Hallo,
ich hab mir diesen Erfahrungsbericht auch durchgelesen. Diese Zustände sind schlimm, keine Frage. Aber: Sind diese Probleme mit mehr Geld wirklich lösbar? Wenn ich diesen Bericht richtig gelesen bzw. verstanden habe, dann fehlt es einfach sehr oft an den Betroffenen selber. Ich habe einfach das Gefühl, daß die Verantwortung für das eigene Leben sehr oft auf andere, z.B. auf Sozialarbeiter abgewälzt wird. Hier wird doch nur an den Symptomen gedoktert, es ändert sich grundlegend nichts. Und eben in diesem Bericht wird doch auch klar, daß sich alles immer wieder wiederholt, daß die Betroffenen die Hilfe ja oft auch selbst boykottieren, weil sie mit ihren Leben nicht klarkommen.
Und da muß man doch auch die Frage stellen dürfen, ob und wieviel Sinn z.B. eine Intensivbetreuung macht. Keiner kann gezwungen werden, sich helfen zu lassen. Das ist natürlich ein selbstverständliches Recht, behindert aber in diesen Extremsituationen auch die Hilfe.
Ich weiß nicht, ob der Staat wirklich diese Hilfe leisten kann - es stellt sich für mich die Frage, wo fängts an und wo hörts auf.
Bei uns in der Nachbarschaft ist die Außenstelle eines Kinderheims, da werden Jugendliche für ein selbständiges Leben vorbereitet. Sie sollen, wenn sie 18 Jahre sind, alleine leben können. Wenn ich mir die Jungs und auch Mädchen so anschaue, da kann ich mir schlecht vorstellen, daß sie überhaupt fähig sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Aber ich glaube nicht, daß es anders wäre, wenn sie noch 10 Jahre betreut werden. Sie verlassen sich jetzt schon darauf, daß sich irgendjemand um sie kümmern wird, daß sich alle Probleme irgendwie lösen werden. Das kanns doch auch nicht sein - oder?
Ingrid