Autor Thema: Grassilage, Grünfütterung oder Weidehaltung für Kühe  (Gelesen 26846 mal)

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Online Gislinde

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Hallo Gundi,

aus welchem Grund bleiben denn die Kühe tags drin?  ???

Soviel ich informiert bin, bleiben in manchen Höhenlagen die Kühe tagsüber im Stall wegen des fliegenden Ungeziefers, Bremsen, usw.
Auf der Alpe, wo unser Jungvieh im Sommer ist, läßt der Hirte die paar Kühe auch erst am Abend raus.

Wir hier im Allgäu haben die Wiesen meist um den Hof, von früher gab es schon viele Einzelgehöfte oder kleine Weiler, da werden die Kühe im Sommer auf die Weiden getrieben. Ich freue mich jeden Frühjahr auf den Austrieb, in Smalltalk habe ich ein paar Fotos von unserem Vieh auf den Löwenzahnwiesen. Wir wechseln auf den Wiesen zwischen Mähen und Beweidung, nur einige wenige steile Hänge sind Dauerweide.
Unser Weiler wurde 1850 auf fürstabtliche Verordnung "vereinödet", d.h. die Felder wurden sternförmig  um den Ort aufgeteilt, jeder Hof hatte einen eigenen Wirtschaftsweg in die Felder. Ein Hof wurde abgebrochen und außerhalb in dessen Feldern wieder aufgebaut, konnte bei Holzbauten in Gemeinschaftsarbeit gemacht werden.
Auch wurde in dieser "Vereinödungsurkunde" die Wasserrechte geregelt, dies nur nebenbei bemerkt.

Einige größere Betriebe habe Laufställe und die Tiere nur wenige Zeit an hofnahen Wiesen.
Mit lieben Grüßen
Gislinde

Offline Dette

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Hallo zusammen,
hier treiben noch fast alle Betriebe ihre Kühe und das Jungvieh auf die Weide. Wir brauchen fast den ganzen Soomer nur die Stalltür aufmachen oder eben über einen Wirtschaftsweg treiben. Ich meine, das rumspringen und klettern ist auch gut für leichte Abkalbungen. Obwohl wir von HF zu FV umgestellt haben, kalben ein Großteil der Kühe allein.
Viele Grüße Dette

Offline gundi

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Hallo!

Susanne, genau wegen dem Ungeziefer und der Hitze tagsüber, bleiben die Kühe im Stall.

lg gundi
Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!

Offline willy

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Hallo
Bei uns kommen die Milchkühe tagsüber auf die Weide,die neben dem Laufstall ist,die Kühe können nach Belieben rein und Kraftfutter und Wasser aufnehmen.Wenn es ihnen zu heiß wird , können sie in die Liegeboxen und Schatten suchen.Im Stall bleiben nur die Rinder unter 9 Monaten und die Kälber,so ists für uns am besten!
Gruß von Wilma
Mach's gut
      Wilma

Mausi

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Hallo
Wir haben einen Anbindestall und die Kühe kommen Mitte Mai raus
 und am 1.ten November wieder rein.
Wir haben Portionsweide und das gefällt uns gut.
Haben vielleicht ein bisschen weniger Milch,aber das lässt sich nicht ändern.
Möchte nicht das ganze Jahr drinne melken.
  LG Elli


Ha, es gibt tatsächlich noch mehr weidemelker!! Liebe elli, was gibts schöneres als draußen zu melken.  mir graust es immer vor dem winterhalbjahr im anbindestall. ich nehme auch gerne dafür in kauf,mal ein bischen nass zu werden, hauptsache frischluft.
außerdem hast du völlig recht - lieber ein paar liter weniger aber günstig produziert und dafür gesunde kühe, die kaum den tierarzt kennen. gruß  mausi

Offline ELLI47

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Ha, es gibt tatsächlich noch mehr weidemelker!! Liebe elli, was gibts schöneres als draußen zu melken.  mir graust es immer vor dem winterhalbjahr im anbindestall. ich nehme auch gerne dafür in kauf,mal ein bischen nass zu werden, hauptsache frischluft.
außerdem hast du völlig recht - lieber ein paar liter weniger aber günstig produziert und dafür gesunde kühe, die kaum den tierarzt kennen. gruß  mausi
Hallo Mausi
Muss dir im großen und ganzem Recht geben ;)
Nur hab ich das Glück,ich hab im Sommer einen Stall mit Selbstanbindevorrichtung . ::)
30 Kühe kommen rein und wollen Schrot und dann sind sie fest,aber den Tierarzt kenne ich bei den Kühen auch nicht. 8)
 LG Elli
Liebe Grüsse aus Schleswig-Holstein
    
        Elli

Offline michlbeirin

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Hallo!

unsere Kühe sind wenns Wetter passt immer draußen. Frühjahr und Herbst übern Tag, Sommer über Nacht im Winter bei Schnee oder Frost, wenns nicht zu kalt ist.
Wenn wir Silo mähen fahren wir ihnen meistens immer so noch paar Ladewagen voll Gras rein, da freuen sie sich auch drüber.

michlbeirin

Chena

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Wir haben zwar "nur" Mutterkuhhaltung, haben aber letztes Jahr auf Kurzrasenweide umgestellt. Wir hatten 2007 soviel Milch, dass wir hätten Melken können  ;)
Nach einem Jahr Kurzrasenweide haben wir eine supergute Grasnarbe, der Ampfer ging fast komplett zurück. Da wir eine grosse Fläche bewusst in der Mitte getrennt hatten (links Mähwiese, rechts Kurzrasenweide) war das Ergebnis Anfang diesen Jahres deutlich sichtbar. Wir sind restlos begeistert. In diesem Jahr haben wir zu wenig Tiere auf der gleichen Fläche und der Ampfer kommt zurück   >:(

Das Landwirtschaftsamt Mühldorf a. Inn veranstaltet immer wieder Infoveranstaltungen zu diesem Thema. Bei Interesse könnte auch unser Betrieb einmal besichtigt werden, mein Mann gibt gerne Auskunft über den Kurzrasen.

Offline mary

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Hallo Chena,
find ich super, dass du über die Erfahrung zur Kurzrasenweide geschrieben hast. Wir haben heuer erste Gehversuche damit gemacht, das Verschwinden der Ampferpflanzen find ich schon als einen grossen Erfolg, die dichte Grasnarbe fällt uns ebenfalls auf.
Meine grossen Bedenken- grossträchtige Kühe und Kurzrasenweide haben sich zerschlagen. Wir füttern allerdings im Stall noch Heu und Stroh und Grassilage zum Anfüttern dazu.
Die Kühe kalben alle auf der Weide, keine Nachgeburtsverhaltungen, gesunde Kälber, toi, toi, toi, bis jetzt haben wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Meine einzigen Bedenken sind im Hinblick auf die Grasnarbe, welche Gräser halten die Rasenmähermethode der Kühe langfristig aus?
Unsere Weiden waren bis jetzt recht kräuterreich, hoffentlich halten sie es aus.
Herzl. Grüsse
maria

Chena

  • Gast
Die Kräuter gehen zurück, das war auch mein grosses Bedenken und hat sich leider auch bestätigt. Allerdings halten sich auf unseren Flächen heuer noch genug. Ich fände es schade, wenn nur noch "Gras" wachsen würde.

Den Tieren merkt man die Kurzrasenweide übrigens an: seit letztem Jahr haben wir selten schöne Tiere mit viel viel Milch

Offline mary

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Hallo Chena,
macht ihr dann auch saisonale Abkalbung?
Der Ampfer verträgt scheinbar die frühe Beweidung nicht und die Kühe fressen ihn wenn er ganz jung ist. Ich find auf der Kurzrasenweide so gut wie keine Ampferpflanzen mehr.
Wir sind gestern mit dem Ampferstecher auf den anderen Wiesen spazieren gegangen, Wurzeln mit 50 cm und 20 Austrieben haben wir dabei gefunden- man sah genau, dass die Mitte kaputtgegangen ist-
dafür treiben die Kindel aus.
So gesehen wäre Kurzrasenweide eine ideale Ampferbekämpfung.
Weissklee kommt bei uns ziemlich massiv, die anderen Gräser muss ich mir noch genau anschauen, Rotklee, Wiesenluzerne, Frauenmantel, Schafgarbe scheinen die Kurzrasenweide nicht zu mögen.
Hab vor ein paar Tagen mit einer Freundin, die Kurzrasenweide für Kühe und Jungrinder machen, einen Dieselvergleich gemacht, die Einsparung ist schon gewaltig.
Was mir noch so im Kopf herumgeht, wie verträgt der Regenwurm diese Form der Wiesennutzung?
Für uns stellt sich noch die Frage, wie wir mit dem geringern Düngeranfall zu Recht kommen.
Herzliche Grüsse
maria

Chena

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Nein, wir haben keine saisonale Kalbung. Unser Stier läuft immer mit der Herde mit. Allerdings warten wir jetzt grade auf 5 kleine Pinzgauer die alle im Juli geboren werden sollen...
Wenn wir Milchkühe hätten würden wir jedoch wahrscheinlich eine saisonale Kalbung anstreben.

Bei den Regenwürmern haben wir keinen Unterschied festgestellt, bei uns wuselt es eh enorm.

Offline geli.G

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Den Tieren merkt man die Kurzrasenweide übrigens an: seit letztem Jahr haben wir selten schöne Tiere mit viel viel Milch

Hallo Chena,

ich dachte ihr habt Mutterkühe :-\.....was macht ihr mit viel viel Milch..... ???
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Chena

  • Gast
Sorry, falsche Ausdrucksweise: die Kühe haben enorm viel Milch und unsere Kälber sind echte Wonneproppen

Offline Freya

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was sind denn Deine Milchkühe für eine Rasse und habt ihr so viel Grünland ???
Wer heilt, hat Recht.
Hippokrates

liebe Grüße
Freya