Autor Thema: Embryonale Stammzellenforschung  (Gelesen 2896 mal)

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Offline reserlTopic starter

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Embryonale Stammzellenforschung
« am: 31.01.02, 09:17 »
Guten Morgen!

Der Bundestag hat gestern in einer historischen Debatte für einen eingeschränkten Import embryonaler Stammzellen gestimmt.

Der Schutz des Embryos steht für die Kritiker im Vordergrund: der Erfolg der Stammzellenforschung sei mehr als fraglich, so das Argument.
"Auch ein Embryo geniesst Menschenwürde und darf nicht zu Forschungszwecken getötet werden."

Die Diskussion im Bundestag habe ich gestern zeitweise auch verfolgt. Selten wurde im Bundestag so fundiert über ein Thema "gestritten".

Wie ist Eure Meinung dazu?
Wie hättet Ihr abgestimmt?
lieben Gruß
Reserl



Manchmal ist es ein großes Glück,
nicht zu bekommen, was man haben will.

Offline martina

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Re: Embryonale Stammzellenforschung
« Antwort #1 am: 31.01.02, 10:54 »
ich bin noch sehr geteilter meinung zu dem thema.

einerseits finde ich es furchtbar, daß hier mit menschlichen zellen geforscht wird und man embryonen zu dem zweck "herstellt", als menschliches ersatzteillager zu dienen. so sagte es gestern ein kommentator.
ich finde das ist ein eingriff in die göttliche schöpfung und frage mich, was da noch alles nachkommen wird.

"die geister die ich rief, werd ich nicht mehr los". werden die forscher überhaupt noch ein ende finden? was wird das nächste sein???

aber ich kann natürlich auch das lager der vielen kranken menschen verstehen, die sich auf diesem wege heilungschancen versprechen und erhoffen.  das die zt. unheilbar und todkrank, nach jedem stroh-halm langen, der ihnen heilung oder zumindest minderung ihrer krankheit bringen könnte.

und um mich nicht zu vertricken, verdränge ich oft solche themen, um mich nicht sleber total zu belasten vor mitgefühl einerseits und angst vor der zukunft andererseits.

schöne neue welt???

martina
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
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Offline Christina

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Re: Embryonale Stammzellenforschung
« Antwort #2 am: 07.02.02, 14:06 »
Hallo an alle,
kann mich martinas geschriebenen nur anschließen. auch ich hab die gleiche geteilte meinung wie sie.
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
viele Grüße

Christina

Offline Freya

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Re: Embryonale Stammzellenforschung
« Antwort #3 am: 08.02.02, 01:01 »
Jeder Mensch,der nicht selbst irgendwie betroffen ist, von der Nutzen bringenden Seite der Forschung, steht den Dingen automatisch skeptisch gegenüber. So auch ich.
Wie habe ich reagiert, als mein Arzt mich fragte, ob ich in der 10 Schwangerschaftswoche einen Test machen will, da ich "Risikoschwangere" war ?
Um nicht zusätzlich durch die Fruchtwasseruntersuchung eine etwaige Fehlgeburt auszulösen, rieten die Ärzte mir zu einer "Chorionzottenbiopsie". Da wird durch die Bauchdecke hindurch von der die Eizelle umgebenden Hülle ein wenig Gewebe von den Chorionzotten mit einer Nadel abgesaugt. Kann frau wunderbar sehen auf dem Ultraschall.
Nach 3 Tagen erfuhr ich schon das Ergebnis. Es war ein Junge, alle Chromosomen sind in der richtigen Anzahl und Form vorhanden.
Was hätte ich gemacht, wenn sie was anderes gefunden hätten ? ... eine Trisonomie 21 ? vor der ich schon Angst hatte ?
ich weiß es nicht...
Ich kann aber sagen, daß ich eine sehr glückliche Schwangerschaft hatte und sehr beruhigt war. Dank der Forschung am "ungeborenen Leben" die solche Sachen schon in der 10. Schwangerschaftwoche zuverlässig untersuchen kann.

Der Vergleich meiner "Geschichte" zur Stammzellenforschung "hinkt" vielleicht ein bißchen, weil ja doch sehr unterschiedlich. Aber es hat etwas mit dem "Prinzip" zu tun.
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
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Hippokrates

liebe Grüße
Freya

Offline martina

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Re: Embryonale Stammzellenforschung
« Antwort #4 am: 17.02.02, 10:40 »
hallo freya,

bei manchen sachen denke ich oft: "es ist nun mal von gott so gegeben!"

und die ganzen zusatzunteruschungen in der schwangerschaft habe ich deswegen extra und bewußt nicht machen lassen, um gar nicht erst diese überlegungen heraufbeschwören müssen. das ist vielleicht nicht einfach zu verstehen, aber ich hatte vor einer möglichen behinderung des kindes weniger angst, als vor der entscheidung: was machen?

wir haben eine behindertes kind in der weiteren familie und diese cousine ist eine wirkliche bereicheung unseres lebens! gut, ihre behinderung ist nicht so schwerwiegend, wie zb eine starke spastik oä, sie kann arbeiten und vieles mehr, aber trotzdem aht sie uns gezeigt, daß es auch anders geht. und ich habe sie bewußt zur taufpatin unseres jüngsten gemacht, denn sie ist ein volles mitglied unserer familie.

unser 4. war ungeplant und ich habe auch mal überlegt, abzubrechen und mein mann sagte nur, laß mal, das können wir doch sowieso nicht. und ich möchte mir auch nicht anmaßen, entscheiden zu müssen, ab wann ein evtl behindertes kind ein lebens-wertes leben hat oder nicht. das könnte ich nicht.

martina
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Elisabeth

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Re: Embryonale Stammzellenforschung
« Antwort #5 am: 17.02.02, 20:28 »
Ich bin auch gespaltener meinung über die Stammforschung. Sicher, sie hat viele Vorteile für kranke Menschen, wenn sie denn in dem Rahmen betrieben würde. Aber ich bin mir sicher, daß einige Wissenschaftlker dann Gott spielen und irgendwelche Lebewesen kreiiren. Letztens stand im Newsletter von agrar.de, daß man Spinatgene in ein Schwein eingeplanzt hat und irgendwo hab ich mal gelesen, daß man Schweinezellen in eine menschliche Eizelle eingepflanzt hat. Dieses "Lebewesen" sollte patentiert werden. Ich frag mich mal, was da noch alles gemacht wird. Allerdings sehe ich auf der andren Seite, daß man es so weit treiben kann, daß Abtreibungen nicht mehr erlaubt werden und das finde ich wiederrum nicht so gut. OK, mit 18 hat man darüber sicher eine andre Meinung wie wenn man schon Kinder hat, aber ich denke mal, daß es besser ist, win kind abzutreiben wenn man sich dann nicht richtig darum kümmern kann.
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Ottilie

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Re:Embryonale Stammzellenforschung
« Antwort #6 am: 17.09.02, 14:13 »
Im SWR hat es vor ein paar Wochen einen Vortrag von einer Professorin über die Stammzellenforschung gegeben. Wenn jemand den Beitrag gesehen hat, bitte melden, ich wüßte gern den Namen der Referentin. Oft kann man im Net noch Infos dazu bekommen.
Es wurde dargelegt, dass die Forschung noch in den Kinderschuhen stecke und es durchaus nicht erwiesen sei, ob es sinnvoll ware, Embryonen dazu zu verwenden. Es gäbe ebenso die Möglichkeit mit erwachsenen Stammzellen von lebenden Menschen Versuche zu machen.