Autor Thema: Verpachten oder Übergeben ?  (Gelesen 37122 mal)

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apfelkönigin

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #60 am: 27.05.10, 20:16 »
So da bin ich wieder!

Wow, ich bin echt beeindruckt und froh, wieviel ihr geschrieben habt! Danke für eure Unterstützung und Anteilnahme! auch wenn mir ehrlicherweise manches nicht gefällt  :-\, muss mans doch überdenken.

Einiges gibts wohl noch zu sagen.
Was meine Qualifikation und mein Alter betrifft. Klar mit langjähriger Betriebserfahrung (auch in anderen Betrieben) ist es vielleicht nicht so weit her. Andererseits hätte ich wohl in der Kürze der Zeit kaum weiter kommen können. Wenn man das "Renten"alter mal außer Betracht lässt, muss ich anmerken, dass mein Vater nicht mehr der Jüngste ist und wir ihm in den letzten viel auch körperlich schwere Arbeit abgenommen haben (ich sage nur Holzheizung). (mit selbstverständlich braucht mir aber keiner kommen!)  Er wird also nicht vom Staat gezwungen, seine Belastbarkeit lässt langsam aber sicher nach. Zweitens bleibt als Alternative zu mir nur die Verpachtung der Flächen (an dritte) und der Betrieb selbst ist dann halt zu. Kann man auch machen, kann er auch jemand anders geben, aber diese Entscheidung steht mir nicht zu, zu treffen. Ich biete an, den Betrieb weiterzuführen, aber mir muss es auch passen, denn das wird mein ganzes zukünftiges Leben bestimmen (zumindest war das der Plan).
Unser Vorsitzender hat gemeint, dass (nach seinen Erfahrungen) junge Unternehmer oft sehr engagiert und motiviert, schlussendlich auch erfolgreich sind. "zu jung - zu alt" lässt sich wohl nicht an kalenderjahren messen.
(ich weiß leider nicht mehr wer, entschuldigung) Jemand hat gemeint, dass ich die Sache am besten mit Takt und Fingerspitzengefühl lösen sollte. Da stimme ich zu. Die letzte Zeit war das nicht so einfach, denn schnell schnell sollte ja was passieren. ich hab schon vor jahren immer wieder gesagt, dass die Übergabe vorzubereiten zeit benötigt (und damit meine ich nicht vertrag aufsetzen und unterschreiben sondern informieren, möglichkeiten durchspielen, visionen entwickeln, probleme ansprechen und lösungen finden). Ist eigentlich einleuchtend, wenn sie sich jetzt vor den kopf gestoßen fühlen. Ich denke, ich war trotzdem immer sachlich und fair und habe meine Ansichten begründet (das würden andere wohl anders sehen, nehme ich an). Retour ist dann die persönliche Schiene gekommen (und -auch wenns blöd klingt- ich weiß nicht so recht warum). Selbst da sage ich Ihnen noch dass es nicht so geht. Das Problem ist wohl dass sie mich halt als ihr "Kind" ansehen und nicht als "Partner auf Augenhöhe".
Kinder bleiben Kinder und Eltern Eltern. aber: "Kinder sind eigenständige Wesen". Da sollten sie eigene Gedanken, Gefühle und Erfahrungen haben. Sind diese nichts wert? Müssen sie nicht ihr Leben selbst in den Griff bekommen? Irgendwann?
Dann möchte ich noch was zum Thema Betriebsform sagen. ich bin der Meinung dass ein Familienbetrieb als wirtschaftlich rentables Unternehmen zu sehen ist. Auch im letzten Kaff ist die (auch internationale) Konkurrenz mitbestimmend. Das sollte niemand vergessen. Der Familienbetrieb hat vielleicht noch eher etwas bessere Chancen, denn die Liebe zur Arbeit ist auch im Ergebnis sichtbar (allein reichts natürlich auch nicht) und man ist vielleicht auch bereit noch mehr zu geben. Die Spielregeln bleiben die selben.
Ich nehme an ihr führt (fast) alle selbst einen Betrieb (oder der Partner). Würde jemand von euch diesen Betrieb so wie er dasteht neu hinstellen? Bzw. würdet ihr das als rentable Kapitalinvestition sehen?
Oder ist der Wert des Betriebes ein Wert (materiell und auch ideell), der von der ältern Generation erhalten und ausgebaut wird, um der jüngeren Generation (oder einer Vertrauensperson, muss ja nicht immer verwandt sein) eine Lebensgrundlage zu hinterlassen, die wiederum diesen Wert erhält und ausbaut? Damit wäre das Betriebsvermögen (das ja bei einer übergabe nicht versteuert werden muss) nur eine Leihgabe, die man erhält um sie weiter zu geben. Daraus entsteht auch eine Verantwortung und man kann nicht einfach sagen, mach ich halt zu und verlebs! Kann man natürlich auch, klar. Und es gibt auch situationen, da muss man der traurigen Wahrheit ins Auge blicken oder es geht auch einfach nicht anders. Man muss ja auch nicht das selbe machen, was die vorgänger-generation gemacht hat (ist manchmal auch nicht sinnvoll). Es geht mir nur um den verantwortungsvollen umgang mit dem Betrieb/Wert.
Dann noch zu meiner Schwester. Ich lasse mich nicht (mehr) von ihr herumschubsen, wahrscheinlich liegts daran. Ich hatte eigentlich eine eher gute Meinung von ihr (manches hätte ich nicht von ihr gedacht). Vielleicht liegts auch schlicht und einfach an Missverständnissen und Bockigkeit.


Ich finde es wichtig, den Gegenüber zu akzeptieren und als "eigenständiges Wesen" anzusehen. Außerdem sollte man die Tür einen Spalt noch offen lassen. zwischendurch darf man auch seine eigenen Fehler eingestehen (demjenigen, dens betrifft).
 
Jaja, ganz schlau. War klar, dass es nicht einfach wird.

Ich hoffe, das entschädigt, für die lange Wartezeit ;)
Viel Grüße.

apfelkönigin

  • Gast
Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #61 am: 27.05.10, 20:22 »
Und noch was: Beteilung halte ich dann für sinnvoll, wenn sich die Kinder interessieren. Es geht ja nicht darum, die Entscheidung abzugeben. Ein anderer Blickwinkel kann nicht schaden. Schlussendlich ist nur einer verantwortlich...
Ein Bekannter von mir (ein jahr jünger wie ich) "leitet" seinen betrieb mehr oder weniger erfolgreich und das seit mind. 3 Jahren (vorher weiß ich nicht).

Offline maggie

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #62 am: 27.05.10, 23:32 »


wenn kinder da sind die den hof übernehmen wollen sollten sie auch da mitspracherecht haben beim bauen -


Hallo Maggie,

dazu sage ich ganz klar und  deutlich NEIN. Kinder können im schulpflichtigen Alter  &  zu Beginn und während  ihrer beruflichen Ausbildung noch gar nicht überblicken, was solche langfristigen Investitionen im Detail bedeuten.  Ganz einfach weil es ihnen an Wissen und Einblick fachlich und betrieblich fehlt.

Die aktuellen Betriebsinhaber und Fachberater einschliesslich Banken haben solche Investionen zu planen, durchzukalkulieren und durchzuführen und sonst niemand. Ich kann nicht erwarten, dass meine Kinder meinen beruflichen Wegen und Ideen folgen. Kinder sind eigenständige Wesen.

Viele Grüße

Anja

entschuldige anja,
ich meinte auch nicht schulpflichtige kinder -
aber wenn ein "kind" in der ausbildung ist sollte doch ein bisschen darauf rücksicht genommen werden - denn wie schon jemand geschrieben hat, er/sie wird der/diejenige sein die dann den schuldenberg übernimmt....

ich habe ja auch geschrieben dass mein bruder ca. 23 war !!!
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline Antonia

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #63 am: 28.05.10, 06:32 »
Die aktuellen Betriebsinhaber und Fachberater einschliesslich Banken haben solche Investionen zu planen, durchzukalkulieren und durchzuführen und sonst niemand.

Trotz Fachberater und Banken täte ich mich nicht alleine auf deren Kalkulation verlassen, ein bischen Bauchgefühl würde bei mir immer mitspielen, "kann das sein, Vorschlag so umgesetzt werden, ist auch bei schlechteren Vorausetzungen als geplant noch realistisch? fühle ich mich mit der Entscheidung gut?". Die Haftung obliegt schließlich mir als Unternehmer alleine. Es ging schon mancher den Bach runter trotz Fachberater und Bankenkalkulation. Ein Restrisiko gibt es immer. Es gibt durchaus Kinder (künftige Nachfolger) wo zu erkennen ist im bereits nicht entscheidungsfähigen Alter, dass die den Hof weiterführen möchten wenn irgendwie möglich. "Die haben das im Blut", wer ein solches Kind hat trifft seine Entscheidung natürlich anders wie jemand wo ersichtlich ist, die Jugendlichen haben kein Interesse am Betrieb.
Diese Kinder, wachsen meiner Meinung nach, beizeiten in die künftige Aufgabe rein als Betriebsleiter und sehen sehr wohl was es bedeutet einen Betrieb führen zu dürfen und die damit verbundene Verantwortung für gefällte Entscheidungen.
herzliche Grüße aus dem Süden
Antonia

apfelkönigin

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #64 am: 28.05.10, 07:24 »
Gerade wenn man an Investitionen und Risiko denkt, finde ich, es ist sinnvoller, wenn die Übergabe schon abgeschlossen ist. Bei der Pacht wird es immer streitereien geben was sinnvoll ist oder nicht und wer das jetzt finanziert und wo das geld dafür herkommt. Einen so allumfassenden Pachtvertrag wird man vermutlich nicht machen können. Es ist ja auch nicht alles abzusehen.
Es sei denn, die Eltern sind noch "jung", da kann ich mir noch andere Möglichkeiten (wie erwähnt: GbR) vorstellen, vielleicht auch pacht.

Grüße!

Offline passivM

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #65 am: 30.05.10, 22:57 »
Hallo Clara
wenn der Vater 65 jahre alt ist und Rente bekommen will, muss er den Betrieb entweder verpachten oder übergeben. Es sei denn er verzichtet auf die Rente, wie mein Nachbar und sein Sohn ist 50 und wartet immer noch auf die Übergabe. :-\
Nordlicht
...aber wir sind doch gar keine Nachbarn... ;D ;)

Zur Apfelkönigin:
Wenn es jetzt schon Zoff gibt, wenn die (versprochene?) Hofübergabe mittels Pachtvertrag erstmal (für die nächsten 10 Jahre?) aufgeschoben wird, obwohl Investitonen anstehen und so weiter, ja, dann lasst es mit dem Hof doch erstmal bleiben, und schaut, dass Ihr woanders arbeitet, Erfahrungen sammelt, Geld verdient und so weiter.

Mein Mann hat mal gesagt, dass die Betriebe, die gut dastehen, fast alle Betriebe sind, wo das mit der Übergabe rechtzeitig vonstatten ging. - Ich kann das nachvollziehen. Man baut doch kein Haus auf ein Grundstück, das einem nicht gehört. Genausowenig investiert man große Summen in einen Hof, der einem nicht gehört. Sonst kann man am Ende noch die Geschwister für diese (selbst geschaffene) Wertsteigerung abfinden...? ...oder man muss mühsam jede Gurke dokumentieren, die man da reingesteckt hat, was - glaube ich, unwahrscheinlich schwierig ist.
Und was ist, wenn es am Ende trotzdem nichts mit der Übergabe wird? ...und wer weiß, ob man sein Geld, das man in den Betrieb gesteckt hat, dann überhaupt nochmal wiedersieht... Und wie will man heutzutage überhaupt noch investieren können, wenn man auchnoch eine Pacht erwirtschaften muss?  Dann steht man im ungünstigsten Fall mit 50 ohne Hof da, ohne nenneswerte Rücklagen, und ohne anderen Job...?

Die Eltern müssen nicht überschreiben!
...auch nicht nach Ablauf der Pachtzeit in zehn Jahren oder so ! ! !
Aber sie haben auch kein Recht darauf, dass der Sohn/die Tochter den Betrieb pachtet.

Eltern könnten ja selbst noch mal ordentlich in den Betrieb investieren, und sich dann einen Pächter suchen, der eine dementsprechend hohe Pacht bezahlt.
Beispiel: Wenn ich eine simple Wohnung einigermaßen gut vermieten will, dann muss ich die auch erstmal sanieren. Wenn ich aber nur eine Bruchbude teuer vermieten will, die der Mieter dann auchnoch auf seine Kosten sanieren soll - tja, so einen "Dummen" muss ich erstmal finden...   einen, der das macht, weil ich sage "Später erhälst du die Wohnung mal, oder auch nicht....  Eventuell findest du deine Geschwister für deinen Erhalt dieser schönen Wohnung ab.."  -  So einen Mieter muss man erstmal finden!

Oder sie verzichten auf Rente, und wirtschaften selbst weiter, ohne zu invstieren, bzw. sie schöpfen noch schnell den Rahm eines unverschuldeten Betriebes ab, und später wird der Rest unter allen Kindern aufgeteilt.

Oder sie nehmen sich einen fremden Mitarbeiter, den sie bezahlen (wodurch allerdings nicht mehr so viel "Rahm" über beibt).

Oder sie verkaufen den Betrieb. ...ich mein', das wäre ja mal interessant. So würden alle mal erfahren, wie viel oder wenig die ganze Sache in ihrem jetzigen Zustand überhaupt wert ist ...oder auch nicht wert ist.  -  Da soll es ja schon so manche "Übergeber" gegeben haben, die den realen Wert ihres Betriebes arg überschätzt haben...  :-X

Möglichkeiten gibt es viele. Man muss sich nur entscheiden.

Aber solange der Sohn in so einer Lage noch jung genug ist, sich beruflich auch woanders erstmal seine Sporen zu verdienen, ist es doch gar nicht schlecht, wenn er sich mal "ein bisschen Luftveränderung" gönnt. - Das tut auch den Eltern und den Geschwistern gut. Die haben dann Zeit, nachzudenken.  8)

Nachtrag:

Ich finde es ja schon mal gut, dass du überhaupt "hart" bleibst, und sagst: "Ich pachte nicht."

Ihr seid ja zum Glück noch jung genug, dass Ihr Euch woanders "einen Namen machen", und dass Ihr auch woanders Geld verdienen und berufliche Erfahrungen sammeln könnt. - Ihr müsst nicht an dem Hof kleben.

Gönnt den Eltern und Geschwistern doch den Hof... Dass so was kein Goldesel ist, den man nur melken muss, wissen die Eltern, und merken die Geschwister irgendwann auch von alleine. Aus einem Betrieb kann man nur was rausholen, wenn man auch was reinsteckt (investiert und hart arbeitet). Diese Lektion werden auch die Geschwister noch lernen....

« Letzte Änderung: 30.05.10, 23:22 von somnio »
Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

Offline Bärbel

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #66 am: 31.05.10, 08:07 »
Hallo

Habt Ihr schon gemerkt das Apfelkönigin nicht mehr hier angemeldet ist
Liebe Grüße aus Südhessen

Bärbel

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Offline Beate Mahr

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #67 am: 31.05.10, 08:45 »

Habt Ihr schon gemerkt das Apfelkönigin nicht mehr hier angemeldet ist


Hallo Bärbel

ähm ... aus Apfelkönigin wurde Finchen ...  ;)

Gruß
Beate
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Offline Su

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #68 am: 31.05.10, 17:45 »
Ich bin froh, stand bei unserer Betriebsübernahme die Frage Kauf oder Pacht nie an. Meiner Meinung nach ist Pacht nur eine Uebergangslösung, wenn sich der Kauf nicht finanzieren lässt. Kann die Uebernahme finanziert werden, ist der Kauf meines Erachtens immer die bessere Lösung. Wenn die abtretende Generation für Verpachtung und gegen Verkauf ist, muss man sich fragen, warum das so ist. Wohl doch nur, weil sie nicht wirklich loslassen wollen, oder?
Mein Göga ist gut 50, ich bin knapp 50. Und ich mache mir jetzt schon intensiv Gedanken zur Hofnachfolge. In der Familie hat es niemand, der den Betrieb übernehmen möchte, also wird es wohl einen familienexternen Verkauf geben müssen. Jetzt grad haben wir ja noch genug Zeit, aber in 10 Jahren sollten wir schon in etwa wissen, wie es weitergeht. 10 Jahre sind zwar noch eine rechte Zeit, aber plötzlich geht es schnell.
Ich denke, als ältere Generation sollte man froh sein, wenn jemand der Jungen übernehmen möchte. Und jeder selbständige Unternehmen muss Lehrgeld bezahlen.
Ob 23 jährig zu jung ist oder nicht, hängt von der Persönlichkeit ab, nicht vom Alter.
Herzliche Grüsse, Susanne

Offline Romy

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #69 am: 31.05.10, 18:39 »
Unser Sohn wir 2012 übernehmen. Dann bin ich 55 Göga 57 wir werden uns also noch mal neu orientieren. Uns war es von Anfang an klar - sobald einer will, dann soll er uns den Hof abkaufen. Da stellen wir uns sicher nicht quer.
Aber eben, hier in der Schweiz wird nicht übergeben, sondern nach dem Ertragswert verkauft
en hübsche tag
Romy

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Offline passivM

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #70 am: 31.05.10, 22:20 »
Ich finde dieses Schweizer Modell gar nicht schlecht.  :)

Aber was ist denn jetzt mit finchens/Apfelkönigins Übergabe/Nichtübergabe geworden? Es würde mich schon -neugierdehalber- interessieren, wie es weiter ging...
Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

apfelkönigin

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #71 am: 01.06.10, 20:54 »
Das stimmt schon, die Eltern müssen nicht, und wir müssen auch nicht.

Zugegebenermaßen fällt mir/uns das loslassen auch unendlich schwer. Die Arbeit hat uns wirklich Spaß gemacht, wir hatten schon viele schöne pläne und wir haben ein paar möglichkeiten mit und am Hof gesehen (meine eltern meinen immer noch: "du sollst den hof ja haben"). Neben dem Hof hatten bisher nicht viele andere Sachen Platz. Wir müssen uns jetzt eben "umorientieren".
Ich habe momentan eine Teilzeitstelle (die mir sehr gut gefällt). Vielleicht finde ich auch noch etwas besseres, ich halte die Augen und Ohren offen!
Das Verhältnis zu den Eltern ist "angespannt". Meine Schwester hat den Hof gepachtet (wegen der Rente). Sie arbeitet aber woanders (hat einen ganz anderen Beruf).
Tja, das hätte alles so schön sein können...  :'(
Aber so kanns halt auch gehen.

Das Schweizer Modell scheint sehr interesant zu sein. Dann sind die Fronten zumindest klar!

@ su: Ich finde es super, dass ihr euch mit dem Gedanken frühzeitig auseinandersetzt. Ich denke die "Erfolgschancen" sind dann für alle Beteiligten höher.

vielleicht tut sich ja doch noch was.
Zeit voraus zu schauen!

Offline maggie

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #72 am: 01.06.10, 23:15 »
hallo finchen -
das schweizer modell ist schön -

aber auch da gibt es oft viel böses blut und streit bis alles geregelt ist

ich habe das hier bei unserer übernahme erlebt und mein bruder zu hause hat den hof verlassen als es ans übernehmen ging -

ich hoffe für euch, dass ihr zusammen an einem andern ort was schaffen könnt...
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline Ingrid2

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #73 am: 02.06.10, 14:09 »
Hallo finchen,

wie heißt es so schön - lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende -

Vielleicht, nein ganz sicher, findet ihr woanders auch was für euch.

Ingrid

Offline Paula73

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Re: Verpachten oder Übergeben ?
« Antwort #74 am: 02.06.10, 17:22 »
Ich denke es ist eher eine Frage der Zeit, bis die Eltern fest stellen werden, das die Arbeit für sie allein nicht zu schaffen ist. Gerade wenn Finchen bisher viel mit gearbeitet hat. Die Schwester scheint ja mit den praktischen Belangen des Betriebes nichts zu tun zu haben.
Die Frage ist halt- ob Finchen dann noch bereit dazu ist auf den Hof zu kommen oder sich inzwischen anderweitig orientiert hat - ein Risiko welches die Eltern jetzt halt eingehen.

Gruß Paula