Bäuerinnentreff

Betriebsperspektiven - die Zukunft, wie soll es weitergehen => Betriebsperspektiven => Pacht und Hofübergabe => Thema gestartet von: Regine am 06.05.02, 21:04

Titel: Hofübergabe
Beitrag von: Regine am 06.05.02, 21:04
Hallo!

Wir kämpfen uns gerade durch die Hofübergabe.
Ausgang ungewiss...
Wie sind eure Erfahrungen dazu?
Wie "kämpft" ihr euch da so durch?

Erzählt mal!
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Freya am 07.05.02, 02:12
Hallo Regine.
ich werde Dir keine große Hilfe sein können, denn
bei uns ging das alles sehr problemlos.
Als erstes haben wir den Steuerberater interviewt, auf was wir achten müssen und im Wesentlichen ist dabei herausgekommen, daß wir einen Teil vom "Holz" nicht übernommen haben und er hat uns seinen Standpunkt erläutert in Bezug auf die Höhe des Austrags.
Damit sind wir dann zu einem Notar gegangen  und der hat ein Pamphlet verfaßt (mit Grundbucheinträgen), daß es mir als "Preiß" vor solchen Sitten und Gebräuchen die Sprache verschlagen hat. Dann wurden wir alle eingeladen, SM, Geschwister meines Mannes und alles wurde vorgelesen und für gut und richtig befunden. Die Geschwister waren schon lange vorher ausbezahlt und von daher gab es keine Probleme. Dann haben wir noch im gleichen Atemzug einen Ehevertrag gemacht, den Güterstand festgelegt und bestimmt, wer für das Kind Vormund werden soll, wenn uns beiden was passiert, wer welche Rechte hat, wenn meinem Mann oder mir was zustößt, wer erbt, wer der Vermögensverwalter ist und ab wann unser Junior das alleinige Verfügungsrecht über das Vermögen, Hof und Flächen haben wird. Nämlich nicht, wenn er 18 wird, sondern erst mit 24.
Es wurde festegelegt, wer von uns beiden bei welchen Geschäften bzw. ab welcher Summe Mitspracherecht hat etc. Das ging sogar bis ins Erbrecht teilweise.
Daß meiner SM eine eigene Wohnung zur Verfügung steht, die so und so aussieht, Verpflegung, Reinigung, Mitbenutzung der Küche und div. anderer Räume, etc. Das Übliche halt, denk ich mal.  ;)
Fazit.... Ich kann mich an dem erarbeiteten Vermögen meines Mannes nicht "bereichern"; es fällt fast alles meinem Sohn zu. Ich hätte aber ein Mitspracherecht, solange er keine 24 Jahre alt ist.
Die Vermögensregelung für mich gilt erst ab dem Tag, an dem wir geheiratet haben, was vorher erwirtschaftet wurde, dazu habe ich nicht beigtragen. Mein "voreheliches" Vermögen bleibt ebenfalls unangetastet. So es vorhanden ist  8)
Der Notar will mit dieser Klausel verhindern, so sagte er, daß die Eltern abgeschoben werden und der 18 - jährige Junior den Hof und alles was dazu gehört, verjubelt    :( ???
Ich bin für mich und meinen Sohn äußerst zufrieden mit dem Übernahmevertrag und bin sogar besser "weggekommen" als ich eigentlich wollte. Ich wollte nämlich von niemandem hören, ich hätte mich "ins gemachte Nest" gesetzt. Das habe ich nicht nötig. Jetzt arbeite ich hier und trage dadurch zum Familieneinkommen bei, da ist das etwas anderes.
Nach dem alle den Vertrag unterschrieben hatten, sind wir mit Notar noch schön zum Essen gegangen. Er sagte uns auch, daß es eine Seltenheit ist, daß alles so glatt abläuft. Der Notar und der Vertrag war teuer wie die Pest *schluck*

Ich drücke Dir die Daumen und wünsche Dir klaren Blick in die nähere und fernere Zunkunft  ;D :D ;D

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: moni am 22.07.02, 22:35
servus...also mein Mann hat jetzt seit 10 Jahren den Hof gepachtet, seit zwei Jahren sind wir verheiratet und haben 2 Kinder. Wir haben den Pachtvertrag nun schon zweimal um ein Jahr verlängert, weil meine SE nicht übergeben wollen.Leider ist unsere Wohnsituation sehr bescheiden, da meine SE mehr Platz brauchen, als unsere 4köpfige Familie. Momentan bin ich fix und fertig, da Ende September der Pachtvertag wieder ausläuft und keiner weis wie es weitergeht.Langsam denken wir, besonders ich natürlich, den Hof aufzugeben und auszuziehen, da unser Verhältnis zu den SE immer katastrophaler wird.
Ist es leichtsinnig. den Hof wegen "so etwas" zu verlassen?
oder sind 10 Jahre Pacht und zwei Jahre intensiv-Überlegungszeit für meine SE genug?
Was soll ich als Frau tun, wenn mein Mann ewig so weitermachen will und ich nicht mehr kann?
für Tips und Ratschläge bin ich euch echt dankbar... :-/
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Freya am 22.07.02, 23:54
Hallo Moni,
das ist sicher eine schwierige Situation.  :( :(
Ist es denn nicht immer schon klar gewesen daß Dein Mann der Hofnachfolger wird ???
Warum gibt es Probleme, daß seine Eltern nicht übergeben wollen ??? Sind sie noch "zu" jung???

Ohne die genauen Umstände zu kennen ist es sehr schwierig, da einen guten Rat zu geben. Aber aus der Entfernung heraus, fände ich es sehr schlimm, wenn Dein Mann (und Du mit den Kindern) sein Elternhaus und "seinen" Hof verlassen müßte. Wenn er es "nur" Dir zuliebe macht, kannst Du Dir das unter Umständen das ganze Leben lang anhören.  :( Wenn ihr bleibt, so wie es jetzt ist, wird er von Dir jedes Jahr aufs neue hören, daß Du endlich wissen willst, wo Du dran bist mit den Kindern.....  Sind denn Geschwister da, die Ansprüche stellen, die Hofnachfolge anzutreten ?

Vielleicht kann man ja auch noch mal ein Ultimatum setzen. (vor dem Notar ???) Noch 1 Jahr Pacht und dann Übergabe. Könnte das vielleicht funktionieren ???

Was Eure Wohnungssituation betrifft, müßt ihr als Hofnachfolger dafür Sorge tragen, daß den "Altenteilern" ein "angemessener Wohnraum mit allem was dazu gehört zur Verfügung steht.

Da könnt ihr Euch überlegen, ob ihr für Euch ein Haus baut oder für die Eltern. Oder wird es nicht darauf hinaus laufen ??? Ich glaube schon...
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: moni am 23.07.02, 21:52
servus...also danke Freya für deine Vorschläge.
Was das Alter betrifft, meine SV ist 77 und meine SM 65, is wohl kaum zu jung. Mein Mann hat noch einen älteren Bruder, der den Hof eigentlich übernehmen sollte, aber aus den gleichen Gründen wie wir - viel zu wenig Platz, ständige Schikane von SM an seine Frau - verzichtete und sich ein Haus baute. Ein ZuHaus wollen meine SE nicht bauen, da sie ihrer Meinung zu alt dazu sind. Getrennte Wohnungen wollen sie auch nicht. Und so lassen wies ist wollen sie auch nicht. Eigentlich ist ihnen jeder Vorschlag nicht recht, obwohl wir ihnen freie Wahl ließen. Ich hoffe, wir finden einen passablen Ausweg, trotzdem vielen Dank für deine Antwort...freu mich auf jede Meinung... ;)
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Manuela_Markert am 23.07.02, 22:17
Hallo Moni,

wir habe im näheren Bekanntenkreis ein Ehepaar mit einem Kind in genau der gleiche Situation wie Du sie beschreibst. Der Sohn hat den Hof schon seit 10 Jahren gepachtet, damit der Vater (75) seine Rente beziehen konnte. Seit ca. 2 Jahren ist der Sohn jetzt verheiratet und seine Frau arbeitet sußerfleißig auf dem Hof mit. Und seit diesem Zeitpunkt gehen die Streiterein auf dem Hof los. Die Jungen möchten den Hof endlich überschrieben bekommen und die Alten weigern sich. Hinzu kommt noch der Bruder der seine Eltern immer aufhetzt, jetzt noch nicht zu überschreiben. Die Frau und der Sohn sind zur Zeit so fertig mit ihren Nerven, das sie jetzt beschlossen haben, den Pachtvertrag( läuft im Dezember aus) nicht mehr zu verlängern. Sie möchten die Schweine die im Stall stehen noch fertig füttern, Getreide das sie jetzt ernten wird schon verkauf und Stroh fahren sie auch keines mehr ein. Seid die beiden den Entschluß gefaßt haben sind sie wieder besser drauf. Der Sohn  hängt zwar sehr an dm Hof, den er hat in den letzten Jahren ja einiges an Schweiß und Geld reingesteckt aber ihm ist seine Familie wichtiger. Ich denke aber im stillen hofft er doch noch auf ein einlenken von seinem Vater, damit das ganze doch noch einen gutes Ende hat.
An Regine: Mir geht es in dieser Beziehung wie Freya, bei uns gab es auch keine Probleme beim überschreiben. Wir waren auch erst beim Steuerberater, dann Notar usw. Wir haben aber auf anraten unseres Steuerberaters noch die Geschwister meines Manns unterschreiben lassen, das sie keine weiteren Ansprüche erheben. Denn laut Gesetz konnen die glaube ich die nächsten 10 Jahre noch kommen und die Hand aufhalten.
Ich habe auch noch Fachliteratur zu dem Thema, wenn du Interesse hast, maile mich doch kurz an.

Liebe Grüße von Manuela
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Margit am 24.07.02, 17:53
Hallo,
wir haben den Hof vor 8 Jahren von unseren SE gepachtet, damit der SV in Rente gehen konnte. Als eine Betriebsvergrösserung anstand,  wollten wir den Hof übernehmen und in  investieren. Aber keine Chance. Daraufhin entschlossen wir uns auf unserem eigenen Land neu zu bauen. 1996 sind wir in den neuen Stall umgezogen. Da die SV die letzten 20 Jahre nichts in den Betrieb investiert haben, mussten auch so nach und nach alle Maschinen ersetzt werden. Die finanzielle Belastung ist dementsprechend hoch.
Da wir im Haus der SM wohnen, ist sie auch nicht bereit auf Pachtzahlungen zu verzichten. So bin ich gezwungen einer Ganztagsarbeit nachzugehen.
Seit wir im eigenen Stall sind, ist der Streit um die Hofübergabe erledigt und meinem Mann und mir geht es trotz Stress und vieler Arbeit besser.
Viele Grüße aus der Pfalt
Margit
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: moni am 05.04.03, 18:58
Muß ich natürlich jetzt sofort loswerden...wir haben die Hofübergabe jetzt endlich geschafft!!! :P ::)
Hat mir zum Schluß ganz schöne Magenbeschwerden verursacht, muß ich ehrlich sagen.
Wir bauen uns jetzt den Speicher noch zusätzlich aus, dann haben wir zwar ein lustiges durcheinander, aber wengistens ausreichend Platz ;)
...bin so froh, daß die Streiterei jetzt vorerst mal ein Ende hat, das kann ich euch sagen...

Liebe Grüße
Moni
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: regi am 05.04.03, 20:29
Hallo Moni

Gratuliere zu eurer Hofübergabe! Ich glaube dir gerne, dass noch einiges lief, bevor es so weit war - und dass du sehr froh bist über den jetzigen Ausgang, nachdem es eine langwierige und schmerzhafte Prozedur war!

Bei uns lief die Hofübergabe gut undin Frieden, deshalb kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Aber man hört und liest (zB. hier) ja so einiges -da kann man nicht genug froh sein, dass es gut gelaufen ist!

Ich wünsche euch viel Glück mit eurem Betrieb und viel Eergie beim Umbau!
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: maggie am 05.04.03, 22:38
liebe moni,
du schreibst - bauen den speicher aus - schönes durcheinander -
dann wird es etwa so sein wie bei uns..

wir wohnten unten - 3 kleinere zi - küche - super kleines bad - badewanne daneben lavabo  - fertig - mauern drumherum in der waschküche - mit 4 kindern noch so..

se im ersten stock - die selbe aufteilung....

dann haben wir den estrich ausgebaut - 3 zimmer und die eine ecke unter der dachschräge haben wir dann noch für die tochter in ein zi umfunktioniert -

wohnbereich - ganz unten -
treppe hinauf - durch se wohnung -
treppe hinauf - unsere schlafzimmer mit einem zusätzlichen wc und lavabo -
das war jahrelang unsere wohnsituation

und so lange die kinder noch kleiner waren - schliefen wir auch oben - hörten sonst ja nichts....

und jetzt sind wir noch zu 4 im haus und haben platz... wir verirren uns manchmal fast..

doch wir haben jetzt zum glück unser stöckli gekauft - betrieb des nachbarn - gibt dann zwar mal sehr viel umbauarbeiten - 50 jahre alt - und nichts ausser einer neuen spühle, kombiherd (holz-glaskeramik) und neu dusche in der waschküche...

da werde ich ganz sicher nicht einziehen ohne grosse änderungen - und wenn wir die *villa* abreissen müssen und ein kleineres haus hinstellen -

wir haben uns schon hie und da mit so vorgefertigten häusern befasst - wären vielleicht billiger als ein umbau..

doch im moment ist das noch nicht aktuell - der nachbar wohnt noch drin - wie lange ?? weiss niemand - alzheimer - ziemlich verschlechtert im letzten halben jahr -
und nachher hoffen wir, dass wir es noch etwas vermieten können - na ja - auch nicht immer die beste lösung....
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Beate Mahr am 05.05.03, 12:11
Hallo

ich hab noch eine Frage ...

Steuer :(:(:(
Ich als Kind müsste  Erbschaftssteuer zahlen ???
Steuerklasse 1
Da gibt es doch auch einen Freibetrag ... 40000 € ??? glaub ich

Und wie hoch ist die Schenkungssteuer ???
und der Freibetrag hier ???

Bin ich durch eine Schenkung ** abgegolten **
Ja ... kommt darauf an wie es geschrieben wird  ... richtig ??

Wäre es ** geschickt ** die Grundstücke gleich auf die Enkel zu übertragen ?
und mit einem Nießbrauch zu belegen ?

Ach so viele Fragen ... ich weiß ...
aber selbst beim googln finde ich nicht das richtige :(:(

Liebe  Grüße
Beate
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Cashy am 05.05.03, 17:26
Die ERbschafts und Schenkungssteuer müßte gleich sein, hab ich zumindest vor ein paar Monaten gelesen, müßte aber auch erst wieder die Quelle suchen...soll ich?
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Beate Mahr am 05.05.03, 18:17
BITTE - - - JA


Danke

Beate
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: annama am 05.05.03, 20:37
Hallo Beate ,

Du bekommst Auskunft über die Erbschaftssteuer bei
einem Notar.
einer Bank ,dort gibts auch eine Broschüre übers Erben und Vererben
beim Bauernverband.
Soweit ich informiert bin hat jedes Kind einen Steuerfreibetrag von 205000.00€

Erkundige dich bitte genau b.o.a.Adressen
Hoffe das ich  dir weiter helfen konnte.
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Cashy am 06.05.03, 17:41
Hallo Beate, hier die Links:

www.internetratgeber-recht.de/Erbrecht/frameset.htm

www.kanzlei.de/erbst97.htm

Wenn Du noch mehr Infos brauchst gib einfach bei der Suchmaschine Deines Vertrauens die Suchbegriffe
"Erbschaftssteuer Schenkungssteuer" ein.
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Mathilde am 26.05.03, 10:33
Hallo,
mein M hat nach unserer Heirat den Hof überschrieben bekommen. Da war SV die treibende Kraft und dafür bin ich Ihm wirklich dankbar :).

In unserem Bekanntenkreis hat das ganze aber für die Altenteiler leider nicht so gut geklappt.
Die haben 2 Söhne einer hat Agrarwissenschaften studiert der andere Landwirt gelernt.
Der Hof wurde nach der Heirat des "Landwirts" an diesen übergeben. Am Anfang lief auch angeblich alles gut. Nach der Geburt des 1. Kindes lief aber einiges schief. Mittlerweile lebt "Landwirt"  in der Stadt  hat anderen Beruf, Hof mit Flächen verkauft und die Eltern leben nur noch wegen dem Wohnrecht im Haus des Hofes.  :\'(
So etwas empfinde ich als schrecklich der Vater war nämlich Bauer mit Leib und Seele. Die Kuhherde hatte schon 1979 Stalldurchschnitt über 8000 l.
Komme da schon ins grübeln wenn man so beide Seiten betrachtet.  Da steckt man als Betriebsleiter schon im Dilemma. Kommt mir jetzt bloß nicht mit Kindererziehung!

LG
Mathilde
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Beate Mahr am 12.06.03, 10:03
Hallo

meine Eltern übergeben heute am meinen Bruder :(:(:(

Ich bin so was von SAUER ...
ich versteh die Welt nicht mehr ...
wie sich meine Eltern so ausziehen lassen ...
wo doch eh schon Psychoterror herscht ...

Der Vertrag sieht so aus

Meinen Bruder erhält  +++

Wohnhaus -  lebendes und totes Inventar -
Milchquote - Grundstücke - Hypotheken (vom Stallbau )


Meinen Eltern bleibt  +++

Wohnrecht - Verpflegung - häusliche Pflege ohne fremde Hilfe - 250 € Taschengeld :(

Ich bekomme  +++

Ein Häuschen ( Bauj. 1900 ), das sich meine Eltern von Mund abgespart haben.

Was mich so in Rage bringt ...
Die Mieteinnahmen waren dazu gedacht,
die Rente ein bißchen aufzubessern ...
durch die Schenkung an mich fallen die ja nun weg :(

und dass mein Bruder als Übernehmer keinen Ausgleich an mich leisten braucht.

Das kann doch wohl nicht richtig sein ... oder doch ???

Ich gehe davon aus, dass meine Eltern mit ihrem Privatvermögen
tun und lassen können was sie wollen ...
aber mein Bruder an mich einen Ausgleich für den Betrieb zahlen sollte - muß - ???

Er sag < ich schränke mich für *die* nicht ein ... >
er schämt sich aber auch nicht, meinen Eltern ein so geringes TS zu zahlen ...
wo er das TS doch als Betriebskosten absetzen kann ...
er könnte doch z.B. meinen Eltern ein viel höheres TS zahlen
- sie könnten * ansparen * - um es dann am mich zu vererben ...

Nicht , dass ihr jetzt denke - Raffzahn - das bin ich bestimmt nicht ...
obwohl ... wenn ich mir vorstelle wie hoch mein ges. Pflichteil ist ...
und ich jetzt etwa 10 % vom dem bekomme, was allein
ein Verkauf der Grundsrücke bringen würde  ...
bin ich mehr als benachteiligt  - - - sehe ich zumindest so ...
mein Steuerberater übrigens auch :(:(:(

Seit etwa einem Jahr setzt mein Bruder und seine Frau (Familie)
meine Eltern massiv unter Druck - Psychoterror eben ...
dass meine Eltern mit den Nerven runter sind ... ist auch klar ...
aber, dass sie sich jetzt so * ausziehen * lassen , nur dass Ruhe ist - - -
verstehe ich nicht :(
meine Eltern haben schon so viele schlechte Erfahrungen
mit meinem Bruder gemacht ... allein schon , dass er das
Verhalten seiner Frau meinen Eltern gegenüber duldet :(

Ich gehe strak davon aus, dass wenn übergeben ist wird das noch schlimmer ...
und genau da sind  wir dann bei dem Punkt wo ich sage ...
was machen meine Eltern, wenn sie den Terror nicht mehr aushalten ? ? ?
wo wollen sie hin ? ? ?
Meine Mutter sagt < sie können uns nicht aus dem Haus werfen ... >
ich sage < Papier ist geduldig ... > gerade weil ich meinen Bruder kenne :(:(:(

Es gibt noch nicht mal eine Klausell , wodurch meinem
Bruder die Hände gebunden sind etwas zu verkaufen ...
Sie haben keinen Niesbrauch o.ä.

Was ich noch nicht witzig finde ...
es wird mir der freie Zutritt zum Wohnbereich meiner Eltern nicht zugesichert ...
ich muß wenn ich zu meinen Eltern möchte ...
durch den Hausflur meines Bruders ...
Was ist ??? wenn er mich nicht rein läßt - - -  und meinen Eltern sagt
< DIE schaut nicht nach euch ... kümmert sich nicht ... >
Ich könnte meine Eltern noch nicht mal anrufen ...
weil sie keinen eigenen Anschluß haben ...

Eines möchte ich auch mal ganz klar sagen ...
Die Beratung beim Bauernverband ist sehr einseitig :(:(
geht immer in die Richtung der Übernehmer ...
die beraten dort so, dass die weichenden Erben immer hinten runter fallen ...
also wenn die Beratung jemand macht der selbst au der LW kommt :(

Das was ich in schlauen Büchern ( Danke Mirjam ) gelesen hab ...
juckt die dort überhaupt nicht ...

Auch wenn meine Eltern heute den Hof übergeben ...
ich unterschreibe meinen Schenkungsvertrag nicht

Ich wollte meine Eltern zwingen eine ** unabhänige **
Beratung zu machen ... um ihnen eine ~~ andere ~~ Sicht zuvermitteln ...
machen Sie nicht :(:(:(

Ich habe diese Tage einen Beratungstermin - - -
vielleicht kann ich ja für meine Eltern noch etwas tun !!!
denn mit meiner Unterschrift soll ich ja gleichzeitig auf
weitere Forderungen an meinen Bruder verzichten ...
so lange ich nicht verzichte, steht mir immer noch mein Pflichteil zu ...
mal sehen wie weit ich damit komme ...

Außerdem ...
bin ich nicht nur weichender Erbe ... ich bin auch mit einem LW verheiratet ...
mein GöGa hat auch Schwestern die erben wollen ...
nur bei uns - ihm - ist die Sachlage etwas anders ...........
Bei meinem Mann hat ja keine Übergabe stattgefunden ...
auf Grund eines Streites wegen dem Erbe mit meinen SE :(:(:(
Weil er sich auf die geforderten Altenteilsleistungen in Höhe von damals 5000 DM / Monat nicht eingelassen hat ...
haben meine SE den Hof verkauft !!!!!!!!!!

Ich hab ja schon mal geschrieben, dass dieser Streit beendet ist ...
es heute richtig gut läuft ...

Dennoch wissen wir was am Tag X auf uns zukommt ...
wir haben einen Sparvertrag über die Summe die meine Schw. bekommen sollen ...
als Ausgleich dafür, dass mein Mann die Grundstücke und die Gerätehalle bekommt.
Mein Mann muß also seine Schwestern ausgleichen ...
was meine SE mit ihrem Privatvermögen - Hausrat ...
machen ist deren Sache ...

Und ich denke mal so ist es richtig ...

Entschuldigt bitte den Roman ... und die wirren Gedanken ...

Liebe Grüße
Beate
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 12.06.03, 10:51


Hallo Beate,

der Übergabevertrag ist noch 3 Jahre angreifbar - auch wenn es sich Deine Eltern noch mal überlegen.

Zur Hofübergabe müssen die Geschwister nicht einmal mit einbezogen werden. Ein "Zugangsrecht" für weichende Erben - davon hab ich noch nie etwas gehört bzw. erlebt das so etwas eingetragen wird, sorry, eher was los sein kann, wenn die Schwägerin ständig im Haus ein und aus geht.

Meine Frage ist: Ist der Hof so ertrag/REICH, dass er ohne Probleme die weichenden Altenteiler, die Familie Deines Bruders ernähren und Dich auszahlen kann?

Sicher kann er das Taschengeld als Betriebskosten absetzten, bleiben aber immer Kosten und die Banken haben für Kredite bereits feste Tabellen wo Altenteilerleistungen erheblich die bereits eh schon niedrige Kreditwürdigkeit herabsetzen.

Deine Logik mit dem Taschengeld, dass dann die Eltern an Dich abtreten sollen kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Meine Geschwister und ich haben letztes Jahr die Hofübergabe geschlossen und ohne einen Mucks unterschrieben; ohne Ansprüche, Auszahlungen usw.

Meine Familie hat jedem eine gute Ausbildung finanziert und meinem Bruder bleibt neben dem Betrieb, den Altschulden ja auch die Fürsorge meiner Eltern. Das ist unserer Meinung genug Last und wir sind froh uns so gut zu verstehen, dass wir uns regelmäßig daheim treffen.

Dennoch Dir alles Gute

Mirjam

Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Beate Mahr am 12.06.03, 11:40
Hallo Mirjam


Du schreibst ***"Zugangsrecht" für weichende Erben - davon hab ich noch nie etwas gehört bzw. erlebt das so etwas eingetragen wird, sorry, eher was los sein kann, wenn die Schwägerin ständig im Haus ein und aus geht.***

Ich will ja nicht in die Wohnung meines Bruders !!!
muß aber dessen Flur ( ca. 3 m ) benutzen um in den Flur meiner Eltern zu kommen  :(
und ER hat mich schon mal nicht rein gelassen !!!

und weiter ***  Ist der Hof so ertrag/REICH, dass er ohne Probleme die weichenden Altenteiler, die Familie Deines Bruders ernähren und Dich auszahlen kann? ***

Denke schon !!!!!!!!
denn mein Bruder wurde jahrelang von unseren Erltern
in ehrheblichem Umfang ** unterhalten **
Da war sein Anspruch in €  ein ganz anderer als den , den er jetzt seinen Eltern  zugesteht ...

Wie heißt es so schön
Eltern können X Kinder ernähren -
aber X Kinder die Eltern nicht


Außerdem weiß er seit Jahren dass der Tag kommt ...
Er hat meine Eltern so unter Druck gesetzt,
dass das was sie zur Übergabe geplant hatten,
oder besser gesagt, wie sie es geplant hatten ( noch bis vor 1 Jahr ) ...
nämlich, dass ich mit XXX abgefunden werde  !!!
jetzt vom Tisch ist :(:(:(  
Ich habe meine Eltern noch nie so verzweifelt gesehen wie jetzt ...
meine Eltern sind mit den Nerven am Ende ...
wollen nur noch Ruhe - aber zu welchem Preis ? ? ?

Und weiter *** meinem Bruder bleibt neben dem Betrieb,
den Altschulden ja auch die Fürsorge meiner Eltern. ***

Mirjam - - - MEIN Bruder ( und seine Frau ) hat ganz klar gesagt ...
Wenn´s soweit kommt - kann ich sie haben ....
Zum arbeiten bei ihm sind sie gut !!! wenn sie dann gepflegt werden müssen ...
schiebt er sie ab - - - ganz toll - ehrlich

und ***Deine Logik mit dem Taschengeld, dass dann
die Eltern an Dich abtreten sollen kann ich beim besten
Willen nicht nachvollziehen.***

Mirjam ... ich bin auch ein Kind meiner Eltern - oder ? ? ?
hab ich nicht die gleichen Rechte ? ? ? naja fast ...
er als Übernehmer hat sicher mehr ** Anspruch **

Wenn er mich nicht auszahlen will - - -
kann ( könnte ) er meinen Eltern die Möglichkeit geben
einen gewissen Ausgleich herzustellen - - - oder ? ? ?

Ich habe schließlich auch 10 Jahre geholfen den Hof aufzubauen ...
habe die Eltern meines Vaters zu Hause gepflegt !!!
meine Eltern wären niemals auf die Idee gekommen die
Beiden abzuschieben ...
obwohl sie jahrelang ans Bett gefesselt waren ...
Bei meiner Oma war ich schon von zu Hause weg ...
und bin täglich hingefahren um sie zu versorgen - zu helfen ...

Wo war er da ???

Er hat eine Ausbildung( Fremdlehre ) gemacht ...
ich war zu Hause hab mit meinen Eltern gearbeitet ...
er war beim Bund ...
ich war wieder zu Hause ... obwohl schon verheiratet !!!

Zählt das nicht ... für ihn nicht ... aber für mich ...

Gut ich habe auch eine Lehre gemacht !!!
aber die Ausbildung nicht so beenden wie ich mir das vorgestellt hatte
ging nicht - - - wurde ja am Hof gebraucht - - -
hab nichts dafür bekommen - - - war selbstverständlich !!!

Mirjam ...
meinem Bruder wäre es am liebsten, wenn ich sagen würde
ich verzichte auf alles und nehm die Eltern mit

Ist das in Ordnung ?????????

fragt
Beate






Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 12.06.03, 12:38
Hallo

es ist halt leichter deine Ansprüche zu verstehen, wenn man das weiß, was du jetzt erst hinzu geschrieben hast.

Erbfälle sind immer Individualfälle und ich neide Dir Deine Situation (und die der Eltern) nicht.

Ich wünsche Euch sehr, dass Ihr doch noch eine Lösung findet, die v.a. Deinen Eltern gerecht wird.

Liebe Grüsse

Mirjam
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: LilaLaune am 12.06.03, 12:41
Ich habe den Eindruck, dass Deine Eltern gerade einen Drahtseilakt vollbringen müssen. Da ist einerseits Dein Bruder, dem sie den Hof überschreiben wollen. Andererseits bist Du da, die auch Rechte anmeldet. Und sie selber sind auch noch da. Das alles unter einen Hut bringen zu wollen, wo die Fronten zwischen Dir und Deinem Bruder recht verhärtet sind, ist eine Kunst.

Du kannst Deine Eltern und Deinen Bruder nicht ändern. Dein Frust über stattfindenden Ungerechtigkeiten kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber, Du kannst Deine Eltern und Deinen Bruder nicht ändern, nur Deine Einstellung zu der Thematik.

Du schleppst wahrscheinlich eine Menge alten Frust mit Dir rum (nicht abgeschlossene Lehre, Mitaufbau vom Hof und das alles ohne Hilfe Deines Bruders oder einer Anerkennung etc.). Das kannste nicht mehr ändern sondern nur als gegeben hinnehmen und versuchen es positiv zu sehen.

An dem Vertrag kannst Du auch nix ändern, sondern nur Deine Eltern. Deine Eltern sind 3 x 7 alt und wissen sicher was sie da tuen und sind letztendlich für sich selbst verantwortlich und werden die für sich richtige Variante finden. Immerhin ist der Vertrag ja noch 3 Jahre angreifbar und damit noch nichts endgültig verloren.

An Deiner Stelle würde ich Deinen Eltern für das Häuschen danken, auch wenn es weniger ist als Dir zusteht.  Schliesslich bleibt Deinen Eltern selber nicht mehr viel und sie versuchen damit für Dich etwas zu tuen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hast Du eigene Familie und eine eigene Existenzgrundlage. Daher bist Du doch glücklicherweise auf nichts angewiesen.

Desweiteren würde ich Deinem Bruder klare Grenzen setzen ohne ihm Vorhaltungen zu machen und "olle Kamellen" aufzuwärmen. So nach dem Motto: Tut mir leid, ich kann Dir nicht helfen, ich habe eine eigene Familie, die versorgt werden möchte.

Wenn Du die Sache versuchst lockerer anzugehen, nimmst Du sicher auch viel Druck von Deinen Eltern weg und sie haben Ruhe sich auf sich selber zu besinnen. Vielleicht ändern sie den Vertrag dann noch so, dass alle gut dabei wegkommen, auch sie selber.

Wenn nicht, dann ist das Pech. Auch ich würde zwischendrin mal Ärger darüber empfinden, aber mich davon nicht auffressen lassen. Schliesslich kann jedem von uns jeden Moment ein Ziegel auf den Kopf fallen. Und was haben wir dann? Nix, denn das letzte Hemd hat keine Taschen. Und statt zu leben haben wir uns das Leben durch unsere Gedanken vergällt.

Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: PeacefulHeidi am 12.06.03, 12:46
Beate kannst du nicht um des lieben Friedens willen die Entscheidung deiner Eltern akzeptieren?

Kannst du nicht auch die Schenkung des Häuschen akzeptieren? Denn wenn du jetzt die Schenkung nicht akzeptierst, dann hat den Bruder auch noch einmal wieder ein Anrecht auf dieses Haus. Genau wie du.

Ich würd die Schenkung unter der Bedingung akzeptieren, daß die Mieteinnahmen weiterhin an deine Eltern gehen, bis beide gestorben sind.

Wohnrecht, Verpflegung und Pflege im Alter für deine Eltern ist doch schon sehr viel. Das belastet wie Mirjam schon schrieb den Hof auch. Aus dieser Verpflichtung kommt auch dein Bruder nicht so einfach raus! Das verpflichtet ihn auch finanziell sehr.

Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: moneypenny am 12.06.03, 14:44
Ich habe eure Beiträge nur überflogen, weil ich hier im Büro leider nicht immer die Zeit finde, alles zu lesen.

Nur so viel:
Ich nenne keine Namen, aber zum Teil finde ich es sehr peinlich, was hier geschrieben wird, schämt euch!

Und es bestätigt mich darin, fleißig weiter arbeiten zu gehen, um meinem Mann und mir im Alter ein einigermaßen finanziell unabhängiges Leben zu ermöglichen (so hoffe ich)!

So, und jetzt druck ich mir mal alles aus, sozusagen als "Abendlektüre" für mich und meinen Herzallerliebsten.
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Jacky am 12.06.03, 15:37
Hallo moneypenny,

ich hoffe du hast die Beiträge wirklich nur überflogen, dann bitt ich dich nochmal alles genau zu lesen.  :)          Es ist nicht immer leicht in einer Familie es allen recht zu machen, vor allem wenn es sich um die Hofübergabe handelt. Manchmal sind die Fronten so verhärtet, daß eine Lösung die allen gerecht wird unmöglich erscheint.

Da kann es schon mal dazu kommen, daß der Zorn überhand nimmt und man Dinge sagt, die vielleicht so wörtlich gar nicht gemeint sind. Hinter der vermeintlichen Fassade sieht wahrscheindlich vieles anders aus. Es sammelt sich Zorn, Hilflosigkeit... bis das Fass überläuft.

Ich weiß das aus eigener Erfahrung, vielleicht schreib ich später noch genaueres dazu.

Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Beate Mahr am 12.06.03, 16:07
Hallo Moneypenny,

vermutlich ist deine Aussage ... schämt euch ...
auf mich gemünzt  :\'( :\'( :\'(

Danke ... aber das werd ich nicht

Wofür auch  ::)

dafür, dass ich mir Sorgen um meine Eltern mache ? ? ?

sicher nicht  - - - dazu kenn ich meinen Bruder zu gut :(:(:(

Das hängt wahrscheinlich mit meiner Erziehung zusammen ...
Respekt vorm Alter - Würdevoll alt werden dürfen -
geachtet werden -
...

Haben meine Eltern darauf kein Recht ? ? ?
Haben sie uns nicht auch gehegt und gepflegt als wir klein waren ? ? ?
Für mich haben sie das Recht auf würdevolle(ere) Behandlung im Alter ...
Und wenn sie für meinen Bruder das Hemd ausziehen,
dann hat er auch die Pflicht  angemessen für sie zu sorgen.

Aber es heißt ja auch ... der liebe Gott sieht alles ...
und mein Bruder hat 3 Kinder ... und er wird auch mal alt ...
das vergißt er aber ...

Also was soll´s ... man sieht sich immer 2 mal im Leben ...


Moneypenny, ich hoffe für dich,
dass du NIEMALS in die Lage meiner Eltern kommst !!!
es sei dir gegönnt, wenn du das anders geregelt bekommst.

Wir werden alle mal alt ...
und wollen anständig behandelt werden ...




Ich werde morgen meine Beratung machen - - -
und dann werde ich in aller Ruhe überlegen was ich mache ...
meine Mutter hat mir heute morgen den Vertrag meines Bruders gegeben ...
zum prüfen lassen ... mal sehen was dabei rauskommt.

Auch wenn es hier so kritisch gesehen wird, dass ich so offen schreibe ...
es hat gutgetan mal alles rauszulassen ...
auch wenn ich eine andere Meinung hab  :-[ :-[ :-[

Eines hab ich aus dieser Aktion gelernt ...

Verlasse dich nicht zu sehr auf deine Kinder

Wir zumindest haben jetzt schon Vorsorge getroffen ...
es sind Sparverträge für die Kinder da ...
gute Lebensversicherungen ( Rente ) für uns ...

Und über eines sind mein GöGa und ich uns auch einig ...
wenn von den Kinder niemand übernehmen will - - -
wird verkauft und das Geld verlebt.

Ich hoffe ihr nehmt mir die offenen Wort nicht übel.

Gruß
Beate
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: moneypenny am 12.06.03, 16:13
Liebe Jacky, ja, ich habe nur überflogen.
Aber da ich eine "Schnellleserin" bin, sind mir die wichtigen Dinge, so glaube ich, nicht entgangen.

Eben drum, Jacky, wegen dieses Zornes, bin ich so empört.

Hofübergabe ist ein ausgesprochen schwieriges Thema, verbunden mit vielen Emotionen auf allen Seiten und es ist mir mitnichten unbekannt!

Da ich aber niemanden hier persönlich angreifen möchte, bevor ich wirklich alles aufmerksam gelesen habe und weil ich nicht falsch verstanden werden möchte, bevor ich überhaupt meine Meinung geschrieben habe, lasse ich es sein.
Ich glaube, es ist besser so.

Ich werde mich also hier aus der Diskussion ausklinken.

Nur noch eines: Eltern sind auch Menschen.
Ich habe es eben schon in einem anderen Beitrag geschrieben und ich schreibe es hier nochmal:
Übt euch in Toleranz und in Rücksicht akzeptiert die Meinung anderer und lebt euer eigenes Leben!
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: moneypenny am 12.06.03, 16:23
Liebe Beate,

es tut mir leid, ich möchte mich bei dir entschuldigen und wünsche dir, dass sich alles so regeln wird, wie du es dir vorstellst.

Deine Gedankengänge kann ich nicht alle nachvollziehen und ich bitte dich, dies einfach nur zu akzeptieren ohne Interpretation.
Ich versuche, mich in alle Menschen hineinzuversetzen.
Das hat mit dem Alter und Gott nichts zu tun.
Und nichts mit mir und meiner Familie!
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Beate Mahr am 12.06.03, 16:27
Hallo Moneypenny

angenommen ;)

Vielleicht verstehst du, dass es in erster Linie um meine Eltern geht ...

was ich bekomme ... naja ...

Gruß
Beate
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Freya am 12.06.03, 18:03
hallo  :D ;D

wollte Euch nur mal in Erinnerung rufen, dass dieses
Forum ÖFFENTLICH ist  8) 8)
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: annama am 12.06.03, 22:59
TRENNEN SICH DIE GÜTER

TRENNEN SICH DIE GEMÜTER ;)

Schönen Abend
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: moneypenny am 13.06.03, 08:25
Freya, Danke.
Eben darum sollte jeder Forumsteilnehmer das Recht haben, sich zu einem Thema zu äußern.
Auch wenn die Meinungen auseinander gehen.

Nicht mehr und nicht weniger habe ich getan!
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: LilaLaune am 13.06.03, 09:28
Hallo Moneypenny!

Es wäre aber prima, wenn Du diejenigen, die Du meinst genauer erläutern würdest bzw. was Dich "stört". Meine Erfahrung in diversen Foren zeigt, dass man häufig meint, der andere habe eine "seltsame" Ansicht und wenn man sich dann die Mühe macht das weiter zu diskutieren kommt man drauf, dass man das gleiche meinte.

Jeder drückt sich anders auf, jeder interpretiert das Geschriebene anders und dann hat man ganz schnell aneinander vorbeigeredet. Die Foren haben super Vorteile aber die Kommunikation gestaltet sich teilweise recht schwierig, weil man sein Gegenüber nicht sehen kann.

Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: moneypenny am 13.06.03, 09:46

Es wäre aber prima, wenn Du diejenigen, die Du meinst genauer erläutern würdest bzw. was Dich "stört". Meine Erfahrung in diversen Foren zeigt, dass man häufig meint, der andere habe eine "seltsame" Ansicht und wenn man sich dann die Mühe macht das weiter zu diskutieren kommt man drauf, dass man das gleiche meinte.


Liebe Lila,

ich glaube nicht, dass es gut wäre, wenn ich hier wirklich schreiben würde, WEN ich meine und WAS ich meine.
Es könnte sein, dass ich Menschen verletzen würde und das möchte ich auf gar keinen Fall, nicht hier im Forum.
Die Gefahr ist - wie du selbst schreibst - einfach zu groß, dass man aneinander vorbei diskutiert.

Normalerweise bin ich ein Mensch, der ziemlich klar und offen Stellung bezieht.
In diesem Fall halte ich für eine weise Entscheidung, nicht mehr mitzumischen.
Ich bitte dies zu akzeptieren.

Von "seltsamen" Ansichten kann nicht die Rede sein.
Ich finde die Ansichten nicht seltsam, ich bin einfach nur anderer Meinung.
Und habe das missverständlich ausgedrückt, sorry.
Und dass Menschen anderer Meinung sind, soll passieren ;)

Soviel zum Thema Forum und Ansichten.
Zum Rest möchte ich mich wirklich nicht mehr äußern.

Vielleicht sollte noch einmal in einem separaten Thread darauf hingewiesen werden (oder entsprechend hochgeschoben werden), dass wir hier öffentlich sind und wir uns im Internet befinden.
Außer uns kann hier jeder Mensch im www auf dem ganzen Globus mitlesen.
Und mit schreiben, wenn es sein muss in Japanisch, Englisch, Französisch oder Balinesisch! :)
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 13.06.03, 10:09
Hallo Moneypenny,

 
"Es könnte sein, dass ich Menschen verletzen würde und das möchte ich auf gar keinen Fall, nicht hier im Forum."

Wenn Du irgenwo schreibst "Schämt Euch" - dann ist das ein Vorwurf der persönlich angreift und viele verunsichert, da nicht personalisiert.

Wenn Du Dich entschuldigst und aus dieser Diskussion ausklinken möchtest, ist das für mich absolut o.k.

Ich möchte aber noch einmal darauf hinweisen, dass wir in der Rubrik "Neu hier" (die wohl kaum jemand liest, sonst hätten wir Mods die halbe Arbeit) genau auf diese Öffentlichkeit betonen!!
Dort findet man gleich: Online = öffentlich!
« am: 31.12.01, 10:19 » |von unserem Admin:

Unser Diskussionsforum kann von allen Leuten im Netz gelesen werden. (das ist ein wenig so, als wenn man in der Kneipe bei allen Gesprächen zuhören kann) ;-)

Grobe Sprüche, Anschuldigungen oder Beleidigungen haben deshalb keinen Platz hier. Wähle bitte immer einen 'Ton', den Du Dir auch von anderen Dir gegenüber wünscht, dann klappt das alles sicher gut. Und Geheimes oder Diskretes regelt man - wie sonst im richtigen Leben auch - besser unter 'vier Augen' (zB via Kurzmitteilung oder E-Mail) (..)
------------------------------------------------------------------
Und: Es gibt auch die Möglichkeit in, am und den ganzen Beitrag zu löschen, wenn man etwas im Affekt geschrieben hat.

In der ML tritt aber genau wie im Forum derselbe Effekt auf:

Jemand hat Sorgen und fragt um Rat; bei so vielen Lesern, unterschiedlichen Ansichten  und Erfahrungen kommen dann auch ganz unterschiedliche Rat/schläge herein - und plötzlich reagiert der Ratsuchende gereizt, wenn jemand ganz anderer Meinung ist (weil man ja doch nicht drinsteckt); insbesondere bei solch "heißen" Themen (grad weils öffentlich ist oder so viele mitlesen!)

Ist man sich dessen bewußt - kann man/frau die Sache vielleicht gelassener annehmen oder: Drüberweglesen.

Viele Grüsse

Mirjam
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 26.06.03, 17:17
Hallo,
also, zuerst habe ich beim Lesen der Beiträge von Beate Mahr gedacht, "das könnte von meiner Schwägerin sein" - aber nur "zuerst". Dann, bei den weiteren Beiträgen von ihr, hatte ich das Gefühl, dass es ihr einfach nur tierisch weh tut, dass ihre Leistung und ihre Liebe (für die Eltern, und für den Bruder als er bei der BW war, usw) sooo wenig gewürdigt wird.  :-* (...für Beate). Nein, für geldgierig oder missgünstig halte ich sie wirklich nicht - im Gegenteil.
ABER: Beim Bruder geht es um seinen Arbeitsplatz, um die Existenz! - Boah! Ich weiss, wie man (mein Mann) sich da fühlt... aber das tut jetzt nichts zur Sache.) Und dass er so bitter über seine Eltern spricht (z.B. dass du die Eltern haben könntest, wenn sie mal pflegebedürftig sind...) das ist wirklich nicht schön, aber es klingt viel Bitterkeit darin mit. Ich glaube, so'n Alltag auf dem Hof, der hinterlässt so eine Narben auf der Seele. - Und wie seid ihr eigentlich mit der Frau des Bruders umgegangen, als sie eingeheiratet hat? :-X

Tja. Bei uns z.B. steht echt die Existenz auf dem Spiel.
Der Pachtvertrag läuft in ein paar Tagen aus  :o.   Mein Mann (45 Jahre) hatte immer wie ein Aschenputtel auf dem Hof gearbeitet, und es gab immer Streit um Zuständigkeiten auf dem Hof usw, dann kam ich (nicht willkommen!!!) - und nachdem es (Psychoterror) eskalliert war, sind wir in die Nachbarstadt gezogen, haben uns ein kl. Reihenhaus gekauft, das wir noch abzahlen müssen. Die beiden Kinder, die ich mit in die Ehe gebracht hatte, leben seit dem bei ihrem leibichen Vater und ich sehe sie nur noch alle 2 Wochen.  :-[ (Und bei allem Schmerz meines Mannes, der sich von seinen Eltern ungerecht behandelt und nicht geliebt fühlt, kommt ihm manchmal der Gedanke, dass er den Hof jetzt vielleicht nicht überschrieben bekommt, wegen MIR :\'( >:( :\'( )

Ich beneide die drei Geschwister meines Mannes, die sich zurück lehnen und in Ruhe, ohne Existenzangst abwarten können. Es ist noch genug Privatvermögen für die "weichenden Erben" da  :D :D :D -  die es wahrscheinlich manchmal viel besser haben, als der Jung-Bauer, der (später, als alter Mann) dann den (von meiner Schwägerin) so-genannten "Löwenanteil"  >:( bekommt.

Beate, ich glaube, du bist 'ne ganz Nette. Tochter sowiso, aber auch 'ne nette Schwester und Schwägerin.  Bitte nicht so bitter sein...  :-*

viele Grüsse

Anna
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Jacky am 27.06.03, 22:58
Hallo Anna,

ich kann mich gut in euere Situation hineindenken, wir haben ähnliches mitgemacht.
Obwohl uns nichts gehörte als wir heirateten, haben wir auf dem Hof gearbeitet bis zum Umfallen und konnten SV doch nichts recht  machen. SM war eine Seele von Frau und konnte sich leider gegen ihn nie durchsetzen.

Sogar neue Maschinen hat mein Mann gekauft (vom eigenen Geld), weil mit den Alten nicht mehr zu arbeiten war, in der Hoffnung, daß sowieso bald übergeben würde. Aber es verging ein Jahr ums andere, SV sah uns beim Arbeiten zu und schob fleißig das Geld ein, das im Prinzip wir erwirtschaftet haben.

Muß dazu sagen SV war damals schon 70 und mein Mann war und ist nebenbei noch berufstätig.
Oft mußten wir uns anhören, daß der Hof den Bach runter gehen würde wenn übergeben wär.

Wie denn, die Arbeit haben doch sowieso wir gemacht. ??? ???

Eines Tages eskalierte die Situation so, daß mein Mann sagte wir ziehen aus. Meine Mutter lebt in ihrem großen Haus ganz allein, die hätt sich riesig über unseren Einzug gefreut.
Irgendwie muß ihm klar gewesen sein, daß wir es Ernst meinen und er allein hätte den Hof nicht halten können.

Plötzlich war alles möglich, ich glaube so schnell war noch nie ein Notartermin angesetzt.

Aber frage mich nicht, wie mich das nervlich alles mitgenommen hat. Es sind Dinge passiert, die ich niemanden wünschen möchte, aber das gehört nicht hierher.

Ich kann nur jeden viel Kraft wünschen, der Schwierigkeiten bei der Hofübergabe hat. Egal ob Übernehmer oder Übergeber.
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Bienchen am 20.07.03, 22:22
Hallo Beate!
Ich kann dir einen guten Tipp geben! Es gibt ein Buch das heisst 1000 ganz legale Steuertricks "Der grosse Konz" von Franz Konz dort steht alles über die Erbschafts- und Schenkungssteuer drin.
Das Buch ist einfach genial es stehen so viele Tipps auch rund um die Steuer drin. Mir haben meine Eltern z.B. ein Haus geschenkt. Es viel aber keine Erbschaftssteuer an, da man den Freibetrag von  
205 000 Euro für jedes Elternteil frei hat.

Viel Spass beim Lesen des Buches!
Gruß Bienchen
Titel: Hofübergabevertrag
Beitrag von: Mirjam am 25.10.03, 14:05
*zorn*

Ich habe heute mit einer jungen Mutter gesprochen, die auf einen älteren Hof einheiraten möchte.

Mit den SE versteht sie sich nicht so gut - leider wird sie in die anstehende Hofübergabe NICHT mit einbezogen, zufällig sah sie den Vertragsentwurf mit dem vollen Pflegejobprogramm bis Pflegestufe 3 + Kost + Krankenfahrten usw. für sie.

Natürlich wird ihr da Angst und Bang, gerade weil ihre "SE" schon längst im Rentenalter und ernsthafte Krankheitsvorgeschichten haben und sie eigentlich mit Kleinkind, Haus & Hof genug um die Ohren hat in ihren jungen Jahren (und die Schwager/in ohne Pflichten ausbezahlt wurden).

Ging es Euch auch so, das der Vertrag "ohne" Euch geschrieben wurde?

Wie sieht es nach der Hochzeit aus: Muß man die Pflichten automatisch mitübernehmen?

Wie lange sind solche Verträge anfechtbar bzw. kann eine Ehefrau sich in den Eheverträgen vor zuviel Last schützen?

Ratlose aber aufgewühlte

Mirjam
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: annama am 25.10.03, 18:06
Hallo ,

so einen Vertrag kann man Heute jungen Leuten nicht mehr zumuten .
Wir sind z.Zt.auch wegen Hofübergabe bei unserm Notar gewesen .
Er macht erstmal einen Entwurf ,mit dem wir uns dann nochmals mit unserm Steuerberater und Bauernverband auseinander setzen werden .
Aber mein Mann und ich wollen diese Pflegeklausel nicht einsetzen.Es ist den jungen Leuten gegenüber eine grosse Aufgabe die man ihnen auflastet .Wir haben unsere Eltern und Schwiegereltern auch ohne diese Klausel zu Hause bis zum Tode gepflegt . Der Druck ist dann nicht vorhanden  gegenüber den andern Geschwister .So können alle mit helfen bei der Pflege .Wenn es garnicht mehr geht kommt die Sozialstation ins Haus
Es kommt auch immer auf die Härte des Pflegefalls an .
Ich weiß wovon ich hier schreibe ,weil ich es zur Genüge mitgemacht habe .
Das Leben ist nicht nur Sonnenschein .
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: regi am 26.10.03, 11:05
Ich staune immer wieder, dass man die Pflegeklausel noch in die Hofübernahme einbaut.

Ich frage mich, wie sich das der Landwirt vorstellt, über den Mirjam schreibt. Er kann doch nicht einfach die Pflegeklausel über seine zukünftige Frau verfügen. Vor allem, da er sie ja bereits kennt - er könnte sie ja fragen! Das würde mich von meinem Mann sehr enttäuschen!

Bei uns ist die Pflege der Eltern nicht so geregelt. Wenn jemand ins Alters- oder Pflegeheim geht, muss er von seinem Ersparten mitbezahlen. Falls da nichts mehr vorhanden ist, werden die Jungen zur Mitfinanzierung beigezogen - aber den grössten Teil bezahlt dann die Öffentliche Hand.

Wenn jemand daheim gepflegt wird, sollen die andern Geschwister einen Teil beitragen. Entweder zeitlich oder finanziell! Pflegen ist ein 24h-Job, das können sich diejenigen, die nicht mit den Eltern unter einem Dach wohnen, kaum vorstellen! Da muss man sich auch mal entlasten können.
Das wäre mir ein grosses Anliegen, dass dies geklärt wird unter den Geschwistern, am besten aber zusammen mit den Eltern.

Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Gislinde am 26.10.03, 12:41
Pflege im Alter

Jungen Leuten würde ich raten, die Pflege vorher zu regeln, ein gutes Beispiel hat der Notar bei meinen Eltern eingebracht. So ist die Pflege nur zu leisten, wenn sie zumutbar ist. aber im Falle von Heimpflege haben die Altenteiler mit ihren Renten und Vermögen aufzukommen, Pflegegeld zu beantragen, mein Bruder muß nur die volle Leibrente, den angesetzten Betrag für Wohnung und Essen zu leisten. Finde ich vorausschauend!!
Bei meinem Mann ist in der Übergabe nur von "Wart und Pflege in Krankheit und Alter" die Rede, da wäre bei Heimunterbringung wahrscheinlich einiges zu zahlen. Aber ich sehe mal, was auf mich zukommt, SV ist 1990 gestorben, SM (85 J.)wohnt 2 km entfernt, seit 2 Jahren gehe ich ihr im Haushalt zur Hand, helfe beim Duschen, aber die Zeit wird kommen, wo wir sie wieder auf den Hof nehmen. Sie ist mir eine liebe SM, hat meine kleinen Kinder immer betreut, wenn ich viel Arbeit hatte, nun bin ich halt an der Reihe. Wir sind am Überlegen, ein Zimmer im Erdgeschoß für sie einzurichten, (meine speisekammer wird dann verlegt), denn Treppensteigen im Alter geht nicht mehr gut und Anschluß an die Familie hat sie unten mehr.
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: reserl am 26.10.03, 17:20
Wie bewertet ihr diesen Passus im Übergabevertrag?


Bei Krankheit und Gebrechlichkeit hat der Erwerber die erforderliche Wart und Pflege auf dem Vertragsanwesen zu erbringen, soweit dies für den Erwerber zumutbar ist und solange sich der Übergeber auf dem Anwesen aufhält.
...
Diese Leistungsverpflichtungen ruhen für einen Berechtigten in der Zeit, in der er sich nicht im Anwesen aufhält; insbesondere bei Aufenthalt des jeweiligen Berechtigten in einem Krankenhaus oder in einem Alten- oder Pflegeheim.
Sie ruhen insoweit auch für den jeweiligen Berechtigten, der aufgrund seiner Pflegebedürftigkeit Anspruch auf häusliche Pflegehilfe oder auf Pflegegeld nach den gesetzlichen Vorschriften beanspruchen kann.
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Werner am 06.11.03, 17:35
Hallo


Möchte nur zwei Sachen hier einbringen:

1. Steht jedem Erberechtigten der ges. Pflichteil zu
    der Wert des beim Erblasser vorhandenen Vermögen, Sach, Geld und Liegenschaften wird im Streitfall von einem Sachverständigen festgestellt.
Eine Enterbung setzt schwere Vergehen oder Straftaten gegenüber dem Erblasser oder Übergebenden voraus.

2. Ein von einzelnen Kinder des Übergebenden oder Erblassers Nicht unterschriebener Übergabevertrag oder Nachlassvertrag wird ohne Einwendungen der NICHT unterschreibenden Kinder bzw Erbberechtigten innerhalb von 2 Jahren rechtskräftig.

Im übrigen gilt zunächts das Erbrecht nach BGB

Weiter kann ich allen nur raten sich bei einem Versierten Anwalt in Erbangelegenheit, Referenzen nennen lassen, beraten zu lassen.

Ps. eigene Erfahrung
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: martina am 17.01.04, 08:25
heidi S hat Fragen zur Hofübergabe

***
Heidi.S
Neuling





Geschlecht:
Einträge: 16

Ich liebe dieses Forum!
Hofübergabe
« am: Gestern um 21:52:59 » | Zitieren | Ändern | Löschen  

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Hallo,
in den nächsten 2Jahren steht bei uns die Hofübergabe an.Mich würde mal interssieren was ihr so Erfahrungen gemacht habt.Positv wie Negativ. Ich denke man sollte sich schon einige Zeit vorher Gedanken machen,was man alles bedenken soll, wenn man einen Hof übernimmt, schließlich haben sich die Zeiten und Ansprüche in der letzten Generation geändert. Auch gesetzesmäsig muss man denke ich einigs beachten, dass man  nicht zu überfordert wird in der Ansprüchen der Altenteiler und weichenden Geschwister.Wäre nett, einige Anregungen von euch zu bekommen
LG Heidi  
***



Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Heidi.S am 20.01.04, 15:50
Hallo,
nochmal ich, jetzt hoffendlich in der richtigen Spalte. Was mich an dem Thema vorallem interessiert,sind intelligente Lösungen zur Absicherung von Altenteiler( zB zurückbehalten von Waldflächen oder Ähnl.) Regelung in Bezug auf Pflege.Was ist zumutbar,Einbeziehung von Pflegedienst und anderen Kindern. Ab wann Heimunterbringung?Was für Anspüche haben weichende Kinder laut Gesetz wenn die Eltern übergeben.Was für Ansprüche kann der Hofnachfolger mit seiner jahrelangen Tätigkeit auf dem Betrieb gelten machen ? Wer von euch kann mir was erzählen?
LG Heidi
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: annama am 20.01.04, 17:12
Hallo Heidi ,

wir sind dabei den Hof abzugeben und waren bei einem Notar zum Vorgespräch.

Auf meinen Wunsch hin kommt schon nichts von Pflege im Alter in den Vertrag rein .
Entweder pflegen einen die Kinder im Alter ,aber den Druck immer im Nacken zu haben ."wir müssen die Alten einmal Pflegen "ist ihnen genommen.
Entweder pflegt man die Eltern bzw Schwiegereltern -oder nicht .Es gibt heute die Sozial-Station ,Pflegeversicherung und ganz viel praktische Hilfen z.B Pflegebett etc.
Unsere Altenteiler haben wir alle zu Hause in der vertrauten Umgebung gepflegt auch ohne Vertrag .
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Otto am 11.02.04, 21:32
@Annama
Meinst du das der Vertrag so genemigt wird?Wenn du nun doch noch 10 Jahre mit Pampers im Bett liegen muß........Wer bezahlt das dann: Die Allgemeinheit? Deine Erben machen sich dann ein schönes Leben? Dein Anwalt kann was  au fschreiben ,genemigt muß das werden....Gruß Otto
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Jani am 11.02.04, 22:01
Hallo Otto !
a) hast Du recht; so einfach ist es nicht. Kann sein, dass eine Regelung mit hinein muss; mir fallen da schon Gründe ein, aber das führt zu weit........

Aber:

b)Sind Kinder und Eltern nach BGB gegenseitig in gewissem Rahmen unterhaltspflichtig

c)treffen alle Regelungen der Pflegeversicherung auch auf den Lw-Bereich zu

d)werden Mittel zur Pflege die über die Leistungen der PV hinausgehen ggf. erstmal vom eigenen Einkommen/Vermögen gezahlt, dann vom Sozialamt (=Allgemeinheit) vorgeschossen. Diese rückversichern sich dann jedoch bei allen Kindern (also auch weichenden Erben !), ob von denen keiner einer Unterhaltspflicht nachkommen kann.
Erst dann zahlt wirklich die "Allgemeinheit".
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Mowi am 11.02.04, 22:13
Otto,

ich denk, das wird wohl genehmigt. Als wir vor Jahren den Übergabevertrag mit den Schwiegereltern gemacht haben, ist die Klausel der Pflege bewußt heraus genommen und so akzeptiert worden.

Schöne Grüße, Mowi
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Otto am 13.02.04, 20:40
@Mowi
Wer bezahlt die Pflege wenn deine SE mal Pflege brauchen. Ist das garnicht geregelt?
Gruß Otto
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: annama am 14.02.04, 09:15
Hallo Otto

Wer bezahlt.........

Meine Schwiegereltern hatten einen Vertrag mit Pflege abgeschlossen ,dass der jüngste Sohn die Pflege der Eltern übernehmen musste.
Was war das Ende vom Lied : Er bekam eine Frau die nur am Meckern war und somit haben wir die S.E. bis in den Tod  hinein gepflegt .Ohne Bezahlung. Meine Familie hat es gern getan .Geld alleine ist nicht ALLES .übrigens hat man doch ein Gewissen ,das ich sehr ausgeglichen habe mit der Pflege unserer Eltern und Schwiegereltern
Meine S.E. hatten vor ihrem Tode schon alles Notariell geregelt ,dafür sind wir Dankbar .

Schenkt Euch Blumen während des Lebens
Auf den Gräbern sind sie vergebens.

Deshalb kommt in unsern Vertrag bei der Hofübergabe nichts von Pflege hinein .
Der Mensch denkt und GOTT lenkt !
Titel: Re:Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 30.05.04, 11:06
Hallo

gestern habe ich mit einem sehr fitten landw. Steuerberater gesprochen, der auch schon in der Familienberatung tätig war.

Er hat einen für mich ganz neuen Gedanken auf den Tisch gebracht:

Seit den letzten 5 Jahren läßt er überhaupt keine Übergabeverträge mit Pflegeklauseln mehr unterschreiben - nur noch den Passus, das der Hofnachfolger für die Organisation der Pflege zuständig ist.

Warum?

a) kann niemand zur Pflege gezwungen werden. Wenn keine Frau das ist, keine Zeit und auch kein Wille nützt weder ein Fetzen Papier noch ein Gerichtsurteil dazu (so wie anama schrieb  ;))

b) wenn Pflegestufen eingetragen werden und ein Pflegefall so schwer ist, das er im Pflegeheim endet (und da können schon mal in Schwerstpflegefälle mit 300 Euro im Monat/ Jani?) vor wo sich dann die Sozialkassen die anteiligen Kosten von den Pflegeverpflichteten (je nach unterschriebener Pflegestufe und finanziellen Möglichkeiten)  zurückholen

c) wenn jemand eben keine finanzielle Unterstützung aus Verträgen usw. hat - wird er zum Sozialfall - UND damit kann er von den Ärzten/Heimen wie PRIVATPATIENT behandelt werden! Und ist gar nicht so "unbeliebt"!?

Also - Stolz beiseite - tut man seinen S/E etwas Gutes, wenn man sie nicht pflegen kann - aber dies hinenischreibt?

Jani? Sach mal was dazu  :D

Wichtig für mich ist auch - nicht aus Geldgier - das das Pflegegeld auch (anteilig je nach Wohnort der zu pflegenden Person) der Pflegenden (Frau) zugute kommt für eigene Altersvorsorge oder Erholung/Urlaub/Kino oder dergleichen.

Ich habe eine sehr junge Freundin, die sich um ihre Oma kümmert, weil es eben mit der Mutter nicht gutgeht - dass sie dafür das Geld bekommt für ihre Ausbildung finde ich sehr o.k.

Mirjam


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Stadtkind am 27.10.04, 14:40
Hallo,

ich habe nun in Forum mitgelesen und möchte noch einiges fragen:

- Wo bekomme ich Musterverträge?  >:(
- Wer kann mich beraten - aus der LW und nicht aus der LW?
- Was muss ich als Frau beachten, wenn der Hof an meinen Mann übegeben wird?  ::)
- Was ist nach der Hofübergabe und einer Scheidung? - Habe ich dann gar nix mehr, weil ich ja auf'm Hof nix verdient habe? Und das Geld, dass ich für Maschinen etc. reingesteckt habe, ist doch dann weg...
- Kann Frau dann ein Taschengeld auf'm Hof verdienen?
- Was muss minimal in einem solchen Vertrag stehen?
- Meines Erachtens muss die Pflege der SE drinstehen und die ganzen Nutzrechte (Wege, Wohnung, Gang, Küche, Bad, Stall, Scheune,..)
- Wie ist die Kopplung dieses Vertrages mit den Pachtverträgen für das Land (der Eltern)?
- Muss nicht zuerst gepachtet werden - wegen der Rente - und dann kann übergeben werden?
- Kann ich nicht für den obligatorischen Euro den Hof übernehmen?
- Wenn der Hof übernommen wird, wie wird dann das Wohnen geregelt? Und bei Pacht? Der Übernehmer hat ja bisher auch schon auf'm Hof gelebt, also, bleibt alles wie bisher, aber ohne Vertrag, oder wie?

 ???

Sorry, Fragen über Fragen, ich würde mich sehr über links und Buchtipps freuen, damit ich mich da richtig schlau machen kann - irgendwie traue ich den "Erzählungen" meiner SE nicht so ganz,...

Viele liebe Grüße

Stadtkind

PS: Ist nun eine Hofübernahme besser als Pachten? Ich denke jetzt an die Rente der SE und an die monatliche Belastung des Übernehmers???
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Niemandsland am 27.10.04, 16:02
Hallo Stadtkind,
so viele Frgen, die kann ich sicher nicht alle allein beantworten,a ber ich fang einfach mal an.

Also einen Mustervertrag gibts beim Bauernverband oder auch evtl. bei der Kammer.
Such dir auf jeden Fall einen Steuerberater, der auch mit Landwirtschaft was am Hut hat, der kann dir auch sagen wo du aufpassen musst, z.B. bei Verkauf von Flächen und Rückforderungen von weichenden Erben und all so Zeugs.
Bei der Scheidung ist es davon abhängig ob ihr einen Ehevertrag habt und was da drin steht. Wenn du immer im Betrieb mitgearbeitet hast dann wird das natürlich angerechnet, es gibt doch da so ne Kapitalsteigerungsrechnung oder was wieß ich wie die heißt. Und auch wenn du Geld in den Betrieb eingebracht hast, wird das angerechnet, sofern du beweisen kannst das zu z.B. den Pflug wirklich von deinem Geld bezahlt wurde.

Was muss minimal in so einem Vertrag stehen ? Mein Notar sagte uns bei einem Vorgespräch, das ich unbedingt empfehlen würde, man kann alles reinschreiben was nciht unbedingt sittenwidrig ist, aber was nützt der dickste Vertrag, wenn es zwischenmenschlich nicht klappt. Und da müssen eben alle Familienmitgleider, auch die weichenden Erben, mitziehen.
Meine Schwester bestand z.B. unbedingt darauf das im Vertrag festgelegt wird, das alle Geschwister und ihre Kinder ungehinderten Zugang zur Altenteilerwohnung haben, da sie von einer Freundin schlechtes berichtet bekam. Soll sie es haben, ich hab da kein Problem damit, aber ich denk wenn alle Familienmitlgieder verstritten sind, dann kann das da noch so groß und breit im Vertrag stehen, es wird dann nciht funktionieren. Bei uns funktioniert es bis jetzt auf jeden Fall ganz gut. Aber wir hatten mit meinen Geschwistern auch so kein Problem bei der Hofübergabe.
Wichtig find ich auch die Nutzrechte, vor allem das die Räume beschrieben werden, sonst könnte man sich nachher darüber streiten, welche Räume den zur Altenteilerwohnung wirklich gehören.
Und es ist vielleicht ratsam noch zu schreiben das die Betreibsgebäude betreten werden dürfen, wenn keine Gefahr für den Altenteiler davon ausgeht.
Der SV einer Bekannten hat z.B. Alzheimer, da ist es ratsam ihn vom STall fernzuhalten, was aber nicht immer einfach ist.
Wenn die SE noch Land behalten, dann steht das ja im Vertrag, und ein Pachtvertrag kann doch jederzeit extra gemacht werden, ausser man will verhindern, das der SV im Streit auf einmal das Land an jemanden anders verpachtet. Aber ich weiß nciht ob das so einfach geht.

Von der Regelunfg das erst gepachtet wird und dann übernommen wird, hab ich noch nie was gehört, aber viuelleicht wei´ß ja jemand anders was darüber.

Liebe Grüße
Niemadsland

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Gunilla am 27.10.04, 21:02
Hallo Stadtkind!

Wir haben den Hof auch erst gepachtet und zwei jahre später wurde er dann überschrieben.
Das hat aber auf die Rente der Altenteiler meines Wissens keine Auswirkungen ob gepachtet oder übergeben. Was nach der Übergabe an Baraltenteil usw. im Vertrag geregelt wird ist ja von Fall zu Fall ganz verschieden.
Unser Altenteiler wollte damals noch nicht abgeben, nach zwei Jahren hatten wir ihn dann so weit.
Ich finde es ist Buchführungstechnisch einfacher wenn´s eigen ist.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: marikat am 28.10.04, 20:56
Hallo Stadtkind,
meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, daß ihr euch vorher genau darüber informiert wie es auf dem Hof läuft, ich meine finanziell, denn es hat schon Situationen gegeben da war alles klar bis auf die Belastungen die der Hofnachfolger abzahlen sollte.
Es ist auch schon oft vorgekommen, daß mündliche Absprachen getroffen wurden (z.B. wir setzen die Barabfindung zwar so hoch an, aber du bekommst es doch wieder) die im nachhinein nicht eingehalten wurden.
Man soll nichts übereilen mit der Betriebsübernahme aber es muß einen überschaubaren Zeitraum geben, 3-5 Jahre nachdem der Junior in den Betrieb eingestiegen ist um die Modalitäten auszuhandeln.
Gruß
Titel: Hofübernahme
Beitrag von: Stadtkind am 04.11.04, 12:32
Welche Möglichkeiten zur Hofübernahme/ Pacht gibt es?

Welche habt ihr gewählt?

Würdet Ihr es wieder so machen?

Gruß,

Stadtkind
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Stadtkind am 04.11.04, 12:37
Danke erstmals für Eure Antworten!  :)

Was bitte ist ein Altenteiler?

Wie soll ich herausbekommen, ob und wie hoch der Hof Belastungen hat, die evt. vergessen wurden?

Ich werde wohl mal der Kammer schreiben, um herauszufinden, was es an Musterverträgen gibt...

Habt ihr Pflegeklauseln in Eurern Verträgen drin?

Habt ihr tatsächlich festgelegt, dass die SE nur diese und jene Räume benützen/ betreten dürfen?

Gruß,

Stadtkind
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: annama am 04.11.04, 13:47
Hallo ,

Unsern Hof wurde am 1.07. 2004 an den Sohn notariel übertragen!
Wir haben uns ein ganzes Jahr damit befasst ,und  beim Bauernverband ,Steuerberater und Notar informatieve Gespräche geführt die zu einem guten Abschluß führtén.
Es ist alles nicht so einfach auch von Seiten der " Altenteiler"
Wir bekommen monatlich eine Leibrente ,Naturalien und ein lebenslanges Wohnrecht auf dem Hof.Die junge Familie wohnt im Eigenheim des Hoferben ganz in der Nähe ,somit hat jeder sein eigenes Reich .Kochen tue ich die Woche über und da ist meine S.Tochter sehr dankbar dafür.Sonntags genießen wir die Ruhe des Alltags!

Die Buchführung weist die Belastungen des Hofes aus!
Auf Pflegeklauseln habe wir bewusst verzichtet,dieses hatte ich schon mal in einem Beitrag erläutert,meiner Meinung nach kann man den jungen Leuten auch nicht alles abverlangen.Es ist doch ein gewisser Druck vorhanden der sie belastet und das möchten wir nicht haben.

Das Leben ist so kurz !!! Wir möchten mit unsern Kindern gemeinsam in Ruhe und Frieden alt werden.

Wer nochmehr wissen möchte kann mir eine KM senden.

 
Titel: Re: Hofübernahme
Beitrag von: Mirjam am 04.11.04, 16:31
Hallo Stadtkind,

damit ihr auch später hinter dem Übergabevertrag stehen könnt - positiv für beide Seiten - würde ich mich schlau machen wo es nur geht.

Z.B. mit dem Buch: Hofübergabe von Rolf Wehner; Ernst Johansson
erschienen bei DLG, 2000


in Bayern gibt es an den Bildungsstätten Herrsching und Grainau auch Hofübergabeseminare! Was sind schon 2 Tage in Hinblick darauf, das die Verträge dann jahr-zehntelang Gültigkeit haben sollen  ;)

z.B. hier sogar noch in diesem Monat:

Alles hat seine Zeit....."
Hofübergabe-Seminar
Kursnummer 0003518 
Termin 26.11.2004  15:30 Uhr - 28.11.2004  12:00 Uhr 
Veranstaltungsort HERRSCHING 
Beschreibung Bei diesem Seminar geht es in erster Linie um Fakten für Ihr zukünftiges Leben. Sie sind als Hoferbe, Hofübergeber oder weichender Erbe angesprochen

Wir klären rechtliche, steuerliche und sozialrechtliche Fragen, die ansonsten viel Ärger und viel Geld kosten können. Genauso wichtig wie die Finanzangelegenheiten ist auch die Zukunft Ihres Betriebes und Ihrer Familie.

Klären Sie, was zu klären ist. Ihnen und Ihrer Familie zu Liebe.
 
Zusatz-Information 
Kategorie Landwirtschaft
Maximale
Teilnehmerzahl 25
Gebühr Preis für Mitglieder des BBV
   170,00 €   
 
 

In jedem Fall ist es wichtig sich von verschiedenen Seiten (als den Beratern der SE/E) mal Ansichten/Perspektiven/Infos geben zu lassen, aber dennoch jemanden zu haben, der die verschiedenen Ansprüche, Erwartungen und auch Ängste! in dem Ü-Vertrag zu Papier bringt, das keiner hinterher grübeln muss  ;).

Dir alles Gute

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Margret am 04.11.04, 22:20
Hallo Stadtkind,

Altenteiler ist der Fachausdruck  für die Betriebsabgeber.

Infos  und Musterverträge  gibt es bei  Bauernverband,  beim Notar  und beim Steuerberater.
Es ist m.E.  wichtig,  alle (besonders Notar und Steuerberater)  zu befragen.

Und zwar zumindest zusammen mit dem Partner,   noch besser  zusammen mit den Abgebern.

Wann steht denn die Übergabe an ?   Man kann locker ca. 1 Jahr Vorlauf rechnen.
  Eine Verpachtung  oder Gründung einer Gesellschaft bürgerl. Rechts  ginge schneller.

Margret
Titel: Re: Hofübernahme
Beitrag von: Mathilde am 05.11.04, 07:14
Hallo Mirjam,

bei vielen von Euch ist das als Hofübergeber noch nicht so interessant aber je näher diese Aufgabe bei uns rückt (ist noch ein bisschen hin)
desto mehr bekomme ich Achtung vor meinen SE.
Mein SV hat das wirklich gut gemacht.

LG Mathilde
Titel: Re: Hofübernahme
Beitrag von: reserl am 05.11.04, 20:07
Hallo!
Habe gerade entdeckt, dass es unter der Rubrik "Betriebsperspektiven" ja schon eine sehr ausführliche Box zum Thema Hofübergabe gibt. Da dort auch finanzielles und rechtliches durchdiskutiert worden ist, stelle ich mal den LInk hier rein. Bitte lasst uns doch der Übersichtlichkeit halber dort weiter diskutierenhttp://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=486.new;boardseen#new

Wir sehen uns in der Box nebenan ;)



Hallo Lena,

danke für den Hinweis.:)
Ich hab jetzt beide Themen zusammengelegt.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Stadtkind am 22.11.04, 16:55
Was ist nun eigentlich "besser" - die ewige Verpachtung des Hofes oder die sofortige Übergabe oder die Übergabe nach der Verpachtung?

Ich denke da an die Emotionen aller Beteilligten, aber auch ans Geld? Was ist finanziell "günstiger"???

Freue mich auf Eure Antworten!

Gruß,

Stadtkind
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 22.11.04, 18:12
Hallo Stadtkind,

was du - und das ist der einzige Ratschlag den ich dir hierzu geben möchte - und die Familie in der du leben/arbeiten willst braucht -  ist eine vernünftige Betriebsberatung mit finanzieller Kalkulation eines Betriebsentwicklungsplanes UND unter Berücksichtigung ALLER Familienmitglieder, deren Wünsche und Ängste um verschiedene Perspektiven zu entwickeln, die allen entsprechen, die ihr Leben am Hof führen.

Momentan machst du zu jeder Frage eine neue Box auf, jede Antwort von uns hierzu wäre ein Schuß ins Blaue, weil wir viel zu wenig über dich/den Hof/die Familie wissen.

Hier im Forum wirst du beim Querlesen vieler deiner Fragen wiederfinden, eine wichtige Frage wäre für dich wäre, wo du (welches Bundesland?) eine gute sozio-ökonomische Beratung finden wirst.

Nix für ungut, hier im Forum kann man Anregungen und Lösungen für KLEINE Probleme finden, aber solche großen, lebens-richtungsweisenden Fragen kann man - so denke ich - nur vor Ort mit Einblick in alle betrieblichen Zahlen und Familienverhältnissen lösen - und das ist gewiss nix für ein öffentliches Forum wie dieses.

viele Grüsse

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mathilde am 23.11.04, 07:55
Hallo,

das neue DLG - Heft ist voller Beiträge über die Hofübergabe. Habe schon mal Quergelesen und ist sehr interessant.
>Der Hofnachfolger sollte die Bilanz des Betriebes nicht erst am Übergabetag zu sehen bekommen<
Das habe ich unserem schon unter die Nase gerieben weil er das auch nicht so interessant findet wie die neuesten Traktortypen
Muss ich aber in einer ruhigen Minute ganz genau studieren weil die Angelegenheit ja wirklich nicht mit "links" gemacht werden kann.
Sind auch Bücher dazu vorgeschlagen.

LG Mathilde
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: frankenpower41 am 25.02.05, 22:05
Hallo

Unsere einen Nachbarn haben jetzt übergeben und sie haben mit einer
"Altlast" zu bestehen, gegen die auch heute nichts mehr zu machen ist.
Vor ca 40 Jahren, hat der jetzige Übergeber den Hof von seinem Opa übernommen. Der Sohn war gefallen, und da sich die Tochter nach dem Krieg von ihrem Mann trennte, kam sie auf den elterlichen Hof mit ihren 3 Kindern zurück. Der HOf ging dann direkt an den Enkel. Zu dieser Zeit war die eine Schwester noch nicht verheiratet. Sie hatte einen Beruf und wohnt auch anderswo. Nun bekam sie ein Wohnrecht bis zu ihrer Hochzeit geschrieben. Sie hat zwar einen inzwischen erwachsenen Sohn, hat aber nie geheiratet. Freiwillig verzichtet sie nicht auf ihr Wohnrecht. Vor fast 14 Jahren der jetzige Übernehmer geheiratet und sich eine abgeschlossene Wohnung eingerichtet. Schon damals wollten sie, dass sie ein anderes Zimmer nimmt. Erfolglos. Sie kam alle 14 Tage um hier zu übernachten. Wohnen tut sie ja in der Stadt. Nur gegen Zahlung eines hohen Betrages wäre sie bereit gewesen zu verzichten. Zu meiner SM sagte sie mal, die reichen Bauern haben ja Geld. Seit ein paar Jahren haben die jungen jetzt das Zimmer von ihr gemietet. Sie brauchen den Platz, denn mittlermeilen haben sie 4 Kinder. Sie zahlen jetzt jeden Monat 25,-- Euro Miete und das im eigenen Haus. Reden tun sie ja schon seit Jahren nichts mehr mit ihr, denn das durch so ein Verhalten das Verhältnis nicht besser wird ist eh klar.
Sie wären sogar verpflichtet gewesen sie in die Küche und ins Bad zu lassen, denn die Benützung dieser Räume ist ihr auch geschrieben.
Gegen diesen Übergabevertrag von damals kann man nicht vorgehen, und wenn sie 90 werden sollte, bleibt ihr das Recht immer noch.
Ich frag mich nur, was in dieser Frau vorgeht. Sie lebt ja bereits seit 40 Jahren wo anders. Ich denke, es ist irgendwie Neid auf den Besitz, denn brauchen tut sie das Zimmer ja nicht.

Marianne
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Marina am 26.02.05, 18:59
Hallo Marianne,

meiner Freundin geht`s ähnlich: sie müssen an eine Tante ihres Mannes Miete für ein Zimmer zahlen. An dem Zimmer darf aber nichts verändert werden, obwohl die Tante seit mehr als 20 Jahren als Pflegefall im Heim lebt. Sie nützen den Raum lediglich als Abstellkammer. Aber so blöde sind manche Übergageverträge früher geschrieben worden.
Mein SV wollte sich seinerzeit einen Acker zurückbehalten. Ich weiss heute gar nicht mehr, aus welchem Grund. Das hat ihm der Notar aber erfolgreich ausgeredet. Er hat aber darauf bestanden, dass das Auto (Betriebskutsche  ;)) nicht übergeben wird. Als er nach einigen Jahren ein neues Auto brauchte, hatte er nicht so viel Geld, eines zu kaufen. Da waren wir wieder gut genug  >:(.

Gruß
Marina
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Frieda am 27.02.05, 12:17
Hallo,

und ganz besonders toll ists, wenn Flächen vergessen worden sind. Bei uns wars so, daß eine Übergeber 1884 (!) Flächen, die er mal zugekauft hat nicht  im Übergabevertrag erwähnt hat. Aber zurückbehalten hat er sie auch nicht, da dort andere Flächen erwähnt sind, ein Grundstück mit Austragshaus. Die nachfolgenden Generationen haben das entweder nicht gemerkt oder einfach unterm Tischfallen lassen :(. Nur ist inziwschen auf diesm Grundstück ein haus, in dem jetzt SE wohnen gebaut worden. Obwohl im Grundbuch noch die 1910 verstorbene Ururoma von meinem Mann eingetragen war. Mein Mann war der Meinung, so kann man das auch nicht lassen, beim Staatsarchiv war zwar die Kaufvertag über diese Grundstück und der Übergabevertrag zu finden, aber sonst nichts. Da braucht man dann eine Aufgebotsverfahren, damit sich sich melden, die auch noch Ansprüche auf das Grundstück anmelden. Interessanterweise haben sich ganu die gemeldet, die eh schon mehr bekommen haben, als die anderen - ein Cousin von meinem Mann hat gesagt: Dann kann dein Vater ja Miete an die Erbengemeinschaft zahlen, wenn wir ihm seinen Anteil nicht für eine bestimmt Summe abkaufen. Andere haben gesagt, daß das ihnen einleuchtet, daß das vergessen worden ist, sie wolln da nichts davon.

Deswegen sthet auch im Übergabervertrag von SE an meinen Mann drin: Mitübergaben sind auch alle heute zum Anwesen gehörenden land und forstwirtschaftlichen Grundstücken, die nicht richtig oder vollständig aufgeführt sind...
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: reserl am 08.03.05, 09:13

Am 21./22. März findet an der Landvolkshochschule Niederaltaich ein Hofübergabeseminar für Übernehmer und Übergeber statt.
Dort werden Wege zu einer sachgerechten und menschlichen Hofübergabe aufgezeigt.

Anmeldung bis 14. März bei der Landvolkshochschule St.Gunther Tel. 09901/93520 oder per Email lvhsna.verw@degnet.de


Hat von Euch schon mal jemand ein solches Seminar besucht?
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Guste am 26.04.05, 20:32
Hallo,
das Thema Hofübergabe ist bei meinen Eltern im Moment hoch aktuell und irgendwie häng´ich mittendrin! Da es mich enorm belastet und ich auch nicht einseitig denken möchte habe ich mich durchs Forum gelesen. Trotzdem bleiben noch einige Fragen offen. Vielleicht hat jemand Erfahrungen die mir helfen.
Situation: Mein Bruder, verh., drei Kinder.
Ich bin ebefalls verh., ein Kind und arbeitet 1/2 Tage als Hausw. Leitung im Altenheim. Mein Mann  ist Landwirt und die At. leben in einer eigenen Wohnung im Haus und wir sind für deren Pflege zuständig. Die vier Schwestern meines Mannes sind vor 13 J. abgefunden worden. Das Verhältnis ist gut und es ist alles ok.! Bei meinen Eltern hat sich der Betriebe durch einen Verkauf vergrößert, es sind aber auch Belastungen da, die aber mit entspechendem Arbeitseinsatz gut zu bewältigen sind. Die Wohnungen sind komplett getrennt, meine Eltern arbeiten noch aktiv mit und meine Schwägerin arbeitet ca. 15 St./W.. Das Verhältnis der Frauen war nie sehr gut, aber man hat sich arrangiert. ( Leider nur so lalala!)
Mein Bruder hat seit einigen Monaten Gütertrennung. Meine Eltern sorgen auch vor der Hofübergabe noch für meinen Pflichtteil - bisher ist alles ok, aber jetzt kommst: Mein Bruder besteht auf folgenden Passus im Übernahhmevertrag: im Falle der stationären Pflege bis einschließlich Stufe I ( Pflegekassensazhlung, Rente, etc. werden angerchnet) zahlt er die als Sohn die Differenz zum Sozialträger. Bei Stufe II und III soll ich ,it verpflichtet werden, da ich ja verdienen würde und durch meinen Mann genug Geld hätte ( Bauland). Hat jemand Erfahrung mit so einem Passus, ist das rechtlich ok. Wie ist das bei anderen geregelt. Ich würde mich sowieso um meine Eltern kümmern, aber lieber freiwillig und ich finde diese Forderung gegenüber meinen Eltern auch sehr verletzend (Zitat: Grete pflegt euch eh´nicht, die ist schließlich Tochter und kümmert sich um ihre Eltern, da ihr Bruder und seine Frau (auch Landwirt mit Hof) das nicht wollen). Ich hoffe es ist alles verständlich, denn ein detaillierter Bericht wäre zwar Balsam für miene Seele, aber für euch ein Roman.
Viele liebe Grüße
Guste


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Henriette am 26.04.05, 22:46
Hallo Guste,

soweit ichweiß, sind alle Kinder gefragt,wenn bei den pflegebedürftigen Eltern die Versicherungsleistungen, egal bei welcher Pflegestufe  nicht ausreichen. Maßgeblich ist das jeweilige Einkommen. Die Ausgaben für die  Familie, Schulden, materieller Besitz sind sicher anzugeben und werden berücksichtigt. Inwieweit der Besitz / Verdienst desPartners eine Rolle spielt weiß ich nicht, wäre aber interessant.

Ich finde aber schon, dass die Kinder, die den Hof übernommen haben, die Hauptverantwortung übernehmen sollten. Die Eltern haben ihre Arbeitskraft eingesetzt und arbeiten noch mit, wie auch in Eurem Fall. Menschlich finde ich das ein Armutszeugnis, wenn Deine Schwägerin sich drückt. Dass sich die weichenden Erben mit kümmern und bei Bedarf einspringen, ist eine andere Sache.

Liebe Grüße
Henriette / Christine
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Beppa am 27.04.05, 08:29
Wie ist bei euch die Wohnsituation ? Habt ihr ein eigenes Haus bzw. Wohnung oder Wohnt ihr alle gemeinsam in einem Haus ?

Ich würde mir das Wohnrecht (und evtl. noch andere Ansprüche zwecks Mithilfe) sichern, wenn nicht schon vorhanden. Es könnte ja zum Teil gleich mit dem dir zustehenden Pflichtteil verrechnet werden. Ansonsten geht dich die ganze Übergabe doch rein rechtlich nichts an sondern findet zwischen deinen Eltern und deinem Bruder statt.

Wenn sie eine Regelung zwecks späterer Altenversorgung treffen ist das o.k., aber eine Regelung ist ja bereits gesetzlich vorhanden so das es eigentlich nicht noch extra geregelt werden muss. Was ist z.B. wenn du später einfach nicht mehr in der Lage bist die vereinbarte Leistung zu erbringen ? Oder was bekommst du für die spätere Übernahme der Versorgung ? Dein Bruder hat den Hof und du ?

Wenn er darauf besteht dann nimm dir lieber einen Anwalt der sich das mal ansieht und dann den Überblick hat, was da so nachfolgend noch auf euch zukommen kann.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Margret am 27.04.05, 10:53
Hallo Guste,

ich würde auf jeden Fall den Rat eines / des zuständigen   Notars einholen !!!
Da müsst ihr ja sowieso noch hin,  denke ich.  Habt ihr die geplanten Passagen schon mit ihm besprochen ?

Unser Notar war sehr lebensnah  und hat immer gesagt,  was schriftlich notariell geregelt werde  sei eh nur für den Kriisenfall  bzw. wird nur bei Streit  usw. hervorgekramt.   Deshalb wäre er sehr, sehr vorsichtig mit allem,  was  schriftlich festgehalten wird.

Da keiner weiß,  was kommt,  muss eine faire und für alle allzeit lebbare Vereinbarung getroffen werden.
Bei uns in BW ,  zumindest bei unserem Notar,   wird eher weniger geregelt als früher,  d.h. die Übernehmer werden weniger stark  und andauernd schriftlich verpflichtet.

Mir als Außenstehende  gefällt die Formulierung deines Bruders nicht;  spontan  "riecht"  sie für mich....

Fragt den Notar,  der hat schon so viele Fälle gesehen - vor und nach dem Ernstfall !

Margret
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mia am 27.04.05, 12:22
Hallo Guste,
der Passus im Übergabevertrag, dass der Übernehmer den Differenzbetrag zu den Pflegekosten bei einer Heimunterbringung nur bis zu einer bestimmten Pflegestufe zu tragen hat ist hinfällig, wenn es zu Ungunsten des Staates (sprich Zuzahlung seitens der Sozialhilfe ) ist.
Richtig ist, dass A L L E  Kinder zum "Unterhalt" verpflichtet sind,egal was im Übergabevertrag vereinbart wurde. Die Beträge richten sich dabei nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen.
Der Betrag, den der "Übernehmer" des Betriebes zu zahlen hat, wird aus den jeweiligen Übergabeverpflichtungen berechnet.

Mein Tipp - nicht nur den Notar und Bauernverband, sondern auch einen Rechtsanwalt fragen.

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 27.07.05, 12:12
Hallo,

ich habe mal eine Frage an euch:

Im kürzlichen Bericht "Höfe unterm Hammer" wurde eine Situation vorgestellt, in dem sich die Witwe eine kleinen Bauernhofe mit Schafhaltung entscheiden wollte, wer der Söhne den Hof nun bekommt, übergeben bekommt.

Nachdem der älteste wegen einer Vorgeschichte nicht in Frage kam, war es nun am landw. Familienberater zwischen dem alleinstehendne Sohn (um/über 30) und Mutter zu vermitteln, die sich eine Pflege "zuhause" wünschte.

Nachdem es sich der Sohn so nicht zutraute, wurde Pflegestufe 1 solange zugesichert, wie er "ledigen Standes" sei, im Falle einer Heirat dann Pflegestufe 2.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich persönlich weiß nicht, ob ich die Lösung "glücklich" finden soll:

- Für die Mutter, die sich in der Hoffnung wiegt, daheim gepflegt zu werden, wo es noch in den Sternen steht, ob der Sohn eine Partnerin findet bzw. heiratet,

- für den Sohn, denn ER hat ja die Pflegeverpflichtung Stufe 2 unterschrieben, nicht seine etwaige zukünftige Partnerin, die dafür rechtlich nicht in Regress genommen werden kann

- für eine zukünftige Partnerin, der eine große Erwartungshaltung bei spätestens Heirat übergestülpt wird

- was passiert wenn es (hypothetisch) zu einer Scheidung kommt und er wieder "ledigen Standes" wird?

Findet ihr solche Vereinbarungen noch zeitgemäß? Ist es euch mal ähnlich so ergangen?

Heutzutage werden Partnerschaften ja spät geschlossen, immer häufiger sehen sich die Eltern in der Situation, den Hof einem Kind ohne Partner zu überschreiben oder der Sohn in der Zwickmühle, den Hofübergabevertrag allein zu unterschreiben.

Wie würdet ihr als Eltern damit umgehen? Würdet ihr euren Kindern o.g. Regeln antragen?

viele Grüsse

Mirjam

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: maggie am 27.07.05, 15:37
da muss ich einfach wiederholen -

bin ich froh, dass in der schweiz  der betrieb an den sohn verkauft wird (zu einem spezialpreis natürlich) und ich dann wenn es möglich ist von der st hilfe erbitten könnte -

natürlich gegen verrechnung wie bei einer fremden "spitex" hilfe wie diese "krankenpflegerinnen für zu hause" heissen....
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Margret am 27.07.05, 16:02
Hallo Mirjam und Annelie,

wir haben  an dieser Stelle ebenso geschluckt wie ihr...
Ich halte diese Pflege - Vereinbarung so ebenfalls nicht für sinnvoll. Ist nicht mehr zeitgemäß.
Hätte unser Notar  z.B. nicht gerne gemacht...

Weder meine Eltern  noch meine Schwiegereltern  haben  dies  bei der jew.  Hofübergabe  so geregelt.

Bin mir nicht ganz sicher,  aber würde diese Regelung  nicht im Umkehrschluss bedeuten,  dass der Übernehmer sämtl. event. für Pflege anfallenden Kosten durch Fremde (Sozialstation,  Pflegeheim) ganz alleine bezahlen muss ?
D.h.  ohne dass die Gepflegte  oder gar andere Kinder  irgendwas zuschießen müssten ?!
Bis zum Ende... ?

Margret
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sonnenblume2 am 27.07.05, 16:18

Hallo!

Hätte dazu mal eine Frage: Wie weit geht Pflegestufe 1, Pflegestufe 2 usw.
Sind die Pflegstufen in Österreich die gleichen als in Deutschland, oder gibt es hier andere Einstufungen? Gibt es vielleicht eine informative Internetseite?


Zitat
D.h.  ohne dass die Gepflegte  oder gar andere Kinder  irgendwas zuschießen müssten ?!

Ist es überhaupt möglich, dass weichende Geschwister auch zur Pflege beisteuern können (müssen)?
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: frankenpower41 am 27.07.05, 22:55
Hallo

Der o. g. Filmbeitrag hat meinen Mann und mich auch beschäftigt.
Wir sind jetzt seit fast 18 Jahren verheiratet und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich unseren Übergabevertrag noch nie richtig angeschaut hab.  Durch den frühen Unfalltod seines Vaters hat mein Mann den Hof schon über 5 Jahre gehabt als wir uns kennengelernt haben.
Ich hab auch schon öfters ´gedacht, wie das wäre, denn ich hab ja nie was unterschrieben. Wenn es irgendwie geht, würde ich SM schon pflegen, auch wenn unser Verhältnis nicht immer das Beste war und ist. Wenn SM, was ja keiner hofft, wirklich so schlecht dran wäre, dass häusliche Pflege nicht mehr möglich wäre, müssten wir sicher auch finanziell einiges zuschiessen.
Ich glaub ja nicht, wenn erst bei unserer Heirat übergeben worden wäre, dass ich damals recht viel anders gemacht hätte. Damals hätte ich mich das einfach noch nicht getraut.  Bei uns ist manches so gemacht, was mir heute überhaupt nicht gefällt.  Die Zimmer von SM sind richtig mit in unserer Wohnung mit drin.  Sie hat zwar eigene Küche, benutzt aber meine bei vielen Gelegenheiten einfach mit. Ich räume dann meistens das Feld und tu bis sie wieder abzieht was anderes oder auch einfach mal gar nichts.
Eine getrennte richtig abschliessbare Wohnung würde ich auf jeden Fall durchsetzen. So muss ich halt sehen, dass ich irgendwie mit der Situation zurechtkomme.  Rausschmeissen wenn sie mal wieder da ist kann ich sie ja auch schlecht, obwohl ich manchmal schon große Lust hätte.  Aus Sparsamkeit, oder was auch immer hat sie ihren Kühlschrank oben nie angeschlossen, kochen tut sie oben, die Zutaten sind unten bei mir mit drin.
Über manche Dinge die sie tut, und die werden mit dem Alter immer mehr, kann ich nur den Kopf schütteln.  Wenn wir getrennt wären könnte mir das ja egal sein, aber so nervt das schon gewaltig, wenn man das Gefühl hat nicht selbständig sein zu können.

Marianne
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sonnenblume2 am 12.10.05, 13:51
Hallo ihr Lieben,

Ich habe versucht im Internet zu diesem Thema was zu finden, leider etwas erfolglos. Gestern als Mirjam den Link http://www.landwirtschaftliche-familienberatung.de in einem Beitrag eingefügt hast, habe ich endlich einige Berichte zu dem Thema lesen können.

Meine Gedanken schwirren immer wieder um dieses Thema und es belastet mich schin sehr.
Wie wird es sein! Ändert sich was oder bleibt alles beim Alten! Wie sieht die finanzielle Situation aus. Wer zahlt was und wie viel, usw.
Der Grund warum ausgerechnet jetzt der Übergabe ansteht ist der, weil SM ihre Pension bekommt (SV bekommt sie bereits).
Was mich dabei interessieren würde, was habt ihr aus heutiger Sicht gut ausgehandelt (für beide Seiten – Hofübergeber und Hofübernehmer) und was würdet ihr heute sicher nicht mehr so machen.
Habt ihr gewisse Punkte im Vertrag, die euch etwas Kopfzerbrechen machen, wenn im Fall der Fälle es Hart auf Hart komme?
Welchen Punkt habt ihr euch bezüglich Pflege der Eltern/SE hineinschreiben lassen?
Wie sieht es aus, wenn pflegebedürftige Großeltern da sind, wer hat für die dann aufzukommen? Können\sollen auch die weichenden Geschwister für einen Teil der Pflege (Pflegegeld) aufkommen?
Habt ihr Dinge verabsäumt, die gleich nach der Übernahme neu „eingeführt“ werden hätten sollen? Ich denke da z.B.: an das Milch- und Eiergeld von Privatkunden, habt ihr das dann sofort ihr abkassiert oder doch noch die SM bekommen.
Wie sieht es aus mit den weichenden Geschwistern, dass auch die für Hofnaturalien aufkommen müssen. (bis jetzt kommen sie einfach und holen sich, was sie brauchen ohne irgendetwas zu zahlen).
Wie habt ihr das gehandhabt, wenn Geschwister, Nachbarn kommen um sich was auszuborgen, dass der Jungbauer gefragt wird und nicht mehr bei den Eltern gefragt wird bzw. deren Erlaubnis nicht mehr gilt.
Was für Ansprüche kann der Hofnachfolger mit seiner jahrelangen Tätigkeit auf dem Betrieb geltend machen?
Wie viel haben sich die Eltern/SE von den Hofnaturalien austragen lassen? Ist das heute noch notwenig? Wie viel würdet, habt ihr den Eltern ausgetragen?
Wer zahlt die Stromkosten, Rauchfangkehrer, Post …? (Leider gibt es bei uns keine zwei Stromzähler, währe zu umständlich gewesen, den oberen und den unteren Stock zu trennen). Soll man solche Sachen in den Vertrag hineinschreiben, dass die Eltern auch einen prozentuellen Anteil zahlen müssen?

Fragen über Fragen. Mein Freund ich lassen uns auch noch notariell beraten und werden auch noch auf der Landwirtschaftskammer nachfragen.
Trotzdem würde ich gerne eure Meinungen dazu wissen, denn einem Notar wird das ziemlich egal sein, ob nun die Eltern etwas mitzahlen müssen oder ob Geschwister noch alles kostenlos bekommen usw.

Ich weiß, dass ist ein Thema über das man nicht so gerne in der Öffentlichkeit spricht, darum würde ich mich auch sehr freuen, wenn schon nicht so gerne im Forum geantwortet wird, eine KM zu bekommen!

Freu mich auf viele Antworten – Sonnenblume

P.S.: es sind schon sehr viele Fragen hier in dieser Box beantwortet worden, aber dennoch würde ich aus euren positiven wie negativen Erfahrungen mehr wissen
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: maggie am 12.10.05, 21:07
hallo sonnenblume 2
nun in der schweiz ist ja die übergabe ganz anders geregelt - bei uns wird der betrieb zu sehr günstigen bedingungen an den junior verkauft -
dazu bekommt er starthilfe - u.a. -
dafür muss er dann für die eltern nicht mehr aufkommen - mit pflege oder so..

meist wird noch ein wohnrecht auf lebzeit eingehandelt - das wird dann auch als bezahlung abgerechnet - oder einfach ein wohnrecht und dann bezahlen die eltern miete....

auch die naturalien werden in den vertrag rein genommen ...

so lange die eltern dann im haus wohnen, können sie, so weit platz vorhanden auch noch weichende erben bei sich zum wohnen haben -
und wenn man sieht, dass das noch länger so ansteht, werden auch die naturalien bei der übergabe so berechnet...

doch normalerweise wird das wohnrecht nur auf die eltern ausgestellt - und geschwister müssten nach dem ableben der eltern ausziehen...
so habe ich es jedenfalls meinem sv vor über 30 jahren klar und deutlich gesagt...
war dann zum glück kein thema mehr....

ich mache mir heute auch öfters gedanken darüber - nur bin ich auf der andern seite als du -
doch da wir furchtbare kämpfe mit hilfe von fremden hinter uns bringen mussten,
werde ich mir alle mühe geben -
unserem sohn nicht zu viele steine in den weg zu werfen...
und mein mann ist da zum glück gleicher meinung...

unsere ersten ehejahre waren einfach scheuslich... - nur wegen sv und seiner einstellung bei der hofübergabe...
das werden wir unseren nachfolgern niiiiieeee antun -

vor allem - lieber einen zu ausführlichen vertrag abschliessen -
auch wenn es heute mit den eltern gut geht - und ihr euch versteht -
so viel als möglich schriftlich fixieren -

wer weiss ob se im alter nicht auf "stimmen" von anderer seite hören -
und wer weiss wer alles in diese familie hinein heiratet...

auch wir haben das erlebt - es war der angeheiratete der das theater anriss.....

ich wünsche dir viel glück - gute nerven - nicht nachgeben, wenn du mit etwas nicht zufrieden bist -
wir waren ja damals so blöd und getrauten uns einfach zu wenig....

wir haben mit unserem sohn eine betriebsgemeinschaft gemacht -
6 seiten lang ist dieser vertrag -
die berater vom landw. amt meinten - lieber zu viel berücksichtigen - als dann im schlimmsten falle bis zur gerichtsverhandlung schreiten -
das könnte ja auch noch so passieren ....

und lasst euch zeit - nichts überstürzen -
lieber 2 mal über einen vertrag schlafen -
hat gerade vor wenigen tagen ein kollege gemeint -
habe gedacht - na ja se sind ja ganz angenehme leute - und heute - muss er sich über die schwager ärgern....
hat in einen auslaufenden betrieb eingeheiratet und die abbruchfälligen gebäude übernommen und saniert für sich und se...
und nun wohnt noch ein schwager im haus - erst 40 - und kann ja nicht alleine wohnen....!!

nochmals - viel glück....
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: michlbeirin am 12.10.05, 22:02
Hallo Sonnenblume2

bei uns war letztes Jahr die Hofübergabe, nachdem mein SV 65 geworden ist. Ich denke bei uns ist das ganz anders abgelaufen, als meistens üblich. Ich komme sehr gut mit meinen Schwiegereltern, und auch sie mit mir aus. Es wurde alles so gemacht, wie es für beide Parteien am besten ist.
Wir zahlen 350€ Austrag im Monat, Strom, Wasser, Telefon, ect. zahlen wir. Mein Schwager wohnt noch im Haus, ist ledig und es steht geschrieben, das er seit zwei Monaten Wohngeld zahlen soll, aber nur weil das so üblich ist. Dafür hilft er am Wochenende mit, repariert mal Machinen oder macht kleinere Einkäufe (ebenso passt er manchmal auf unsere Kinder auf), also recht praktisch. SM gebe ich Geld zum Einkaufen, weil ich nichts danachfrage, wenn ich nicht fahren muß und sie macht es recht gerne. Eiergeld verwendet sie auch zum Einkaufen. SV verkauft Brennholz, das Geld wiederrum wird von uns für Barzahlungen verwendet. Wenn meine SE von jemanden was gefragt werden, sagen sie immer, das geht ihnen nichts mehr an, da müssen die "Jungen" gefragt werden. Die weichenden Erben sind alle versorgt. Für zwei wurde ein Haus gekauft, die dritte hat einen Geldbetrag von SV erhalten, wir hatten also gar nichts mit dem "Auszahlen" zu tun. Ich verstehe mich ziemlich gut mit meinem Schwager und den Schwägerinnen. Es steht auch so drin, wen SE zum Pflegefall werden, das sich die weichenden Erben auch einbringen sollen.
Vom SV erahlten wir dann auch wieder Geld für Reparaturen, bzw. unseren Stallneubau, weil er will, das das Geld wieder in die Landwirtschaft investiert wird.
Es ist also ein Hand in Hand, wo "bis jetzt" keiner das Gefühl hat, das er benachteiligt wird.

Viele Grüße
Edith
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 12.10.05, 22:52
DA kann man nur von träumen,dass eine Übergabe so toll geregelt ist wie bei Euch.
Wünsche Euch dass es weiterhin so gut klappt.
Wo viel guter Wille ist,geht auch viel.
Maja
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Elisabeth_F. am 14.10.05, 07:01
Hallo!
Da kann ich mich Maja nur anschließen, von sowas kann man nur träumen, wie Edith schreibt. Das ist wohl eher die Ausnahme. Edith, ich wünsche Euch, daß es weiterhin so gut läuft.
Liebe Grüße
Elisabeth
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 18.11.05, 19:36
Hallo, ihr Lieben

nachdem ich ja vor längerem schon mal geschrieben hatte, dass zum Glück genug Privatvermögen da sei, von dem die Geschwister meines Mannes abgefunden werden können (jeweils ein mehrfach vermietetes Haus), muss ich jetzt mal ganz dumm was fragen:

Inwischen ist SV seit knapp 2 Jahren tot. Das Privatvermögen (Mietshäuser) sind aufgeteilt worden und mein Mann hat ein paar Äcker geerbt - alles vom SV. Der Hof, von dem wir unser Einkommen erwirtschaften, gehört nach wie vor der SM (ist also noch nicht übergeben). In den Verträgen mit den Geschwistern (mittels derer das Vermögen meins SV aufgeteilt wurde) stand sinngemäß drin, dass sie so zu behandeln seien, als ob sie noch nichts erhalten hätten. Nun die Frage: Ist so was überhaut zulässig.

Und nun was emotionales: Wie viel wollen die Geschwister denn noch? Sie erhalten monatlich Mieteinnahmen, und mein Mann muss für seinen Ertag von den geerbten Äckern(der niedriger ist, als die Mieteinnahmen) arbeiten um überhaupt etwas zu erhalten. ...und dann wollen die später, falls er den Hof mal bekommt, wohl nochmal was haben???

Und noch was: Mein Mann, der die Kühe noch nie geliebt hat, würde das Milchvieh gerne aufgeben. Er bewirtschaftet rund 100 ha (Ackerbau), die aber - wegen Ballungsgebiet - immer weniger werden. Außerdem ist ein Teil der Eigentumsflächen (gehören der SM) Bauland geworden. Am liebsten wäre es meinem Mann, wenn das Bauland renditebringend gegen landwirtschaftliche Flächen anderswo "getauscht" würde, damit er auch mal Geld einnimmt, ohne sich immer so fürchterlich dafür plagen zu müssen (also Miet- oder Pachteinnahmen). hm.
Hoffentlich platzen diese "Träume" nicht. SM will ja die Geschwister auch zufrieden stellen...    (als Info: mein Mann ist 47 und hat nur noch ca 50 Prozent Lungenfunktion. Ich will auch nicht, dass er nur rackert, ich wäre auch bereit, finanziell kürzer zu treten- wenn ich dann mehr von ihm hätte...) Zur Zeit haben mein Mann und ich beide keine Lust mehr, auf dem Hof rumzurennen. Solange er noch der SM gehört, ist es ja nicht wirklich möglich, ihr nach eigenen Wünschen und Lebensvorstellungen zu gestalten. (Ideen hätten wir schon...)

Was meint ihr?

liebe Grüsse

Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Ingrid2 am 18.11.05, 20:39
Hallo Anna,
so  ganz spontan fällt mir nur ein: Warum fragt dein Mann seine Geschwister nicht, was sie noch wollen - ob sie noch was wollen - wenn ja, warum? Ich weiß schon, daß das sehr heikle Fragen sind und natürlich auch evtl. unangenehm. Aber ihr habt doch sonst keine Ahnung, was auf euch noch zukommt. Und es ist doch nur legitim, daß ihr den Betrieb nach euren Vorstellungen weiterentwickeln wollt. Und überhaupt - dein Mann ist 47 - mein Mann ist 45 und wir planen genaugenommen schon bis zur Rente - wann wollt ihr denn anfangen, auch eure Träume zu leben und zu verwirklichen?

Ganz ehrlich - wir wissen schon, daß wir noch einige Jahre arbeiten müssen - aber unsere finanziellen Planungen gehen nur noch bis zum Rentenalter. Das was wir bisher gemacht haben, darauf bauen wir auf - wir machen weiter, verändern und gestalten. Und wenn dein Mann eh nicht mehr so ganz gesund ist - worauf wollt ihr denn noch warten?

Sorry - da komm ich nicht mit.
LG Ingrid
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 19.11.05, 09:52
Weiß schon dass es schwer fällt mit den Sogenannten weichenden Erben ein vernünftiges Gespräch zu führen,zumal die vom Hof gegangenen immer der Meinung sind ,der Hoferbe hätte ja alles bekommen.Aber du musst Dich auf die Hinterbeine stellen sonst wird das nichts
Gruß
 Maja
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Luetten am 19.11.05, 15:02
Moin,
also mein Mann seine Geschwister mußten während der Hofübergabe mit zum Notar und unterschreiben das sie abgefunden sind und keinen weiteren Anspruch haben!
Gruß Lütten
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mathilde am 19.11.05, 18:01
Hallo Anna,

bin jetzt mal bissig: aber bis 47 !  So lange hätte ich nicht gewartet  :-X
Das finde ich nicht in Ordnung was Deine SM da macht ................aber das sind private Sachen  :-[

LG Mathilde (Mein Mann war 31 und ich 25 wobei ich den Hofübergabevertrag nicht gesehen habe  :()
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Irmgard3 am 19.11.05, 18:32
Hallo Anna,

ich denke das Testament und die SM sind ausschlaggebend.
Die Geschwister fragen, was sie noch wollen, das wäre mir zu heikel.
Denn welche weichenden Erben nehmen nicht was sie kriegen können.
Blöde Situtation, bzw. Entschuldigung das Testament gefällt mir nicht. Es produziert ja im Ernstfall den STreit.
Für mich heißt es im Klartext: Die weichenden Erben haben Miethaus/häuser.
Sind dann aber weiterhin so zu behandeln als hätte sie noch nix, also alles brav teilen und zwar mit allen Geschwistern. Also bekommen die weichenden GEschwister mehr als der Hofnachfolger. :'(

Das sollte SM mal alles wohlüberlegt in die Hand nehmen und regeln.

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 19.11.05, 19:07
Hallo Irmgard,

ich bin eine von 4 Geschwistern  - die "nicht" nicht nahmen was sie kriegen konnten: Schon Jahr/zehnte vor der Hofübergabe stand fest, dass wenn mein großer Bruder den Hof übernimmt - wir auf alle diesbezüglichen Ansprüche verzichten und dies auch ohne zu zögern taten, da unser "Erbe" in einem tollen Zuhause und einer guten Ausbildung bestand.

So weit ich weiß, müssen bei einer Hofübergabe nicht einmal die Geschwister gefragt werden - aber ein zeitgleicher Pflichtteilsverzicht ist schon sinnvoll - dann ist alles vom Tisch.

Ein Erbverzicht geht meines Wissens - Lucia hat es schon angedeutet - noch weiter: So weit ich weiß haben dann die verzichtenden Erben nicht mal mehr Anspruch auf den alten Nußknacker von Omas Fensterbrett als Erinnerung....

Was finde ich zu bedenken gilt - der Erbfall kann ja schwarzmalend JEDEN Tag eintreten (z.B. Unfall SM/SV) und dann gilt wäre gerade wenn der Hof nicht übergeben wäre - tirtt die gesetzliche Erbfolge sofort in Kraft -  eine entsprechende Klausel im Pachtvertrag wäre doch recht sinnvoll, oder ?

Schlimmer noch - der Vererber hat z.B. einen Schlaganfall, Pflegefall und ist nicht mehr geschäftsfähig, dann geht wahrscheinlich ein ziemlicher Behördenweg usw. los, oder?

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Bei den Gesprächen mit E/SE oder Geschwistern denke ich  - geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um Gefühle (wieviele Ehe-Enttäuschungen werden übers Geld ausgetragen?) und darum finde ich es wichtig, dass man sich vorher überlegt, welche Erwartungen und Möglichkeiten man  hat (oder die anderen haben), und welche Optionen zur Wahl stehen unter Berücksichtigung der rechtlichen Gegebenheiten (Übergabe, Pflegeklauseln usw.) und auch ökonomische Daten zur Hand hat, um nahe an einer Sach-Ebene zu bleiben.  Na klar schwätzt sich das schlau, aber mir gehts so, dass ich schwierige Gespräche leichter angehe - wenn ich weiß, ich bin gut vorbereitet und hab schon verschiedene Szenarien im Kopf durchgespielt.



viele Grüsse

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Gitta am 19.11.05, 19:18
Hallo Anna,

ich würd die Verträge packen, meinen Mann mit dazu und zu einem Rechtsberater des BBV gehen.
Diesem Mann alles erklären was Sache ist und was ihr euch vorstellt und dann wißt ihr Bescheid, wie ihr dran seit.

Nach diesem Gespräch mit dem Rechtsvertreter eine Nacht darüber schlafen und dann mit Absprache des Mannes und nätürlich in seinem Beisein, mal den ein oder anderen Satz bei der gemeinsamen Arbeit mit SM loslassen.

Wetten bei der SM klingelt die Alarmglocke? Und dann ergibt sich so neben der Arbeit ein Gespräch über die Sachlage.
Die Geschwister würd ich mal ganz draußen lassen.

Die SM ist die Schlüsselfigur und natürlich ihr zwei.

Wenn da  Bauland zu erwarten ist, dann würd ich mich mal sputen die Sache zu regeln, sonst müßt ihr noch viel Steuern zahlen. Das ist auch ein Gesichtspunkt denn ich der SM sagen würde. Ihr arbeitet doch nicht für den Staat, indem ihr ihm jede Menge Vermögenssteuer zahlt?!!.

Wenn der erste Satz gefallen ist und einige Sachen angesprochen wurde, würd ich persönlich abwarten, ob von der Gegenseite das Thema wieder aufgegriffen wir. Wenn sich bis Weihnachten von SM nichts rührt, nochmal anstoßen, ob sie nachgedacht hat und was sie vor hat zu unternehmen.
Wenn nichts an Reaktion kommt, dann die Arbeit ruhen lassen, richtig demostrativ.

Das schlechte Gewissen, bis dato noch nichts unternomme zu haben, habt ihr aufgeweckt.

Viel Kraft und Glück wünscht euch beiden
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 19.11.05, 19:20
SM `s sehen manchmal auch nicht so klar. und SChwiegertöchter die sich beschweren sind gleich ganz verpönt.

Bei uns war das auch nicht gerade lustig. Ich habe den Hof von meiner Mutter übernommen,da aber mein Vater jünger war als die Mutter und er  Betriebsinhaber war konnte er nicht vor dem 65. Lebensjahr abgeben.
Ich war da schon 43 Jahre alt. Von meiner Mutter musste ich mir bei der Hochzeit sagen lassen " Du kriegst ja mal den Hof,da brauchst Du keine Aussteuer" meine Schwestern haben ihre Aussteuer bekommen.
Bauplätze wurden verteilt und Stammholz wurde für die w. Erben verkauft.Das Milchvieh, der Mähdrescher,die Melkanlage und das Jungvieh ,alles wurde verhökert,bevor mir der Hof überschrieben wurde.Ich war auf dem Hof geblieben mit meinem Mann nach der Hochzeit und wir beide haben den Hof mit zu dem gemacht was er ist.
Viel zu lange habe ich zu allem geschwiegen,nur weil mir am Hof gelegen war. Mein Mann hat es aber auch so gewollt. Bis es eines Tages nicht mehr ging. Da habe ich mir ein Haus sozusagen fast gekauft und wollte ausziehen,plötzlich besann sich meine Mutter.
Meine Schwester wollte noch beim Notar von mir jede Menge Bargeld.
Ich habe ihr dann den Vorschlag gemacht mir meine Arbeitszeit die ich unbezahlt in den Hof investiert hatte und das Geld das ich in den Hof gebaut hatte sowie,das Geld das sie von mir wollte  mir zu geben und so könnte sie den Hof haben. Da war dann endlich Ruhe und die Übergabe konnte vonstatten gehen. Meine Schwestern haben dann unterschrieben dass Sie abgefunden wurden.

Allerdings konnte ich mit meiner geldgierigen Schwester sehr sehr lange nichts mehr reden. Mir war das Herz und Mund für Jahre verschlossen.
Langsam geht es wieder.
Aber soweit muss es eigentlich nicht kommen. Nur soviel dazu was Eltern ( nicht unbedingt nur SE) ihren KIndern antun können.
Wünsche Dir dass es bei Euch besser gemacht wird.
MAja
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 19.11.05, 19:27
JA Gitta und Mirijam ,Eure Beiträge sind klasse. Schade dass es damals noch keinen BT gab. DAs hätte mir Mut gemacht und ach Kraft gegeben. Ich denke Anna kann  jetzt anhand der vielen guten Ratschläge sich die rechte Handungs- und Vorgehensweise ausdenken
Viel Glück und Wünsche dass sich am Ende alle noch in die Augen sehen können
Maja
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 19.11.05, 22:38
Hallo, Ihr Lieben.

Erst mal: Danke für euere Antworten.
Wir waren schon vor längerem mal bei einem Anwalt des Bauernverbandes. Der meinte, wir sollten mit SE (damals lebten noch beide) reden. Wir sollten sehen, dass wir das geklärt bekommen.  :-\  Aber zwingen kann man niemanden dazu, etwas zu klären.   >:(
Mein Mann macht öfter mal (relativ deutliche) Andeutungen bei seiner Mutter. Er sagt zu mir, sie wisse, wie er denke. - Aber das wars dann auch.  Die Leute haben viiiiiiel Zeit...

Die Idee, die Geschwister direkt anzusprechen: Das wird nichts. Mein Mann hat ein, milde ausgedrückt: gespaltenes Verhältnis zu seinen Geschwistern.

Als die Sache mit dem Vermögen des SV geklärt werden sollte, da hatte ich den Eindruck, die Geschwister rücken bei der Mutter auch nicht so recht raus damit, was sie genau haben möchten.

Ich hab immer meine Probleme damit, wie meine Schwiegerfamilie solche Dinge angeht. Bei uns hat man sich zusammen an einen Tisch gesetzt, und dann beratschlagt.

Ich frage mich, ob der (sinngemäße) Passus, wonach die Geschwister so zu behandeln seien, als ob sie nach dem Tode des SV noch nichts erhalten hätten, im Streitfall vor Gericht (der hoffentlich ! nicht eintreten wird) überhaut gültig ist. Ich glaube nämlich, dass angerechnet werden MUSS, was jeder bereits erhalten hat... ??? - ???
Aber schon die Tatsache, dass dieser Passus überhaupt drin steht, stimmt nachdenklich...
Hat mein Mann als Landwirt eigentlich ein RECHT darauf, dass der Hof zusammen bleibt???

Übrigens: Mein Mann hatte erst eine GbR mit seinem Vater. Die wurde dann aufgelöst und die Anteile meines Mannes sind dann wieder unentgeldlich an seine Eltern zurück geflossen. Dann gab es einen Pachtvertrag über 10 Jahre. Der ist seit - moment...? - drei Jahren ausgelaufen. JETZT gibt es überhaupt keine Regelung. Pacht zahlt mein Mann nicht mehr...

Die Rechtslage würde mich interessieren. Ich denke, "moralisch" gesehen sind wir uns hier im BT fast alle ziemlich einig. Aber das nutzt meinem Mann (und mir) im Falle eines Falles nichts. Hier geht es nicht um Moral, sondern um die Rechtslage (bzw. ums liebe Geld)

liebe Grüsse

Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Gitta am 20.11.05, 18:26
Hallo Anna,

im schlimmste Falle steht ihr mit euren "Lieben" vor Gericht, seh ich das richtig??

Will natürlich niemand, ist klar!!

Ist gibt ein Recht, das sogenannte Gewohnheitsrecht,(glaub ich zumindest, dass es so heißt).

Wenn ein Betrieb jahrelang oder jahrzehnte lang so geführt worden ist, als wäre es mein Eigentum, kann es nicht so einfach werden. Eure ganzen betrieblichen Entscheidungen wurde so erledgit, als wäre es euer Eigentum und der eigentliche Eigentümer hat keine schriftlichen Einwände gehabt.
So habt ihr im Sinne des Eigentümers gehandelt.

Ein Zerschlagen oder "wegnehmen" des fast eigenen Betriebes ist rechtliche durch diese Regelung erschwert.

Zudem bestanden bei euch schon Pachtverträge.

Das Problem  bei Euch ist, dass bei Todesfall eine Erbregelung in Kraft tritt, die alle Kinder gleich behandelt, egal ob schon Bauplätze oder was weiß ich noch alles, als Schenkung schon erfolgt ist.

Wie alt ist den die SM und gesundheitlich? Wie sieht es da aus?

Unsere Übergabe war 2003, mein Mann und ich heirateten 2002. Die Übergabe und der Vertrag waren ein einziges Chaos. Meine SM und auch teilweise mein SV behandelten mich wie den letzten Dreck, wie eine Aussätzige, die nichts zu sagen hatte und nicht zur Familie gehört.
Zur Vertragsunterzeichung wurde mein Mann unter falschen Angaben gelockt, natürlich allein.
Als dann der Inhalt vorgelesen wurde, wollte er nicht unterschreiben und mit mir nochmals reden.
Darauf hin wurde er erpreßt, von den eigenen Eltern, wenn er diesen Vertrag nicht unterschrübe, werde gar keiner mehr gemacht und der Hof nach deren Tod aufgeteilt.
Mein Göga erzählt mir dann mit Tränen in den Augen hätte er unterschrieben und hoffte ich würd nicht sofort die Scheidung einreichen. Sie die SE wollten mich um jeden Preis wieder loswerden und sie benutzten jedes Mittel meinen Göga unter Druck zu setzten.

Fazit: Bis heute sind wir ein glückliches Paar, das zusammehält und so manches geschluckt habt.
Los werden die mich nie mehr, und als Danke schöne für ihr Benehmen, helf ich den Alten fast gar nichts.
Mit Rückendeckung meines Mannes lass ich die rackern bis zum Umfallen.
Unser Neubau steht schon, und bald ziehen wir in unser eigenes Haus, dann sind wir die zwei noch wurschtiger.
Geredet wird nur das allernotwendigste und mit einem sehr sehr kühlen Unterton.
Die haben mittlerweile schon kapiert, was lost ist und wie sie sich daneben benommen haben.

So soll es aber bei Euch nicht ausarten, obwohl die Kühle der Gemeinschaft schon aus deinen Worten heraus zu lesen ist.

Wenn sie nicht will, zum Notar tragen könnt ihr sie nicht.
Aber fragen würd ich schon mal, wer ihr den Arsch mal ausputzen soll, wenn es anders nicht mehr geht?
Oder einen Becher mit Trinken ans Bett reichen soll, oder Essen eingeben? Wer??

Nicht groß Disskutieren nur so ein paar nachdenkliche Fragen oder Bemerkungen stellen?

Noch mals
Toi, toi toi

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Irmgard3 am 20.11.05, 20:44
Hallo Anna,

ich denke, dass die Geschwister dann wirklich so behandelt werden, als hätte sie noch nichts bekommen.
Angerechnet werden muß nur das bereits geerbte bei den Freibeträgen, falls es noch in der 10Jahresfrist steht.
Aber ihr solltest die SM schon dahingehend beeinflussen, dass sie die Angelegenheit, solange sie noch kann klar regelt. Die Zeit läuft.................
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 25.11.05, 18:04
Hallo, Ihr Lieben,

also, die Sache frisst meinen Mann auf. Vorgestern abend kam er nach einer Veranstaltung eines Landmaschinenhändlers erst um 4 Uhr heim, und gestern kam er um 22.15 Uhr rein, betrunken. In letzter Zeit trinkt er öfter. :-[  :o
Ich finde das nicht nur widerlich; es ist auch ein Alarmzeichen. Er philosohierte dann rum, ich wurd' nicht so recht schlau draus. Er fühlt sich selbst wohl wie der letzte Dreck. Aber wenn ich ihn frage, was genau er sich denn wünschen würde, kann er dies nicht beantworten. Heute mittag fing er dann auch wieder an, mit mir Streit zu suchen - und ich kann ja auch nicht immer nur schlucken :-X  Ich bin ja irgendwo auch noch wer...

Ich hatte heute vormittag ganz in Ruhe mit meiner SM gesprochen - ganz ohne Panik. Ich habe ihr von der Trinkerei erzählt, und von seiner "Gefühlslage", auch darüber, dass er so unter seinem schlechten Verhältnis zu seinem Bruder leidet (das früher ja immer gut war, bis ICH auf den Hof kam  ???   ) Aber ich hab den Bruder natürlich nicht schlecht gemacht, im Gegenteil, ich hab mir dran erinnert, dass er ihm (meinem Mann) früher immer geholfen hat...       Kurz: ich hab über meine Sorge um meinen Mann gesprochen, und auch darüber dass das mit dem Trinken aufhören muss. Ich hab ihr auch klar gemacht, dass ihn die Zukunftsängste so fertig machen. Er sagte mehrmals wörtlich zu mir: "Ich hab Angst vorm Leben." Ich denke mal, sie weiß, dass sich die Situation dringend ändern muss, weil es sonst einen Eklat gibt. Sie weiß auch, dass ihm die Arbeit über den Kopf wächst. Problematisch ist halt, dass mein Mann nicht ganau sagen kann, was er sich eigentlich genau wünscht.

Es war ein kurzes ruhiges Gespräch. SM und ich leiden ja beide unter seiner "Laune". Er ist ein Mensch, der immer nach hinten schaut: damals, vor 20 J. hätte er nach Dänemark gehen können, vor 15 J. nach Ostdeutschland.... u.s.w. SM ist geistig voll fit, sie kennt ihre Söhne genau und wir können im Grunde auch ehrlich über die Männer reden, nur Vorwürfe darf ich ihr oder den Geschwistern auf gar keinen Fall machen. Dann ändert sich die "Lage" schlagartig, und sie geht zum Gegenangriff über - erfahrungsgemäß. Inzwischen weiß ich, wie ich mit ihr reden muss um - sagen wir mal: "Denkanstöße" zu liefern.

Also, mehr als in so einer ruhigen Form - ohne konkrete Forderungen oder Wünsche zu äußern, dann ICH nicht machen. Da ist meine Schwiegerfamilie nämlich allergisch gegen, wenn die Angeheirateten sich zu sehr einmischen.

Ich würde ja jetzt sagen, dass ich die Dinge vertrauensvoll in Gottes Hände lege, und ihn bitte, dass er uns ins Herz geben möge, was er von uns erwartet - da ich ganz sicher bin, dass er am besten weiß wie die Dinge zu lösen sind.... Aber (leider) glaubt mein Mann nicht so sehr an Gott wie ich. Sicher glauben auch viele von Euch nicht an Gott... geht mich auch nichts an, und ich möchte daher dieses Thema, zumal in dieser Box, nicht weiter ausführen. MIR gibt es allerdings doch immer wieder die Kraft, aus diesen moralischen Löchern / Tiefs heraus zu kommen.

Zu Gitta:

Grad heute hatte mir jemand erzählt, dass es bei uns in Hessen wichtig sei, ob ein Betrieb in die "Höferolle" eingetrgen sei. Wenn nicht, dann würde - falls SM sich nicht endlichlich dazu durchringt, zu überschreiben - der Betrieb tatsächlich irgendwann durch 4 geteilt (da vier Geschwister) und dann würde den Geschwistern auch das angerechnet, was sie bereits erhalten haben.
Also jetzt Geld raus ziehen, was das Zeug hält, nichts in Gebäude (Stall aus den 70ern), Melktechnik u.s.w. investieren? ???      - auch keine tolle Vorstellung.   ...obwohl - im Grunde ist es ja die ganze Zeit so gelaufen :-\   

Mein Mann hatte seiner Mutter (wie er gestern - im Suff - erzählte) wohl auch an den Kopf geworfen, dass er den Stall mit dem Bagger wegschieben würde, und von dem Erlös aus dem Baulandverkauf ein Mehrfamilienhaus hinstellen möchte - zum Vermieten (seine Geschwister haben w. erw. ja auch jeder eins vom SV geerbt). Da soll sie gemeint haben, dass dann da den andern dreien ja auch was zustünde. - Naja, ich bin vorsichtig. Ich weiß, wie sie auf solche verbalen Attacken reagiert, zumal ich ja auch weiß, WIE mein Mann so was rüberbringt... Die Antwort von SM: Gegenangriff....

Aber so kann man solche Dinge wohl kaum lösen...   :-\

naja. Aber mal ganz dicken Dank für euere Antworten und für euer Mitgefühl. Tut richtig gut. :-*  Liebe Grüsse

Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: spirit am 26.11.05, 00:40
Liebe Anna!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese, wie es scheint, nicht endenwollende schwierige Zeit.

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Beim Lesen der Beiträge hat mich auch unsere Hofübergabe wieder eingeholt vor 26 Jahren.
Meine Schwiegermutter hat damals auch nach dem Tod ihres Mannes übergeben an meinen Mann.
Ich war sowieso ausgeschlossen von diesem ganzen Zirkus beim Notar (hatte zuwenig Mitgift ihrer Meinung nach). Sie hat es meinem Mann und mir nicht leicht gemacht, jahrelang haben wir im Unfrieden nebeneinander gelebt. Alle Lösungen nach einer räumlichen Trennung hat sie verweigert.
Ich frage mich heute oft, wieso wir damals nicht den Mut aufgebracht haben, uns ein eigenes Haus zu bauen.

Nun ist genau die Situation eingetreten die sich meine Schwiegermutter jetzt 86 J. sicherlich  nie vorstellen konnte. Jetzt ist sie von mir abhängig, weil sie ein Pflegefall ist, jedoch geistig fit. Vom pflegerischen  her, brauch ich mir nichts nachsagen lassen. Zweimal am Tag kommt die Hauskrankenhilfe, ich besorge alles für sie: Essen, Wäsche, Medikamente, die Liste ist lang. Sogar die Bankvollmacht mußte sie mir anvertrauen, mangels anderer Personen, alle haben sich aus dem Staub gemacht.
Oft müssen wir auch in der Nacht aufstehen. Aber Mitgefühl, Trost oder Aufmunterung kann ich ihr nicht geben, dazu ist viel zu viel passiert zwischen uns. Oft habe ich ein schlechtes Gewissen weil sie förmlich nach Zuneigung bettelt, aber ich kanns einfach nicht....noch nicht.
Es ist so schwierig die alten Schuhe stehen zu lassen u. in neue zu schlüpfen.
Oft denk ich mir, wieso bin ich nicht zufrieden, jetzt bin ich dort wo ich mich immer hingewünscht habe: "am längeren Ast". Jahrelang ist sie meiner Meinung nach dort gesessen immer wieder hat  sie uns  erpresst  mit dem Vermögen, welches sie sich zurückbehalten hat.

Gott sei Dank verstehen wir uns mit unserem Sohn u. unserer Schwiegertochter recht gut. Mein Mann u. er arbeiten super zusammen.
Wir sind natürlich räumlich getrennt u. reden über alles offen miteinander.

Liebe Grüße
Marianne

 


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: reserl am 27.11.05, 10:55

Den Beitrag von Vitus zum Thema "Verpachten statt Hofübergabe?"
findet ihr nun in einer eigenen Box  (http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=9110.msg133716;topicseen#msg133716).
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 27.11.05, 17:01
Ach Spirit,

jetzt mach dir doch nicht solche Vorwürfe. Das ist doch ne tolle Sache, dass du nach allem jetzt die Verantwortung für deine SM übernimmst.
Da ist sicher viel kaputt gagengen in all den Jahren, bei dir - all die seelischen Wunden, die man dir zugefügt hat. Sei nun geduldig mit dir.
Du schreibst ja selbst: du kannst ihr NOCH nicht die Zuneigung geben, um die sie nun förmlich bettelt.
Das ist völlig OK so.
 :-*  (warum gibts hier keinen "drück-dich-ganz-doll-Smilie"?)


liebe Grüsse

Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Gitta am 27.11.05, 19:56
Hallo Spirit,

ja ich muß AnnaAnna recht geben,
deine Gefühlslage ist völlig o.ik.

schließlich hat deine SM an pflegerischen ja eh alles, was sie braucht.
Allein das ist schon eine Menge, die du für sie tust.

Kann dich gut verstehen und drück dich ganz toll!!!!

Gitta
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 28.11.05, 00:52
Von mir auch einen Drücker und kleine Anschubs.
Maja
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: strop am 28.11.05, 15:32
Hallo,
auch ich denke ganz fest an euch, habe das in einer etwas anderen Art hinter mir.
Hat über 2 Jahre gedauert, bis klar war, wo ich stand.
Bis dahin kam ich mir vor wie - ja - es ist einfach kaum auszudrücken, wie man sich vorkommt. Man hat jahrelang gearbeitet, Geld investiert, den Hof aus- oder sogar aufgebaut, Privatleben fand wegen Zeitmangel und Arbeitsüberschuss nur ganz bescheiden statt, ganz zu Schweigen von der Erziehung der Kinder, die vielleicht zeitmäßig auch zu kurz kamen und plötzlich steht da ein riesengroßes Fragezeichen. Wofür? Warum? Etwa dafür, dass andere den Nutzen haben? Und man selber nicht einmal ein Dach über dem Kopf?
Es kann manchmal ganz ganz unvorhergesehen dumm laufen!
Deshalb mein Rat: Unbedingt beraten lassen und immer am Ball bleiben - solange, bis die Dinge geregelt sind!
LG,
strop
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 08.12.05, 22:36
Hallo Strop,

das klingt ja fürchterlich. Könntest du mal etwas deutlicher werden, was dir da passiert ist? Oder magst du nicht? (wäre dann auch ok). - Vitus sucht "Erfahrungsberichte" in seiner Box: Verpachten statt Hofübergabe ? ;)

...und danke, dass du mit meinem Mann und mir mitfühlst.

Liebe Grüsse

Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: strop am 09.12.05, 00:11
Hallo, Anna!
Mir fallen im Moment fast die Augen zu, ist schon sehr spät.
Mein "Fall" paßt vielleicht nicht gut in diese Box, vielleicht schaust Du in meine alten Beiträge.
Unser Hof ist in der Höferolle, zusätzlich ist noch Privatvermögen vorhanden.
Ohne Testament wäre meine älteste Tochter nach dem Tod meines Mannes (hier bei uns gilt das Ältestenrecht) Hofeserbin geworden. Sie hätte mich ohne weiteres bei Erreichen des 18. Lebensjahres des Hofes verweisen können. Sie war damals 15 und im "richtigen" pubertären Alter. Der Amtsrichter hat das für uns so eindeutige Testament seinerzeit ganz anders ausgelegt als es der letzte Wille meines Mannes war. Erst nach über 2 Jahren hat er mich als befreite Vorerbin eingesetzt, nicht als Alleinerbin, wie es eigentlich mein Mann gewollt hat, aber auch nicht als einfache Vorerbin, die bis zur Hofesübergabe an die evtl. nächste Generation auf dem Hof arbeiten darf.
Die Kinder mußten - weil sie minderjährig waren - in der erbrechtlichen Angelegenheit jeder einen Vormund haben - von der Seite der Verwandtschaft meines Mannes! Was da alles hätte falsch laufen können!
Es hat alles viel viel Geld und Nerven gekostet, kann ich nur sagen. Die finanziellen Verbindlichkeiten liefen weiter, Darlehen mussten umgeschuldet werden, was ich auf meine private Kappe nehmen musste, da der Hof ja noch nicht wirklich meiner war.
Noch so einige ganz unangenehme Dinge sind vorgefallen, ich kann sie nicht jetzt und hier ausdehnen.
Nur so viel: Tragt Sorge, dass Ihr die Angelegenheiten regelt, ich bin sicher, mit Fingerspitzengefühl und Konsequenz schafft Ihr das. Stellt Euch die Fragen: Was geschieht, wenn............................, geht die Möglichkeiten durch, möglicherweise mit der SM zusammen - oder mit den Geschwistern. Zumindest aber mit einer fachkundigen Person, z.B. Rechtsanwalt oder/und vielleicht Steuerberater.
LG,
strop
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: frankenpower41 am 28.06.06, 10:26
Hallo

Angeregt durch das kürzlich unter "Romane vom Land"  vorgestellte Buch, sprechen wir (mein Mann und ich) in den letzten Tagen wieder verstärkt um
die rechtliche Lage des Hofbesitzes.
Bei uns ist es so, dass mein Mann, bedingt durch den Unfalltod seines Vaters, bereits Hofbesitzer war als wir uns kennenlernten.
Wir haben auch nie irgend einen Ehevertrag geschlossen, da ich keinen Wert darauf gelegt hab. Wenn irgendwas passiert wäre, wäre ich Anfangs wahrscheinlich eh wieder weggezogen und den Hof allein führen wäre eh kein Thema gewesen. Nach gesetzlicher Erbfolge hätte ich ja die Hälfte und die Kinder den Rest geerbt.  Jetzt machen wir uns hauptsächlich Gedanken, wie es laufen würde, wenn eines der Kinder den Hof übernehmen wollte und es ist nichts geregelt. Im Moment ist, wenn überhaupt, nur der Jüngste mit 11 Jahren am Hof interessiert.  Rein rechtlich bestünde ja ohne Testament gar nciht die Möglichkeit, wenn die anderen Kinder nicht einverstanden wären, dass er den Hof weiterführt.

Ist jemand von Euch in der gleichen Situation und wie habt ihr das geregelt?
Es ist ja doch so, dass man solche Dinge immer weit wegschiebt. Es ist schon schlimm genug, wenn ein Unglück passiert, aber wenn dann auch noch
Streitigkeiten wegen des Besitzes auftreten, wäre es ja doppelt schlimm.

Marianne
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sonnenblume2 am 28.06.06, 12:43
Hallo Marianne,

ein Testerment kannst du und dein Mann jederzeit auch Zuhause verfassen.
Wenn es Handschriftlich gemacht wird, dann gilt das normalerweise genauso wie ein anderes Testerment.
Aber ein Notar, Rechtsanwalt oder Beratungsstellen können dazu sicher mehr Infos geben.
Wenn also einem von euch beiden was zustossen würde, dann würde ich das Testament so schreiben, dass jeweils der andere Partner der Alleinerbe ist.
Weiters würde ich noch hinzufügen, wenn euch beiden was zustossen würde, ob ihr den Hof einem Kind vererben würdet oder sonst wird halt das Erbe auf eure Kinder aufgeteilt (wird wahrschienlich zum Verkauf des Hofes führen)

Ich würde auf alle Fälle ein Testament machen, den Unglücke können leider jederzeit passieren  :-X
 
Titel: Re: Hofübergabe - in welchem Alter?
Beitrag von: Mirjam am 21.07.06, 19:13
Hallo,

heute stand in einem Artikel, dass ein wichtiger Manager im Unternehmen Haribo mit 53 die Segel gestrichen hat - und das Familientraditionsunternehmen verlassen, weil der Schatten des noch aktiven Chefs und Onkel (mit 83 !!) zu groß war...

Mit wieviel Jahren habt ihr den Hof übernommen - oder könnten euch vorstellen diesen abzugeben für den Nachwuchs?

Erst wenn die Rente "durch" ist? Oder doch schon vorher Teil-Übergaben?

Hat unsere Jugend genug "Kondition" auf eine Übergabe zu warten bis sie 35, 40 oder älter sind?

viele Grüsse

Mirjam

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Schoko am 22.07.06, 17:33
Hallo Mirjam,
spätestens mit 28 Jahren muss übergeben sein. Man kann die Jungen nicht so lange hinhalten. Wir müssen uns zurücknehmen. Hoffe bei uns klappt das in ca. 6 Jahren. Bin dann 50.
Bis dahin muss auch der Altenteil gesichert sein. Von den Nachfolgern will ich das nicht verlangen. Für unsere Rente sind mein Mann und ich selbst zuständig. Mein Mann ist dann 56.
Hier im Bäuerinnentreff wird oft nur das Negative geschrieben. Das Positive behält man für sich ;)
Unser Junior hat seine Freizeit, kann in Urlaub fahren, Ski fahren usw. Wir natürlich auch ;) Unsere Generation bereitet sich schon frühzeitig auf die Übergabe vor, Ausnahmen gibts auch ;) Die Schwiegertöchter haben oft andere Berufe und können diesen nachgehen. Sie kann in den Stall gehen, muss aber nicht. Der Betrieb muss auch ohne Schwiegertochter laufen. Wichtig ist nur das Verständnis für den Beruf des Mannes, d. h. auch zu akzeptieren, dass bei Arbeitsspitzen der Betrieb vorgeht. Aber das ist ja bei anderen Selbständigen auch nicht anders. Bin selbst auch aus einem landw. Betrieb, mein Beruf war Versicherungskauffrau. Wollte aber immer einen Landwirt ;) ;D Und warum, weil meine Eltern es auf dem Betrieb vorgelebt haben, wie man trotz Landwirtschaft noch Mensch bleiben  kann. Was nicht heißt, dass es bei uns nicht rund geht. Aber alles zu seiner Zeit.

Schoko

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mannomann am 22.07.06, 19:58
Hallo,

für mich liegt die Deadline der Übergabe bei maximal 35 Jahren. 35- ganz einfach, weil man sich in dem Alter noch beruflich neu orientieren kann.
Kenne so einen Fall. Da hieß es immer zum Sohn du bekommst den Betrieb schon noch überschrieben. Dann starb die Mutter (Vater war schon lange tot), und die Schwester bekam den Hof, nicht der Sohn, der den Betrieb über 20 Jahre von der Mutter gepachtet hat. Der Sohn war zu dem Zeitpunkt 48 Jahre alt, und hatte Mühe und Not noch ne Arbeitsstelle zu finden. Die Schwester hat die Flächen an andere Landwirte verpachtet. Sie war mit dem Gebot des Bruders nicht zu frieden.
In einem anderen Fall hat sich der Sohn mit Anfang 30 nen Job in der Industrie gesucht, da der Vater nicht überschreiben wollte. Der schöne Betrieb ist ausgelaufen, und heute verpachtet, da der Sohn in der Firma mehrfach aufgestiegen ist, und auch fürn Nebenerwerb keine Zeit mehr hat.
Problematisch ist es häufig, wenn der Übergeber den Betrieb selber erst spät überschrieben bekommen hat, oder selber noch recht jung ist.

VlG
Mannomann
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 22.07.06, 21:12
Hallo Ihr Lieben,

ich bin auch der Meinung, dass es gut für den Betrieb ist, wenn wer früh übergeben wird. Das mit den 35 Jahren als Deadline sehe ich auch so. Da kann der junge Bauer den Betrieb zukunftsorientiert entwickeln, Weichen stellen, investieren. Er hat auch noch genug Zeit, eventuelle Kredite zurück zu zahlen. Und dass ein junger Mensch viel motivierter und innovativer ist, wenn er selbst mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Planungssicherheiten hat, ist ja auch bekannt.

Eine künfige Ehefrau hat dann auch bessere Karten - nicht nur, weil sie dann finanziell abgesichert ist falls dem jungen Bauer was zustößt, sondern auch, weil sie an den betrieblichen Weichenstellungen beteiligt ist und sich auch auf eine befriedigende Art mit einbringen kann, und weil sie sich dann auch mit dem Hof identifizieren kann. Eine motivierte Bäuerin kann ihren Mann ganz schön pushen!

Außerdem wissen auch die Geschwister gleich, wo sie dran sind, und was sie evtl. zu erwarten haben oder auch nicht (je nach Kapitalausstattung).

Je länge so eine Übergabe hinausgezögert wird, desto verzwickter wird meiner Meinung nach die Lage.

Dafür gibt es viele Anhaltspunkte, zum Beispiel:

Da führt der junge Bauer den Betrieb nicht so, wie es auf längere Sicht vernünftig wäre, und der ältere Bauer merkt, dass es nicht so toll läuft und kommt in Zweifel ob der "Bub" die Betriebsleitung überhaupt ohne ihn bewältigen kann. Die Geschwister buhlen und stänkern, weil sie Angst haben, dass sie mal zu wenig bekommen, oder dass sich nicht genug um die älter werdenden Eltern gekümmert wird. ...und die eingeheiratete Bäuerin zweifelt an ihrer eigenen Rolle. Immer mehr Sand gerät ins Getriebe.
Irgendwann ist es für die "Jungen" zu spät, und die "Senioren" sitzen möglicherweise irgendwann ganz alleine auf dem Hof, den der "Bub" vielleicht mit Mitte/Ende 40 frustriert verlassen hat, bevor der Zug für ihn ganz abgefahren wäre (siehe der Fall Haribo - schönes Beispiel, weil mal keine LW. Da war der "Bub" schon in den 50ern  ;D..)

Wir sind uns fast alle einig, dass Bauer sein, eine Berufung ist. Aber wer sein Leben lang nur der "Knecht" oder der "Bub" war, der kann nicht plötzlich mit Mitte/Ende 50 zukunftsorientierte Entscheidungen treffen, und sich nochmal voll reinknieen, und der will es ab einem gewissen Punkt wahrscheinlich auch nicht mehr (Resignation). Auf diese Weise sind schon viele ehemals gesunde Betriebe "an die Wand gefahren" worden.

liebe Grüße

Anna


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 22.07.06, 23:02
MAg schon sein dass ihr recht habt. Aber ich habe zB erst mit 44 den Hof übernommen,kann ihn nicht schon wieder abgeben da ich ja erst ein paar JAhre in die Rentenkasse eingezahlt habe.Mein Sohn war noch zu jung um den Hof gleich zu übernehmen und mich auszulassen.
wenn ich jetzt abgebe habe ich alle Rentenbeiträge verloren da ich ja noch nicht genug einbezahlt habe. Meine Eltern haben wohl meine Arbeitskraft genutzt mir aber nichts bezahlt oder zb in die Rentenkasse eingezahlt. Deshalb finde ich es auch in Ordnung dass ich jetzt erst mal dran bin. Auch auf die Gefahr hin dass mein Sohn dann nicht hier bleibt und weitermacht. Bin sowieso am Überlegen ob es noch Sinn macht hier in Deutschland zu arbeiten und Steuern und dergl. einzuzahlen. 
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Schoko am 23.07.06, 09:05
Ganz schlecht finde ich, wenn den Hofnachfolgern nur ein Taschengeld jahrelang gezahlt wird, nach dem Motto, du bekommst ja den Hof.
Jeder andere verdient, nur der Übernehmer(in) wird als Hilfsarbeiter, und nicht mal das, abgefunden.
Schoko
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: SuHe am 23.07.06, 11:51
Hallo,

1.) Der Hofnachfolger kann auch zunächst pachten. Eigentum verbleibt beim bisherigen Eigentümer.
Der Sohn wirtschaftet auf eigene Rechnung. Evtl. Scheidungsfolgen greifen nicht in die Substanz des Betriebes.

2.) Durch Gründung einer Vater-Sohn GbR kann der Sohn ebenfalls in jungen Jahren mit in die Verantwortung genommen werden.

Es gibt noch mehr Modelle...

Viele Gesichtspunkte sind zu beachten, jeder Vertrag will sehr gut überlegt und beraten sein und braucht seine Zeit. Die Situation auf den Höfen und in der Familie ist sehr vielschichtig.

Gruß
Susanne
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mannomann am 23.07.06, 13:23
Hallo

1.) Der Hofnachfolger kann auch zunächst pachten. Eigentum verbleibt beim bisherigen Eigentümer.
Der Sohn wirtschaftet auf eigene Rechnung. Evtl. Scheidungsfolgen greifen nicht in die Substanz des Betriebes.

stimmt schon, nur die Pacht allein sichert dem Hofnachfolger nicht zu das er den Hof auch später bekommt (mein erster Fall; da hat der Sohn jährlich seine Pacht an die Mutter überwiesen). Papier ist geduldig, und Testamente können jederzeit wiederrufen/ geändert werden. Teilweise verschwinden auch rein zufällig kurz vor oder kurz nach dem Tod die Testamente. Drum bleibe ich dabei. Mit 35 sollte übergeben sein. Selbst beste Familienverhältnisse können sich wegen eines Streits oder eines neuen Partners von Mutter/ Vater/ Schwester/ Bruder/ des Übernehmers schlagartig verändern. Aber ich gebe zu, es ist hart wenn man den Hof selber mit mitte 40 erst überschrieben bekommen hat, und ihn kurze Zeit später schon wieder abgeben soll.

VlG

Mannomann
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Schoko am 23.07.06, 13:41
Aus dem Bekanntenkreis fällt mir auf, dass nach Gründung einer GBR meistens das Übergeben vergessen wird. ;) Mit 35 den Hof zu bekommen ist auf alle Fälle zu spät.
Der Übernehmer kann sehr schwer eine eigene Alterssicherung aufbauen, die dann auch den Lebensunterhalt sichert. Er soll in der kurzen Zeit meistens den Betrieb aufbauen, Geld für weichende Erben bereitstellen, mit wenig Schulden übergeben usw.
Die Altenteiler können heute nicht mehr mit einem Taschengeld abgefunden werden. Außerdem versorgt sich heute die ältere Generation oft selbst, da sind 1000,- Euro  Peanuts.
Schoko
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: SuHe am 23.07.06, 14:58
Ihr macht das schon richtig... 8)

es soll auch Söhne geben, die den Hof nicht übernehmen wollen...., weil es in seiner Ehe kriselt.....,
oder er das Altenteil mit Pflegeverpflichtung nicht tragen will... 

die weichenden Erben werden in der Regel von den Eltern abgefunden........

es gibt junge Eltern, die einen intakten Hof übertragen (weil die jungen Leute nerven und den Hof unbedingt haben wollen...) und nach wenigen Jahren verpachtet der Junior an Fremde, weil sich die Verhältnisse in der Landwirtschaft geändert haben und doch nicht so leicht und so viel zu verdienen ist, wie er glaubte .... und weil es in seiner Ehe kriselt...
Die Eltern sagen, das hätten wir soo auch gekonnt...., was sie aufgebaut haben, zerrinnt dahin......
Die Ehe der jungen Leute zerbricht trotz Hofübergabe, jeder geht seinen Weg sucht sich einen anderen Partner..

Nun, Patentrezepte gibt es nicht ... und hinterher ist man/frau immer schlauer.........


Nun, es soll auch Landwirte geben, die während der Ernte in den Urlaub fahren... und die Lehrlinge und Nachbarn machen die Arbeit...
Kann ich mir für mich/uns auch nicht vorstellen......, denn so schön wie Ernte kann ein Urlaub doch gar nicht sein..., auch wenn die Ernte schlecht ist, gibt es immer etwas zu retten und zu entscheiden.
Das ganze Jahr wurde auf die Ernte hin gearbeitet............        und dann nicht dabei........., was sind das für Bauern..????

Sorry, das geht am Thema vorbei, beschäftigt mich aber gerade  ;D

SuHe
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Marina am 23.07.06, 20:08
Hallo,

auf Eure Diskussion hin haben wir gestern mal nachgerechnet,
wann meine SE den Hof auf uns überschrieben haben. Mein
Mann war 28 Jahre, SV bereits 63 Jahre. Vom Alter her ist
28 Jahre okay. Aber SV hat bis vor einigen Jahren noch feste
das Zepter geschwungen  >:(
Es ist halt doch schwer, auch die Verantwortung und nicht nur
die Schulden abzugeben.

Gruß
Marina
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 23.07.06, 20:42
DA sagst Du ein wahres Wort.
Vor der Übernahme hatten wir schon das Wohnhaus mit unserem Geld,das mein Mann auswärts verdient hat , saniert und natürlich  Geldd afür aufgenommen. Das ist bir jetzt noch nicht alles abgezahlt. Also wäre es nicht ok. den Hof jwetzt mit Schulden abzugeben. Ist vieles zu bedenken und wenn mein Sohn in einem Jahr sagt,ich mag hier nicht weitermachen,dann schau ich sowieso blöd aus der Wäsche. Weiß ja nicht wie seine Freundin einschlägt.
Gut Ding will Weile. Ein JAhr habe ich noch Beobachtungszeit,dann wird wohl oder Übel eine Entscheidung fallen.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Schoko am 23.07.06, 21:11
Hallo SuHe,
lass sie doch in den Urlaub fahren. Die werden das schon managen! ;)
Bezüglich der Hofübergabe sind deine Beispiele sicher nur Einzelfälle.
Schoko
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: geli.G am 23.07.06, 21:48
Hallo,

vielleicht ist es ganz praktisch, wenn man seine Kinder eher später bekommt..... ;)

Mein Mann ist der jüngste von fünf Kindern. Als SV 65 wurde hat er den Hof an ihn übergeben, da war er gerade 24 und wir waren erst ein paar Monate zusammen. Wie´s bei uns mal wird, kann man noch nicht sagen. Im Moment wird Sohnemann der Bauer (ist gerade acht Jahre alt ;D). Aber mit 30 Kühen im Haupterwerb wird´s uns wohl in 20 Jahren nicht mehr geben..... :-\

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: wombel am 23.07.06, 22:03


mein vater (79) möchte den Hof überhaupt nicht übergeben,

an die tochter schon mal gar nicht.

Damit habe ich mich abgefunden.

Doch die Pachtbasis ist nach fast 15Jahren auch nicht das beste, anfangs schon, doch wenn man die 30 Überschritten hat, sollte man schon wissen wo dran ist.

Länger wie 10 jahren sollte das Pachtverhältnis nicht laufen.

Denn solange ein pachtverhältnis besteht, wird in überwiegenden Fällen vom vater (verpächter) das zepter geschwungen.Bereiche die unliebsam sind, werden gerne an die Hofnachfolger abgegeben. Die vollständige Entscheidungsfreiheit nicht.

   

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: siglinde am 27.07.06, 14:52
Hallo ihr alle
Über die Diskusion, wer das Zepter schwingt, kann ich nur lachen.Wenn ein Hofnachfolger da ist, dann trifft man ja sowieso die Entscheidungen gemeinsam. Wir sind beide 43 und unser Sohn ist 24 (lebt mit seiner freundin auf unserem Hof), sie ist Verkäuferin und er hat vor Jahren, mit unserer Hilfe , ein Lohnunternrhmen gegründet.Gearbeitet wird gemeinsam und Entscheidungen werden auch gemeinsam getroffen und die Vorschläge der Schwiegertochter werden auch miteingearbeitet.So war das schon bei unseren Eltern, sie haben auch nie eine Entscheidung ohne uns getroffen
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 27.07.06, 16:02
Hallo Siglinde  :)

Also, wenn alle Schwiegereltern so eingestellt wären, wie ihr, dann gäbe es mit Sicherheit vieeeel weniger Probleme auf den Höfen. DA würde ich über eine solche Diskussion auch lachen können. Nur: Leider, leider ist das auf den Höfen oft nicht so, wie bei euch.  :-\ 

liebe Grüße

Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Schoko am 27.07.06, 19:07
Hallo Siglinde,
es geht nicht darum, wer das Zepter schwingt. Die meisten Betriebe, nicht nur in der Landwirtschaft werden zu spät abegegeben. Das heißt auch nicht, dass zwangsläufig ein schlechtes Verhältnis besteht. In ein paar Jahren werden sicher bei euch auch die Verhältnisse geklärt werden müssen. Unser Sohn ist Landwirt geworden, mit dem Hintergrund, später den Betrieb zu übernehmen. Und das nicht erst mit 35.
Schoko
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: martina am 27.07.06, 19:16
Und was machen die jungen Eltern, wenn sie den Hof so früh an die Nachfolger abgeben???

Haben sie dann schon lange genug gewirtschaftet um ihre eigene Altersversorung aufgebaut zu haben?

Rechnen wir mal, der junge Vater war 20, als das Baby gekommen ist. Wenn er jetzt den Hof selber mit 35 bekommen hat, ist sein Sohn schon 15 Jahre alt, eh der Vater eigenständig wirtschaften darf. Hofübergabe mit 25 (Sohn), dann hat der Vater selber grad erst 10 Jahre gewirtschaftet.

15 müssen es meines Wissen sein, um Mindestrente zu bekommen ???

Gibt der Vater jetzt ab, wenn der Sohn 35 ist, dann ist er selber ja auch erst 55, also mitten im besten Alter.

Soll er dann fürs Altenteil beim Sohn mitarbeiten ??? Oder was macht er dann?

Im Prinzip ist jeder Hofübernehmer ja bestraft, wenn er früh Kinder bekommt, weil die dann später auch früh Ansprüche stellen werden.

Bin ich froh, dass mein Mann schon über 30 war, als unsere Kinder kamen, so stellt sich uns das Problem nicht.

Hätten wirs, dann würden wir wahrscheinlich den Betrieb so einrichten, dass Junior erst mal einige Jahre lang auswärts arbeitet, irgendwo anders... denke ich ::)

Aber um Junglandwirteförderung in Anspruch nehmen zu können, da muß früh übergeben werden, gibt ja die Altersgrenze mit 40 ;)
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 27.07.06, 20:34
Eben!!!
Das habe ich alles erlebt und doch konnte ich den Hof nicht an meinen Sohn gleich geben. Da war der Verstand noch nicht so weit , dass man uns gleich aussen vor gelassen hätte und den Sohn als Nachfolger eingesetzt.
Ich muss mindestens noch 4 Jahre arbeiten und in die ALterskasse einzahlen,dann ist mein Sohn 37,gerade noch 3 Jahre bis zum 40 Geburtstag also da müssen wir uns jetzt schon was überlegen, Aber das ist sehr schwer zumal wir ja noch Altenteiler haben die versorgt werden müssen.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Schoko am 27.07.06, 20:52
Hallo Maja,
was meint dein Sohn dazu, so spät den Hof zu übernehmen? Maja was hast du bis 40 gemacht. Haben dir deine Eltern bis zur Übergabe nur ein Taschengeld bezahlt, oder hast du eine eigene Altersversorgung aufbauen können. Ich meine jetzt nicht das Taschengeld der Alterskasse.
Schoko
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: siglinde am 28.07.06, 10:06
Hallo
Also wir waren 27, als wir den Hof übernommen haben, vorher hatten wir ihn 5 Jahre zur Pacht. Weil wir aber eigentlich zur Hofübergabe noch zu jung sind, hat sich unser Sohn ein eigenes Standbein geschaffen und die Schwiegertochter wird einmal unser Gasthaus übernehmen. Außerdem bekommt unser Sohn 5% vom Milchgeld, gestaffelt nach Milchleistung, desto mehr Leistung, desto mehr Prozente. Mit dieser Einteilung, glaube ich, können wir unsere Zukunft gestalten

Heiße Grüße, schwitz, schwitz
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: chloe am 28.07.06, 12:18
Ich finde das mit der Hofübergabe auch gar nicht so einfach. Wir haben vor 6 Jahren (mein Mann war 29) ich 26 (mit unserem 1. Sohn schwanger) eine GbR mit den SE gegründet SV, SM und mein Mann. Mein SV wird 62 und wird und will auch nicht vor 65 in Rente gehen, trotz Herzinfarkt im Frühjahr ist er jetzt wieder voll dabei!. Zuvor war mein Mann bei den SE angestellt. Um die Junglandwirteförderung beim Stallbau zu bekommen, war aber sein Einstieg notwendig. Und sinnvoll, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, wobei SV langsam immer mehr meinem Mann überlässt. "Der würde allerdings auch  keine Entscheidungen treffen, die meinem SV total gegen den Strich gingen" Bei einer GbR kann man entsprechende Privatentnahmen machen, aus denen man für das Alter vorsorgen kann. Und ich finde diesen Übergangsprozess sehr sinnvoll, da niemand völlig ausgegrenzt wird. Wenn SV in 3 Jahren in Rente geht, ist mein Mann 38. Unsere Jungs sind 6 und 5 Jahre alt. Wenn einer von denen in den Betrieb einsteigen will, könnten wir das in einem ähnlichen Zeitrahmen abwickeln. Bei einer Rente meines Mannes mit 65??? wären sie nämlich im selben Alter
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 28.07.06, 17:21
Hallo,

das mit den Pachtlösungen - beschäftigt mit sehr vielen Problem dann sehr viele Bauernverbandsberater, weil durch diese "Lösung" eine echte Übergabe aufgeschoben oder tw. Weiterentwicklung des Hofes ver/behindert wird.

Wie kann man bei einer Pachtlösung z.B. große Investitionen auf die Reihe bekommen? In welchem Alter bei euch laufen dann große Investitionen und kann das Probleme/Diskussionen bei/mit der Bank bedeuten?

Was für mich eine Grundfrage ist - bei der "Invest-Rendite" der landw. Rentenbeiträge, wäre das Geld da nicht in einer Privatvorsorge grundsätzlich besser aufgehoben?

viele Grüsse

Mirjam





Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Maja am 28.07.06, 20:40
HAllo Schoko. Ich habe drei KInder groß gezogen ,Feriengäste und alles was angefallen ist auf einem Bauernhof gemacht,täglich das essen für 13 Personen gekocht,usw usw. Fulltime-Job,nur war ich eine von den Blöden,die ohne Altersversorgung und Taschengeld gearbeitet habe( Naja ganz so kann man es auch nicht sehen - wir hatten ja auch eine Wohnung).
Bei mir hiess das immer,Du kriegst ja mal den Hof.
Ich wollte ja auch den Hof und habe mich am Gängelband halten lassen.Heute weiss ich manches was ich damals nicht wusste und ich weiss auch nicht ob ich alles noch einmal so machen würde,aber wenn einem schon von ganz klein an eingetrichtert wird ,"Du musst mal den Hof übernehmen" dann kann man irgendwie nicht anders.
Mein Sohn könnte aus verschiedenen Gründen den Hof noch nicht übernehmen auch wenn ich den Hof abgeben wollte.
Recht ist mir das nicht,aber wenn die Zeiten sich nicht ändern,können wir vielleicht gar nicht mehr existieren.
Die Kostenexplosion überall ist fast nicht mehr aufzufangen,nicht wenn man in einem Landstrich lebt,wo man keinen Großbetrieb haben kann und landschaftlich gehandicapt ist.
Mein Sohn hat einen Beruf gelernt den er sich selber ausgesucht hat und der ihm auch Spass gemacht hat bis zum Bandscheibenvorfall mit 22 Jahren. Allerdings das UMschulungsangebot des Arbeitsamtes hat wieder nur einen auslaufenden Beruf gebracht( Man darf ja nicht das lernen was man möchte. sondern das was einem aufgezwungen wird).
Aber was soll`s,jeder muss seine eigene Lösung finden und so Gott will finden wir die auch.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Schoko am 29.07.06, 09:42
Hallo Maja,
ich dachte dein Sohn ist Landwirt. Er hat ja einen anderen Beruf, dann ist es meiner Meinung nach nicht so zwingend notwendig zu übergeben. Seine Altersversogung ist geregelt und er bekommt Lohn.
Schoko
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: frankenpower41 am 08.02.07, 10:34
Hallo

Ich zerbrech mir seit einiger Zeit den Kopf, wie wir bzw. meine Eltern es richtig und gerecht machen.
Meine Eltern, 68 und 67 Jahre alt, bewirtschaften ihren Hof noch unter Mithilfe meiner Brüder, die aber einen anderen Beruf ausüben.
Jetzt möchten meinen Eltern übergeben. Z.Zt. ist der Hof an meinen Bruder verpachtet.
Mein Bruder hat mal Landwirt gelernt und auch insgesamt 10 Jahre am Hof gearbeitet.
Ich hab nach der Schule einen anderen Beruf erlernt, zu Hause nach Feierabend schon mal geholfen, und später einen Landwirt geheiratet.  Mein anderer Bruder ist bei der Bank.
Der Landwirt hat später umgeschult und am Ort ein Haus gebaut. Wenn er den Betrieb weiterführen würde, wäre alles einfach und auch kein Thema.,
Einer meiner Brüder soll jetzt den Hof (mit Fläche) übernehmen. Die Hoffläche wollen sie teilen. Wenn jetzt einer an der Hofstelle wohnen bleiben würde, hätte ich auch kein Problem, aber der andere Bruder will auch bauen. Der Übernehmer müsste ja dann auch, soweit möglich evtl. die Eltern mal mitversorgen. Ich will vom Hof nichts, auch keine Fläche, wir sind ca. 18 km entfernt.
Zur Zeit kommen wir alle recht gut klar miteinander. Andererseits sieht es so aus, dass wohl derjenige, der den Hof übernimmt verpachtet und später evtl. alles verkauft.
Dann sind wir (und auch der Nicht-Übernehmer) schon finanziell im Hintertreffen.
Das einfachste wäre ja, erst mal nur ein Testament zu machen und später, was hoffentlich noch lange dauert, zu teilen, aber wegen der Änderung des Erbschaftssteuerbesetzes wollen meine Eltern halt auch nicht mehr warten.

Das wird wohl noch einige Überlegungen und Diskussionen geben, bis wir alles zu hoffentlich aller Zufriedenheit, gelöst haben.  Ich denke das ist ein Problem, das wohl bei vielen auslaufenden Betrieben besteht.

Marianne
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Haly am 08.02.07, 10:56
Hallo Marianne,

nicht einfach die Situation, in der ihr euch da befindet. Bei meinem Bruder war auch geplant, dass er den Hof mal bekommen soll, den aber meine Eltern schon verpachtet haben. Da er aber nicht mehr zuhause wohnt und es auch immer wieder mal Zoff zwischen Bruder und Eltern gibt, sieht die Sache momentan so aus, dass mein Bruder die Haus- u. Hofstelle bekommen soll und ich die Äcker und Wiesen (ges. 15 ha). Nur, kann ich die Flächen nicht bewirtschaften, da sie 120 km weit weg sind. Ich könnte also nur verkaufen (würde ich aber nicht unbedingt wollen) oder verpachten. Ist das nun eine gerechte Lösung??? Ich finde nicht, denn die Flächen haben den größeren Wert als das Haus mit Hof und Nebengebäuden. Ich aber kann mit dem Haus und der Hofstelle schon gleich überhaupt nichts anfangen. Müsste ich auch vermieten oder verkaufen. Und dann stellt sich die Frage, wer mal die Pflege meiner Eltern (falls erforderlich) übernimmt. Ich??? Entfernung zu groß (und zu mir ziehen, das wollen meine Eltern nicht). Mein Bruder??? (vorläufig noch Junggeselle ohne Freundin), schlechte Lösung!
Am einfachsten ist es immer, wenn da jemand ist, der den Hof auch weiterführt, so wie mein Mann und ich das machen (bei uns wurde zum 31.12.2006 übergeben).

Schade ist es nur, wenn nach dem Tod deiner Eltern dann das große Gestreite beginnen würde.
Ich hab meinen Eltern geraten, das vor ihrem Tod mit einem Testament zu regeln, egal, wie ich dabei wegkomme. Ich möchte nur auf keinen Fall mit meinem Bruder vor Gericht und streiten.

Und was ich auch nicht möchte ist, dass er unser Elternhaus verkauft. Was er mit den Flächen macht, das wäre mir egal aber nicht das Elternhaus. Meinetwegen vermieten aber niemals nicht verkaufen.

Ich wünsche euch, dass alles fair geregelt wird und dass durch die Sache euere familiäre Bindung nicht irgendwann mal in die Brüche geht.

Schönen Tag noch
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Biobauer am 08.02.07, 12:06
hallo,solche übergabesachen sollten schon immer vor  dem erbfall genaustens geregelt sein ,vermeidet streit und kosten.ich hatte hier im näheren umfeld mal einen fall,ein hoferbe verunglückte tödlich und der hof fiel zurück an di e mutter und die 5 geschwister,mit dem resultat,die mutter ist vor gram gestorben und die geschwister reden heute noch kein wort miteinander.
ich werde zwar mal nicht die grossen flächen erben ,aber ein paar häuser stehen zur auswahl,wobei ich sowohl meiner mutter wie auch meinen schwiegerleuten ein möglichst langes leben wünsche,dann solln sie da s zeugs gleich an ihre enkel weitergeben. 
ich bin der meinung ,wird ein hof  nur vererbt um danach veräussert zu werden sollten die geschwister diese summe teilen ,altenteilsleistungen natürlich berücksichtigt.soll abe rein hof weiterbewirtschaftet werden sollten die eltern schon für die entschädigung der weichenden erben vorgesorgt haben ,nicht das dann der übernehmer sein leben lang arbeiten muss um wieder auf die beine zu kommen . man sollte auch nicht dem hof zum verkehrswert ansetzen,mir persönlich ist en mietshaus in der stadt wesentlich mehr wert als ein hof  in der pampa,auch wenn dessen finazieller wert höher wäre.
servus Herbert
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 03.12.07, 19:37
Hallo,

das mit den Pachtlösungen - beschäftigt mit sehr vielen Problem dann sehr viele Bauernverbandsberater, weil durch diese "Lösung" eine echte Übergabe aufgeschoben oder tw. Weiterentwicklung des Hofes ver/behindert wird.

Wie kann man bei einer Pachtlösung z.B. große Investitionen auf die Reihe bekommen? In welchem Alter bei euch laufen dann große Investitionen und kann das Probleme/Diskussionen bei/mit der Bank bedeuten?

Was für mich eine Grundfrage ist - bei der "Invest-Rendite" der landw. Rentenbeiträge, wäre das Geld da nicht in einer Privatvorsorge grundsätzlich besser aufgehoben?

viele Grüsse

Mirjam



Aus TopAgrar vom Dezember, Seite 27 - Ausschnitt:

5. Verpachtung nicht berücksichtigt?

Betriebe zu deren Betriebsvermögen zu mehr als 50% verpachtet ist, sollen nicht unter die 85%-Verschonungsregelung fallen. Dadurch wären im Ganzen verpachtete Betriebe, auch wenn sie an den Hofnachfolger als Vorstufe der späteren Übernahme verpachtet sind, bei der Erbschaftssteuer nicht mehr begünstigt....u.s.w.


So viel zum Thema: "an den künftigen Nachfolger verpachten".

Das mit den "größeren Investitionen": Ich nenne das "Weichenstellungen". Bei uns ging das auch nicht, weil nicht überschrieben war/ist. (Mein Mann ist jetzt 49.)  Inzwischen sind wir vom Hof weggezogen. Privat läuft es seit dem viel besser, und beruflich - naja, da ist es noch nicht gannnnz so, wie er es gerne hätte, aber das wird schon werden... Aber wir sind nicht mehr auf eine Überschreibung angewiesen. Ich sage nur: Gott sei Dank.
SM blieb alleine auf ihrer "verlassenen" alten Hofstelle zurück (die nun "totes Kapital" ist), und auf ihren paar Hektarchen Eigentumsland, die mein Mann notfalls auch von seinen Geschwistern pachten könnte. SM überlegt nun, den Hof unter seinen Geschwistern aufzuteilen. Hm, da würde das Finanzamt sich freuen...!

Aufgrund dieser Erfahrungen finde ich: Je eher man solche Dinge verbindlich regelt, desto besser für ALLE. ...und es gibt doch so viele Möglichkeiten, dass die Übergeber sich trotzdem finanziell absichern. Das wäre mal ein Thema für eine eigene Box: Ideen, wie Übergeber sich gegen fast alle möglichen und unmöglichen Dinge absichern könnten... Wer macht die Box auf?    ;)

lieben Gruß

Anna


NS.
Herbert hat Recht! - Mein Mann rechnet auch immer, was die Hofstelle seiner Mutter wert ist, lt. Quadratmeterpreis (der im Ballungsgebiet natürlich recht hoch ist). Aber was will man denn mit so einer alten "Hofrat" machen? Alles abreißen, einschl. Güllegrube, Güllekanäle (zig tonenweise Beton) und Mietshäuser drauf bauen, und bezahlen....? Also nee.
Wenn so 'ne Hofrat Geld bringen soll, dann muss ich mich krumm machen, dann muss ich da schaffen. - Da ist so ein (hoffentlich gut) vermietetes Mietshaus schon "lukrativer"....  (falls nicht gerade die Vandalen oder Mietnormaden drin sind).
Titel: Re: Hofübergabe: Hege und Pflege
Beitrag von: schillipaeppa am 20.01.08, 20:39
Hallo, wie ist das heutzutage eigentlich? Wird ein Passus zum Thema "Hege und Pflege" in einen Hofübergabevertrag aufgenommen oder nicht. Ich habe gehört, dass das heute schon aus steuerlichen Gründen nicht gemacht wird. Aber ausgerechnet im Mustervertrag unserer Steuerberaterin ist ein solcher Passus drin.

Und: Wo kann man gute (=aktuelle) Musterverträge zum Thema bekommen?

Lieben Dank und Gruß  :)

Susanne
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: balbine am 20.01.08, 21:27
Einfach mal eine grundsätzliche Frage:
Wenn der Hof einen geeigneten Nachfolger hat, wird der Hof dann irgenwann früher oder später überschrieben.
Die Abfindung der weichenden Erben sollte dann entweder schon im Vorfeld geregelt werden , oder von der Höhe her
angemessen sein, damit der Übernehmer nicht ewig schuften muss um alles recht zu machen.
Gerechterweise muss man dabei auch sehen, dass er ja nicht das ganze Vermögen (den Hof) bekommt sondern nur das
"Handwerkszeug" um seinen Beruf ausüben zu können. Der Hof geht ja dann an die nächste Generation weiter.
Was ist aber wenn keiner den Hof weiterführt? Wie wird dann "gerecht" geteilt?
Den meisten können sich nicht vorstellen den Hof aufzuteilen, auf welchem sie das ganze Leben gearbeitet haben.
Wer versorgt dann die Altenteiler? Wer ist dann zuständig? Wie seht ihr das?

L.G. Balbine

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 23.01.08, 00:06
Hallo balbine

Wenn der Hof aufgeteilt werden sollte, würde die "Verantwortung für die Pflege" auch "aufgeteilt" - mangels Hofübernehmer. (Dann hat ja eh keiner den sogenannten "Löwenanteil" am Vermögen - so formulierte es vor Jahren mal eine Angehörige von mir)  *kopfkratz*  Das klingt zwar logisch. Aber wie das in der Praxis wirklich abläuft, wenn der in die Jahre gekommene Jungbauer auf dem Hof lebt, der er NICHT übernommen hat, kann ich mir gut vorstellen: Da er doch "immer da" ist, wird wohl von vielen "weichenden Erben" erwartet, dass er oder seine Frau das dann macht. Motto: "Die kann doch alle halbe Stunde schnell mal nach dem Rechten sehen."

So wie du es "gerechterweise" siehst, sehe ich es auch (als Basis um seinen Beruf ausüben zu können). Aber das ist oft ein endloses Thema, denn viele Geschwister sehen das anders. Die sehen - einfach gesagt - nur der Verkehrswert aber nicht den Ertragswert - abzüglich der ganzen Arbeit und der vielen kleinen Unfreiheiten die das Leben mit sich bringt, wenn mehrere Generationen so eng beieinander leben. ...obwohl die zum Beispiel mit einem vermieteten Mietshaus doch eigentlich leichter Renidte machen - und zwar zusätzlich zu ihrem gut bezahlen Vollzeitjob.

Und man sollte nicht vergessen, dass es bei einer Betriebsauflösung neben den "natürlichen weichenden Erben" noch einen "weiteren Erben" gibt, das Finanzamt.

Ob es besser ist, den Hof zu übernehmen - bzw vielleicht noch jahrelang darauf hin zu arbeiten, ohne Gewähr dass später nicht doch alles aufgeteilt wird (liegt auch am Bundesland, in dem man lebt: Höfeordnung oder nicht),
oder ob es - mangels Lösungsfindung - besser ist, sich eine andere Alternative zu erschließen (leichter gesagt als getan), das könnt natürlich nur IHR selbst wissen, weil da soooo viele Faktoren mit rein spielen.

Aber ich glaube, da ist noch etwas, das wir eingeheirateten eingeheirateten Partner uns vielleicht nicht vorstellen können: Die emotionale Bindung - zu den Eltern (auch falls diese den eventuellen Nachfolger jahrelang nur ausgenutzt haben) und auch zum Hof.

Allerdings will ich hier nicht Stimmung machen, gegen die potentiellen Übergeber, die beharrlich auf ihrem Besitz sitzen. Es gibt auch sehr viele, die sehr wohl bemüht sind, rechtzeitig eine Lösung zu finden, bei der Jung und Alt geholfen ist.

Zu dem Pflegepassus im Hofübergabevertrag:
Das würde ich klar auf das wirklich Machbare eingrenzen. Was passiert zum Beispiel im Falle einer Demenz, was ja heute immer öfter vorkommt, wo ein alter Mensch 24 Std. am Tag beaufsichtigt werden muss, zusätzlich zur Pflege? Sonst ist das ja völlig unkalkulierbar.
Wie soll man da noch investieren (und Kapitaldienst leisten), wenn so ein Damoklesschwert über einem schwebt. Es gibt auch so schon genug unvorhersehbare Riskiken wie Unfall, eigene Krankheit und so weiter. Und ich glaube, es ist heutzutage üblich, den Umfang der Pflege präziser zu formulieren.

lieben Gruß

Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Marjellche am 22.05.08, 13:16
Hallo,

ich bin vor ein paar Tagen zufällig auf dieses Forum gestoßen und möchte heute mal meine bzw. unsere Situation schildern. Über Eure Meinung dazu würde ich mich sehr freuen, weil ich im Moment überhaupt nicht mehr weiß, was richtig ist.

Seit fast vier Jahren bin ich nun mit meinem Freund zusammen, der Landwirt mit Milchvieh und Ackerbau ist. Er ist 36 Jahre alt und der Jüngste von 5 Geschwistern. Sein Vater ist vor 20 Jahren gestorben und mein Freund hat den Betrieb von der Erbengemeinschaft (Mutter und Geschwister) gepachtet. In dem Elternhaus steht uns sein "Kinderzimmer" zur Verfügung. Seit 2 Jahren lebt auch wieder einer der Brüder daheim, nachdem er sich von seiner Frau getrennt hat, mit der er zwei Kinder hat. Der Bruder hat auch seine ca. 50 Schweine in dem bis dahin leerstehenden Schweinestall einquartiert. Nebenkosten, Miete oder Pacht für den Schweinestall zahlt er bisher nicht.

Ein anderer Bruder hat seine beiden Pferde auf dem Hof stehen. Er zahlt dafür zwar auch nichts, aber er ist der einzige von den Brüdern der meinem Freund richtig viel hilft.

Der dritte Bruder hat auf einem Teil vom Hofgelände eine Halle gebaut in der die Maschinen seines Bauunternehmens stehen. Mein Freund kann zwar seine Bagger oder so benutzen, wenn er sie mal braucht, aber viel häufiger braucht der Bruder die
Mithilfe meines Freundes in seinem Betrieb.

Die Schwester ist auch im Ort verheiratet, ist aber jeden Tag auf dem Hof, um die Mutter zu besuchen und im Garten zu arbeiten.

Ich selbst studiere eigentlich Tiermedizin und habe eine eigene Wohnung im Ort und bin auch schon 35 Jahre alt. Seit vier Jahren helfe ich meinem Freund soviel wie möglich in der Landwirtschaft, kümmer mich insbesondere um das Milchvieh und das Melken. Die Mutter geht seit einer OP vor 1,5 Jahren nicht mehr mit in den Stall zum Melken. Die Arbeit in der Landwirtschaft und das Milchvieh macht mir sehr viel Spaß. Ich würde mich aber selbst belügen, wenn ich sagen würde, daß mein Studium nicht darunter gelitten hätte.

Seit 1,5 Jahren bewirtschaften wir den Hof eigentlich nur noch als Nebenerwerb, weil mein Freund seither auch noch eine Vollzeitstelle als LKW-Fahrer hat - allerdings in der gleichen Größenordnung wie zuvor im Vollerwerb. Außerdem wäre noch zu erwähnen, daß mein Freund mit seiner Ex-Freundin zusammen eine Tochter hat, zu der er aber leider keinen Kontakt haben darf.

Das Thema Hofübergabe wird in dieser Familie totgeschwiegen. Und mein Freund traut sich auch nicht, das anzusprechen. Wenn ich mit ihm darüber reden will, weil ich mir Sorgen um unsere Zukunft mache, reagiert er genervt. Aber ich kenne ihn gut genug, um zu wissen, daß er so reagiert, weil er mit dem Thema überfordert ist und Angst vor eventuellem Streß mit seiner Familie hat.

Eigentlich hatten wir vor ein paar Monaten schonmal überlegt, mit dem Milchvieh aufzuhören, damit ich mich voll und ganz auf den Abschluß meines Studiums konzentrieren kann. Wir hatten aber beide ein ungutes Gefühl dabei, weil das Milchgeld nunmal fehlen würde, und haben dann doch erstmal weitergemolken, mit der Prämisse, daß wir was ändern und ich soviel wie möglich Stallfrei habe, um zu lernen. Leider klappt die praktische Umsetzung nicht so, weil mein Freund ständig andere Arbeiten hat. Sei es, daß er für seinen Bruder LKW fahren muß, für seinen Kollegen am Arbeitsplatz einspringen muß oder für einen Kumpel, der ihm "auch immer viel hilft" etwas machen muß. Irgendwas ist immer und mit meinem Stallfrei zum Lernen klappt es nicht. Er kann zu anderen halt einfach nicht Nein sagen. Und wenn ich dann was sage, bin ich auch noch die Böse, die Streß macht.

Vor ein paar Tagen habe ich ihm klipp und klar gesagt, daß ich ohne "sichere Zukunft" für uns auf dem Hof nicht länger das Risiko eingehen kann, mein Studium nicht zu beenden. Gestern sind die ersten drei frisch abgekalbten Rinder verkauft worden, heute werden die nächsten geholt. Meinem Freund geht es richtig schlecht, weil er Angst vor der finanziellen Zukunft hat. Er muß ja einen großen alten Hof unterhalten, und man weiß ja nie, ob nicht einer der Schlepper kaputt geht usw. Er jammert nicht, aber ich merke wie schlecht es ihm mit der Aufgabe des Milchviehs geht.

Finanziell hat er mich bisher auch unterstützt, das würde nun natürlich nicht mehr gehen, aber nach der nächsten großen Prüfung könnte ich mir dann ohne Milchvieh ja auch einen Studentenjob suchen.

Ich würde wirklich gerne mit ihm zusammen den Hof bewirtschaften und mit ihm zusammen dort leben - auch nach Abschluß des Studiums, aber aufgrund der o.g. Umstände sehe ich im Moment keine andere Lösung als mit dem Milchvieh aufzuhören.

Seht Ihr eine?

Ganz viele liebe Grüße - Marjellche
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Melkerin am 22.05.08, 18:22
Hallo Marjellche,
ich wäre unbedingt dafür, daß du dich jetzt um dein Studium kümmerst. Ohne jetzt unken zu wollen, aber wer gibt dir die Garantie, daß 1. eure Verbindung ewig hält und 2. die schon etwas verworrenen Verhältnisse auf dem Hof in absehbarer Zeit geklärt werden? Wenn du selbst mit beiden Beinen im Leben stehst (sprich: dein Studium beendet hast), kannst du dir wieder mit den Kühen was aufbauen.
Die Zeit des Studiums ist ja eine relativ kurze Zeitspanne im Vergleich zum Arbeitsleben, das man normalerweise noch vor sich hat.
Ich kenne einige Landwirte, die die Technikerschule besucht und in dieser Zeit die Produktion auf dem Hof runtergefahren haben, um sich mehr aufs Lernen konzentrieren zu können. Bereut hat das keiner, durch das erworbene Wissen konnten sie nachher das Einkommen auf den Höfen sogar steigern.
Es kommt natürlich auch auf die Größe des Hofes an. Ist der Verdienst zu gering, daß dein Freund jetzt Lkw fährt? Als ausgebildete Tierärztin könntest du später ja auch auf dem Hof arbeiten und evtl. einen Nebenjob ausüben (z. B. in einem Labor, Besamungen für einen Tierarzt erledigen usw.) 
Milchvieh ist schon sehr arbeitsaufwändig; ich denke du bist auf dem richtigen Weg.
Alles miteinander geht nicht. Die Arbeitszeit, die dein Freund jetzt woanders verbringt, fehlt ja auch überall.
Alles Gute und viel Erfolg!

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Lotta am 22.05.08, 20:35
Hallo Marjellche!
Ich denke auch, das man erstmal wissen muss, über welche Grössenordnung wir hier sprechen. Wenn auf dem Hof nur Quote für 20 Kühe ist, dann mag das mit den ganzen Arbeiten nebenher gehen...sind es aber 80-100 Kühe, frage ich mich WANN das alles gemacht wird.
Warum ist dein Freund nicht Vollerwerbslandwirt? Aus finanziellen Gründen oder weil er nicht die Freude an der Arbeit hat, die man als Landwirt braucht?
Und ihr müsst euch erstmal klar werden, wie ihr euch eure Zukunft vorstellt- erst dann kann man die Schritte in die richtige Richtung planen. Denn wenn es wieder Richtung Vollerwerb gehen sollte, dann ist ganz klar das diese Geschwisterdurcheinander aufgedröselt werden muss. So sind nämlich alle gewohnt den Hof und was dazu gehört für sich zu nutezn wies grad passt. Böses Blut ist da fast unausweichlich, wenn man irgendwann auch Pacht dafür sehen will. Andererseit kann man nicht so viele Leute von dem Hof ernähren.
Ich weiss wovón ich rede, ich war auch die Böse, die irgendwann mal angefangen hat zu rechnen. Aber ohne geht es nicht.
Wäre es zum Beispiel denkbar, das du als Tierärztin auf dem Hof eine Praxis aufbaust, oder ist für euch überhaupt erstmal Platz für eine Wohnung?
So viele Fragen...
ich wünsche dir viel Kraft und auch das nötige Feingefühl, bei deinem Freund erstmal auf verständnisvolle Ohren zu stossen, die manches wahrscheinlich so gar nicht hören wollen...
Liebe grüsse
Lotta
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 28.10.08, 23:47
Hallo Jara,

Du stellst schon die richtigen Fragen.
Aber was sagt eigentlich dein Mann dazu?

Eigentlich müsste ER diese "Verhandlungen" führen... Ist er bereit dazu?
Hört er auf dich?
Wie beurteilt er denn den Ertragswert des Hofes,
nach Abzug der EIGENEN Arbeitsleistung?
(Die Geschwister bekommen ja auch Lohn für ihre Arbeit.)

Was ich nicht so ganz verstehe:

Die Geschwister haben schon alle ein Haus,
und einen Bausparvertrag. OK. Das ist gut.

Der Betrieb hat 10 ha Eigentum,
und die Hofstelle
..und da so ein Gedöns drum? *sorry*

Ist dieser relativ kleine Betrieb so eine "Goldgrube". ...dass ihr dann ALLEINE die Hege und Pflege leisten sollt, und dann noch ein Schwein pro Jahr für jeden?  ...und den Bruder bis er 30 ist (mietfrei? - hat der "Anhang"? Freundin und so) Warum zieht der nicht aus, der hat doch einen Job.
Achso ! Milchvieh !
OK, OK, das bringt Geld. Aber das fällt ja auch nicht so in eueren Schoß, wenn ihr nur mal am Stalltor kratzt. Da für muss man richtig viel arbeiten! Das ist doch EUERE Arbeit, die IHR leistet, nicht "der Hof". 

Und noch was verstehe ich nicht:
Dass man einen Verkauf des Betriebes als Übergeber verhindern möchte, OK, das verstehe ich.
Aber warum dürft Ihr 15 Jahre lang nicht verpachten?

Dass die Geschwister beim "Verkauf wegen Betriebsaufgabe" was haben wollen, kann ich verstehen: für jeden das gleiche und für deinen Mann zusätzlich das, was er reingesteckt hat, und auch ein Haus...  ;)  Und - wenn alles gerecht geteilt wird, auch die Pflegeverantwortung aufteilen!

Also, nichts gegen euere Übergabe!
Aber ich habe das Gefühl, da will man euch was übergeben, aber nicht richtig, nicht wirklich....  Vorher muss erst mal ganz viel davon abgeschnitten werden, obwohl die Geschwister ja jeder schon ein Haus haben.  (Ein Eigenheim, das ist doch toll.)
Ich mein, 10 ha. Soooo viel ist das ja auch nicht. ...außer es wird Bauland. Aber für so einen Fall könnte man Regelungen treffen, dass die Geschwister da nicht leer ausgehen.
Ist die Hofstelle so viel wert? Der Stall, wie alt ist der? Wie ist der Zustand der Stall-Technik?

Aber verdammt! Das ist sein Arbeitplatz. Nach Verkehrswert wird so was nicht gerechnet, sondern nach einer Mischung aus Verkehrswert und Ertragswert.
Da müsst ihr euch mal beraten lassen,  aber bitte nicht beim gleichen Steuerberater wie die Eltern. Der wird euch nie in euerem Interesse beraten, weil der immer die Eltern im Hinterkopf hat - die auch den Geschwistern so viel wie möglich zukommen lassen wollen.  (Ich rede aus Erfahrung.)

Zum Eisernen Inventar:
Im Pachtvertrag müsste eigentlich drin stehen, mit welchem Wert das damals angesetzt war, als der Vertrag abgeschlossen wurde, "zum Wert aus der Bilanz vom Wirtschaftsjahr 19hundert-wasweißichwas" oder so.  Der Rest ist eine Wertsteigerung, die deinem Mann zusteht.

Du studierst?
Das finde ich prima! ..ein eigener Beruf, der euch eventuell auch ein bisschen unabhängiger von diesem Hof machen könnte.
Warum sollst du voll auf dem Hof mitarbeiten? Hast du was studiert, das mit Landwirtschaft zu tun hat? 

Vielleicht könntest du ausßerlandwirtschaftlich arbeiten, und ihr stellt lieber einen Mitarbeiter für den Stall ein.

Da geht es dir auf Dauer vielleicht besser, bei der Situation auf dem Hof mit Logier-Bruder, Geschwistern, und Eltern deines Mannes (die DU für lau pflegen sollst (?) nicht die Geschwister mit dem Haus). Wenn du außerlandwirtschaftlich arbeiten würdest, müsste dein Mann für dich keine Alterskasse zahlen  ;) und keine Krankenkasse. Ist das kein Argument? Und notfalls kannst du ja immmmmernoch daheim bleiben  8), zum Beispiel wenn du ein Kind bekommst. Daaaa würde ich mich jetzt noch nicht festlegen lassen.


liebe Grüße
Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Melkerin am 29.10.08, 12:55
Hallo Jara,
vor einigen Jahren habe ich mal in einer landw. Fachzeitschrift gelesen, daß man in den Übergabevertrag höchstens die Pflegestufe I (einfache Handreichungen? - kenn mich da nicht so aus) aufnehmen sollte. Die höheren Pflegestufen sollten  a l l e  Geschwister gemeinsam betreffen. Es wurde so begründet, daß ja gerade eine Bäuerin schon genug Last am Hals hat und nicht auch noch alleine eine Vollpflege übernehmen kann und daß ja auch alle Geschwister in der Regel was bekommen haben. Und wenn's mal so schlimm kommen sollte, daß eine Pflege zuhause gar nicht mehr möglich ist, ist es auch besser, wenn die Kosten unter den Geschwistern aufgeteilt werden.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: ansabe am 29.10.08, 13:21
Die Pflege sollte überhaupt nicht mehr drin stehen hat damals unser Notar gesagt, wenn es zu Hause nicht möglich ist und ein Altersheim muss bezahlt werden, da kann ein Hof bei drauf gehen. Vielleicht sollte  man sowas der älteren Generation mal sagen. Ich glaube nicht dass es gewollt ist, dass dadurch der Hof zerstört wird. Ansonsten ist es gesetzlich sowieso schon so, dass Kinder nach ihrem Einkommen mit herangezogen werden, soviel wie ich weiß!
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mogli am 29.10.08, 14:44
Hallo Jara, bitte vorher mit einem Fachmann sprechen! Soweit mir bekannt, wenn sowas nicht ganz richtig formuliert  ist muß unter umständen die Pflegeversicherung  nicht eintreten. LG Helga
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 29.10.08, 22:06
Eigentlich hast du das Gegenargument schon geschrieben.

Aber wie soll man das dem SV beibiegen? Ich glaube, die haben einfach seeehr viel Angst um ihren Lebensabend.

Als eigenes Beispiel:
Meine SM hat den Brüdern die die Häuser bekommen haben reingeschrieben, dass sie von jedem monatlich Betrag x bekommt, und im Pflegefall soll der nicht steigen. Aber es soll bei den Häusern die sie den Brüdern meines Mannes gegeben hat, als Grundschuld eingetragen werden. -  ;D  Sie hat gar nicht dran gedacht, dass sie SELBER noch ein beträchtliches Vermögen hat. Logisch, dass die Brüder das ohne Murren unterschrieben haben. Denn erstmal muss sie ja mit ihrem eigenen Vermögen heralten. - Aber das hatte sie wohl ganz vergessen, dass sie noch ein enormes Vermögen besitzt  ;D  So viel zum Thema Angst.


Angst ist oft irrational. Da kann man wohl nichts machen...  :-\

Aber ich würde keinen Vertrag unterschreiben, der mir nicht passt. Ehrlich!

Die Geschichte mit der Sonderbehandlung für den Bruder.. :-\  Da hättet Ihr eventuell noch viel "Freude" dran.

liebe Grüße
Anna

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: martina am 30.10.08, 07:32
Hallo Melkerin,

Das mit höchstens Pflegestufe 1 hab ich auch schon gehört, wobei mir das zuviel vorkommt (bis zu 3 Stunden am Tag)
Morgens und abends melken, Feldarbeit ab und zu (sonst ist mein Mann ja den ganzen Tag weg und ich hab nichts von ihm)
Eventuell sind ein paar Kinder da. Und dann soll ich noch 3 Stunden Zeit übrig haben? Ich kann mir das nicht vorstellen.

@ ansabe
Das werden wir dann so sagen, das der Hof dabei draufgehen könnte.
Wobei es immer mehr so ist, das jeder an sich denkt und nicht so sehr an den Hof. :-\

Hallo Jara,

unendliches Thema, was Du da wieder augegriffen hast.

Meine SM wollte auch noch Hege und Pflege reinschreiben, ich hab mich geweigert. Damals war die Pflegeversicherung ganz neu und beim Notar sagte man uns, es würde generell nur noch Pflegestufe 1 eingeschrieben werden.
Ok, sag ich, und wieviel ist das? Also wurde bei der Sozialstation angerufen, wieviel zeitlichen Aufwand sie bei Stufe 1 ansetzen. Genau weiß ich es nicht mehr, aber es waren keine 3 Stunden, sondern weniger.

Das die Geschwister bei einem Verkauf nach der Übergabe was abbekommen wollen, ist sogar gesetzlich geregelt, aber nur für 20 Jahre, das ist eine sog. Nachabfindungsregelung. Es sei denn, Ihr verkauft einen Betriebszweig, um den Erlös direkt wieder in den Betrieb zu stecken und einen anderen Zweig damit aufzubauen.

Also Du verkaufst 1 ha Bauland und baust mit dem Erlös einen Milchviehstall, dann können die Dir gar nix. Und nach 20 Jahren hast Du quasi Narrenfreiheit, zumindest gegenüber den Geschwistern.

Das sie die Hände aufhalten, wenn Ihr verpachten wollt, finde ich pers. eine Frechheit´, denn von der Pacht kann man nicht leben.

Die Berufsunfähigkeit Deines Mannes solltet Ihr jetzt schon mit einer Versicherung absichern. Dabei nicht nur an einen Unfall denken, sondern auch an schwere Erkrankungen.

Und laßt Euch vom Notar beraten.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sonnenblume2 am 30.10.08, 08:09
Noch etwas zu den anscheinen ausbezahlten Geschwistern: Göga meint, das Geld das sie damals (wenn volljährig, vernünftig) erhalten haben zählt nicht?!?
Das sei Privatvergnügen der Eltern, es sei nie etwas unterschrieben worden. Hallo? Wo bin ich denn hier gelandet?
Hallo Jara,
das müsste aber der Notar besser wissen!
Bei uns war es so, dass im Übergabevertrag hineingeschrieben wurde, mit was und wieviel die weichenden Geschwister hinausbezahlt wurden, und UNBEDINGT diese Pflichtteilsverzichtserklärung von den Geschwistern unterschreiben lassen.

Wie ist den euer Notar so eingestellt? Denkt dieser etwas "moderner", dass er solche Sachen wie "1 Schwein/Jahr", "Diesel", ...event. den SE ausreden kann!
Ihnen klarmacht, dass man sowas heute nicht mehr hineinschreibt!

 :-X Wie weit kannst du deine SE erpressen, wenn du sagst "ich arbeite nicht am Hof mit, wenn das und jehnes so im Übergabevertrag steht" ... ich glaube nicht das es in ihrem Sinn ist, dass der Hof den Bach hinuntergeht  :-X

Zwecks dem Bruder und sein Wohnrecht ... könnt ihr euch nicht einigen auf ein Alter von 26/27 Jahren? muss es gleich 30 sein?
Und es dann auch gleich ausdrücklich dazusagen, mit diesem und jehnen Alter (was halt dann ausgemacht ist) MUSS er ausziehen ... da gibt es keine Kompromisse ... somit kann dann niemand sagen "ihr schmeist xxx aus dem Haus" wenn er das ausgemachte Alter erreicht hat!

Wenn er in EUREM Haus wohnt, dann hat er etweder sich an den Kosten (Grundsteuer, Betriebskosten, Heizung, Strom,...) zu beteiligen oder er hilft am Betrieb mit!
Wieso soll er seinen Eltern "Kostgelt" zahlen bwz. ihr für ihn? ... Bruder wohnt ja dann in EUREM Haus!
Wenn die SE schon meinen er soll Kostgeld zahlen für Essen, Wäsche usw. dann sollen sich diese das mit dem Bruder ausmachen ... meiner Meinung nach sich das 2 Paar Schuhe - IHR mit BRUDER, Schwiegereltern mit BRUDER.

lg Sonnenlume


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 30.10.08, 09:12
Hallo Jara,

ich sags jetzt mal ironisch kurz: Sag deinen SE das normalerweise Kühe gemolken werden - nicht der Hofübernehmer  :-X 8).

Dir viel Kraft und Nerven, wenn ihr hier euer Ding durchzieht habt ihr Ruhe, wenn ihr gut-mütig seid, braucht ihr viel guten Mut für die nächsten Jahrzehnte!

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: gundi am 30.10.08, 09:18
.

"Das wird schon irgendwie gut gehen" ist doch auch keine Lösung.

Hallo Jara!

Das haben wir uns vor 16 Jahren auch gedacht, aber es kam ganz anders. Mein Mann wollte damals die Übergabe über die LW-Kammer machen --niedrigere Kosten und auch kompetente Berater. Aber mein SV hatte einen Notar zum Freund und mit dem wurde das ausgehandelt :( Nach einigen Änderungen im Vertrag sah ihn mein Mann als akzeptabel an -- er war damals ja auch schon bald 45 Jahre alt, und wollte nicht mehr länger warten, und unterschrieb. Ich durfte bei den ganzen "Verhandlungen" gar nicht dabeisein obwohl wir schon 19 Jahre verheiratet waren. SE wollten das nicht und ich wollte dann auch nicht das mein Mann ev. den kürzeren zieht.
So vergingen einige Jahre und SV nützte die Klauseln die im Vertrag waren immer mehr zu seinen Gunsten aus. Das ging soweit das uns irgendwann die Hände gebunden waren, um so zu wirtschaften das es für den Hof gut ausging.
Vor zwei Jahren hat mein Mann dann den Hof an unseren 30 jährigen Sohn übergeben, dieser mußte sich aber auch noch die Unterschrift von seinem Großvater holen damit er überhaupt übernehmen konnte. Das war auch nicht ganz einfach, aber er hat es dann doch getan, was er kurze Zeit darauf schon wieder bereute. Gott sei Dank zu spät. Jetzt hat er nichts, aber auch gar nichts mehr zu sagen und das nützt er nun aus um uns (meinen Mann und mich) zu traktieren.

Gebt euch also nicht der Hoffnung hin, es wird schon irgendwie gehen und macht gleich von Anfang an klare Verhältnisse.
Wenn wir die Zeit zurückdrehen könnten würde wir sofort vom Hof gehen und uns was neues aufbauen, wenn man jung ist schafft man das viel leichter. Mir tut es nur leid um die Zeit, denn ad bleibt Materiell und ideel so viel auf der Strecke.

Machts gut
gundi
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: gundi am 30.10.08, 09:46
evi, SV bereute einge Tage später schon, das er unserem Sohn unterschrieben hat damit dieser den Hof übernehmen konnte. Da war es aber schon zu spät. Der Hof gehörte unserem Sohn und keiner konnte mehr was daran ändern.
SV war damals sogar noch beim Notar und wollte alles rückgängig machen, ( mit einem Mords Aufstand) denn er sei "überrumpelt" worden und somit könne das ganze nicht gültig sein.
Der Notar der unsere Übergabe gemacht hat ist schon vor 7 Jahren in Pension gegangen, und dessen Büro leitet seitdem ein jüngerer und der heutigen Zeit aufgeschlossener, was uns diesmal auch zu Gute kam.

lg gundi
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: strop am 30.10.08, 11:02
Das ganze hört sich für mich - als Außenstehende - an, als hätte sich in Jara`s Fall
bei den Eltern ihres Partners (auch beim Partner?)eine gewisse "Betriebsblindheit" eingeschlichen, es scheint doch
vieles nicht mehr "zeitgemäß" zu sein, was die Übergabe eines Hofes angeht. Mögliche Pachterlöse von 10 ha Acker - was ist das denn angesichts der finanziellen Belastungen eines Betriebes (Steuern, Versicherungen, Berufsgenossenschaft etc.)? Auf der anderen Seite kann es in manchen Jahren schwer werden, die Pachten für gepachtete Flächen zu erwirtschaften. Was bitte hat denn der Zustand Verpachtung/Eigenbewirtschaftung in einem Hofübergabevertrag zu suchen?

Gut, wenn feststeht, dass jemand durch Krankheit o.ä. nicht in der Lage sein wird, für sich selber zu sorgen (ich denke da jetzt an den Bruder auf dem Hof), kann man über eine Absicherung nachdenken, früher wurde z.B. eine Acker- oder Forstfläche demjenigen "reserviert", die dann aber auch wieder zum Hof kam, sofern sie nicht benötigt wurde. Ist aber auch sehr "schwammig". Aber so?

@Jara: ich finde es gut, dass Du Dich bei diesem Thema so umfassend informierst und Deine Zukunft nicht einfach auf Dich zukommen läßt. Vielleicht "rüttelst" Du da in der family auf diese Weise doch etwas wach und sie lassen sich von kompetenter Seite beraten.
LG
strop
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Marjellche am 30.10.08, 11:18
Das ganze hört sich für mich - als Außenstehende - an, als hätte sich in Jara`s Fall
bei den Eltern ihres Partners (auch beim Partner?)eine gewisse "Betriebsblindheit" eingeschlichen, es scheint doch

Hallo strop,

das hast Du gut erkannt, und das ist wahrscheinlich in den meisten Fällen so.

Wenn ich meinem Freund von den Fällen hier im BT erzähle, dann kann er regelrecht objektiv darüber urteilen und dann sagt er auch klipp und klar, wie manche ihre Situation lösen sollten.
Aber sobald es um die eigene Familie und den eigenen Betrieb geht, sieht er (und auch seine Familie) die Problematik - die in anderen Fällen sofort erkannt wird - gar nicht mehr.

Aber wie soll man "wachrütteln" ohne nachher als Buhmann dazustehen? Nachher ist nämlich der vielleicht nicht betriebsblinde Partner der Böse, der aufhetzt...

@ Jara: Du glaubst gar nicht, wie ich diese schlaflosen Nächte kenne. Drücke Dir die Daumen, daß Ihr die Hofübergabe zügig und ohne böses Blut über die Bühne bekommt.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 30.10.08, 12:36
Hallo Jara,

es gibt Pflichtteilsverzicht und Erbverzicht (meines Wissens nach).

Das sind grundsätzliche Unterschiede, da ich bei Hofübergabe einen "Pflichtteilsverzicht" unterschrieben habe, aber im Todesfall der Eltern die Kinder noch Anspruch haben auf z.B. Bilder oder Möbel mit (Erinnerungs-)Wert der Eltern, also dem persönlichen Erbe.

Sonst würden ja die Eltern mit der Hofübergabe auch ihren Privatbesitz übergeben... ::).

Eine Frage - soweit ich weiß, wenn NUR der Mann den Hofübergabevertrag unterschreibt und da Pflegeklauseln vereinbart - gehen die nicht automatisch (obwohl so gehandhabt) auf die Frau über...?

Wir hatten das schon mal in Pflegeboxen, das auch wenn es geschrieben steht, die Pflegestufe z.B. 1 dann auch nicht als "persönliche Pflege" eingeklagt werden kann, sondern nur, dass diese Pflege stattfindet: Auch wenn sie bezahlt von aussen geleistet wird? Letztendlich ist der Mann der solche Klauseln selbst unterschreibt und die Frau sich wieder von ihm trennt selbst schuld  ::).

Ich hatte das mal mit landw. Nachwuchs, der Stufe 3 unterschreiben wollte, aber noch keine Partnerin hatte aber selbstverständlich davon ausging, das sie das leisten würde, müsste, wie auch immer  :-X.

Wichtig auch - stellt euch vor, euer Bruder verunglückt und ist behindert, muss lebenslang versorgt werden oder in einem Heim untergebracht, dann könnt ihr euch drauf einstellen, dass der Betreuer des Bruders den Gegenwert des "lebenslangen Wohnrechtes" als Finanzleistung herausklagt?

Wie gesagt - das sind Fragen für Fachleute...

Gruß Mirjam

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sonnenblume2 am 30.10.08, 13:09
Eine Frage - soweit ich weiß, wenn NUR der Mann den Hofübergabevertrag unterschreibt und da Pflegeklauseln vereinbart - gehen die nicht automatisch (obwohl so gehandhabt) auf die Frau über...?
Hallo Mirjam,
und in vievielen % der Landwirtschaften pflegt die Frau, obwohl der Hof nur dem Mann übergeben wurde?
Welche Konflikte wird es wohl zwischen den Ehepartnern geben, wenn die Frau vom Hofübenhmer sagt würde "die Pflege deiner Eltern geht mich nichts an, DU hast diese Klausel unterschrieben"?
Am Ende fällt es doch wieder der Frau zu!
lg Sonnenblume
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: ELLI47 am 30.10.08, 13:12
Aber ich würde keinen Vertrag unterschreiben, der mir nicht passt. Ehrlich!
Das Problem ist, dass ja nicht ich diejenige bin, die den Vertrag unterschreibt, sondern mein Mann.
Hallo Jara
Ich, bin bei der Hofübergabe gar nicht gefragt worden,das ging mich ja nichts an. :-\
Hab auch an der Flegeklausel zu knabbern gehabt. :-\
  LG Elli
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: ania am 30.10.08, 14:04
Hallo zusammen,

auch ich hab eine Frage zu diesen heißen Thema. In unserem Übergabevertrag steht wort wörtlich
Die Pflegeverpflichtung besteht nicht für den Fall der Schwerpflegebedürfigkeit. Im Streitfall entscheidet darüber der zuständige Amtsarzt als Schiedsgutachter.

Was heißt das im Klartext. Wie wird das gehandhabt. ich muss noch sagen der Übergabevertrag würde nur von meinen Mann unterschrieben.
ZU diesen Zeitpunkt waren wir noch nicht verheiratet. Was bedeutet das für mich bzw. für uns.
Ich hab ein schlechtes verhältnis zu ihnen. Mehr in einer anderen Box.

Bitte klärt mich auf was das bedeutet.

vielle grüsse

ania

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 30.10.08, 14:08
Hallo Sonnenblume,

ja, aber es macht schon was aus, wenn Jara JETZT rechtzeitig sagt: Hey überleg was DU unterschreibst - das betrifft mich moralisch, aber dich rechtlich! Ich denke, es gehört schon grade drum langsam ins Bewußtsein der Landwirte das eine Partnerin sich a) weigern könnte b) zeitlich das gar nicht hinkriegt (selber Beruf ausserhalb) oder c) Trennung, Scheidung hier sie mal den Hof wieder verlassen könnte.

Gruß Mirjam

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 30.10.08, 21:50
Hallo Jara,

Erfahrungen hab' ich zwar viele  ::) aber ich glaube nicht, dass ich dir damit wirklich weiterhelfen könnte.

Aber TOLL ! Die Geschwister haben das Privatvermögen aufgeteilt - ohne deinen Mann zu berücksichtigen (bei uns ist das auch so),
und falls der Hof verkauft/aufgeteilt werden sollte, wird der unter allen aufgeteilt - oder dein Mann bekommt ihn überschrieben mit vieeeelen Abstrichen
...zumal er ja weichgekocht ist, nach all den Jahren des Wartens auf eine Übergabe...

Bei meinen (schlechten) Erfahrungen läuten da alle Alarmglocken. Aber man soll ja nicht alles schlecht machen...  Ich komm' hier sonst noch in den Verruf, ich würde alle jungen Bauern vom Hof wegbeissen wollen   (http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/a037.gif)

Das mit dem Wohnrecht, da hätte ich vielleicht einen TiPP: Ich würde festlegen, dass der da für bezahlen muss, und seine Mitarbeit wird ihm dann auch bezahlt. - Klare Verhältnisse.
Das Argument, dass dem Bruder seine Leistung auch bezahlt wird, dürfte für den SV doch ein Argument sein, wenn er die Leistung deines Schwagers als so hoch ansieht...  ;)

Dieses ewige Gegeneinander-Aufrechnen von Leistung und Gegenleistung und Versprechungen bringt doch nur Ärger. Und man will doch mal "sein eigener Herr" sein. So ein Haus hat doch Privatsähäre.

liebe Grüße
Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 30.10.08, 22:05
Aber ich würde keinen Vertrag unterschreiben, der mir nicht passt. Ehrlich!
Das Problem ist, dass ja nicht ich diejenige bin, die den Vertrag unterschreibt, sondern mein Mann.
Hallo Jara
Ich, bin bei der Hofübergabe gar nicht gefragt worden,das ging mich ja nichts an. :-\
Hab auch an der Flegeklausel zu knabbern gehabt. :-\
  LG Elli


Hallo Elli,

ich werde auch nicht gefragt.
Aber das mit der Pflege, da hab ich mich irgendwann so mit der SM zerstritten  (http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/a065.gif) , dass das für uns vom Tisch ist.

Und wir leben jetzt auch nicht mehr auf dem Hof.  8) Daran bin auch ich "schuld", nicht SM. Aber meinen Mann zieht es immer noch seeehr stark da hin. Manchmal glaube ich, dass mein Mann jetzt auchnoch ein schlechtes Gewissen hat, weil er nach Jahrzehnten des Hinhaltens und Ausnutzens vom Hof weg ist - er kriecht seiner Mutter und seinem Bruder seit dem so dermaßen in den A-Punkt  ::)  Das hat nichts mit normaler Verwandtschaftspflege zu tun. Aber wir sind auch noch nicht einmal zwei Jahre weg. Ich hoffe, dass er HIER bald Wurzeln bekommt.

liebe Grüße
Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: maggie am 31.10.08, 18:13
hallo jara,
ich habe nicht ganz alles gelesen -
aber eines ist mir hängen geblieben...

"wenn ich nicht am hof arbeiten würde - müsste mindestens die mv (denke milchvieh) aufgegeben werden...

und wäre das sooo schlimm...


das gehört doch auch zum thema "betriebsblind" -
vielleicht hast du noch eine andere arbeit - dänn hättest du wenigstens hie und da etwas abstand vom betrieb -

ich weiss nicht genau wie die deutschen verhältnisse sind, aber ich hätte angst mit sooo vielen klausen etc. den hof zu übernehmen -

übrigens gundi -
da haben wir ja schwein in der schweiz -

sm und ich durften doch "zur kenntnisnahme" unterschreiben, aber verhandelt haben wir - göga und ich mit einigen aussenstehenden, die z.g. zu unseren gunsten sprachen -
aber - es war dennoch echt happig was sv so alles verlangte....
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: eifelrosi am 31.10.08, 23:26
Hallo ania,

schwerpflegebedürftig ist in meinen Augen ein ungenauer Begriff, ich weiß nicht, ob es da etwas genaues wie z.B. die Pflegestufen gibt. Da werdet ihr dann im Zweifelsfall auf das Urteil des Gutachters abwarten müssen, finde ich nicht so gut für einen Hofübergabevertrag.
Bei dem Hofübergabevertrag von meinen Eltern an meinen jüngsten Bruder wurde mit Absicht nichts von Pflege geschrieben. Damit sind meine 3 Geschwister und ich dann gleichermaßen betroffen, wenn es mal so weit kommen sollte. Da niemand weiß, was man selber alles am Hut hat, wenn es mal dazu kommt, finde ich das so in Ordnung, wenn man sich untereinander versteht.

Da du den Vertrag nicht mit unterschrieben hast - ist nach meinen Erfahrungen beim Amtsgericht meistens so der Fall, auch wenn der Übernehmer dann meistens schon verheiratet ist - kann man dir rechtlich nichts anhaben, wenn du dich nicht dran hältst, was darin steht, aber wie das dann mit dem Zusammenhalt aussieht, steht auf einem anderen Blatt. Leider wird es immer noch meistens vorausgesetzt, dass die Frau des Übernehmers das alles mitträgt und gerade im Pflegefall meistens "die Dumme" ist, die das dann machen "darf".

Ich hab meinem Mann auch schon ein paarmal gesagt, ob er sich im Klaren darüber ist, was er da unterschrieben hat. Schwiegermutter ist ja Gott sei Dank kein Pflegefall geworden, brauchte zwar am Schluss bei einigen Sachen Hilfe, aber das konnten wir ganz gut untereinander aufteilen.
Jetzt haben wir noch die rüstige Oma mit fast 98 Jahren nebenan wohnen, die Schwiegervater noch bekocht und da hoff ich einfach mal, dass das noch etwas so weiter geht...

Wenn du selber nichts herausfindest wegen Schwerpflegebedürftig, meld dich  mal bei mir, dann werd ich mal bei dem Richter anrufen, mit dem ich am Amtsgericht als Beisitzerin häufiger zu tun hab.

Viele Grüße
Roswitha
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Hopfi am 01.11.08, 09:44
Hallo Roswitha, :)

deine Meinung finde ich sehr gut und sehr zeitgemäß.
Ich finde es kann sich jedes Familienmitglied an der Pflege beteiligen. Denn jedes Familienmitglied hat irgentwann in der Regel schon vom Hof, und von den Eltern profitiert.
Früher!! wischten sich alle gerne die Hände an der Schwiegertochter!! ab.
Betonung auf Früher und Schwiegertocher.

Hopfi
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 01.11.08, 16:03
Ich wollte nochmal dran erinnern,
weil ich das wirklich für einen guten Tipp halte -
nachdem wir uns jetzt (berechtigterweise!) am Thema Pflege festgebissen haben  ;)

"Das mit dem Wohnrecht, da hätte ich vielleicht einen TiPP: Ich würde festlegen, dass der da für bezahlen muss, und seine Mitarbeit wird ihm dann auch bezahlt. - Klare Verhältnisse.
Das Argument, dass dem Bruder seine Leistung auch bezahlt wird, dürfte für den SV doch ein Argument sein, wenn er die Leistung deines Schwagers als so hoch ansieht...  "


Verdammt!  >:(
Wenn die an EUCH übergeben wollen, warum soll dann auch noch der Bruder (quasi in Zwangs-WG mit Euch) da wohnen bleiben, bis die Eltern mal sterben?   Dann sollen sie doch gleich dem Bruder übergeben!   ...und Ihr pachtet von dem den Stall und die paar Ha Eigentumsland und baut euch in der nähe auch so ein schickes kleines Eigenheim, oder ihr lasst euch auch eins "schenken"  :(   Das würde ich genau so mal vorschlagen.  (Vielleicht begreifen die es dann...)

liebe Grüße
Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: schnute am 01.11.08, 16:44
Na ja, gleiches Recht für alle. Wenn die anderen Geschwister ein Haus bekommen haben (wenn ich's so richtig verstanden habe?), steht euch ja doch auch eins zu. ???
Es sei denn, diese Häuser gelten als Abfindung für die weichenden Erben. Das scheint aber nicht so zu sein.
Der Bruder, um den es geht, hat wohl auch keins bekommen. Sind ziemlich diffuse Verhältnisse. :-\

Vielleicht hilft es die gesamten finanziellen und materiellen Geschenke mal aufzulisten, um einen Überblick zu bekommen und diesen den Eltern zu unterbreiten. Ev. können sie die Ungerechtigkeiten, die auftreten, dann eher nachvollziehen.

Bleib dran! Ich wünsch eine für euch zufriedenstellende Lösung, die keine Bauchschmerzen mehr macht!

Liebe Grüße
schnute
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Marjellche am 01.11.08, 17:20
Also ich finde Annas Vorschlag betreffend des Wohnrechts auch gut.

Wenn der Bruder Miete zahlt und im Gegenzug für seine Mitarbeit entlohnt wird hat man klare Verhältnisse und keiner kann irgendwann dem anderen irgendwas vorwerfen. Das ist auf jeden Fall eine gerechte Lösung und nicht so was schwammiges.

Bei uns ist das ja auch so undurchsichtig.

Der eine Bruder hilft ziemlich viel (Mähdreschen, Gülle fahren, Grubbern usw.) und hat dafür 2 Pferde auf dem Hof stehen (Heu und Stroh macht er selber, und an Kraftfutter bekommen die Pferde zugekauftes Müsli)

Der andere Bruder wohnt seit zwei Jahren wieder auf dem Hof, ist selbst Nebenerwerbslandwirt und hat nur dreimal im Jahr Silo festgefahren. Das brauch er ja nun auch nicht mehr, weil wir kein Milchvieh mehr haben.
Dieser Bruder hat Kost und Logis frei und nutzt außerdem kostenlos den leerstehenden Schweinestall für seine ca. 50 Sauen und Mastschweine.

Also gerecht ist in meinen Augen was anderes.

Und irgendwann tut es den großen Knall!
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 10.11.08, 22:56
Hallo Jara,

ich muss mal ganz dumm fragen:

30 Jahre Wohnrecht - WILL er das? Was ist, wenn er mal eine Lebenspartnerin hat? Wohnt die dann auch mit auf dem Hof. Für wie viele Zimmer soll sein Wohnrecht denn gelten? Und falls er doch ausziehen sollte, müsst ihr ihm sein Wohnrecht dann "abkaufen"?
Ich mein', sie "übergeben" euch, aber der Bruder soll (auch) drin wohnen....?   Gleichzeitig ist dieser Bruder der, der "nichts bekommen soll wenn er nicht vernünftigt ist" (hab' ich das so richtig verstanden?) ...und der wäre dann sauer?  ...und ihr müsst mit ihm in einem Haus leben (die nächsten 30 Jahre?). Meinst du nicht, da ist Ärger schon vorprogrammiert?

Und dann sind die SE ja auch noch im Haus - logischerweise! 
Und ihr wollt doch auch irgendwann eigene Kinder ..?
Ist das Haus soooo groß, dass ihr da alle vernünftig wohnen, und dass ihr euch auch mal aus dem Wege gehen könnt?

Und wie viel müsste denn in den Betrieb investiert werden, damit er wieder "in Schuss" ist?  ...ich frage jetzt nicht nach einer bestimmten Summe. Aber das müsste man ja theoretisch noch zu den Abfindungen für die Geschwister dazu zählen.

Falls ein Bauplatz in der Nähe vorhanden ist, wäre nicht besser, wenn ihr euch ein eigenes kleines Haus drauf baut, wo ihr euere Ruhe habt, wo ihr auch mal abschlalten und auch mal ganz privat sein könnt? Es muss ja keine kleine Villa sein. Es gibt doch heutzutage gute und relativ günstige Fertighäuser.    ....und wenn ihr dann nur noch den Stall (günstig) weiterpachtet - bzw. eventuelle Investitionen in den Stall mit der Pacht verrechnet?

Wahrscheinlich geht das in Euerem Fall nicht, aber ich spinne den Gedanken einfach mal weiter:
Vielleicht kauft ihr den Eltern den Bauplatz ab, anstatt die Geschwister auszubezahlen - allerdings weiß ich nicht, was bei euch der Quadatmeter Bauland wert ist. Wenn es sehr teuer ist, wäre das natürlich sehr viel Geld / evtl. zu viel...
Oder ihr pachtet gleich wo anders was?  ...Ich weiß nicht, ob Ihr ein bisschen Kapital habt, oder ob ihr welches aus dem Betrieb rausziehen könnt. Ich habe den Eindruck, das ist nicht der Fall. Schade, denn sonst könntet Ihr vielleicht Teilhaber bei einem größeren Betrieb (mit "professionelleren", klareren Strukturen) werden...


Ich mein', das kostet alles Geld! Aber ihr hättet so ein bisschen mehr an Lebensqualität, glaube ich. Oder seht Ihr das anders? Vielleicht versteht Ihr euch ja alle ganz prima ...?

Ich finde das nicht gut, dass deine SM "nicht aufrechnen" will. Warum denn nicht?! Das wäre doch gerecht.
Ich weiß nicht, ob diese Einstellung eine so gute Basis für ein so enges Zusammenleben ist. (Aber ich kann mich auch irren.)

Andererseits bringt es nichts, die Übergabe in Frage zu stellen, wenn man keine vernünftige Idee für eine Alternative hat.
Hat dein Mann denn schon mal in diese Richtung nachgedacht?  Liest er den Immobilienteil in den diversen Fachblättern?

liebe Grüße
Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sonnenblume2 am 11.11.08, 08:25
Zitat
Keiner musste Kostgeld abgeben o.ä. aber als mein Mann daheim gelernt hat, da wurde es ihm von Lohn rausgerechnet.


Zitat
SM meint nun, wir können ja jetzt jedem 5000€ geben. "Ihr habt ja den Hof"
Zitat
Wir übernehmen ja auch noch das Haus mit Wohnrecht für SE im mittleren Stockwerk plus Verpflegung (plus Taschengeld)
Zitat
Ich seh halt die Kosten die auf uns dann zukommen, allein vom Haus.
Heizung ist mit 30Jahren Laufzeit schon überfällig, Fenster sollten neue rein
(das haben SE sogar angesprochen, wir sollen dann die Fenster zahlen)
Gedämmt muss es werden (außen; Dachboden; Dach selbst, da sieht man die Platten)

Zitat
und hat noch nichts im Betrieb investiert, das stünde jetzt auch mal wieder an.


Hallo Jara,
Hab mal ein paar Zitate von dir herauskopiert, vielleicht gehen deinem Mann mal die Augen auf, auf was der sich da einlässt! UND du natürlich auch, weil du willst ja dann auch mitwirtschaften ... EUER Geld, welche alle anderen bekommen!
Zitat
Würdet ihr einen Betrieb übernehmen, auf dem wahrscheinlich so hohe Belastungen liegen?
... habt ihr euch schon mal ausgerechnet ob der Hof das jemals hereinwirtschaften kann?

Ich würde mit den selben Bedingungen den Hof den anderen Geschwistern überlassen. Würden diese den Hof mit den selben Bedingungen übernehmen?
... alle anderen noch hinauszahlen (jedem 5000€  :o), dem einen Bruder Wohnrecht bis "open End", Taschengeld von 500€ an die SE, die ganzen Betriebskosten vom Haus und Renovierungen, Investitionen in den Hof damit dieser wieder auf Vordermann gebracht wird,....keine Verpachtung (und schon gar kein Verkauf) usw. usw.

Geht mal zur Landwirtschaftskammer und zum Notar, der sich mit Hofübergaben auskennt und lasst euch mal ausrechnen ob die Geschwister noch etwas bekommen sollen oder mit dem zufrieden sein sollten, was sie schon bekommen haben (Geld, Arbeitsleistung, Baumaterialien und Maschinen, ...)
Sagt auch das dein Mann schon Investionen in den Hof gesteckt hat (Wertsteigerung), dass er Kostgeld abgeben musste und die anderen Geschwister nicht, ...

Zitat
Instinktiv würd ich sagen nimm's nicht, aber ich bin ja ich und nicht mein Mann.

JA, da hast du einen ganz guten Instinkt!
Ich sag jetzt, NUR weil ihr den Hof bekommt, müsst ihr euch nicht "melken" lassen bis der letzte Tropfen heraussen ist!

lg Sonnenblume


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 11.11.08, 08:31
Hallo,

hier noch ein Hinweis von meiner Seite: Jede Eintragung/finanzielle Garantie/Dauerleistung wie "Kostgeld je Monat" "Wohnrecht durch Familienangehörige" und "festgeschriebene Pflegeleistungen" oder "Taschengeld" durch den Hofübernehmer:

Werden bei den Banken beim Rating: Von der Kreditwürdigkeit abgezogen. Hier gibt es feste Tabellen, wieviel z.B. Pflegestufe 1 den Betrieb an "Liquidität" kostet, ergo die der Kreditnehmer weniger Spielraum bekommt.

Für mich sind die Geschichten mit dem Wohnrecht nicht nur eine soziale Einschränkung, sondern auch eine finanzielle hinsichtlich der Betriebsentwicklung; vom "Wert" eines Gebäudes das schon 30 Jahre alt ist mal abgesehen:

Eine Gegenaufstellung, wieviel die anteilsmäßige Sanierung (Fenster, Heizung) auch für die SE-Wohnung betrifft  - wär auch nicht schlecht...

Ich unterschreibe bei Anna - rechnet mal die monatlichen Belastungen (Heizung, Strom, Taschengeld, Kostgeldt) etc. zusammen ... wirft der Betrieb wirklich soviel ab!?

Gruß Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: ELLI47 am 11.11.08, 10:54
Hallo Jara
Denken deine SE sie haben ein "Gut" zuvermachen ???
So einen Hof zu diesen Konditionen kann man in meinen Augen
nicht übernehmen.
Da alle schon was haben,sollen sie froh sein,wenn die Eltern versorgt werden.
Es sind doch nur 10ha Eigenland dabei!!!!!!!!!!!
Wo bleibt ihr bei dieser ganzen Sache???????
   LG Elli

PS Bin ich froh das meine SE den Hof im Auge hatten :D
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: ELLI47 am 11.11.08, 12:03
Sparen und schaffen...
[/quote]
SV hat schon den Hof im Auge. SM halt nicht so
[/quote]
Hallo Jara
Dann muß dein SV und dein Mann das mit SM klären :-X
Man arbeitet doch nicht für die anderen!!!!!
Da ist Stress doch vorprogrmiert :o
  LG Elli
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 11.11.08, 17:53
hallo jara,
  wenn du meine Tochter währst, würde ich sagen .... " laß die Finger von dem Ganzen ".
Bei nuuuuur 10 ha Eigenland  ???, wie sollt ihr denn da jemals auf eigene Füße kommen, .... bei den Forderungen.

Du hast doch einen Beruf gelernt, ich glaube .... sogar studiert
ich schätze zwar, daß du dich eh schon umgeschaut hast .....,
aber suche weiter, .......... denn bei solchen Bedingungen .... da kann nur endloser Ärger rauskommen!

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 11.11.08, 19:24
Hallo Jara,
wenn du auf diesen Hof gehst
und deshalb auch noch dein Studium abbrichst,
dann ist dir wirklich nicht mehr zu helfen.

Mach dich bloß nicht unglücklich,
Der Hof muß bei so einer kleinen Eigenfläche
höchstwahrscheinlich eh aufgegeben werden.
Die SE wissen genau,
daß sie nur im allergünstigsten Fall eine Schwiegertochter bekommen könnten
........wie sie es sich vorstellen.
Dann aber auch noch Druck auszuüben und zu drohen,
 ..... das ist eine ganz üble Masche

Du währst vorerst nur die Lückenbüßerin,
............ dein Gefühl sagt dir das Richtige!

Letzten Endes wird beim Tod der Schwiegereltern
eh alles geteilt und dann bekommt jeder sein Pflichtteil,
andersrum müßt ihr immer zahlen, zahlen, zahlen .
Wer tut sich denn das freiwillig an?

Ich staune wieder mal, was sich intelligente Frauen alles antun wollen
........ nur wegen einem Mannsbild  :o
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 11.11.08, 22:05
Hallo Jara,

 laß die Zeit vergehn und denk immer dran, daß es noch sooooooooo viele andere schmucke Kerle gibt, die nicht so viele Schwierigkeiten im Hintergrund haben.
Mach dich bloß nicht unglücklich!!!
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: amazone am 12.11.08, 00:54
sagt mal, gibt es bei euch  (wie ich es aus niedersachsen kenne) das sogenannte landwirtschaftsgericht NICHT,
wo ein gremium aus landwirten jeden hofübergabevertrag durchschaut und nur diese befürwortet wo die hofübernehmer auch eine
chance haben, den hof weiter zu führen ??

bei 10 ha eigenland und gebäuden, die nach deiner (jara) angabe sanierungsbedürftig sind,
haben die meisten geschwister schon längst ihren pflichtteil erhalten, denn der ist geringer als die von dir genannten summen :P

ebenso die forderungen der altenteiler werden den betriebsverhältnissen angepasst und da ist es gut, wenn ihr
den alten mal klar macht, wieviel ihr an bruttoertrag/anno haben werdet.

die rechnung ist recht fix und einfach und PI MAL DAUMEN!

10 ha á 350 - 450 € ertrag/anno bei ganz normalen verhältnissen bei normalem marktfruchtanbau, normalen BP
(weinberg und/oder sonderkulturen sind anders zu bewerten!)(andere zahlen sind möglich, aber nicht die durchschnittliche regel!)

die ha die ihr gepachtet habt.... einfach die pachtzahlung von der oben genannten zahl abziehen = ertrag.

den rest bringen die viecher, auch da gibt es PI MAL DAUMEN-rechnungen, aber da kenn ich mich nicht aus.
wovon wollt ihr dann noch den altenteil bezahlen, investieren und und und?

die forderungen die deine SM stellt sind völlig utopisch und deine SM sollte sich mal mit nem rechtsgelehrten
in verbindung setzen, der wird ihr schon so manchen zahn ziehen.

wissen deine se, dass wenn sie für sich oder andere wohnrechte eintragen lassen, dass der immobilienwert
schlagartig gen null tendiert? sowas mag die bank als evtl. sicherheit dann auch nicht mehr  ;)

nicht der hofübergeber sollte bestimmen was im übernahmevertrag steht, sondern der hofübernehmer sich genau
überlegen was machbar ist.

ich habe 2 hofübergabeverträge "unterschrieben", einen als weichende erbin, einen als ehefrau des hofübernehmers.
BEIDE verträge würde ich mit meinem heutigen wissensstand SO nicht mehr unterschreiben.

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 12.11.08, 01:51
Hallo Ihr Lieben,

bitte lasst mich mal dazwischen fragen: Fehlt da was?  ???
Warum schreibt Benita2 "...laß die Zeit vergehn und denk immer dran, daß es noch sooooooooo viele andere schmucke Kerle gibt, die nicht so viele Schwierigkeiten im Hintergrund haben.
Mach dich bloß nicht unglücklich!!!"  ...und von mir fehlt auch was. - Vielleicht war das ein Bisschen offtopic geworden.  Aber da greift doch oft eins ins andere :-/ Wir (angeheirateten Frauen) machen uns einen Kopf, aber WIR stellen im Endeffekt doch die Weichen nicht, obwohl wir von den Folgen ganz erheblich mit betroffen sind. So manche junge Bäuerin sitzt NICHT mit am Verhandlungstisch (Ausnahmen bestätigen die Regel). Wir können oftmals nur VERSUCHEN, Einfluss zu nehmen.

Und diesen Hinweis von Mirjam finde ich auch sehr interessant:  "...Jede Eintragung/finanzielle Garantie/Dauerleistung wie "Kostgeld je Monat" "Wohnrecht durch Familienangehörige" und "festgeschriebene Pflegeleistungen" oder "Taschengeld" durch den Hofübernehmer:
Werden bei den Banken beim Rating: Von der Kreditwürdigkeit abgezogen. Hier gibt es feste Tabellen, wieviel z.B. Pflegestufe 1 den Betrieb an "Liquidität" kostet, ergo die der Kreditnehmer weniger Spielraum bekommt...."  ...und es gibt heutzutage sicher sehr, sehr viele moderne, zukunftsorientierte Übergeber-Ehepaare, die so was bei der Übergabe bedenken  ;). Leider bestätigt aber auch hier die Ausnahme die Regel.

@amazone
Wegen dem Landwirtschaftsgericht werde ich interessehalber auch mal googlen. Ebenfalls aus Interesse, und weil ich mit einem "verprellten" Hofübernehmer in sporadischem e-Mail-Kontakt stehe, habe ich mal im Jura-Forum angefragt, ob es irgendwo einen Fachanwalt für Landwirtschaft gibt. Aber, die verweisen a) an den Bauernverband und b) ans Internet....  ..hm?  Ich verstehe das nicht....

liebe Grüße
Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: zara am 12.11.08, 05:12
..habe ich mal im Jura-Forum angefragt, ob es irgendwo einen Fachanwalt für Landwirtschaft gibt. Aber, die verweisen a) an den Bauernverband und b) ans Internet....  ..hm?  Ich verstehe das nicht....

Hier (http://www.rae-labbe.de) gibt's welche, die unter anderem auf LW spezialisiert sind und sich bewährt haben (siehe unter Schwerpunkte und einfach mal die RAe durchklicken).
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 12.11.08, 08:27
Hallo Jara,

eine Frage - ihr seid noch nicht verheiratet? Eigentlich wärs auch mal interessant, dass du dich erstmal informierst, in wie weit du dich ggf. durch einen Ehevertrag von dem distanzieren kannst, was dein Partner irgendwann/irgendwo mal unterschreibt - denn um letzteres sollte er sich selbst kümmern!

Du kannst dich ja auch wie SM für´s Bekochen vom Hof für getätigte Leistungen "bezahlen" lassen - ansonsten: Studium fertig und ggf. ausserhalb in der Arbeit bleiben:

Nicht wenige Höfe sind froh, dass sie gut ausgebildete Familienmitglieder haben, die für ein stabiles Einkommen ohne Sozialversicherungslast auf dem Hof sorgen...! Hier kucken, dass du DEINE Bausparer etc. behälst - Einlagen kann man auch dem Ehemann rechtlich als "zinsloses Darlehen" gewären.

Wir hatten das schon mal an anderer Stelle, dass sich Frauen ihr Gehalt von ausserhalb in z.B. zu ermelkenden Milchquote haben umrechnen lassen und hier sich schon eine ~ andere ~ Wertung ergab, als rauskam wieviel tausend Liter mehr Milch ermolken werden müssten um dieses Gehalt auszugleichen.

viele Grüsse

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 12.11.08, 10:09
Hallo Jara,

wie alt bist du denn?
Wie lange bist du mit deinem Lover schon zusammen?
Hoffentlich bist du nicht wirklich schon verheiratet!!!
Es dreht mir den Magen um, wenn ich an diese ganze zukünftige Odyseè denke.

Vielleicht kann sich dein Schatz beruflich woanders orientieren,
bitte gleich mal anfangen!
Streich diese Schwiegereltern aus deinem Gedächtnis!
Studierst du tatsächlich Landwirtschaft  .... und wenn schon, studierst du an der FA oder an der TU?
Es regt mir so auf, dass mir beim Schreiben die Finger zittern!

In so eine Lage kann sich nur eine Frau bringen!


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Selina am 12.11.08, 18:11
Hallo Jara,

Was um alles in der Welt hat dich bewogen, diesen Mann gleich mal zu heiraten? Bei dem Hintergrund ......, der wäre dir eh nicht davongelaufen!
Es kann nur ein spätpupertärer Anfall gewesen sein, ... und jetzt verlangt die SM, dass du zu studieren aufhörst :o
Ich schätze mal, dass du eh erst 22 oder 24 bist.
Oh Gott, o Gott, das tut nur noch weh ......
Sowas machen nur Frauen!
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 12.11.08, 23:31
..habe ich mal im Jura-Forum angefragt, ob es irgendwo einen Fachanwalt für Landwirtschaft gibt. Aber, die verweisen a) an den Bauernverband und b) ans Internet....  ..hm?  Ich verstehe das nicht....

Hier (http://www.rae-labbe.de) gibt's welche, die unter anderem auf LW spezialisiert sind und sich bewährt haben (siehe unter Schwerpunkte und einfach mal die RAe durchklicken).

Danke, Zara!  :)

Ich klicke mich da mal durch. Eigentlich wäre es, glaube ich, eine gute Idee, ein eigenes Thema für die Analtslinks auf zu machen - irgendwie unter "Finanzen und Recht", oder so - damit man es findet...

..und habe auch was gefunden:

Agrar- und Landwirtschaftsrecht - Professioneller Baustein für unternehmerischen Erfolg
Rechtsanwältin Christiane Graß, Bonn, Seit 1. 1. 2004 selbstständige Rechtsanwältin
Spezialgebiet: Agrar- und Landwirtschaftsrecht,  zur Website:
  http://www.christiane-grass.de/agrarrecht/?gclid=CJ6g8uO77pYCFQpatAodhX5nrA (http://www.christiane-grass.de/agrarrecht/?gclid=CJ6g8uO77pYCFQpatAodhX5nrA)
e-Mail: RA@christiane-grass.de (http://RA@christiane-grass.de)

Aus einigen Veröffentlichungen lese ich raus, dass es sich beim Landwirtschaftsgericht um das Amtsgericht handelt, oder um das Oberlandesgericht... 
Mir scheint, wenn ein Gericht über „Landwirtschaftssachen“ entscheidet, dann ist es das Landwirtschaftsgericht.
Ich habe 1.) eine Erläuterung bei wikipedia gefunden, und 2.) ein Fallbeispiel –eine Kostprobe- eines Oberlandesgerichts. Hier:

Zitat, Ausschnitt: „...Als Landwirtschaftsgericht ist in erster Instanz das Amtsgericht in den im Gesetz über das gerichtliche Verfahren in Landwirtschaftssachen (LwVG) bestimmten Angelegenheiten zuständig. Zu diesen gehören unter anderem: Erteilung von Hoffolgezeugnissen oder Erbscheinen, Genehmigung von Hofübergabeverträgen, Streitigkeiten in Anwendung der Höfeordnung (Streit über Abfindungsansprüche, Altenteilsfragen o. ä.), Streitigkeiten in Zusammenhang mit dem Abschluss und der Abwicklung von Landpachtverträgen und Entscheidungen bei Versagung der Grundstücksverkehrsgenehmigung. Das Landwirtschaftsgericht wird in der Regel mit einem Richter am Amtsgericht als Vorsitzendem und zwei ehrenamtlichen Richtern tätig....“  Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaftsgericht (http://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaftsgericht)

Eine „Kostprobe“: Oberlandesgericht (Senat für Landwirtschaftssachen)
entschied hier in 2. Instanz für den Pächter (Beklagter). Ausschnitt, Zitat:
„...Der Kläger ist Verpächter, der Beklagte Pächter einer landwirtschaftlichen Fläche von 10, 5 ha. Der Pachtvertrag ist auf unbestimmte Zeit geschlossen und besteht ungekündigt fort. Dem Beklagten sind Zahlungsansprüche nach Art. 33 der VO (EG) 1782/2003 zugewiesen worden.
Der Kläger hat die Feststellung der Verpflichtung des Beklagten beantragt, ihm die auf die verpachteten Flächen zugeteilten Zahlungsansprüche bei Pachtende zu übertragen. Das Amtsgericht - Landwirtschaftsgericht - hat der Klage stattgegeben. Das Oberlandesgericht - Senat für Landwirtschaftssachen - hat sie abgewiesen. Mit der von dem Oberlandesgericht zugelassenen Revision erstrebt der Kläger die Wiederherstellung des erstinstanzlichen Urteils....“  weiter: http://www.plitt.net/master.php?wahl=31&u_id=133259 (http://www.plitt.net/master.php?wahl=31&u_id=133259)

Ganz allgemein, der (trockene) Gesetzesjargon:  http://www.justizportal.niedersachsen.de/master/C24485270_N10487598_L20_D0_I3749483#uebergabevertrag (http://www.justizportal.niedersachsen.de/master/C24485270_N10487598_L20_D0_I3749483#uebergabevertrag)

lieben Gruß
Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sasa am 12.11.08, 23:54
Na, Na, Celina ;D

Du klingst ja, als wäre Deine halbwüchsige Tochter - so Du denn eine hast - urplötzlich mit irgendeinem dahergelaufenen Herren angekommen- guck, den hab ich gerade geheiratet ;D  - noch ist Holland ja nicht verloren ;D

Aber- Dein Studium gibts Du nicht auf, Jara, hörst Du ;D   **laut in die Gegend ruf***

Und was das ganze Drumrum angeht: Bei uns war es so, daß ich und meine Geschwister, die aus meinem Elternhaus ausgezogen sind, meinem Bruder eine Verzichtserklärung unterschrieben haben. Umgedreht war es mit dem Bruder meines Mannes auch so.

Soo große Güter ;D waren nämlich auf beiden Seiten nie vorhanden, daß da noch viel an Dauerbelastungen und für Geschwister übrig geblieben wäre; wir haben unsere Ausbildungen gemacht, stehen alle auf eigenen Beinen. Und von unseren Eltern gabs was zur Hochzeit- und nun ist es gut.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 13.11.08, 00:10
Hallo Jara,

Was um alles in der Welt hat dich bewogen, diesen Mann gleich mal zu heiraten? Bei dem Hintergrund ......, der wäre dir eh nicht davongelaufen!
Es kann nur ein spätpupertärer Anfall gewesen sein, ... und jetzt verlangt die SM, dass du zu studieren aufhörst :o
Ich schätze mal, dass du eh erst 22 oder 24 bist.
Oh Gott, o Gott, das tut nur noch weh ......
Sowas machen nur Frauen!

Hallo Celina,
nun schimpf' doch nicht so. Ich war schon 34, als ich zu meinem Mann auf den Hof zog  ;) Die "alten" BTlerinnen kennen die Geschichte...  :'(  :-X   Jetzt bin ich 43 und aus der Pubertät raus. Hoffentlich !  ;D

Aber: Jara - ich kann meinen Vorschreiberinnen nur beipflichten ! Bitte breche blos dein Studium nicht ab !

Ich weiß, wo von Benita2 schreibt.
Ich habe so eine ähnliche "Odyseè" hinter mir. Aber die Einzelheiten will ich mir jetzt mal sparen. Hier geht es um DICH, und du hast "es" noch vor dir. Hinterher, wenn die Weichen gestellt sind, kann man nur unter größten Problemen etwas an der einmal eingeschlagenen Richtung ändern ...und es ist einfach Sch..... :-X , wenn man in so einer Lage sooo abhängig ist.
Mit (d)einem abgeschlossenen Studium hättest entweder DU mehr Unabhängikeit, oder IHR seid dann nicht mehr sooo abhängig von dem Hof.

DIESER Hof ist KEIN Hauptgewinn...

liebe Grüße
Anna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 02.12.08, 18:58
Wie? Du meinst, der hat dich nur unter anderem deswegen "genommen" dass er (endlich) den Hof bekommt?

Bei meinem hatte ich zu Anfang auch oft den Eindruck, dass er mich als Rammbock benutzt, um sich da etwas Raum zu verschaffen. Und manchmal habe ich das Gefühl, ich bin nur die Hälfte wert, weil das nicht geklappt hat.  ...hm.

Ich weiß auch vom Hörensagen, dass manche erst dann übergeben möchten, wenn der Sohn eine Frau "bringt".

Was ich damit meine vermute: So was kommt wohl öfter vor, als man denkt. Ich muss nicht extra dazu schreiben, dass ich so was sehr skeptisch sehe, oder? Aber die Leute mögen wohl ihre Gründe haben. Da sollte frau einfach mal drüber nachdenken. So manches ist hier in diesem Thema ja schon angeklungen...
Aber wenn frau den Mann erstmal dazu "überreden" muss, SEINE Interessen zu vertreten...  :-X  ..ist schon wieder offtopic 
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 02.12.08, 23:15

Zitat
Aber wenn frau den Mann erstmal dazu "überreden" muss, SEINE Interessen zu vertreten...  :-X  ..ist schon wieder offtopic 
Was würdest Du denn machen, wenn es schon Dein ganzes Leben lang heisst "Du bekommst ja mal den Hof" ?
Man wird absichtlich in falscher Sicherheit gewogen. Wieso sollte man dagegen etwas sagen?


Jara, bei meinem Mann war es auch immer so.
Nur bekommen hat er den Hof "am Ende" doch nicht. Mein Mann ist inzwischen 50. Ich hab' die Sache lange abgeharkt.
Aber für ihn scheint es immernoch ein schmerzliches Thema zu sein. Er sagt, er will den Hof doch gar nicht, aber er tut eine Menge, um ihn zu bekommen. Als seine Mutter mal sagte, sie könne ihm nicht übergeben, weil ich sonst im Witwenfall von ihm erben könnte, hat er so lange an mir geredet, bis ich auf mein Pflichtteilsrecht nach ihm verzichtet habe (immerhin hab' ich aber ein Nießbrauchrecht auf unserem Wohnhaus "ausgehandelt"). Aber auch danach bekam er nichts überschrieben. Trotzdem fährt er bei jeder Gelegenheit nach Hessen (zu seiner Mutter). Wir sind ja vor knapp 2 Jahren da weg gezogen, in den Osten, wo mein Mann gegen Lohn in einem großen Landwirtschaftlichen Betrieb mitarbeitet. Aber ohne seinen Ackerbau im Westen, den er im Lohn machen lässt, kämen wir mit dem mageren Lohn nicht zurecht. Eigentlich war ihm versprochen worden, dass er das überschrieben bekommt, was seine Mutter hier im Osten beim Chef meines Mannes re-invstiert hat, damit er auch noch die Rendite für sich hätte. Das war das Konzept. - Aber Pustekuchen ...und so muss er weiterhin immer schön bei Mama... und das, obwohl sie immer nur gegen unsere Ehe gebissen hat. --- So ist das bei uns.

Man könnte sagen, manche Männer/Söhne sehen die Dinge so, wie sie sehen WOLLEN, während die Frauen/"bösen" Schwiegertöchter irgendwann anfangen zu rechnen  ...und auf zu wachen. --- So sehe ich das.

Aber ich weiß, dass frau hier im BT großen Wert auf die Feststellung legt, dass das Ausnahmefälle sind. In der Regel hat sich auch auf den Höfen ein zeitgemäßeres Generationenmanagement etabliert.
Die Zeiten von Aschenputtel (= der Jungbauer, evtl. samt Familie) sind vorbei. --- Ich will das gerne glauben. Es gelingt mir nicht immer, aber immer öfter  ;)
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: fraenkin am 03.12.08, 10:27
Liebe Jara,

ich würde mich auf gar keinen Fall auf so hohe Belastungen einlassen, vor allem, wenn in der nächsten Zeit noch reichlich Renovierungskosten anstehen. Red mit Deinem Mann. Das Geld für die Geschwister und der monatliche Betrag für die SE reißen ein zu großes Loch ins Budget. Ich würde einen solchen Übergabevertrag nicht unterschreiben. Wer soll das Geld aufbringen? Ich denke solange Ihr alle gesund seid, Du Dein Studium abgeschlossen hast und arbeitest, mag es gehen. Wenn Ihr aber mal Kinder habt, und Du nicht mehr arbeitest? Dann müssen mehr Personen mit weniger Geld auskommen.

Wenn Deine SE mit am Hof wohnen und dann mal ihre Rente bekommen, müssten sie denke ich mit einem geringeren Satz auskommen können, schließlich haben sie ja auch keine Ausgaben für Miete, Grundsteuer, Müll, Abwasser usw. zu tragen.

Vielleicht mal mit dem Steuerberater reden, was der als angemessen ansehen würde? Es müssen doch auch Zahlen aus der Buchführung da sein, wo man sich dran orientieren kann.

Lasst Euch lieber etwas Zeit und regelt alles vernünftig und, vor allem, lasst Euch nicht auf alles ein, was Euch vorgesetzt wird.

Gruß, Doris
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 03.12.08, 19:20
 Hallo Jara,

das ist ja alles entsetzlich. Wie kann man da auch noch froh in die Zukunft blicken.
Die Alten sind natürlich schon erfreut über ihre jetzige Situation, der Junge hat ja sogar eine Frau die durchaus in den Stall gehen möchte.

" Mal abwarten, was der andere Sohn für eine Frau anschleppt." denken sie.
Wenn du wenigstens ein Studium hättest, das dir eine Anstellung sichern würde, ...... aber Landwirtschaft für eine Frau finde ich nicht gerade vorteilhaft, ....... da werden zuerst immer die Männer genommen ........ sie bekommen ja keine Kinder.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: LunaR am 03.12.08, 20:51
Zitat:

Also soll anscheinend alles vom Betrieb kommen,


Die Kosten, die mit dem Übergabevertrag zusammenhängen Altenteilerkosten, Unterkunft für den Bruder etc. sollten schon vom Betrieb kommen. Ist das nicht tragbar, ist es auch nicht sinnvoll. Sonst wird es einesTages soweit sein, dass du und auch dein Mann anderswo arbeiten geht, um den Hof zu finanzieren, der doch eigentlich ein Nebenerwerb sein soll. Dann habt ihr ein sehr arbeitsaufwändiges und teueres Hobby, das nicht einmal mehr Freude macht, sondern eine Menge Ärger und Frust bereitet.

Einen guten Weg wünscht euch

Luna


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: LunaR am 04.12.08, 17:06
Jara,

Nutzungsrechte sind geldwerte Vorteile, die der Hof tragen (können) muss. Natürlich muss auch was übrig bleiben für euch. Es kann doch nicht angehen, dass ihr die ganze Arbeit macht, damit seine Familie es behaglich hat und für euch bleiben nur die Kosten.

Hat dein Mann schon mal gesagt, unter den Umständen will er nicht? Wäre doch spannend, was dann die SE und Geschwister sagen. Und, entschuldige bitte, die Hofgröße ist doch keine Vollexistenz, dafür sich auf solche Kosten und Einschränkungen einzulassen macht doch wenig Sinn.

Nichts für ungut

Luna   
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: ansabe am 04.12.08, 17:18
Für mich sind das alles Wege von SE um euch hinzuhalten und dass am besten gar nichts gemacht wird, weil man sich ja nicht einig wird und das alles so weiter läuft wie bisher. :o
An eurer Stelle würde ich SE ein Angebot machen. Überlegt euch sehr gut was ihr bieten könnt. Wir haben hier etwas mehr Eigentum (aber auch nichts angepachtet) und brauchen nichts an SM zu bezahlen. Sie kommt mit ihrer Rente gut klar und steuert noch oft was zu unserem Haushalt bei. Die Arbeit würden wir nicht so im NE machen, wenn wir davon noch jede Menge abgeben müßte. Arbeiten will man für sich und die eigene Familie.

Entweder sie nehmen euer Angebot an oder ihr zieht vom Hof! Ich weiß nicht, ob dein Mann da mitmacht, aber ansonsten sehe ich sehr schwarz für euch und euer zukünftiges Leben. Und das solltet ihr innerhalb eines Jahres durchziehen, nicht nur androhen.  Das ist meine Meinung, nehm sie mir nicht krumm. ;) Lass dich nicht unterkriegen und viel Erfolg!
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 06.12.08, 17:55

" Mal abwarten, was der andere Sohn für eine Frau anschleppt." denken sie.

  Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, aber soooo abwegig kommt mir der Gedanke gar nicht vor...



Die SE wollen für sich selbst ein Höchstmaß an Absicherung.
Aber der junge Bauer, der das alles schultern soll, hat so gut wie gar keine Planungssicherheit.
..da ist die Sache mit den Krditen, die er mangels geringer Eigenflächen nur unter größten Schwierigkeiten bekommt
..sogar in der Halle, die als Sicherheit dienen könnte, haben die Eltern ein kl. Nutzungsrecht (die fällt damit auch weg)
..natürlich bleiben sie selbst im Haus (das ist ja OK)
..aber nicht nur sie, auch der Schwager (für lau)
..man kann doch nicht die Pachtflächen zur Betriebsgröße zählen.

..dazu ein kleiner Satz am Rande: Mein Mann hat den Betrieb in Hessen auch nicht überschrieben bekommen. Wir sind jetzt in den NB und die Pachtflächen macht mein Mann im NE mittels Bewirtschaftungsvertrag - auch OHNE Übergabe. ER ist Pächter, nicht seine Mutter. Die Pachtverhältnisse haben NICHTS mit ihr zu tun.
Auch dein Mann, Jara, könnte seine Pachtflächen weiterbewirtschaften, selbst wenn ihr dem Hof den Rücken kehrt.
  (Mal so eingeschoben: Wären da Sonderkulturen möglich, um die Wertschöpfung aus den, auch mit 60 Hektar immernoch relativ geringen Flächen, zu holen? - Und ich denke schon, dass dir dein LW-Studium da hilft, auch wenn du eine Frau bist  ;) *winkzumeinerVorschreiberin*)

..ihr zahlt die Renovierungskosten für das Wohnhaus (das euch nicht gehört)
..und Renovierungskosten für den alten, sanierungsbedürftigen Stall (!)
..Abfindung für die weichenden Erben

..ihr zahlt Strom, Wasser, Heizung, Abwasser, Müll (inklusive Schwager), wahrscheinlich auch Rundfunk und Telefon, das Futter für Hühner und Schweine der Geschwister (wohlmöglich auch noch den Schlachter?), vermutlich auch sämtliche Gebäudeversicherungen, Grundsteuer(?), einen monatlichen Betrag an die Altenteiler...

Was erhaltet Ihr eigentlich da für?

Ihr dürft weiter in dem Haus mitwohnen?
Ihr dürft weiter den sanierungsbedürftigen Stall nutzen? ..und die 10 Hektar?

Eine tolle Rechnung!

Habt Ihr mal ausgerechnet, wie hoch die euch aufgebürdeten Kosten wären, im Zeitraum von 10 Jahren, auf den Monat umgerechnet?
Ich will nicht unken, aber ich nehme an: Woanders könnt ihr das auch billiger haben
..und mit weniger Ärger und mehr Gestaltungsraum. Eine Übernahme würde euch an diese Verhältnisse ketten (ihr dürft ja nichts verkaufen, nicht mal verpachten), und jeder will da mitreden, der SV, der Schwager, die SM.

Ich kann meinen Vorschreiberinnen nur beipflichten.

Allerdings: Ein Angebot würde ich NICHT machen.
Ich glaube nämlich nicht, dass Ihr Konditionen "durchsetzen könnt", die gut für euch sind. Da hängt zu viel Ballast dran. Selbst wenn Ihr außer dem Wohnrecht nur für die Schwiegereltern ALLE Belastungen aus euerem Vertrag raus bekommt (was ich für illusorisch halte), wäre es schwer genug bei nur 10 Hektar Eigenland und einem maroden, renovierungsbedürftigen Stallgebäude aus den 80ern. Hast du mal überlegt, was allein die neuen Spalten kösten würden?
Mal ganz krass gesagt: ICH würde diesen Betrieb nicht übernehmen. Ich würde mir was anderes suchen.

Würdet Ihr zu solchen Konditionen einen Betrieb in diesem Zustand von einem Fremden übernehmen?
Und sag' jetzt bitte nicht, dass dein Mann sich seinen Eltern und Geschwistern verpflichtet fühlt. So was beruht nämlich auf Gegenseitigkeit! Wer denkt denn an Euch? ...und wahrscheinlich sollt du für lau da mitarbeiten ohne dass du irgendwie abgesichert oder entlohnt wirst. Später darfst du auch noch pflegen, wenn nötig.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was da für ein Theater und Gehetze losgeht, wenn du mal schwanger wirst !
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: ansabe am 08.12.08, 15:15
Laßt euch nicht unterkriegen! Es wird nichts so heiß getrunken, wie es gekocht wird. Nur die Ruhe bewahren und sich gut beraten lassen. Das ist der richtige Weg. 8)  Und dein Studium aufgeben, dass ist ja wohl indiskutabel. :o
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 08.12.08, 19:59
Hallo Jara,

ich bin ehrlich entsetzt. Ich war ja schon vor deinem letzen Posting der Meinung, dass es besser wäre, Ihr würdet euch woanders was suchen,
...und jetzt sollst du mit deinem Studium aufhören, sonst wird ihm nicht überschrieben  :o
Sag' mal, was bilden diese Leute sich eigentlich ein !?

Entschuldigt bitte meine Offenheit:

Schade, dass man so was nicht beweisen kann. Das ist Erpressung, bzw. Nötigung - und damit strafbar. Aber da man es nicht beweisen kann, nutzt einem das 1.) auch nichts und 2.) würde man so was innerhalb der Familie ja kaum anzeigen. Ich will damit nur deutlich machen, dass die SM da vieeeel zu weit geht.

Und diese Einstellung: Dein Mann bekommt nichts zu Weihnachten, weil er ja mal den Hof bekommt (angeblich). DAS kenne ich! Aber übergeben ist bei uns jedenfalls bis heute nicht, und mein Mann ist immerhin schon 50. - Wir sind übrigens inzwischen vom Hof weg, aber noch nicht sehr lange.
Jara, verschenkt nicht euere besten Jahre an diese undankbaren, vermessenen Leute. NUR erpressen, DAS können sie !  >:(  Ich wage FAST, zu prophezeihen: Die übergeben NIE, weil sie sonst ihre "Macht" verlieren, ihr Druckmittel ! Also vergeudet bitte nicht euere besten Jahre. Das ist meine Meinung. Entscheiden müsst Ihr selber, bzw. du.

Noch eine Frage, die du MIR nicht beantworten musst, aber irgendwann wirst du sie vielleicht DIR SELBST beantworten müssen:
Würdest du alleine vom Hof gehen, falls dein Schatz nicht mitkommt? - Ehrlich: Ich hab' das Gefühl, innerlich bist du schon weg - richtig? Vielleicht kommt er ja nach. Ich würde es Euch wünschen. Ihr wollt doch in Frieden leben, zusammen...
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: gina67 am 15.12.08, 16:48
Hallo Jara
ich würde sagen:"NIX WIE WEG", solange ihr noch könnt und dein Mann nicht schon zuviel Herzblut in den Betrieb gesteckt hat.

Nordlicht49
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sasa am 15.12.08, 18:16
Hallo Jara,
ich finde das Verhalten Deiner SE -vorsichtig gesagt- sehr egoistisch. Sie wollen nicht alleine bleiben- verständlich. Und der zu Haus wohnende Bruder- naja, das hatten wir hier auch. Schwager verdient als Tischler gutes Geld, ist aber auch erst letztes Jahr, mit 33, mit Freundin ins eigene Haus gezogen. Und hätte die nicht gedrängelt und ihr Vater ( sitzt im Vorstand einer Bank ;D) ein günstiges Haus an der Hand gehabt und durchblicken lassen, daß er durchaus was springen lassen würde ;D säße Schwagerlein wahrscheinlich immer noch hier- so knickerig wie er ist. Hotel Mama mit voller Kost und Logis für schlappe 200 Euro sind eben doch konkurrenzlos günstig ;D Aber das war ok. Wir hatten mit ihm immer ein gutes Verhältnis, ums Helfen oder ums Geld gabs nie Theater ( er musste nur die Nichte öfter mal mit Schweigegeld versehen, als er noch jünger war. Da hatte er öfter mal mehrere Mädels gleichzeitig am Start, die hier ein und aus gingen. Und damit unsere Große sich nicht verplapperte, hat er sogar mal im Kino mit ihr Walt Disney geguckt ;D). Um des lieben Friedens willen, bei gegenseitigem Entgegenkommen, sollte man sich da einigen können...

Aber: Erklär ihnen doch, an Hand eines Beispieles, wieviel Du nach Abschluß Deines Studiums aushäusig verdienen könntest. Dieser Betrag wäre eine Größe, mit der Ihr auch den Banken gegenüber anders auftreten könntet. Und Pflichtteil hin - oder her- Planungssicherheit muß sein! Fertig! Das Studium sausen zu lassen ist indiskutabel- es kann immer etwas passieren, vielleicht müsstest Du dann mal die Familie ernähren können. Ohne Ausbildung und wenigstens etwas Berufserfahrung, gleich welcher Beruf, ist das sehr schwer. Heutzutage zu verlangen, eine Ausbildung abzubrechen um zu Hause zu arbeiten, ist fahrlässig. Früher war das vielleicht anders, aber heute ist heute und das muß die SM einsehen!

Ich würde soviel wie möglich schriftlich festlegen lassen. Denn so wie es jetzt läuft, haben Deine SE ein schönes Druckmittel in der Hand....
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 15.12.08, 18:22
Hallo jara,
 
soviel ich weiß ist es tatschlich so, dass so ein Erbteil nur gerechnet wird, wenn es notariel testamentiert wurde. Da kenn ich auch einen Fall. Dort hat eine Tochter einen Rechtsanwalt geheiratet und der hat dann die ganze Sache nochmal aufgerollt und hat auch Recht bekommen, denn die anderen konnten von den vorherigen Zahlungen nichts beweisen!!!
Ich glaube, ihr braucht professionelle Hilfe.

Wenn sie dich zwingen wollen, das Studium abzubrechen, dann ist das bestimmt "gegen die guten Sitten", wie es im Amtsdeutsch heißt ......... und wird nicht von einem Gericht anerkannt.
Ich würde sagen, ihr lasst euch das Pflichterbteil mal auszahlen und dann soll ein anderer den Hof nehmen, ............. wenn überhaupt einer da hingehen will.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sasa am 15.12.08, 18:30
Mich würde interessieren: Wie würden die Schwiegereltern auf die Ansage, wir nehmen den Hof nicht und bauen uns woanders was Neues auf, reagieren?
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Paula73 am 15.12.08, 18:46
Hallo Jara

So wie du es hier schreibst, macht ihr euch zu Sklaven der Familie deines Mannes. Hohlt euch Hilfe, lasst den Wert des Betriebes von einem unabhängigen Gutachter schätzen und verhandelt dann weiter. Wenn überhaubt könnt  ihr deine SW nur mit klaren Fakten überzeugen. Dann seht ihr auch ob ihr es euch "leisten könnt" das du auf ein Außerbetriebliches Einkommen verzichten könnt.
Habt ihr schon mit den Geschwistern gesprochen wer von ihnen auf einen Pflichtteil besteht ? Unter Umständen bringt es ja auch was wenn ihr ihnen klar macht, das sie sich um die Eltern kümmern müssen, wenn ihr auf einen anderen Betrieb geht .

Lasst euch auf alle Fälle auf nichts ein was ihr von vorn herein bereut.

MfG Paula
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sasa am 15.12.08, 18:49
Hallo Jara,
hmm...also, Du bist ja vom Fach, da Du Landwirtschaft studierst. Dann mal "anderweitig umschauen" kann durchaus von Vorteil sein, weil man ja auch was anderes sieht...und nach meiner Erfahrung ist es für die Ehe eher von Vorteil, wenn man sich nicht ständig auf dem Schoß sitzt. Könntest Du Dir "einen eigenen Bereich" schaffen, zu Hause, bei Euch auf dem Hof? Falls nicht, kommt mir dieses Argument sehr merkwürdig vor. Würde man bösartig sein, könnte man meinen, Dein SV suche eine billige Arbeitskraft, die bloß nicht merken soll, wie es woanders zu geht- sie könnte ja Forderungen stellen ;) Aber wahrscheinlich ist es einfach so, daß diese Einstellung "die Frau gehört auf den Hof und ins Haus" einfach früher so war und umdenken in späteren Jahren fällt oft schwer....

Ob und wann und wie Du mal arbeitest, solltest Du erstmal mit Deinem Mann klären. Wie stellt Ihr Euch Eure Zukunft vor? Das ist wichtig. Alles andere kommt danach...Vertraglich verbieten lassen würde ich mir das auf keinen Fall. Jeder anständige Notar würde Dich wohl auch darauf hinweisen, eine solche Klausel nicht zu unterschreiben...

Wenn nicht mehr genau zu klären ist, welches Geschwister was erhalten hat, sollte man Pauschalbeträge einsetzen. Auf den Cent genau gleich kann man es seinen Kinder eh nicht gleich auszahlen. Meine Schwester, bspw., hat eine private Schulausbildung gemacht und ein Jahr in England studiert. So gesehen hat sie auch "mehr bekommen" als ich oder meine Brüder, die wir nach der Schule eine "normale" Ausbildung gemacht haben. Aber- ohne das schriftlich genau festgehalten wird, was irgendwann in der Zukunft an die Geschwister noch auszukehren ist, würde ich gar nicht "weiterverhandeln"...
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sasa am 15.12.08, 18:52
Ich hatte meinen Beitrag schon gesendet, bevor ich Deine letzte Antwort gelesen hatte:

Die Hofübergabe ist so lange ein Totschlagargument, wie Ihr Euch damit "kriegen lasst". Macht Ihnen klar, wir wollen Euch nicht allein lassen, aber wir brauchen eine klare Perspektive....
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Paula73 am 15.12.08, 20:13
Habt ihr schon mit den Geschwistern gesprochen wer von ihnen auf einen Pflichtteil besteht ?
Jetzt sagen alle, sie wollen nichts vom Betrieb, solange er weitergeführt wird. Das ist auch sehr lobenswert.
(sie haben ja auch allen schon etwas bekommen und laut Steuerberater müssten wir bei den Beträgen bis auf den einen,
der noch nichts bekommen hat wahrscheinlich gar keinen mehr auszahlen. Aber das will ja keiner hören
).
Aber: Was ist, wenn einer (oder eben der Ehepartner) arbeitslos wird und sie die Raten fürs Haus nicht mehr zahlen können?


Wenn sie jetzt dazu bereit sind zu verzichten, dann lasst sie das (Notariell beglaubigt ) unterschreiben. Ich glaube nicht das ihr das Einverständnis der SM braucht.
Ich würde es jetzt vor Weihnachten auch nicht unbedingt klären wollen, dazu ist die Zeit auch zu knapp.
Allerdings im neuen Jahr würde ich auf einer Klärung bis zu einem bestimmten Termin bestehen. Z.B. Übergabe am 1.07.2009. Wäre dein Mann dazu bereit die letzte Konsequenz zu ziehen und den Hof zu verlassen ?
Siehst du für eure Ehe eine Zukunft wenn es so weiter läuft oder ihr zu deren Bedingungen übernehmt ?

Du kannst ja mal offen "andere Optionen" prüfen, vielleicht hilft es ja gut sichtbar Verkaufs- und Stellenangebote zu studieren. ;) 
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 15.12.08, 21:42
Hallo,
was hilft das Stellenangebot studieren, wenn sie erst im 2. oder 3. Semester ist?
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Marjellche am 15.12.08, 21:46
Hallo Jara,

Du solltest Deiner SM zu Weihnachten das Buch "Kindheit in Ostpreußen" von Marion Gräfin Dönhoff schenken.

Sie beschreibt in einem Kapitel die "Hofübergabe" von Friedrichstein:
".... . Keiner von uns hätte jene Regelung, die die Nachgeborenen bewußt und vorsätzlich benachteiligt, je beanstandet oder auch nur in Gedanken beklagt. Man war stolz, daß man einen so schönen Besitz zur Heimat hatte, und man wußte, daß er nie erhalten werden konnte, wenn es Realerbteilung geben würde. ..."

Mußte gestern abend spontan an Dich denken, als ich dieses Kapitel gelesen habe und bin froh, daß ich "unsere Hofübergabe" abgehakt habe, auch wenn es dadurch keine Zukunft für den landwirtschaftlichen Betrieb meines Freundes gibt. Aber die Familie will es ja nicht anders. Alle wollen nur nehmen, ihre Vorteile von dem Hof haben und haben Angst, nicht genug abzukriegen.

Drücke Dir die Daumen, daß Ihr noch zu einer Einigung findet.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 15.12.08, 23:24
Zitat von: AnnaAnna
...und jetzt sollst du mit deinem Studium aufhören, sonst wird ihm nicht überschrieben  :o
Schade, dass man so was nicht beweisen kann.
Doch doch, es soll sogar ein Vertrag geschrieben werden, dass ich auch wirklich aufhöre.  ::)


JA! Hoffentlich sind die so blöd, und schreiben das auchnoch rein. Das wäre ja ein Vertrag zu Lasten Dritter, richtig? (..also zu deinen Lasten)  ...und damit ungültig?  ;D Aber bitte, Jara, unterschreibe DU blos nicht mit!

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 16.12.08, 07:50
Hallo Jara,

solltest du ein Agrar-Studium machen, so kann ich dich beruhigen - ein Drittel meiner Kollegen haben danach ihren Hof übernommen und Bildung ist nix schädliches  ;D!

Die HLS ist leider in Bayern nur einjährig, besser wäre durchaus die Jungbauern wären tatsächlich mal 2 Jahre von daheim weg und ja es ist ja soo schlimm, wenn sie mit neuen Ideen nach Hause kommen  8). Und in Zeiten von dem enormen Aufwand an Bürokratie ist der Lehrplan inzwischen so vollgestopft, dass eben dieses eine Jahr schier nicht ausreicht um die Spanne zu füllen, die zwischen "nur" Lehre und notwendige Kenntnisse als Betriebsleiter bestehen.

Mensch - unter diesen Bedingungen überlegt dir wirklich was du wert bist und schau genau, ob nicht dein ggf. mit dem Gedanken spielt deine Zukunft für den Hof zu verkaufen? Wenn er begreifen würde, was dort eigentlich grad zwischen den Zeilen passiert würde er solche irrsinnigen Gedanken wie Studiumsaufgabe wegen Hofübernahme so schnell im Boden einstampfen, dass sie gar nicht auf Papier kommen?

Und ob er es auch zu seinem Problem macht, dass seine Eltern vor deiner Bildung derart Angst haben? Oder es deren Problem sein lässt?

Gruß Mirjam

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: LunaR am 16.12.08, 14:12
Zitat

Was soll ich denn noch machen?

Einfach mal sagen, das passiert auf gar keinen Fall. PUNKT

Luna
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 16.12.08, 14:55
Jara, bitte such dir jemanden vor Ort zum Reden, zum Coachen um wirklich herauszufinden was DEINE Bedürfnisse und DEINE Ziele im Leben sind.

Diskussionsgrundlage ist gerade ob du dich und somit auch dein Mann euch erpressbar machen lasst und ob das Basis einer Hofzukunft sein kann.

Ich bin nur noch erstaunt, traurig und kopfschüttelnd - bei BUS und Co versucht man durch Persönlichkeitsentwicklung hier Raum, Freiheit zur Entscheidung zu schaffen und
ihr lauft gerade den Weg - rückwärts?

Ich zitiere immer wieder gerne diesen Text: http://www.eo-bamberg.de/eob/dcms/sites/lfb/leben_meistern/hofuebergabe/menschlichehofuebergabe.html

Die Hofübergabe ist oft keine leichte Angelegenheit für die Beteiligten. Letztendlich hängt es von einem guten Konsens aus Verändern und Bewahren ab, ob ein Familienbetrieb eine weitere Generation lang erfolgreich geführt werden kann. Die vertragliche Seite der Hofübergabe wird in den meisten Fällen gut vorbereitet. Dazu stehen den betroffenen Familien Fachleute zur Seite. Daneben hat eine Hofübergabe jedoch auch eine menschliche Komponente, die in manchen Fällen unbeachtet oder vernachlässigt bleibt. Unbearbeitete Defizite belasten das familiäre Auskommen. Ist der Familienfrieden erst einmal zerstört, kommt auch die ökonomische Situation eines Betriebes sehr schnell aus dem Gleichgewicht. Mit einigen menschlichen Zügen der Hofübergabe setzt sich folgender Beitrag auseinander.

"Und dann habe ich den Wagen an den Nachwuchs verschenkt. Hab aber gleich gesagt, dass der Schlüssel hier am Brett bleiben muss und das gefragt wird, bevor jemand fährt. Übrigens, alle 5000 km wird das Öl gewechselt, das war bei mir auch schon so und das mit der Urlaubsreise können die gleich vergessen!"

Er gibt jemanden ein Geschenk und zeigt nicht eine Spur von Abstand zu dem verschenkten. In Gegenteil, der Schlüssel bleibt am Brett und es soll auch immer gefragt werden, bevor der Beschenkte sein neues Gut benutzen darf. Selbstverständlich sollen auch alte, bisher gewohnte Verhaltenseisen aufrecht gehalten werden und gegen gewisse mögliche Nutzungen legt die abgebende Hand gleich ihr Veto ein.

Die Mehrheit der Leser wird sich in der Beurteilung dieses Sachverhaltes einig sein: Das ist ein unkluges Verhalten! Geschenkt ist geschenkt, entweder man gibt es oder man behält es! Etwas zu verschenken und trotzdem noch darüber bestimmen zu wollen wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu Auseinandersetzungen führen.

Aber was soll das, diese Beispiel ist doch konstruiert, so etwas gibt es doch gar nicht und liegt fern der Realität oder vielleicht doch nicht? Dieses Verhalten ist leider so selten nicht, beispielsweise bei der Hofübergabe. Es werden Höfe übergeben ohne das sich die abgebende Hand vom übergebenden Hof wirklich zurückzieht. Äußerungen wie: "Hoffentlich weißt Du was sich gehört" oder "das haben wir schon immer so gemacht und muss auch so bleiben!" sind nicht selten. Mitunter scheint es ganz normal zu sein, den Übernehmer abzustrafen, wenn eigene Vorstellungen sich nicht mehr im Guten durchsetzten lassen (...)

viele Grüsse

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: ansabe am 16.12.08, 16:03
Das Studium sausen zu lassen ist indiskutabel-
Das ist jetzt aber die Diskusionsgrundlage geworden.
Deswegen redet man überhaupt noch weiter. SV ist jetzt auch so, dass er sagt, wenn der Hof
übergeben werden soll, dann muss ich her. Am Anfang war das nur SM, die das gesagt hat.
Jetzt hört man immer mehr raus, dass wenn er keine Frau gefunden hätte, den Hof nie übergeben bekommen würde.
Zitat
Heutzutage zu verlangen, eine Ausbildung abzubrechen um zu Hause zu arbeiten, ist fahrlässig. Früher war das vielleicht anders, aber heute ist heute
Das sieht keiner... Was soll ich denn noch machen?
Nein sagen und damit Schluss. Da gibt es nichts zu überlegen.
Ich verstehe deinen Mann nicht, dass er so eine Diskussion überhaupt zulässt. Sowas hat mit dem Übergabevertrag gar nichts zu tun. Das scheint bei deinem Mann auch nicht sicher zu sein, dass er dein Studium unterstützt, sonst könnten SE da gar nicht drauf herum reiten. Dein Mann sollte mal klar Stellung beziehen, sonst erreicht ihr gar nichts. Zuerst müsst ihr euch wirklich einig sein, sonst kannst du das vergessen. :o
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: marikat am 16.12.08, 16:25
Hallo Jara,
sag mal, wirst du eigentlich als zukünftige Miteigentümerin des Hofes eingetragen?
Das würde ich erstmal klären, bevor ich mich da überhaupt in Zugzwang bringen lasse.

Sorry,so wie ich das hier lese wollen die Alten gar keinen Übergabevertrag, deshalb stellen sie Bedingungen die kein Mensch erfüllen kann wenn er noch klar in die Zukunft schaut.
Nehmt euch mal Pause von dem Thema, und überlegt Alternativen. Ich will euch den Hof bestimmt nicht ausreden aber man kann auch ohne glücklich werden.
Gruß
Marikat
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 16.12.08, 16:45
Jara,

nur mal ein Hinweis: Wir sind 5 Geschwister und alle 4 weichenden haben den Übergabevertrag für meinen Bruder unterschrieben mit Verzicht, DAMIT er genug Luft hat den Hof weiterzuführen, was an sich als Aufgabe, Herausforderung schon genug ist.

Dabei hatte mein Bruder noch gar keine Partnerin als übergeben worden ist, hier geht es ggf. bei euch um Ängste die man versucht mit Zwang- und Kontrollklauseln irgendwie in den Griff zu bekommen? Was steckt dahinter  ??? Warum die Fixierung auf Dich  ???

Mirjam

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Sasa am 16.12.08, 16:48
Hallo Mirjam,
genau das- was steckt dahinter?- geht mir auch durch den Kopf...
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 16.12.08, 20:42
Hallo

mir ist heute noch ein anderer Gedanke gekommen, vielleicht eine Hilfstellung, wie man das argumentativ hinbiegen könnte.

Die Landwirtschaft gehört zur unfallreichsten BG überhaupt. Bandscheibenvorfälle, Herzinfarkte, Depressionen, schwere Unfälle oder chronische Krankheiten wie Farmerlunge: Berufsunfähigkeit zumindest teilweise. Wer hat hier keine Beispiele in der Landwirtschaft wo man es nieee gedacht hätte, das sooo was mal kommt...?

Im Bekanntenkreis erlebe ich es nicht selten, dass hier oder im Fall des Falles die FRAU für das Einkommen zuständig ist. Je höher die Ausbildung der Frau, je größer ist automatisch die Absicherung für den Partner, die Kinder und sogar den Hof!

Deswegen ist es unabdingbar, dass in einer gleichberechtigten Partnerschaft z.B. bei euch du deine Ausbildung vollendest, quasi als Reserve/Garantieschein und sei es für einen Zuverdienst. Nirgendwo sonst ist die Chance so groß auf Jobs als im Ingenieurbereich - auch für Frauen und eben mit einer adequaten Bezahlung die sich lohnt! Zudem ist eine Ausser-Hof-Tätigkeit eine enorme Entlastung im Sozialbereich (Krankenversicherung, Alterskasse etc.)

Von einigen hab ich schon erfahren, dass wenn mal ein Ausser-Hof-Einkommen in Milchquoten-Menge umgerechnet worden ist die Senioren sehr stiller/friedlicher bzgl. Ansprüche "Frau MUSS am Hof helfen" geworden sind. Einstiegsgehälter bei Ingenieuren bewegen sich so um die 2.500 Euro je nach Qualifikation und Branche... 8)

Jara, vielleicht könnt ihr dein Studium den SE so "verkaufen" dass du dies auch für deinen Mann, den Hof tust. Als Absicherung, als zusätzliche Option. Und damit das ganze Gefasel aus dem Übergabevertrag draussen halten!!! Kann  man ja nie sagen, wann man fertig wird 8).

Aber - das wird das Grundproblem, nämlich dass die SE sich in der Lage fühlen euch sowas vorzuschreiben nicht lösen, d.h. dem Konflikt der mal kommen muss wird nur ausgewichen, wird sich woanders manifestieren (Garten, Wohnraum, Tierhaltung...?)

Steckt ggf. eine Angst dahinter, mit mehr Qualifikation die Unabhängigkeit vom Mann/Hof auch größer wird, also ggf. mal Scheidung oder dass du den Hof verlässt? Oder gar am Schluss dich im Studium verliebst, dann gar nicht kommst wenn du fertig bist...? (ich versuch es halt nur zu verstehen...).

Oder geht es um eine "Ablöse" bei den Pflichttätigkeiten der Frau am Hof wo deine SM sich zurückziehen will und ggf. Angst hat, sie kann nie loslassen, mal ihr Leben leben wenn DU nicht übernimmst? Das sich die eigene Hilflosigkeit und Frustration (seinen Bedürfnissen nicht nachgekommen zu sein, immer hintenanstehen zu müssen, harte Arbeit selbstverständlich von der Umgebung genommen, gefordert) darin manifestiert, dass nun "gefälligst mal die Junge dran ist" weil sie ggf. Angst hat den "Job Bäuerin" nicht mehr so zu schaffen?

4 Worte an die SE: Wovor habt ihr Angst?

viele Grüsse

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: fanni am 16.12.08, 23:41
Wovor haben die Angst??  Ich sags mal ins Blaue -  Kontrollverlust.

Was ist das nächste was festgelegt wird? Wo hört es dann auf? Vielleicht muß ein Kind her, damit die Hofübergabe gültig ist (auch so einen Fall hatten wir schon) oder was machst du, wenn z.B. dein Partner in den nächsten 10 Jahren verstirbt.........sollst du dich dann geräuschlos vom Acker machen??  Ich saug mir das nicht aus den Fingern, alles schon dagewesen.

Ich finde, der Hof sollte dem Nachfolger überschreiben werden ohne Forderungen, die an eine Partnerschaft rühren.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 17.12.08, 09:13
Dass ich nicht merken soll, wie es woanders zugeht, das Gefühl habe ich schon irgendwie.
Ich wäre ja dann "noch schlauer". In der Schule (FH) würde man eh nur Scheiss lernen, das geht alles gar
nicht so wie die sich das vorstellen, eh alles nur Theorie, damit kann man nichts anfangen etc. pp.
Als mein Mann von der Schule (HLS) kam, hätte er die besten Kühe mit dem gelernten Zeugs
kaputgemacht (tot umgefallen?). Lauter Abstrusitäten.

Hallo Jara, hallo Fanni,

ich glaub in diesen Zeilen steckt eben ganz viel drin. Ja - Kontrolle. Ja - Angst vor Veränderungen, vor neuen Ideen?

Wichtig für eine Hofübergabe ist das "Anvertrauen" des Hofes an den Sohn - das man Vertrauen darin hat, dass er es schafft UND/WEIL er die richtigen und zwar SEINE Entscheidungen trifft.

Ist diese Grundlage wirklich da?

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Selina am 17.12.08, 17:00
hallo,
man weiß eigentlich auch zu wenig.
Wie alt sind denn die SE?
Wenn sie übergeben ....... dann vielleicht noch in diesem Jahr oder erst nächstes Jahr, wenn alles noooooooooooch komplizierter werden wird wegen des Ebschaftssteuergesetzes?
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Paula73 am 17.12.08, 22:02
Hallo Jara

Wenn sie übergeben wolle, tun sie das ohne dir (unsinnige) Bedingungen zu stellen. Wenn du darauf eingehst, wird es bestimmt ein neues " aber nur wenn...." gebe. Lass dir nicht einreden das es an dir liegt, das tut es nicht. Sprich mit deinem Mann. Erwartet er von dir das du dich "verpflichtest" auf den Hof zu kommen, damit er den Betrieb bekommt ?

Alles Liebe Paula, die solche Sorgen zum Glück nicht hat
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 18.12.08, 03:10
Da muss ich Paula recht geben.

Als meine SM "in Zugzwang geriet" sagte sie, dass sie meinem Mann nicht überschreiben kann. Denn ich hätte ja 2 Kinder aus erster Ehe, und wenn mein Mann nach dem Überschreiben vor mir stirbt, dann würde ich ja von ihm erben, und meine Kinder aus erster Ehe dann von mir.
Mein Mann wollte, dass ich auf mein Pflichtteilsrecht verzichte. Das hab' ich getan, aber mit einer Bedingung mit der meine SM nicht gerechnet hätte. Ich sagte, dass ich nur verzichte, wenn er hier in Meck-Pomm ein Haus kauft, und mir ein Nießbrauchrecht darauf ins Grundbuch eintragen lässt, per sofort.
Und nun gucken alle ganz komisch, weil wir weg sind...  (wer schaut später mal nach Muttern?)  und PLÖTZLICH machen die alle so einen auf Familie, aber ich hab' dazu jetzt keine Lust mehr.
So war es bei uns.
Aber - Jasi - überschrieben hat SM meinem Mann trotzdem nicht...  (Die Rede war immer von dem Vermögen, das sie hier in Meck-Pomm hat, nicht von dem in Hessen)

Eine Zeitlang hieß es dann, mein Schwager habe drei Kinder und deswegen müsse ER mehr haben. ...aber da muss wohl meine (kinderlose) Schwägerin auch was zu gesagt haben.

Dann hieß es aufeinmal, die Frau meines Schwagers sei nicht so faul wie ich. Irgendwann fing mein Mann dann damit an, mir ständig vor zu werfen, ich sei faul. TOLL. - Oder?
OK, jetzt hab' ich einen Job (ist schwer in Meck-Pomm mit etwa 30% Arb.-losenquote) ist aber blöde Arbeitszeit, von 15 bis 18 Uhr. Da muss er nach unserer Tochter schauen. Tut er auch, AUßER wenn er nach Hessen fährt. ...ich musste notgedrungen daheim bleiben, hat alles nix geholfen, ich hab so schnell keine Betreuung für so späte Zeiten gefunden. ABER zum Januar hab' ich eine Frau, die das macht, wenn ER mal wieder in Hessen ist. Meine Chefin weiß bescheid (und jetzt hab' ich die Brautkleider halt erstmal zum ändern daheim). ABER jetzt kostet es jedesmal eine Stange Geld, wenn er nach Hessen fährt ...tja... ;)  Und ich hab' ein gutes Argument, dass ich nicht immer da mit hin muss, muss ja arbeiten  8)

Mal sehen, was als nächstes kommt?

Ob mein Mann es noch kapiert? ...dass da immer neue Ausreden kommen?


...und immer bin ICH an allem Schuld. 
Aber ich sehe immer zu, dass ich da auch meinen Nutzen von hab'.
So arbeite ich zur Zeit halt an meinem beruflichen Wiedereinstieg, und das ist seeeehr gut. Es tut gut, und es macht mich hoffentlich irgendwann finanziell unabhängiger.

Schau'n mer mal...

Jasi, ich hoffe, du kannst mit meinem Erfahrungsbericht ein bisschen was anfangen... :)


Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 18.12.08, 08:24

Jetzt bin ich es, die wenn sie nicht herkommt, weswegen man den Hof nicht übergeben "kann".
Ich bin dann daran schuld, wenn der Hof den Bach runtergeht. 

Hallo,

die Veranwortung des Hofes liegt derzeit und bisher - bei deinen Schwiegereltern. Auch ihre Entscheidung wann sie wie übergeben.
Es ist ein Unding, dass es im Raum steht, dass von deiner "Unterordnung"/"Selbstaufgabe" der Hof abhängig ist.
Ziehst du dir den Stiefel an auch wenn er deinen Fuss erwürgt?!

Jara, gibt den heißen Ball den sie dir versuchen in die Hand zu drücken: Zurück. Such dir jemand, der dir hilft deinen Lebensrucksack frei zu halten von Schuldgefühlen die andere versuchen hineinzugeben.

Immer noch: WIE steht dein Mann zu dieser Forderung!? Was läuft da zwischen euch?

Und Jara - egal was dein Mann sagt: Für deine Bedürfnisse, für deine Zukunft und Lebensweg: Bist DU verantwortlich mit deiner Entscheidung ob du dich dem Druck deiner SE und der Erwartungshaltung deines Mannes ihm wahrsten Sinne des Wortes beugst.

Du kommst das nicht raus - die Verantwortung dafür zu tragen, dass du nicht sagen kannst. Ich ~ konnte ~ damals nicht anders entscheiden, ich ~ musste ~ mein Studium abbrechen, hey wird sind hier nicht im 18 Jahrhundert! Wenn du das mitgehst - dann sorry, ist dir wirklich nicht zu helfen, dann viel Spaß in der Opferrolle.

Gestern hatte ich einen Berater hier, der selbst auf landw. Höfen unterwegs ist, der selbst eingeheiratet ist. Als seine SE ihm ihre Vorstellungen von einer Hofübergabe mit ihren Forderungen hinlegten, hat er das ohne reinzuschauen: Durchgestrichen.

5 x hat er das getan, bis das Teil so angepasst war das es für beide tragbar war und sie gemeinsam beim Notar waren. Er sagt aus seiner ökonomischen Beratungstätigkeit auf den Höfen draussen: Nur 10 - 15 % der Junglandwirte haben genug Selbstbewußtsein ihren Eltern gegenüber gleichberechtigt aufzutreten. Solltest du den Forderungen nachgeben - dann stärkst du deinen Mann nicht, sondern unterstützt eine schwache, nachgebende, rechtmachende Position.

Wenn er nun endlich um ~ jeden Preis ~ die Hofübergabe will, tja, dann überlegt mal wer den Preis zahlen muss, wird und ob das DEINE Perspektive ist so eine große Herausforderung wie einen Hof zu führen, zu entwickeln...?

Klar würde es ihn in ein Dilemma stürzen wenn du ihn in die Schere bringst: Den Forderungen nicht nachgeben - aber: Ist das nicht notwendig? Ist es nicht wichtig, dass er sich schon vor der Hofübergabe mal "stellt", sich ent-scheiden muss, zu wem er wie steht? Glaubt ihr, dass es nach der Hofübergabe schon ~ irgendwie ~ besser wird?

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 18.12.08, 12:13
Jara ich frag mich schon: Wollen sie den Hof überhaupt abgeben? Willst du diesen Hof mit Verwandtschaft (unbedingt) haben?
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 18.12.08, 12:27
Jara, wenn jemand deinen Mann hängen lässt dann seine Eltern  :-[ sonst hätten sie ihm dem Hof schon längst geben, mit oder ohne dich.
Immer noch - du tust ihm mit "nachgeben" keinen Gefallen meiner Meinung nach, weil ihr dann weiter das Spiel der Eltern spielt!

Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Marjellche am 18.12.08, 12:47
Ich glaube, daß hier die emotionale Seite unbewußt eine ganz große Rolle spielt. Für mich hört es sich so an, als ob Deine SM große Angst davor hat, mit der Übergabe des Hofes nichts mehr wert zu sein, zum alten Eisen zu gehören, ihr Leben aufzugeben, die Fäden aus der Hand zu geben.
Deswegen sucht sie vielleicht nach Gründen, den Hof nicht übergeben zu müssen.
Die Geschwister Deines Mannes und Dein Schwiegervater sind ja scheinbar bereit zu einer "vernünftigen Übergabe".

Sicher gibt es viele Berater für die rechtlichen Dinge, aber vielleicht braucht Deine SM jemanden, der ihre Ängste, letztendlich geht es hier um Existenzängste, auffängt. Mirjam hat hier schonmal auf die Landwirtschaftliche Familienberatung hingewiesen. Könnte mir vorstellen, daß die mit solchen Problemen und Sorgen Erfahrung haben. Ein Anruf dort würde bestimmt nichts schaden: www.landwirtschaftliche-familienberatung.de (http://www.landwirtschaftliche-familienberatung.de)

Muß immer an meinen ehemaligen Arbeitskollegen denken. Der hatte sich so lange auf die Rente gefreut, aber das letzte halbe Jahr mit ihm war sehr schwierig. Je näher der letzte Arbeitstag kam, um so launischer wurde er. Man hat richtig gemerkt, daß er Angst vor der Rente hatte. Nachdem er dann in Rente war, hat er aber ruck-zuck gemerkt, wie schön das jetzt ist  :D
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 20.12.08, 23:10
du tust ihm mit "nachgeben" keinen Gefallen meiner Meinung nach, weil ihr dann weiter das Spiel der Eltern spielt!

Das sehe ich auch so.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 06.01.09, 11:45
Hallo Jara,

Ich würde in das Haus hinziehen, wenn die Alten darauf bestehen. Nachdem dann übergegeben wurde,  würde ich aber wieder ausziehen (eine Anstandsfrist müßtest du schon einhalten) und die jetzige Form wieder herstellen. Ich könnte mir vorstellen, dass man das testamentarisch gar nicht machen kann, denn DIR wird ja ohnhin keiner was geben. So bist du auch nicht betroffen!

Mach dein Ding so weiter, wie du es dir vorstellst!
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Paula73 am 06.01.09, 12:43
Du schreibst das Sie nur übergeben wollen wenn ihr Bedingungen erfüllt. Was wollen sie denn tun wenn ihr nicht übernehmt ? Außer zu verpachten scheint es doch keine Alternativen zu geben. Wenn sie gesundheitlich so angegriffen sind, sollten sie sich überlegen was geschieht wenn sie im schlimmsten Fall zum Pflege Fall werden. Wenn die Pflege zuhaus nicht möglich ist, droht das Heim. Wenn dafür das vorhandene Geld nicht mehr reicht, ist der Betrieb dran. Es ist zu hoffen das es so weit nicht kommt, aber wenn ist es zu spät um etwas zu regeln und der Betrieb ist weg.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 07.01.09, 00:53
Oh, da bleibt mir die Luft weg, wenn ich das lese.
Ich schreibe mal -blau- mitten rein:



Weihnachten ist nun rum. Geredet wurde natürlich nicht. Jetzt erst die letzten Tage ein wenig.
Ob ich das positiv bewerten soll, da bin ich mir nicht sicher.
SV ist nun wieder der Ansicht, dass ich herkommen muss damit der Hof überschrieben werden kann.
Das ist ganz klar "ein Vertrag zu Lasten Dritter". Jara, du bist die Dritte, die da schaffen soll, weil es sonst angeblich oder tatsächlich nicht mehr geht. Den Hof bekommt dein Mann.
Meinem Mann hab ich erzählt was hier so geschrieben wurde.
Ich hab den Eindruck ihm ist das alles zuviel. Er hat viel wichtigere Dinge, über die er nachdenken sollte
(Kälber krank etc.), das erinnert mich sehr stark an meinen Mann, der damals auch vor lauter Schaffen keinen klaren Gedanke mehr fassen konnte   und da redet er immer nur mit mir über Hofübergabe und man kommt nicht weiter.
Ich sagte ihm, wenn er den Hof bekommt, ohne große Einschränkungen, so dass es reicht eine Familie damit zu ernähren, dann komm ich auch her und helfe ihm bei der Arbeit. Er sagte mir darauf "Was reden wir hier überhaupt rum, wenn du eh dableibst?" Er meint ich hab den Standpunkt "Ich komm her, wenn der Hof übergeben worden ist, so dass es auch für uns tragbar ist" und seine Eltern hätten den Standpunkt "Die muss herkommen und arbeiten, sonst geht der Hof zugrunde". Keiner will von seinem Standpunkt abrücken und er sitzt zwischen den Stühlen. Seine Mutter beharrt wohl immer noch auf diesen 5000€ die er an jeden auszahlen soll.
Sein Vater redet unsere Ehe schlecht (noch kein viertel Jahr verheiratet). Wir würden uns entfremden, ich hätte dann einen alten
und abgeschafften Mann und wenn wir später mal Kinder hätten, dann sei mein Mann eh abgeschrieben und könne sich aufhängen. Das ist doch Niveau unterster Schublade: Die Ehe schlecht reden, wenn du nicht gehorchst. KAPUTT macht dein Mann sich doch eher wegen der Auflagen und Belastungen, die deine SE in diesen Übergabevertrag reinpacken wollen, oder?

Seine Eltern können eigentlich nicht mehr. Deshalb würd ich ja auch dann herkommen.
Sein Vater darf laut Arzt gar nicht mehr arbeiten, tut es aber trotzdem. Das machen viele in seiner Situation so.  
Bei seiner Mutter muss auch eher früher als später Knie und Hüfte operiert werden.

Ach was soll das ganze das ich hier schreibe, die wissen das auch nicht erst seit gestern, dass sie nicht mehr können. Aber meinem Mann "alleine" den Hof übergeben, das wollen sie ja nicht. (nicht falsch vertstehen, für mich soll nichts in den Übergabevertag geschrieben werden, ich bin ja schon froh, wenn nichts über mich drinsteht)  :'(



Wir haben jetzt mal einen Termin bei der landw. Familienberatung, vielleicht hilft das was. Hoffentlich. Aber dein Mann muss ja erst mal den Kopf frei bekommen. Erst mal "sortieren". Vielleicht kann die LFB da bei helfen.


@ Benita:
Ich kann deine Gedanken nachvollziehen, aber ich glaube, wenn Jara erst mal da "drin steckt", kommt sie nicht mehr raus, und ihr Mann wird auch nicht raus wollen, wenn es einigermaßen läuft ..mehr schlecht als recht, ist IHM wohl recht, richtig? Aber ob das auch Jara "recht" ist..? Ich denke: Nein.

Ich finde, Paula73 hat eine interessante Frage aufgeworfen:
"Was wollen sie denn tun, wenn ihr NICHT übernehmt?"

Irgendwie tut mir Jaras Mann leid, denn der wird arbeitsmäßig und finanziell von seinen Eltern dermaßen verheitzt, dass der vor lauter Arbeit und Sorgen (Vieh krank und so) überhaupt nicht dazu kommt, mal alles logisch abzuwägen, alles mal zu sortieren. Da ist die LFB sicher eine gute Adresse. Ich würde ja sagen, Jara könnte ihm den Rücken jetzt ein bisschen frei halten, dass der sich mal mit dem Thema auseinander setzen kann. ABER ICH BEFÜRCHTE, er würde das werten, als ein Signal, dass Jara den Wünschen seiner Eltern nachgibt, und das wäre dann genau das falsche Signal ! Männer denken in so einer Belastungssituation nämlich oft nicht "um die Ecke" -wie wir Frauen. Die sehen nur: Ah, sie hilft. Also: alles klar. Wo zu nun noch Familienberatung? Es hat doch geklappt. Sie macht 's ja. - Jara, oder tu' ich deinem Mann damit Unrecht? Ich mein', ich weiß 100 prozentig: MEINER würde so denken. Ich hab' irgendwann angefangen, konsequent das zu machen, das ich für richtig halte, und das nicht zu unterstützen, das ich nicht für richtig halte. Es war verdammt schwer, das durch zu halten. Aber es hat sich gelohnt ...auch wenn noch nicht alles so ist, wie ich es gerne gehabt hätte  Aber die Richtung stimmt.  ;)
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 07.01.09, 10:29
Hallo Anna,

aber die Jara macht doch ihr Studium gerade, da kann sie ja gar nicht nebenher groß dazuarbeiten.

Ich würde am Anfang der Semesterferien hinziehen, ..... dann muß alles über die Bühne gehen und wenn nicht wäre ich gleich wieder verschwunden. .. Sie kann doch wirklich nicht das Studium aufgeben, gerade bei diesen Verhältnissen.

Wie du sagst, die hätten schon lange ihre Hüften und Kniee operieren lassen können, wenn man wartet wirds immer komplizierter, außerdem bekommen sie dann doch auch noch eine Betriebshilfe, .... wenn noch nicht übergegeben ist. Hernach bekommen sie keine mehr!

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 13.01.09, 08:56
Hallo allerseits,

ich würde diese Küche auf keinen Fall noch vor dieser "Besprechung" aufbauen (einlagern), .... ihr seid ja dann noch mehr in der Falle.
Erkundigt euch doch endlich, was ein Frembetrieb zu pachten kostet mit allem Drum und Dran und nicht der ewigen Belastung, die SE immer und zu jeder Zeit vor den Füßen zu haben. Das Ganze kostet euch ja ohnehin viiiiiel zu viel.
Allein der Gedanke ... ohne SE .... muß ja köstlich sein.
Ab diesem Jahr greift ja dann die Erbschaftssteuer mit ihren unerbittlichen Auswirkungen durch, das heiß, nach einer Veräußerung des Betriebes muß erst mal alles versteuert werden ...... und das ist für die SE ein scharfes Schwert.
Andererseits., wenn du den Betrieb übernimmst, dann muuuußt du ihn wengsten 10 Jahre führen ohne Wenn und Aber  ............. und immer diese SE vor der Nase ....... da kannst du dich letztendlich gleich mal für einige Wochen in der Nervenheilanstalt anmelden .... in regelmäßihgen Abständen.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: passivM am 25.01.09, 22:23
Hallo Jara,

warum machst du dir Gedanken darüber, ob deine SE ohne diesen (Pseudo-)Ruhestand Rente bekommen oder nicht?
Ändert sich da durch etwas an den Bedingungen und Auflagen bei einer/oder keiner Hofübergabe / bzw. Hofübernahme?  ::)

Ich mache mir gerade einen Knoten in die Pfoten...
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Su am 31.01.09, 18:07
Ich habe mich eine Weile in die Geschichte von Jara vertieft. Ich habe nicht alles gelesen. Aber mein Eindruck: Es wird nie Frieden geben, solange die SM lebt. Und bis dann ist vermutlich viel zu viel Geschirr zerschlagen. Mein Schluss aus dieser Geschichte: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Schaut, dass Ihr unabhängig von seinen Eltern etwas aufbauen / pachten / übernehmen könnt. Führe auf alle Fälle Dein Studium weiter und gehe DEINEN Weg, in der Hoffnung, dass ihn Dein Mann mitgeht.
Ich wünsch Dir alles Gute dabei.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: klara am 09.02.09, 23:13
Hallo Jara,
da muss ich Su zustimmen. Die Gier der andern wird nie zufriedenstellend sein. Bei uns war damals im Übergabevertrag die Klausel:sollte innerhalb 10 Jahren etwas vom Hof verkauft werden, so muss es mit den Geschwistern geteilt werden.
Wenn Ihr mal Pokerface zeigt u. sagt:okay,wir wollen auch nichtmehr,bitte meine Hand auch füllen.Wie sieht´s dann aus?Hof müsste verkauft werden, Finanzamt holt sich zuerst mal nen fetten Brocken, der Rest wird dann verteilt, was bleibt da noch übrig?Oder Verpachten.
 Und wer pflegt die Eltern im Pflegefall ist dann auch zu klären.Schmeiss das denen mal vor die Füsse.
Ich hoffe, Ihr findet eine gute Lösung, viel Glück.
LG Klara
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 10.02.09, 07:51
Mein Mann wurde in die Ecke gedrängt, es hieß er bringe nichts auf die Reihe,
es sei kein "Zug" dahinter. Sie befürchten, dass sie jetzt abgespeißt werden
sollen und er in  3 Jahren aufhört und sie stehen mit leeren Händen da.
Er stehe zu spät auf, würde den ganzen Tag sich verzetteln etc.
Da frag ich mich doch, wie er wie er bis jetzt einen Gewinn
erwirtschaften konnte bei insgesamt über 50000€ Pacht p.a. ::)
wenn er soo ein Depp sein soll.

Hallo Jara,

es ist ihr Bruder und nicht ihr Angestellter auf dem Hof der Rendite bringen muss...

Etwas läuft ganz arg schief in dieser Familie und auf dieser Basis einen Hofübergabevertrag zu machen...? Bitte sucht euch Hilfe, einen Wegbegleiter, der das aufdröselt, was dort WIRKLICH passiert: Die ganzen Forderungen, Aussagen sind doch nur die Spitze eines Eisberges  :-[.

viele Grüsse

Mirjam (die es gar nix angeht, wann ihr Bruder, der jetzige Hofbesitzer aufsteht...!)
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Benita2 am 10.02.09, 18:31



Ich habe immer wieder das Gefühl, dass hier über einen viiiiiel größeren Hof gesprochen wird.
Wie soll denn das alles gut gehen.
Dein Mann wird sich anscheinend nie entscheiden, dafür mußt aber DU dich ..... entscheiden, bedenke, dass du  jetzt deine besten Jahre hast und nicht in 20 Jahren. So lange dauert es nämlich mindestens, bis der ganze Ärger vorbei ist.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Smart am 10.02.09, 23:31
Klaras Lösung hat hier mal ein kleinerer Landwirt aus dem Dorf seinem angeheirateten Schwager "angedroht". Dieser könne den Hof gerne bewirtschaften, auszahlen könne er ihn nicht. Der Landwirt würde sich gerne zurückziehen. Da hat der Schwager aber dann den Schwanz eingezogen.... Und wie oft sind schon Betriebe, aus denen das letzte herausgezogen wurde bei der Hofübergabe, nicht viel später kaputt gegangen.

Holt euch Hilfe!

Und wenn das angesparte Kindergeld nix ist, dann gehören diese Geschwister doch echt auf den Mond geschossen!! Und die anderen haben nix von den Eltern... Die sind doch alle erwachsen!
Jede Generation ist doch für sich selbst verantwortlich!! Klar, es ist einfacher, wenn man auf dem der vorangegangen Generation aufbauen kann und nicht ins kalte Wasser springen muss. Aber so gut, wie wir heute ausgebildet sind, können wir uns auch sehr gut selbst versorgen, oder?
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Paula73 am 17.06.09, 05:28
Neuer Lagebericht:


Seine Mutter ist mittlerweile, so unser Eindruck, wie auch die anderen Geschwister dagegen, dass
mein Mann den Hof erhalten soll.
Es soll doch lieber alles aufgeteilt werden, dann sind alle (?) zufrieden und glücklich.

Ich habe das am Anfang gar nicht richtig verstehen können, aber mein Mann sagte schon damals,
dass ihr das Auskommen mit den anderen Kindern wichtiger ist, als dass der Hof weitergeht.



Ist es denn für euch eine Option auf einem anderen Betrieb neu anzufangen ? Das hört sich für mich nicht so an als wäre noch viel zu retten.

Es hört sich jetzt zwar sicher blöd an, aber wenn man sich so umhört (Viehhändler etc.) werden in nächster Zeit wohl Deutschland weit einige Betriebe zum verkauf stehen . Jede Krise ist ein neuer Anfang - jedenfalls für einige . 
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Dorotee am 17.06.09, 07:30
Hallo mitsammen,

wenn der Hof so klein ist und alles dazugepachtet werden muß, so ist es wirklich ernsthaft zu überlegen, ob das Ganze nicht unter allen aufgeteilt werden sollte.
Du mußt dich mal in die Lage von den SE versetzten,
Wenn du auch so viele Kinder hättest und diese Voraussetzungen, dann würdest du auch schauen, dass du mit  deinen anderen Kindern in gutem Kontakt bleibst.
Gemein ist natürlich schon bei dem Ganzen, dass sie ihren Sohn in diese Richtung bei der Berufswahl gelenkt haben. Andererseits kommt er eh auf keinen grünen Zweig mehr, wenn er all die geforderten Verpflichtungen einhalten soll.
Es kann aber auch sein, dass er selber diesen beruf unbedingt lernen wollte.

Man muß verpachtet und eine Gesellschaft gegründet werden und dann ........, nach der entsprechenden Wartezeit (6Jahre) kann alles getrennt werden. Dann bekommt aber auch er seinen Teil, sollte über überhaupt dann noch was übrig sein. Denn die Eltern brauchen ja auch noch erst mal was zum Leben. Heute werden so viele Höfe aufgegeben, dass ich mir schon vorstellen kann, wenn so ein kleiner Hof nicht weitergeht. Vor allem mit ........der Milchmisere.

Ich glaube, dass er mal froh sein wird als Landwirt auf einem anderen Betrieb arbeiten zu können, als ständig mit Schulden und Geldsorgen kämpfen zu müssen. jetzt weiß er wenigstens, dass er nichts mehr in die gebäude investieren muß. Ich glaube, dass Menschen wie er schon auf größeren Höfen gesucht werden und er dann um gutes Geld arbeiten kann
Er kann doch auch sein Pflichtteil verlangen, also die 100000 € wie alle anderen Kinder.
Wenn er allerdings damals selber verzichtet hat, dann ist guter Rat teuer, hoffentlich hat er nichts unterschrieben.
Jara du selber kannst auch in deinem Beruf arbeiten, das kann dir doch nur entgegekommen.

grüße von Dorotee
Wenn die SE dies so beschlossen haben, dann werdet ihr diese Entscheidung akzeptieren müssen.
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 17.06.09, 09:14
Hallo Jara,

eine Frage an dieser Stelle: Damit ihr um jeden Preis diesen Hof weiterführen könnt - wieviel "Familie" steht hier auf dem Spiel?

Ich seid gesund, jung, gut ausgebildet (oder gerade dabei), er hat (noch) Eltern, Geschwister (auch wenn man sich nicht einig ist) und wer hängt hier mehr an nur "einem" Weg für den Hof und die Familie fest? Wenn die Entscheidung Hof oder Familie ist - wofür würdet ihr euch entscheiden? Lieber im Streit mit Geschwistern trennen und den Hof übernehmen... ???

Sind sogar die Eltern bereit, den Hof lieber aufzugeben, aufzuteilen als das sie einem jahrelangen Streit/Missgunst unter den Kindern entgegenblicken? Wollen sie ggf. mit der Hofaufgabe/-aufteilung "klar Schiff" machen, den "Recht" können sie es ja niemanden tun? Dann sage ich Respekt! Das sie Familie vor Ware stellen!

Wäre es so schlimm für deinen Partner den Hof "aufzugeben" - wenn es sich schon die Eltern/Geschwister vorstellen könnten? Wofor hat er "Angst", dass er nicht Alternativen in Betracht zieht? Ist die Veränderung - eben nicht nur den Weg "Hofnachfolge" als vorgegeben zu gehen - so schlimm für ihn?

Ich kenne inzwischen eine Reihe von Landwirten mit erfolgreiche Betriebskonzepten und  "Wachstumsbetrieben", die einen deutschen Betriebsleiter suchen, nicht nur 08/15 Hilfskräfte, jemand auf den sie sich verlassen können, wenn sie mal auf länger DLG-Tage oder ins Ausland fahren und der bereit ist Verantwortung/Entscheidungen zu übernehmen, die Stalltechnik wuppt oder ein Betriebsteil komplett eigenständig zu führen.

viele Grüsse

Mirjam

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: amazone am 17.06.09, 19:00
.....Ich kenne inzwischen eine Reihe von Landwirten mit erfolgreiche Betriebskonzepten und  "Wachstumsbetrieben", die einen deutschen Betriebsleiter suchen, nicht nur 08/15 Hilfskräfte, jemand auf den sie sich verlassen können, wenn sie mal auf länger DLG-Tage oder ins Ausland fahren und der bereit ist Verantwortung/Entscheidungen zu übernehmen, die Stalltechnik wuppt oder ein Betriebsteil komplett eigenständig zu führen.
viele Grüsse
Mirjam

ich stimme mirjam voll und ganz zu, solche führungskräfte werden gesucht und verdienen auch richtig gutes geld.

ehrlich jara, ist es das alles wirklich wert? tradition hin oder her....
ihr kommt doch nie wieder auf einen grünen zweig, wenn ihr soviel geld ausgeben müsst, was der betrieb (alls vorraussicht nach)
bei der pflichteilssumme in zukunft NICHT abwerfen wird.
anhand der pflichtteilssumme kann man erkennen, wieviel wert der betrieb hat.

lieber ein ende mit schrecken, als ein schrecken ohne ende!  :-\
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: streuobst am 17.06.09, 20:29
Hallo Jara,

heute habe ich deine "Geschichte" hier gelesen. Wenn das alles mal vorbei ist, kannst du ein Buch schreiben.
Mich erinnert das auch an eine Familie in unserem Ort. Zuerst wurde der Betrieb nicht übergeben, weil der Sohn/Betriebsleiter keine Frau hatte, als er mit fast 50 geheiratet hat, wurde der Betrieb nicht übergeben weil er "so" eine Frau hatte. Dann starb der Vater, die Mutter konnte sich natürlich immer noch nicht durchringen, dann starb auch sie, und nichts war geregelt. Nun streiten 3 Geschwister um den Hof. Der Betriebsleiter hat natürlich die A-Karte, denn seine Geschwister haben Berufe und leben weit weg, die wollen jetzt Geld sehen und zwar nicht wenig. Das ist das Ende des Betriebs.

Vielleicht sollten sich deine SE einmal klar werden darüber, ob sie wollen dass der Betrieb weitergeht, dann sollten sie aber schleunigst übergeben.

streuobst

Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Paula73 am 17.06.09, 21:12

Ihre größte Angst ist, dass sie die Kinder nicht mehr sehen darf, dafür tut sie alles.




Das kann ich allerdings nachvollziehen. Ich finde es das aller letzte wenn die Kinder (Enkel) als Druckmittel benutzt werden. Vor allen wenn es nur um Geld geht.  >:( >:( >:(
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Mirjam am 18.06.09, 13:49
Hallo Paula,

hätte ich Stress mit meine Bruder oder seiner Partnerin - würde ich mir schon überlegen ob oder wann ich dort auf den Hof fahre bzw. mit meinen Kindern/den Enkelkindern und man braucht ja nicht zu glauben/hoffen, dass die Kinder das nicht mitkriegen und sich dann auf den "Bauernhofbesuch freuen können"  ::).

Wenn die Senioren dann selbst nicht mehr mobil sind oder das weit-weg-zu-Besuch-fahren nervlicher Stress ist, kann ich die Problematik schon verstehen:

Was haben denn die älteren Betriebsleiter meist den noch ausser Arbeit am Hof selbst wenn er übergeben ist? Meist keine großen Bekanntenkreise, keine Hobbys - kein Wunder dass sie an den Kindern oder den eigenen Töchtern (die einer Mutter ja wohl zugegebenermaßen näher stehen dürfen als die ST, einer ST steht die eigene Mutter ja auch näher...!) hängt und deren Besuch, dem "gut-verstehen", dem "jemanden zum Reden haben - und sei es noch am Telefon".

Gruß Mirjam
Titel: Re: Hofübergabe
Beitrag von: Selina am 18.06.09, 16:16
Hallo meine Lieben,

hier sieht man inzwischen, das "manchen Menschen einfach nicht zu raten ist". :'(
Du wirst doch in deinem Alter so eine Entscheidung treffen können.

Mach dich doch nicht total unglücklich!!!