. Ich hoffe so um einen Lichtblick ;)
en hübsche tag
Romy

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Offline Jacqueline

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #13 am: 08.06.07, 08:30 »
Dies hat zwar nicht mit der IV - Revision zu tun.
Was mich auch ärgert und was ich nicht richtig finde, wenn Wittwen jahrelang mit Partner zusammen wohnen, Kinder bekommen und nur nicht heiraten , damit die Frau ihre Wittwenrente weiterhin erhält.

Jacqueline "Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen,
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Henry David Thoreau

Offline esther4

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Re: 5. IV-Revision
« Antwort #14 am: 08.06.07, 18:44 »
Sorry Brit
jetzt muss ich mich doch auch noch einmal melden.
Ich hätte da gleich eine Hand voll andere Beispiele. ich weiss nicht wie es in Deiner Gegend aussieht aber hier sind in den letzten 10 Jahren gerade ein paar geschützte Werkstätten eröffnet worden. es hat vor ziemlich genau 2 jahren ein Begegnungszentrum gegeben, vor allem für psychisch erkrankte.
Ich weiss nicht wohin man manchmal schaut, es wird etwas getan, es wird nicht nur weggenommen, wenn etwas gekürzt wird, entsteht etwas anderes, ich habe noch kein schlechtes neues Projekt erkannt.
Es ist mir schon klar, vor allem bei Menschen die sonst schon gehandicupt sind, wird es ethisch schwierig seine Meinung dazu zu sagen. Wenn man im Paraplegikerzentrum eine Führung mitmacht, dann ist es, wie es Hildy gesagt hat. Die Tatsachen kommen auf den Tisch und man macht gemeinsam etwas....
Schau Dir einen Silvano Beltrametti an, der ist stolz seine Brötchen wieder selbst zu verdienen.

Mit dieser ewigen (falschen????) Helferei geht etwas entscheidendes verloren.

Ach ja, es scheint mir auch, dass die Renten schon vorher abgesichert werden. Wenn die Abstimmung  mit einem Ja rauskommt. Ich kenne 3 Familien die jetzt gerade eine Erhöhung durchgebracht haben, ohne veränderung der Situation, oder sind es wieder nur die, die wissen wie man vorgehen muss?

Grüessli esther