Autor Thema: Geschmacksgedächtnis  (Gelesen 16463 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline maryTopic starter

  • in memoriam
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 9696
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #30 am: 25.02.17, 10:01 »
Hab neulich im Wartezimmer eine Zeitschrift über Foodtrends gelesen,
Smoothies sind noch aktuell, die Eier sind stark im kommen, vor allem die pochierten Eier (hab ich vor gefühlter Ewigkeit zum letzten mal gemacht) und ein ganz grosser Trend aus dem Amiland- Knochenbrühen - ganz langsam dahingesiedet-
eigentlich bleibt doch das Meiste beim Alten.

Offline annelie

  • Bayern
  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 3314
  • Geschlecht: Weiblich
  • Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #31 am: 25.02.17, 20:25 »
... und da heisst es immer in Amerika würde niemand kochen, nur Fertigprodukte.
Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis
und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie

Offline maryTopic starter

  • in memoriam
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 9696
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #32 am: 26.02.17, 06:00 »
@annelie,
da hast du mehr Einblick in die amerikanische Küche. Mir fällt auf, dass Gartenbücher aus Amerika und England wesentlich hilfreicher als hiesige Bücher sind.
Ich habe ein Kochbuch über Knochenbrühe und Suppen, ist ja eingentlich auch nichts Neues, finde in alten Kochbüchern auch noch die gleichen Suppen- und vor allem die Zubereitungsrezepte dafür.

Offline LuckyLucy

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 1468
  • Geschlecht: Weiblich
  • Es ist nie zu spät, was Neues zu beginnen
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #33 am: 26.02.17, 08:04 »
... und da heisst es immer in Amerika würde niemand kochen, nur Fertigprodukte.

Ich denke, dass muss man differenzieren.
Für meine amerikanische Cousine ist z.B. ein Kuchen aus einer Backmischung "homemade".
Und wenn Du durch die Supermärkte spazierst, dann wirst Du sicher eine unvorstellbare Menge an Fertigprodukten finden.
Rohmilchkäse und alles, was rohes Ei beinhaltet, ist dort aber eher "igitt".
Es ist sicher nicht die breite Masse, die traditionell kocht.
Eher so wie bei uns: Das Interesse an Kochshows, ein Regal voller schöner Kochbücher und eine superteure Designerküche machen noch lange keinen guten Koch.  :D
LuckyLucy

Offline maryTopic starter

  • in memoriam
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 9696
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #34 am: 26.02.17, 08:30 »
Rohmilchkäse findet man bei uns auch nur - wenn man sucht.
Es sind sicher auch nicht alle Engländer und Amerikaner begeisterte Gärtner, aber deren Gartenbücher sind um Längen besser als unsere.

Offline frankenpower41

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 7505
  • Geschlecht: Weiblich
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #35 am: 26.02.17, 10:15 »
Ich vermute auch, dass es in Amerika große regionale Unterschiede gibt. Ín Europa kocht man in Schweden auch anders als in Spanien.
Muss mal Sohn drauf ansetzen was er so vorgesetzt bekommt. Er fliegt in 4 Wochen rüber.

Offline maryTopic starter

  • in memoriam
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 9696
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #36 am: 26.02.17, 10:29 »
@Marianne, vermutlich auch kulturelle Unterschiede, aus welchem Teil der Erde die Menschen eingewandert sind.
Ob immer alles stimmt, was in Büchern oder Zeitschriften steht, weiß ich nicht.
Nach dem Bericht in einer Zeitschrift löst die Knochenbrühe den Greensmothie ab.
Musste da nur lächeln, eine gute Suppe gehört in Deutschland ja auch nicht mehr zu den tagtäglichen Speisen und die Amis trinken die Knochenbrühe fast wie Kaffe to go.
Warum ausgerechnet pochierte Eier eine Trendspeise werden, keine Ahnung.

Offline frankenpower41

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 7505
  • Geschlecht: Weiblich
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #37 am: 26.02.17, 11:07 »
Kann mir mal jemand erklären was an denen so anders ist als z.B. Spiegeleier oder gekocht.
Muss gestehen ich habe die noch nie gegessen.  Vermutlich ist das ein Trent der auch schnell wieder vergeht.

Offline maryTopic starter

  • in memoriam
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 9696
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #38 am: 26.02.17, 14:50 »
@Marianne,
ich hab beim Aufräumen ein altes Eierkochbuch gefunden, da standen einige Rezepte für verlorene Eier. Habe heute Mittag ausprobiert, relativ weich gekochte Eier sind auch nicht anders.
Wie lange waren Eier so furchtbar pöhse, jetzt scheinen sie wieder rehabilitiert zu sein.
Der Suppe aus Fleisch und Knochen wurde auch lange nichts Gutes nachgesagt und jetzt schlürfen sie die Knochenbrüher aus dem Becher - Brühe zu go.
Ich frage mich - wer setzt diese Trends- egal welche Ernährungsstile auch immer?
Hab gestern nebenbei eine Diskussion mit halbem Ohr gehört, nach dem Philosophen David Precht soll in 10 Jahren nur noch Fleisch aus dem Labor auf den Tisch kommen,
hab mich da gefragt, in welchen Gehirnen reift was heran? Wer erkennt daraus Trends und wie gelingt es, dass es dann in grossem Stile umgesetzt wird.
Ernährungsmoden und Mythen gab es sicher schon immer- es wurde auch der Status und der Reichtum mit dem Essen nach aussen sichtbar gemacht.
Bei der Mode ist es doch das Gleiche- so manches kommt ganz schräg daher und man meint, das zieht doch niemand an- und dann wird es mit der Zeit von immer mehr Menschen getragen.
Beim Wohnen, bei der Heimdeko, bei den Schuhen usw. schön finde ich da vieles nicht, aber es scheint vielen anderen Menschen zu gefallen, sonst würde es nicht gekauft werden.

Offline muliane

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 507
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #39 am: 26.02.17, 16:31 »

 Wer erkennt daraus Trends und wie gelingt es, dass es dann in grossem Stile umgesetzt wird.
.
Das frag ich mich auch immer.
Da Knochen im Verhältnis zum Fleisch von geringerem Wert sind und eine gute Brühe -auch nicht schädlich ist-, ist es schon eine Veredelung,
die an den Konsumenten gebracht wird.
Die gute alte Bratwurst wird auf dem Jahrmarkt ersetzt durch Crêpes, Waffel, Poffertjes ...... . Zutaten und Zubereitung ist einfach, günstig, besser kalkulierbar und gegessen wird immer.




"Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich  nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin."
(Indianerweisheit)

Offline frega

  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 962
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #40 am: 26.02.17, 18:40 »
pochierte eier, da muss ich auch lange hirnen wann ich das zum letzten mal gemacht habe... ich denke als ich mich auf die bäuerinnenprüfung vorbereitete... ich finde pochierte eier gut,,, aber hart gekochte eben so gut.. uns einfacher...
bin gespannt wie lange es dauert bis eine von unseren töchter mich darauf aufmerksam macht oder fragt wie man dies eier koche...
frega

Offline maryTopic starter

  • in memoriam
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 9696
  • Geschlecht: Weiblich
  • Baeuerin - Beruf mit Herz
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #41 am: 27.02.17, 08:17 »
Mir ist klar geworden, warum mein Mann nicht auf Grünkohl abfährt, der ist nicht in seinem Geschmacksgedächtnis abgespeichert.
Seit ich über  den Wert einer guten Suppe  gelesen habe, gibts eben wieder sehr viel öfters davon.
Aber eben nur eine Suppe aus Knochen und Fleisch.
@Muliane, Mark- und Suppenknochen sind gar nicht mehr so billig zu haben. Rein rechnerisch ist eine Suppe aus Brüh- oder Suppenwürfeln oder -pulver wesentlich billiger.
Statt Gummibärlis koche ich öfters gelantinehaltige Sachen, es gibt wieder öfters eine Sülze, und das eigentlich nicht so gefragte Suppen - und Schmorfleisch hat für mich einen ganz anderen Wert bekommen.

Offline annelie

  • Bayern
  • Vereinsmitglied
  • *
  • Beiträge: 3314
  • Geschlecht: Weiblich
  • Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen
Re: Geschmacksgedächtnis
« Antwort #42 am: 27.02.17, 09:17 »
Mary, ob ich viel Ahnung von Amerika habe, kann ich nicht sagen. Man kann -ebenso wie hier- wählen was man essen möchte, es gibt in den Supermärkten (und wir waren in mehreren) sehr viel Frischware in der Obst- und Gemüseabteilung. Ebenso Fleisch und Fisch. Wäre keine Nachfrage da, hätten es die Supermärkte nicht im Sortiment. Einmal durfte ich Schnitzel braten, das Fleisch war aus dem Supermarkt, die Schnitzel sind in der Pfanne nicht geschrumpft und haben gut geschmeckt.
Ich durfte die Wisconsin Country Fair in Milwaukee besuchen, es gab wirklich unzählige Prämierungen für selbstzubereitete Lebensmittel, Handarbeiten, Blumengestecke usw.
Sonntags nach der Kirche haben wir einen Käseladen in Watertown besucht, der Seniorchef hatte in der Highschoolzeit unserer Tochter einen Narren an ihr gefressen und hat sich sehr gefreut, dass er mal eine Milchbäurin aus Bayern treffen durfte.  ;) ;D Die amerikanischen Eltern unserer Tochter waren sehr geschmeichelt, als er uns ins "fancyest restaurant in town"  und anschließend zu sich nach Hause einlud. Der Käseladen ist toll, sehr viel Auswahl, geschmacklich sehr guter Käse, ich hab nie einen besseren Cheddar gegessen, unsere Tochter vermisst ihn hier in Deutschland.
Natürlich gibt es Fast Food und sehr viele Fertig- oder Halbfertigprodukte, die (Geburtstags-)Kuchen sind oftmals sehr süß und bunt, aber sowas gibts bei uns auch, die traditonellen Pie´s sind im Gegensatz dazu sehr gut. Deutschland ist ein Land mit sehr vielen Brot- und Wurstsorten, das vermisst man in den USA, da sind wir wirklich sehr verwöhnt.
In der Icecream ist butterfat, ich bin ja nicht so der große Eisfan, aber sie schmeckt wirklich himmlisch, gerade wir Milchbauern würden uns solche Eiscreme in Deutschland wünschen... ;) ;D
Es gibt regional spezifische Gerichte, wie z. B. in New Orelans die kreolische Küche, schmeckt wunderbar, tolle Fischgerichte (Crawfisch in allen Varitationen gehört seither zu meinem Lieblingsgerichten), in einer ehemaligen Bergwerksstadt hab ich ein Stew gegessen, das walisische Wurzeln hat, das ist in Mineral Point eine Spezialität wie in München die Weißwurst.

Göga war 2 Jahre vor mir in den USA, er durfte eine Metzgerei besichtigen, er meinte die Einrichtung war ungefähr so, wie bei uns in den 70ger Jahren, aber riesige Kühlräume wo das Fleisch wirklich lange abgehängen kann.







Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis
und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie