Autor Thema: Sturmholz sicher aufarbeiten  (Gelesen 3292 mal)

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Sturmholz sicher aufarbeiten
« am: 14.02.07, 14:16 »
Sturmholz sicher aufarbeiten – Die LBG berät Waldbesitzer kostenlos

Durch das Orkantief ‚Kyrill’ stehen  Waldbesitzer jetzt vor der schwierigen und sehr gefährlichen Aufgabe, die abgebrochenen und entwurzelten Bäume möglichst rasch und sicher aufzuarbeiten. Die Sicherheitsberater der LBG Franken und Oberbayern werden deshalb ihre Versicherten verstärkt bei der Arbeit im Wald beraten. Für den Bäuerinnentreff haben wir hier einige Tipps zur sicheren Sturmholzaufarbeitung  zusammengestellt: . 


Die richtige Technik macht’s!

Der umsichtige und geübte Umgang mit der Motorsäge hat oberste Priorität. Nur die richtige Schnitttechnik ermöglicht ein sicheres Fällen und Aufarbeiten der Bäume. Dies gilt ganz besonders bei der Aufarbeitung von sogenannten Windwurfnestern, also mehreren abgebrochenen oder entwurzelten Bäumen, die nun ineinander verkeilt auf dem Boden liegen.   

Sturmschäden nur von Profis aufarbeiten lassen!

Um das Unfallrisiko zu minimieren empfiehlt die LBG  Harvester oder andere geeignete Maschinen wie zum Beispiel Forstschlepper mit Seilwinden einzusetzen, um die Menschen aus den Gefahrenbereichen fern zu halten.

Sollen geworfene bzw. entwurzelte Bäume mit der Motorsäge aufgearbeitet werden, so darf dies nur von Forstprofis durchgeführt werden, denn die Gefahren beim Aufarbeiten von Windwürfen sind nämlich um ein Vielfaches höher als bei normalen Fällarbeiten.  Professionelle Hilfe bieten Forstbetriebsgemeinschaften, Waldbesitzervereinigungen, Maschinenringe oder selbständige Lohnunternehmer an.

Auf die Reihenfolge kommt es an!

Zunächst werden hängen gebliebene, gebogene oder angelehnte Bäume gefällt, dann die liegenden Bäume vom Wurzelteller abgetrennt. Die nun auf dem Boden liegenden Stämme werden mit der Seilwinde aus dem Verhau gezogen und somit den Verhau entzerrt. Immer ist natürlich darauf zu achten, dass sich keine Menschen mehr in der Gefahrenzone befinden. Das Entasten und Aufarbeiten erfolgt dann an einem sicheren Ort außerhalb des Gefahrenbereichs.

Wo lauern besondere Gefahren?


Die Größte Gefahr besteht beim Abtrennen der Wurzelteller von unter Spannung liegenden Bäumen. Hier ist zunächst der Wurzelteller durch eine Seilwinde zu sichern. Dann sind die Spannungsverhältnisse zu ermitteln. Von einem sicheren Standplatz aus kann der Forstarbeiter nun mit der geeigneten Schnitttechnik der Trennschnitt zu führen. Sofern möglich sollte der gespannte Stamm mit einer Greiferzange fixiert werden, um die Spannung abzufangen. 

Hängen gebliebene Bäumen müssen zunächst fachgerecht vom Wurzelteller getrennt und anschließend mit der Seilwinde aus dem Verhau gezogen werden.

Beim Fällen gebogener Bäume besteht immer die Gefahr, dass der Stamm aufplatzt und schlagartig den Motorsägenführer trifft. Vor dem Fällschnitt sind daher die Rückweichen besonders gründlich anzulegen und frei zu räumen. Auch hier kommt es wieder auf die passende Schnitttechnik an.

Dass bei diesen gefährlichen Arbeiten die notwendige persönliche Schutzausrüstung [/b] wie Schnittschutzhose, Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Sicherheitsschuhe bzw. –stiefel mit Schnittschutzeinlage sowie Handschuhe zu benutzen ist, versteht sich von selbst.


Weitere Informationen ....

...gibt es beim Dienstleistungszentrum Prävention der LBG Franken und Oberbayern unter den Rufnummern

0921/603 –350 (für Bayreuth)
089/454 80 500 (für München) und
0931/8004 225 (für Würzburg).

Die Flyer der LBG Franken und Oberbayern zur sicheren Waldarbeit und zu Waldpflegeverträgen stehen zum kostenlosen Download auf der Homepage der LSV-Träger Franken und Oberbayern unter

http://www.lsv.de/fob/08service/service02/service021/service0213/index.html