Autor Thema: Gepresster und pasteurisierter Apfel - und Traubensaft (Kundenmosterei)  (Gelesen 26693 mal)

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Offline JacquelineTopic starter

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Eines unser betrieblichen Sandbeine ist die Kundenmosterei. Und ich bin der Boss und regiere in der während der Saison von August bis November für diesen Zweck eingerichteten Verarbeitsungsraum.

Privatkunden und Landwirte aus der Region bringen uns ihre Früchte (Birnen, Aepfel und Trauben) und wir pressen sie mit unser Packpresse, klären und pasteurisren den Saft. Der Saft wird in Flaschen oder Bag in Box von 5 - 10 Liter abgefüllt.

Nächte Wocher erhalten wie eine neue Packpresse (Hydraulische Obstpresse mit Aufzug, Obstwäsche, Mühle) Stossier SU 3. Den Saft erhitzen wir mit Elektroden und je nach Säuer des Saftes verschieden Grosse Kohlenstäbe.

Für nächstes Jahr möchte ich gerne, dass wir den Saft durch Durchlaufhitzer erwärmen, weil das weniger zeitaufwendig wäre.

Pro Jahr verarbeiten wir bis zu 30 000 Liter pastaurisierter Apfel und Traubensaft. Bei uns erhält der Kunde die garantie, dass er den Saft seiner gebrachten Früchte zurück erhält.

Wer auf dem BT mostet selber und könnte mit mir darüber austauschen. Diesen Herbst will ich auch verschiedene Betriebe in der West- und Deutschscheiz besuchen, um Ideen zu sammeln für ein ratinonelleres arbeiten.
Jacqueline "Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen,
wird der Erfolg all unsere Erwartungen übertreffen..."
Henry David Thoreau

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Kurz und bündig:

WER MOSTET NOCH SELBER oder BENüTZ DIE DIENSTLEISTUNG EINES KUNDENMOSTERS?
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Offline mary

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Hallo Jaqueline,
eure Mosterei- ein Traum :-*.
Von so einer Kundenmosterei kann ich nur träumen.
Wir haben früher selbst gemostet- das war zum Abgewöhnen, dann konnten wir die Most- und Maischemaschine ausleihen- aber das ist auch so eine Herumzieherei.
Jetzt kann ich im Nachbarort meine Äpfel pressen lassen.
Muss zu Hause meine Äpfel waschen, helfe dort beim Maischen und Pressen mit und kann dann meinen Apfelsaft mitnehmen.
Wir pressen je nach Apfelmenge um die 800 l, kannst dir vorstellen, welche Schlepperei das ist.
Zu Hause wird dann mit 3 Einkochgeräten Saft heiss gemacht und mehr als 24o l auf einmal schaffe ich nicht pro Pressen.
Eine Kundenmosterei, wo ich meine Äpfel hinbringen könnte und den fertigen Saft abholen,
och das wäre himmlisch.
Leider gibt es bei uns noch ganz wenige Leute, die sich die Arbeit mit dem Mosten machen wollen,
wir haben ganz in der Nähe eine sehr bekannte Saftmosterei, dort bekommt man halt den üblichen Apfelsaft - in immer gleicher Qualität und Geschmack und wenn man den Streuobstsaft haben will, dann ist die Umtauschrate schon sehr hoch.
Euer Konzept ist da ein absoluter Traum.
Denn dieser Saft ist vom Geschmack her unerreichbar.
Schade, dass du so weit weg wohnst,
so eine tolle Obstdienstleistung hat sicher eine gute Zukunft.
Schon der selbstgemachte Most ist einfach viel besser als gekauft und Apfelwein ist auch nicht zu verachten- und dann wird noch einiges zu Obstessig verarbeitet.
Ich kann dir nur leider nicht mit guten Beispielen dienen-
aber sie werden sicher noch kommen.
Herzliche Grüsse und viel Erfolg
maria

Offline Trudi

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Wir mosten von jetzt an ,bis in den Spähtherbst jede Woche 30 KiloObst in einer Kundenmosterei.

Das reicht dann für die Jungen und uns Alten.Der Most wird dann in 1,5 Liter Petflaschen abgefüllt,
und im Kühlschrank aufbewart.Ja,und so haben wir immer frischen Most.

Im Spähtherbst,wenn wir mit unserer Obsternte fertig sind,nehmen wir von unserer Obstverwertungs-
genossenschaft etwa 500Liter Süssmost zurück.

Offline cara

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kurzer Hinweis am Rande:
achtet bitte darauf, dass die Pasteurisierung wirklich vollständig abläuft und verlängert ggfs. die Zeit noch ein bisschen... wir hatten in den letzten zwei Wochen zwei Fälle, wo selbstgemosteter Apfelsaft mit Salmonellen belastet war, dazu noch einen Verdachtsfall bei Ananassaft, das ist aber noch nicht abgeschlossen....
Ich habe allerdings keine Ahnung, wie die Biester da rein sind, Tatsache ist, sie waren drinnen und Leute sind erkrankt.
LiGrüss cara

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Offline frankenpower41

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Hallo

In den letzten Jahren hab ich in der Mosterei des Obstbauvereins einer Nachbargemeinde gemostet.
Ich bringe meine gereinigten Flaschen und die Äpfel mit.
Die Äpfel werden gewaschen und dann gemust und gepresst.  Wer will kann kalten Saft mitnehmen.
Dann wird der Saft erhitzt. Die Flaschen werden erhitzt und dann wird abgefüllt und entweder mit Kronkorken oder Schraubverschluss zugemacht. Man erhält den Saft seiner eigenen Früchte, je nach Apfelsorte zwischen ca. 30 ltr. je 50 kg Äpfel. Ich hatte auch schon mal 40 ltr., Wenn man will kann noch Kirsch oder Maracujakonzentrat dazu, ergibt dann die doppelte Menge. 
Mithilfe wird vorausgesetzt (2 Mann),  Wenn alles klappt (Termin wird vorher vereinbart) war ich mit 150 kg in gut 1 Stunde fertig.  Apfelsaft kostete immer ca. 35 Cent, gemischter war ca 70 Cent je Flasche.

Da die Kinder den Saft in letzter Zeit nicht mehr so wollen, werde ich dieses Jahr die Äpfel wegbringen zur Sammelstelle. Dort bekommt man für 50 kg  Gutscheine für 30 Ltr. und man kann dann das ganze Jahr alle Sorten Saft abholen. Für Apfelsaft klar zahlt man dann noch 40 Cent drauf und die anderen Säfte kosten entsprechend mehr. Die Äpfel gehen an eine größere Mosterei in BW.

Marianne

Offline Daggl

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Hallo,

bei uns mach das der Obst- und Gartenbauverein. Äpfel muß ich hinbringen und halt dabei bleiben. Die pressen den Saft, pasteurisien ihn durch so einen Durchlauferhitzer und füllen ihn ab in wahlweise 5l oder 10l Beutel. Wer selber Flaschen mitbringt kann ihn auch da einfüllen lassen. Ist für mich echt eine tolle Sache.Ich weiß jetzt allerdings nicht mehr was das gekostet hat. Wenns klappt, d.h. wenn noch ein Termin frei ist möchte ich nächste Woche welchen machen lassen, dann kann ich noch die Preise schreiben.
Viele Grüße, Dagmar

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Danke für die vielen interessanten Beiträge.

Salmonnellen in Apfelsaft, dass es das gibt. Ich habe noch nie davon gehört.

Wir haben zwei Inoxkessel (Edelstahlbehälter) von 130 und 90 Liter und der Saft braucht zirka  30 - 45 Minuten bis er auf 75 - 78 ° erhitzt wird.

Unser Preise sind:

1 Liter gepresst - pasteurisiert zu einem naturtrüben Saft                               (Apfel, Birnen, Quitten)      0.70 SFr.
1 Liter gepresst - geklärt (mit Enzymen und Gelatine)- pasteurisiertem  Saft      (Apfel, Birnen, Quitten)      0.90 SFr.

1 Liter Traubensaft nur pasteurisiert                                       0.50 SFr.
1 Liter Traubensaft gepresst und pasteurisiert                          1.20 SFr.

Die Bag in Box (Plastiksbehälter in Kartonschachtel) von 5 oder 10 Liter werden separat verrechnet. Wir füllen den Saft auch in Glaslaschen von mindestenst 1 Liter ab, doch diese müssen vom Kunde selber mitgebracht werden.

Unser neue Presse wird so aussehen:
« Letzte Änderung: 21.08.06, 08:50 von Jacqueline »
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Mit solchen Geräten (Bild) pasteurisieren wir den Saft.
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Bild für eine Veranschaulichung der Vorgehens pasteurisieren mit den Diztler-geräten.

Diese Art von Pasteurisieren ist sehr gut geeignet für die Landwirtschaft. Bei uns kann man in einigen LW - Schule diese Geräte mieten und dann bei sich zu Hause den Saft Pasteurisieren. Es gibt sogar die Möglichkeit, das "Moniteures" auf den Hof kommen und einen Kurs zum bäuerlichen Pasteruisieren gibt und Praktisch mithilft den Saft zu pasteurisieren. Pressen muss man den Saft selber.

Wer französisch kann, findet viele interessante und nützliche Informationen dazu auf folgender HP.

http://www.jus-de-pomme.ch/

Kennt Ihr dieses Vorgehen in Deutschland, Oestereich oder anderswo?
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Offline mojer

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Hallo,

wir selber pressen zwar keinen Saft, aber mein Schwager hat eine Presse, die wäscht, Obst zerkleinert, presst, erhitzt und wahlweise in Flaschen oder bag in box abfüllt. Sie pressen dieses Jahr das dritte Mal.
Ich weiß allerdings nicht, wie das erhitzen vonstatten geht und wieviel alles kostet.
Werde allerdings meine Schwägerin mal auf diese Seite ansetzen.
gruß
mojer

Offline ursl

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Hallo,
auch wir pressen unser Obst ( Birnen und Äpfel ) bei unseren Obst-und Gartenbauverein, der sich vor ca. 6 Jahren, eine mobile Obstpresse
angeschafft hat. Mithilfe ( eine Person ) ist erforderlich bei großen Mengen.
So weit ich mich erinnern kann, kostet der Liter pasteurisierter  Saft 0,40 €.
Verpackung ( 5 - oder 10 l Bags ) kostet extra, habe den Preis, aber momentan nicht im Kopf.
Die Pappschachteln  bewahre ich immer auf , so daß nur der Folienbeutel immer neu zu kaufen ist.
Steht aber für mich in keinen Verhältnis , so daß ich auf Flaschen umsteigen möchte.
Wenn Flaschen vorhanden ist das natürlich anders.
Die Folienbeutel sind einen arbeitserleichternde und praktische  Lösung. 
bei einem guten Obstjahr können dann schon mal 800 l zusammenkommen aus unserem Obstgarten.
Verkaufe ich dann an Bekannte, die sich dann oft schon im Sommer zuvor erkundigen , wie es mit dem Obst in diesen Jahr ausschaut.
Auch als Geschenk ist der Apfelsaft gut zu gebrauchen .
Auch ich liebe Geschenke , die ich nicht abstauben muß ;D 
Heuer , wenn nichts dazwischen kommt , werden es bestimmt auch wieder so an die 800-900 l , mit Birnen gemischt , eine feine Sache .

LG
Uschi
 

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Für unseren Hausgebrauch brauche ich zirka 700 Liter Trauben und Apfelsaft pro Jahr, der in Bügelverschlussflaschen abgefüllt wird und für den Verkauf in Bag in Box zirka 2000 - 4000 Liter Apfelsaft.

Wir sind eher einen kleinere Mosterei und mehr möchte ich auch nicht machen, da ich ja in einem 40 % Pensum pro Jahr ausser Haus arbeite.
Im Oktober nehme ich zwei Wochen Ferien, um in der Mosterin zu arbeiten.

Ich mache diese Saisonarbeit sehr gerne und ich liebe den Kundenkontakt.

Von unser HP kopiert: http://www.darnona.ch

  Mosterei

Seit 1995 arbeiten wir von Mitte August bis Mitte November im Auftrag des Vereins  « Association familiale de pastaurisation fruitière » um einen positiven Beitrag zur Bekämpfung des Alkoholismus zu leisten.

In unserer  Mosterei bieten wir unserer Kundschaft einen personalisierten Dienst an. Sie können ihre Äpfel, Birnen  oder Trauben zu uns bringen, wir garantieren unseren Kunden, dass sie wirklich mit dem pasteurisierten Saft ihrer Früchte heimfahren. Sofern erwünscht fügen wir beim Pressen Zitronen, Quitten, Zimt und sogar Holunder hinzu und füllen dann den bei 75 – 78°C pasteurisierten Saft in Flaschen oder Bag in Box von 5 oder 10 Liter ab.


« Letzte Änderung: 23.08.06, 15:03 von Jacqueline »
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Offline Daggl

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Hallo,

jezt weiß ich die Preise ;)

für Mitglieder vom Obst-und Gartenbauverein
Saft pressen                                      0,20€
Saft pressen, pateurisieren und abfüllen 0,35€
pro Liter
für Nicht-Mitglieder kostest das jeweils 10 Cent mehr


5l Beutel kostet  1,00€
10 l Beutel         1,50€
Karton               1,00€


wir haben heute 60l Saft gemacht (machen lassen)

Die Presse von unserem Obst- und Gartenbauverein schaut so aus wie auf dem Bild von Jacqueline

Viele Grüße, Dagmar

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Offline JacquelineTopic starter

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Danke Daggel für die Informationen zu den Preisen. Die liegen ja im gleichen Rahmen wie bei uns.

Unsere Jungs haben heute 11 Holzkisten Gravensteineraepfel geernetet. Ein Teil davon wird zu Most verwertet, evt. etwas mit Birnen vermischt. Ich finde ein Saft mit 2 - 3 verschieden Aepfelsorten ausgeglichener, als nur Most von einer Sorte.

Daniel ist noch am Most pasteurisieren, doch nur weil er die zweite Hälfte von einem Film mit mir angeschaut hat. Sonst wäre er seit über eine Stunde fertig.
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