Was es sonst noch gibt > Bücherwurm und Leseratte

Biografien und Lebenserinnerungen

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mary:
Ich habe eine Schwäche für Bücher, Lesen war und ist für mich eine meiner schönsten Freizeitbeschäftigungen.
In den letzten Jahren haben mich Biografien und Lebenserinnungen immer mehr in den Bann gezogen.
Mir ist aufgefallen, dass ich bisher eigentlich nur weibl. Biografien gelesen habe, von berühmten Frauen genauso wie von ganz normalen Zeitgenossinnen.
Momentan bin ich bei Elisabeth Kübler-Ross, sie ist vor kurzem verstorben.
Ihr letztes Buch ist keine direkte Biografie, aber aus ihren Lebenserinnerungen - die sie in Vorträgen preisgegeben hat- wurde das Buch: Erfülltes Leben, würdiges Sterben zusammengestellt.
Meine Freundin hat es mir vor kurzem zu einem Anlass geschenkt,  bisher hat mich noch keine Lebenserinnerung so in den Bann gezogen und soviele Taschentücher verbraucht.
Lest Ihr gerne Biografien oder Lebenserinnerungen?
Egal ob jemand "berühmt" oder ein normales Leben führt-
das eigene Leben niederzuschreiben, um den nachfolgenden Generationen etwas von den Gedanken, Wünschen, Idealen und Träumen zu hinterlassen-
ich finde es eine wichtige Tat- um Kindern etwas zu hinterlassen das bleibt.
Dass manche als Bücher veröffentlicht werden ist eigentlich ein grosses Geschenk, dass der Schreibende an seine Leser verteilt. (Wobei ich manche in der letzten zeit veröffentlichte Ergüsse von Promis nicht dazuzählen würde-)
Ein erfülltes Leben leben zu dürfen, nach diesem Buch von Kübler-Ross empfindet man es noch viel mehr als grosses Geschenk. Ich freu mich schon auf lange Winterabende, um noch über einige Frauenleben lesen zu dürfen. Ruth Pfanns Bücher über ihre Erfahrungen als Lepraärztin werden die nächsten sein.
Herzliche Grüsse
maria

martina-s:
Hallo Maria,
unser Pfarrer verschenkt an Weihnachten immer gerne Bücher an seine Mitarbeiter. Meine Kinder haben ihm das schon mal zum Vorwurf gemacht. Wenn ich nämlich mal ein Buch zu lesen beginne dann kann ich nicht mehr aufhören. Da könnte, bildlich gesprochen neben mir die Milch überkochen. Mich würde das nur wenig stören :D.
Biografien und Autobiografien habe ich eigentlich noch nicht sehr viele gelesen. Ich würde die heutigen Biografien, die von sich reden machen  auch nicht lesen wollen. Von welcher ich sehr beeindruckt war, war die Biografie von der hl. Teresa von Avila.
Auch habe ich mich mal sehr mit dem heiligen Pfarrer von Ars auseinandergesetzt und auch mit Pater Rupert Mayer.
Du siehst also, alle etwas kirchlich angehaucht.
Das Leben des hl. Vinzenz von Pau hat mich auch sehr gefesselt.
Wichtig ist mir dabei auch immer die geschichtlichen Hintergründe zu erfassen. Ich habe da von der Schulzeit her in Geschichte einige Lücken. Die fülle ich somit auf und hole nach, was mich damals nicht so sehr interessiert hat.

martina:
Ich lese gern Bio- und Autobiografien, letztere aber wirklich erst, wenn die Schreiber ihr Leben schon fast gelebt haben. Ich sehe keinen Sinn in einer Biografie, die ein 30jähriger schreibt unter der Überschrift mein Leben und danach dann noch 50 Jahre lang lebt.

mary:
Hallo Martina,
von einem 3o jährigen fände ich es auch etwas vermessen- aber als ich von Stephen Hawking (ich hoffe, ich habe den Namen richtig geschrieben-) mal ein Buch gelesen habe, das hat mich schon beeindruckt.
Es kommt wahrscheinlich einfach auf den gelebten Hintergrund an.
Aber generell greife ich auch eher zu Lebenserfahrungen und Erinnerungen eines gelebten Lebens.
Ich habe leider meine Grosseltern beiderseits nicht mehr kennenlernen dürfen-
es wird mir- je älter ich werde- immer mehr bewusst, dass mir diese Lebenserfahrung, Weisheit und das Fazit aus einem gelebten Leben - als Erfahrung und Weitergabe an mich als das nachfolgende Kettenglied unheimlich fehlt.
Herzl. Grüsse
maria

martina-s:
Als meine Eltern gestorben waren habe ich deren HH aufgelöst. Unter anderem habe ich Briefe gefunden. Meine Vorfahren hatten alles aufgehoben. Da waren auch Briefe dabei, die meine Mutter als Feldpost an ihren Bruder verschickt hat und die als der vermißt war wieder zurückerhalten hatte. Es waren Briefe dabei, die meine Tante nach daheim schrieb. Es waren Briefe dabei, die meine Mutter an ihre Eltern schrieb. Auch fand ich die Briefe, die meine Mutter dann von daheim erhalten hatte, als sie zur Ausbildung in München weilte.
Ich hatte die damals alle gelesen und vieles wieder entdeckt - mich wieder entdeckt in deren Gedanken, Ausdrucksformen, Vorurteilen, Handlungsweisen...
Es verändern sie zwar die Zeiten. Das Eigentliche aber bleibt...

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