Autor Thema: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"  (Gelesen 48346 mal)

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Offline Sasa

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #45 am: 15.05.07, 14:43 »
Ach, manurtb, da mache ich mir gar keine Sorgen. Christa Mewes sagte nämlich auch, Kinder bräuchten "Sicherheit, Regeln und Konsequenz". Da ich Deine Beiträge seit meiner Anmeldung mit Vergnügen lese, gehe ich davon aus, daß von Dir als Mama/Pflegemama- wie auch immer betreute Kinder- das schon bekommen werden- evtl. "schädliche Neigungen" werden dann wahrscheinlich nicht durchschlagen.  ;D

Offline Maja

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #46 am: 13.06.07, 17:51 »
Von Christa Mewes ist mir ein Satz ganz besonders im Hirn hängen geblieben : " Wer soll unsere KInder lieben, wenn nicht wir selbst?. Und LIebe heisst: Ihnen den Weg zu zeigen"
Das ist doch bezeichnend.
Wenn nicht wir selbst unseren Kindern den Weg zeigen wer soll oder wird es dann tun.
Die JAhre der antiautoritären Erziehung haben ihre Folgen, die Verrohung der Gesellschaft allgemein , die da sagt : Ich Ich ich, kann nicht viel Gutes hervorbringen. Aber es gibt ja auch noch Menschen, FAmilien die ihr Leben nicht so roh und verwahrlost leben( Geld muss dafür nicht unbedingt vorhanden sein, auch HArtz IV Empfänger können ein liebevolles Zuhause für Ihr Familie bieten).

Offline mary

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #47 am: 13.06.07, 20:05 »
Hallo Maja,
hab vor ein paar Tagen auch wieder ein Buch von Christa Meves in den Händen gehalten und besonders ihre Thesen zur Verwahrlosung haben mich nochmals interessiert, denn jetzt ist genau eine Generation vergangen, seit sie dieses Buch geschrieben hat.
Was ich mich nur frage, warum wird das nicht wahrgenommen, dieFrau ist ja durch ihre Praxis mit vielen Kindern in Jugendlichen in Berührung gekommen.
Wenn ich heute nochmals mit kleinen Kindern anfangen würde, dann wäre ein Tragetuch sicher die erste Anschaffung, die ich mir leisten würde.
Man müsste 2 mal Kinder haben, jetzt erst verstehe ich vieles von Mewes Aussagen richtig.
ich bin nur dankbar, dass ich Fau Mewes vor vielen Jahren persönlich kennenlernen durfte.
Denn sie hat auch damals mutig ihre Ansichten verteidigt.
Und wenn ich heute so schaue, dann hatte sie leider mit ihren Thesen und Ansichten ziemlich recht.
Leider haben Kinder keinen Einfluss auf die für sie überlebenswichtigen Bedürfnisse.
Aber es scheint nicht ganz harmlos für ein Kind und auch für eine Gesellschaft zu sein, die überlebenswichtigen Bedürfnisse der Kinder nicht zu beachten.
Herzl. Grüsse
maria

Offline geli.G

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #48 am: 13.06.07, 20:58 »
Wenn ich heute nochmals mit kleinen Kindern anfangen würde, dann wäre ein Tragetuch sicher die erste Anschaffung, die ich mir leisten würde.


Maria, hat dich denn deine Mutter auch mit einem Tragetuch rumgetragen? Meine Mutter hat das nicht gemacht und ich hab nicht darunter gelitten..... ;)

Mir wäre das zu anstrengend gewesen. Ich bin zwar nicht sofort aber doch bald wieder in den Stall zum Melken gegangen. Da möchte ich doch kein Baby dabei haben. Mir waren meine SM und wenn die nicht da war meine Schwägerin eine große Hilfe  :-*
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline mary

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #49 am: 13.06.07, 21:29 »
Hallo Geli,
nein ich bin nicht herumgetragen worden- ob es mir geschadet oder nicht geschadet hat- kann ich nicht beurteilen. Wir hatten neulich mal wieder ein Freundinnentreffen und da sind wir auch auf dieses Thema gekommen.

Mir ist  beim Wiederlesen von Meves einiges klarer geworden.
Für die Mutter ist die Herumschlepperei sicher nicht ganz ohne, aber aus der Sicht des Kindes scheint es nicht ganz verkehrt zu sein.
Auf alle Fälle hat Christa Meves die Verwahrlosung schon vor 25 Jahren vorausgesehen- Bindungsunfähigkeit und noch eine ganze Liste an Eigenschaften, die scheinbar mit den ersten 3 Jahren des Kindes zusammenhängen unf ihre Auswirkungen auf das spätere Leben haben.
Es wird sicher eine ganze Menge Ausnahmen von den Regeln geben-
aber wenn ich mich in unserer Gesellschaft so umschaue-
so übermässig gesund an Leib und Seele scheint sie nicht zu sein.
Irgendwie ist es makaber, zu sehen, dass ihre Thesen scheinbar sich erfüllen.
So rein als Mitglied der Gesellschaft denke ich mir, können wir uns das leisten, einfach die Bedürfnisse der Kinder zu ignorieren?
So gesehen sind wir wieder am Anfang-
was braucht ein Kind- welche Bedürfnisse müssen erfüllt sein, dass es ihm gutgeht?
Kinder gibts seit die Welt besteht-
und Erziehungsstile von Dressur bis Verwahrlosung,
die Kinder können leider am Anfang nicht sagen, was sie brauchen und wenn sie es sagen können, dann ist es schon zu spät.
Und immer stehen irgendwelche gesellschaftlichen Strömungen dahinter und zeigen Eltern, wie sie es machen sollen.
Herzliche Grüsse
maria


manurtb

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #50 am: 22.06.07, 14:53 »
Die JAhre der antiautoritären Erziehung haben ihre Folgen,
Es gibt keine antiautoritäre Erziehung. Das ist ein Gegensatz. Wenn ich erziehe, dann übe ich Autorität aus. Wenn ich nicht erziehe, dann kann das ohne Autorität sein.

die Verrohung der Gesellschaft allgemein , die da sagt : Ich Ich ich, kann nicht viel Gutes hervorbringen. Aber es gibt ja auch noch Menschen, FAmilien die ihr Leben nicht so roh und verwahrlost leben( Geld muss dafür nicht unbedingt vorhanden sein, auch HArtz IV Empfänger können ein liebevolles Zuhause für Ihr Familie bieten).
Wo verroht die Gesellschaft? Da es dafür keine Beweise gibt, sondern nur ein Baugefühl von Menschen, die halt heutzutage immer häufiger was mitbekommen, was früher schön hinter der verschlossenen Tür gehalten wurde, weiss ich nicht, auf was Du hinaus willst.
Oder ist es das alte Problem, das schon Sokrates hatte, dass die heutige Jugend ja so schlecht ist?!

Offline Maja

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #51 am: 22.06.07, 16:42 »
Nana ,manurtb, auf welchem Nerv hab ich dich getroffen?
Niemals würde ich behaupten dass die Jugend heutzutage schlecht wäre , weshalb auch . ISt ja nicht schlecht im allgemeinen. Trotzdem kann ich schon sagen dass eine  gewisse Verrohung da ist. Wie sonst willst du es bezeichnen , dass zum Beispiel ein ganzer Bus Fussballfans losfährt und nur drauf wartet dass jemand ein falsches Wort sagt , damit sie ein Alibi zum Prügeln haben.Das ist zum Beispiel ein Punkt.
Genauso sehe ich die Situation am Arbeitsmarkt, mobbing überall. NAch oben dienern ,nach unten und zur Seite treten.
Den Begriff "Antiautoritäre Erziehung" habe nicht ich geschaffen sondern wurde in den gewissen JAhren eindeutig von der Presse geschaffen und propagiert.
Also was ist an einer gewissen Autorität so schlimm,wenn sie richtungweisend  eingesetzt wird?
Kinder suchen nach Vorbild und Beispiel und Kinder die , aus welchen Gründen auch immer , sich selbst überlassen werden, suchen auch nach Beispielen , aber ob da zwangsläufig Gutes dabei raus kommt ist die Frage.

primel

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #52 am: 22.06.07, 20:27 »

   Ich stimme Maja voll zu!Kinder brauchen Vorgaben,Aufgaben und immer wieder Grenzen.

   Ich halte von einer auf Gewalt aufgebauten Erziehung nichts.Mein Credo,nur was ich selber lebe, kann ich
   überzeugt weiter geben.Klare überschaubare Vorgaben und die 3 W  was ,wie und warum so
                                           FG firenze

Offline reserlTopic starter

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #53 am: 21.07.07, 14:10 »

Wenn irgendwo in Deutschland wieder verheerende Zustände in Familien aufgedeckt werden, werden die Jugendämter schnell verurteilt.
Das mag in manchen Fällen durchaus berechtigt sein, aber es lohnt sich durchaus mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.  ::) :-\

Erfahrungsbericht eines Sozialarbeiters
lieben Gruß
Reserl



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nicht zu bekommen, was man haben will.

Offline Biobauer

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #54 am: 21.07.07, 17:33 »
Hallo, ich hab aucgh eine bekannte,die beim jugendamt ist,manchmal erzählt sie bissl was,nru andeutungsweise,ist erschreckend was für zustände da herschen. sie hat zb für ihre hausbesuche extra klamotten,weil die meist so versifft werden ,das sie die nicht mehr für gut anziehen kann.
ohne jetzt eine wertung vornhemen zu wollen ,sowohl in dem artikel ,als auch aus den berichten meiner bekannten kommt zutage,da s90% der vorfälle mit flüchtlingen ,asylanten etc vorkommen . sollte einen zu denken geben .
servus
Streite dich nie mit einem Idioten, er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich mit Erfahrung. (Bob Smith, 1962

manurtb

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #55 am: 23.07.07, 17:14 »
Nana ,manurtb, auf welchem Nerv hab ich dich getroffen?
Auf keinem Nerv. Ich mag nur keine Pauschalisierungen, weil man sich damit die Sicht so verbaut.

Trotzdem kann ich schon sagen dass eine  gewisse Verrohung da ist. Wie sonst willst du es bezeichnen , dass zum Beispiel ein ganzer Bus Fussballfans losfährt und nur drauf wartet dass jemand ein falsches Wort sagt , damit sie ein Alibi zum Prügeln haben.Das ist zum Beispiel ein Punkt.
Sorry, ich versteh nicht, was Du da an Verrohung siehst. Das sind Dinge, die schon immer da waren. Wie könnte man es sich sonst erklären, dass sich ganze Dörfer Opfer gesucht haben, die sie dann erschlagen haben.
Oder dass sich Menschen daran ergötzen konnten, wenn andere gequält oder getötet werden...

Genauso sehe ich die Situation am Arbeitsmarkt, mobbing überall. NAch oben dienern ,nach unten und zur Seite treten.
Und das gabs früher nicht? Ich glaub das nicht.

Den Begriff "Antiautoritäre Erziehung" habe nicht ich geschaffen sondern wurde in den gewissen JAhren eindeutig von der Presse geschaffen und propagiert.
Deswegen wird es nicht richtiger. Die Bildzeitung hat auch den Kampfhund geprägt, der mit den mehrfach abklappbaren Zahnreihen, die nachwachsen und den 10 Tonnen Beisskraft. Das schwebt auch noch in vielen Köpfen rum, ist aber falsch.
Wenn wir jetzt danach gehen, wer sowas veröffentlicht und das dann zur Wahrheit erhoben wird, dann brauchen wir uns über nichts mehr unterhalten, aber so eine Wirklichkeit seh ich hier noch nicht.

Also was ist an einer gewissen Autorität so schlimm,wenn sie richtungweisend  eingesetzt wird?
Kinder suchen nach Vorbild und Beispiel und Kinder die , aus welchen Gründen auch immer , sich selbst überlassen werden, suchen auch nach Beispielen , aber ob da zwangsläufig Gutes dabei raus kommt ist die Frage.
Hab ich geschrieben, dass an einer gewissen Autorität was schlimm ist?
Wir sind unseren Kindern gegenüber immer autoritär. Weil wir bestimmen...
Nur muss man sehr aufpassen, dass man nicht zu autoritär wird, denn das schadet in der heutigen Zeit viel mehr der Entwicklung des Kindes, als früher, als noch die ganze Gesellschaft sehr autoritär geprägt war.

Offline fanni

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #56 am: 23.07.07, 17:42 »

Wenn irgendwo in Deutschland wieder verheerende Zustände in Familien aufgedeckt werden, werden die Jugendämter schnell verurteilt.
Das mag in manchen Fällen durchaus berechtigt sein, aber es lohnt sich durchaus mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.  ::) :-\

Erfahrungsbericht eines Sozialarbeiters

Reserl, kann ich nur bestätigen! Verschärfend kommt hinzu, dass das Budget für die Betreuung Jugendlicher dauernd gekürzt und gegängelt wird, obwohl die Probleme größer werden. Aber wenn die dann erst mal im Knast sind oder aus dem Jugendrecht raus, dann trifft es eben andere Geld-Töpfe. ein einziger Verschiebebahnhof ist das. Und das mit dem Kindeswohl, das möcht ich nicht entscheiden müssen, alle die hier in diesem Bereich arbeiten sitzen dauernd zwischen den Stühlen!

Fanni
Herzliche Grüße von Fanni

Offline Ingrid2

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #57 am: 24.07.07, 08:28 »
Hallo,
ich hab mir diesen Erfahrungsbericht auch durchgelesen. Diese Zustände sind schlimm, keine Frage. Aber: Sind diese Probleme mit mehr Geld wirklich lösbar? Wenn ich diesen Bericht richtig gelesen bzw. verstanden habe, dann fehlt es einfach sehr oft an den Betroffenen selber. Ich habe einfach das Gefühl, daß die Verantwortung für das eigene Leben sehr oft auf andere, z.B. auf Sozialarbeiter abgewälzt wird. Hier wird doch nur an den Symptomen gedoktert, es ändert sich grundlegend nichts. Und eben in diesem Bericht wird doch auch klar, daß sich alles immer wieder wiederholt, daß die Betroffenen die Hilfe ja oft auch selbst boykottieren, weil sie mit ihren Leben nicht klarkommen.

Und da muß man doch auch die Frage stellen dürfen, ob und wieviel Sinn z.B. eine Intensivbetreuung macht. Keiner kann gezwungen werden, sich helfen zu lassen. Das ist natürlich ein selbstverständliches Recht, behindert aber in diesen Extremsituationen auch die Hilfe.

Ich weiß nicht, ob der Staat wirklich diese Hilfe leisten kann - es stellt sich für mich die Frage, wo fängts an und wo hörts auf.

Bei uns in der Nachbarschaft ist die Außenstelle eines Kinderheims, da werden Jugendliche für ein selbständiges Leben vorbereitet. Sie sollen, wenn sie 18 Jahre sind, alleine leben können. Wenn ich mir die Jungs und auch Mädchen so anschaue, da kann ich mir schlecht vorstellen, daß sie überhaupt fähig sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Aber ich glaube nicht, daß es anders wäre, wenn sie noch 10 Jahre betreut werden. Sie verlassen sich jetzt schon darauf, daß sich irgendjemand um sie kümmern wird, daß sich alle Probleme irgendwie lösen werden. Das kanns doch auch nicht sein - oder?

Ingrid

Offline mary

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #58 am: 24.07.07, 09:34 »
Hallo fanni, hallo Ingrid,
ich nehme mir nicht das Recht heraus - über andere Menschen zu urteilen.
Meine Frage ist: was geschieht, dass soviele Menschen mit ihrem Leben nicht zurecht kommen?
Die Reparatur kosten imense Summen, aber das Grundproblem bleibt trotzdem bestehen.
Deshalb wäre meine immer wieder gestellte Frage:
was braucht ein Kind existenziell- um dann sein Leben in die Hände nehmen zu können.
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass hier gravierende Mängel bestehen.
Warum wird hier nicht angesetzt?
Vermutlich wie überall, Sympthombekämpfung scheint verbreiteter zu sein, als Ursachenforschung.
Herzliche Grüsse
maria

Offline fanni

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Re: Verwahrlosung in der "Wohlstandsgesellschaft"
« Antwort #59 am: 24.07.07, 09:45 »
Aber Ingrid,

willst du denn all diese Jugendlichen aufgeben? Natürlich haben die ihr Packlerl mitgekriegt und haben es sich auch nicht ausgesucht wo sie reingeboren werden, sie haben es schwer, viele schaffen es auch nicht. Was ist die Alternative? Wegsperren? Geschlossene Heime, die werden übrigens wieder mehr! In einigen Bundesländern gab es lange Zeit überhaupt keine geschlossenen Einrichtungen für Jugendliche, da hat ein Umdenken stattgefunden, und die Heime werden gut und straff geführt, aber das kostet immenses Geld.  http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,476206,00.html

http://www.welt.de/berlin/article1028922/Einigen_Jugendlichen_koennen_wir_nicht_helfen.html

Zu den Kosten im Vorfeld, also wenn noch in der Familie gearbeitet wird, erklär ich vielleicht nochmal. Es ist schon ein Riesenunterschied, ob für eine Familienhilfe mit Sozialpädagogen, die meist im Team arbeiten 200 oder 100 h genehmigt werden. Und das ist die Tendenz in den Jugendämtern der Landkreise. Mit den 100 h kannst du höchstens an der Oberfläche des Systems ein bisschen kratzen.


@mary: Was sind die Ursachen? Gute Frage,  auf alle Fälle sind diese Familien und Jugendliche  meist nicht in der Lage sich selber aus dem Dreck zu ziehen. Wenn einer einen Herzinfarkt hatte hilft es ihm auch nichts, wenn ich ihm erklähre, was er alles falsch gemacht hat, da muss zuerst mal der Notarzt her.

Fanni
« Letzte Änderung: 24.07.07, 10:02 von fanni »
Herzliche Grüße von Fanni