Autor Thema: Breinierenerkrankung  (Gelesen 17634 mal)

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Breinierenerkrankung
« am: 20.03.06, 18:14 »
Hallo Ihr Fachfrauen

In der letzten Zeit hatte ich einige unerklärliche Totesfälle bei meinen Lämmern. Es waren immer gut genährte Lämmer die plötzlich im Stall lagen und tot waren.
Wir haben eines davon nach Gießen zur patologischen Untersuchung gefahren und die haben heute erklärt es bestehe der Verdacht auf Breinierenerkrankung. Die genauen Ergebnisse müsste ich noch abwarten.
Wer von Euch kann mir näheres über diese Krankheit berichten . Ich habe nicht viele Infos dazu gefunden.

Im Voraus vielen Dank.


Liebe Grüße aus Südhessen

Bärbel

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Offline cara

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Re: Breinierenerkrankung
« Antwort #1 am: 20.03.06, 19:25 »
*press button to play*  8)

Die Breinierenerkrankung ist eine Clostridium perfringens-Infektion ( Toxovar D).
Das ganze ist eine Enterotoxämie (= Erkrankung hervorgerufen durch Endotoxine, d.h. Bakteriengifte, die nach dem Zelltod freigestzt werden) bei Schafen von 3 Wochen bis zu einem Jahr.

Cl. perfingens ist ein normaler Bewohner des Darmtrakts.

Ursache für die Erkrankung:
Vermutlich Fehler in der Fütterung. Zu stark nährstoffhaltige Nahrung (Kraftfutter, frisches eiweissreichen Gras/KLee/Mais....), die das Schaf nicht richtig verdauen kann, bilden im Dünndarm den Nährboden für eine Massenvermehrung der Clostridien.
Diese setzen beim Absterben ein Gift frei, dass über die BLutbahn augenommen wird und zu den "Verwesungsschäden" an der Niere führt.
Es gibt eine Impfung, die ganz gut hilft...

LiGrüss cara

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Offline Hitzewelle

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Re: Breinierenerkrankung
« Antwort #2 am: 20.03.06, 19:41 »
hallo,

auf meinem Lehrbetriebe (80 Milchziegen) hatten wir die Breinieren einige Male als richtige Epediemie im Bestand. Jedoch bei den laktierenden Milchziegen immer in einer Stressphase (Deckzeit, frühe Laktation).

Im Endeffekt war die Ursache ein hochgradiger Kobaltmangel. Dessen Auswirkungen konnten aber erst nach ein paar Jahren der richtigen und angepassten Mineralfutterfütterung wieder behoben werden.

Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika hat ganz gut angeschlagen, und danach wurde auch regelmäßig geimpft.
Viele Grüße
Hitzewelle

Offline cara

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Re: Breinierenerkrankung
« Antwort #3 am: 20.03.06, 19:44 »
Clostridien lassen sich extrem schlecht mit Antibiotika behandeln, ich habe  ehrlich gesagt auch noch von keinem gehört, dem es gelungen war...
komischerweise hört man das öfter, dass AB-Behandlungen anschlagen, obwohl es eigentlich gar nicht sein kann...
denke, dass da irgendwas am Immunsystem passiert...
LiGrüss cara

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SHierling

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Re: Breinierenerkrankung
« Antwort #4 am: 21.03.06, 08:40 »
Hallo,
Och je, das tut mir leid für Dich!!!
Wenn Du nicht so viel über Breinierenkrankheit findest, schau auch mal unter "Bradsot" bzw. "Deutsche Bradsot".
Das blöde daran ist, daß die Clostridien Sporenbildner sind, und die Sporen wiederum sind extrem widerstandsfähig. Jede noch so kleine Verletzung am Maul (Distelheu), Stoffwechselstörung im Leber / Nierenbereich (meist Eiweiß- oder MIneralstoff-Ungleichgewicht >> Blutprobe) oder z.B. auch der Befall mit Leberegeln (Graben in der Nähe im Herbst?) führt dann immer wieder zum Ausbruch bzw zum Beginn der von Cara beschriebenen Folgekette :/.
Behandeln bei Lämmern kenn ich gar nicht, das geht imho auch viel zu schnell, innerhalb 24h, aber  zwei zugelassene Impfungen, gibt vielleicht noch mehr, diese beiden sind jeweils Teil von Kombi-Impfungen (Covexin und Heptavac), Du kannst hier http://www.pei.de/nn_433334/DE/arzneimittel/vet-mittel/schafe/schafe-node.html__nnn=true
nachgucken, was für euch am besten paßt (am besten "fragen Sie den TA Ihres Vertrauens" ;) )

Vielleicht weiß Mirjam ja noch etwas gegen Sporen?
Viel Erfolg!
Brigitta

Offline cara

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Re: Breinierenerkrankung
« Antwort #5 am: 21.03.06, 17:27 »
Brigitta, gegen die Sporen kannst du wirklich mal gar nichts tun... die sind einfach zu widerstandsfähig...
es gibt wohl einige Desinfektionsmittel, die eine teilweise Wirkung erzielen, aber wirklich weg bekommst du die nicht..
zumal es ja auch eigentlich ungefährliche Darmbewohner sind und deswegen immer wieder im Mist zu finden sind.
Impfung ist sicherlich das Beste.
LiGrüss cara

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Re: Breinierenerkrankung
« Antwort #6 am: 21.03.06, 18:44 »
Hallo

Ich danke Euch schon mal für die Aufklärungen .
Mal sehen was die aus Gießen raus finden.

Wenn ich das Ergebniss habe ,melde ich mich noch mal.
Liebe Grüße aus Südhessen

Bärbel

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Re: Breinierenerkrankung
« Antwort #7 am: 13.04.06, 21:01 »
Hallo

Gestern ist das entgültige Ergebniss aus Gießen gekommen.
Es ist Breinierenerkrankung.
Bis jetzt hatte ich zum Glück keine neuen Ausfälle.

Jetzt wird halt alles geimpft und ich hoffe es ist damit erledigt.
Liebe Grüße aus Südhessen

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