Was es sonst noch gibt > Religion und Glauben

Ein Platz zum Trauern?

<< < (3/6) > >>

frankenpower41:

--- Zitat von: mary am 23.05.17, 13:13 ---Mir fällt auf, dass sich die Sichtweise in Richtung Trauer und Grab im Laufe des Lebens verändert.
Wir leben auf dem Land, Grabsteine unterliegen auch der Mode.
Bin froh, dass wie noch einen sehr alten Grabstein haben, wo jeder nicht nur mit Namen, sondern auch mit Foto verewigt wurde.
Die Vor-vorgänger/innen auf unserem Hof hab ich nicht mehr persönlich kennengelernt, aber durch Erzählung und die Fotos auf dem Grabstein bleiben sie in Erinnerung.
Wenn ich das Grab herrichte halte ich meine persönliche Zwiesprache mit ihnen, es gibt sicher noch einige Erinnerungsstücke auf dem Hof.
Ob es das Grab als Ort der Trauer braucht, ich finde schon, aber auch als Ort des Gedenkens und der Erinnerung.
Mir fällt nicht mehr ein, von wem der Satz stammt, man ist dann erst wirklich tot, wenn man in den Herzen vergessen ist.
Beim Gang über den Friedhof lese ich die  die Namen auf den Grabsteinen und dann kommen die Erinnerungen an die Menschen hoch.
Wo wäre sonst der Ort der Erinnerung?

--- Ende Zitat ---

genau so ist es, an viele Menschen und Begegnungen mit ihnen denkt man oft nur wenn man am Grab vorbei geht und dann kurz inne hält.  Wenn ich in meinem Geburtsort über den Friedhof laufe, dann "besuche" ich oft bereits verstorbene Klassenkameraden oder Lehrer und auch gute Bekannte.  Je älter man wird, umso mehr trifft man dort auch Leute mit denen man sich kurz unterhält zu denen man sonst keinen Kontakt hat.

Ich hoffe halt, dass es später andere die mal wenn ich nicht mehr bin, auch so halten.

Wiese:
Ich weiß nicht ob meine Angehörigen mal das Grab pflegen, das schon seit Generationen
auf dem Friedhof weiter gegeben worden ist. Bei uns wird der Friedhof noch von den freiwilligen betreut und um die Gräber muss jeder selber für Sauberkeit sorgen. Auch den Abfall wieder mit nach Hause genommen.
Wenn der Grabstein mit den Namen voll ist,
werden die älteren Schriften dann wieder entfernt.
Ich gehe auch gerne durch die Grabreihen und denke an die bekannten Verstorbenen. Dann denke
ich, was solange ist der oder die schon gestorben.

Auch durch die Ahnenforschung suche ich gerne Friedhöfe auf. So manchen Zufallstreffer
mit Geburts- und Sterbedatum haben mir schon manchmal weiter geholfen.

Leider sind die neuen Gräber teils nur noch mit Vornamen und als Überschrift der Familienname anzutreffen.
Eine Urnenwand haben wir nicht, so kömmt die Urne in die Erde ins Grab.

Frieda:
Vielleicht muss man so aufgewachsen sein, dass man ein Grab möchte oder braucht zum Erinnern und trauern.
Ich hab da schon von meinen Elten nichts "mitbekommen" mein Vater war Flüchtling - so sind SEINE Großeltern weit weg beerdigt, die Verwandtschaft meiner Mutter ist auch weiträumig auf Bayern verteilt. Ich habe NIE erlebt, dass meine Mutter zum Grab ihres Vaters gefahren wäre. Ich selber habe auch keinen richtigen Bezug zu den Gräbern meiner Eltern.
Wer es gerne möchte und braucht-  der kann doch gerne Gräber besuchen. Aber, was ich oft erlebt habe, den Umkehrschluss-  wer keine Gräber besucht, der hätte Angehörige und /oder Freunde vergessen -  den finde ich ungerechtfertigt-ich denke sehr häufig an Menschen, grad in den letzen 20 Jahren sind viee gestoben, die mir sehr am Herzen gelegen sind.
Außerdem glaube ich daran, dass ich auferstehen werde -  so ist es mir echt völlig wurscht, ob ich nach meinem Tod von allen Menschen vergessen werden würde. Gott denkt an mich, somit wer ich nicht wirklich tot sein.

gatterl:
Die Ausgangsfrage von Cara war für mich eigentlich, ob Ihr ein Grab braucht als Platz für Eure Trauer.
Das hat für mich zumindest- nichts damit zu tun, ob oder warum ich gerne oder nicht gerne auf den Friedhof gehe.

Der Vater meiner Chefin hat verfügt, dass er eine einfach Urnenbeisetzung wünscht, damit die Familie keine grosse Arbeit hat.

Der Bestatter riet davon ab (Er mag seine Gründe und seine Erfahrung haben. ) Und die Familie hat daraufhin eine ganz übliche Erdbestattung mit allem drum und dran gewählt.

Wer tief im Glauben verwurzelt ist- sieht das vermutlich wirklich anders. So wie Daggl.



Ich halte oft Zwiesprache mit meinem Vater. Am Grab fällt mir das eher schwer.
Vielleicht liegt es aber auch ganz banal daran, dass ich zum Friedhof mit dem Auto fahren muss, da er ziemlich weit vom Ort entfernt liegt.
Ein alter Friedhof ist mitten in Berchtesgaden. Da wäre es vielleicht wieder anders. Zum Trauern brauche ich das Grab aber trotzdem nicht.

Hamster:


Ein Grab zum Trauern?

Kann ich gar nicht so genau sagen.

Aber es ist schon so, dass ich Gräber "besuche".

Nahe Angehörige sind schon immer "bei mir".
Trotzdem habe ich das Grab meines Vaters gebraucht,
Auch wenn ich dafür eine  Stunde Fahrzeit benötige.

Und eine Freundin die mit 50 Jahren verstorben ist,
besuche ich auch oefters, wäre ohne Grab nicht möglich.

LG
Hamster

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln