Autor Thema: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -  (Gelesen 159573 mal)

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Offline FreyaTopic starter

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Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« am: 31.05.04, 23:18 »
Hallo,

nachdem die erste Box schon längst überfüllt ist und selbst ich heute nicht mehr gefunden habe, was ich nachschauen wollte ....... müssen wir mal einen 2. Teil eröffnen  :D :D

Also hier geht's weiter mit Euren Erfahrungen und Berichten und natürlich vielen Fragen und Vorschlägen zur natürlichen Behandlung unserer Tiere  :D :D
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liebe Grüße
Freya

Offline mary

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Re:Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #1 am: 01.06.04, 05:41 »
Ich habe vor einer Weile einen Tierarzt kennengelernt, der seinen Bauern rät, einen kleinen Teil des Ackers für eine Kräuterecke zu nutzen, sie anzubauen und als Heu an die Tiere zu verfüttern.
Am Anfang wurde er von vielen belächelt, aber die Bauern, die das anwenden sind sehr angetan. In unserem Betrieb hat die Homöopathie einen hohen Stellenwert, aber inzwischen zieht es mich immer mehr zu Kräutern, die oft unbeachtet oder bekämpft werden.
Hab jetzt schon einige Brennessel als Heu gerettet, unsere Hühner und Rüsselviecher sind ganz wild drauf,
und viele andere Kräuter möchte ich noch als Tee verwenden, harmlose habe ich schon seit Jahren in Alkohol angesetzt. Ein sehr gutes Mittel zur Vorbeuge gegen Grippe ist blühender Holunder in guten Kornschnaps anzusetzen, hilft uns selbst aber auch den Kälbern.
Es ist schade, dass die Kräuterheilkunde so in vergessenheit geriet, jahrtausende lang begleiteten uns die Kräuter.
Mein Kräutergarten wird jedes Jahr grösser, und inzwischen nicht nur zur Zierde, sondern auch wirklich zum Nutzen gebraucht. Pfefferminze, Fenchel, Kamille, Kümmeltee als Hilfe bei den verschiedenen Durchfallerkrankungen,  Thymian, Spitzwegerich bei Husten, und fermentierte Brennessel mit Knoblauch als Pflanzenstärkungsmittel den Kälbern in die Milch gegeben, die schauen ganz schnell um vieles munterer aus der Wäsche.
Das Harz der Bäume gibt eine sehr gute Heilsalbe gegen Nabelentzündung, Schweinefett mit Ringelblumen hilft gegen manche Euterentzündung.
Ob ich mit meinen Heilkräutern mich noch im Rahmen des Gesetzes bewege oder mich bereits strafbar mache, das weiß ich nicht, aber der Umgang mit Kräutern scheint schon seit jeher gefährlich, ich bin gerade bei ein paar Lebensgeschichten von Frauen, die wegen ihres Kräuterwissens als Hexen verbrannt wurden.
Ich suche alte Rezepte und Hausmittel gegen Erkrankungen der Tiere, bisher habe ich schon einiges zusammengetragen, gibts noch jemand, der sich auch dafür interessiert.
herzl.Grüsse
maria

mesmamella

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Re:Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #2 am: 21.08.04, 14:28 »
Hallo Maria,
bin grad auf deinen Text gestoßen. Da paß mal auf , daß Du bei der nächsten Hexenverbrennung nicht dabei bist. Lach.....
Mein Ehegemahl hat auch in der Anfangszeit meines Homöopathischen Interesses solche Sprüche losgelassen. Heute sagt er nichts mehr.
Dein Bericht über die Kräuter klingt interessant. Könntest Du da ab und zu mal was verlauten lassen?
Ich mach bis jetzt auch nur mit Globulis.

Offline Heidi.S

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #3 am: 24.10.04, 10:49 »
Hallöchen,
hab mir diese Woche mal den Katalog der Firma Ziegler für Homöopathika, zugelassen für die Tiermedizin,schicken lassen. Da stehen für mich ein paar ganz interessante Präperate drin. Hat jemand von euch schon Erfahrung damit? Preise stehen auch keine drin und Versand ist meist im Karton mit mind 6 Fl.Weiß jemand von euch ob man die auch einzeln beziehen kann und was sie kosten? Vieleicht gibt es auch eine Internetapotheke die sie verschickt?Hab mit meiner Suchmaschine nur was von Ungarn gefunden, ist mir doch etwas zu weit.
LG Heidi
Liebe Grüße Heidi

Sindy

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #4 am: 24.10.04, 11:35 »
Hallo Heidi

Ich habe vor kurzem Tarantula N logoplex gebraucht  die ich mir dann in der Apotheke
bestellen wollte aber bei  5 oder 6€ Porto hab ichs dann gelassen.
Es gibt von der Firma Ziegler auch eine informative Internetseite.
www.ziegler-tierarznei.de. Da findest Du sicher einiges was Dich interessiert.

Offline Heidi.S

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #5 am: 24.10.04, 20:31 »
Hallo Sindy
die Seite im Internet kenn ich schon.Der Katalog ist noch ausführlicher. Nur darin steht eben das sie nur Kartonweise zu 6 Flaschen versenden. War das Porto der Apotheke denn für eine Flasche oder für 6, und was war der Preis für das Medikament?
Liebe Grüße Heidi

Lindi

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #6 am: 28.10.04, 20:44 »
Hallo, mein Name ist Lindi und ich beschäftige mich seit ca. 1,5 Jahren mit der Homöopathie bei Rindern. Hauptsächlich Kälber.
Jetzt habe ich ein Problem. Vielleicht kann mir ja von euch jemand helfen.
Wir haben im Stall ein Rind mit Sonnenbrand. Als es im Spätherbst noch auf der Weide war, wurde es immer schlechter mit ihm. Wir haben ihn dann reingeholt. Jetzt hat der sich ganz gut erholt.
Das Problem: Das ganze weiße Fell löst sich von der Haut. Mit dem schwarzen Fell ist nichts los. An den Beinen, auf dem Rücken, am Hals,
überall löst sich das Fell. Sieht nicht schön aus. Weiß jemand Rat, wie ich dem armen Tier helfen kann? Manchmal liegen ganze Hautfetzen im Stall.
Ich freue mich auf viele Antworten.
Bis dann
Lindi

Offline FreyaTopic starter

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #7 am: 29.10.04, 00:46 »
Hallo Lindi,

ohne Dich für unfähig zu halten, kann ich nicht glauben, daß die Ursache Sonnebrand sein soll ???

Wann hatte denn das Rind den Sonnenbrand ??? Was sagt denn dein Tierarzt zu solch großflächigem Haarausfall und nur an den hellen Stellen des Fells`???

Ich gebe bei Sonnebrand (heiß, rot, feucht) Belladonna und Cantharis bei Blasen.

Haarausfall habe ich schon erfolgreich behandelt mit Pel talpae. Aber ich würde eher auf eine Hautkrankheit tippen und es zunächst mit Sulfur versuchen ... ?

Berichte mal, wie es weitergeht ???  :D ;)
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liebe Grüße
Freya

Offline PeacefulHeidi

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #8 am: 29.10.04, 15:51 »
Freya meistens geht dieser Art Sonnenbrand ein Leberschaden voraus.

Wir haben zur Zeit auch eine HF-Dame die diesen Sommer einen Sonnenbrand hatte. Die TA betiteln es so. Sie verlieren meist das komplette weiße Fell, es kommt auch nicht wieder und die Haut ist vernarbt, hat Eiterbeulen die einfach nicht heilen wollen.

Offline PeacefulHeidi

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #9 am: 02.11.04, 18:53 »
Ich hab ein aufgeblähtes Kalb (7 Wochen alt). Der TA war heute morgen da und hat Gas abgelassen (Schlauch in den Hals). Heute Abend war er wieder ganz dick, haben wir das Gas wieder selbst abgelassen. Der TA vermutet, daß er sich mit KF + Mais überfressen hat. Er ist jetzt in Einzelhaft bei Heu und Wasser. ;D

Ich habe ihm jetzt Nux Vomica gegeben.

Was mir nur jetzt einfällt zu diesem Tier. Es ist von Anfang an ängstlich, ein ungerne Fresser (nörgelt an allem rum, säuft schlecht, frisst kaum Heu, kommt überhaupt nicht her wenn ich KF und Mais vorlege usw.), sehr misstrauisch und steht immer mit eingeklemmten Schwanz da als wenn er Angst hätte.

Kann ich dem außer Nux Vomica noch etwas geben?

Sindy

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #10 am: 02.11.04, 19:14 »
Hallo peacefulHeidi,
das hatten wir auch schon, allerdings hatte das Kalb vorher eine Lungenentzündung.
Wir bekamen auch vom Tierarzt einen Schlauch den wir jede Mahlzeit über die Nase einführen mussten um die Luft abzulassen. Weil dies keinen Erfolg hatte ,setzte er dem Kalb einen  Trocar den er einnähte und für 3 Wochen im Bauch liess. Diese Methode funktionierte sehr gut und danach hatten sich die Blähungen völlig gelegt. Hoffe das Euer Kalb auch wieder auf die Beine kommt.
Zur Homöopathie würden mir die Mittel Opium und Colocynthis noch einfallen.

                                                   
                                         LG   Sindy

evareiterer

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #11 am: 03.11.04, 23:25 »
Hallo,
bin im Gegensatz zu euch ein blutiger Anfänger - genauergesagt, bin ich eigentlich erst durch den bt zur Homöopathie gekommen. Nun, ich habe den ersten Teil der Diskussion ausgedruckt (86 Seiten!) und duchgewälzt, wie empfohlen den Tiefenthaler bestellt und mir meine ersten Globuli in der Apotheke besorgt. Nun mache ich bei zwei Damen im Stall Geburtsvorbereitung. Nun aber eine praktische Frage: da sie meine Globuli freiwillig nicht von der Hand genommen haben, gebe ich sie auf ein Stück Brot, daß sie aus der Hand nehmen - ist das ganz schlecht, hat jemand andere Tipps oder kann ich es für den Anfang so belassen?

Liebe Grüße Eva

Offline FreyaTopic starter

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #12 am: 04.11.04, 00:03 »
Hallo Eva,

das ist für alle immer das größere Problem - wie kriege ich die Globuli in die Kuh - ???

Zur Geburtsvorbereitung z.B. mache ich mir eine kleine saubere Sprühflasche mit 20 Globuli Pulsatilla MK und 20 Arnika C-1000.  Dazu 100 ml Wasser und einen Spritzer Schnaps zur Haltbakeit. Das sprühe ich den zukünftigen Kälberkühen auf die Nase oder auf die Scheide, an welchem Ende ich mich grade befinde (Anbindehaltung). Bei der Geburt selbst, wenn sie liegen, kann ich ältere Kühe oft anfassen am Kopf. Das mache ich aber von seitlich hinten, weil meine Kühe Hörner haben. Lippe hoch und rein damit an der Seiite, am besten die Globuli in eine Oplate eingeklappt. Gebe auch manchmal Globuli in einem kleinen Becher mit Soja oder Milchaustauscherpulver auf das Futter. Globuli bei Einzelbehandlung kann man auch in der Scheide der Kuh ablegen. Es braucht etwas Ruhe, Gummihandschuhe, ein Schnapsglas mit dem frau die Globuli in die Scheide "reinkippen" kann. Es gibt auch Anwenderinnen, die legen die Globuli der Kuh in die Nasenlöcher.
Man kann sie auch auf der Haut einreiben. Aber am besten wirken sie wohl auf der Schleimhaut.
Wenn Deine Kühe Dir ein Stück Brot aus der Hand fressen ist das ja ideal  :o :o .. muß ich mal ausprobieren.  ;)

Mittlerweile habe ich ca. 20 Sprühflaschen, auf die ich geschrieben habe, welche Mischungen drin sind.
Bei Mischungen muß man ja aufpassen, daß die Mittel sich auch vertragen. Habe auch festgestellt, daß Kälber, die es schon gewohnt waren, Globuli ins Maul zu bekommen, sich das auch als Kühe lieber gefallen lassen. Also wenn Du 2 Jahre wartest, wird es einfacher  :D ;)

Trotzdem habe ich auch schon mal eine Kuh, die nicht nicht gut behandeln kann weil sie sich weder vorn noch hinten anfassen läßt. Da gebe ich die Globuli in eine leere, saubere Spritze, ziehe auf mit NaCi Lösung (Kochsalzlösung zu Infusionszwecken) und injiziere diese Mischung der Kuh subkutan (unter die Haut). Ich kann mich aber nicht tagelang rumärgern mit einer Kuh, die sich nicht behandeln läßt. Das kommt vor, die muß dann der TA anschauen.... oder es hilft das Typenmittel in hoher Potenz. Das waren aber eindeutig meine größten Anfangsschwierigkeiten....  :-\

Man könnte sich auch Pipettenfläschchen in der Apotheke holen und in denen eine Globuli-Wasserlösung ansetzen. Mit der Pipette dann der Kuh auf die Nase träufeln...

Die Sprühflaschen habe ich online bei der Fa. Schaette bestellt. Sie sind klein und doch groß genug und sprühen sehr zuverlässig. Das ist aber auch das Einzige, was ich von Schaette empfehlen kann  :-\

Viel Spaß und Geduld beim Ausprobieren :)   bin gespannt, ob noch jemand seine Tricks verrät  :D ;)
Es kommt aber auch immer drauf an, wieviele Kühe frau behandelt. Durch die homöopatischen Augen sieht frau nämlich auf einmal alles viel deutlicher ....  ;)
Wer heilt, hat Recht.
Hippokrates

liebe Grüße
Freya

Offline PeacefulHeidi

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #13 am: 04.11.04, 17:19 »
Ich geb die Globuli in eine Einwegspritze ohne Nadel und ziehe 1 ml kaltes Leitungswasser auf. Dann lass ich sie ca. 15 bis 30 Min. liegen bis die Globuli aufgelöst sind und dann verabreiche ich sie. Entweder in die Backentasche, ins Nasenloch oder in die Scheide. Je nach Tier und wie ich rankomme. Bis jetzt klappt es mit der Backentasche noch am besten. ;)

Hab ich so von einer THP gelernt. Sie empfahl auch die Globuli nicht anzufassen und nach Möglichkeit nicht mit Metall in Berührung kommen lassen. Da die Globuli aus Milchzucker bestehen und der Wirkstoff nur außen aufgesprüht wurde....... ???

evareiterer

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Re: Naturheilverfahren im Stall - 2. Teil -
« Antwort #14 am: 05.11.04, 20:27 »
Hallo Freya, hallo Heidi,

also ist das mit dem Brot nicht falsch, wie ich es verstanden habe. Freya probiers - die Kühe werden ganz gierig nach Brot. Nach der dritten Mahlzeit brauchte ich sie nur mehr mit den Namen anreden, und schon standen sie parat, mittlerweile drehen sie sich schon um, wenn ich nur hinter ihnen rede. Aufs Brot bin ich gekommen, als mir eine Nachbarin erzählte, daß sie eben ihren Kühen das ganze alte Brot verfüttere, und sie so gierig darauf sind, daß wenn sie ausbrechen von der Weide sie nur mit einem Stück Brot kommen muß und sie marschieren mit. Ich gebe jetzt Pulsatilla D6 (eine andere Potenz konnte ich noch nicht bekommen - habe sie aber bestellt) und Caullophylum, beide Damen sind schon einige Tage über ihren Termin, haben bereits schön Euter gemacht und sind auch schon schön "eingebrochen" (weiß nicht, wie man das in der Fachsprache nennt), also wird es nicht mehr allzulange dauern. Obwohl wir normal ganz, ganz selten Probleme bei Geburten haben, hoffen wir natürlich daß alles gut geht.

Danke erst mal für eure Antworten und ich werde sicher am Thema dran bleiben und euch wiedereinmal um Rat bitten.

Ganz liebe Grüße Eva