Autor Thema: Die etwas andere Partnerschaft  (Gelesen 20924 mal)

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Ptra

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Die etwas andere Partnerschaft
« am: 23.12.02, 15:09 »
Hallo, nachdem ich so viel positive Resonanz auf meine Vorstellung bekommen habe, nehme ich Eure Anregung gern auf, mein Problem einmal hier in einem eigenen Thema zu schildern:
ich bin die Petra. Ich bin 25 Jahre alt und lebe bei meinen Eltern auf einem Bauernhof mit Milchwirtschaft in Ostholstein nachdem ich Landwirtschaft gelernt habe. Ich werde den Hof auch wohl mal übernehmen, nur erwartet man von mir, dass ich in nächster Zeit mal einen Schwiegersohnkandidaten mitbringe. Und da liegt das Problem: ich stehe nicht auf Männer und würde den Hof gern mit einer Frau an meiner Seite weiterführen. Ich suche hier Berufskolleginnen, die sich mit mir hierüber austauschen möchten und vielleicht eine ähnliche Situation gemeistert haben. Ihr könnt mir auch gern eine KM schicken, wenn Ihr nicht öffentlich zu diesem Thema im Forum Stellung nehmen möchtet.  Fragt mich einfach, wenn Ihr Näheres wissen wollt. Empfinde ich es nur so oder sind wir Menschen auf dem Land in dieser Hinsicht noch nicht so aufgeschlossen, wie es in der heutigen Zeit eigentlich sein sollte? Für mich ist es ein grosses belastendes Problem und ich würde mich freuen, wenn ich hier auf Verständnis stossen oder Gleichgesinnte treffen würde.

Vorweihnachtliche Grüsse sendet Euch
Petra

Offline cara

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #1 am: 23.12.02, 15:16 »
hallo Petra!

ich find das gut, dass du zu uns gestossen bist...
hab mich schon lange gewundert, dass sich hier noch keine homosexuellen bäuerinnen geoutet haben.

geben tuts sowas klar auch in der LW.

ich kenne perönlich einen schwulen milchbauern aus`n chat, ein ganz knuffiger, wie ja meist bei den schwulen...*seufz*, und bei uns im dorf hats  ne lesbische bäuerin, die is aba inzw. schon über 40, lebt mit ihrer freundin zusammen, ob die schon verpartnert sind, oda nich, kann ich nich sagen.

auf jeden fall hat sie sich irgendwann mal künstl. befruchten lassen und hat eine tochter bekommen, die sollte aba auch schon lange in die schule gehen....

wümsche allseits frohe weihnachten..;o))
LiGrüss cara

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Ptra

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #2 am: 23.12.02, 17:55 »
hallo Cara,

danke für die prompte Reaktion! Das klingt aber doch so, dass die beiden Frauen bei Euch im Ort etwas ausgegrenzt sind. Wird über diese Beziehung hergezogen oder sind sie im Dorfleben voll integriert (Landfrauenverein etc....)?

Wünsche Euch schöne Tage!!!!
Petra

Offline cara

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #3 am: 23.12.02, 18:09 »
kann dir das ga nich soo genau sagen...*grübel*
ich glaub, sowas wie landfrauen gibts bei uns ga nich..???
ich komm zwar vom dorf, hab aba eigentlich mit der LW nie was am hut gehabt, daher kann ich es dir nich sagen...

sie war auf jeden fall mal im dorfrat, ob imma noch, weiss ich nich, hab da keinen übablick mehr, seid ich dort nich mehr wohne...

und ich meine, sie gehört auch zu den Jungunternehmern, aba auch dort bin ich mir nich so sicha..

die gegend, aus der ich kommen, is ja eine reine ackergegend, im dorf hat es vielleicht noch 5 bauern, da is das untereinander nich so ausgeprägt...
LiGrüss cara

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Offline reserl

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #4 am: 23.12.02, 21:01 »

Ich werde den Hof auch wohl mal übernehmen, nur erwartet man von mir, dass ich in nächster Zeit mal einen Schwiegersohnkandidaten mitbringe.


Hallo Petra,

wie gehen denn deine Eltern damit um?
Wissen die (noch) gar nichts davon, das es mit einem Schwiegersohn wohl nichts werden wird?
lieben Gruß
Reserl



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nicht zu bekommen, was man haben will.

Ptra

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #5 am: 27.12.02, 13:03 »
hallo reserl,
ich denke Sie ahnen vielleicht etwas, aber es komme immer noch Bemerkungen in Richtung "heiraten" etc.
Bisher habe ich nicht offen darüber gesprochen, weil es wohl auch theoretisch wäre. Würde sie lieber mit einer lieben Freundin konfrontieren und die Sache so klären.

Hatte gehofft, hier im Forum Tips zu bekommen von Frauen, die ein ähnliches Problem zu lösen hatten; aber es scheint ja so zu sein, dass ich hier auch allein bin mit meiner Liebe zu Frauen.....

Liebe Grüsse an alle Bäuerinnen hier und nen guten Rutsch wünscht Euch

Petra



Offline Beate Mahr

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #6 am: 27.12.02, 13:10 »
Hallo

HALT - STOP

wenn ich mich recht entsinnt ist in der Mailing Liste eine Bäuerin,
die schon 20 Jahre mit ihrer Partnerin zusammen einen Hof bewirtschaftet ....

Werde das mal dort schreiben ...
vielleicht könnt ihr euch dann austauschen ...

Liebe Grüße
Beate
Der eine sieht nur Bäume dicht an dicht,
der andere Zwischenräume und das Licht!

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Offline steilufer

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #7 am: 08.01.03, 17:51 »
Hallo Petra, ;)

herzlich willkommen im Bt,vielleicht auch bald in der ML?!? :D
Ich finde es gut,daß Du hier offen über Deine Probleme sprichst.Hier bist du richtig. ;D
Da ich auch aus OH komme,Nähe Heiligenhafen,kann ich nur üebr den LFV Oldenburg sprechen,dem ich einige Jahre aktiv,danach nur noch passiv angehöre.Leider ist dieser Verein komplett veraltet,der Kommentar ist von mir mit fast 42, und daher fürchte ich,daß es da mit der Akzeptanz nicht weit wäre.
Wenn du Lust hast,können wir uns mal zum Schnacken treffen,keine Angst,keine Kuppelversuche.
LG
Karen von der Ostsee
Liebe Grüße

Karen von der Ostsee

Offline Marylu

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #8 am: 12.01.03, 11:31 »
Hallo Petra!
Hab grad ein bißchen im Forum gestöbert und bin auf Deinen Eintrag gestoßen.
Ich mache mir des öfteren Gedanken, wie es dazu kommt ,dass man sich zum gleichenGeschlecht hingezogen fühlt . Hattest Du besondere Kindheitserlebnisse?
Ab welchem Alter hast Du gemerkt ,dass es bei Dir so ist.
Ich bin Christ und seh das Problem auch von Seite der Bibel . Ich kann daraus nur lesen ,dass sich Gott uns in einer Beziehung als Mann und Frau wünscht!
Dort steht aber auch ,dass jeder Gottes geliebtes Kind ist und er jedem helfen möcht. Ich bitte Dich mich nicht falsch zu verstehen. Ich werde keinen der anders ist als ich verurteilen, das steht mir nicht zu . Ich möchte nur verstehen lernen .
Würde mich freuen wenn Du mir antwortest.

Liebe Grüße
Marylu


Ist ein Wunsch erfüllt , bekommt er augenblicklich Junge .

moni

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #9 am: 13.01.03, 22:34 »
 hallo...find ich super, daß du so ein Thema angesprochen hast.Dein Motto ist auch zum Schmunzeln; Bäurin sucht Bäurin. Kommt ja nicht sehr oft vor, bzw. wahrscheinlich weiß man es bloß nicht.
Bei uns in der Nachbarortschaft (2000 Einwohner), kenn ich nur einen Homosexuellen, der ist ca. 30 Jahre und es ist auch ganz bekannt, daß er "andersrum" ist. Von den Mitmenschen in seinem Alter ist das überhaupt kein Problem, gar kein Thema mehr. Die ältere Generation ist da natürlich nicht so aufgeschlossen, aber die können manchmal auch nix dafür, die haben das so "gelern" daß homosexualität was "verkehrtes" ist und die meisten lassen sich auch nicht bekehren. Aber da muß man wahrscheinlich einfach drüberstehen ;)

Ptra

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #10 am: 14.01.03, 13:15 »
Hallo Marylu,

ich habe als evangelische Christin gar kein Problen und bin mir sicher, dass Gott mich so liebt wie ich bin.

Schon als pubertierendes Mädchen fand ich Mädchen / Frauen faszinierender als Jungs / Männer. Als Teenager war mir schon klar, dass ich homosexuell bin und habe nur mal ne kurze Liebschaft mit nem Jungen gehabt. Seither war mir bewusst, dass es nichts für mich ist und dass ich nur in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung glücklich sein werde.

Petra

PS: was gibt Dir die Sicherheit, dass Gott Mann und Frau in einer Beziehung haben will; hätte er dann nicht auch die Gefühle für das gleiche Geschlecht unterdrückt?

Ptra

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #11 am: 14.01.03, 13:32 »
danke für die aufmunternden Worte Moni!

Ja, es ist wohl so, dass es bei uns auf dem Land noch nicht so offen gelebt wird, aber die Reaktionen hier im Forum und die KMs zeigen mir, doch, dass ich nicht allein bin und viele Sympathie hegen..... Es gibt mir Hoffnung, dass sich auch in der Landwirtschaft die Einstellungen ändern. Schliesslich gibt uns das Internet auch ganz neue Möglichkeiten.
Bin mal gespannt, was sich hier noch zu diesem Thema im Forum entwickeln wird.

Also nochmal danke Euch allen
Petra


Sazette

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #12 am: 16.01.03, 19:02 »
Ich bin ja an einer landwirtschaftlichen FH und weiß von keinem geouteten Homosexuellen, weder weiblich noch männlich.
Ich hab mich aber schon oft gefragt, wie das hier wäre beim Outing. Ich bin überzeugt, dass es hier welche gibr, aber wenn man die Triesdorfer Gerüchteküche hört, bei ganz "normalen" Paaren (und ich habs am eigenen Leib erfahren), kann ich schon verstehen, dass sich das mancher nicht antun möchte.
Allerdings würden es die meisten, die ich kenne nach dem ersten SChock, glaube ich ohne Probleme aktzeptieren. Und wie gesagt, das dumme Geschwätz trifft hier jeden.

Gruß, Sazette

Ptra

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #13 am: 16.01.03, 19:22 »
Hallo Sazette,

danke für Deinen Eintrag. Diese (Fach-)Hochschulerfahrungen habe ich ja nicht; deshalb finde ich Deine Stellungnahme interessant. Würdest Du denn sagen, dass die Agrarstudenten ähnlich konservativ sind oder eher aufgeschlossen?
Wieso Gerüchte? Ist es dort so ein eingeschworener Klüngel wo man schnell ausgegrenzt wird? Ist die FH denn gross oder kennt dort jede/r jede/n?

Gruss
Petra

Offline Marylu

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Re:Die etwas andere Partnerschaft
« Antwort #14 am: 17.01.03, 21:25 »
Hallo Petra , endlich Zeit Dir zu antworten.

Hab mich sehr gefreut ,dass Du mir geantwortet hast.
Du hast mir ein paar Fragen gestellt.
Zu Frage 1 : Warum Mann und Frau ?
Lies doch mal in Deiner Bibel im alten Testament im
1. Buch Mose Kapitel 1 die Verse 27 u. 28   sowie
                                 2. Kapitel ,Verse 23 u. 24
Dann neues Testament im
Römerbrief im 1.Kapitel ab Vers 18-32 .
Zu Frage 2: Warum Gott nicht das Gefühl zum gleichen Geschlecht unterdrückt?
Gott ist die Liebe , und Liebe unterdrückt nicht.
Gott möchte uns nicht zu seinen Marionetten machen .Gott läßt uns Freiheit in unseren Entscheidungen,welche Wege wir gehn wollen.
So ist das ja auch mit dem Glauben. Jeder muß für sich entscheiden ob er Gott glaubt  oder ob mans nicht für wahr hält. Nur läßt Gott den , der an ihn glaubt nicht im Ungewissen.
Ich wünsh Dir für Dein Leben alles Gute und eine glückliche Zeit.
Vielleicht kommt alles anders als man denkt-wer weiß?

Liebe Grüße
Marylu


Ist ein Wunsch erfüllt , bekommt er augenblicklich Junge .