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Ein Platz zum Trauern?

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cara:
Bei uns in der Zeitung war letzte oder vorletzte Woche ein Bericht zu den Seebestattungen, bzw. dass da zweimal im Jahr ein "Trauerboot" rausfährt zu den "Begräbnisplätzen".
Eben für die Leute, die den Platz brauchen, um dem Verstorbenen nah zu sein.

Mein Vater hat ein pflegeleichtes Rasengrab, eben auch weil keins der Kinder mehr vor Ort wohnt. Wir haben trotzdem ein paar Krokusse gesetzt und Veilchen gepflanzt, da nur Rasen etwas eintönig ist - zumal der sicherlich besser gepflegt sein könnte, dass ist mehr Kraut als Gras..

muliane:
Mein Vater hat sich zu Lebzeiten für eine Erdbestattung entschieden.
Die Wahl der Grabanlage konnte die Mutter treffen.
Zum Trauern/Erinnern  brauch ich keine Grabstätte.
Um die Pflege zu gewährleisten wird das Grab dann irgendwann flächendeckend abgedeckt werden.

Maja:
Seine Trauer nimmt man überall hin mit.
Ob ein Grab oder keins, das ist nicht ausschlaggebend für das Trauern.
Trotzdem war, nach dem Tod meines Vaters ganz speziell, der Platz an dem erliegt für mich besonders wichtig.
Es war mir manchmal als würde er mich rufen und wenn ich an seinem Grab stand hörte ich ihn sagen:" Schön dass du da bist und nach mir schaust , aber jetzt geh wieder und mach deine Arbeit".
Dann war ich wieder getröstet.
Der Platz ist für mich wichtig. Meine SM und eine Schwägerin sind im Friedwald bestattet. Ich war da nie mehr.
Auch mein Mann nicht.
Da ist das Gedenken anders. Immer wenn wir uns mit den Geschwistern treffen, trinken wir den Lieblingssekt der Beiden und stoßen auf sie an.
Stellt euch mal vor , man würde auf dem Friedhof mit Sekt anstoßen.  :o
In anderen Ländern wäre das möglich da nimmt die Familie Essen und Trinken mit und trifft sich am Grab.

annelie:
Gerade am Friedhof sind mir die Toten nicht nahe, meiner SM hat es gegraust, dass sie mal ins Grab kommt, zu kalt, zu nass und zu dunkel.... Mein Vater war auch kein Friedhofsgeher, ich denke das Wissen, dass das mal seine letzte Ruhestätte ist, hat ihn nicht erfreut. Nahe sind mir die Verstorbenen in alltäglichen Situationen oder da wo sie gerne Zeit verbracht haben, wo sie daheim sind. Das was den Menschen ausmacht(e), seine Seele, ist nicht im Grab (eingesperrt).
Einen Platz zum Trauern brauchte ich bisher nicht, denn ich trage meine Trauer in mir und in meinen Gedanken.

Maja:
Ja annelie
im grossen ganzen hast du recht
es ist nur die hülle die da liegt. Was den Menschen ausmacht der geht, ist in unseren Herzen.  Trotzdem ist auch die Hülle ein Teil das wert hat

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