Autor Thema: Ich heirate eine Bäuerin...  (Gelesen 19110 mal)

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Dody

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Ich heirate eine Bäuerin...
« am: 18.01.02, 10:35 »
"Ich will nen cowboy als Mann..." trällerte eine Schlagersängerin in den sechziger  Jahren.
Inzwischen scheint sich die Situation für die "cowboys" unserer Tage deutlich verschlechtert zu haben.

Immer mehr Landwirte leben ein Singledasein, viele davon ungewollt.

Was sind die Gründe dafür ?
Welches Bild hat Frau-von-Heute von den Landwirten und wodurch wird es geprägt ?


Ninne

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #1 am: 30.01.02, 14:45 »
Hallo!
Ich weiß nicht, was die Leute heute gegen Bauern haben. Finde es allerdings schade, dass so viele allein leben müssen.  :'(
Ich für meine Sache liebe selber einen Bauern ;) und habe auch kein Problem damit, dass er immer nach Schweinen riecht ::)
Man kann sich an alles gewöhnen, wenn man will. Man darf nur nicht gleich sagen, der is Bauer, den will ich nicht.
Ich würde mir übrigends immer wieder einen Bauern suchen.
Also ran!

MfG Ninne  :-*
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »

Tessa

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #2 am: 30.01.02, 19:02 »
Für junge Bauern wird es sicher immer schwieriger
eine passende Partnerin zu finden.

Die Arbeit in Haus, Hof und bei den Tieren ist nicht jedermanns Sache. Frauen, die einen "schönen" Beruf haben, überlegen sich es sicher dreimal bevor sie in das Abenteuer Landwirtschaft einsteigen.

Kann man es Ihnen verdenken?
Die räumliche Nähe zu evtl. Schwiegereltern spielt sicher auch eine Rolle. Zudem ist das Image der Landwirtschaft leider nicht rosig.
Auch ich bin bei  vielen meiner Arbeitskolleginnen auf Unverständnis gestossen, weil ich einen Landwirt geheiratet habe.

Andererseits ist die Anspruchshaltung der jungen Männer heute auch oft recht hoch.
Allen Anforderungen wird man selten gerecht.

Gruß
Tessa



Dody

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #3 am: 01.02.02, 09:39 »
Wie gewichtet ihr die Tatsache, das man auf einem Hof "angebunden" ist ? Urlaub ist bedingt möglich, Freizeitaktivitäten auf den Stallrhythmus abstimmen.
Auch ein Grund der abschreckt ?
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »

Offline Daggi

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #4 am: 01.02.02, 18:43 »
Hallo
Ich denke das dies nicht sehr gewichtig ist.
In unserm Bekanntenkreis gibt es viele Jungunternehmer aus verschiedenen Branchen, die sind so eingespannt, die haben weniger Familienleben als wir.
Da gibs noch die Leute in der Gastronomie,Ärzte,ect.
Es kommt immer drauf an was man draus macht.
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
Tschüss,  eure Daggi.

Offline reserl

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #5 am: 06.02.02, 20:41 »

Wenn wir ehrlich sind: Wer einen Landwirt heiratet, heiratet auch noch eine Menge anderer Dinge mit.  ;)
Die Frau muss sich an eine neue (Schwieger)familie anpassen, Verbundenheit mit dem Dorfleben und mit der Arbeit in der Landwirtschaft wird vorausgesetzt.

Ich denke, diesem Druck des traditionellen Rollenbildes wollen sich viele junge Frauen nicht mehr aussetzen.  :-/

Ich würd es aber immer wieder tun. ;)
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
lieben Gruß
Reserl



Manchmal ist es ein großes Glück,
nicht zu bekommen, was man haben will.

Offline suederhof1

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #6 am: 07.02.02, 13:46 »
Hallo
Kurze Geschichte: Ich komme nicht aus der Lws habe nie etws damit zu tungehabt. Eine schönen Tages bekam ich die Adresse von eimem Freund und ich machte einige Tg. Urlaub hier. Hat mir gefallen kam öfters. Eines Tages wollte mein jetziegen SW zur Tochter nach München.,fragten mich ob ich nicht den Haushalt versorgen wollte,nur Essenkochen und so.Und so kam das dann, Mann sah Frau und Frau sah Mann und ich fuhr dann noch ein Jahr lang jedes 2. Wochenende aus dem Ruhrgebiet und Urlaub hierher. Nach gescheitertem Versuch in meinem Beruf eine Stellung zu bekommen, blieb ich ganz auf dem Hof
und wir heirateten. Um noch weiter mitreden zu können habe ich den Meister für länd. Hausw. gemacht .Volle Anerkennung bei allen denn da hatten wir schon ein Kd. und das zweite war unterwegs.Ich bin ganz und gar zufrieden hier und mit Gutem Willen von allen klapps auch.Ich kann selbständig arbeiten habe durch den Fremdenv. auch ein eigenes Einkommen .Der Urlaub fehlt einwenig.
Viele junge Frauen machen erst ihre Ausbildung,dafür müssen sie aber meistens vom Heimatort wegziehn und kommen auch nicht zurück.
und die die auf einem Hof aufgewchsen sind kennen alle Vor und Nachteile des Berufes.
Ich kenne sie jetzt auch und ich würde es immer wieder machen.

Gruß Barbara aus NF
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Ninne

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #7 am: 07.02.02, 14:49 »
Ich denke, dass die Verpflichtung gegenüber dem Hof zwar wichtig ist,aber es gibt Leute in anderen "normalen"(wie sie es nennen) Berufen, die web´nigre Zeit und weniger Urlaub haben als Landwirte. Mein Freund (freundschaftlich -leider) fährt regelmäßig zur Jagd. Man kann sich ja auch mal eine Vertretung suchen. Und wer will schon jdes Jahr in Urlaub. Ich für miene Person bin lieber zu Hause als was weiß ich wo. Da kenn ich mich wenigstens aus.
;)
Ninne
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Offline Kinderdompteuse

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #8 am: 12.02.02, 16:11 »
Der Geruch war mir egal und in meiner Erinnerung war es auch nicht ein uralter Osttraktor, mit dem ich ihn beim Güllefahren kennenlernte, sondern ein niegelnagelneuer Fendt!:-) Tja, so verfärben sich die Augen und wohl auch der Geist, wenn man sich verliebt...... :o
Aus dem Verliebtsein wurde Liebe und allem Gerede zum Trotz (kein Mensch hat geglaubt, dass ich hierbleibe, sogar mein Ex gab Gilbert ein halbes Jahr "Garantie", innerhalb der er mich zurückgenommen hätte) bin ich nach nun fast 8 Jahren immer noch hier!
Ja, auch ich komme aus einem "feineren" Beruf, aber mir war einfach alles egal, ich wollte DIESEN Mann, egal, was er von Beruf war!
Aber von meiner Sorte wird es ja sicherlich noch mehr Frauen geben, also, frauenlose Jungbauern, Augen auf, sicherlich kommen doch auch in eure Nähe mal Urlauberinnen....... ;D
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
Andrea alias Kinderdompteuse

Offline cara

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #9 am: 16.02.02, 20:49 »
ich denke, dass prob is, dass die bauern für die meisten doch imma noch als "dumm" gelten.
diese klischee wird von den medien ja auch noch zusätzlich geschürt, schaut euch doch mal die berichte im tv an, wenns z.B. um den landflirt geht. hab da neulich was gesehen, und den lw, den sie dort hatten, war wirklich nich sooo toll.... ist ja also kein wunder, dass sich da nixx ändert.
habe auch schon gehört, dass sie bestimmte lw da nich zeigen wollten, da er nicht "dem gängigen bild des lw" entspricht... :o((
ich hatte ja selbst früher ein etwas gestörteres verhältnis zu bauern, das geb ich ja zu, aba ich hatte in den letzten zwei jahren gottseidank die möglichkeit, einen haufen davon kennenzulernen und habe mein bild doch gründlich revidiert.
nur welcher nichlw findet denn normalerweise den weg auf bauernseiten und -chats? doch kaum einer... auf der arbeit werde ich imma noch belächelt, wenn ich von "meinen bauern" erzähle...
is traurig, aba wahr.... :o((
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy. Let's go exploring!

pepperilo

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #10 am: 20.02.02, 08:12 »
in meinem früheren beruf in der gastronomie (selbstständig) hatte ich mindestens ebenso wenig frei wie viele landwirte...besonders an den feiertagen wie weihnachten und so war angesagt, für die gäste da zu sein...der einzige vorteil dabei war halt, dass man unter leuten war...
ich fühle mich als nichtlandwirtin hier sauwohl  ;D
- nur, wenn die fachgespräche ablaufen, steh ich verständlicherweise natürlich ein bisschen außen vor...aber man lernt ja nie aus *grins*...und angebote, mal mitzuarbeiten, hab ich schon viele bekommen....werd ich sicher auch mal daruf zurückkommen, wenn meine prüfung hier endlich gelaufen ist...
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Offline bine

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #11 am: 22.03.02, 15:10 »
Also wenn ich ehrlich sein sollte,
ich wollte schon vor meiner Ehe keinen Bauer heiraten habe es doch getan und oft gereut. Es ist aber nicht die Arbeit, sondern ehr das schwierige Generationenverhältnis. Auch das Motto " Du hast hier eingeheiratet, dann hast du dich auch unterzuordnen" kenn ich. Im übrigen, den Mann hatte ich nicht gereut, nur dass wir damals den Fehler begangen haben, nicht wegzugehen.
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
liebe Grüße   *bine*

Offline Carmen

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #12 am: 23.03.02, 22:24 »
Also, hätte mich jemand vor 10 (nein länger) Jahren gefragt, ob ich einen Bauern heiraten wolle, dann hätte ich ihm einen Vogel gezeigt. Mein Bild war (damals) immer einen Juristen zu Heiraten, der dann nachher den Hausmann macht und ich kann weiter zur Arbeit.
Jetzt ist aber alles anders gekommen und ich bereue nichts. Ich würde es auch immer wieder so machen.
Ich habe meinen Mann geheiratet, weil ich ihn liebe und hätte er einen Malerbetrieb oder sonstiges, dann wäre es auch selbstverständlich, daß ich ihn unterstütze. So ist es jetzt auch. Außerdem gefällt es mir auf dem Hof.
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LG
Carmen

schillipaeppa

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #13 am: 19.06.02, 18:35 »
???

Viel von dem, was Ihr schreibt kann ich bereits jetzt nachvollziehen, obwohl ich erst seit rund 4 Monaten mit einem Bauern zusammen bin: Habe selbst einen geregelten Job und ein Pferd zu versorgen, wenn ich ihn besuche (45 min Fahrt ein Weg) helfe ich auf dem Hof mit, Freizeit findet auch am Wochenende kaum statt, wir waren in der Zeit vielleicht einmal auf einer Party bei Nachbarn; er weiß, dass mich das bedrückt, kann aber aus eigener Kraft wenig dagegen tun: zuviel Tiere zu versorgen, Erntesaison etc. Seine Eltern mag ich, und sie mich glaube ich auch, trotzdem ist die Stimmung oft gespannt, ich bin gerne bei ihm, aber manchmal könnte ich auch nur heulen: dann ist es zum Leben zu wenig und zum Sterben zuviel...
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »

Offline peka

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Re: Ich heirate eine Bäuerin...
« Antwort #14 am: 19.06.02, 22:50 »
Ich selber komme aus der Landwirtschaft,wollte schon aus dem  Grund keinen Bauern.
Geheiratet habe ich dann vor 15 Jahren einen Landmaschinenmechaniker.In Erntezeiten kam es schon mal vor,dass er auch am Wochenende arbeiten musste.Aber eher selten.In unserem letzten großen Urlaub ( 14 Tage )vor 10 Jahren eröffnete mir mein Mann,dass er sich beruflich verändern wolle.
Der Schock war enorm! Er wollte sich als Lohnunternehmer selbständig machen.Sein Bruder als Landwirt würde mitmachen.
Im Laufe der Zeit kamen Pachtflächen von Ex-Kunden zur Verpachtung,so das wir heute auch Landwirte sind.
Ich habe mich an alles gewöhnt.Es ist nicht immer leicht Haushalt,Kinder (verheiratet und doch Alleinerziehend in vielen Monaten des Jahres) Büro und sonstiges unter einen Hut zu bekommen.
Mal geht es besser, dann wieder in  Spitzenzeiten ist es sehr schwierig.
Und doch.Wenn man den Mann liebt, ist man auch bereit ungewöhnliche Wege mit ihm zu gehen.
Gruß peka
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
Gönne dir Stille,
in der du nur Atem und Herzschlag lauschst.
Dann kehre in den Alltag zurück,
kraftvoll und gelassen.