Autor Thema: Ich heirate eine Bäuerin...  (Gelesen 19105 mal)

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Offline Edith

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #15 am: 14.08.02, 22:15 »
Ich denke, dass viel von dem schlechten Ruf der Bauern als Ehemann von früheren Zeiten herrührt. Hier im Dorf heisst es noch immer: Ja, das kennen wir! Wenn ich dann erzähle, dass ich eigentlich auf dem Feld nichts zu tun habe ausser Essen bringen, und dass das Heu mit Maschinen geerntet wird, und dass man nicht mehr von Hand mistet..., dann kommt die Frage:" Und was macht ihr überhaupt?"
Ich denke, dass sich kaum Berufe so gewandelt haben, wie die Landwirtschaft. Welche Frauen müssen sich als Hausfrauen mit Technik, EDV und Behörden so herumschlagen.
Ich denke, ich habe es als Bäuerin gut, weil ich meinen Mann oft sehe, die Kinder neben meiner Arbeit versorgen kann und selbstständig bin. Wenn das Geld etwas flüssiger wäre, könnten wir, glaube ich, ganz andere Töne anschlagen.
Aber so ist es eben nicht drin, eine Aushilfskraft für Urlaubszeit anzuheuern, und das ist ja das Furchtbarste, keine zwei Wochen wegzukönnen, jedenfalls werde ich darauf oft angesprochen.
Die Landwirte, die immer noch Junggesellen sind, sollen ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, sie brauchen sich hinter anderen Männern nicht zu verstecken.
Hoffentlich merken die Frauen das auch!
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Edith

Offline Beate Mahr

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #16 am: 15.08.02, 08:08 »
Guten Morgen

ich denke auch viel wissen garnicht wie es auf einem Hof ist ...

Ich komme ursprüglich von einem großen
Milchviehbetrieb ...
Bauer heiraten NIEMALS ....
mein erster Versuch mit einem ~~ Arbeiter ~~ ging gründlich in die Hose  :o :o :o

Dann hab ich meinen jetzigen Mann ~~ wieder getroffen ~~ wir sind mal zusammen zur Schule gegangen ...
er hat mich trotz Anhang genommen ...
ich musste seinen Anhang ( SE ) ja auch nehmen ....

Ich kann doch im Prinzip machen was ich will  ;D ;D ;D

Solange ich meinen Job im Betrieb erledigen ...

Büro - Anträge - Steuer - Behörden - Getreide zum Hafen fahren - Ersatzteile besorgen ........

Ich brauche nicht mit aufs Feld ( nur im Notfall ) habe Haushalt, Garten und Kinder zu versorgen ...

Ich habe auch noch Zeit für meine Ehrenämter ....

Mein Mann sagt - du kannst machen was du willst ... solange du da bist wenn du gebraucht wirst ( wozu gibt es Handy´s )

Wenn ich mal was vorhab und die Kinder aus der Schule kommen ... über nimmt das auch schon mal die SM oder sie machen sich selbst was zu Essen .

Wenn ich mir vorstelle ich müsste JEDEN Tag für 8
Stunden ins Büro  :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[ :-[

Es lebe das freie Landleben ....

Und überhaupt wenn ich mir so ansehen WIE unsere Kinder großwerden ... immer draußen - viel Auslauf - viel Natur - keine Autos - oft dreckig !!!

Egal - - - welchem Kind in einer 3 - Zimmer Stadtwohnung geht es so gut wie unsren ?????????

Es hat auch Vorteile Bäuerin zu sein

Gruß
Beate
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
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Offline Freya

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #17 am: 15.08.02, 12:10 »
Hallo Beate  :D

schön hast Du das erzählt.
Als ich hier zu meinem Mann auf den Hof zog, war mein Sohn fast 3 Monate alt und dann ging auch alles Schlag auf Schlag. SM, die bis dahin die Kühe gemolken hatte, mußte zu einer Hüftoperation ins Krankenhaus und in die Reha. Von da an war ich allein zuständig für die Kühe. Ihre Abwesenheit hat auch dazu geführt, daß ich mich bei allen anderen Dingen mal richtig schlau machen konnte, u.A. mit dem Steuerberater und so wurden meine Aufgaben schnell vielfältig. Bei der Heuernte oder beim Maisbauen hatte ich auch früher schon geholfen und jetzt war ich ja "ganz" hier und mußte mir dementsprechend alles einteilen.  :D ;) Ich bin froh um diese Zeit, in der ich erfahren habe, daß ich auch alleine mit meinem Mann nicht verhungere oder im Dreck ersticke  ;) ;) ;)
Das ganze erste Jahr habe ich (heimlich) oft überlegt, wie ich hier wohl wieder wegkomme und was ich mir da eingebrockt habe   :-/ :-/ :-/

Bis mir klar wurde, wie schön es doch eigentlich ist, morgens aufzustehen, in den Stall zu gehen und nicht sich erst stylen zu müssen um auf viel befahrenen Straßen zig-Kilometer morgens in die Arbeit zu hetzen um sich dann im Büro sagen lassen zumüssen, was man zu tun und zulassen hat, oder wo es einfach erwartet wird. Außerdem hatte ich das Privileg, daß ich mit meiner Arbeit zum Familieneinkommen beitragen konnte und andererseits hatte ich das Kind und den Mann immer bei mir.
Als ich dann nach einem Jahr "zu Hause" auf die weihnachtliche Betriebsfeier meines ehemaligen Arbeitgebers eingeladen wurde, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Was hatte ich mich all die Jahre unter Druck setzen lassen !!! Was hatte ich nur alles gemacht und mich engagiert !!! und für wen ???  Alles nur für die Firma, die mich eigentlich, persönlich gar nicht so viel angeht   :-/

Da habe ich beschlossen, mein Engagement und meine Energie mit vollem Herzen in "unseren" Betrieb (der ja nun auch meiner war) zu stecken. Und seitdem habe ich nicht mehr gegrübelt, wie ich hier wegkomme  ;D ;D ;D.

Hab oft mit Schrecken daran gedacht, mit dem Kind aus meiner 4 Zi.-Wohnung jeden Tag "an die Luft" gehen zu müssen, zum Spielen, zum Einkaufen, alles, samt Kinderwagen in den 2. Stock schleppen.... und sich immer wieder gut anziehen müssen, nur weil das Kind mal "raus" soll. Nee.... da ist es mir hier schon lieber. Und wie schön für ein Kind so frei und unbekümmert aufwachsen zu können. Nicht Rücksicht nehmen zu müssen auf den Nachbarn an der Wand. Mit Spiel - (platz) möglichkeiten ohne Ende, mit der Natur und mit Tieren. :D :D

Meinen Mann ???  den Bauern ???  warum ich den geheiratet habe ???.....   ja wo die Liebe hinfällt...  ;D ....aber ich glaube das Wichtigste für mich ist diese Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit gewesen. Ich hatte das erste Mal in meinem Leben volles Vertrauen, daß ich zu ihm gehöre und.... wir kennen uns ja nun schon 14 Jahre  ;) ;) ;) und ich hatte 7 Jahre Zeit zu überlegen ob ich das will, oder nicht  ;) ;) ;)
Bis jetzt habe ich es nicht bereut.  :D
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liebe Grüße
Freya

Offline Edith

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #18 am: 15.08.02, 13:21 »
Ich finde, wir sollten eine Werbeagentur für Landflirt oder so gründen. Aus uns sprudelt ja nur so das Glück!
Spaß beiseite: Ich finde es schön, wenn man neben einigen  Nachteilen die Vorteile nicht ganz übersieht.
Wir  sollten das den  (noch)- nicht -Bäuerinnen und der interessierten Öffentlichkeit auch sagen.
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Edith

Offline Juett

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #19 am: 15.08.02, 18:24 »
Bin zwar noch nicht verheiratet, aber das kann ja noch kommen...  ::)  

Trotzdem:  Meine "Erfahrung" mit ledigen (Jung-) Bauern ist und bleibt, bei denen die keine Frauen finden, liegt es meist nicht am Beruf, sondern an anderen "Kleinigkeiten": unansehnlicher Oberlippenbart  ;) , drachenhafte Mutter  :-X , dummes Gerede  >:(   etc. Ich behaupte, die würden mit jedem anderen Beruf auch keine abkriegen.

Die "Gscheiten" sind doch meistens in festen Händen  :-*  , oder ? Also bei denen, die ich kenne ist das zumindest so.
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Offline Beate Mahr

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #20 am: 15.08.02, 21:29 »
;D ;D ;D ;D ;D ;D

ich glaube schon, dass du irgendwo Recht hast  ;)

also ich kenne da auch einen ( 43 ) !!!!!! aber bei dem kommt zum ... Bart  und der Mutter( DRACHEN )
noch eine ABSOLUTE Frauenfeindlichkeit dazu.

Er ist der King und Frauen ( grad wenn sie was zu sagen haben ) Putzlumpen !!!!!

Er ist mein  ;D ;D ;D Vertreter als Ortslandwirt !!!!!!!
Auf Sitzungen  schafft er es immer sich neben mich zu setzen .....

:-/ :-/ :-/ :-/ :-/

und das UNGEDUSCHT !!!! frisch aus dem Stall  

- - - LECKER sag ich euch .....

Also den würd ich auch nicht heiraten wollen  :P :P :P

Aber was da an Jungbauern bei uns rumläuft ......
da würde ich auch mal 2 Augen drauf werfen
( wenn ich jünger und unverheiratet wär )  :o :o :o :o

Gruß
Beate
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Offline Freya

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #21 am: 16.08.02, 01:07 »
Hallo Beate,
ich könnt Tränen lachen  :'( :D
hab ja erst andere Bauernsöhne kennen gelernt, nach dem ich"meinen" schon kannte... aber ..

Ich habe wirklich ehrlich *schwör* die ersten 4 Wochen, die wir uns ab und zu mal trafen und viel telefonierten, NICHT gewußt, daß er Landwirt ist und einen Bauernhof hat. Ich habe im Nachhinein absolut keine Ahnung, warum wir da nicht drüber gesprochen haben  ???  ;) ;) ;)

Ich hab ihn erst gefragt, als andere Leute mich "aufzwickten", ob ich denn "Großbäuerin" werden will ???  ;D

Heute, nach all den Jahren, sage ich aber immer zu denen, die mich fragen, wie ich denn zu "dem" Bauern gekommen bin: "Ich hab es am Anfang gar nicht gewußt und auch nicht gerochen !!! " (und kaum wartet frau 7 Jahre, da war ich schwanger und dann war's passiert )  :P

;D :D ;D :D ;D

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liebe Grüße
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Offline Beate Mahr

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #22 am: 16.08.02, 08:04 »
Hallo Freya

ICH habe es gewusst  ;) denn er hatte ja damals ( 16 Jahre ) schon einen für hiesige Verhältnisse großen Betrieb ... und der von meinen Eltern war auch nicht grad klein.

Am Anfang war das wohl auch nur so ein ~~ Geplänkel ~~ ... und die Gerüchteküche ~~ blühet ~~  ::) ::)

< wenn die die Betriebe zusammen legen - machen sie uns alle platt > !!!!!!

So ein Blödsinn ... mit meinen Eltern ja  - - - aber der Nachfolger ist mein Bruder - - - und mit dem kann ich nach 40 Jahren immer noch nicht !!!! da kann frau doch keinen Betriebsgemeinschaft machen .( außerdem hätte ich dann wieder melken müssen  :-[ :-[ :-[ :-[ )

So wie es jetzt ist ... einfach nur G*** weil ich ja machen kann wozu ich Lust hab ... und das ist nicht gerade wenig ...

Ich brauche meine Freiheit  :o ::) :P :o ::) :P

Gruß
Beate

Wir können ja mal versuchen hier ein paar der Exemplare zu verkuppeln  ;D ;D ;D ;D ;D
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Elisabeth

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #23 am: 18.08.02, 12:38 »
Das kenn ich auch mit den Vorurteilen gegenüber bauern. Ich habe nun meine Lehre als Landwirt angefangen und habe Abitur. Ich bekomme von sämtlichen Leuten zu hören, warum ich denn bauer werde, das mit Abi *umgotteswillenwiekannichnur* Aber ich bereue es nicht. Die Arbeit macht mir höllisch viel Spaß uund ich bin so froh, nicht mehr ind er Schule zu sein. Jetzt brauch ich mir keinen Kopf mehr zu mchen, wie ich mich anziehe. Da kommt halt ne alte Hose und ein altes T- Shirt, schnell Pferdeschwanz gemacht und fertig. Gut, als Frau in nem Männerbetrieb is es manchmal schon komisch. Die meisten sind zwar echt super nett, aber bei manchen denk ich schon, daß sie ein Problem haben, daß ein Mädchen dort lernt. Hat mein opa auch gesagt, der kennt die meisten Leute dort, weil er früher da gearbeitet hat. Aber es gibt ja auf dem feld genug Platz um den Leuten aus dem Weg zu gehen. Das find ich halt das schöne. Ich bin fast immer draußen, die Arbeit ist abwechslungsreich, man bruach nich immer schicki- micki angezogen zu sein, kann sich auch mal dreckig machen und die Leute sind einfach prima. Im Büro zu sitzen, ich glaube da kann ich nicht glücklich werden. Gut, bei schönem Wetter bin ich halt länger arbeiten, dafür kann ich aber bei Regen früher heim oder brauch gar nich zu kommen.

Das problem mit der partnersuche kenn ich aber auch. Ich denke das müssen nicht nur junge Bauern haben. Auch junge Bäuerinnnen haben das. Ich liebe meinen Beruf und das können nicht viele verstehen. na ja, ich hab ja noch Zeit. Hab ja immer noch ein bißchen Hoffnung, daß ich irgendwann mal "meinen" bauer treffe. Ich denke mal mit so nem Schicki- Micki- Heini aus der Stadt täte ich nie klar kommen.

Und hübsche junge landwirte, die auch noch was im Kopf haben gibt es ja. Nur halt immer schon vergeben *heul*
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »

Offline Christa L.

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #24 am: 19.08.02, 00:18 »
hallo Elisabeth

ich wüsste, da noch einen. :o
Fleissig, nett, echt hübsch....... ;D
Der würd mich skalpieren, wenn er wüsste, dass ich von ihm schreibe. :P :-/
Doch ist echt schade um ihn, zumal nette SM, schöner Hof, neueres Haus.........
"Grins"
wer weiss ??? ::) ;D ;)
« Letzte Änderung: 05.01.03, 17:06 von Freya »

Offline Juett

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #25 am: 28.08.02, 17:51 »
Hallo Elisabeth,

ich wüsste da auch noch ein Exemplar...  ;D

Naja: "Hübsch" ist vielleicht übertrieben, aber zumindest "gut aussehend"  ::)

- Aber Du kennst den alten Spruch:

SCHÖNHEIT VERGEHT, HEKTAR BESTEHT  ;) ;) ;)  ?
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »

Offline reserl

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Re:Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #26 am: 05.01.03, 16:44 »
Unsere Umfrage zu "Bäuerin - mit Leib und Seele?" [/color]ist zwar sicherlich nicht repräsentativ,
aber man kann doch daraus sehen, das wir uns zum großen Teil auf unseren Höfen wohlfühlen.

Warum tun sich dann so viele Hofnachfolger schwer eine Frau zu finden?
Da sollte man potientielle Kandidatinnen mal auf unserer Seite vorbeischicken. ;) 8)

Würdet ihr nochmal auf einen Hof einheiraten?



lieben Gruß
Reserl



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Offline martina-s

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Re:Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #27 am: 05.01.03, 22:21 »
Puh, das ist vielleicht eine Frage,
die ist für mich gar nicht so einfach zu beantworten. Also wenn ich die letzten 18 Jahre so betrachte, dann würd ich sie mit Ja beantworten.-Oberflächlich betrachtet, so wie bei Clementine mit der Arielwerbung ;)
Ich würd allerdings von Anfang an auf getrennten Wohnungen bestehen, mit dem Wissen, was ich heute habe.
Wäre ich wieder so unbedarft, die jenige, die in eine Ehe stolpert, und darin den sozialen Auftrag sieht, dann wäre ich sicher wieder mit den SE in einer Wohneinheit zusammen. Ich dachte zu Anfang immer, dass man dem älteren Gegenüber irgendwo so eine Achtung einräumen müsste. So nach dem Motto, die haben das ganze Leben auf dem Betrieb gearbeitet und es für uns zu was gebracht und das muß man aufwiegen und ehren. Dass die aber auch in ihrem Leben verwurzelt sind und ihr eigenes Alter gar nicht einschätzen und denken, sie sind noch 40. Auf die Idee, dass man einem alles neiden könnte. Auf diese Idee kam ich gar nicht.
Ich wurde éines Besseren belehrt.
Wenn ich ohne alle Hintergründe die Arbeit betrachte; dann muß ich sagen, dass ich vorher in der Krankenpflege auch arbeiten mußte und mir dabei auch nichts geschenkt wurde. Auch das soziale Umfeld und die psychischen Belastungen, denen ich ausgesetzt war (wenn es einem Patienten wieder schlechter ging, wo man auf Besserung hoffte oder jemand seine Krankheit auslebte, weil er einen Puffer brauchte) waren oft schwer zu verstehen.
Von da her ist die Arbeit in der Landwirtschaft eher von besserer Qualität. Eben nur die Tätigkeit alleine betrachtet........
« Letzte Änderung: 05.01.03, 22:25 von martina-s »
Liebe Grüße
Martina

Anschel

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Re:Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #28 am: 14.01.03, 22:15 »
Jetzt bin ich doch tatsächlich heute abend auf dieser Seite gelandet. inzwischen bin ich schon in der Situation dass sich potentielle zukünftige Schwiegersöhne und -töchter bei uns auf dem Hof tummeln.  ;D ;D :-\ ; ;)
Ich kann nur sagen,denen gefällts. Sie haben natürlich auch eine potenzielle "zukünftige SM" die eine ganze Palette von "Bauernhofgeschichten" erzählen kann. :\'( :-\ :-X ;) :D ??? und dadurch vielleicht etwas weiser ist  8) 8) 8) 8) als vor 23 Jahren , als ich hier als junge "Rotznase"  :\'( :\'((Zitat SM) auf den Hof kam.
Aus eigener Erfahrung kann ich  aber sagen, ich würde es wieder tun. Ich habs noch nie bereut, auch wenns
oft unnötig "spannend" war. Ich denke, auch und gerade in der heutigen Zeit sind es die positiven Aspekte die ein Leben auf dem Bauernhof lebenswert machen.  Die  wichtigste Grundvorraussetzung für ein gelungenes Miteinander im Familienbetrieb ist meiner Ansicht nach die räumliche Trennung der Wohnungen von "Jung und Alt"!!! daran scheitern oft Beziehungen.
Das war bei uns "die Grundvorraussetzung" fürs gute
Zusammenarbeiten im Betrieb, dadurch ging wenig Energie durch unnötigen Ärger im zwischenmensch lichen Bereich verloren. ::) ::)
Meine SEs hatten in diesem Sinne "vorgesorgt" und bereits eine extra Wohnung (Haus) für den Hofnach folger  gebaut. Das habe ich Ihnen hoch angerechnet! :-* :-* :-* :) :)
Ich bin mit meiner Schwiegermutter relativ gut ausgekommen, obwohl wir so verschieden waren wie Tag und Nacht! ::) ::) ::) :-X
Ich denke wären diese Vorraussetzungen für die potenziellen Hofnachfolger überall vorhanden, hätten es diese in vielen Fällen leichter, eine "Bäuerin" zu finden!!
soviel zu diesem Thema für heute!
« Letzte Änderung: 14.01.03, 22:24 von Anschel »

Sazette

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Re:Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #29 am: 16.01.03, 18:53 »
Als ich nach meinem Abi nach TRiesdorf kam, hab ich mich hier sofort wohl gefühlt. Keine Schnösel, die meinen sie wären was besseres, jedenfalls fast keine, und lauter LEute, die mir irgendwie ähnlich waren.
Wenn ich aber meinen früheren Abi-Kollegen erzählt habe, dass ich Landwirtschaft studiere, haben sie mich ausgelacht, für blöd erklärt oder herablassend gefragt, ob ich Bauer werden will.
ICh hab dann einen Versuch gestartet und ab da erzählt, dass ich Agrarwirtschaft studiere und siehe da, ich hatte meine Ruhe.  ???
Traurig aber wahr.

Mein Freund und ich haben auch nicht die traditionelle Rollenverteilung und werden sie auch nie haben. UNd obwohl mein zukünftiger SV, dass sich für sich selber bestimmt nicht vorstellen konnt, bei uns aktzeptiert er´s.
Seit cih ihm in der ersten Woche, in der ich da war, den ANhänger rückwärts in seinen engen Holzstadl gefahren hab, war er begeistert.
Als ich meinen Freund vor kurzem wegen Wäsche waschen aufgezogen hab, hat er sogar noch gemeint: "Au ja, zieh ihn Dir bloß gleich richtig." Da war ich ehrlich gesagt baff.

Es muss also nicht zwingend mit einer altmodischen Frauenrolle enden, wenn man heute auf einem Hof lebt. Aber meine Abi-Kollegen würden mir sowas bestimmt nicht glauben. Wenn man denen erzählen würde, dass Bauern genauso hübsche und witzige KErle sin können, die auch gern abends mal weg gehen, würden sie wahrscheinlich nur lachen.
Vielleicht sollten sich die noch Singles mal Agrarwirte nennen. *g*