Autor Thema: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof  (Gelesen 33362 mal)

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Offline ansabe

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #60 am: 10.01.08, 12:26 »
Zitat
Unsere Kinder müssen auch helfen, aber jeder mit der Aufgabe, die er sich ausgesucht hat
Das seh ich anders, ich versuche auch meinen Mann zu überzeugen, dass er auch den Mädchen z.B. Trecker fahren oder ähnliche Arbeiten, die eher Jungs interessieren, beibringt. Genauso, wie ich unseren Jungen ans Staubsaugen oder abtrocknen, Tisch abräumen usw. bekomme. Gerade das finde ich sehr wichtig. Natürlich wäre es auch für uns viel leichter, wenn die Kinder ihre Aufgaben aussuchen dürften. Aber gerade das finde ich wichtig, dass sie möglichst vielseitig was lernen.
Ich habe wenigsten den Vorteil, dass der Junge der Jüngste ist, dadurch waren die Mädchen schon mal eher dran mit Trecker oder Radlader fahren.
Immer klappt das auch nicht. Besonders unsere Zweite versucht sich schnell zu drücken, wenns ans fahren geht. ;D
Aber das Wichtigste ist das Vorbild der Eltern. Eigentlich haben wir auch typische Rollenverteilung. Aber die Kinder sehen schon, dass ich auch mit in den Stall gehe usw. Genauso, wie sie sehen, dass der Papa auch mal Wäsche auffaltet usw..
Viele liebe Grüsse
ansabe

Offline Biobauer

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #61 am: 10.01.08, 17:27 »
Hallo, mit zunehmenden alter suchen die kinder sich soweiso die arbeiten ihren neigungen gemäss raus. meine tochter zb macht ohne probs haushalt allein , aber im stall wäre sie total überfordert. liegt nun nicht an mangelnder einweisung ,sondern sie mags halt einfach nicht warum soll ich sie dann da reinzwingen.
wir halten se seigentlich so,das wärhend der woche die kinder nur normale arbeiten im haushalt mit erledigen müssen ,sprcih mal müll rausbringen , ihr bad putzen ,staubsaugen oder auch mal schnell nen kuchen oder brot backen . an den we oder in den ferien müssen sie mithelfen zu bestimmten arbeiten ,ich seh zb nicht ein ,das ich wochenlang alein ins holz renn ,wenn wir das ganze gemeinsam an nen paar samstagen erledigt haben . stalldienst kann auch immer wieder mal fällig sein, wenn zb wir übers we wegfahren . da gibts aber keienrlei diskussionen drüber,das wird eigentlich ohne grosse diskussionen gemacht .
wichtig ist aber auch ,das man auf die belange der kinder rücksicht nimmt bzw sie auch unterstützt,nach dem motto ,"wie du mir ,so ich dir ".
dazu zählen für mich fuhr udn spanndienste, aber auch mal gemeinsamens lernen ,anwesenheit bei irgendnen fussballturnier oder besuch von vorstellungen ,wo die kinder mitwirken .wen sowas klargestellt ist und die eltern da auch wirklich mitmachen ,dann funzt sowas auch . und mir kann keienr erzählen ,da er zur zeit vor lauter arbeit nicht wüsste was zuerst machen ,da is doch mal nen blauer mit den kindern drin .  ;)  je nach alter und neigung gehst dann ins hallenbad (billigste variante) in den freizeitpark (kost scho bissl mehr) oder zum shoppen (finazieller supergau)
Streite dich nie mit einem Idioten, er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich mit Erfahrung. (Bob Smith, 1962

Offline Erika

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #62 am: 10.01.08, 18:17 »
Unsere Jungs (fast 18 u. 20 Jahre) sind beide in der Ausbildung und müssen morgens um 6.00 Uhr das Haus verlassen. Im Betrieb werden sie ab dem 2. Lehrjahr richtig gefordert und Berufsschule und die nahenden Prüfungen verlangen auch ihre Beachtung.

Es gibt oft Stress, wenn sie nach Hause kommen und helfen sollen, aber ich kann sie sehr gut verstehen. Sie haben dann einen 8-Stunden-Tag hinter sich. Viele ihrer Freunde kommen nach der Ausbildung nach Hause und haben ab da nur noch Freizeit. Müllraustragen kann ich in dem Alter nicht mehr als Leistung zählen  ;D

Ich bin  der Meinung, nur weil sie als Landwirtskinder geboren sind, müssen sie nicht automatisch jeden Tag mit ran. Vater hat seinen Beruf und sie haben sich eben ... oder gerade deshalb für einen anderen entschieden  ;)

Natürlich gibt es Tage, wo sie mal helfen müssen, aber regelmäßig jeden Tag in den Stall, das gibt es hier nicht. Hat es auch vor der Ausbildung nicht gegeben. Als sie noch kleiner waren, gingen sie voller Begeisterung mit.

Zum Güllefahren und zur Ernte sind beide sofort freiwillig dabei.

Aufgaben so einfach von jetzt auf gleich diktiert bekommen, das mögen sie überhaupt nicht. Viel besser läuft es ab, wenn sie einen Tag vorher mitplanen oder noch besser, ganz alleine entscheiden können wie und wann etwas gemacht werden muss. Das geht natürlich nicht bei allem was so anfällt.






Offline ELLI47

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #63 am: 10.01.08, 19:15 »
Bei uns haben die Kinder nur in der arbeitsreichen Zeit geholfen.Sie waren eh nicht von der LW begeistert :-\.Haben alle was von ihrem Vater ;D.  Sie haben alle was anderes gelernt.Wenn aber Not am Mann ist sind alle da ;).Das finde ich wichtig.Wenn im Sommer die Ernte ansteht nimmt unser Sohn immer Urlaub.Da wir alle Arbeiten selber machen,fehlt sonst ein Treckerfahrer.Wenn mein Mann 8) ihn lassen würde,würde er heute auch noch so manche Arbeit,alles was mit dem Trecker ;D zutun hat,machen.
Unsere zweite Tochter hat heute (25) noch vor allem Respekt was größer ist wie ein Dackel.Wie sollten wir sie dazubringen irgend welche Tiere zufüttern ???.Den Bullenstall hat sie noch nieee :-[ :-[betreten.
  LG ELLI
Liebe Grüsse aus Schleswig-Holstein
    
        Elli

Offline maggie

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #64 am: 10.01.08, 21:57 »
auch unsere kinder mussten täglich irgendwo mithelfen - d.h. so lange sie zur schule gingen - bis ca. 16 -

nachher während der ausbildung lag das nun wirklich nicht mer drin, doch die wochenenden und ferien, da wurden sie auch immer wieder eingespannt - auch da wurde öfters mal gemurrt -

unsere tochter - 2. älteste - hat oft mit einem der brüder getauscht und die arbeit im haus gemacht, statt zur stallarbeit zu gehen.. -
trecker fahren lernte sie nie - leider hatte sie kein gutes vorbild, auch für mich ist es immer ein muss und da sie einen älteren und 2 jüngere brüder hatte, war da meist jemand der sich auf die masch. gesetzt hat - und göga musste sich nicht die zeit nehmen um es ihr beizubringen -
ich glaube versucht hat er es einige mal - aber wenn der wille nicht da ist...

beim jüngsten sohn habe ich dann klar verlangt, dass sich der vater die zeit nimmt ihm dies beizubringen - denn er "kroch" auch lieber im haus herum, als dass er draussen was machte -

aber nur schon um dann mit 14 die prüfung zu machen (in der schweiz) und dann einen fahrbaren untersatz zu haben, für fahrten ins dorf (2 km), war es mir wichtig, dass er mit diesen maschinen umgehen konnte -
als er dann das fahren begriffen hatte, hat er sich auch nicht mehr so gesträubt mal eine arbeit zu verrichten....

töchterchen war mit dem mofa unterwegs oder dann eben mit mutter... -


aber gemurrt haben alle, wenn sie eingespannt wurden !!!!
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline frankenpower41

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #65 am: 14.08.26, 19:57 »
...Ich hole das Thema mal ganz tief aus  der Versenkung.

Vorhin sah ich im BR Unser Land  Beitrag über Mithilfe von Kindern auf dem elterlichen Hof.

Ich habe ja, sehr lange her, mal kaufmännisch gelernt und da war auch das Jugendarbeitsschutzgesetz ein Thema.
im o.g. Beitrag wurde da einiges erwähnt was mir so jetzt fremd war. 
Natürlich ist mir klar dass meine Lehrzeit Jahrzehnte zurück liegt und es sich geändert hat.
Trotzdem kann ich nicht nachvollziehen, und das geht jetzt nicht um Landwirtschaft sondern generell, dass die Arbeitszeit nicht vor 8 Uhr Morgens beginnen darf  (glaub war bei unter 16, aber da will ich mich nicht festlegen)  und von 13 bis 15  dürfen nicht mehr als 3 Stunden täglich sein.  (gut, wo kein Kläger, kein Richter).

Mir fällt dazu nur ein, ich kam mit 14 Jahren aus der Schule  (Hauptschule Quali),  begann am 1.9.  eine Ausbildung  zur Industriekauffrau mit Arbeitsbeginn Morgens um 7 Uhr und natürlich auch 8 Stundentag.  Im Dezember wurde ich dann 15.  (ich wurde vorzeitig eingeschult, war damals aber nicht unüblich  und nein, ich halte die Entscheidung meiner Eltern damals noch immer für richtig.
Wäre das heute dann verboten, würde mich echt interessieren.

Offline mamaimdienst

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #66 am: 14.08.26, 20:14 »
Meine Tochter hat in der ersten Ferienwoche freiwillig ein Praktikum (5 Tage) beim Maler gemacht. Sie wird im September 15. Arbeitsbeginn war (auch aufgrund der Hitze) um
6:00 Uhr. Feierabend um 15:00 Uhr. Ihr hat es total gut gefallen und sie hat auch Geld und Lob bekommen.
Bevor man seine Feinde liebt, sollte man netter zu seinen Freunden sein. - Mark Twain-

Offline frankenpower41

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #67 am: 14.08.26, 20:32 »
Ich habe jetzt mal google befragt
KI sagt  "Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nicht voll arbeiten"

Vermutlich ist das bei deiner Tochter mit Praktikum anders  (großes Lob von mir dass sie das gemacht hat, sie stand vermutlich nicht nur im Weg sondern machte sich auch nützlich)


Online Marina

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #68 am: 14.08.26, 21:03 »
Soweit ich mich erinnern kann (Jugendarbeitsschutzgesetz) durfte man bei einer Lehre
bereits mit 15 Jahren 8 Stunden arbeiten.
Ich kam auch mit 15 aus der Schule und fing am 1.9. eine Lehre an mit 8 Stunden-Tag.

Das Jahr davor wollte ich Ferienarbeit machen. Das durfte ich nicht, eben wg. Jugendarbeitsschutz.
Praktikum gab es zu meiner Jugendzeit nicht.

Offline sonny

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #69 am: 15.08.26, 20:48 »
Gerade weil die Kinder am Land bei vielen mithelfen dürfen,
sind sie als Auszubildende beliebt!
Sie wissen wie man mit Schaufel, Besen und anderem Werkzeug umgeht….
Liebe Grüße
sonny

Es gibt nur eine Medizin gegen große Sorgen:
Kleine Freuden.

Offline LunaR

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #70 am: 15.08.26, 21:14 »
Hier ging es etwa im Alter unserer Kinder los, dass für unter 18jährige nur schwer Praktikumsstellen zu bekommen waren. Ab 18 braucht man auf nichts mehr Rücksicht nehmen. Außerdem wollten so manche Arbeitgeber auch schon für die Praktikanten, dass sie einen Führerschein haben. Ist dann natürlich auch schwierig, wenn die Jugendlichen ab 15 sich in den Ferien Geld dazu verdienen wollen.

Aus der Nachbarschaft meiner Schwester wurde damals ein Junge, nachts um 2 Uhr mit seinem Moped unterwegs, von der Polizei angehalten, weil er gar nicht draußen unterwegs sein durfte. Der Junge war auf de Weg zur Arbeit, zu seiner Lehrstelle als Bäcker.

So manche Lebensrealität lässt sich eben nicht mit den Arbeits-/Jugendschutzbestimmungen in Einklang zu bringen. Ich finde es auch wichtig, dass die jungen Leute sich so ab 14, 15, 16 Jahren Ferienjobs suchen können. So lernt man doch am besten den Zusammenhang von Geld haben (wollen) und selbst dafür arbeiten zu müssen. Sie sind doch auch stolz auf selbst Verdientes.
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


Verschwendete Zeit ist Dasein.
Gebrauchte Zeit ist Leben.

Offline frankenpower41

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #71 am: 15.08.26, 22:47 »
da bin ich voll bei Dir.  Man kann auch zuviel schützen.
Erst sollen sie gar nichts dürfen, und dann sind sie erwachsen und haben alle Rechte.
...mit den Ferienjobs gebe ich dir recht, man war doch stolz sich selbst was erarbeitet zu haben  (gut, ich brauchte das nicht weil ich schon in der Lehre war,  aber schon mit 10 haben wir Beeren gepflückt
war stolz auf die paar Mark die man hatte, das darf man vermutlich heutzutage auch nicht mehr, ganz davon abgesehen dass die Beeren aus dem Wald vermutlich heute zertifiziert sein müssten sonst dürfte sie der Bäcker gar nicht kaufen)
..und dann wundert man sich wenn Arbeitgeber oft sagen dass die jungen Leute (sicher nicht alle, aber es gibt sie) einfachste Dinge nicht mehr können.

Offline landleben

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Re: Mithilfe der Kinder in Haus und Hof
« Antwort #72 am: 17.08.26, 11:27 »
Wir sind in Urlaub gefahren, da waren meine Beiden so 13 u. 15. Sie durften das Melken zu Hause übernehmen. Wenn was war, gab es ja schon die ersten Handys.
Wenn was kniffliges, hatte mein Vater Urlaub und war da. Schmunzel, wollte ihnen immer erzählen wie sie melken sollen, aber er hatte nie im Melkstand
die Technik gelernt.

Meine Tochter sagt jetzt im Nachhinein... zu der Zeit war es doof, dass sie es machen musste. Bruder war ihr zu besserwisserisch....ABER es hat eine Menge Selbstbewusstsein gegeben, daß wir ihnen das zugetraut haben. Einmal war Melkanlage kaputt, da mussten sie Monteur kommen lassen und das wäre bei uns nicht anders gewesen. Wichtig ist eben... man weiß wo man fragen und anrufen kann.

Das geht mir heute auch noch so. Wenn ich was habe, was ich alleine nicht packe, dann kann ich Freunde, Verwandte oder auch einige Nachbarn fragen und zur Not muss ich eben eine Firma beauftragen. Einem gibt man Geld, den anderen musst Bezahlen.