Autor Thema: Nachhaltiger Betrieb?  (Gelesen 1502 mal)

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Offline MirjamTopic starter

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Nachhaltiger Betrieb?
« am: 16.08.06, 12:22 »
Hallo,

kürzlich fiel mir eine Checkliste aus der Ausbildung von jungen Landwirten/innen in die Hände in dem es um Nachhaltigkeit ging.

Nein, diesmal nicht im Sinne ökologische Nachhaltigkeit an was man in dem Zusammenhang sofort denkt - sondern (auch davon betroffen) - die Nachhaltigkeit des eigenen Betriebes an sich.

Dabei ging es weniger/auch um "harte Dinge" wie notwendige und anstehende Investitionen in Privatgebäude, Stall oder Maschinen oder den Zustand/Lage/Struktur der Felder - aber auch um mitarbeitende Familienangehörige, Partner/-in und auch Kinder ergo Nach-Folger damit der Betrieb auch "danach" noch bewirtschaftet wird oder werden kann.

Und den Zusammehang - das noch so ein guter Stall jemanden braucht der in diesem arbeitet. Und auch ein noch so motivierter Betriebsübernehmer Probleme hat, wenn er beim Start in Haus, Stall und Maschinen gleichzeitig investieren müsste um nach seinen Eltern dort weiterarbeiten zu können oder Felder hat, die dringend einer Regeneration bedürfen, was nicht von heute auf morgen von statten geht.

Wie seht ihr die Nachhaltigkeit eures Betriebes in den verschiedenen Bereichen? Wieviel müßt ihr vielleicht auch an historischen Gebäuden und Einrichtungen wie Wegen in Stand halten - obwohl diese "keinen Deckungsbeitrag" bringen?

Wie schätzt ihr die Nachhaltigkeit eures Betriebes für eure Kinder ein?

Andersherum wie sehen andere/neue Wege in der Nachhaltigkeit aus, wenn der eigene Sohn/Tochter wenn vorhanden, den Betrieb nicht übernehme kann/will  - stehen andere Verwandte oder gar ein Verkauf System Dänemark im Gespräch?

viele Grüsse

Mirjam
« Letzte Änderung: 16.08.06, 12:25 von Mirjam »



Offline Biobauer

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Re: Nachhaltiger Betrieb?
« Antwort #1 am: 16.08.06, 12:42 »
Hallo,
genau das Thema hatten wir letzte woche im familienkreis,ich hab mal  in gemütlicher runde so gefragt,wer von den kids sich den vorstellen könnte,den betrieb weiterzubewirtschaten in ca 10 jahren ,weil dann wlll ich langsam bissl ruhiger machen  .und ,erstaunen war gross,obwohl oft mal gelästert wird über LW,zwei haben sich ganz deutlich dafür ausgesprochen udn die anderen zwei konnten sich das durchaus vorstellen .der grosse hat auch mittlerweile ganz klar die vorteile der LW erkannt,der frägt soweiso in letzetr zeit immmer mehr nach zahlen udn warum wir etwas so machen udn nicht anders.also bin ich von der hofnachfolge her schon mal auf der sicheren seite,wobei es da natülich immer sinnesänderungen ergeben können .
gebäudemässig würde ich sagen ist die nächsten jahre nix zu machen ,wohnhaus gebaut 2001,halle gebaut 2003,stall ist neuwertig ,aebr nur gepachtet,mal abwarten wie das wird.
maschinenbesatz sparsam aber ausreichend,aber absolut neuwertig,kernmaschinen sidn nicht älter als 5 jahre,werden auch getauscht bei mir bevor reparaturen losgehen.
flächenausstattung für bayern sehr gut ,aber fast alles pachtland,wobei ich bei einen grosteil der flächen keinerlei probleme seh mit fortsetzung der pacht,(ausnahmen gibts),wird denke ich keine grossen änderungen geben ,werde eher in den nächsten jahren versuchen das bissl  zu ordnen und zu kleines zurückgeben.
so siehts bei uns zur zeit aus,altenteiler in den sinne hab ich keine,sollte ich in zehn jahren sehn ,das kein interesse des jungvolkes vorhanden ist ,würde ich den betrieb auslaufen lassen und keine ersatzinvestitionen mehr tätigen,meine halle wäre auch anderweitig sehr gut zu vermieten.
servus Herbert

Offline strop

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Re: Nachhaltiger Betrieb?
« Antwort #2 am: 16.08.06, 14:48 »
........toi toi toi, Biobauer, das freut mich für Euch!
Wenn es um Nachhaltigkeit des Betriebes geht müsste ich persönlich doch Abstriche machen.
1. Auf dem Hof sind noch erhebliche "Altlasten" finanzieller Art, Darlehen.
2. Die Gebäude sind alt, einschl. Wohnhaus. Die Ställe stehen schon 35 Jahre, habe ich aber in den vergangenen Jahren ganz gut renoviert.
3. Mitarbeitende Familienmitglieder gibt es hier nicht, meine 3 Mädels besuchen noch die Schule, die älteste Tochter beginnt bald ein Studium, und Mitarbeit war für die drei IMMER undenkbar  :-\.
Allerdings muss ich auch sagen, dass der Betrieb ausreichendes Einkommen erwirtschaftet und ich mich oft maßlos über die zu entrichtenden Steuern aufrege, zumal das Geld dringender im Betrieb erforderlich wäre.
Zur Zeit bauen wir einen "Altenteiler" in Hofnähe, und die jüngste Tochter fragt gelegentlich, ob ich die Arbeit gern tue, fragt auch mal nach Zahlen und denkt darüber nach, möglicherweise nach einer Ausbildung - welcher Art auch immer - in das "alte" Haus zurück zu gehen. Ich habe ihr gesagt, dass sie nicht den Beruf der "Landwirtin" erlernen MUSS, um diesen unseren Hof weiter zu führen, das kann sie auch mit (fast) jedem anderen Beruf. Es kommt ja auch immer auf den möglichen Partner an.
Ich werde wenigstens den Hof mit meinen nun 40 Jahren noch einige Jährchen machen und dann sehen wir weiter.
LG, strop