Autor Thema: Meine Zukunft  (Gelesen 10218 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Baumeule

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 141
  • Geschlecht: Weiblich
  • brave Mädchen kommen in den Himmel - böse überall hin
Re: Meine Zukunft
« Antwort #15 am: 08.03.06, 08:25 »
Hallo Fiona

Es ist gut, dass du dir so viele Gedanken über deine und die Zukunft deines Freundes machst. Du hast hier schon viele gute Anregungen und Ratschläge bekommen. Ich kann dir (inzwischen) zwei Seiten schildern.

Erst mal meine: Auch ich habe meinen Mann mit 15 kennen und lieben gelernt und ihn mit 18 geheiratet, hatte aber noch keinen eigenen Beruf sondern war mitten in der Ausbildung. War also ziemlich abhängig. Das war nicht gut für mich, aber damals nicht zu ändern. Kompromisse musste ich in meinem Leben viele eingehen und so manche sind mir nicht leicht gefallen. Wir hatten Höhen und Tiefen in unserer Beziehung und manches mal drohte sie zu zerbrechen. Heute nach 32 Jahren Ehe kann ich sagen, dass ich an den Schwierigkeiten gewachsen und stark geworden bin. Mein Mann auch. Noch immer sind wir gerne zusammen und ich bin glücklich mit ihm und mit unserer Situation.

Die zweite Seite ist die von unserem Hofnachfolger. Er hat vor einiger Zeit geheiratet, nachdem er und seine Freundin seit 1999 bei uns auf dem Hof zusammen leben. Meine Bedingung war, aus eigener schlimmer Erfahrung, die das Zusammenleben der Generationen so schwer machen kann, dass die beiden eine abgeschlossene Wohnung haben. Ich freue mich sehr über diesen Schritt, weil meine Schwiegertochter eine ganz liebe ist. Sie kommt aus der Stadt und nicht aus der Landwirtschaft. Nach fast 7 Jahren des Zusammenlebens wissen wir beide, was wir aneinander haben. Die Schwiegertochter war und ist berufstätig und bald wird das erste Baby geboren. Dann geht sie erst mal in Mutterschutz und entscheidet sich dann, wie es ihr mit Kind geht, ob sie wieder berufstätig sein will und kann oder ob sie in den Betrieb mit einsteigt. Als sie hier eingezogen ist, haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir unseren Alltag gestalten. Wir sind dann so verblieben, dass wir, zumindest so lange sie berufstätig ist, zusammen kochen, aber das jede von uns das Recht hat, zu sagen, wenn sie es anders haben möcht. Dann wird das getrennt. Bis jetzt geht es sehr gut und wenn es nicht mehr gehen sollte, gibt es viele andere Möglichkeiten.

Liebe Fiona, es ist gut, sich Gedanken und Pläne zu machen, aber man kann nicht jedes Risiko, jede Schwierigkeit voraussehen. Das Leben stellt einen manchmal vor schier unlösbare Aufgaben. Es gibt keine Sicherheit, nicht für das Leben, nicht für die Gesundheit und auch nicht für die Beziehung. Es ist immer eine Gradwanderung und ein Kompromisse suchen zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen des Partners. Und in der Landwirtschaft oder jedem anderen Geschäft auch zusätzlich noch mit dem Betrieb und den (Schwieger)eltern.

Ich will dir keine Angst machen. Wenn du deinen Freund liebst und dich in der Beziehung zu ihm wohl fühlst, dann ist das die beste Voraussetzung, die es gibt. Ich sage immer, wenn die Partnerschaft in Ordnung ist, kann man alles andere regeln, dann kann man jede Aufgabe lösen, aber wenn die Partnerschaft nicht in Ordnung ist, helfen auch die besten Voraussetzungen nichts. In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du die richtige Entscheidung triffst, ein gutes Durchhaltevermögen und eine gesunde Portion Egoismus.

LG Elisabeth








Fiona

  • Gast
Re: Meine Zukunft
« Antwort #16 am: 08.03.06, 10:21 »
Hallo Ihr,

erstmal tausend Dank für eure Antworten und die tollen Ratschläge.

Mein Freund und ich haben schon vor, 2007/2008 zusammenzuziehen. Meine Bedingung dabei ist auch, dass ich in dem riesen Haus einen eigenen Wohnbereich und eine eigene Küche haben möchte. Das Haus hat eine L-Form. Die kurze Seite wurde vor ca. 10 Jahren „neu“ angebaut. In dem neuen Haus befinden sich eine tolle Küche (die nie genutzt wird), das Wohnzimmer, das Zimmer meines Freundes, ein leeres Zimmer und eine Toilette. In dem alten Haus ist eine Küche, das Schlafzimmer der Eltern, Bad, das Zimmer der Oma und noch viele nicht wirklich sinnvoll genutzte Räume (Gerümpel).
Die Mutter meines Freundes sagt immer, dass wir mal in den Neubau gehen sollen. Das einzige was noch fehlt ist ein Bad. Aber notfalls könnte ein Bad in ein ungenütztes Zimmer im Altbau rein und da ist dann Schluss und ich möchte eine Mauer ziehen. Würde das nicht so toll finden, wenn seine Eltern immer zu uns rüber kommen könnten.
Der Platz ist also wirklich kein Problem. Es müsste nur endlich mal was gemacht werden, aber da möchte ich mich nicht aufdrängen. Ist ja auch noch Zeit (möchte auch gerne noch etwas Geld zusammen sparen, bis ich mal ausziehe).

Gestern waren seine Eltern beim Steuerberater. Zum Mittagessen war ich bei ihnen. Seine Mutter meinte dann, dass sie jetzt bald ein paar Verträge mit UNS machen müssen!!! Ich kenn mich nicht aus, bitte haltet mich nicht für dumm, aber welche Verträge könnte sie denn meinen??? Ich hab nicht weiter nachgefragt.

Mir ist es auch sehr wichtig, dass ich mit seinen Eltern gut zurecht komme – und das tue ich wirklich. Ich mag seine Eltern sehr, auch wenn die Mutter manchmal etwas rumzickt *g*, aber das wird normal sein.

Ich hab auch so meine Vorstellungen:
Ich arbeite jeden Tag bis ca. 16.00 Uhr. Ich dachte mir halt, wenn ich dann nach Hause auf den Hof komme, dass ich da auf jeden Fall mithelfen möchte. Pferde reinlassen, Schweine misten und füttern … usw. Danach möchte ich meinen Haushalt machen und natürlich kochen. Klar werde ich mich umstellen müssen, aber das ist es mir auf jeden Fall wert!!! Ich übernehme gerne Verantwortung und freue mich, wenn ich gebraucht werde.
Auf mein eigenes Geld möchte ich dabei natürlich nicht verzichten. Ich möchte z. B. niemanden fragen, wenn ich mir mal was Gutes (Frisör, Klamotten…) tun möchte.

Ich denke, dass ich das alles hinbekomme mit meinem Freund. Ich möchte es ja auch unbedingt.

Fiona

  • Gast
Re: Meine Zukunft
« Antwort #17 am: 08.03.06, 11:32 »
Ja was hörst du denn trapsen??? Würde zugerne wissen, was das soll?!?!?

Eigene (abgeschlossene) Wohnung ist Bedingung  ::)

Offline Mirjam

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 5406
  • Geschlecht: Weiblich
  • Change happens!
Re: Meine Zukunft
« Antwort #18 am: 08.03.06, 12:55 »
Hallo

ich denke auch wie Lena, dass erstmal "Entspannung" angesagt ist: Anhören, was die zukünftigen SE möchten?

Es besteht ja kein Druckmittel und Anhören heißt ja noch lange nicht unterschreiben und hier wurde ja im Forum an anderer Stelle auch darüber geschrieben, wenn die (zukünftigen) Frauen nicht mit in (vertragliche) Betriebsregelungen einbezogen wurden.

Hier kann es um vieles gehen - evtl. auch steuerliche Betriebs/Wohnungsregelungen, dass z.B. ein Anbau aus steuerlichen Gründen aus dem Betriebsvermögen hinein oder hinausgenommen wird (das ist echt kompliziert in der LW!). Also erstmal anhören, entspannen und evtl.selbst getrennt beraten lassen  ;).

Was das sparen und investieren betrifft könnt ihr vielleicht gemeinschaftliche Regelungen finden, weil dir klar sein muss, dass jeden Euro, den du festeingebaut z.B. ins Haus (wie Küche oder Bad) steckst - bei einer Trennung eben zum Haus gehören und ohne dass dir z.b. durch Ehe/Hofübergabe etwas am/vom Hof gehört - kann man es nicht wieder mitnehmen.

Solange eben das zwischen dir und deinem Partner UND deinen SE nicht rechtlich geklärt ist würde ich eben dein Geld nur in bewegliches Mobiliar oder gemeinsames Auto oder Bausparer der dann nach Heirat in den Betrieb/Hof fliest usw. investieren.

Fiona, ich finde es gut, wie du selbst bei deinen Erwartungen/Wünschen anfängst und dich von den Einflüssen deiner Mutter genauso distanzierst wie hier mal Reflektion zu suchen.

Momentan seid ihr in einer "Kennenlernphase" - von den nächsten klar getrennten Schritten und Grenzen wird es abhängen, wie gut du, ihr, alle mit deiner Integration dort Hof klarkommt - und ich wünsche dir alles Gute!

Nicht vergessen: Ein Zoff, ein Konflikt, eine Diskussion mit verschiedenen Meinungen oder Auseinandersetzung ist manchmal nicht umgänglich - und schafft Raum neue Wege zu gehen - eine Sackgasse ist, sich vor offenen und klaren Worten oder auch dem Anhören der Meinung des anderen zu "drücken"  :)

lieben Gruß
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Offline Mirjam

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 5406
  • Geschlecht: Weiblich
  • Change happens!
Re: Meine Zukunft
« Antwort #19 am: 08.03.06, 13:08 »
@ mirjam du warst 1 minute schneller ...

...mindestens, bin ja schließlich eine Frau ;D

McMichi, ich denke, es gäbe für einen möglichen Unfall-Fall (z.B. Herzinfakt, Auto/Betriebsunfall) auch JETZT schon für die Eltern  ALLE ELTERN ne Menge zu regeln in einem Testament..

Was mir nicht aus dem Sinn geht ist auch die Oma dort am Hof und etwaige Erwartungshaltungen/Pflege/-unterstützung/-mithilfe/Wohnrecht usw...?

Fiona, mach dir bitte hierzu in einer ruhigen auch ein paar Gedanken MIT deinem Freund, bevor man dann drauf angesprochen wird und vielleicht spontan/ungünstig reagiert.

lieben Gruß

Mirjam

« Letzte Änderung: 08.03.06, 13:34 von Mirjam »
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Fiona

  • Gast
Re: Meine Zukunft
« Antwort #20 am: 08.03.06, 13:56 »
Ich hab ehrlich gesagt auch nicht vor, irgendwas zu unterschreiben. Jedenfalls jetzt noch nicht!
Ich möchte einfach noch keine größeren Verpflichtungen, was den Hof angeht, tragen.
Klar, wenn seine Eltern mal im Urlaub oder so sind, bin ich da und helf oder kümmere mich um die Oma - aber das wars dann auch.
Wie gesagt, ich selber hab MEINE Verpflichtungen (Pferd, 2 Hunde, meine Arbeit, außerdem geb ich noch Flötenunterricht usw.) die ich nicht vernachlässigen werde!

Wegen den Verträgen nochmal:
Also es wird bestimmt keinen Vertrag zwecks Miete oder so geben. Schließlich wohne ich da noch gar nicht...
Naja ich werde es mal auf mich zukommen lassen.




schweinchen

  • Gast
Re: Meine Zukunft
« Antwort #21 am: 08.03.06, 14:47 »
Hallo, Fiona!

Ich denke auch, daß du mit irgendwelchen Verträgen noch nicht wirklich was zu tun hast. Du bist ja weder verheiratet, noch wohnst du auf dem Hof.
Für mich, an deiner Stelle, wäre es trotzdem wichtig, zu wissen, was deine SM damit gemeint hat. Deshalb würde ich (bevor ich lange rumrätseln würde) doch einfach bei ihr nachfragen. Ich gehe mal davon aus, daß es dich doch sehr beschäftigt, weil du es ja hier im BT mitgeteilt hast. Von daher würde ich doch sagen: drüber reden ist doch nicht so schwer und dann kannst du vielleicht auch wieder beruhigter sein.

Gruß Schweinchen

Offline cara

  • Kreiselstadt
  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 6067
  • Geschlecht: Weiblich
  • Kann ich nicht, heisst will ich nicht.
Re: Meine Zukunft
« Antwort #22 am: 08.03.06, 19:58 »
ich geh einfach mal davon aus, dass die Eltern dich, Fiona, einfach mit in die Sache einbeziehen, die die Zukuznft ihres Sohnes betreffen und das finde ich auch gut so!
was das sein wird, wer weiss, ich würds nicht so schwarz sehen wie unser Berufspessimist michi  ;)
und unterschrieben werden muss ja nicht sofort was....
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy. Let's go exploring!

Fiona

  • Gast
Re: Meine Zukunft
« Antwort #23 am: 09.03.06, 07:24 »
ich geh einfach mal davon aus, dass die Eltern dich, Fiona, einfach mit in die Sache einbeziehen, die die Zukuznft ihres Sohnes betreffen und das finde ich auch gut so!


Ja genau, da hast du wirklich Recht!!!!
Ich würde es auch gut finden. Möchte ja auch wissen, woran ich bin  :D

Offline coni

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 1554
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Meine Zukunft
« Antwort #24 am: 09.03.06, 18:55 »
hallo Fiona
du hast schon jede menge tips bekommen ,der wichtigste denke ich laß dir zeit und bespreche alles in ruhe mit deinem freund,auf die verträge zu kommen ,ich denke sie werden festlegen wollen welche finanzelle und marterile leistungen ihr erbringen müßt dann mußt du auch ganz genau hinschauen wie das mit der pflege im alter und dem wohnrecht und begehungsrecht der einzelen räume ist  uns solange nóch geschwister da sind und noch nicht ausgezahlt sind ,würde ich jede größrere anschaffungdie in den betreib fließt quttiungsmäßig festhalten und ganau klären wer was bekommt und nicht zuletzt einen ehevertrag ins auge zu fassen,sorry das mag vielleicht ein wenig hart klingen aber die zeiten sind vorbei wo eine junge frau ihr leben lang au´f biegen und brechen auf einem hif aushält und für solcche ewaigen fall sollst du dich absichern
ich bin auch angehm über mac michi überrascht das er als man so  klar aussagen macht
michi

Offline Freya

  • Oberbayern
  • Global Moderator
  • *
  • Beiträge: 8269
  • Geschlecht: Weiblich
  • no guts, no glory !
Re: Meine Zukunft
« Antwort #25 am: 10.03.06, 16:55 »
.. und der Partnerin des Landwirts kann es nie schaden, wenn sie ihren eigenen Beruf und Arbeitsstelle hat  ;D :D
Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

liebe Grüße
Freya

Offline cara

  • Kreiselstadt
  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 6067
  • Geschlecht: Weiblich
  • Kann ich nicht, heisst will ich nicht.
Re: Meine Zukunft
« Antwort #26 am: 10.03.06, 17:09 »
ich habe schon viele höfe gesehen und menschen dort kennengelernt, man könnte ein buch schreiben, am besten noch einen film ... deswegen sag ich nur vorsicht.

hast du da nicht auch wenigstens einmal was positives erlebt?? Oder verdrängst du das dann einfach?
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy. Let's go exploring!

Offline mary

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 10656
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Meine Zukunft
« Antwort #27 am: 11.03.06, 08:37 »
Hallo Michi,
woher weißt du, dass es nur bei 2o oder höchstens 1o Prozent der Betriebe passt?
Sagen dir das die Betriebsleiter oder Ehefrauen oder woher beziehst du diese Informationen- um diese Feststellung treffen zu können?
Herzliche Grüsse
maria

Offline Trudi

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 464
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Meine Zukunft
« Antwort #28 am: 11.03.06, 10:57 »
Hallo Mac Michi,
Nein, das darf doch nicht wahr sein,das es bei euch in Deutschlandin nurbei 20 oder aber
nur in 10Prozent passt.

ich lese doch auch manchmal deutsche landw.Zeitshriften.Da habe ich nicht das Gefühl,dass es so schlimm ist.
Trudi.

Offline Jacqueline

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 380
  • Geschlecht: Weiblich
  • Bäuerin, Jahrgang 1964, Mutter von 5 Kinder
Re: Meine Zukunft
« Antwort #29 am: 11.03.06, 12:23 »
Liebe Fiona

Es würde mich freuen, wenn Du uns erzählten könntest, wie die Diskussion verliefen und was heraus gekommen ist.

Da Du ja eine Menge Tipps und Ratschläge erhalten hast, was ist das Resultat? Wir was das Diskussionsklima? Was entstand positives daraus? Wie weiter jetzt?
Was sind für konkrete Zukunftsperspektiven und Wünsche entstanden.

Liebe Grüsse aus der Schweiz und mit bestem Dank für Deine Mühe.
Jacqueline "Wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen,
wird der Erfolg all unsere Erwartungen übertreffen..."
Henry David Thoreau