Bäuerinnentreff

Haushalt... => Ernährung von A - Z => Thema gestartet von: mary am 27.12.16, 15:55

Titel: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 27.12.16, 15:55
Ich habe noch nie Gänsebraten gegessen, demzufolge hat mein Geschmacksgedächtnis dafür  keine Erinnerung.
Denke ich an früher - am Sonntag gab es den gebratenen Giggerl aus dem Backrohr, gefüllt mit Semmelfülle und mit der besten Sosse, die es dazu gab.
Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich aus dem Gedächtnis versuche, bestimmte Geschmacksnuancen zusammen zu bekommen.
Wie ist das heute mit der Fülle an natürlichen und künstlichen Aromastoffen- verändert das das Geschmacksgedächtnis?
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: Niernderl am 27.12.16, 17:55
Mary -

wir lieben alle Vanille - warum - weil unser Babynahrung mit Vanille angereichert war.  ;) Warum mag der Mensch so gerne süsses - weil er es mit Geborgenheit verbindet - denn die Muttermilch schmeckt süss.

Ich denke nicht dass sich das Geschmacksgedächtnis verändert sondern nur der Geschmackssinn. (Süss - sauer - salzig .....)

 Schlimm ist halt nur dass viele schon ein verändertes Geschmacksgedächtnis haben als wir. Durch die vielen Zusatzstoffe wissen die gar nicht mehr wie ein richtiger Gockel schmeckt. Denen schmeckt dies dann nicht - nur so ein hochgezüchtetes "irgendetwas" weil sie nur das kennen gelernt haben.  :'( Jedoch kann man Kindern einen Geschmack antrainieren -es muss etwas öfter (mind. 17x) gekostet werden  damit es sich eingeprägt hat. Kinder nehmen nicht alles an ich denke da nur an die Hipp - Glaserln. Da werden die neuen Geschmäcker auch oft nicht gleich gemocht. Wenn man jetzt selber z.B. Spinat nicht mag - dann probiert man es wahrscheinlich gar nicht mehr ein zweites Mal aus dies dem Kind zu geben und so wird dieser Geschmack nicht antrainiert und das Kind mag dann wahrscheinlich später keinen Spinat. bzw. ändert sich das Geschmackverhalten nochmals in der Pubertät und nimmt im Alter ab. Darum würzen auch ältere Menschen oft stärker weil sie keinen so guten Geschmacksinn mehr haben - essen jedoch auch gerne Süssspeisen z.B Grießbrei da sie dies aus der Kindheit noch im Gedächtnis haben.

Drum ist der Spruch "Was der Bauer nicht kennt - frisst er nicht" nicht von irgendwoher. Man muss sich schon auf etwas einlassen und es öfters probieren - damit es einem schmeckt. Jedoch kann ich mit der "neuen Nahrung" die so angereichert ist und weit weg ist von einem Lebensmittel nix anfangen. Je weniger - desto besser.  ;D
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: pauline971 am 27.12.16, 19:46
@ Regina, über dieses Thema konnte man am vergangenen Samstag in der SZ lesen. In dem Artikel wird es genau so mit dem Spinat beschrieben, wie Du es schilderst.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: Niernderl am 27.12.16, 19:55
Echt .... Das ganze Weiss ich von meiner Tochter die ist Diaetologin ... hab selber viel gelernt als sie studiert hat 😆

Gesendet von meinem SM-A500FU mit Tapatalk

Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: annelie am 27.12.16, 20:43
Also ich mag Vanille und Spinat, schon von Kindheit an, Göga und unsere Kinder übrigens auch.

Ich hab so eine Innerung in meinem Geschmacksgedächtnis und zwar Topfenstrizel, die hat meine Mutter früher immer gemacht, sie selber kann sich an das Rezept leider nicht mehr erinnern, leider hab ich nie wieder sooo gute Topfenstrizel gegessen, also sollte jemand ein Rezept haben das nicht zu süß und wo Roggenmehl dabei ist, ich bin dankbar dafür.

Vielleicht ists auch nur eine "Geschacksverklärung" aus meiner Kindheit.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 28.12.16, 04:51
Ich sammle Kochbücher und gute Rezepte, aber ich stelle fest, dass z.B. jeder den Kartoffelsalat anders macht (trotz gleicher Zutaten) schmeckt er anders- ebenso wenn ich ein Rezept nachmache, dass ich zuvor als sehr gut irgendwo gegessen habe- auch wenn ich es genau nach Rezept mache, es schmeckt dennoch ein wenig anders.

An das erste Milky Way kann ich mich noch geschmackstechnisch sehr gut erinnern, aber heute schmeckt es mir nicht mehr, da weiß ich auch nicht, bin ich von der Schoki einfach weg und esse lieber was anderes oder hat sich die Rezeptur verändert und es schmeckt mir deswegen nicht mehr?

Kennt ihr das auch- man steht am Herd und versucht ein Gericht und möchte den Geschmack so hinbekommen, wie er abgespeichert ist.
Noch ein ganz wenig von ........ und irgendwann passt Erinnerung und derzeitiges Ergebnis zusammen.
Ich mach mir so meine Gedanken, wenn im Essen lauter Aromen zugesetzt sind, der selbstgemachte Joghurt mit den eigenen Erdbeeren schmeckt nie so intensiv wie der gekaufte Joghurt.
Hab vor kurzem Bratwürste selbst gemacht, nur mit ein paar Gewürzen und Knovi, die schmecken genauso wie früher bei uns zu Hause- damals war Wurst ja noch was besonderes.
Der Freitag war in meiner Kindheit immer der beste Tag wegen dem Essen, die Mehlspeisenküche meiner Mutter war ein Gedicht.
Hat lange gedauert, bis ich so manche Mehlspeisen geschmackstechnisch genauso hinbekommen habe- den Apfelstrudel von meiner Mutter kriege ich heute leider noch nicht so hin. Wenn ich meine Mutter früher um ein Rezept gefragt habe, dann hat sie mir immer gesagt, ach, da nehm ich von dem ungefähr so und so viel, sie hatte eher aus dem Bauchgefühl gekocht, hatte so gut wie nichts abgewogen.
@Regina, mit den 17 mal kannst du schon Recht haben,
Rote Rüben musste ich immer essen, da haben die mehr als 17 mal für sehr lange Zeit mein Geschmacksgedächtnis sehr beeinflusst- ich hätte das rote Zeugs für nichts auf der Welt mehr gegessen. :-X
Erst als ich aus optische Täuschung den dort angebotenen Roten Rüben Salat als Rotkohlsalat probierte, der war mediterran hergerichtet mit ganz anderen Gewürzen, mit Balsamico und Olivenöl, ich habe mir damals sogar noch einen Nachschlag geholt und um das Rezept für den superguten Rotkohlsalat nachfragte, wurde ich eines besseren belehrt. ;D
Seither haben Rote Rüben wieder Einzug in unsere Küche gehalten.
Ebenso der Spinat, diese grüne Pampe, die es zu kaufen und zu essen gibt, bring ich nicht runter, aber die ganzen Blätter - da schmeckts mir.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: LuckyLucy am 28.12.16, 07:30
Die Verwechselung, den Rote-Bete-Salat als Rotkraut zu essen, ist der beste Beweis, wie sehr unser Auge mitißt.

Das Geschmacksgedächtnis... hm, weiß nicht. Irgendwie kann ich mit diesem Begriff so gar nichts anfangen. Man hat seine Vorlieben, diese verändern sich im Laufe des Lebens durchaus - Spinat mochte ich als junger Mensch nur als Tiefkühlkost mit dem Blubb. Wenn ich heute Spinat möchte, mache ich ihn frisch. Rote Bete mochte ich ebenfalls nicht, heute könnte ich mich fast drin eingraben.

Mary, ich finde auch, dass Joghurt nicht gut mit Erdbeeren harmoniert. Der säuerliche Geschmack des Joghurts macht den feinen Erdbeergeschmack in natura einfach platt. Deshalb kann man auf die fertigen Zubereitungen gut verzichten, und Erdbeeren frisch gehen gut mit kalter Vollmilch, Sahne, Vanillesoße.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: hosta am 28.12.16, 08:21
Was wir bei der Geburt mit bekommen , spielt auch mit. Und im Laufe unseres Lebens gibt es Dinge, die auch unser Geschmacksempfinden wieder verändern.
Dazu gehört auch riechen und sehen.  Und die Zubereitung darf man auch nicht vergessen. Nur alleine mit 15 mal Essen
könnte man mich nicht dazu bringen.
Ich versuche seit Jahren mich für Müsli zu begeistern. Klappt nicht. Alleine das Bircher mal mit.
Wiener Würstchen mochte ich nicht. Nach einer Krankheit kann  ich die zu jeder Tageszeit essen.

Man kann sein Geschmacksgedächtnis verändern , Besonders, was frische Lebensmittel betrifft und Lebensmittel , die
 ein einheitliches Geschmackserlebnis haben. Weiß den letzten Satz nicht besser auszudrücken. Ich hoffe, es kommt raus, was ich meine.


Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 28.12.16, 09:14
@LuckyLucy
ich weiß nicht, wie der offizielle Begriff heisst. Aber ich merke, dass es ein paar Gerichte gibt, die in so einem Gedächtnis abgespeichert sind.
Und dass ich sehr lange gebraucht habe, um aus dem Gedächtnis heraus - den fast gleichen Geschmack wieder hinzubekommen.
Ich kann z.B. heute immer noch keinen Roten Rübensalat essen, der in Scheiben geschnitten ist und der so schmeckt, wie man früher diesen Salat anmachte.
Aber mit der mediterranen Form hat er Einzug in der Küche gehalten.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: gundi am 28.12.16, 10:13
Ich habe einmal gelesen, das der einzige Sinn der sich fürs Leben einprägt, der Geruchsinn ist. Alle Gerüche die man in frühester Kindheit aufnimmt, vergisst man nie mehr.
Mit dem Geschmack ist es meiner Meinung so, das nicht immer alles gleich schmeckt, auch wenn man es immer gleich zubereitet. z.B. Kartoffelsalat, da sind schon die Kartoffeln verschieden. Auch wenn man eine Sorte anbaut, hat man nicht die Garantie das alle gleich schmecken oder alle speckig oder mehlig sind, da sind immer einige dabei die aus der "Rolle" fallen. Ist meine Erfahrung.

Was ich bis heute nicht essen kann sind Grießnockerl, die gab es (zu)oft in meiner Kindheit.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: gammi am 28.12.16, 12:17
Also ich oute mich einmal:

Auf das Geschmacksgedächtnis von früher kann ich in den meisten Fällen sehr gut verzichten. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass ich im heute lebe und so viele Möglichkeiten habe.

Ob früher wirklch alles gesünder war, wage ich zu bezweifeln.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: Nixe am 28.12.16, 13:17
Ich bin ein neugieriger Mensch und was Essen angeht probier ich auch fast alles ,ich kenn viele Menschen die wissen gar nicht wie viele Sachen weil die nicht probieren,einfach das Essen was sie von Kindheit an gegessen haben.Ich weiß auch von vielen älteren Menschen die zpsl keine Kartoffeln und Rohrnudeln mehr essen,weil sie tagaus und tagein nur das bekommen haben.Mein Mann konnte jahrelang keine heiße Wurst essen weil die Mama bald gestorben ist und heiße wurst kann man sich auch als Junge machen.
Meine Mama hatte viel Garten und hat viel mit Gemüse gekocht das hab ich noch im Gedächnis und behalte das auch bei.Ich glaub Essen ist auch Erziehungssache und wie ich aufwachse,und auch Gewohnheitssache an gewisse Geschmäcker kann ich mich gewöhnen.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: frankenpower41 am 28.12.16, 13:26
Was ich mich bei der Diskussion hier frage ist, wie kann es sein, dass jemand, der das noch nie probiert hat, Ekel von bestimmten Sachen hat.  Unser Jüngster, wird 22, isst z.B, überhaupt kein Obst, nur in Form von Marmelade.
Das war schon als Baby so, da spuckte er aus, später weigerte er sich und das ist so geblieben.
Irgendwann hat meine Mutter ihn mal eine Erdbeere aufgezwungen, er konnte es einfach nicht essen, ist auch bei Äpfeln so. Er isst keinerlei Obstkuchen, weiß nicht wie z.B. eine Banane schmeckt.  Nur die Sturheit kann es nicht sein, denn früher hat er öfters mal versucht sich zu überwinden, ging einfach nicht.
Gemüse, Salate, Tomaten usw. alles kein Problem.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 28.12.16, 13:44
@Marianne,
es wird schon seinen Grund haben, dass er kein frisches Obst mag. Vielleicht taugt es ihm nicht oder der Fruchtzucker?
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: annelie am 28.12.16, 16:46
Mein Schwager hat irgendwann als Säugling (ca. 1/2 bis 3/4 Jahr) die Milch verweigert. Seine Mutter ist mit ihm zum HA und der meinte blos, dann gebts ihm halt eine Semmel. Er ist mittlerweile über 60 und verträgt Milchprodukte immer noch nicht so. Scheinbar wissen Kinder was ihnen taugt und was nicht.
Unsere Tochter isst u. a. keine rohen Tomaten, hat sie immer mal wieder probiert, aber sie muß sich dann übergeben....

Bei mir ist es anders, ich esse kein Geflügel, als kleines Kind schon, aber irgendwann so mit 7 oder 8 Jahren nicht mehr, ich bilde mir ein, dass Geflügel nach gebrühten Federn schmeckt, egal wer oder was oder wie es zubereitet ist. Ich bin mir sicher, dass das Einbildung ist und ich probiere es ab und zu auch, aber mein Geschmacksgedächtnis hat sich so darauf eingeschossen, dass Geflügel so schmeckt und dann ist es wohl so..... :-[
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: ayla am 28.12.16, 17:34
Was ich mich bei der Diskussion hier frage ist, wie kann es sein, dass jemand, der das noch nie probiert hat, Ekel von bestimmten Sachen hat.  Unser Jüngster, wird 22, isst z.B, überhaupt kein Obst, nur in Form von Marmelade.
Das war schon als Baby so, da spuckte er aus, später weigerte er sich und das ist so geblieben.
Irgendwann hat meine Mutter ihn mal eine Erdbeere aufgezwungen, er konnte es einfach nicht essen, ist auch bei Äpfeln so. Er isst keinerlei Obstkuchen, weiß nicht wie z.B. eine Banane schmeckt.  Nur die Sturheit kann es nicht sein, denn früher hat er öfters mal versucht sich zu überwinden, ging einfach nicht.
Gemüse, Salate, Tomaten usw. alles kein Problem.

Das kenne ich auch, und auch bei uns ist es der Jüngste. Isst absolut kein Gemüse und Salat, schon seit Babyalter. Kartoffelbrei ging, aber sobald Gemüse mit drin war, hat er verweigert. Früchte ass er auch lange nicht, inzwischen geht das einigermassen. Hat dafür Milch getrunken wie ein kleines Kalb. ;D
Er ist aber selten krank, deshalb denke ich auch, er wird sich schon das nehmen, was ihm und seinem Körper gut tut.
ayla
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 29.12.16, 07:38
Vielleicht hängt das Geschmacksgedächtnis und die Darmflora zusammen?
Kann mir auch vorstellen, dass in grauer Vorzeit das Wissen um die zu sammelnden Lebensmittel überlebenswichtig war. Eine schöne glänzende Tollkirsche sah sicher verführerisch aus, aber der Verzehr war sicher nicht so toll.
Vielleicht sind auch deshalb die bitteren Lebensmittel nicht so übermässig gefragt- bitter war womöglich in grauer Vorzeit nicht dem Überleben förderlich.
Ist schon Wahnsinn, in welche Fülle und Vielfalt von  Lebensmittel wir heute gewöhnt sind. Zu jeder Zeit, aus aller Welt,  immer in Überfülle vorhanden.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: goldbach am 29.12.16, 10:48
Ich bin davon überzeugt, dass man als Kleinkind den Geschmack "mitbekommt" - regional unterschiedlich sozusagen.
z.B. essen die Bayern die Kartoffelpuffer gerne mit Sauerkraut und die Nicht-Bayern gerne mit Apfelmus.
Meine Mutter kam aus Mec-Pom nach Bayern und als Kinder schüttelten wir oftmals den Kopf was es beim Nachbarn zum essen gab!
Ich denke auch, dass man als Erwachsener andere Sachen mag und dann auch isst, was man als Kind nicht mochte.
Manchmal auch gar nicht probierte. Wir hatten einen Viehhändler aus Schrobenhausen = Spargelgegend, als Kind  und Jugendliche mochte ich Spargel nicht. Oder Blumenkohl und Rosenkohl: mussten wir essen, aber gerne haben wir ihn nicht gegessen. Heute: sehr gerne.
Suppenhuhn? Oh Graus! Meine Mutter hatte damals schon ca. 300 Legehennen und bevor eine den Geist aufgab, wurde das Huhn geschlachtet. Knöcherlsülze? Noch mehr Graus! In den 60er und 70er Jahren wurde alle 3 - 4 Wochen ein Schwein geschlachtet (täglich etwa 12 -14 Mittagesser); in meiner Erinnerung hat mein Vater täglich abends die Sülze gegessen... wie gesagt  Erinnerung!! Stimmt natürlich nicht. Aber in der Kühlzelle stand sie für uns "immer". 
Suppenhuhn gibt es immer wieder mal und es schmeckt uns auch. Knöcherlsulz bekommt mein Bruder bei einem Freund so zweimal im Jahr und das reicht ihm dann auch!
Oder aus Sparsamkeitsgründen wurde Gulasch u.a. aus Wammerl gekocht. Diesen unangenehmen Geschmack habe ich sofort im Mund, wenn ich das schreibe!
Wir sind 5 Geschwister, aber uns allen ergeht es so!
Absolut in guter Erinnerung habe ich Martini - meine Großmutter bekam zum Geburtstag und Weihnachten von Mutti jeweils eine Fl. Martini geschenkt und daran durfte ich ab und zu mal nippen oder die Zungenspitze in ihr Glas stecken! Einem Geschmack bin ich jahrelang hinterher gelaufen, ich wusste nur, dass es irgendwie Pralinen oder so was waren. Nach vielen, vielen Jahren war ich bei Freunden zu Besuch und sie reichten mit eine Packung mit kandidierten Früchten! Das War's! Dieselbe Verpackung wie damals und dieser unvergleichliche Geschmack!
Was ich überhaupt nicht mag ist kandidierter Ingwer. Meine Schwester liebt ich. Ich probierte ihn nach xx Jahren wieder und stellte fest, dass er immer noch so seifig schmeckt, wie vor zig Jahren.
Mein LG war mal ganz verzückt, als er im Flugzeug Chips mit Currywurst Geschmack angeboten bekam:
Er sagte, genauso habe das Ketchup in seiner Jugend geschmeckt. Wir schenkten seiner Schwester eine Packung von diesen Chips und auch sie erinnerte sich sofort an die Wiener mit Ketchup, die gab's wenn ihre Mutter keine Zeit zum kochen hatte!
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: pauline971 am 29.12.16, 11:44
Ich habe darüber nachgedacht und es stimmt - manchem Geschmack aus der Kindheit renne ich auch nach. Die Suppeneinlagen meiner Mutter z.B. Hab ich selbst nie so hinbekommen. Erklärung: Die hatte Formen aus Eisen, 1000000mal benutzt, ich habe Silikonförmchen. Die Kartoffelpuffer mache ich nach dem gleichen Rezept. Trotzdem schmecken sie anders. Ich nehme halt kein Butterschmalz zum Ausbacken, sondern Olivenöl und Butter. Mache Geschmackserinnerung an die Kindheit empfinde ich auch als verklärt. Als Kind war alles super, alles lecker und alles toll. Doch war es wirklich immer so......? Der Geschmack, die Vorlieben usw. ändern sich. Als Kind mag man vieles nicht, was als Erwachsener lecker erscheint. Mein Mann hat früher nie Spargel gegessen oder Zucchini. Die Spargelstangen gab es nur Silvester aus dem Glas  :o Allein das Wort Spargel schockte ihn, so saß der Geschmack im Gedächtnis fest. Erst mein frisch zubereiteter Spargel überzeugte. Es gab früher gutes Essen und heute genau so. Die Kochgewohnheiten, die Kochgeschirre, die Zubereitung, es ändert sich so vieles im Laufe der Jahre. Und ich denke all diese Punkte beeinflussen den Geschmack eines Gerichtes, obwohl es vielleicht schon immer nach dem gleichen Rezept gekocht wurde. 
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 29.12.16, 12:42
Es stimmt schon, manches ist verklärt, auch die Geborgenheit fliesst in manches Gericht ein.
Griesbrei mit Zimtzucker und selbstgemachten Himbeersirup- Reisauflauf- als Wunschlieblingsericht in einer geborgenen Kindhiet- schade, dass ich das meiner Mutter nicht mehr sagen kann. :'(


Goldbach, für mich ist blutiges Hühner- oder Gänseragout das absolute NO GO.
Das würde ich nie runterkriegen, beim Schlachten das Blut aufzufangen, käme mir nie in den Sinn.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 03.02.17, 20:55
Habe heute Hühnerfutter vom Lagerhaus geholt und dort wunderschöne Orangen stehen sehen, eine Steige gekauft. Früchte wie gemalt, perfekter Geschmack und saftig, ein Traum.
Habe mich gefragt, wer oder was entscheidet, ob Orangen so oder ganz anders schmecken?
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: annelie am 04.02.17, 08:27
Sorte, Boden, Witterung.... Ich denke bei Orangen wirds nicht anders sein, wie bei unseren Produkten, bei uns zumindest haben die Feldfrüchte nicht jedes Jahr die gleiche Qualität, kann natürlich auch am Betriebsleiter liegen  ;)

Ich kenn mich ja nicht so aus aber meine Mutter (gelernte Gärtnerin) sagt immer, wenns viel regnet sind werden die Erdbeeren süßer. Sie hat zwar vor über 60 Jahren ihre Ausbildung absolviert und damals gabs sicherlich andere Sorten, aber irgendwas wird wohl dran sein.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 04.02.17, 08:44
@Annelie,
der Geschmack ist einfach genial. Habe mir zuerst schon an den Kopf gefasst, dass ich eine ganze Kiste Orangen mitgenommen habe- aber die sind ein Traum.
Wir hatten noch ein paar vom Ede..... in der Obstschale, kein Vergleich.
Hach, so einen Orangenbaum hätte ich auch gerne- aber ob die in unserem Klima selbst im Wintergarten einen solchen Geschmack hätten?
Problem ist aber jetzt das Geschmacksgedächtnis- denn so was Gutes hinterlässt Spuren.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: AnniH am 04.02.17, 09:13
Maria , du hast schon recht , sie sind nicht vergleichbar mit Orangen aus den herkömmlichen Supermarkt, sie sind sehr süß , vollfleischig und frisch.
Mein Schwager hat auch einen Landhandel , er bezieht diese Orangen direkt von einen Erzeuger aus Spanien , Äpfel bezieht er von einen Obstbauern aus der Bodensee Gegend, alles ohne Zwischenhandel.
Äpfel und Orangen sind inzwischen aus einen Nebenprodukt seines Landhandels , zu einen guten Verkaufsprodukt geworden.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: annelie am 04.02.17, 09:43
Mary, ich kenn die Orangen, mein Cousin hat einen Hofladen und da gibts die seit 10 Jahren.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 04.02.17, 12:25
Dann bilden wir uns das nicht ein. ;D
Hach, können Orangen lecker sein. 
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: annelie am 04.02.17, 14:24
Als ich Kind war, gabs jedes Jahr vor Weihnachten vom Landhandel einen großen Sack Früchte. Äpfel, Datteln, Feigen (getrocknet, die mochte eigentlich niemand, wurden aber trotzdem gegessen) Nüsse, Bananen, Mandarinen und Orangen. Wir Kinder und die Kinder der anderen Bauern, die ebenfalls mit dem Landhandel verbunden waren sind jedes Jahr über die Säcke hergefallen. So gut wie diese Früchte in meiner Erinnerung geschmeckt haben, so Gute hab ich seither nicht mehr gegessen.... Damals war das einfach was ganz besonderes.

Das waren alles ganz normale Großhandelsfrüchte (der Besitzer vom Landhandel hatte auch einen Fruchtgroßhandel), aber in meiner Erinnerung ist das unvergessen. Vor einigen Jahren hab ich als Erwachsene von einem Bekannten so einen Sack bekommen, selbe Quelle, da die Firma ein Geschäftspartner von ihm ist. Die Früchte waren gut, aber an meine (wahrscheinlich verklärte) Kindheitserinnerung kamen sie nicht heran oder es lag daran, das solche Früchte,  wie vor über 40 Jahren, keine Besonderheit mehr sind.

Mary, so gute Orangen bekommt man auch manchmal im Einzelhandel, aber auch da hat die Premiumqualität ihren Preis.

Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 04.02.17, 15:58
@annelie,
im Missionsladen haben sie manchmal Orangen, die schmecken auch so gut, aber im LEH habe ich solche Früchte noch nicht ergattert, auch wenn sie im hochpreisigen Segment angeboten wurden.
Als Kind kann ich mich noch daran erinnern, dass wir immer blaue Weintrauben und Pfirsiche von einer befreundeten Familie bekamen. Damals waren Pfisiche im Garten eher ungewöhnlich, die waren sehr gross, gelbfleischig, saftig, ein Geschmack :-* :-* :-* ebenso diese grossen blauben Trauben :-* :-* Die Trauben habe ich schon ein paar Jahre, die schmecken  :-* :-* :-*
Dachte mir auch immer, dass das eben die verklärte Sichtweise auf die damaligen Köstlichkeiten war- letztes Jahr habe ich eine Schüssel Pfirsiche bekommen, das war genau der gleiche Geschmack, die Süsse und die Saftigkeit- wir haben diesen Sorte Pfirsiche eingepflanzt, so was ist in keinem noch so gut sortierten Obstgeschäft zu bekommen. Da können auch  unsere weissfleischigen Pfirsiche nicht laden. Nektarinen vom Baum- auch das Gleiche, die beduften, wenn sie reif gepflückt werden, einen ganzen Raum.
Bei den Bananen hat sich was verändert, die schmeckten früher besser, die vom Missionsladen haben nach meinem Geschmack noch ein wenig mehr Aroma.
Aber ich habe gelesen, dass wegen einer Bananenkrankheit es nur noch eher geschmacklose Früchte gibt.
Als Kindheitserinnerung habe ich das erste Milky Way, war das süss, ich kann mich noch erinnern, dass mir diese Süsse fast zuviel war, Schokolade gabs eher selten, heute bin ich nicht mehr so ein Schokoholic, aber es gibt Schokolade, die an das Geschmacksgedächtnis kommt. Und als ich die Zutatenliste durchlas, wusste ich auch, warum.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: LuckyLucy am 18.02.17, 12:39
Mary, ich kenn die Orangen, mein Cousin hat einen Hofladen und da gibts die seit 10 Jahren.

Verrätst Du mir die Adresse dieses Hofladens?
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: LuckyLucy am 18.02.17, 12:42
Vor Jahren habe ich in North Carolina in einem Supermarkt frische kalifornische Pfirsiche gekauft, die sündteuer waren. Aber so lecker - wie die Dosenpfirsiche aus meinen Kindheitserinnerungen, jedoch mit dem Unterschied, dass diese ja in Sirup eingelegt waren. Als ich drei Tage später Nachschub kaufen wollte, war die Ware leider schon ausverkauft.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 25.02.17, 10:01
Hab neulich im Wartezimmer eine Zeitschrift über Foodtrends gelesen,
Smoothies sind noch aktuell, die Eier sind stark im kommen, vor allem die pochierten Eier (hab ich vor gefühlter Ewigkeit zum letzten mal gemacht) und ein ganz grosser Trend aus dem Amiland- Knochenbrühen - ganz langsam dahingesiedet-
eigentlich bleibt doch das Meiste beim Alten.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: annelie am 25.02.17, 20:25
... und da heisst es immer in Amerika würde niemand kochen, nur Fertigprodukte.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 26.02.17, 06:00
@annelie,
da hast du mehr Einblick in die amerikanische Küche. Mir fällt auf, dass Gartenbücher aus Amerika und England wesentlich hilfreicher als hiesige Bücher sind.
Ich habe ein Kochbuch über Knochenbrühe und Suppen, ist ja eingentlich auch nichts Neues, finde in alten Kochbüchern auch noch die gleichen Suppen- und vor allem die Zubereitungsrezepte dafür.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: LuckyLucy am 26.02.17, 08:04
... und da heisst es immer in Amerika würde niemand kochen, nur Fertigprodukte.

Ich denke, dass muss man differenzieren.
Für meine amerikanische Cousine ist z.B. ein Kuchen aus einer Backmischung "homemade".
Und wenn Du durch die Supermärkte spazierst, dann wirst Du sicher eine unvorstellbare Menge an Fertigprodukten finden.
Rohmilchkäse und alles, was rohes Ei beinhaltet, ist dort aber eher "igitt".
Es ist sicher nicht die breite Masse, die traditionell kocht.
Eher so wie bei uns: Das Interesse an Kochshows, ein Regal voller schöner Kochbücher und eine superteure Designerküche machen noch lange keinen guten Koch.  :D
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 26.02.17, 08:30
Rohmilchkäse findet man bei uns auch nur - wenn man sucht.
Es sind sicher auch nicht alle Engländer und Amerikaner begeisterte Gärtner, aber deren Gartenbücher sind um Längen besser als unsere.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: frankenpower41 am 26.02.17, 10:15
Ich vermute auch, dass es in Amerika große regionale Unterschiede gibt. Ín Europa kocht man in Schweden auch anders als in Spanien.
Muss mal Sohn drauf ansetzen was er so vorgesetzt bekommt. Er fliegt in 4 Wochen rüber.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 26.02.17, 10:29
@Marianne, vermutlich auch kulturelle Unterschiede, aus welchem Teil der Erde die Menschen eingewandert sind.
Ob immer alles stimmt, was in Büchern oder Zeitschriften steht, weiß ich nicht.
Nach dem Bericht in einer Zeitschrift löst die Knochenbrühe den Greensmothie ab.
Musste da nur lächeln, eine gute Suppe gehört in Deutschland ja auch nicht mehr zu den tagtäglichen Speisen und die Amis trinken die Knochenbrühe fast wie Kaffe to go.
Warum ausgerechnet pochierte Eier eine Trendspeise werden, keine Ahnung.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: frankenpower41 am 26.02.17, 11:07
Kann mir mal jemand erklären was an denen so anders ist als z.B. Spiegeleier oder gekocht.
Muss gestehen ich habe die noch nie gegessen.  Vermutlich ist das ein Trent der auch schnell wieder vergeht.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 26.02.17, 14:50
@Marianne,
ich hab beim Aufräumen ein altes Eierkochbuch gefunden, da standen einige Rezepte für verlorene Eier. Habe heute Mittag ausprobiert, relativ weich gekochte Eier sind auch nicht anders.
Wie lange waren Eier so furchtbar pöhse, jetzt scheinen sie wieder rehabilitiert zu sein.
Der Suppe aus Fleisch und Knochen wurde auch lange nichts Gutes nachgesagt und jetzt schlürfen sie die Knochenbrüher aus dem Becher - Brühe zu go.
Ich frage mich - wer setzt diese Trends- egal welche Ernährungsstile auch immer?
Hab gestern nebenbei eine Diskussion mit halbem Ohr gehört, nach dem Philosophen David Precht soll in 10 Jahren nur noch Fleisch aus dem Labor auf den Tisch kommen,
hab mich da gefragt, in welchen Gehirnen reift was heran? Wer erkennt daraus Trends und wie gelingt es, dass es dann in grossem Stile umgesetzt wird.
Ernährungsmoden und Mythen gab es sicher schon immer- es wurde auch der Status und der Reichtum mit dem Essen nach aussen sichtbar gemacht.
Bei der Mode ist es doch das Gleiche- so manches kommt ganz schräg daher und man meint, das zieht doch niemand an- und dann wird es mit der Zeit von immer mehr Menschen getragen.
Beim Wohnen, bei der Heimdeko, bei den Schuhen usw. schön finde ich da vieles nicht, aber es scheint vielen anderen Menschen zu gefallen, sonst würde es nicht gekauft werden.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: muliane am 26.02.17, 16:31

 Wer erkennt daraus Trends und wie gelingt es, dass es dann in grossem Stile umgesetzt wird.
.
Das frag ich mich auch immer.
Da Knochen im Verhältnis zum Fleisch von geringerem Wert sind und eine gute Brühe -auch nicht schädlich ist-, ist es schon eine Veredelung,
die an den Konsumenten gebracht wird.
Die gute alte Bratwurst wird auf dem Jahrmarkt ersetzt durch Crêpes, Waffel, Poffertjes ...... . Zutaten und Zubereitung ist einfach, günstig, besser kalkulierbar und gegessen wird immer.




Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: frega am 26.02.17, 18:40
pochierte eier, da muss ich auch lange hirnen wann ich das zum letzten mal gemacht habe... ich denke als ich mich auf die bäuerinnenprüfung vorbereitete... ich finde pochierte eier gut,,, aber hart gekochte eben so gut.. uns einfacher...
bin gespannt wie lange es dauert bis eine von unseren töchter mich darauf aufmerksam macht oder fragt wie man dies eier koche...
frega
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: mary am 27.02.17, 08:17
Mir ist klar geworden, warum mein Mann nicht auf Grünkohl abfährt, der ist nicht in seinem Geschmacksgedächtnis abgespeichert.
Seit ich über  den Wert einer guten Suppe  gelesen habe, gibts eben wieder sehr viel öfters davon.
Aber eben nur eine Suppe aus Knochen und Fleisch.
@Muliane, Mark- und Suppenknochen sind gar nicht mehr so billig zu haben. Rein rechnerisch ist eine Suppe aus Brüh- oder Suppenwürfeln oder -pulver wesentlich billiger.
Statt Gummibärlis koche ich öfters gelantinehaltige Sachen, es gibt wieder öfters eine Sülze, und das eigentlich nicht so gefragte Suppen - und Schmorfleisch hat für mich einen ganz anderen Wert bekommen.
Titel: Re: Geschmacksgedächtnis
Beitrag von: annelie am 27.02.17, 09:17
Mary, ob ich viel Ahnung von Amerika habe, kann ich nicht sagen. Man kann -ebenso wie hier- wählen was man essen möchte, es gibt in den Supermärkten (und wir waren in mehreren) sehr viel Frischware in der Obst- und Gemüseabteilung. Ebenso Fleisch und Fisch. Wäre keine Nachfrage da, hätten es die Supermärkte nicht im Sortiment. Einmal durfte ich Schnitzel braten, das Fleisch war aus dem Supermarkt, die Schnitzel sind in der Pfanne nicht geschrumpft und haben gut geschmeckt.
Ich durfte die Wisconsin Country Fair in Milwaukee besuchen, es gab wirklich unzählige Prämierungen für selbstzubereitete Lebensmittel, Handarbeiten, Blumengestecke usw.
Sonntags nach der Kirche haben wir einen Käseladen in Watertown besucht, der Seniorchef hatte in der Highschoolzeit unserer Tochter einen Narren an ihr gefressen und hat sich sehr gefreut, dass er mal eine Milchbäurin aus Bayern treffen durfte.  ;) ;D Die amerikanischen Eltern unserer Tochter waren sehr geschmeichelt, als er uns ins "fancyest restaurant in town"  und anschließend zu sich nach Hause einlud. Der Käseladen ist toll, sehr viel Auswahl, geschmacklich sehr guter Käse, ich hab nie einen besseren Cheddar gegessen, unsere Tochter vermisst ihn hier in Deutschland.
Natürlich gibt es Fast Food und sehr viele Fertig- oder Halbfertigprodukte, die (Geburtstags-)Kuchen sind oftmals sehr süß und bunt, aber sowas gibts bei uns auch, die traditonellen Pie´s sind im Gegensatz dazu sehr gut. Deutschland ist ein Land mit sehr vielen Brot- und Wurstsorten, das vermisst man in den USA, da sind wir wirklich sehr verwöhnt.
In der Icecream ist butterfat, ich bin ja nicht so der große Eisfan, aber sie schmeckt wirklich himmlisch, gerade wir Milchbauern würden uns solche Eiscreme in Deutschland wünschen... ;) ;D
Es gibt regional spezifische Gerichte, wie z. B. in New Orelans die kreolische Küche, schmeckt wunderbar, tolle Fischgerichte (Crawfisch in allen Varitationen gehört seither zu meinem Lieblingsgerichten), in einer ehemaligen Bergwerksstadt hab ich ein Stew gegessen, das walisische Wurzeln hat, das ist in Mineral Point eine Spezialität wie in München die Weißwurst.

Göga war 2 Jahre vor mir in den USA, er durfte eine Metzgerei besichtigen, er meinte die Einrichtung war ungefähr so, wie bei uns in den 70ger Jahren, aber riesige Kühlräume wo das Fleisch wirklich lange abgehängen kann.