Autor Thema: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???  (Gelesen 30234 mal)

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Offline Beate Mahr

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #45 am: 16.05.05, 16:36 »
hallo

mal eine frage ....

wo hört humanes sterben auf und wo fängt  sterbehilfe an ???

würd mich über persönliche meinungen sehr freuen.

liebe grüße
beate
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Offline reserl

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #46 am: 13.10.05, 08:00 »

Der Hamburger Justizsenator Kusch hat als erster CDU-Politiker eine Änderung des STGB dahingehend gefordert, dass aktive Sterbehilfe nicht mehr unter Strafe gestellt wird.
Nach seiner Auffassung messe die geltende Rechtsordnung mit zweierlei Maß.

Die Wellen schlagen hoch, in der Bevölkerung gibt es aber durchaus Zustimmung.

Habt ihr euch schon mit diesem Thema auseinandergesetzt?
lieben Gruß
Reserl



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Offline Beate Mahr

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #47 am: 13.10.05, 11:50 »
Hallo

ich hab mal ein bisschen gestöbert ....

Senator Kusch plädiert für aktive Sterbehilfe

 ~~ Hamburgs Justizsenator Roger Kusch (51, CDU) setzt sich für aktive Sterbehilfe in Deutschland ein.
In einem Beitrag für das Hamburger Abendblatt spricht er sich für die Änderung des Paragraphen 216 des Strafgesetzbuchs (StGB) aus.
Tötung auf Verlangen solle nicht mehr strafbar sein. Kusch weiter:
"Verantwortungsvolle, mitfühlende Sterbehilfe ist für mich kein Verstoß gegen humane Grundwerte,
sondern ein Gebot christlicher Nächstenliebe." ~~

Seine Argumente kann jeder der sich in ** so einer Situation ** befindet nachvoll ziehen.

~~ Eine offene, nachdenkliche Debatte im Abendblatt.
Die Kirchen weisen den Vorstoß des CDU-Politikers Roger Kusch zurück - als Eingriff in die Schöpfung.
Verständnis bei Schriftstellern, Künstlern und der FDP. Ulla Hahn spricht von "bedenkenswerten Argumenten".~~

Wer bestimmt, wann ein Leben zu Ende ist? die Antworten der Debatte im Abendblatt


Ausgelöst wurde die Diskussion, weil die Sterbehilfe-Organisation Dignitas in Hannover eine Filiale eröffnet hat

Dazu sollte man aber auch wissen
~~ Die Gründung des deutschen Dignitas-Ablegers hat die Debatte um Sterbehilfe und Sterbebegleitung in Deutschland neu entfacht.
Minelli hat sich nach eigenem Bekunden auf die Fahnen geschrieben, in den Diskussionsprozess im Nachbarland einzugreifen
und vor Gericht die Freigabe des tödlichen Medikaments zu erstreiten.
Dass das hierzulande tatsächlich gelingt ist unwahrscheinlich.
So bleibt vielen auch weiterhin nur ein Ziel für ihre letzte Reise: die Schweiz

Seit der Gründung des Vereins im Jahr 1998 haben 453 Menschen die Dienste von "Dignitas" in Anspruch genommen.
Mehr als die Hälfte davon kam aus Deutschland. ~~


Sich mit dem Thema Sterbehilfe beschäftigen ist eins ....
aber dann eine Entscheidung treffen was anderes ...

Gruß
Beate






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Offline Gislinde

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #48 am: 01.11.05, 22:38 »
Themenabend in Arte

Bin noch total beeindruckt und nachdenklich über die 3 Sendungen heute abend auf Arte

 In Würde Sterben

Werde mal schreiben, wenn ich Zeit habe, wie ich meine SM bis zum letzten Atemzug begleitet habe.

Es gibt mir endlich den Anstoß mein Patiententestament fertigzustellen, nachdem ich schon ein paar Entwürfe gemacht habe.
Mit lieben Grüßen
Gislinde

Offline reserl

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #49 am: 18.12.05, 01:25 »
Gerade eben gelesen  :o :'(
Zitat

Berlin, 2. Dezember 2005

Straffreie Kinder-Euthanasie in Holland - eine warnendes Beispiel

Zur Freigabe der Euthanasie behinderter Neugeborener in den Niederlanden
erklärt Hubert Hüppe, Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für
die Belange der Menschen mit Behinderungen:

Die Niederlande lassen jetzt die ärztliche Tötung Neugeborener
straffrei, wenn sie gemeldet wird und sogenannte Sorgfaltskriterien
eingehalten werden. Damit gehen unsere westlichen Nachbarn beim
ärztlichen Töten wieder einen Schritt weiter. Dies belegt die
abschüssige Bahn von der Tötung auf Verlangen bei schwerer Krankheit
über die Tötung bei beginnender Demenz zur Tötung ohne jegliches Verlangen.

Die Ausweitung der Euthanasie teilen die Minister für Justiz und
Gesundheit in einem Schreiben vom 29. November dem Parlament mit - eine
formale Gesetzesänderung soll es nicht geben. Vielmehr soll eine
Kommission eingesetzt weden, die bei Spätabtreibungen und
Neugeborenen-Euthanasie dem Staatsanwalt mitteilt, ob die Ärzte
Sorgfaltskriterien eingehalten haben, woraufhin der Staatsanwalt
entscheiden kann, den Arzt nicht strafrechtlich zu verfolgen. ..

Quelle


Wohin wird das noch führen?   ???

lieben Gruß
Reserl



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Offline Maja

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #50 am: 18.12.05, 08:22 »
Nehmt es mir nicht übel,aber für mich käme es nie in Frage Sterbehilfe in Form von Verabreichen eines Medikamentes oder Abschalten von Geräten .
Sterbehilfe heißt für mich einen Todgeweihten bis zum letzten Atemzug zu begleiten mit meinem DAsein ,meiner Hilfe durch pflegerische Massnahmen.
Wir Menschen haben nie und nimmer das Recht den Tod eines Anderen Menschen wissentlich und willentlich herbei  zu führen.
IM Fall von Wachkoma PAtienten hat es sich gezeigt dass viele Menschen wieder erwachen,nach endlosen Jahren meist, aber es geschieht.
Da müsste die Forschung noch viel tun um Therapien für  Wachkoma Patienten zu entwickeln.
Habe neulich den Bericht einer jungen Frau gesehen die im Wachkoma lag und jetzt selbst Familie mit KIndern hat.
DA wird zuviel  hineindiskutiert glaube ich.
Wer will sagen dass er das Recht über Leben und Tod hat ,zu entscheiden?
Maja

Offline Melitta

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #51 am: 19.12.05, 00:20 »
hallo...
mein beitrag zu diesem thema ist sehr persönlich, da mein damals 17-jähriger bruder nach endlosen wiederbelebungsversuchen 1 1/2 jahre im wachkoma lag...er fiel beim sport einfach um... niemand war in der lage ihn zu reanimieren..bis der notarzt kam..... kurzer tipp am rande ... bei kindern und jugendlichen hilft auch oft ein fester schlag in genick..  im laufe der letzten 14 jahre bin ich sehr häufig mit der frage nach "wäre es nicht bessser, der oder derjenige wäre nicht gestorben? konfrontiert worden...
darüber kann man nicht urteilen... ich liebe meinen bruder heute so, wie er ist...schwerstmehrfachbehindert und eine andere person, als die, die ich 17 jahre erleben durfte...
weil wir einfach die möglichkeit hatten...finanziell...und intelektuell.. ihn dahin zu bringen, wo er heute ist...
was ich mit meinen anfänglichen ausführungen sagen will...

warum lässt die heutige reanimierungsmedizin angehörige so allein..? hat wirklich in dieser gesellschaft jeder die mittel jemandem im wachkoma lebenswerte bedingungen zu ermöglichen?

muss man nicht auch die facetten jeder gesellschaft beachten und ist es wirklich sinnvoll über den tod und nicht auch über die krux der reaniemierunsmedizin zu sprechen?

mir ist klar, dass ich mich damit auf gefährliches terrain wage.. aber meinungen dazu würden mich sehr interessiern..

viele grüße
melitta

SHierling

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #52 am: 19.12.05, 09:36 »
Zitat
Wer will sagen dass er das Recht über Leben und Tod hat ,zu entscheiden?

Hallo,
Das ist dann aber ein sehr einseitiges und egoistisches  Verständnis von "Recht", finde ich.
Wer (für sich) nicht das Recht empfindet, jemanden sterben zu lassen, hat der dann automatisch das Recht, jemand zu jahrelangem Leiden zu verurteilen, womöglich noch dabnebenzusitzen und sich großmütig vorzukommen  dabei?  Wer bibelnaher Christ ist, und an einen barmherzigen Gott glaubt, der  darf auch keine künstlich lebensverlängernden Maßnahmen befürworten, das ist dann Gott ja ebenso ins Handwerk gepfuscht.

Und  wer den Mensch als gottgewollt intelligent und lernend ansieht, der kann nicht nur die eine Seite , die technisch immer perfekteren Maschinen zum "Leben" verlängern befürworten, sondern der muß - meiner Meinung nach - ebenso anerkennen, daß ein verantwortungsvoller Umgang mit Sterbenden auch der Verzicht auf noch eine (menschengemachte) Operation, auf noch eine (menschengemachte) Maschine, auf noch ein Jahr Schmerzen und Leiden sein kann.

Wer schon mal Leute gesehen hat, die  bei klarem Verstand  JAHRELANG weinen, weil sie es vor Schmerzen nicht mehr aushalten, die nie, nie wieder eine ruhige Minute haben, monatelang, die sich nur noch Quälen, der kann meiner  Meinung nach nicht kaltschnäuzig sagen, das sei "Gottes Wille", wenn ER SELBER als Arzt oder Anverwandter darüber  entscheidet, diesen Menschen immer weiter leiden zu lassen.

Ich denke auch, viel an diesen Diskussionen spiegelt nur die eigene mangelnde Vorstellung vom Tod oder die Weigerung, sich überhaupt damit zu beschäftigen, oder  - ganz ganz oft - einfach das "sich weigern, jemanden herzugeben", "nicht verlieren wollen" - eigentlich also Egoismus.
Hat auch - denke ich - viel mit dem Glauben zu tun. Wer vor dem Dilemma steht, an eine Hölle, Fegefeuer und Co zu Glauben hat sicher eine andere Sicht der Dinge als jemand, der dem neuen Testament näher steht und an einen gnädigen Gott glaubt und irgendwann die  Auferstehung erwartet.

Grüße
Brigitta

brit

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #53 am: 19.12.05, 10:33 »
hallo,

brigitta, das mit dem gnädigen gott hast grad schön geschrieben, ich glaub auch das es eher so ist.sonst macht es irgendwie wenig sinn ;)

natürlich ists was ganz anders wenn man persönlich betroffen ist, da hat man als aussenstehender wahrscheinlich keine ahnung. (da musst mit uns nachsicht haben melitta.)

ich find  deutschland sollt sich zu ner lösung durchringen, es ist ja kein zustand, wennn deutsche zum sterben in die schweiz ode niederlande müssen.
genausowenig wars ein zustand als die schweiz sich nicht für ein abtreibungsgesetz entscheiden konnte. da wars  genau umgekehrt.

die kindereuthanasie die hier im falle niederlanden angesprochen wird,  das sind natürlich absolute extremsituationen , wo eltern eines neugeborenen vor dem entscheid des kürzern oder längern sterbens stehen.
 persönlich find ich das aber traumatisch überfordernd für betroffene. ich mein, da sollte man die schmerzen lindern, und ein friedvolles warten auf den tod begleiten. ich stell mir vor, das eltern sonst lebenslang  zweifeln ob der entscheid richtig war oder nicht.

 das kindlein kann sich ja  nicht dazu äussern, und das find ich eines der wichtigsten kriterien, dass der entscheid persönlich gefällt werden muss. und wer weiss schon wie ein neugeborenes fühlt?? denn ansonsten stell ich mir das sehr belastend für angehörige vor, die dann damit weiterleben müssen.

lg   brit








Offline BeppaTopic starter

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #54 am: 01.03.06, 09:44 »
Gerade eben gelesen  :o :'(
Zitat

Berlin, 2. Dezember 2005

Straffreie Kinder-Euthanasie in Holland - eine warnendes Beispiel

Zur Freigabe der Euthanasie behinderter Neugeborener in den Niederlanden
erklärt Hubert Hüppe, Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für
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Die Niederlande lassen jetzt die ärztliche Tötung Neugeborener
straffrei, wenn sie gemeldet wird und sogenannte Sorgfaltskriterien
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ärztlichen Töten wieder einen Schritt weiter. Dies belegt die
abschüssige Bahn von der Tötung auf Verlangen bei schwerer Krankheit
über die Tötung bei beginnender Demenz zur Tötung ohne jegliches Verlangen.

Die Ausweitung der Euthanasie teilen die Minister für Justiz und
Gesundheit in einem Schreiben vom 29. November dem Parlament mit - eine
formale Gesetzesänderung soll es nicht geben. Vielmehr soll eine
Kommission eingesetzt weden, die bei Spätabtreibungen und
Neugeborenen-Euthanasie dem Staatsanwalt mitteilt, ob die Ärzte
Sorgfaltskriterien eingehalten haben, woraufhin der Staatsanwalt
entscheiden kann, den Arzt nicht strafrechtlich zu verfolgen. ..

Quelle


Wohin wird das noch führen?   ???



Das finde ich ja total daneben. Wenn die Kinder nicht lebensfähig sind, dann wird der Körper schon von alleine aufhören zu leben. Mann muß ja wirklich nicht auf Krampf jedes Kind am Leben lassen nur weil es die Technik hergibt.
Aber wenn die Kinder nur getötet werden, weil sie eine Behinderung haben, dann sind wir den "Wunschkindern" wieder ein Stück näher. Und damit meine ich nicht den Wunsch nach einem Kind allgemein sondern, dass sich die Eltern die Kinder nach ihren Wünschen in Aussehen und Charakter formen.

Offline reserl

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #55 am: 30.12.07, 20:22 »

Die Diskussion um Sterbehilfe ist wieder neu entbrannt.
In den letzten Wochen beschäftigten sich mehrere Fernsehsendungen mit dem Thema und mit der Organisation "Dignitas" aus der Schweiz, die Sterbehilfe aktiv anbietet.

Auch in meinem Umfeld höre ich immer mehr Stimmen, die sich für ein selbstbestimmtes Sterben aussprechen.

Wie geht ihr mit dem Thema um?
lieben Gruß
Reserl



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Offline Cendrillon

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #56 am: 30.12.07, 22:05 »
hallo reserl,
ich weiss ja nicht, was ich machen würde, wenn ich selber in so einer situation wäre. aber irgendwie finde ich das daneben.
gibt es einen unterschied zwischen "sterbehilfe" und selbstmord? von mir aus gesehen nicht. auf jeden fall nicht, wie es von dignitas rüberkommt.

was mich stört, ist dass so viele von "sterben in würde" sprechen. sie wollen nicht im spital dahinsiechen, sondern eben in würde sterben. wie stirbt man in würde? ich denke, sich beim tod helfen zu lassen ist auch nicht gerade würdevoll.

jedem ist sowieso vorbestimmt, wann er sterben muss. man sollte sich nicht, in den verlauf der natur einmischen.

lg
katrin
liebe grüsse
katrin

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Alain Berset

Offline Meli

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #57 am: 30.12.07, 22:07 »
Hallo Reserl

Ich bin ganz abweisend zur Sterbehilfe. Natürlich wünsche auch ich mir ein Einschlafen am Abend und kein Aufwachen am Morgen,doch das liegt nicht in Menschen Hand.

Wie du vielleicht weist ist meinen Mann vor fast 5 Jahren Heimgegangen. Ich habe auch oft gedacht hoffentlich ist er bald von seinen Schmerzen erlöst und trotzdem wollte ich ihm gerne noch länger bei mir haben. Es ist nicht leicht dieses mit zu leiden und auszuhalten für einen nahen Angehörigen.

Ich weis aber auch, das er gegen die Sterbehilfe war. Schmerzfreiheit und alle Hilfe für ein würdiges Sterben  JA aber keine Verkürzung des Lebens.

Um den Tod und den Verlust zu verkraften habe ich sehr viel gelesen. Hatte selber ein Nahtoderfahrung bei der Geburt meines 3 Kindes und daher in vielem eine andere Meinung als manch Anderer. Wenn wir unser Leben nicht bis zu Ende leben, haben wir die Aufgaben, die wir uns vor der Geburt vorgenommen haben, bis zum Ende nicht erfüllt und werden diesen Aufgaben noch einmal gegenüber stehen. Wir bekommen unser Leben durch Gott geschenkt und gehen erst wieder Heim zu Gott, wenn er uns beim Namen ruft.

Wenn ich mal Sterbe möchte ich meinen Josef wiedersehen und es ist für mich klar, das dies nicht zutrifft, wenn ich mein Leben selbstbestimmend beende.Auf dieses Wiedersehn hoffe ich und nur so kann ich dem Tod ohne angst entgegen sehen, auch wenn es noch viele Jahre dauert.

Liebe Grüße
« Letzte Änderung: 30.12.07, 22:12 von Meli »
bis zum nächsten mal
Melli

brit

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #58 am: 31.12.07, 08:11 »
ich find auch , das ist sehr würdelos, was da in letzter zeit abgelaufen ist bei dignitas. und besonders abstossend find ich noch was das kostet (da wird notlage ausgenutzt?)

vielleicht müsste man wissen, was sind das für personen , mit welchen leiden, die sich dahingehend entscheiden ??? um ein bisschen mehr zu verstehen..
(hab mal ein film aus der niederlande gesehen, wo jemand so in den tod begleitet wurde.. makaber.. schockierend )

besonders schwierig ists für die leute die dann den tod abklären müssen, und einsargen müssen. die müssen da sich um mysteriöse todesfälle kümmern, was sie eigentlich gar nicht wollen, und gar nicht befürworten..das ist schon ne gewaltige belastung..
« Letzte Änderung: 31.12.07, 08:14 von brit »

Offline fanni

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Re: Sterbehilfe ja/nein und in welcher Form ???
« Antwort #59 am: 31.12.07, 08:34 »
Ich kann mich an eine Fernsehdiskussion zu diesem Thema erinnern.............(Will, Christiansen, Maybrit I.........weiß nicht mehr), da saßen eben verschiedenste Meinungsführer in der Runde.

Was mir aber ins Gedächtnis eingebrannt ist war eine ältere Ärztin, die eben Palliativmedezin vorangetrieben hat in ihrer Arbeit.

Sie erzählte von vielen verzweifelten Patienten mit sehr großen Schmerzen, die eben nach der Sterbehilfe verlangten und als man ihnen anbot eben mit geeigneten Mitteln ein schmerzfreies Hinübergehen zu ermöglichen, wollten sie alle nicht mehr sofort sterben, sondern den Weg so zu Ende gehen auch über einen langen Zeitraum.
Dies konnten diese Leute, denen diese Behandlung zu gute kam noch selbst entscheiden, da sie noch geistig dazu in de Lage waren.

Schwierig in der Diskussion wurde es dann, wenn andere entscheiden müssen,wollen, sollen, wenn eben die geistigen Fähigkeiten des Betroffenen nicht mehr da sind.
Herzliche Grüße von Fanni