Autor Thema: Darmspiegelung  (Gelesen 3364 mal)

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Darmspiegelung
« am: 06.01.18, 15:10 »
Hallo,

schon lange habe ich meine erste Darmspiegelung vor mir hergeschoben  ::). Das Problem war nicht die Untersuchung an sich, sondern das vorherige "Darmputzen". Mein Kreislauf ist ja schon häufiger kolabiert und meistens hatte ich direkt davor Durchfall. Dieser löst bei mir inzwischen richtig Panik aus, die ich auch nicht gut kontrolliert bekomme.

Die andere Seite ist, dass in der Verwandtschaftslinie meines Vaters schon einige Darmkrebserkrankungen waren. Mein Vater und Großvater sind daran gestorben. Also war es schon von daher Thema, dass ich die Darmspiegelung einfach mach machen muss. Außerdem habe ich schon länger Probleme mit ganz plötzlich auftretenden Durchfällen und entsprechenden Darmkrämpfen. Hatte immer den Eindruck, manche Nahrungsmittel - besonders Kaffee - nicht vertragen zu können. Als ich im Herbst noch starke Tabletten gegen den hohen Augeninnendruck nehmen musste, nahmen die Darmkrämpfe solche Ausmaße an, dass ich doch endlich mal zur Hausärztin ging. Die schimpfte mit mir und naja, die Darmspiegelung  musste nun sein.

Gestern hatte ich endlich den Termin. Sicherheitshalber habe ich mir eine Schlafspritze geben lassen, wachte aber ziemlich bald auf und konnte darum doch noch zuschauen, was der Arzt dort machte. Er erklärte es mir auch. Ich zitiere einfach mal, was er mir sagte "Die Untersuchung ist sehr, sehr wichtig für Sie. Sie haben einen Polypen, der schon sehr, sehr groß ist. " Ich konnte dann zuschauen, wie er entfernt wurde und mir das Teil später auch im Fläschchen ansehen.

Bei der Besprechung erklärte mir der Arzt noch, dass die Polypen normal harmlos wären, aber die Großen oft in Krebs ausarten. Bei denen über 2 cm Durchmesser sitzt oft schon Krebs in der Mitte. (meiner war über 2 cm). Da wird/muss dann ein Stück vom Darm entfernt werden und manchmal auch die umliegenden Lymphknoten. Ich wollte dann noch wissen, wo meine Stelle ist und ob da die Darmentfernung möglich ist (bei meinem Vater war das beim 2. Schub nicht möglich). "Ja, da sind noch 20 cm. Das geht gut. Einen künstlichen Ausgang werden Sie nicht bekommen"  :o ***Schock*** Künstlicher Ausgang war das Angstthema überhaupt für meinen Vater, weil sein Vater einen solchen hatte. Naja, so verschiedene aufbauende Sachen hat der Arzt auch noch gesagt.

Nein, ich bekam keinen Schrecken, keine Angst, war eigentlich total cool und sagte mir, aufregen kann ich mich noch, wenn wirklich eine schlechte Nachricht kommt. Das würde bis Dienstag passieren. Das war gestern. Heute bin ich ziemlich zerfahren und muss mich ablenken. Naja, wird schon werden.

Nehmt ihr diese Form der Krebsvorsorge wahr?

LG
Luna
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Offline gina67

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #1 am: 06.01.18, 15:18 »
Hallo Luna
ich bin am 29.1. dran. Ich habe keine Darmprobleme, aber meine Frauenärztin meinte, dass ich das mal machen lassen soll. Bei über 50 jährigen wäre das schon wichtig.

LG Gina

Offline goldbach

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #2 am: 06.01.18, 15:26 »
Ach Luna, ich finde es immer sehr bedauerlich, wenn einem die Ärzte Angst machen anstatt einem zu beruhigen.
Mir erging es vor einem Jahr so als ich zum erstenmal beim Knochendichtetest war.
Also mein Vater verstarb mit 71  J. an Darmkrebs im Jahr 1979 .
Meine Mutter verstarb mit 52  J.  an Gebärmutterkrebs.
Gyn.Vorsorge mache ich seit meinem 20.  LJ !! Meine Frauenärztin hat mich so richtiggehend zur Darmvorsorge geschoben, weil sie die Familiengeschichte kennt!
Bei meinem Vater hatte ich noch in Erinnerung, dass er damals einen schlimmen Durchfall vor der Darmspiegelung hatte (war quasi das abführen), der Inhalt des Darms vom Krankenbett über den Gang zu sehen war... und ich damals mit knapp 20 J. das alles aufgeputzt habe.
In dem KH lag er in einem 4-Bett-Zimmer und WC war noch auf dem Gang!
Also ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes  Schiss vor der Darmspiegelung.
Meine älteste Schwester beruhigte mich und sagte, dass sich die Vorsorgetechnik total geändert habe und man nun "eingeschläfert" wird; d.h. der Patient bekommt die Untersuchung nicht mit.
In Landshut gibt es einen Arzt, der sich auf Darmspiegelung spezialisiert hat.
Im Nov. 16 war ich zum drittenmal - im Abstand von jeweils 6 Jahren.
Naja, das abführen am Tag vorher ist wirklich nichts angenehmes. Aber alle 6 Jahre vertrage ich diese Zeremonie.
Gottlob ist mein Darm gesund.
Nach den Vorsorgeuntersuchungen zünde ich immer eine Kerze in der Kirche an.....

Offline Tina

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #3 am: 06.01.18, 15:29 »
Ach Luna,
manche Ärzte haben auch kein Gefühl.
Ich hab das schon hinter mir im Rahmen der Krebsvorsorge soll man/frau ja zweimal im Abstand von 10 Jahren gehen.
Ich fand das alles nicht so schlimm, bloß die viele Luft nachher im Bauch 8)
Fühl dich mal gedrückt.
LG
Tina

Offline Internetschdrieler

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #4 am: 06.01.18, 16:10 »
Meine erste Spiegelung hatte ich im Herbst 2000. 3 Wochen später Darm-OP.
Danach immer wieder zur Kontrolle Halbjährlich, Jährlich, Jetzt bin ich bei 6-7 Jahren. Wann die nächste fällig ist - müsste mein Nachsorgeheft hervorkramen.
Vormittagstermine sind mir am Liebsten. Da kann man am Vortag mit der Vorbereitung beginnen.
Einmal lies ich mir nur eine Beruhigungsspritze geben, dann konnte ich das ganze Prozedere mit verfolgen. Brauch ich nicht mehr. Schlafen, Aufwachen und hoffen dass weiterhin alles in Ordnung ist.

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #5 am: 06.01.18, 16:41 »
Zitat
Ach Luna, ich finde es immer sehr bedauerlich, wenn einem die Ärzte Angst machen anstatt einem zu beruhigen.

Zitat
manche Ärzte haben auch kein Gefühl.


Das macht mir nichts aus. Ich brauche unbedingt einen sachlich-analytischen Informationsaustausch. Im Gegenteil machen mich Beruhigungen ganz nervös, teils auch richtig sauer. Dann fühle ich mich nicht ernst genommen. Im Vorgespräch war so eine Situation. Die hatte ich mit zunehmenden Zorn im Kopf und habe vorgestern mir vorgenommen, falls er wieder auf die Oma-Beruhigungstour kommt, wollte ich ihm ein paar Takte erzählen  ::). Gestern das Gespräch war für mich in Ordnung.

Meine Eltern sind beide an Krebs verstorben. Vater an Darmkrebs und meine Mutter hatte Brustkrebs, später Leberkrebs. Von daher habe ich mich schon oft und viel mit dem Thema auseinandergesetzt. Beides Krebsarten, die auch genetisch weiter gegeben werden. In meiner Vorstellung gibt es schon einen Platz, dass mich das auch mal treffen kann.

@Gina: Wünsche dir, dass alles gut ist.

@ Goldbach: Das ist ja schlimm, wie das damals bei deinem Vater ablief  :o :'( Wir können glücklich sein über den Fortschritt der Medizin.

Zitat
Nach den Vorsorgeuntersuchungen zünde ich immer eine Kerze in der Kirche an.....

Das habe ich auch eben gerade gemacht.

@Tina: Ja, der Luftbauch kneift ganz schön. Naja, die will ja auch wieder raus  ::)

@ Internetschdrieler: Ich hatte ja auch mit Narkose vereinbart, aber auf meinen sehr labilen Kreislauf hingewiesen. So bekam ich eine Schlafspritze, bin aber bald wieder aufgewacht und konnte dann ab kurz nach der Entdeckung des Polypen mit anschauen. War für mich eine gute Kombination. Würde ich gern wieder so haben wollen.  Ich bin kein Freund von diesen Eingriffen, bei denen ich alles miterleben kann. Brauch ich nicht. Ab so war es in Ordnung.

Wünsche dir weiterhin alles Gute!


Danke euch für eure Antworten  :D


Luna



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Offline peka

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #6 am: 06.01.18, 22:17 »
Hallo,
da in beiden Seiten der Verwandschaft Fälle von Darmkrebs, z.T. mit Todesfolge, sind, mache ich alle 5 Jahre einen Termin zur Spiegelung. Von den Ärzten auch so angeordnet. Die Vorbereitung finde ich unangenehmer als die Spiegelung selber. Bisher war alles in Ordnung. Meine Brüder sind leider nachlässiger - auf anraten der Ärzte sollten sie sich auch untersuchen lassen.

Liebe Grüße
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Offline Cendrillon

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #7 am: 08.01.18, 17:05 »
mein mann hat im sommer eine "einladung" zur darmspiegelung bekommen.
im kanton waadt wird ab 50 jahren eine darmspiegelung alle 10 jahre oder eine stuhlprobe alle 2 jahre bezahlt. ich glaube vom kanton.
göga will da nicht hin. ob er es unnötig findet oder angst hat hab ich noch nicht ganz herarusgefunden. wohl eher angst.
liebe grüsse
katrin

ich freue mich auf die zeit, wenn positiv nicht mer negativ und negativ nicht mehr positiv ist.

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #8 am: 08.01.18, 18:03 »
Zitat
göga will da nicht hin. ob er es unnötig findet oder angst hat hab ich noch nicht ganz herarusgefunden. wohl eher angst.

Mit der Schlafspritze ist das ganz einfach, fand ich jedenfalls. Darm putzen ist nicht so toll, aber auch nicht so schlimm wie ich dachte. Für Daueresser, wie ich einer bin, ist dann die Zeit ohne Essen nicht so einfach. Mein Magen hat schon am Vorabend wie verrückt geknurrt. Katrin, wenn dein Mann Ramadan macht, ist das eben so wie einer von diesen Tagen.

Andererseits verstehe ich ihn schon, habe ja auch aus Unwissenheit/Unsicherheit die Untersuchung so lange (oder zu lange) vor mir hergeschoben.

LG

Luna
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Offline pauline971

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #9 am: 09.01.18, 07:54 »
Ich habe es auf Anordnung des Facharztes letztes Jahr gemacht. Die Untersuchung selbst hab ich nicht mitbekommen, da ich eine Schlafspritze bekommen habe. Das Brimborium vorher ist nicht so der Hit, aber es gibt echt viel Schlimmeres. Hunger hatte ich gar nicht, da ich je ewig viel getrunken habe.
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich hart erarbeiten

Offline goldbach

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #10 am: 19.12.23, 14:08 »
Die nächste Darmspiegelung steht an.
Als mir die Dame am Telefon den nächstmöglichen Termin nannte, war meine Antwort " du liebes bißchen"  ---   und habe ihn notiert:
     07.11.2024 !!!
Schnelle Termine gibt es nicht, falls Patienten nicht kommen, weil ja niemand drauf vorbereitet ist  :-X

Offline peka

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Re: Darmspiegelung
« Antwort #11 am: 19.12.23, 22:15 »
DAS ist ja fast ein Jahr . Bis dahin könnte ein Tumor ganz schön wachsen.  Evtl den Hausarzt mal drauf ansprechen.

Liebe Grüße
peka
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