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Sind Lebensmittel in Deutschland wirklich zu teuer, wie oft gesagt wird?

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annelie:
Mir ist das alles zu pauschal, es gibt Landwirte die gut verdienen und Landwirte die nicht so gut verdienen, das liegt an vielen Faktoren. Es gibt Leute mit wenig Geld, die nicht auf Fertigprodukte zurückgreifen und es gibt Gutverdiener die den Spitzensteuersatz (42 %) bei der Einkommenssteuer bezahlen, auch bei den Landwirten, natürtlich versucht man als Landwirt auch den Steuersatz zu senken.  ;) Es gibt Landwirte die verreisen und Arbeitnehmer die nicht verreisen.

martina:
Wenn wir - seit 5 Jahren - uns unsere 1 Woche im Ausland als Gruppenreise mit Landwirten gönnen, dann stehen ja auch immer viele landwirtschaftliche Ausflugsziele auf dem Plan, wie in meinen Reiseberichten auch lesen ist.

Ich schaue dann auf den Märkten auch immer gern nach den Preisen für Grundnahrungsmittel. Die Reiseleiter erklären immer gut über das Lohnniveau und allgemeine Lebenshaltungskosten, wenn man fragt.
  Ich hab extra in meinem Reisetagebuch nachgeschaut. Das kg Erdbeeren kostet 3 Euro, die anderen Preise für anderes Gemüse lag auf unserem Niveau, 1 kg frischer Fisch bei 9 Euro. 
 

--- Zitat von: martina am 07.03.16, 17:55 ---Wie wir alle wissen, steckt Portugal in einer Wirtschaftskrise. Sehr viele junge Leute, die gut ausgebildet sind, wandern aus. In der Innenstadt von Lissabon sind Mieten kaum zu bezahlen und Wohnungen erst Recht nicht zu kaufen. So wohnt man draussen im Umfeld und innen in der Innenstadt verfallen die Häuser und bleiben die Wohnungen leer, weil niemand so richtig das Geld hat, sie zu renovieren. Verrückte Welt.

Die Preise für Lebensmittel entsprechen in etwa den unseren, Gemüse und Obst ist recht günstig - nach unseren Verhältnissen gerechnet. Eine Arbeiterin in der Porzellanfabrik, die wir besuchen durften, verdient ca. 5 Euro Stundenlohn. Da relativieren sich die Preise wieder ganz schnell. Ein Espresso kostet ca. 0,70 - 1 Euro, die Kugel Eis haben wir im günstigsten Fall für 1,20 bekommen, dann war das ein absolutes Schnäppchen. Die Postkarte kostet 0,50 ct, das Porto nach Deutschland 1 Euro.

--- Ende Zitat ---

Auf Madeira ähnliche Gemüsepreise, dort gibt es KEINE mechanisierte Landwirtschaft, man erntet wegen des tollen Klimas zwar gut, aber alles wird auf den Gartenterassen von Hand angebaut. Fleisch und Milchprodukte werden importiert. Der Mindestlohn beträgt 530 Euro im Monat (2017), ein Lehrer verdient 1300 und ein Arzt im Krankenhaus 2000 netto.

Auf den Kanaren werden 86% des Bruttoinlandsprodukts durch Tourismus erzielt. Ein Dienstleister im Tourismus verdient ca 1000 Euro, die Miete in den Zentren liegt bei ~ 850 Euro für ca. 65 qm Wohnung. Also wohnen alle Angestellten ausserhalb und nehmen lange Wegstrecken zur Arbeit in Kauf. 90 % der Lebensmittel werden importiert. Damit diese überhaupt bezahlbar sind, unterstützt der spanische Staat massiv. Die kanarischen Inseln sind mehrwertsteuerfrei, auf dem spanischen Festland rechnet man mit 21% MwSt.


Wo ordnet man da Deutschland ein? Mit welchen Ländern, die einkommensmäßig mit uns zu vergleichen sind, könnte man sich direkt vergleichen?

Dänemark z.B. hat ja (einige werden sich an Heikes Berichte erinnern?) teilweise noch strengere Auflagen, als wir und dort kosten auch Lebensmittel viel mehr.


Ich glaube wirklich, dass bei uns Lebensmittel schlichtweg nicht richtig wert geschätzt werden. Was billig/günstig verkauft wird, kann verramscht werden. Dazu kommt dann, wie auch schon angemerkt wurde, dass vielen Leuten einfach das Wissen um wirtschaftliche Haushaltsführung fehlt. Und der Anreiz dazu, weil LM so günstig sind.

Meta:

--- Zitat von: martina am 09.02.20, 10:11 ---
Ich glaube wirklich, dass bei uns Lebensmittel schlichtweg nicht richtig wert geschätzt werden. Was billig/günstig verkauft wird, kann verramscht werden. Dazu kommt dann, wie auch schon angemerkt wurde, dass vielen Leuten einfach das Wissen um wirtschaftliche Haushaltsführung fehlt. Und der Anreiz dazu, weil LM so günstig sind.

--- Ende Zitat ---

Das ist auch genau meine Meinung. In den letzten Jahren ist der prozentuelle Anteil des Einkommens stetig zurückgegangen.
Und dennoch haben die Leute immer zuwenig Geld im Geldbeutel.( meinen sie !!)
Ich habe durch meine Arbeit in den Familien einen Einblick in die Vorräte und Kühlschränke. Leider ist es häufig so, dass es nicht an dem Gesamteinkommen liegt, sondern (leider) sehr häufig an der Verteilung, wie das Geld ausgegeben wird.
Für das was den Leuten wichtig ist, geben sie auch Geld aus. Das ist meine Erfahrung !

martina:

--- Zitat von: Meta am 09.02.20, 11:00 --- 
Für das was den Leuten wichtig ist, geben sie auch Geld aus. 

--- Ende Zitat ---

Exakt so!

suederhof1:
Ich gebe es jetzt mal zu.

Wir haben 3 Hunde und drei Katzen. Zur Zeit gebe ich für Tiernahrung mehr aus, als für unsere Lebensmittel.  :o
Ich kaufe aber nur No-Name Produkte.

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