Autor Thema: die Schweiz und ihre Politik ...  (Gelesen 9423 mal)

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Offline hildyTopic starter

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die Schweiz und ihre Politik ...
« am: 01.08.06, 18:41 »
Hallo Frauen, nun ab er wieder zurück vom siebenten Himmel!!!!!!!
Zum 1. August habe ich am Sonntag eine Predigt gehört, heute den Tagestext von einem Pfarrer gelesen, drei Zeitungen durchgeblättert, Fernsehen geschaut, Bundesfeier auf dem Rütli - und kam mir vor wie an einer riesen Abstimmungsveranstaltung!
Alle, aber wirklich alle, haben das Thema verschärftes Asylgesetz behandelt! Natürlich waren alle dagegen!
Gute Menschen könnten so etwas nicht zulassen!???????? ???
Möchte hier mal deklarieren, dass ich keinen Menschen wegen seiner Herkunft hasse oder ausgrenze, dass ich auch nicht meine, die Schweiz gehöre nur den Schweizern und dass jeder und jede, die es nötig hat, bei mir persönlich Hilfe und Schutz bekommen kann.
Ich bin auch sicher, dass wir mit den verschiedensten Menschen zusammenleben können - aber wir müssen wissen, dass diese zu Recht in der Schweiz leben.
Ich möchte nicht, dass gewisse Kreise über die Naivität der Schweizer lächeln, und mit dem Druck auf die Tränendrüsen die Öffentlichkeit für die "armen" Fremden mobilisieren.
Ich glaube  immer noch an den Rechtsstaat - wenn alle legalen Mittel ausgeschöpft sind, dann muss eine Ausreise erfolgen. Sonst wird das Recht mit Füssen getreten - und zwar von uns ach so "guten" Menschen!
Ich liebe mein Land und ich möchte, dass es auch in Zukunft lebenswert bleibt. Ghettos und ethnische Konflikte möchte ich vermeiden. Ein Mittel dazu ist die korrekte Anwendung des Rechts, das für alle gleich zu handhaben ist.
Hildy

Hildy us em Baselbiet, CH

brit

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #1 am: 01.08.06, 19:39 »
hildy,

es gibt wohl gute gründe gegen das verschärfte gesetz sturm zu laufen?

 allgemein will wohl niemand, dass der staat ausgenommen wird wiene weihnachtsgans, hingegen will auch niemand menschen in menschenverachtende situationen bringen... ?

und vielleicht sollten wir über das wort *wirtschaftsflüchtling* nachdenken.. ;)
« Letzte Änderung: 01.08.06, 19:58 von brit »

Offline esther4

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #2 am: 02.08.06, 07:21 »
Genau Brit
Man will niemanden in menschenverachtende Situationen bringen....Es wird sicherlich welche geben, die durch die Maschen fallen, es wird sicherlich welche geben, die leiden durch dieses Gestz. Aber es weden ganz wenige sein, und die Schweiz muss endlich aufhören, Gesetze anzuschaffen die Minderheiten dienen sollen, egal in welchem Bereich, und dann wird man ausgenutzt, in der Regel noch nicht mal von denen dies wirklich brauchen würden. In der Regel sinds die , dies wissen.... Es muss endlilch andere Wege geben, in denen man den Spielraum von Behördenseite selber stecken kann. Es muss etwas geschehen, dass wir nicht immer das Gefühl haben, alles zu Gute zu haben. gruess esther

Offline Helen

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #3 am: 03.08.06, 06:27 »
Hallo Hildy
Ich bin auch Deiner Meinung, aber das WIE ist immer die Frage:

Blocher
Er wollte die bürgerliche Schweiz stärken und spaltete sie. Er lobt Schweizer Tugenden, zu denen Augenmass und Rücksichtnahme gehören, aber er politisiert oft rabiat. Und als «starker Mann» preist er die Allmacht des Volks. Wie setzt sich Blochers Schweiz- und Weltbild zusammen? Wie hat sich dieses Bild über die Jahre entwickelt - im elterlichen Pfarrhaus, im Kampf gegen 68er, im Ems-Konzern, im Aufstieg zum mächtigsten Politiker und seit drei Jahren im Bundesrat? Ein staatspolitisches Gespräch.

Do, 03.08.2006 
 
 22:50
 bis
23:50  Talkshow 
Sternstunde Philosophie: Bundesräte im Gespräch: Christoph Blocher - Alteidgenössisch und neoliberal
In der fünften Folge der Serie «Bundesräte im Gespräch» befragt Roger de Weck den Justizminister Christoph Blocher. Seit seinen Anfängen verknüpft Blo... 
 
Viele Grüsse
Helen

brit

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #4 am: 03.08.06, 08:49 »
stellt euch den wohlstand als kuchen vor..
die die ein stück haben verteidigen ihres, die andern versuchen ein stück zu erhaschen..
so schnell wird sich das nicht ändern..
(ich will auch kuchen :) )

Offline Romy

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #5 am: 03.08.06, 11:05 »
Ich finde es schade, wenn politische Debatten mit anderem unterbrochen werden. Rund ums Bundeshaus, um Abstimmungen und alles was uns bewegt, hier dürfen wir richtig loslegen.
en hübsche tag
Romy

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Offline Romy

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #6 am: 03.08.06, 22:04 »
Mein Ältester hat in den Emserwerken die Lehre als Chemielaborant absolviert.
Ich reite auch nicht immer auf derselben Wellenlänge wie Blocher, aber eines muss man ihm lassen, für Ems ist er natürlich ein Segen. Jeder andere wäre nach Zürich, Bern oder weiss nicht wo gezogen. Das muss man ihm schon auch hoch halten. Schon nur als Chemielaborant finden Jahr für Jahr 10-12 Jugentliche eine Lehrstelle. Und die Lehrstellen sind alle super gut, mit neustem Lehrnlabor und jedes Jahr machen sie ein obligatorisches Lehrlingslager, damit sich alle kennen lernen. Als Arbeitgeber ist er vorbildlich und seine Tochter macht es jetzt auch sehr gut.
Als er sich als Bundesrat aufstellen liess, hat mich dies sehr verwundert. Irgendwie passt er nicht in diese Runde. Ich denke er ist ein Typ der gerne selber entscheidet und seine Meinung klar vertritt, ich schätze ihn eher als Einzelgänger ein. Jetzt ist er mit den andern Bundesräte ein Team und muss geschlossen mit ihnen Auftretten.
en hübsche tag
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brit

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #7 am: 03.08.06, 22:59 »
stimmt schon romy,
irgendwie hat er bissel an glanz und power eingebüsst..
also stimmts dass man wen auch immer dort hinaufschicken kann.. am schluss sind sie alle gleich :)

blochers aussprüche sind nicht ganz mein ding.. ich wundere mich, und aber akzeptiere,  dass er viele bürger vertritt.

naja kritisieren ist ja auch einfach :)

Offline Romy

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #8 am: 06.08.06, 09:16 »
Ich glaub Blochers Stärke ist; er redet so, dass ihn alle verstehen können, ohne komplizierten Satzwendungen und Fremdwörter. Und dann spricht er halt auch oft aus, was viele im Geheimen denken und sich halt nicht getrauen zum sagen. Niemand will ja als rassistisch dastehen. Das Asylgesetz ist ein heisses Eisen. Man will ja niemand hinaus ekeln, will nicht die sein die gegen Ausländer ist, aber...
Dann sind ja auch einige Ausländer "ausländerisch" als andere. Zum Beispiel hat wohl keine was dagegen wenn Italiener oder Deutsche bei uns arbeiten. Im Gegenteil sie sind ja ein bisschen wie wir, gutes Sachwissen und fleissig, aber dann gibt es die Dealer, die Rasser, die Diebesbanden und laut Zeitung sind dies vor allem die Ausländer die wir nicht so gerne sehen, obwohl es davon auch genug Schweizer gibt - aber von denen reden wir nicht so laut.
Wir haben früher oft versucht Arbeiter vom Asylheim zu bekommen. Ich kann mich erinnern, ein Inder kam, und obwohl er an diesem Tag nur die Kälber tränken musste, war ihm die Arbeit zu streng: Im Restaurant verdiene er mehr und nicht so strenge Arbeit - erklärte er uns. Ein Albaner redete sich zuerst schön, wie sehr er sich freue endlich wieder richtig arbeiten zu können, nicht nur herum sitzen im Asylheim, dies sei nichts für einen Mann, ein Mann müsse arbeiten. Er hat sich zuerst auch super eingesetzt, war nicht so schnell, hatte nicht so viel Kraft, aber der Wille war da. Er ass aber kein Fleisch. Damals hatte ich eine Praktikantin und sie hatte immer Angst dass er zuwenig ass. Sie gab sich sehr viel Mühe, kochte für ihn extra Gemüse, füllte Omeletten mit Käse statt mit Hackfleisch, sie hatte viel Fantasie um ihm trotzdem ein abwechslungsreiches Essen hin zu stellen. Plötzlich fing er an nur noch ein paar Blätter Salat zu essen, fast eine Woche lang. Die Praktikantin war enttäuscht, dass er ihre leckeren Sachen die sie extra für ihn gekocht hatte nicht anrührte. Eines Tages verschwand er. Das Asylheim rief an und sagte; er sei ganz ausgehungert bei ihnen angekommen und habe reklamiert, dass er bei uns nur arbeiten musste und nichts zu Essen bekam. Dieser Mann war ein Asyltourist. Das Asylamt meinte mindestens 80% von allen Asylbewerbers seien Asytouristen. Sie gehen in ein Land, verlangen Asyl, in Heimen haben sie ein gutes Bett, gutes Essen und Sackgeld. Mit diesem können sie das ganze Land bereiesen und anschauen. Nach drei Monaten werden sie ausgewiesen und gehen in ein anderes Land und dort leben sie auch wieder gut. Wir haben es dann noch einige Mal versucht bis wir genervt die Segel strichen.
Seither hat sich einiges geändert in der Asylpolitik. Aber schindluder wird immer wieder getrieben (Fall 14 Jähriges Mädchen im Engadin) dies wird dann in den Medien hochgespielt.
Leiden müssen dann die wirklichen Verfolgten und das ist eine Schweinerei.
Ich auf alle Fälle möchte da nicht entscheiden.
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brit

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #9 am: 26.09.06, 13:15 »
die abstimmung ist vorüber..
und ehrlich , ich bin bissel traurig über das resultat..

es ist sicher so, dass viele sich wohlstand falsch vorstellen, und nicht wissen wie hart wir letztlich dafür auch arbeiten..
harte arbeit ist auch relativ... die *heilige ruhe* der inder kann einem schon mal nerven kosten. oder unser (sehr fleissiger)  polnischer praktikant , der dennoch höchst erstaunt war, dass wir bei regenwetter draussen arbeiten (er sich doch schon auf nen freien tag gefreut hatte..) :)

aber dieser entscheid wird mehr menschen in sans-papier status oder zum untertauchen  zwingen als bisher, was dann vermehrt problemlösungen wiederum in den bereichen erfordert..auch nicht einfacher..

schon  seltsam wie ein volk so entscheiden kann, dass in früheren generationen selber grosse landflucht hatte ???

Offline Romy

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #10 am: 08.03.07, 12:26 »
Hmmm... sagt mal, was stimmt ihr eigentlich ab bei der Einheitskrankenkasse, hab mich da noch gar nicht so vertieft
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Romy

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Offline Swisslady

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #11 am: 08.03.07, 15:55 »
Hab schon abgestimmt, nur soviel, jetzt wissen wir was wir haben, bei einer Einheitskasse hat es gute Ansätze, aber eben auch solches das mir nicht so passt.
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

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Offline Romy

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #12 am: 08.03.07, 16:11 »
So wie ich das verstehe, zahlen wir hier dann mehr. Weil die Krankenkasse hier in Graubünden nicht so hoch sind. Bei uns heilt halt schon viel die gesunde Luft ;D
Aber wenn alle Prämien von den Zürchern, Genfer, Basler etc. in einen Topf gerührt werden und gleichmässig verteilt, kommen wir nicht so gut weg.
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Offline Swisslady

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #13 am: 08.03.07, 18:27 »
Genau, geht unter Anderem in die Richtung.
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

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Offline Romy

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Re: die Schweiz und ihre Politik ...
« Antwort #14 am: 09.03.07, 10:31 »
Dann sind die Appenzeller sicher dagegen, sowenig wie die die Krankenkasse brauchen  ;D
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Romy

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