Bäuerinnentreff

Was es sonst noch gibt => Bei uns Zuhause... => Thema gestartet von: silvia am 01.05.02, 09:57

Titel: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: silvia am 01.05.02, 09:57
Halli,hallo!
Ich interessiere mich sehr für alte Brauchtümer und Traditionen.Bei uns gibt's z.B. die Pfingstervögel,ein altes Brauchtum mit geschichtlichem Hintergrund den aber noch nicht so richtig erforschen konnte.
Nachdem es gestern nun mal wieder soweit war und der Maibaum wurde aufgestellt,würd's mich interessieren wie's in eurer Heimat mit Brauchtümern aussieht.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Kuerbisanna am 01.05.02, 23:44
Hallo Silvia!
Also Brauchtum zum 1. Mai gibts bei uns eigentlich nicht sehr viel. Bei uns, das ist im östlichen Eck von Österreich an der tschechischen Grenze.
Am morgen des 30. April holen die Burschen 2 Maibäume  -Fichten aus dem Gemeindewald...dann mal Pause bei einem Weinkeller.. :D....dann wird der Baum mit Kranz geschmückt.....am Abend mit Musik vor dem Dorfgasthaus und dem Ortsvorsteher aufgestellt ,da gibts Speis und Trank........und dauert meist bis früh  8)
Die Dorfjugend macht sich dann nach Mitternacht auf und macht den *Maistrich* ...ist oft lustig ....und so manche heimliche Liebschaft kommt da ans Tageslicht  ;)
so das wärs dann schon zum 1. Mai ......
bis andermal wieder
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: roco am 31.08.02, 14:56
Hallo Silvia!

Bei uns, hier im südwestlichen Eck von Baden-Württemberg, gibt es in der Pfingstzeit, an Himmelfahrt (manche kennen es besser als "Vatertag") einen Brauch, der; Uffertbrüttli
heißt!
Auf hochdeutsch: Auffahrbrautpaar
Es gehen ein Junge und ein Mädchen(Schulanfänger) als Brautpaar verkleidet duch das Dorf. Alle anderen Kinder laufen als Zug hinter ihnen her!
Vor den Häusern singen sie:
Chömmet uuse ihr Fraue, goh das Üffertbrüttli bschaue, un bschaued ihr das Brüttli nit, so läbet ihr am Pfingsttag nit!
Chömmet uuse ihr Herre, go das Uffertbrüttli beschäre, un bschäred ihr da Brüttli nit, so läbed ihr am Pfingsttag nit!
Es heißt soviel wie: Kommt heraus ihr Frauen und beschaut das Brautpaar, sonst erlebt ihr den Pfingsttag nicht, kommt heraus ihr Herren und beschert das Brautpaar, sonst erlebt ihr den Pfingsttag nicht!
Die Kinder wollen von den Leuten Eier, Schmalz und Brot.
Da heute noch die wenigsten Schmalz im Haus haben gibt es Eier, Angge (Butter) Brot und Geld!
Davon wird hinterher Rührei gemacht und von den Kindern lustvoll aufgegessen!
Der Liedtext ist etwas seltsam, genauso weiß keiner den genauen Grund für dieses Ritual. Jedenfalls kommt er durch die Himmelfahrt.
Ich glaube es sind höchstens noch 10 Gemeinden, die es noch ausführen. Bei uns im Dorf jedoch schon seit mehreren Generationen.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: hildy am 01.09.02, 17:21
An Auffahrt geht man bei uns im Baselbiet "um ä Bann" Die ganze Dorfbevölkerung, in einigen sehr traditionellen Orten immer noch nur die Männer, wandern an diesem Tag den Gemeindebann ab. Ursprünglich wollte man sehen, ob noch alle Grenzsteine am richtigen Ort stehen und die Kinder sollten die Gemarchung kennen lernen. Man erzählt sich auch, dass früher an einigen Orten die Knaben bei jedem Grenzstein Hiebe bekommen haben sollen, zur besseren Einprägung!
Zurück im Dorf gibt es  Essen und Trinken und gemütliches Beisammensein.
In meiner Heimatgemeinde bekam jeder Bürger, der dabei war einen Fünfliber (Fünffrankenstück). Mein Bruder durfte immer denjenigen vom Grossvater abholen und wir vier Schwestern guckten in den Mond! (Wahrscheinlich der Grund, dass ich mich seither für Frauenrechte einsetze) Hildy ;)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: moni am 02.09.02, 20:59
Bei uns in Wiechs ist z.B. jedes Jahr Patrozinium. Seit Jahrzehnten tragen nun schon die Männer unseres HAuses das Kreuz während der Prozession. Zuerst mein Schwiegervater und seit ca. 15 Jahren mein Mann und wenn mein Sohn einmal möchte, darf er es auch tragen
Außerdem gibts bei uns das "Weisert". Wenn jemand im Dorf ein Baby bekommen hat, werden alle Bäurinnen und auch andere "Kleinhäusler" eingeladen zum Essen und Trinken und natürlich Baby anschauen. Es sind meist so um die 25 Personen zu verköstigen. Ist zwar auch ein bissl stressig, aber alle freuen sich mit und bringen lauter liebe Geschenke. Das freut einen schon.
Dann gibts noch den "Houzatbaam ", den Hochzeitsbaum, der wird bei jeder Einheirat auf dem Hof aufgestellt und ist ein geschlagener Fichtenbaum mit drei Daxenkränzen von der Spitze aufwärts und auf der Spitze steht der Boschen.
Der ird vom Nachbarn spendiert und die ganzen Männer im Dorf schepsen den Baum und stellen ihn auf. Das dauert den ganzen Tag und die Mannsbilder werden natürlich ausgiebig verköstigt.
Wenn nach einem Jahr ein Sohn geboren ist, kommt der Baum weg und die anderen müssen dem Hochzeitspaar ein z.B. ein Faß Bier spendieren. Ist noch kein Kind da, kommt er auch nach einem Jahr weg, aber der Hochzeiter muß dann zahlen. Das mit dem Sohn und so wird aber heutzutage nicht mehr so ernst genommen, es is halt einfach ein Grund ,daß man zum Feiern zusammenkommt.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Kuerbisanna am 22.09.02, 21:19
Halloween -Kitsch oder Abwechslung !! :)
Da wir ein Selbsterntefeld mit Sonnenblumen und Kürbissen (Speise bzw. Zier) haben. ....gibt es in letzter Zeit immer mehr zweigeteilte Meinungen-willkommene Abwechslung in der Jahreszeit -Küche -oder Kitsch?

Dass dieses Fest gerade in Amerika so große Tradition hat (was aber in unsere Breiten gerade Einzug erhält), liegt vor allem daran, dass in den USA Fasching kaum gefeiert wird und Halloween die einzige Alternative darstellt. Ich denk für  uns Mitteleuropäer ist es aber nicht zwingend notwendig, dass wir alles an Kitsch und "Bräuchen" von Halloween übernehmen müssen, zumal es viele Stimmen gibt, die dieses Fest entschieden ablehnen und dem Schabernack durch Kinder (trick or treat – Süßes oder Saures) nichts abgewinnen können.

Mittlerweile haben sich aber auch einige Floristen dieses "Kürbisfest" als etwas anderes zunutze gemacht und binden Kürbisse mit in die Floristik ein und lassen die wunderschönsten kreativen Arbeiten entstehen.

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sally am 23.09.02, 13:39
Also das gerade in den letzten Jahren Halloween immer mehr nach Deutschland überschwappt, haben wir einzig und alleine der Industrie zu verdanken, die darin wieder eine weitere Möglichkeit darin sieht, Absatz zu machen.
Manches ist ja auch richtig nett und die Deko mit Kürbissen kann man zu Not auch als Erntedankdeko bezeichnen.

Für das Halloweenfest fehlt uns in Deutschland einfach der Hintergrund, deshalb muß ich das auch nicht haben, aber die Kids werden uns schon zeigen was sie wollen oder nicht. In ein paar Jahren wird es wahrscheinlich genauso normal sein wie der Sankt Martins Umzug, wo ja auch in vielen Gegenden an den Haustüren um Süßigkeiten gebettelt wird.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mary am 23.09.02, 14:55
Hallo Sally,
Kürbisse sind eine schöne Herbstdekoration. Aber die Dinger auszuhöhlen, um eine gruselige Fratze reinzuschnitzen, das ist für mich schon ein bisschen Verschwendung. Ich hab vor der Haustür ein paar schöne Kürbisse in einem Erntekorb und wenn die Adventszeit kommt, mache ich aus den Kürbissen Suppe und Kompott. Die Zierkürbisse kommen auf den Kompost, ein paar werden aufgehoben um nächstes Jahr wieder Samen zu haben.
Schade, dass so viele bäuerliche Traditionen verschwinden und dafür alle möglichen Bräuche aus aller Welt bei uns gefeiert werden.
Das ist das gleiche mit Nikolaus. Der traditionelle Nikolaus kommt bei uns am 5. Dezember. Das ist ein Bischof. Aber es gibt nur noch den Weihnachtsmann. Selbst die Schokoladengebilde sind keine Nikoläuse mehr, sondern Weihnachstmänner. Um Nikoläuse zukaufen, muss ich nach österreich fahren, dort gibt es noch Hl. Nikoläuse.
Bin gespannt, wann das Weihnachtsfest durch den Weihnachtsmann abgelöst wird.
H.G
Maria
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: reserl am 24.09.02, 08:09

. Um Nikoläuse zukaufen, muss ich nach österreich fahren, dort gibt es noch Hl. Nikoläuse.


Mary, gibt es in Österreich in allen Geschäften richtige Nikoläuse oder muss man da auch rumsuchen?

Letztes Jahr hab ich auch vergeblich nach einem richtigen Nikolaus gesucht.....
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mary am 24.09.02, 08:33
Hallo Reserl,
die Schokoladennikoläuse hab ich in einer österr. Bäckerei gekauft. Ich denke, dass es die auch in ö. Supermärkten gibt. Die Firma Suchard macht extra für Österreich die Nikoläuse.
Ich finde es einfach traurig, dass hier bei uns solche Dinge still und heimlich aus den Regalen der Supermärkte verschwinden.
ich könnte mich oft darüber aufregen, dass eine handvoll Chefeinkäufer grosser Supermarktketten entscheidet, was ich im Laden kaufen kann.
Das ist vielleicht ein extra Thema.
Herzliche Grüsse von einer Nikolausverehrerin
Maria
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: reserl am 24.09.02, 08:43
Danke für den Tipp! :)

Da werde ich mich auch mal nach Österreich zum Nikolaus einkaufen begeben.....
Hab ja nicht weit. ;)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sally am 24.09.02, 22:37
Hallo mary,

eigentlich kann man sich ja mittlerweile über alles was mit den traditionellen Festen zu tunm hat aufregen. (obwohl es die Industrie nicht stört)

Dieses Jahr waren wieder Lebkuchen, Spekulatious und Dominosteine seit mitte August !!! in unseren Läden. Anstatt das boukottiert wird gibt es genug, die es auch noch kaufen. Nun stehen die Nikoläuse (weihnachtsmänner) wieder in den Regalen von Aldi und Co. Ich komme immer in Erklärungsnot bei meiner Tochter, die noch fest an den Nikolaus glaubt mit ihren knapp 5. Genauso mit WEihnachten. Wir haben von Anfang an vom Christkind gesprochen, hm aber da ist ja nun auch noch dieser ominöse Weihnachtsmann, mit dem geworben wird und der überall present ist. aber auch Amerikanisch (Cola hat in in die Rote Kluft gesteckt)

Genau, den Kindern den Unterschied zwischen WEihnachtsmann und Nikolaus verständig zu machen, das ist schon nicht leicht.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 01.12.02, 10:48
Freya sprach es in der ML an, sie sucht ein Rezept für einen STUTENKERL, das ist ein Männchen aus Hefeteig gebacken, den es nur zur Weihnachtszeit gibt.

Welche speziellen Weihnachtsbräuche gibt es bei Euch? Speisen, die nur zur Weihnachtszeit gemacht werden und sonst nicht?
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: PeacefulHeidi am 02.12.02, 20:55
Moin Moin,

mir fallen eigentlich ganz spontan nur die Neejohrskoken (Neujahrskuchen) oder "Krüllkuchen" ein. Die werden am "Olljohrsdach" (Sylvester) gebacken und ab 1.1. immer zum Tee gegessen bis die Milchkanne leer ist.  ;)

Neujahrskuchen sind ein Art Waffelteig. Mit dem dünnen Waffeleisen gebacken und zu einer Spitztüte oder "Zigarre" gedreht. Aufbewahrt werden sie in der leeren, sauberen Milchkanne. Zumindest bei uns.  :D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Freya am 02.12.02, 22:24
Hallo Heidi,

Deine "Neujahrskuchen" kenn ich auch. Eigentlich bin ich ja in Essen aufgewachsen und meine Oma, die diese "Eiserkuchen" mit dem Waffeleisen backte, kam ursprünglich aus Oberhausen.

Also bei uns hießen sie Eiserkuchen und wurden in einem großenTopf mit Deckel aufbewahrt. Vor dem Verzehr wurden sie mit Spritzbeutel und Tülle mit Sahne gefüllt.

Und jetzt, wo Du es sagst, fällt mir wieder ein, daß es sie an Sylvester gab....    :\'( :\'(

Wir hatten das Thema schon mal in der ml. Inge aus Hessen nennt sie Ostfriesenwaffeln und es sind ganz bestimmt genau solche. Wir haben Inge's Waffeln gegessen, als wir zu Besuch bei Reserl waren. Inge hatte sie im Paket der Ulli geschickt und sie hat sie mitgebracht nach Passau.

Bei uns zu Hause gab es an Heiligabend immer einen Heringssalat, aber einen Roten. Es wurde nicht mehr so viel gegessen, nach der Bescherung und dem damit verbundenen süßen Zeug. Außerdem gab es ja das große Festtagsmenü am 1. Feiertag.

Wir machen hier seit einigen Jahren am 1. Weihnachtsfeiertag und Ostersonntag ein Familienbrunch. Alle kommen gegen 10 Uhr und jeder bringt was mit. Das ist eine Riesengaudi und nichts wird abgesprochen. Kuchen gibt's dann später und ich bin an solchen Tagen immer froh wenn ich mal endlichwieder im Stall rauf und runter laufen kann  :( ;D :D

Aber immer super gemütlich und tolle Sachen zum Essen und überhaupt nicht viel Arbeit (außer Putzen)  ;)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 03.12.02, 08:58


Bei uns zu Hause gab es an Heiligabend immer einen Heringssalat, aber einen Roten.




Hallo Freya,

rote Heringssalat wird bei uns zu Sylvester und Neujahr gegessen, außer von mir ;)
*magenumdrehtschon beigedankenanhering*


Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Annette am 03.12.02, 17:12
Hallo  :),

auch wenn einige von euch jetzt das kalte Grausen bekommen, bei uns zu Hause (bei Muttern) gab's und gibt's am Heiligen Abend Braunen Kohl (das gleiche wie Grünkohl, nur in  lila  ;D) mit Bauchspeck und Grützbregenwurst (keine Pinkelwurst !!).

Ab und an kann ich mich bei meiner Familie  zu Heilig Abend durchsetzten, dann kommt auch bei uns Braunkohl erweitert um Kassler Nacken  auf den Tisch. :Dfreufreu :D.

Für mich ganz persönlich ist richtig Heilig Abend, wenn ich
1. nachmittags dann zur Kirche komme, wenn der Posaunenchor die Christvesper begleitet,
2. wenn o.g. Essen auf dem Tisch steht,
3. und Heintje die halbe Nacht Weihnachtslieder singt.

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: PeacefulHeidi am 03.12.02, 21:42
Moin Moin,

das müssten dann die gleichen Waffeln sein Freya.  ;)

Achja den roten Heringssalat gibt es bei SE am 1. Weihnachtstag (allgemeiner Familientreff bei SE's) auch immer zum Abendbrot mit Kartoffelsalat und Bockwurst. *würg* :-\

Anette Braunen Kohl am Heiligabend?  ??? Ich glaub den würd ich nicht runterkriegen. So hat jeder seine eigenen Traditionen. *herrlich*  :D Aber mit Heintje könnte ich zur Not noch leben.  8)

Für mich gehören noch zur Weihnachtszeit folgende Filme:

1. Drei Nüsse für Aschenbrödel
2. Sissi (alle folgen mit einer Großpackung Tempos!)
3. Immenhof

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 04.12.02, 14:22
Also: lieber Grünkohl am Heiligen Abend als Heintje, mit dem könnte ich gar nicht leben ;) (http://www.agrar.de/smileys/077.gif)

*************
Kennt Ihr übrigens Braunkohlwanderungen?

Die laufen bei uns im Winter, Gruppen/Vereine wandern zu vorher ausgesuchten Lokalen und dort wird dann Grünkohl verzehrt. Natürlich mit kräftigem Proviant für den Hinweg in flüssiger Form. Die meisten sind dann schon so angeheitert, daß sie gar nicht mehr viel essen können  ;D
Am meisten Spaß macht das Ganze, wenn man abends wandert, bei schlechtem Wetter oder so richtiger Kälte! Dann ist es immer besonders gemütlich ;)


Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: PeacefulHeidi am 04.12.02, 16:29
Moin Martina,

klar kenne ich die "Kohlfahrten" wie sie bei uns im Oldenburgischen heißen.  ;D

Dabei kennen aber während der Wanderung eigentlich nur ein oder zwei das Ziel (Lokal). Auf dem Weg zum Lokal gibt es allerhand Alkohol und lustige Spiele! Im Lokal dann endlich den Grünkohl mit ordentlich Kochwurst, Pinkel, Kasseler und Speck und viel Tanz!

Die Kohlfahrten finden bei uns immer im Januar/Februar statt. An jedem Wochenende sieht man sie dann wandern. Mit Handwagen voll Alkoholischer Getränke und Musik!

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Freya am 04.12.02, 23:26
ja ihr habt ja schöne Bräuche  ;D ;D ;D

Aber ist doch toll, wie solche Sachen sich in manchen Gegenden über Generationen fortsetzen.  :o

Seit ich in der Schweiz war, habe ich in meinem Haushalt für den Heiligen Abend Fondue eingeführt. Das kann man auch sehr gut vorbereiten und man kann nicht schnell was essen und dann den Tisch verlassen und vielleicht noch den TV einschalten  :P ;D :D

Aber ich hab aufgehört damit, als das Kind mobil wurde.
Mir war das mit dem Brenner und dem Heißen Zeug auf
dem Tisch zu gefährlich. Da wäre ich vor lauter Aufpassen nicht zum Essen gekommen. Eine nicht so "brenzelige" Alternative ist auch Raclett. Aber da braucht frau wieder einen Raclettofen, den sie nicht hat.

Aber Käse is ja so lecker und..... man muß ihn verdünnen mit feinen Obstbränden (Kirsch oder Williams) sonst ist er schwer verdaulich  ;) ;) ;)

Das ist so was von gemütlich, vor allen Dingen, wenn es draußen richtig stürmt und schneit.

Ich denke mal, ich kauf mir ein Raclett zu Weihnachten .... keine schlechte Idee. Öfter mal was Neues auf oberbayerische Tische  ;D ;D ;D

Ach so... den Heino brauch ich auch nicht unbedingt.
Aber ich hatte eine LP (Langspielplatte)  ;D, die hat mich jahrelang durch die Welt begleitet, jetzt hat mein Sohn sie kaputt gemacht, d.h. sie hat irreparable Kratzer.  :\'(
"Freddy - Weihnachten auf hoher See"  (Sankt Niklas war ein Seemann ) *schluchz*  :\'( :\'( :\'(

Aber ich find bestimmt noch was anderes "Aktuelles" in meinem Plattenschrank und der Plattenspieler geht ja noch  ;D ;) :D

Das brauch ich einfach in der Vorweihnachtszeit, Etwas, was nur mir gehört und das ist meistens was Altes  :D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Erika am 05.12.02, 07:52
Hallo Freya,

bevor Du irgendwann ganz ohne Deine LP feiern musst, bei Amazon gibt es die auf CD (Euro 6,99)  :D

...........Aber ich hatte eine LP (Langspielplatte)  ;D, die hat mich jahrelang durch die Welt begleitet, jetzt hat mein Sohn sie kaputt gemacht, d.h. sie hat irreparable Kratzer.  :\'(
"Freddy - Weihnachten auf hoher See"  (Sankt Niklas war ein Seemann ) *schluchz*  :\'( :\'( :\'( ............

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 05.12.02, 09:15
Hallo Freya,

ja, Fondue ist was feines, haben mein Vater und ich mal meiner Mutter zu Weihnachten geschenkt, natürlich erst am Heiligen Abend gekauft ;D, früher denkt mein Vater ja nicht an sowas und jetzt, wo wir nicht mehr zusammen einkaufen fahren, bekommt meine Mutter von ihm auch selten was >:(

Um ihn loszusein am Heiligen Abend -Vormittag, bekam ich immer einen ellenlangen Einkaufszettel, ich ahb eingekauft und Vater hat gefahren und bezahlt, hat Spaß gemacht! mache ich hetue mit meinem mann und den Kids genauso ;D

Raclette hat den großen Nachteil, daß es furchtbar geruchsintensiv ist und meine Kinder dabei immer den Tisch so einsauen. Also essen wir das in der Küche! Aber am Heiligen Abend will ich von meinem Weihnachtsbaum was haben und keine Stinkerei im Wohnzimmer! Also gibts bei uns meisten Hawaitoast, geht schnell, mögen die Kinder, was will Frau mehr?

Und kein TV am Heiligen Abend! Oberstes Mama-Gesetz!!!

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Freya am 05.12.02, 10:35

bevor Du irgendwann ganz ohne Deine LP feiern musst, bei Amazon gibt es die auf CD (Euro 6,99)  :D


Hallo Erika,
sehr gut; eigentlich hast Recht; warum soll ich mir nicht
auch was kaufen zu Weihnachten ???

Auf die Idee wäre ich nicht gekommen, denn eigentlich hab ich noch nicht mal nen CD-Player. Aber das CD-ROM
Laufwerk tuts ja auch in dem Fall  ;D ;D ;D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: regi am 05.12.02, 22:29
Alte Brauchtümer und Traditionen haben schon viel mit dem Essen zu tun, aber von Kohlfahrten habe ich wirklich noch nichts gehört!

Wir kennen dafür die Metzgete. Dazu gehört traditionellerweise Blut- und Leberwurst, Salzkartoffeln und Apfelschnitze. (mancherorts auch Sauerkraut).
Vor 17 Jahren, als ich hier einheiratete, haben wir noch 2 Schweine für uns geschlachtet - da gab's eine Menge Blut- und Leberwürste, die ja nur frisch konsumiert werden können.

Mein Mann musste als Kind so viel davon essen, dass er lebenslang genug hat, die Jungs mögen sie auch nicht, diese Tradition ist bei unserem Haushalt verschwunden.

Aber in den Restaurants ist Metzgete ein Renner, den ganzen Herbst über.

Im Oktober kommt die Sauserzeit dazu. Ich stamme aus einem Weinbaugebiet, dort kennt man die Sauserbummel. Früher ist man nächteweise in Gruppen durchs Tal gezogen und hat in jeder Beiz den frischen Sauser gekostet. Bummeln tat man zu Fuss natürlich - da ging's hoch zu und her.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: regi am 26.12.02, 16:18
Wie feiert ihr Neujahr? Gibt's da spezielle Traditionen oder habt ihr's mehr mit dem Ausschlafen.

Und Hauptfrage: Hat jemand einfache Dekorations-Tipps für einen Neujahrsapéro in der Turnhalle, organisiert von der Gemeinde für alle Einwohner des Dorfes?
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: silvia am 26.12.02, 19:11
Hallo Regi!

Wir feiern Neujahr gar nicht.An dem Tag gehören wir zur Riege der Langschläfer. 8)

Wir gehen zu nem Silvesterbüffett das dauert von 19.00 bis ca. 4.00 Uhr morgens. Bis wir dann daheim sind ist es Zeit zum Stall gehen.
Danach bringen wir die Milchtanks gleich weg und dann gehts ab in die Federn. ;D

Bis jetzt waren wir bis zum abendlichen Stall gehen an Neujahr immer wieder fit. ;D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 26.12.02, 20:48
aber klar haben wir traditonen zu neujahr: das alljährliche neujahrskonzert der wieder philharmoniker ;D
ohne dieses konzert ist bei uns in der fmailie kein neujahr, selbst mein mann setzt sich dafür vor den fernseher. mein vater, von dem haben wir diesen spleen, der hat seit 30 jahren erst eines verpaßt, das diesjährige. aber da war er total zerknirscht und erst beruhigt, als wie ihn auf die wiederholung in 3sat am abend hingewiesen haben.
Titel: Passionszeit, Zeit zum Fasten ???
Beitrag von: Freya am 22.02.03, 00:46
Hallo,


kennt ihr schon " 7 Wochen ohne"   ???

Zitat

1983 beschlossen eine Gruppe von Journalisten und Theologen nach einer fröhlichen Kneipenrunde, sieben Wochen lang, von Aschermittwoch bis Ostern, zu fasten  :(

Inzwischen machen Jahr für Jahr mehr als  2 Mio. Menschen mit bei "7 Wochen ohne".

Dabei geht es nicht allein um den Verzicht von Süßigkeiten, TV (PC   ;D  ), Nikotin oder Alkohol.

DieTeilnehmenden können erfahren, was die eigenen Lebensqualität ausmacht, was zum Leben notwendig  und was dem Leben hinderlich ist.

Fasten ist erlebbar als Zuwendung zu sich selbst, als ein Zugehen auf den Nächsten, das Offensein für Gott und die Sensibilität für die Schöpfung.

Mehr als ein erwünscher Nebeneffekt ist es, dass für viel aus dem Verzicht ein Loslassen von eingeschliffenen Alltagsgewohnheiten geworden ist.

Denn der Verzicht schafft Freiräume für sich selbst, für die Familie, für neue Kontakte. Teilnehmer, die von sich selbst sagten, sie hätten mit der Kirche "nichts am Hut", entdeckten über das Fasten die rel. Dimension, die Frage nach dem Sinn wieder.

Die Kirchengemeinden haben die Fasten- und Passionszeit wieder belebt.


Habt ihr auch schon mal gefastet ???
Ich kenne hier bei uns in Bayern einige, auch in der Familie, die das gern jedes Jahr einmal mitmachen.

Informationen können hier bezogen werden >>>
http://www.7-wochen-ohne.de

Schaden könnte es mit Sicherheit nicht, sich mal von einigem Müll zu befreien, geistig, wie körperlich  ;) ;) 8)

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: sieglinde am 22.02.03, 17:56
Hallo Freya,

das Fasten ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Allerdings nicht in der Form, daß ich auf Schokolade, Fernsehen o.ä. verzichte. Ich werde wieder 1 oder 2 Wochen "Heilfasten". Das heißt, keine feste Nahrung zu mir nehmen sondern nur flüssiges. Die Tage tun mir sehr gut. Der Körper bekommt Gelegenheit zu entgiften und ich versuche, mir in diesen Tagen mehr Zeit für mich zu nehmen.

Ich habe mir auch dieses Jahr meine "Fastenzeit" schon fest eingeplant.

Viele Grüße
Sieglinde

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 22.02.03, 22:06
7-wochen-ohne? gerne ;D, wenn du mir sagst, ohne WAS ??? ::)

ohne alkohol? den trinke ich eh selten, also kein großer verzicht.
ohne süßkram? darauf verzichte ich seit einem jahr, so gut es geht, wegen der abnehmerei, wäre auch kein allzugroßer verzicht.
ohne zigaretten? bin nichtraucher 8)

verzicht soll es ja aber sein, hm: ohne internet :o? hilfe nein, bloß nicht - das  wäre nicht  nur verzicht, sondern zwangsentzug :o

also weiterüberlegen, auf was ich denn mal so 7 wochen verzichten könnte, ohne daß es mir zu sehr an die substanz geht ;) aber eben trotzdem bemerkt wird, daß es ein verzicht ist!

*hm* ich glaub, ich habs, ich würde es schon bemerken, aber so richtig an die substanz ginge es mir nicht:

7-wochen ohne schwiegermutter? DAS WÄRS!!! :D






Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: joker am 23.02.03, 08:30

*hm* ich glaub, ich habs, ich würde es schon bemerken, aber so richtig an die substanz ginge es mir nicht:

7-wochen ohne schwiegermutter? DAS WÄRS!!! :D

stell Dir mal 7-wochen ohne BT vor, martina.  ;D  ;)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Antonia am 23.02.03, 08:42
quote author=joker

7 Wochen ohne BT hat nix mehr mit fasten zu tun
- gliche einem Sträflingslageraufenthalt - :(
wenn auch nur 7 Wochen wären es 49 Tage zuviel.  :o
Für die Bäuerin von Heute unentbehrlich -   ;)
oder was meinen die anderen?
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 23.02.03, 08:44
joker, 7-wochen-ohne-bt gingen mir zu sehr an die substanz, das hielte ich nicht durch, es sei denn,  einer nähme mir den pc weg, aber dann säße ich in der bücherei oder irgendwo im internet-cafe 8)

im dezember die woche ohne bt im krankenhaus war schon schlimm, das 7 wochen durchhalten - oh wär das leben langweilig  ;)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 23.02.03, 08:55

Kennt ihr den Brauch, das die Kinder an Lüttke Fastnacht(Weiberfastnacht, also nächsten Donnnerstag) von Haus zu Haus ziehen, ein altes Lied singen und dafür Süßigkeiten bekommen?

bei uns gehen die kinder am karnevalsdienstag, das heißt bei uns FIZZELN, weil die kinder früher 8zu meinen zeiten lief es gerade aus) einen tannenzweig in der hand hatten und beim singen den leuten damit über die füße fizzelten.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Karin am 02.03.03, 15:33
Bei uns ist am letzte Freitag vor dem Aschermittwoch immer unser Burschenball.  Dort wird auch der jährlich wechselnde Burschenpräsident gewählt.
Dieser zieht dann am nächsten Tag (also Samstag) mit den verkleideten/maskierten Burschen von Haus zu Haus. Dort bekommen sie - obwohl die meisten eh noch vom Ball genug intus haben - etwas zu trinken und Lebensmittel (Fleisch, Eier, Reis usw.) mit. Bis am Abend sind sie dann meistens fix und fertig und nicht mehr ansprechbar.
Diese Gaben werden zum Dorfgasthaus gebracht und von in diesem zu Speisen verarbeitet, welche am Sonntag beim "Gratisessen" mit Musikdarbietung von den Dorfbewohnern konsumiert werden.
Am Montag ist dann erstmal etwas Ruhe.
Am Dienstag trifft man sich dann verkleidet beim Burschenpräsidenten des Vorjahres und geht dann gemeinsam zum Wirten, bei welchem der Faschingsausklang gefeiert und um Mitternacht vor dem Gasthaus der Fasching (Strohpuppe) verbrannt wird.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: PeacefulHeidi am 02.03.03, 15:40
Karin das klingt ja nach Streß pur.  8)

Was für ein Glück das am Aschermittwoch alles vorbei ist oder?  ??? ;D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Dette am 18.04.03, 08:55
Hallo zusammen,
wird bei euch auch heute und morgen gekläppstert?,das heißt, es gehen vor den Gottesdiensten Kinder mit  Holzklappern und Rasseln durchs Dorf, weil die Glocken an den Kartagen nicht läuten. Unser Ältester ist Meßdiener und darf  mit einem Nachbarjungen unsere Straße bis zur Kirche gehen.
Viele Grüße Dette
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 18.04.03, 09:16
Bei uns nennt man das Karfreitagsratschn.
Die Ministranten gehen bei uns um die Kirche damit.
Da bin ich echt froh, dass ich nicht neben der Kirche wohne...
Ich finde es ganz interessant, wie das überall anders genannt wird.

Viele Grüße von Geli
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sahra am 18.04.03, 10:12
Hallo,

bei uns Opf. heisst´s auch Ratsch´n,nur vor der Kirche(so wie halt die Glocken sonst) wird aber schon am Gründonnerstag damit begonnen,während der Hl.Messe.Und Orgel verstummt auch bis zur Auferstehung.

Wie werden den bei Euch die Fusswaschungen abgehalten ???(wenn überhaupt) ???bei uns begleiten die angehenden Firmlinge,die Komunionkinder zur Fusswaschung.Mit den Worten"Wir jungen Christen begleiten unseren Bruder zur Fusswaschung,und stellen ihn unserer Pfarrei vor,er heisst..........."

finde diese Handlung,feierlich,wenn auch die Messe dann dementsrechend länger dauert(in den nachbarpfarreien,werden den älteren Leuten die füsse gwaschen,wer diese auswählt weis ich aber ned ;)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Anita2 am 18.04.03, 11:35
Hallo, bei uns heisst es rätschn, unser Josef macht als Ministrant auch mit, wie zwei seiner Schwestern früher. Er ist heute schon vor 6.00 Uhr früh losgefahren, die Zugezogenen in der Neubausiedlung wollen das allerdings nicht so gern, wenn sie an ihren freien Tagen um diese Zeit geweckt werden. Ich habe schon den Verdacht, dass die Ministranten in den Straßen besonders lang herumfahren und ihren Spaß haben, Gruß Anita
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: silvia am 18.04.03, 13:10
Bei uns heisst das auch ratschn.Lisa ist Ministrantin und hat sich heute auch schon recht früh auf den Weg gemacht.

Die Ministranten ziehen in zwei Gruppen durchs Dorf und zwar morgens um 6,mittags um 12 und abends um 18 Uhr.

Am Karsamstag gehen sie dann statt um 18 Uhr schon um 15 Uhr.Sie haben ein Sprüchlein auswendig gelernt und ziehen dann von Haus zu Haus zum sammeln.

Eine Fusswaschung gibt´s bei uns nicht.
Die Orgel verstummt aber bei uns auch und die Glocken schlagen das letztemal am Freitag früh um 6.

Den Siedlungsleuten bei uns gefällt das Ratschn sicher auch nicht ;D,ich für meinen Teil find´s aber super.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 18.04.03, 14:50
was es alles gibt???

das hör ich alles zum ersten mal, also MEINE  ;)kirchenglocke läutet auch zum karfreitagsgottesdienst!
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 19.04.03, 21:37
"Die Kirchenglocken sind nach Rom geflogen"

So sagt man bei uns vom Gründonnerstag bis zur Osternacht.
Es soll sogar schon Kinder gegeben haben die sie fliegen sahen.  ;D

Viele Grüße von Geli
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 19.04.03, 22:05
Jetzt hab ich noch was für euch.

Ihr dürft mich aber nicht schlagen..... ;)

Als ich das vor 10 Jahren das 1. Mal gehört habe, konnte ich´s selbst fast nicht glauben.

Bei uns werden die Eier, die am Gründonnerstag gelegt werden, "Antlaßeier" genannt. Diese werden auch gefärbt in die Kirche zur Speisenweihe mitgenommen. Eines dieser Antlaßeier wird nur mit der Jahreszahl beschrieben und auch im Korb in die Kirche mitgenommen.
Danach liegt es in einer Eierschachtel für ein ganzes Jahr in meiner Speisekammer.
Und ihr werdet´s nicht glauben: Jedes Jahr am Karfreitag wird das Ei aufgeschlagen (keine Angst, es stinkt nicht) und irgendwo ins Essen gemischt. Der Dotter ist immer noch sehr schön und vom Eiklar ist mal mehr und mal weniger noch da.
Bei uns wird das schon seit Generationen gemacht.

Dieses Jahr hat´s meine SM in eine Nudelsuppe gerührt und wir haben ALLE davon gegessen!!!

Bin ja mal gespannt, ob diesen Brauch noch jemand kennt. (Meine Eltern kannten´s jedenfalls auch nicht, stammen aber beide auch aus der Landwirtschaft.)

Ein gesegnetes Osterfest wünscht euch Geli
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 19.04.03, 22:15
 ;D ;D ;D

ne geli, ich bin evanglisch, da gibts keine speisenweihe, palmbuschweihe oder hausweihe.

wir haben einen einfachen schlichten glauben *back to the roots* martin luther sei dank.

das vereinfacht das leben doch ungemein  8) *duckmichjaschon*
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sahra am 20.04.03, 08:08
Martina,ich weis von SM das bei eurem Glauben ihr solche "Sitten"nicht kennt,ich wills aber nicht ganz "verschwinden"lassen und hab mein Osterspeisenweihe-körbchen eben gefüllt,mit Lämmchen,Eier(für jeden eins),Salz und geräuchtertem,nimms dann gleich mit zur Ostermesse  :)

gruss sahra
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Dette am 21.04.03, 09:52
Hallo zusammen,
ward ihr gestern auch beim Osterfeuer oder kennt ihr diesen Brauch nicht?.

Viele Ostergrüße von Dette
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 21.04.03, 14:31

Martina,ich weis von SM das bei eurem Glauben ihr solche "Sitten"nicht kennt,ich wills aber nicht ganz "verschwinden"lassen und hab mein Osterspeisenweihe-körbchen eben gefüllt,mit Lämmchen,Eier(für jeden eins),Salz und geräuchtertem,nimms dann gleich mit zur Ostermesse  :)

gruss sahra


sahra, das ist doch auch schön, daß die alten sitten bestehen bleiben, von daher finde ich es ja gut, daß ihr das alles macht.

wir kennen es halt nur nicht, deshalb wundern wir uns eben manchmal, was es so alles an alten sitten gibt.

@dette: natürlich haben wir auch osterfeuer ;D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mary am 21.04.03, 16:50
Kennt Ihr den Flurumgang?


Mit den geweihten Schalen der Ostereier, ein Zweigerl vom Palmbuschen und einem Span vom Osterfeuer wird am Emaustag abends um die Felder gegangen, ein paar Gebete gesprochen und auf jedem Feld ein bisser was von den geweihten Dingen verstreut.
Dank Flurbereinigung ist das jetzt nicht mehr so aufwendig.

Mein Vater erzählt immer, dass früher einfach der Bauer seine Fluren gesegnet hat, ich finde das schön, einfach um den Segen bitten, wir haben sovieles nicht in der Hand, der Segen von oben kann sicher nicht schaden.
Macht das heute noch jemand?

Herzliche Grüsse
Mary
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Gitte am 21.04.03, 19:19
Hallo Maria!

Bei uns heißt das "Kreuzltragen". Leider geraten diese Bräuche in Vergessenheit. Muß zu meiner Schande gestehen, daß wir es auch nicht machen. In unserer Gegend ist dieser Brauch ganz abgekommen.

Aber gestern, Ostersonntag, sind wir mit dem Auto in die Hallertau gefahren und haben viele Bauern beim Kreuzltragen gesehen.

Lieben Gruß
Gitte
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sahra am 21.04.03, 20:43
Hallo,

speziell diesen Flurumgang kenn ich nicht(auch nicht von meiner Kindheit her)wir haben im Sommer flurprozession,aber denke den meint mary nicht.

Das mit den Palmpüscheln,die am Palmsonntag bei uns geweiht werden,werden bei uns hinters Kreuz im Haus(bei mir Küche) gesteckt,und die Palmpüscheln vom letzten Jahr steck ich dann ins Feld zum Schutz vor Unwetter und Segen für guten Ertrag.

In meiner Jugendzeit hab ich viel mehr Bräuche in meiner Pfarrei kennengelernt,die´s hier gar ned kennen(liegt wohl auch am Pfarrer wie er sie aufrecht erhält)ich kenn zb.den Emausgang immer am Ostermontag, oder die Grabwache am Karfreitag, bis zur Auferstehung,ist halt von pfarrei zu pfarrei verschieden,dafüe machens hier Wahlfahrten,die ich wiederum nicht kannte ;)....nur find´s halt auch schade,wenn dieser oder jener Brauch einfach verschwindet,ich mach halt das was innerhalb der Familie möglich ist,und bisserl was wird an meinen Kinder schon hängenbleiben.

gruss sahra
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 22.04.03, 09:55
habt ihr für bestimmt Feste bestimmten Art von Blumenschmuck? So zb. wir das Grün für Eure palmbuschen festgelegt ist?

Hier galt oder gilt zB. die Hortensie als Konfirmationsblume und wurde früher zur Konfiramtion verschenkt. Seit einigen Jahren bin ich jetzt Küsterin an unserer Kirche und muß immer wieder gegen Hortensien als Altarblumenschmuck kämpfen.
Nix gegen Hortensien, ich finde sie sehr schön, aber auf dem Altar als Blumenschmuck zur Konfirmation denke, gibt es "festlichere" Blumen. Und da kann man ruhig einmal das Geld investieren und schöne Gestecke oder Sträuße binden lassen, soviel Geld kosten die auch nicht.
Die meisten Hortensien hier ind er Gegend sind die blauen. Unsere Kirche ist weiß und zart hellblau und grau gestrichen, da wirken hellblaue Blumen überhaupt nicht und ein bißchen nach was ausssehen soll es doch auch oder? Ausserdem sind die meist sehr groß und dann wird es mit dem Platz auf dem Altar wieder eng. Und auf dem Altar sind nun mal Kreuz, Kerzen und Abendmahlsgeschirr viel wichtiger als Blumen. Die sind doch nur schmückendes Beiwerk! Wir haben es schon gehabt, daß die Blumentöpfe größer als das Kreuz waren und der Pastor erzählt manchmal, von Eltern aus einem Dorf, die meinten Abendmahlsgeschirr auf einem Konfirmationsaltar sei überflüssig!!!!

Jetzt darf ich mir heute nachmittag wieder mit den Konfirmationsmüttern den Mund fransig reden, um andere Blumen zu bekommen.

Paßt eigentlich schon unter Frust des Tages, dieser Beitrag hier :\'(
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sahra am 22.04.03, 22:17
Hallo Martina,ich hab heut mal SM gfragt,wie die ihre Kirche zur Konfirmation schmücken,das machen die Konfirmationeltern,wählen den Blumenschmuck,und wird dann auch von denen bezahlt,ist aber nur auf´m Taufbecken ein grosses Gesteck und am Altar ein kleines,aber die blumen für´s Gesteck dürfen sie selber entscheiden.

Hab sie mal nach der Hortensien gfragt,die werden in ihrer Kriche auch oft als Blumenschmuck verwendet,aber die sind aber dann farblich aufeinander abgestimmt(Weiß und Rosa)Blaue, sind in meiner Kath.Kirche ganz viele wenn Maiandacht ist der ganze Marienaltar ist damit vollgestellt(hat blau eine besondere Bedeutung ???muss ich mal jemanden fragen der sich damit auskennt ;)

gruss sahra
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sahra am 23.04.03, 06:00
Hallo LunaR,ist einleuchtend! Danke ;)nur ich hab mir über das"blau"noch gar keine Gedanken gmacht,das mit Himmelskönigin wusste ich schon.Für mich ist der Mai mit das schönste Kirchenmonat,wegen der Maiandacht und Marienlieder :)

Den Brauch an Kommunion Hortensien zuverschenken kenn ich nicht(meine Kinder haben auch keine bekommen)wenn das mit den Geschenken heutzutage arg übertrieben wird,kann ich mir vorstellen als 9 jährige ned soviel gefallen an diesen Blumen zuhaben ;)

gruss sahra
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Marielle am 23.04.03, 16:00
 :) :D :D

Hallo zusammen!

Bei uns gibt es noch den Brauch der Steckerl- Weihe.

Da werden Haselnusszweige abgeschält, soviel wie man halt
braucht, und zusammen gebunden.
Nach der Osternachtsfeier werden diese "Stecken" in das
Osterfeuer gehalten bis sie ein Stück angebrannt sind.
An diese Stecken werden dann die Palmbuschen gebunden
und an die Feldecken gesteckt.

Leider werden es immer weniger die diesen schönen Brauch
noch hochhalten.

Unser Sohn ist Mesner und er sagte letzten Sonntag das er
in der näheren und auch weiteren Umgebung keine Pfarrei
weiß, wo das noch so gemacht wird.

Eigentlich schade!!!!!

LG Marielle
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Ursula am 18.07.03, 11:30
hallo,

bei eis zwischa iller ond lech sait ma zu de kloine kinder wenn se aubads net ins haus neimechtat:

kinder, kommad rei, sonsch kommt dr naachtrab ond dr roggabaule ond dia nemmad ei mit!

wie diese geistergestalten allerdings aussehen sollen - ich hab sie noch nie irgendwo gesehen auf einer zeichnung oder so.

grüße ursula
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Marina am 23.07.03, 11:03
Hallo,

wird bei Euch "Niederfallen" gefeiert?
In früheren Zeiten war das in unserer Gegend Brauch: wenn das letzte Getreide abgedroschen war, wurde für die Taglöhner, Mägde und Knechte aufgetisch, was Küche und Keller hergab. Vor allem würden Küchle gebacken. Das Küchlebacken kenne ich auch noch, komme aber meistens nicht dazu, welche zu backen.

Bei meiner Schwägerin in der Nachbarortsschaft kommen seit einigen Jahren die Landwirte wieder zusammen, wenn der letzte abgedroschen hat. Da wird dann abends gegrillt. Jeder bringt etwas mit (Salate, Kuchen usw.).

Gruß
Marina aus Mittelfranken
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Dette am 15.08.03, 10:00
Hallo ,
wer  macht noch ein Krautbund, dass heute zu Maria Himmelfahrt gesegnet wird und welche Kräuter gehören bei euch rein?
Viele Grüße Dette :)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: regi am 15.08.03, 13:46
Hoi zäme

Bei uns hat man den Lehrling jeweils anlässlich der Hausmetzgete zu einem Nachbarn geschickt, um dort das Wurstmass zu holen.

Was die alles gebracht haben! ZB. ein Joch (Geschirr, mit dem man 2 Kühe einspannen konnte) oder sonst etwas Schweres und Sperriges.

Mich hätten sie auch fast geschickt - und als frischgebackene Jungbäuerin war ich schon auf dem Abmarsch, als sie mir des Rätsels Lösung präsentierten.

Das wäre dann peinlich gewesen! Die Lehrlinge sind ja nur 1 Jahr hier, ich hätte es bei jeder Metzgete wieder anhören müssen... Aber ich hatte ja keine Ahnung - wir hatten einen Rebbaubetrieb daheim, keine Tiere!
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Anita2 am 15.08.03, 20:51
Hallo,
ich mache jedes Jahr einen Kräuterbüschl, allerdings sind nicht mehr so viele Kräuter drin, was ich halt noch so finde, heuer ganz wenig, ansonsten Getreide, ein Rohrkolben und Blumen, LG  Anita
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: silvia am 15.08.03, 22:42
Hallo zusammen!

Normalerweise mache ich auch immer nen Kräuterbüschel.
Da kommen verschiedene Getreideähren, Blumen, eine Wetterkerze und etwas Kräuter rein.

Dieses Jahr allerdings hatte ich gar keine Zeit einen zu binden, da wir seit gestern Mais silieren.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: moni am 12.10.03, 22:34
Heut´war ich bei uns in Feilnbach auf´m Apfelmarkt und hab einen Vers gelesen, der mir irgendwie total nahe gegangen ist, zum Thema Tradition:
"Brauchtum bedeutet, das Feuer weiterzugeben und nicht, die Asche anzubeten"
Ich find, der kleine Satz hat es wirklich auf den Punkt gebracht...

Grüße Moni
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 27.10.03, 21:20
Zu Halloween gibt´s zwar eine eigene Box, aber hier gefällt´s mir besser...

Bei uns gibt´s einen alten Brauch (geht sogar ins 15.Jahrhundert zurück), das "Kletzei gehen".

Mancherorts heißt´s auch "Anklöpfeln".

Als die Leute noch sehr arm waren, durften sie an den Donnerstagen im Advent zu den Bauern gehen und um "Kletzn" (das sind getrocknete Birnen) und andere Nahrungsmittel betteln. Weil sie sich geschämt haben, so arm zu sein, haben sie sich verkleidet!

Heute gehen die Kinder an besagten Donnerstagen verkleidet von Haus zu Haus, singen ein Lied (manchmal auch mit Flöte begleitet) und bitten um "eine milde Gabe" (Süßigkeiten).
Immer öfter bekommen sie inzwischen auch Geld. Einen Teil davon geben meine Kinder dann in das Opferkästchen, das an Weihnachten für arme Kinder gegeben wird. :D

An unserer Schule gibt´s im Advent ein Rundschreiben, auf dem genau erklärt wird, was es mit dem "Kletzei gehen" auf sich hat.

Halloween ist deshalb bei uns überhaupt kein Thema!! ;)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 27.10.03, 22:02

Was mich interessiert, Geli: An allen 4 Donnerstagen im Advent? Bei uns nur an den ersten 3.
Am 4. würde bei uns nämlich *die Hex mitgehen* :o


Barbara, bei uns ist´s noch schlimmer, da geht nämlich beim vierten Mal der "Leibhaftige" mit....!!! :o

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Marille am 30.10.03, 10:19
Ein alter Brauch an Allerheiligen ( 1. November )

An Allerheiligen bekommt mein Patenkind einen sogenannten " Gonwecken ".  Das ist ein selbstgebackener Hefezopf mit Rosinen.
Mit der Überreichung an das Patenkind soll besonders Segen, Gesundheit und Glück übermittelt werden.
Schön dekoriert auf einem Holzteller, mit ein bißerl Grünzeug ,schaut das immer besonders nett aus.
In heutiger Zeit legt man natürlich auch noch eine kleine Geldgabe mit bei  ;).
Ich freu mich immer, denn noch heute bekomme auch ich noch von meiner Patin so einen  Allerheiligenzopf  :).
Bei uns im Chiemgau und auch im Berchtesgadener Land
ist dieser alte schöne Brauch noch weit verbreitet .
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 30.10.03, 20:58

Bei uns im Chiemgau und auch im Berchtesgadener Land
ist dieser alte schöne Brauch noch weit verbreitet .



Danke Irmi, dass du an diesen schönen Brauch bei uns erinnerst... :D ;)

Übrigens gab´s früher (auch noch zu meiner Kinderzeit) von der Taufpatin "nur" diesen Allerheiligenzopf und zu Ostern Ostereier!  :D
Geburtstag, Namenstag, Weihnachten u.a. gab´s keine Geschenke!
Schade, dass es heute oft so übertrieben wird, mit den Geschenken.... ::)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: renate am 30.10.03, 22:11


Übrigens gab´s früher (auch noch zu meiner Kinderzeit) von der Taufpatin "nur" diesen Allerheiligenzopf und zu Ostern Ostereier!  :D
Geburtstag, Namenstag, Weihnachten u.a. gab´s keine Geschenke!
Schade, dass es heute oft so übertrieben wird, mit den Geschenken.... ::)

Geli , hast Du das als Kind auch so gesehen? ;)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 31.10.03, 14:04

Geli , hast Du das als Kind auch so gesehen? ;)


...da es in allen Familien gleich gehandhabt wurde, war das kein Problem für mich...!!! ;)

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Silvi am 08.11.03, 18:43
Bei uns bekommen die Kinder von der Godn an Allerheiligen einen Seel`wecken geschenkt. Das ist entweder eine ButtercremeTorte in Rautenform ( igitt)
oder einen Zopf aus Semmel oder Hefeteig. Je nach Dorf gibst hier unterschiede, in ca 20 km Entfernung kennt man weder das eine noch das andere.

VG
Silvi ;D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Edith am 08.11.03, 19:37
Wir wohnen in der Eifel, wenigstens am Rande derselben.
Das mit dem Gebäck schenken gibt es hier auch, aber an Neujahr. Von der Patin, der "Jööt", erhält das Patenkind einen Neujahrskranz aus Hefeteig geflochten, mit Rosinen, verbunden mit guten Wünschen für das neue Jahr.
Es ist aber auch hier von Ort zu Ort sehr unterschiedlich, wie sehr der Brauch weitergeführt wird, wahrscheinlich sogar von FAmilie zu FAmilie.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sahra am 08.11.03, 20:08
Bei uns Opf. bekommen die Firmkinder zu Allerheiligen vom Paten...ein Allerheiligenspitzel...ist ein grosser Hefezopf ;)

 gruss sahra
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 26.12.03, 22:30
Heute hat sie begonnen.....
Die Schnalzersaison! ::) ;D

Von Stefanitag bis Faschingsdienstag wird bei uns im Rupertiwinkel ein besonderes Brauchtum ausgeübt: Das Aperschnalzen
Das ist übrigens ein grenzüberschreitendes Brauchtum. 2/3 der Teilnehmer kommen aus Bayern und 1/3 aus dem Salzburger Land (wir haben ja früher zu Salzburg gehört) ;)

Mit bis zu 4m langen Goasln wird in einer Pass (meist 9 Personen überwiegend Männer) geschnalzt.

Es ist gar nicht so leicht einen lauten Knall rauszubringen, und sich die Goasl nicht um die Ohren zu hauen.
Ich glaube hier (http://www.ainringer-gemeindeleben.de/Termine/Gde_-Schnalzen_2002/Gde_-Schnalzen_2003/GS03_Sch12_Kopie.jpg) hab ich grad Ulli´s Sohn beim Schnalzen erwischt....

Jedenfalls schnalzen in meiner Familie nicht nur mein Mann, sondern auch schon die drei älteren Kinder.

Es gibt auch richtige Wettbewerbe in den einzelnen Gemeinden und zum Schluß das Rupertigaupreisschnalzen. Das ist dann der Höhepunkt. :D

Damit sich das Ergebnis auch sehen lassen kann, wird in diesen Wochen mehr oder weniger viel trainirt. ::)
Bei uns trudeln somit jeden 2.ten Tag die Kinder ein, um das Schnalzen zu lernen... ;)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: peka am 30.12.03, 21:49
Kennt jemand von euch das " fraschen / fröschen"?

In der Gemeinde in der ich geboren bin, wird ab dem Neujahrstag " gefrascht".
Das heißt: Man besucht Nachbarn, Verwandte, Freunde und wünscht Ihnen ein gutes neues Jahr. Dabei bekommt man dann einen oder auch mehrere "Kurze"
- Schnaps oder Liköre- eingeschenkt. Das kann, wenn man mehrere Besuche an einem Tag macht, auch ausarten.

Der Ausdruck ist ein Zusammenzug der Wörter
froh - überraschen.

Da man früher nicht an der Haustüre klingelte sondern direkt in den Flur bzw. in die Küche ging und dabei : "Frohes neues Jahr" rief.

Außerdem sind hier Neujahrsbrezeln - süßer Hefeteig- ein Muss.

Ein frohes neues Jahr wünscht euch

peka
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Katharina am 30.12.03, 21:53
Außerdem sind hier Neujahrsbrezeln - süßer Hefeteig- ein Muss.

Bei uns heißen die Neijährncher = Neujahrspuppen :D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Andreas am 03.01.04, 19:47
HABERFELDTREIBEN
am 16. Nov. 1999 am Odeonsplatz

Wo Aufrichtigkeit und Wahrheit hinkt,
wo Lug und Trug zum Himmel stinkt,
und wo der Brauch ist, daß man Worte bricht,
da kommt das Haberfeldgericht.


So heut´ im Herzen vom Bayernland,
wo große Häusa und Kircha hand,
wo die Rautenfahn sich umadraht
und wo regiert wird auf Volksmandat.


Getrieben wird einer Dirne, gebt´s guat acht,
die für Geld fast alles macht.
Ein Luder, das ein jeder kennt,
die man auch bayerische Staatsregierung nennt,

Is des wahr?
Wahr is´s!
Nachan treibts ihra g´scheit


Gentransfer heißt s´ Zauberwort,
überall an jedem Ort.
Es langt nicht, was der Boden tragt,
mehra, mehra, so wird g´sagt,
man ist mit´m Herrgott nicht mehr z`fried´n,
mit seiner Schöpfung wird Schindluder trieb´n.


Es langt nimmer, des Genlabor.
Weiter müaß`ma - schneller vor,
ausse in den Feldversuch
ob als Segen oder Fluch.
Pflanz´n, Tiere neu entwickeln,
mit menschliche Versuchskarnickel.


Die CSU nach vorn gerad strebt,
drum werden im Landtag d`Händ aufg´hebt,
und jeder ist am End dafür,
a, wenn´s so mancher ned kapiert.
Es ist ein Graus, was da passiert,
man möcht fast glaub`n, da sand oa g´schmiert.


Is des wahr?
Wahr is!
Nachan treibt´s eah g´scheit!


Der Boden hat unsere Ahnen trag´n
seit tausend, abertausend Jahr,
hat reichlich bracht vom jungen Leben
und Ernten geben mit Gottes Segen,
des kostbar Gut auf des g´hört g`schaut,
und wer`s  ned acht`, der g`hörat g`haut


Da Landwirtschaftsminister Miller
ist der größte Bauern-----Vertreter.
Er hod`s zwar selber no ned erkannt,
daß`n d`Industrie vorn Karren spannt.
Er is der erste Vorbeter woan,
er bet ois vor, was Mosanto moand.


De Pollen de fliag`n hin und her.
Da Miller woaß`s, doch moanat er:
Wui a Bauer des Genmutierte meiden,
brauchat keiner Umständ leiden,
beim Ernten muaß er bloß bedenken
und sich auf die Mitt vom Feld beschränken.


Gescheite Leute sind im Ministerium.
Macht es uns vor, wir bitten drum,
geh seid´s so guad, erhört´s de Bitt`n:
Doat`s ihr bloß regier`n in der Landesmitt`n.
Außen umer dann im Land
bleibt so da g`sunde Menschenverstand.


Is des wahr?
Wahr is´s!
Nachan treibt´s eah g´scheit


Riesen Kolben sind am Mais
gewinnen überall den ersten Preis.
Wer sie probiert, man kann`s ned wissen,
was passiert beim ersten Bissen.
Grad am Boden sieht man`s lieg´n
tote Käfer und auch Flieg´n.


Denn wer kann sag`n, was dann passiert,
wie`s in der Landschaft reagiert,
wenn freig`setzt is die ungut Macht,
sich auf den Feldern selbständig macht,
wenn neie Pflanzen - oder Viecha wearn,
de koan mehr folgen und koan mehr g´hörn.


Und, wenn am Ende sich`s Menschenblut
bei allem auch verändern tuat,
wenn aus dem Wunsch vom Nimmersterb`n
neie Menschen aussa werd`n,
kann es dann no oana zruckausdrah´n
von der Gentechnik de Radl´n?


Is des wahr?
Wahr is!
Nachan treibt´s eah g´scheit


Und es wird ganz schnell vergess´n,
wer darauf war so versess´n
wer in Wahrheit schuldig ist!
Oana wird genannt, des woaß i g`wiß,
und mit`m Finger wird ma zoag´n,
auf die Bauern ganz alloa.


Ja, de Bauern, so wird ma schimpfa,
doan in die Pflanzen Gift hineinimpfa,
und vom selben Amt, garantiert,
das jetzt Genmais propagiert,
wird de Bauern dann verboten,
daß sie nutzen eahnan Boden,
weil die Erde stark verseicht
is für Nahrungsmittel nimmer g´eicht.


Wo ist denn der Bauernverband,
der vertreten soll de Leute vom Land?
Fleißig spuid er die erste Geig´n,
tanzt fest mit beim Hexenreig´n,
is Vorn und Hinten ganz verstrickt
mit Industrie und Gentechnik.


Pfui Deife mecht ma da grad sag`n
und alle gleich zum selbigen jag'n!
Bauern doaz fei ganz g`nau schau´n
und ned jedem Freindal trau´n,
der nur dem Geldsack noche lauft
und hintarucks de Bauern vokaft.


Is des wahr?
Wahr is´s!
Nachan treibt´s eah g´scheit!


Soll genmuntiert sein Brot und Bia
und s´Obst und s´Getreide und auch die Kiah?
Es ist ein Fluch für unser Land.
Drum nehmt´s des Zeug ned in die Hand,
und wer darn rührt, der soll auch wissen,
er selber tragt´s dann auf`m Gewissen.


Is des wahr?
Wahr is!
Nachan treibt´s eah nochamoi g´scheit!
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mary am 03.01.04, 20:34
Haberfeldtreiben, das wahr doch in früherer Zeit eine Art Fehmegericht, geleitet von einem Haberermeister,
mich würde der geschichtliche Hintergrund interessieren und hat Eurer Haberfeldtreiben was gebracht?
maria
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Andreas am 04.01.04, 10:53
Hallo Maria,
Das Haberfeldtreiben ist eine alte Bayerische Tradition bei der sich einstmals Bürger und Bauern zusammenschlossen um eine Rüge gegen die Obrigkeit oder die Missstände im Lande vorzubringen.
Die Haberer stellten sich die Aufgabe, Vergehen, welche die staatliche Justiz nicht ahnden konnte, zu rügen. Dem “Getrieben” wurde, das heißt in der Dunkelheit der Nacht, die Rüge in Versform von vermummten Gestalten vorgelesen.
Nach jeden Absatz wurde mit Hilfe von Böllern, Glocken, Ratschen, Trompeten usw. ein höhlenmäßiger Lärm gemacht.

Du willst wissen, welchen Erfolg das Treiben gegen die Gentechnik hatte:

Immerhin wurde im Frühjahr 2000 sowohl von der Bundesregierung wie auch von den Gentechnikfirmen  ein Moratorium ausgerufen, dass bis jetzt wirksam war.

Gruß
Andreas

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Andreas am 09.01.04, 23:16
Hallo,
mehr zum Haberfeldtreiben gibt unter   www.haberfeldgericht.de

Dort steht auch eine hochdeutsche Übersetzung der Habererverse extra für Nichtbayern.


Gruß
Andreas
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: coni am 02.02.04, 20:29
das fällt mir noch ne wetter regel dazu ein
man sagt wenn der dachs an lichtmess sein schatten sieht geht er nochmal 6 wochen in bau d.h. es wird nochmal kalt
ich galube heute  wa nichts zu sehen in 6 wochen wissen wir mehr
michi
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: annama am 21.02.04, 15:37
Von Karneval habe ich noch nichts gefunden  :(

Damit die Seele, ob rheinisch ,moselanisch ,saarländisch ,preußisch ,süddeutsch ,bayrisch oder sonst wie ist ,auch im Karneval gesund bleibt -

hier ein paar Tipps
für die Seele im Karneval  :D

Wenn die Seele sanft erwacht
morgens zwischen fünf und acht ,
braucht sie Stärkung für den Tag ,
der Gott weiß was bringen mag.-
drum empfehl ich gegen Sorgen
das Gebet am frühen Morgen .

Abends nach der Tage Plage
braucht der Mensch ganz ohne Frage ,
noch den Seufzer " Gott sei Dank ! " ,
ohne diesen wird er krank .

Runzeln ,Pickeln und auch Falten ,
die sich in der Seele halten ,
müssen wir mit Liebe glätten ,
anders ist sie nicht zu retten ,

Mancher hier -ich schließ mich ein-
kennt das Wörtchen" Seelenpein ".
Dieser Zustand macht auf Dauer
Herz, Gemüt und Magen sauer.

Drum als Natron für die Seele
das Gespräch ich sehr empfehle .

Ist die Seele arg geschunden ,
heilt ein Pflaster viele Wunden ,
es wird einfach Trost genannt
ist nicht immer schnell zur Hand .

Seelen kann man auch entgiften
wenn die Menschen Frieden stiften .

Manche Seele kriegt ' dann Schwung ,
wurde wieder frisch und jung ,
weil sie sich mal liften ließ
und auf Gleichgesinnte stieß ,
die mit ihr nach Freude strebten,
mit dem Blick nach " oben " lebten .

Ja die Freude liebe Leute ,
das ist mein Geheimtipp heute.
Freude haben ,Freude machen
freuen ,singen ,beten lachen
ist Kosmetik für die Seelen
dringend möcht 'ich sie empfehlen ;
denn Gott schuf die Seelen schön ,
schön will er sie wiederseh'n .

Diese Verse sind von Regionaldekan Peter Bleser aus
Koblenz

Mit Alaaf und Helau
grüsst euch die annama
aus dem Nahegau :-*

Schöne Karnevalstage  :D














Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Luxia am 29.02.04, 09:22
Heute abend ist in Luxemburg Burgbrennen.

Aus Tannenbaumstämmen wird ein grosses Kreuz gebunden und mit Stroh oder Reisigbündeln umwickelt. Dieses Kreuz (die Burg) wird auf einer Anhöhe am Dorfrand aufgestellt.
Tags zuvor wurde im ganzen Dorf brennbares Material wie Holz, Heckenschnitte, Karton, Jutesäcke u.ä. gesammelt. Das alles wird um das Kreuz aufgeschichtet.
Abends geht es dann mit einem Fackelzug vom Dorf zur Burg und dort dürfen die Paare, die im vergangenen Jahr Hochzeit gefeiert haben, die Burg anzünden.
Es ist schön, wenn man am wärmenden Feuer steht, seinen Glühwein schlurft und auf den Anhöhen rundherum das Feuer der anderen Burgen leuchten sieht.

Das Burgbrennen ist eine alte luxemburgische Tradition, die das Ende des Winters symbolisiert und wird in jedem Dorf gefeiert.

Zwischen den Dörfen gibt es eine Art Wettkampf, wer denn nun die schönste Burg hergestellt hat, welche am längsten brennt usw.
Leider passiert es auch ab und zu, dass eine Burg schon am Samstagabend brennt. Dann haben einige aus dem Nachbardorf sich  einen Spass erlaubt und das Feuer heimlich angezündet, um die anderen zu ärgern.

Wo gibt es diesen Brauch auch noch?

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Maxi am 29.02.04, 15:55
Diesen Brauch gibt es bei uns in ähnlicherweise nur dass es Hütten verbrennen heißt . Es hat die gleiche Bedeutung wie bei euch in Luxenburg, der Winter wird verbrannt.
Die jungen Männer im Dorf gehen brennbares Material im Dorf sammeln und fahren es zu einer Anhöhe, dort wird ein Kreuz gebunden und am Abend angezündet. Anschließend gehen die Jungs von Haus zu Haus Eier sammeln um nachher Eierkuchen zu backen. Natürlich wird dabei auch viel Alkohol getrunken und einige bekommen nichts mehr vom Eierbacken mit. An Schaltjahren dürfen die Mädchen aus dem Dorf auch dabei sein.
In der Eifel wird der Brauch noch in vielen Dörfern beibehalten.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Gislinde am 29.02.04, 16:22
Heute ist im Allgäu Funkensonntag, nach Tradition gibst Funkenküchle(etwas kleiner wie Faschingskrapfen).
In verschiedenen Orten wurde in den letzten Tagen Holz, Geäst gesammelt, auch die Christbäume kommen aus dem Zwischenlager, große Funkenhaufen aufgeschichtet,  z.T. Wache gehalten, damit keine Scherzbolde den Haufen vorher  anzünden. Mancherorts wird ein Dorffest draus gemacht mit Musikkapelle, Glühwein und Funkenküchleverkauf. So gegen 20 Uhr werden die "Funken" in Brand gesetzt und ringsrum auf den Anhöhen lodern die Feuern schon eine Stunde und länger, denn manche Haufen sind einige Meter hoch, obendrauf steckt an einer langen Stange eine Strohpuppe, die"Funkenhex". Symbolisch soll ja der Winter vertrieben werden.
Das Auge des Gesetzes wacht darüber, daß nur wirklich Holz und nicht wie früher Abfälle, Altreifen o.a. verbrannt wird, bei der Gemeinde  muß das Feuer angemeldet werden.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mantschi am 30.04.04, 23:11
Bei uns im Dorf wurde der Maibaum heute abend aufgestellt- organisiert wird das einmal von der Landjugend oder von der Freiwilligen Feuerwehr. Es ist das erste Fest, bei dem das Dorf abends zusammensitzt.  Da wir direkt im Ortskern wohnen, ist es auch schwer, die Kinder bei solchen Festen ins Bett zubringen.

Im Mai sind auch Marienwallfahrten angesagt. Unsere Pfarrei wallfahrtet morgen früh zu einem 10 km entfernten Wallfahrtsort, dem Bogenberg. Meine beiden Großen gehen als Minis mit und müssen um 5.00 Uhr los.

Ich werde mit dem Auto zum Gottesdienst um 8.00 nachkommen.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: gundi am 01.05.04, 09:02
Guten Morgen!

Bei uns ist heute,so wie in vielen Orten,"Maiblasen"der Musikkapelle angesagt.Da geht die örtliche Blaskapelle von Haus zu Haus und spielt einen Marsch.Dabei gibt es dann meistens Geld,wofür wiederum neue Instrumente bzw.Trachten angeschafft werden.Bei verschiedenen Häusern werden sie auch gut verpflegt.Unser Dorf ist in sechs Ortsteile eingeteilt und jedes Jahr kommt ein anderer Teil dran.Bei uns ist es in drei jahren wieder so weit,da ist es schon immer der Brauch,da wir das letzte Haus auf diesem Berg sind,daß es bei uns Essen gibt.das ist immer eine Menge Arbeit bis gut 40 Mann versorgt sind.Gibt es diesen "musikalischen"Brauch auch ausserhalb Tirol`s?

Einen schönen 1.Mai

gundi :)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Henriette am 01.05.04, 13:12
Hallo,

bei uns imNachbarort gibt es am1. Mai seit vielen Jahren den Mairitt.
Das ist ein Umzug mit wunderbar geschmückten Kaltblütern, Wagen usw. . Sie ziehen durch den Ort in das ortsansässige Museumsdorf, wo ein Marktfest   stattfindet. Hauptattraktion ist dann ein Turnier mit den Kaltblütern. Wir sind früher oft mit den Kindern da gewesen.

Gestern nacht war hier wie überall auf den Dörfern der Tanz in den Mai und  das Maibaumsetzen,die Mädchen setzen Herzen,die Jungen Birken. Einige hatten auch Maifeuer angezündet. Letzteres kenne ich übrigens aus Niedersachsen nicht. (Dort brannten die Feuer am1. Ostertag.)

Gruß und einen schönen 1.Mai Henriette
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Trudi am 09.05.04, 12:56
Bei uns ist es Brauch,dass wenn ein Bauer einen Stammhalter
bekommt,also einen Sohn,man Ihm einen Baum schenkt.So bekam
er einen Zwetschgenbaum.Beide Grossäter haben den Baum dann
eingepflanzt.Das heisst,mein Mann und der Vater meinerSchwieger
tochter,der extra aus Brasilien auf Besuch weilt.Nun hoffen wir,
dass dieses Bäumchen unserm Grosskind Glück bringt.
Gruss Trudi.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Marielle am 13.05.04, 10:58
 :D

Hallo zusammen!

Unse ehemaliger Stadtpfarrer hat vor gut 30 Jahren damit angefangen,an Kapellen, Wegkreuzen und Marterln den ganzen
Mai jeden Tag eine Maiandacht zu halten.
Die Vorbeter sind ein bestimmtes Team, Pfarrer, Kaplan, Gemeindereferent, Mesner oder auch die Besitzer dieser Stätten.

Seitdem werden diese Dinge wieder gepflegt und es sind auch neue Kapellen und Kreuze hinzugekommen.

Wir hatten gestern unsere Maiandacht am Marterl.
Da kommen die Leute aus der Nachbarschaft um zu beten und zu singen.
Es ist immer sehr schön!!!

Gibt es bei Euch auch so was in der Richtung???

LG Marielle         :D :D :D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mantschi am 07.06.04, 21:18
Am Donnerstag ist Fronleichnam- bei uns heißt er Prangertag und es gibt eine schöne, feierliche Prozession rund ums Dorf.

Morgen binden wir an den Tragegestellen für die Heiligenfiguren, die mitgetragen werden. Bei uns werden 4 Heilige mitgetragen.

Die Kinder werden ab der 1. Klasse zum Tragen eingeteilt, die Kleineren sind Schleiferlträger- so gehen bei jeder Figur 6 Kinder mit.


[gelöscht, Archiv unter www.baeuerinnentreff.de]
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Uschi- am 08.06.04, 17:52
Bei uns im kath. Westfalen gibts die Frohnleichnamsprozession, wo das Allerheiligste unterm Baldachin an einigen außerhalb des Dorfes liegenden Bildstöcken vorbeigetragen wird.
An den Bildstöcken u. Wegekreuzen wird gebetet u. sie werden gesegnet. Unterwegs wird gesungen (mit Begleitung des Musikvereins) u. Rosenkranz gebetet.
Die Bildstöcke sind von deren Besitzern festlich geschmückt, Teppiche liegen davor aus, aus Blumen sind Muster auf der Straße ausgelegt.
Marienstatuen werden in den Haustüren der Häuser gestellt.
Die Kommunionkinder tragen nochmals ihr Festkleid/-Anzug und jeder kath. Verein stellt eine Fahnenabordnung.

Leider wird die Anzahl der Teilnehmer immer geringer, vielen ist die "Lauferei" zu viel (nur 4 km).
Hoffentlich wird dieser schöne Brauch nicht mal ganz wegfallen !
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mantschi am 09.06.04, 20:39
Bei uns geht die Prozession richtig schön rund ums Dorf- den Baldachin, unter dem das Allerheiligste getragen wird, nennen wir Himmel. Es gibt vier Altäre, davon ist einer an der Dorfkapelle und einer bei einem Wegkreuz.

Die Vereine gehen auch mit Uniform und Fahnenabordnungen mit.

Bei uns ist jeder morgen mit einem Posten versehen.

Heute wurde alles noch auf Vordermann gebracht- Straße gekehrt, Fensterschmuck hergerichtet.

Birkenstauden- die wir Prangerstauden nennen werden morgen noch an die Zäune angebracht.

Morgen früh um 6.00 Uhr ist bei uns auf der Straße ganz schön was los, wenn alles noch den letzten Schliff bekommt. ;) :D

Heute haben wir die Figuren noch mit Blumenschmuck verziert.

Gibt es bei euch noch das Figurentragen zur Fronleichnamsprozession???

Der einzige Nachteil bei uns ist, das der Gottesdienst schon um 7.30 Uhr beginnt und da wir es morgen früh ganz schön hektisch, bis alles erledigt ist.

Jetzt darf ich noch die blau- weiße Fahne bügeln, die vors Haus vom Dachfenster aus aufgehängt wird.

Die Kinder sind auch schon ganz aufgeregt, unsere Kleine schläft sogar mit Lockenwicklern, damit sie morgen schön ist - und ein Kränzchen bekommt sie auch in die Haare- da existiert noch ein altes aus meiner Kinderzeit.

[gelöscht, Archiv unter www.baeuerinnentreff.de]
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mantschi am 09.06.04, 20:43
Hab noch ein schönes Bild. Unsere Mesnerin hat das Prozessionskreuz wunderschön geschmückt.



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Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 09.06.04, 22:13
Hallo Marianne,

da ist ja ganz schön was los bei euch... ;)

Da unsere Kirche nicht bei uns im Dorf ist, haben wir´s da etwas ruhiger.
Außerdem wird unsere Pfarrkirche gerade renoviert und so müssen wir diesesmal einen anderen Prozessionsweg gehen... ;D

Meine Große geht mit den Ministranten die anderen drei bei den Trachtlern mit. Den Dirndln hab ich auch schon heute Abend die Zöpfe geflochten, dann geht´s morgen schneller. Bei uns ist aber "erst" um 9 Uhr Kirche.
Anschließend ist bei unserer Vereinshütte immer Frühschoppen mit Weißwürsten. Somit brauch ich dann auch nicht kochen...... 8)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Dette am 10.06.04, 07:18
Bei uns ist heute auch Prozession, was ich schade finde, ist, daß unsere Kinder regelrecht Aufstand machen, weil sie mitmüssen. Wie kann man sie in der heutigen Zeit besser für solche Dinge motivieren? :(
Gruß Dette
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Marille am 10.06.04, 07:26
Bei uns ist das auch immer ein großer Tag.
Bin heute morgen auch schon zeitiger aufgestanden als sonst und hab soeben das Margeritenkranzerl für meine Tochter fertig gebunden. Dieses Jahr gibts ja noch viele, letztes Jahr gabs nur einen künstlichen Haarschmuck.
Der Trachtenverein ist bei uns immer groß vertreten und die wenigen Klosterschwestern, die wir noch im Dorf haben, schmücken am Straßenrand die verschiedenen Stationen wunderschön aus. Eine echte Augenweide !
Schade, daß ich selber dieses Jahr nicht mitgehen kann ( hab gerade heute wieder Gästewechsel  :( ). Der Trachtenverein setzt sich nach de, Umgang immer in einer Gaststätte zusammen und es gibt Würschtl und eine erfrischende Maß Bier.
Kann mich noch gut erinnern, als Kinder haben wir tags zuvor im fleißig Blumenköpferl geflückt zum streuen. Eigentlich schade, daß die Kinder das heute nicht mehr machen.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Antonia am 10.06.04, 10:40
In meiner Heimatgemeinde ist "Fronleichnam" auch ein ganz besonderer Tag. Es ist eine alte Tradition die ein Pfarrer nach dem Krieg eingeführt hatte und bis heute Bestand hat. Südwestfernsehen brachte vor Jahren auch eine Reportage drüber.
Es werden durch den Ort "Blumenteppiche" gelegt mit 4 Stationen, die besucht werden bei der Prozession. Die Bewohner sammeln Blumen und legen wunderbare Altarteppiche bei den Stationen und auf den Straßen durch den Ortskern. Das heißt um 4.00h wird etwa angefangen damit bis um 8.30h alles fertig gelegt und nach der Kirche findet eben die Prozession statt mit "Himmel und Monstranz" nur dem Pfarrer ist gestattet auf den "Blumen" zu gehen, die Musikkapelle, Bürgerwehr und Vereine, Gläubige laufen links und rechts des Teppichs. Viele Besucher erscheinen auch nach der Prozession bis ca. 16.00h der Ort wieder freigegeben wird und alles abgeräumt. Kann mich als Kind erinnern, wie schwer es war an Blumen zu kommen, wenn der Tag recht spät im Juni und Wiesen schon zu Heu gemacht, oder eben Gartenblumen schon abgeblüht. Da fahren heute noch einige in den Schwarzwald um Lupinen zu sammeln, denn man hat keine Vorstellung von der Menge die man an Blüten braucht, jede Familie legt solang ihr Grundstück geht, dann setzt der nächste Grundstückseigentümer an, mit seinem Muster. Ich habe das Gefühl diese Tadition wird auch von den "Jungen" mitgetragen, es ist ein Ereignis das ganze Dorf auf den Beinen. Wer kein Grundstück entlang des Prozessionsweges hilft bei der Verwandtschaft mit Blumen zupfen, morgens beim legen usw. Leider hab ich noch nie hier Bilder eingestellt, etwas "plont" bin deshalb den Linkhinweis der Gemeinde unter -Aktuelles- wird die Fronleichnamsprozession erwähnt bei Link  -ARCHIV- 2002 sind viele Bilder zu sehen vom Ausmaß der Blumenteppiche.
www.sipplingen.de
wer also ein Augenschmaus sehen möchte mal der anderen Art clicke sich durch es lohnt sich.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Tilly am 10.06.04, 14:30
Antonia, schön hast Du es hier beschrieben.

Wir haben denselben Brauch, Blumenteppiche aber nur vor den Stationen.
Wenn nicht mehr genug Blumen auf den Wiesen zu finden sind, wird eingefärbtes Sägemehl für die Teppiche verwendet - Blumenteppiche sind natürlich viel
schöner.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: gundi am 10.06.04, 14:33
Hallo!
Ich habe mir heute am Vormittag die Fronleichnamprozession von Murnau im bayrischen Fernsehen angeschaut.War beeindruckend die vielen Vereine und schönen Trachten die dabei waren.Ich finde das bei unseren Nachbarn Brauchtum und Tradition noch mehr gelebt werden als hier in Tirol.Bei uns ist so manches dem Tourismus geopfert worden.
Einen Brauch gibt es aber in unserem Bezirk schon lange,und zwar den "Antlaßritt"-Fronleichnam ist bei uns" Antlaßtag"-.An diesem Tag ziehen ca.100 Mann hoch zu Ross durch zwei Dörfer,vorne weg ein Priester mit der Monstranz.Dieser Ritt geht auf ein mehr als 300 Jahre altes Gelöbnis zurück.
Noch einen schönen Feiertag

gundi :)

Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 11.06.04, 19:32
Ich zeig euch noch ein Foto von unserer Fronleichnamsprozession.... :D

@ Irmi siehst du meine Franziska beim Blumen streuen? ;)



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Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 11.06.04, 19:45
Hier noch meine Drei vor dem Kirchgang.....

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Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina-s am 13.06.04, 01:39
So schöne Fotos!
Danke, Geli!
Habe ich erst heute anschauen können. War die letzten Tage etwas eingespannt.
Muß ja auch mal was arbeiten ;D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 13.06.04, 10:49
Kennt ihr das auch?

Bei uns werden nach der Fronleichnamsprozession von den Birken die in oder um die Kirche stehen, Zweige abgebrochen. Ich stecke meinen Zweig immer im Melkstand hinter eine Vakuumleitung......gleich daneben ist seit einer Woche ein Schwalbennest...... ;D
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mantschi am 13.06.04, 12:47
Geli, das mit den Birkenzweigen machen wir auch- die heißen bei uns "Prangerstauden".

Aus einem abgebrochenen kleinen Ast wird ein Kranz gebunden- es kommt einer in den Stall und einer ins Haus. :)
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Mowi am 14.06.04, 18:48
Hallo Geli,

die fotos von der Fronleichnamsprozzession sind ja beeindruckend.
Was mich interessiert: gehen alle Frauen des Dorfes in so einer Tracht oder ist das nur eine bestimmte Gruppe?

Schöne Grüße, Mowi
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 14.06.04, 22:01

Hallo Geli,

die fotos von der Fronleichnamsprozzession sind ja beeindruckend.
Was mich interessiert: gehen alle Frauen des Dorfes in so einer Tracht oder ist das nur eine bestimmte Gruppe?

Schöne Grüße, Mowi


Hallo Mowi,

das sind nur die Frauen unseres Trachtenvereins. ;)

Hier noch ein Foto, auf dem die Ministranten, der Herr Pfarrer mit dem "Allerheiligsten" unter dem "Himmel" und anschließend noch das "normale Volk" zu sehen ist..... ;)

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Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: gundi am 19.06.04, 22:25
Bei uns hätten heute auf den Bergen die Sonnwendfeuer brennen sollen,aber auf Grund des schlechten Wetters sind nur ganz wenige zu sehen.

Ein schönes Wochenende

gundi :(
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mary am 20.06.04, 11:50
Hallo Gundi,
ist Sonnwend nicht erst am 24. Juni? Grusel, jetzt ist schon wieder der Aufwärtsgang der Sonne beendet,
und das Jahr geht wieder in die andere Richtung.
Ich sag das immer meinen Kübelpflanzen ;), dass sie die Sonne wirklich nutzen sollten.
Herzliche Grüsse
maria
PS: Sonnwendfeuer in den Bergen stelle ich mir schon als etwas besonderes vor.
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: gundi am 20.06.04, 20:09
Hallo mary!
Sonnenwende ist am 21.Juni.Am 24. ist Johanni da gibt es in manchen Gegenden den Brauch der Johannisfeuer.

lg gundi ;)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 11.12.04, 20:57
Am letzen Donnerstag war´s wieder soweit. :D

Die Kinder sind verkleidet als "Kletzei" von Haus zu Haus gezogen und haben das Kletzei-Lied gesungen.

Kletz Kletz hant da! Kletz Kletz hant da - geh doats uns auf de Tür!
In unserm Sack de guatn Gabn, ihr wissts, de mechtn mir:
Vie Guatln de frisch bocha san und Nussn, de recht kracha dan und Äpfen rot und schwar
und Zehnal meng ma aa.

Nachdem die Kinder ihre Gaben erhalten haben, singen sie noch die zweite Strophe:

Kletz Kletz warn da! Kletz Kletz warn da - doats wieda zua de Tür!
In unserm Sack de guatn Gabn, mir sagn "Gelt´s Gott" dafür.
Gott schütz de Leit und´s Vieh und´s Haus
und alle de gehn ei und aus
vor Krieg, vor Brand, vor Not,
vor Krankheit und vor´m Tod.

[gelöscht, Archiv unter www.baeuerinnentreff.de]
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: gundi am 11.12.04, 21:45
Hallo Geli!

Bei uns gehen an jeden Donnerstag im Advent die "Anklöpfler" von Haus zu Haus und singen,sog.Klöpfellieder.
Dabei wird dann meist für einen guten Zweck Geld gesammelt.Hier im Ort führt diesen Brauch die Landjugend durch.
liebe grüße und ein schönes wochenende
gundi
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Doro am 12.12.04, 12:26
Bei uns gibts den Brauch der ,,Kletzein" natürlich auch.

Aber was immer mehr überhand nimmt, daß Halbwüchsige umherziehen, singen und dann mit Schnaps zugeschüttet werden!! Ein sehr beliebter Ort ist dazu ein nahegelegener Schnapsbrenner!

Was hat das noch mit Brauchtum zu tun!!
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Marina am 12.12.04, 18:07
Hallo Doro,

in einer kleinen Nachbarortschaft geht am Heiligen Abend ein Christkind, gespielt von der BJB, rum und bringt den Kindern die Geschenke (die die Eltern an der Haustüre ans Christkind übergeben, zusammen mit Ermahnungen usw.). An sich eine schöne Sache. Aber wie Du schon schreibst: überall wird dannach Schnaps und Likör ausgeschenkt, so dass das "Christkind" am Schluß nur noch kotzend über der Kloschüssel hängt! Für sowas hab ich einfach kein Verständnis!

Gruß
Marina
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 12.12.04, 21:23
Hallo Geli!

Bei uns gehen an jeden Donnerstag im Advent die "Anklöpfler" von Haus zu Haus und singen,sog.Klöpfellieder.
Dabei wird dann meist für einen guten Zweck Geld gesammelt.Hier im Ort führt diesen Brauch die Landjugend durch.
liebe grüße und ein schönes wochenende
gundi

Hallo gundi,

das Geld, das die Kinder bekommen (ist ein nicht unerheblicher Betrag) wird jedes Jahr zu einem Teil gespendet.  :D

"Kletzei" kommt von Kletzen, so heißen bei uns getrocknete Birnen. Der Name "Kletzenbrot" kommt auch daher. Früher gab´s für die "Kletzein" Äpfel, Nüsse, Feigen, Weihnachtsguatl und eben Kletzen.
Obwohl eine Landesgrenze zwischen uns liegt, haben wir doch viele Gemeinsamkeiten, gell gundi? :D

@ Doro  Schade, dass so schöne Bräuche auch immer wieder ausarten..... ::)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mary am 17.12.04, 08:45
Hallo Geli, hallo Doro,
den Brauch des Kletzeis - kenne ich nicht, aber so einen ähnlichen Brauch, die Klöpfersinger,
die an den Donnerstagen vor Weihnachten- den Rauhnächten von Haus zu Haus gehen,
ein Lied singen und um Kletzen betteln.
Seit vielen Jahren bekommen sie Geld, dass sie für Missionsprojekte in der 3. Welt spenden,
und bei jedem Haus bekommen sie was zum Aufwärmen, in der Regel Schnaps und Glühwein,
sie fahren mit den Fahrrädern eine ganze Strecke-
und jedes Jahr gibts bei uns in der Familie eine etwas hitzigere Diskussion-
weil ich jedes Jahr aus Prinzip einen grossen Topf Punsch- alkoholfrei- mache- und keinen Schnaps ausschenke,- mein Mann und unsere Tochter würden ihnen am liebsten wie überall mit einer Schar verschiedener Schnapsflaschen von innen her aufwärmen.
Ich finde es einfach verantwortungslos, wenn ich mir die Zahl der Häuser vor Augen halte, die sie aufsuchen, und die weite Strecke, die sie zu fahren haben, nicht auf ungefährlichen Neben oder Radwegen, sondern auf ziemlich befahrenen Strassen.
Bloss weil jeder das macht- mit diesem Argument kann mich meine Familie zur Weißglut treiben-
und wenn wirklich was passieren sollte- was Gott verhüten möge, dann geht das Geschrei los.
Ich verstehe einfach nicht, warum zu allen möglichen und unmöglichen Anlässen die wohlgefüllte Schnapsbar herausgeholt wird, kann denn Beisammensein, Gastfreundschaft nicht auch auf eine andere Art gepflegt werden?
Dazu kommt, dass die Klopfersinger ganz dunkel gekleidet sind, also von Haus aus noch schlechter in der Nacht zu sehen sind-
es ist dazu noch ziemlich kalt, wo Alkohol noch ganz andere Wirkungen hat-
er verändert zudem das räumliche Sehen besonders in der Nacht-
aber da scheine ich wieder mal der absolute Aussenseiter zu sein.
Wie wird das woanders gehandhabt?
Herzliche Grüsse
maria
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: renate am 17.12.04, 09:48
Hallo Maria,

ein Aussenseiter bist du deswegen bestimmt nicht. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Klöpfersinger erwachsenen Männer. Warum nicht einfach fragen was sie möchten. Alkoholfrei oder mit, aber vieleicht sind sie zwischendurch auch um einen ganz gewöhnlichen Kaffee dankbar, sozusagen zum Neutralisieren  ;) Ich denke so würde sich der Familienfrieden am allereinfachsten wieder herstellen lassen.

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Doro am 17.12.04, 10:03
Hallo Maria,

da kann ich Renate zustimmen., und Alkohol gibt es bei uns auch keinen! Und schon gar nicht für Halbwüchsige!
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mary am 17.12.04, 12:11
Hallo Doro und Renate,
danke für Eure Beiträge, die Idee zu fragen, ist ganz gut,die Herrschaften sind zwischen 15 und knapp 2O,
mal schauen, nächstes Jahr mache ich einfach Kaffe und Punsch, und wenn wirklich der Schnaps so wichtig ist- es ist ja nicht so, dass ich ihnen keinen geben will.
Aber es ist dunkel, sie sind dunkel gekleidet und unsere Töchter waren auch früher dabei,
jetzt erst beichten sie mir, welche Stürze mit den Fahrrädern es gab, wie angeheitert sie die ganze Strasse gebraucht haben.
Bisher habe ich einfach deswegen keine alkoholischen Getränke gemacht, sicher ist es viel lustiger, wenn alle schnapseln und die Laune steigt um vieles schneller,
aber was ist, wenn einer blöd stürzt, weil er mit den genossenen Alkoholmengen einfach unsicherer wird,
jedes Haus ist stolz, wenn sie ihnen einen tüchtigen Rausch anhängen können, mir widerstrebt das einfach vollkommen.
Die können bei uns Literweise Punsch trinken und ich stelle ihnen gerne Plätzchen und Stollen hin, bis sie nicht mehr können,
aber diese Zusauferei- die geht mir einfach an die Hutschnur-
Herzliche Grüsse
maria
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: renate am 17.12.04, 15:18
Hallo Maria,

jetzt versteh ich Deine Bedenken. Ich dachte, das sind g'standne Manna, da hätt ich gesagt selber schuld!

Aber bei Jugendlichen - die auch noch mit dem Fahrrad unterwegs sind
 ::) da ist dieses Abfüllen mit Alkohol  sträflicher Leichtsinn!!!!!! Auch wenns eine sogenannte Tradirion ist!

Ich wünsch Euch allen, daß nix passiert!
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 17.12.04, 22:12
Hallo Geli, hallo Doro,
den Brauch des Kletzeis - kenne ich nicht, aber so einen ähnlichen Brauch, die Klöpfersinger,
die an den Donnerstagen vor Weihnachten- den Rauhnächten von Haus zu Haus gehen,
ein Lied singen und um Kletzen betteln.

Hallo Maria,

Klöpflsinger und Kletzei ist das gleiche......sie gehen überall an den Donnerstagen im Advent, aber niemals am 4. Donnerstag.

Diese Donnerstage sind aber nicht die Rauhnächte. Rauhnächte sind zwischen dem Thomastag (21. Dezember) und dem Dreikönigstag (6. Januar).

Zum Glück kommen bei uns nur die Kinder und keine Halbwüchsigen, denen ich einen Schnaps anbieten müsste.... ::)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: meichi am 30.12.04, 18:25
Hallo,
bei uns gibt es eine sehr schöne Tradition zum Tag der "Ewigen Anbetung" - für alle die nicht wissen was das ist:
Einen ganzen Tag lang werden Betstunden abgehalten - dieser Tag wurde vom Bistum einmal festgelegt - bei uns ist das morgen, also Silvester. Zum Abschluß dieses Tages findet eine Prozession statt. Dafür werden die Berghänge ringsherum um den Ort mit tausenden Lichtern und Feuern beleuchtet. Besonders schön ist es bei uns, weil sich der Lichterglanz nocheinmal im Fluß spiegelt der sich romantisch durch unseren Ort schlängelt. Vielleicht klappt's mal mit einem Bild - aber ich bin immer bei der Prozession dabei und im Dunkeln kann man nur mit Stativ fotografieren sonst verwackelt alles.
Viele Grüße
Meichi
Titel: Schäfflertanz
Beitrag von: Freya am 09.01.05, 13:10
Hallo,

bei uns im Dorf und in München sowieso, tanzen heuer wieder die Schäffler, wie alle 7 Jahre.

Wir fahren am Nachmittag zu unserem Bauunternehmer, der die Scheffler u.A. bestellt hat, um diesem Ereignis beizuwohnen.  :D :D

Kennt ihr das ???  >> http://www.ganz-muenchen.de/tourist/brauchtum/schaefflertanz/geschichte.html
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Freya am 10.02.05, 00:15
*schubs*  ;)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Ostfriesin am 27.03.05, 05:14
Bei uns haben gestern überall die Osterfeuer gebrannt. Der Brauch ist ja sehr verbreitet. Aber so viele Feuer wie hier in Ostfriesland habe ich vorher noch an keinem anderen Ort, an dem ich gelebt habe, brennen sehen. Manche fangen schon am Morgen an - da geht es dann mehr um das Verbrennen von Gartenabfällen und Gestrüpp. Je nach Wetterlage der Tage davor und Feuchtigkeitsgehalt sind die Dörfer in ganze Rauchschwaden gehüllt. Nebel ist nichts dagegen.

Aber eigentlich soll das Feuer ja die Nacht erhellen. Viele machen ihr eigenes privates Osterfeuer am Tag, damit sie abends zum riesigen Gemeindefeuer gehen können. Auch bei uns brannte gestern abend ein großes Feuer aus Reisig und Holz. Es brennt immer noch ein bisschen.

Viele Ostergrüße an Euch
Ute
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Doro am 03.04.05, 09:47
Hallo annelie,

wie lange vorher liegt den bei Euch der Maibaum schon rum? ???
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Doro am 03.04.05, 18:39
... bei uns auch, dann muß er nicht so lange bewacht werden!
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 04.04.05, 08:25
Ach Ihr Armen....

....da versäumt Ihr ja mindestens 6 Wochen Dauerparty...heut ist auch was los, obwohl der Maibaum ja in unserer Nachbarortschaft - strengstens - bewacht wird... ;D

Sag mal Gerdi, müssen die jungen Leute bei euch denn nicht zur Arbeit.....????? Wenn man so eine Nacht durch den Maibaum bewacht hat ist man eigentlich etwas müde am nächsten Tag..... :P ;D
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 04.04.05, 22:14
Hallo Geli!
Tja, sind ja nicht nur junge Leute, die die Wache halten...
da kann sich jeder eintragen, zur Wache gehört auch die Bewirtung der Gäste im Maibaumstüberl,
ich "durfte" beim letzten Maibaum auch mal Wache halten...ganz schön stressig, wir hatten 30 Leute zu bewirten und waren 2 Leute...später kamen dann noch andere Gäste, wir waren nie alleine bis 6 Uhr morgens...gääääähn, ich bin aber schon etwas eher gegangen, da ich ja in den Stall mußte.
Anschließend ging ich ins Bett.. Des war allerdings an einem Wochenende.

Manchen nehmen sich für den nächsten Tag Urlaub, gibt aber auch Rentner, Hausfrauen usw..



...ihr seid ja ein interessantes Volk..... ;D  Ich hab jedenfalls noch nie gehört, dass man wochenlange den Maibaum bewacht...... ;) :P
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Doro am 04.04.05, 23:48
Harte Bräuche ;D, habt Ihr da!
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Marina am 05.04.05, 19:47
Wenn hier schon von Maibäumen die Rede ist:

In unserer Ortschaft wird der Maibaum erst in der Nacht zum 1. Mai aus dem Wald geholt (ausgesucht wird er natürlich schon einigen Tage zuvor bei Tageslicht).
Es wird eine Birke bei uns aufgestellt. Am Stamm werden Figuren, die die verschiedenen Handwerke zum Motiv haben angebracht (Schreiner, Metzger, Bäcker ...).
Unser Maibaum wurde noch nie geklaut, da beim Umschneiden die Figuren zu Bruch gehen würden. Die umliegenden Landjugenden respektieren das.
Das "Umschmeißen" besorgt mitunter die örtliche ELJ selbst, und die Figuren müssen in aller Eile geflickt werden  8) ;D.

Gruß
Marina

P.S. Übrigends durften zu meiner Zeit die Mädchen nicht mit in den Wald. Die waren nach dem Aufstellen lediglich fürs Frühstück zuständig!
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sonnenblume2 am 06.04.05, 08:38
In unserer Gegend gibt es Regeln, dass der Maibaum frühestens 3 Tage vor dem 1. Mai gestohlen werden darf. Würde der Maibaum schon früher gestohlen, dann ist die LJ, welcher der Baum gehört nicht verpflichtet den Baum auszulösen.
Aber dafür muss an den 3 Tagen umso besser auf den Maibaum geachtet werden.

Es ist schon vorgekommen, dass der Maibaum von einer LJ Gruppe gestohlen wurde und die Bestohlenen haben ihn sich wieder zurückgestohlen!


Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Beppa am 06.04.05, 09:05
Bei uns haben gestern überall die Osterfeuer gebrannt. Der Brauch ist ja sehr verbreitet. Aber so viele Feuer wie hier in Ostfriesland habe ich vorher noch an keinem anderen Ort, an dem ich gelebt habe, brennen sehen. Manche fangen schon am Morgen an - da geht es dann mehr um das Verbrennen von Gartenabfällen und Gestrüpp. Je nach Wetterlage der Tage davor und Feuchtigkeitsgehalt sind die Dörfer in ganze Rauchschwaden gehüllt. Nebel ist nichts dagegen.

Aber eigentlich soll das Feuer ja die Nacht erhellen. Viele machen ihr eigenes privates Osterfeuer am Tag, damit sie abends zum riesigen Gemeindefeuer gehen können. Auch bei uns brannte gestern abend ein großes Feuer aus Reisig und Holz. Es brennt immer noch ein bisschen.

Viele Ostergrüße an Euch
Ute

Das wird bei uns wieder zum Hexenbrennen so sein. Da kannste kaum noch atmen.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Vöglein am 07.05.05, 20:49
Hallo,

Freue mich riesig darüber, das ich ab sofort besteller Ausrichter eines Altares
zur Christi Himmelfahrtsprozession in unserer Gemeinde bin.  :D
Hatte in diesem Jahr einen Probelauf, und werde mir für das nächste Jahr noch
einige Utensilien für den Schmuck beschaffen müssen.  ;)

Freue mich über diese Aufgabe, obwohl das meine Kinder gar nicht verstehen wollen.  ::)

Grüße Andrea

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 07.05.05, 21:19
Hallo,

Freue mich riesig darüber, das ich ab sofort besteller Ausrichter eines Altares
zur Christi Himmelfahrtsprozession in unserer Gemeinde bin.  :D
Hatte in diesem Jahr einen Probelauf, und werde mir für das nächste Jahr noch
einige Utensilien für den Schmuck beschaffen müssen.  ;)

Freue mich über diese Aufgabe, obwohl das meine Kinder gar nicht verstehen wollen.  ::)

Grüße Andrea



Hallo Andrea,

gratuliere zu dieser Ehre :D......aber sag mal, gibt´s bei euch zu Christi Himmelfahrt eine Prozession? Bei uns ist die an Fronleichnam..... :-\
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 08.05.05, 08:49
Griaß di Lucia,

ja die Bittgänge gibt´s bei uns auch. Aber da sind bei uns keine Altäre aufgebaut.....  :-\

Wir gehen immer am Montag und am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt. Leider war da arbeitsmäßig hier eher viel los.....Sepp kam vom Mais säen erst immer spät Abends heim... ::) und so konnte ich nur am Mittwoch mitgehen. War aber sehr schön. :D

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 08.05.05, 08:56
bei den bittgängen haben wir auch keine altäre, aber bei der flurprozession gibts vier stück :) allerdings sind die nicht so prächtig geschmückt wie bei fronleichnam, eher etwas schlichter.

Lucia, an welchem Tag ist denn die Flurprozession? Das kenn ich nämlich nicht. Altäre gibt´s hier wirklich nur an Fronleichnam.....
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Vöglein am 08.05.05, 20:13
bei den bittgängen haben wir auch keine altäre, aber bei der flurprozession gibts vier stück :)
Lucia, an welchem Tag ist denn die Flurprozession? Das kenn ich nämlich nicht. Altäre gibt´s hier wirklich nur an Fronleichnam.....

Wir haben von Montag bis Mittwoch Bittgänge in allen Ortsteilen der Gemeinde, ohne Altare. Und an Christi Himmelfahrt
feierliche Fluprzession durch unser Dorf, das ca. 1 km entfernt von der gemeindl. Kirche liegt. Ansonsten haben
wir nur eine kleine Kapelle am Berg, selbst kein Gotteshaus.
Und da sind dann vier Altare aufgebaut, zwei in unserem kleinen Dorf. Es ist eine große Prozession mit Blasmusik und an den  Häusern hängen fast überall  große Fahnen, die unseren Weg schmücken.  :D
Auf Fronleichnam wallen wir im Nachbarort........aber das mit den Altaren ist in der ganzen Gegend so, auch auf Himmelfahrt. ...........nicht nur Fronleichnam. Da sind dann auch die Kommunionkinder nochmals in ihren Kleidern und Anzügen anzutreffen.

Grüße Andrea
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 08.05.05, 21:04
Danke Andrea für die Aufklärung..... :D

Ziehen die Kinder dann an Christi Himmelfahrt und an Fronleichnam ihre Kommunionkleider an? Da rentiert sich so ein Kleid ja noch mehr als bei uns..... ;)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina-s am 08.05.05, 21:09
Wenn ich das von Andrea so lese, so war das bei uns in Kindertagen daheim bei mir auch. Inzwischen machen die das aber auch nicht mehr so.
Da ist man auch mehrere Bittgänge gegangen und am Christi Himmelfahrtstag sind die dann in Prozession von der Pfarrkirche, in der der erste Gottesdienst stattfand  zur Leonhardikirche marschiert und haben dort noch einmal feierlich Gottesdienst gefeiert.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: FTM am 09.05.05, 08:14
Bei uns in Liefering ( Salzburg-Stadt) gibt es den Schauerfreitag ,da wird am Abend zu einem Feldkreuz gegangen und um gutes Erntewetter gebetet,leider ist dieses Kreuz schon von lauter Bauland umgeben war einmal ein sehr guter Gemüsegrund eigendlich schade.
liebe Grüße Maria
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Gitte am 09.05.05, 11:47
Bei uns ist es auch der Brauch, daß die Kommunionkinder ihre Kleider und Anzüge bei der Fronleichnamsprozession nochmal tragen.

Gitte
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Vöglein am 09.05.05, 12:02
Bei uns ist es auch der Brauch, daß die Kommunionkinder ihre Kleider und Anzüge bei der Fronleichnamsprozession nochmal tragen.
aus

Genau so läuft es bei uns.........Christi Himmelfahrt laufen die Kommunionkinder meistens ihren ersten Einsatz
als Meßdiener. Eine besondere Ehre eine Fahne tragen zu dürfen, obwohl ich mir das recht anstrengend vorstelle.
Aber die Jugend soll ja nicht so verweichlicht werden.........zur Belohnung gibt es ein Eis für alle Meßdiener.....ausgegeben vom Pfarrer  ;) :D

Grüße Andrea
Titel: Re:Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Flora am 23.05.05, 22:17
Antonia, schön hast Du es hier beschrieben.

Wir haben denselben Brauch, Blumenteppiche aber nur vor den Stationen.
 Wenn nicht mehr genug Blumen auf den Wiesen zu finden sind, wird eingefärbtes Sägemehl für die Teppiche verwendet - Blumenteppiche sind natürlich viel
schöner.

Hallo Tilly :D

Ich helfe auch jedes Jahr beim Blumenteppich mit.Wir legen einen grossen Teppich vor einem Bildstock. (Station)
Wir nehmen kurzes Gras als Unterlage und  das Motiv zeichnen wir
auf duennes Papier und legen es darauf. Dann machen wir den Rand mit nasser Erde (Mauerchen) und fuellen mit Blumen aus.
Wie macht Ihr das?

Mich interessiert vor allem wie Ihr das Saegemehl faerbt.
weil machmal gibt es wirklich nicht viele Blumen oder nicht die gewuenschte Farbe  - man koennte das Motiv dann laenger vorplanen. ???

Wir sind immer so 5 Personen und dann pressiert´s halt auch mal :P  ???

Hoffe auf Antwort, falls es fuer dieses Jahr nicht mehr reicht - macht nichts- naechstes Jahr helfe ich wieder


Schoenes Fronleichnam
Gruesse von Flora
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Frieda am 26.05.05, 11:26
Hallo,

heut hab ichs endlich mal geschafft, mit allen vier Kindernzur Fronleichnamsprozession zu gehen. Die letzen Jahren war ich nicht, umso schöner wars heut. Naja, die Kleine hab ich am Schluß abwechselend tragen dürfen, der Andreas (2 1/2 Jahre) hat noch zur Unterhaltung der Leute beigetragen ;D.
Bei uns gibst "Bruderschaftsstäbe" in rot, gelb und blau, ich weiß gar nicht was die eigentlich bedeuten, kenn ich aus meiner Heimatgemeinde auch nicht. Auf den steht auch noch die "alte" Hausnummer, den von unserem Hof hab ich für den Franzi geholt - ich glaub eigentlich hätten die roten der Pfarrgemeinderat tragen sollen. Hat sich aber keiner beschwert 8) ;). Leider hab ich dieses Jahr nicht drangedacht, aber nächstes Jahr nehm ich Blumen mit, die können dann die Mädchen streuen.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sonnenblume2 am 07.06.05, 17:05
In 14 Tagen ist ja bekanntlich "Sonnenwende" und dann gibt es dort und da "Sonnwendfeuer" zu sehen.
Es wird eine Figur, "Hansl" gennant, aus alten Kleidern gemacht und mit Stroh ausgestopft auf eine Holzstange aufgebunden und im Sonnwendfeuer verbrant.
Danach wird über den brennenden Haufen gesprungen, das sogenante "Feuerspringen".
Was aber diese beiden Brauchtümer für eine genaue Bedeutung haben, weiß ich leider auch nicht genau.
Aber es macht, vorallem den Kindern, großen Spaß wenn der "Hansl" angezündet wird und sie dann über den Feuerhaufen springen dürfen (natürlich nur unter Mithilfe und Aufsicht von Erwachsenen).
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 07.06.05, 17:57
Hallo Sonnenblume,

ich hab mal in einem alten Jugendroman (noch von meiner Mutter) von Johannifeuern mit Drüberspringen gelesen und konnte mir das nie vorstellen.

WO macht man das denn noch? *neugierig bin*
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sonnenblume2 am 08.06.05, 08:40
Hallo Martina,

ich komme aus Oberösterreich genauer aus dem Innviertel (ist an der Grenze zu Bayern).
Wie weit dieser Brauch verbreitet ist, weiß ich nicht so genau.
Wenn ich nicht vergesse, dann mache ich ein Foto vom "Feuerspringen" und stell es hier herein  :)

Sonnenblume
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Susanna am 08.06.05, 09:20
Sonnenblume, das hört sich ganz toll an! Ich freu mich schon auf das Foto.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sonnenblume2 am 30.06.05, 14:22
Hallo Susanna und Martina,

ich war heuer auf keiner Sonnenwendfeier, habe aber trotzdem ein Foto für euch!

Für Kinder und Frauen ist der Feuerhaufen meist schon etwas niedergebrannt. Für die "mutigen" Männer  ;)  muss natürlich der Haufen noch größer sein!

Gruß Sonnenblume


[gelöscht, Archiv unter www.baeuerinnentreff.de]
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Dette am 10.07.05, 19:29
Hallo,
wer kann mir weiterhelfen?
Göga und ich sollen im September im Nachbarort an einem Almabtrieb teilnehmen mit unseren FV-Kühen. Wie stellt man den Kopfschmuck für die Kühe her? Hörner haben sie nicht. Ich hoffe auf eure Ratschläge von den Profis aus dem Alpenraum.
Gruß Dette
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: frankenpower41 am 20.09.05, 10:54
Hallo

Bei uns war ja am Wochenende Hochzeit von meinem Bruder.
Da kamen dann auch, wie bei uns zuhause Brauch die "Spiesrecker"
Total vermummte Gestalten, die um Essen baten.  Die hatten ihr Gedicht dabei, das das Brautpaar vorlies. Erkannt hat man niemanden und gesprochen wurde kein Wort.
Ich denke, das rührt noch von ganz früher her, als die armen Leute auch Anteil am Fest nehmen wollten.
Ist dieser Brauch auch anderswo bekannt?

Marianne
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sonnenblume2 am 02.05.07, 11:39
Am Sonntag wurde bei uns im Ort der Maibaum aufestellt, organisiert wurde es von der Landjugend.
Eine Nacht zuvor wurde der Baum von einer anderen Landjugendgruppe gestohlen und diese hat den Baum wieder zurückgebracht, nachdem Ausverhandelt wurde, wieviel  unsere Gruppe zahlt um den Baum auszulösen (meist ein Fass Bier und für jeden eine Jause).
Der Baum wurde mit der Hand aufgestellt, danach wurde gekraxelt und die Kindergartenkinder haben noch einen Tanz rund um den Baum aufgeführt.
Am späten Nachmittag wurde dann noch der Maibaum versteigert.

Wenn´s mal passt muss ich noch ein Foto machen und es hereinstellen
Wo wurden noch Maibäume aufgestellt?

lg Sonnenblume
 
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sonnenblume2 am 02.05.07, 13:45
1.Bild: Maibaum aufstellen
2.Bild: Herbert hat auch brav geholfen beim Aufstellen (der mit dem orangen T-shirt)
3.Bild: Der Baum steht
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: gundi am 02.05.07, 16:23
Wo wurden noch Maibäume aufgestellt?

 

Hallo Sonnenblume!

Hier gibt es den Brauch auch. Das ganze organisiert auch die Landjugend, aber versteigert wird er dann erst nach der Fronleichnam-Prozession. Da wird dann noch ein Frühschoppen gemacht.
Gehen bei euch auch die Musikanten am 1. Mai von Haus zu Haus zum "Maiblasen".Dabei gibt es dann Geldspenden mit denen werden die Tracht und die Instrumente finanziert.

lg gundi
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Helhof am 02.05.07, 23:07
Bei uns im Nachbarort (naja, eigentlich nur ein ORtsteil) wurde gestern auch ein Maibaum aufgestellt. Auch mit "Schwaiben", allerdings war der Baum mit zwei Traktoren gesichert, die zum Glück nicht zum Einsatz kommen mussten. Den Maibaum versteigern, das ist mir nicht bekannt.
Dieses MAibaumaufstellen war eigentlich ein für den Ort durchaus großes Ereignis, allerdings hat mir ein bißchen Musik gefehlt, da war gleich gar nichts.
Hat bei euch die Blasmusik, oder wenigstens ein Ziachspieler, oder irgendwer ein bißchen Musik gemacht ?
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Doro am 03.05.07, 07:22
Bei uns wird auch immer einer vom Trachtenverein aufgestellt und das natürlich mit Blasmusik :) Gehört schon dazu.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sonnenblume2 am 03.05.07, 07:54
hallo Maria und Doro,
Zitat
Hat bei euch die Blasmusik, oder wenigstens ein Ziachspieler, oder irgendwer ein bißchen Musik gemacht ?
Die Musikkapelle hat diesmal nicht gespielt, was uns 'Musikerfrauen' eh sehr stark gewundert hat, war nämlich die letzten Jahre immer so. Aber ganz ohne Musik war es dann doch nicht, es hat ein Plattenspieler Musik gemacht  ::) - na ja!
Als der Baum gebracht wurde, ist er schon mit einem Quetschen Spieler begleitet worden.

Gehen bei euch auch die Musikanten am 1. Mai von Haus zu Haus zum "Maiblasen".Dabei gibt es dann Geldspenden mit denen werden die Tracht und die Instrumente finanziert.
hallo gundi
am 1.Mai gibt es sowas nicht ... ABER Neujahranblasen  ::). Da wird vorm 1.1. auch von Haus zu Haus gegangen (meist mehrere Partien mit ca. 10 Leuten) und kurze Stückln gespielt. Dafür bekommen sie Geldspenden mit dem dann auch die verschiedensten Sachen bei der Musik finanziert werden. An diesen 2 Tagen Neujahranblasen, kann man die Männer abschreiben (nichts mehr anfangen), denn bei den meisten Häusern gibt es entweder ein Schnapserl, Glühwein, Glühmost, ...

lg Maria
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 03.05.07, 09:06
Griaß di Maria,

bei uns wird der Maibaum ausschließlich vom Trachtenverein aufgestellt und mit Blaskapelle.....ohne....undenkbar! Das ist ein großes Gartenfest und es ist immer sehr schön.  :D

Dieses Jahr ist aber nichts, dafür nächstes.....

Sitzen denn bei euch die Zuschauer wirklich neben dem "Plattenspieler"..... ??? Das wäre hier ein "Skandal" noch dazu wenn die Männer die den Maibaum aufstellen selber Musikanten sind.... ;)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Sonnenblume2 am 04.05.07, 08:35
Sitzen denn bei euch die Zuschauer wirklich neben dem "Plattenspieler"..... ??? Das wäre hier ein "Skandal" noch dazu wenn die Männer die den Maibaum aufstellen selber Musikanten sind.... ;)
hallo geli
zuerst hab ich mich gefreut 'die Musikkapelle braucht nicht spielen' beim Maibaumaufstellen ... endlich ist auch er mal bei mir ... was war ... er wurde zum Aufstellen gebeten  ::)
also ist es egal gewesen ob nun spielen oder aufstellen (in beiden Fällen ist er nicht am Tisch)
Ich denke der Grund, dass sich die Landjugend für einen Plattenspieler entschieden hatte, war der, dass ihnen die Musikkapelle zu teuer kommt (entweder Kohle oder gratis essen und trinken für ca. 45-50 Pers.)
aber ich muss sagen, mich hat es gar nicht mal so gerstört, dass die Musik aus der Box kam, hab mich sowieso mehr auf die Gespräche am Tisch konzentriert  ;) :)

lg Maria

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: geli.G am 04.05.07, 08:43

hallo geli
zuerst hab ich mich gefreut 'die Musikkapelle braucht nicht spielen' beim Maibaumaufstellen ... endlich ist auch er mal bei mir ... was war ... er wurde zum Aufstellen gebeten  ::)
also ist es egal gewesen ob nun spielen oder aufstellen (in beiden Fällen ist er nicht am Tisch)

Hallo Maria,

Musikantenfrauen haben es nicht leicht.....  ;)

Eine Freundin von mir hat einen Mann, der Musikant und Fußballer ist bzw. das Fußballspielen hat er inzwischen aufgehört. Der war entweder auf dem Fußballplatz oder beim Training oder bei einem Fest mit der Kapelle...... ::)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Helhof am 07.05.07, 22:16
Das ist bei engagierten Feuerwehrlern (noch dazu jetzt kurz vor dem Fest) nicht anders !
(Aber ich habe jetzt wieder angefangen, Musik zu spielen, und jetzt kann es vorkommen, dass auch er allein zu Hause ist, aber meistens trifft die Oma das Babyfon.)
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: pauline971 am 30.03.08, 22:12
Ich brüte grad so über Ostern, Frühling, Maibaum, Pfingsten usw. Mir kommt grad in den Sinn - Ostern ist vorbei, Pfingsten steht dann irgendwann an. Bei uns war es früher Tradition, an Pfingsten alles mit Birkenzweigen zu schmücken und diese Zweige dann nach Pfingsten im DAchboden aufzuhängen, damit der Blitz nicht einschlägt  :D Kennt diesen Brauch jemand?
Gruß Pauline
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 31.03.08, 07:28
Hallo Pauline,

das mit dem Aufhängen der Birken als Blitzschutz kenn ich nicht.

Aber bei uns war es so, dass die Jungen den von ihnen angebeteten Mädchen zu Pfingsten Birkengrün brachten, ab der Konfirmation bis sie dann ihren ersten festen Freund, bzw. früher sich verlobt hatten.
Die Mädchen, die nicht so gemocht wurden, bekamen angerührte Kalkbrühe vor die Haustüre.

Irgendwann geriet der Teil mit dem Birkengrün in Vergessenheit und nun gibt es generell nur noch Kalk, aber auch das wird weniger.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Doro am 31.03.08, 08:50
Hallo Pauline,

bei uns ist es Brauch Birkenzweige bei der Fronleichnamsprozession mitzunehmen. Die stehen ja da den Weg entlang. Daraus wird dann ein kleiner Kranz gemacht und im Stall aufgehängt.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: kueken am 31.03.08, 09:17
Also :) Bei uns wir Fronleichnam und Pfingsten alles mit Birken geschmückt, außerdem werden von Pfingstsamstag auf Sonntag Birken gsteckt.
Und zwar bekommt jedes Mädel eine von ihrem Verehrer, soern sie einen hat.
Meine letzte Birke war 12m hoch und hat in der Nacht auf Grund der böen die Dachrinne vom Haus gerissen, den Gartenzaun platt gemacht und anschließend noch das Flussgeländer zerstört :)
Das war meine Letzte Birke, sonst hätte mein Papa den Jungen umgebracht *g*
Die nicht beliebten Mädels, bekommen nen Reisig-Besen.


Lg franzi
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: silvia am 31.03.08, 14:18
Hallo Franzi!

Das mit dem Bäumchen und den Besen stecken ist bei uns in der Freinacht von 30.April auf 1.Mai.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: strop am 01.04.08, 11:16
Kenn ich auch, kueken  :D,
und in diesem Jahr sind die Rollen vertauscht, da dürfen die Mädchen mit den Pfingstbäumen losziehen und sie den Jungen bringen, es ist schließlich Schaltjahr  :D...
LG,
strop
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: pauline971 am 01.04.08, 12:06
Schöne Bräuche. Man darf sie auch nicht aussterben lassen.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: fanni am 28.04.08, 08:14
Mir ist grad eingefallen, diese Woche ist wieder Freinacht!!  :o :o :o

d.h. Hausbänke und Wäschespinnen rein...............viel Arbeit wegen so ein paar Halbstarker!!

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: pauline971 am 28.04.08, 10:41
Hey Fanni, das hab ich heut früh im Radio gehört. Man soll das Auto in die Garage stellen. Der Moderator hat erzählt, letztes Jahr hatte er in den Lüftungsschlitzen vom Auto Käse  :o
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: fanni am 28.04.08, 12:21
Genau............bei uns gehen sie (und teilweise haben diese "Hundskrüppel" ;)) noch die Windel zwischen den Füßen mit Zahnpasta und Klopapier los (das auch noch von den lieben Eltern gekauft wurde)

..................grgrgr heuer legen wir uns auf die Lauer aber hauen darf man ja wieder keinen. :-X :-X...................ich sag nur "Wasserschlauch!!!"

(http://www.smilies.4-user.de/include/Frech/smilie_frech_025.gif) (http://www.smilies.4-user.de)(http://www.smilies.4-user.de/include/Frech/smilie_frech_025.gif) (http://www.smilies.4-user.de)


hat mit dem ursprünglichem Brauchtum nix mehr zu tun ist nur noch Randale.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Mucki am 28.04.08, 12:42
hallo fani ,
viel spaß bei deiener wasserschlauch atake,vieleicht könntest du uns berichten wie es war,stell mir das schon schlimm vor mit der randale ,aber dein wasser schlauch is eien gute ide,da wird nimand verletzt und doch kann mann sich wehern.viel ervolg .
wünscht dir Mucki
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: fanni am 28.04.08, 12:56
ich bin ja auch immer FÜR die Jugendlichen und sehe ihnen alles nach, wer weiß  was meine so alles anstellen, aber letztes Jahr sind sie in unsere Milchkammer eingedrungen und das war mit zuviel............ >:(
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: eifelrosi am 03.05.08, 15:30
Hallo,

bei uns werden auch in der Nacht zum 1. Mai die bunt geschmückten Bäume aufgestellt.
Die Mädels werden hier sogar noch versteigert von den Junggesellen. Wer dann den Zuschlag bekommt, stellt den Baum auf. Wer den höchsten Preis erzielt, ist Maikönigin.
Am 1. Mai kommen die Junggesellen dann ab mittags noch mal zu den jeweiligen Häusern, dann tanzt derjenige, der ersteigert hat, mit dem Mädchen zur Akkordeonmusik auf "Der Mai ist gekommen". Da unsere Mädels alle unterwegs waren, hab ich dann Ersatz gespielt - hat mir auch noch Spass gemacht gg. Dann bekommen die Jungs noch ein paar Eier mit auf den Weg. Die gesammelten Eier werden dann am Schluss zu Rührei verarbeitet und verspeist.
Dann gehts auf unserer Maikirmes weiter mit den Bräuchen, da berichte ich drüber, wenn die vorbei ist, muss noch einiges machen, damit ich heut abend pünktlich fertig bin.

Viele Grüße aus der Eifel
Roswitha

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Nanne am 03.05.08, 19:33
Hallo,
Maibaumaufstellen ist bei uns auch üblich. Da spielt dann die Musik dazu und die Landjugend grillt. Es trifft sich das ganze Dorf und man feiert das erste mal im Freien. Der Maibaum muß dann von der Jugend bis in die Morgenstunden bewacht werden, damit er von Jugendlichen aus den Nachbardörfern nicht abgesägt wird.
Da wird aber nicht sinnlos getrunken und randalliert, sondern da gehts eher friedlich zu.

Nanne
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: gini am 03.01.09, 13:20
Übermorgen ist "Glöcklertag" im Salzkammergut.
Gruppen mit kunstvoll gestalteten Kappen ziehen von Haus zu Haus und singen althergebrachte Lieder. Besonders in den Gemeinden um den Traunsee wird das gepflegt.
In Neukirchen bei Altmünster ist das sogar der "Nationalfeiertag".http://www.im-salzkammergut.at/salzkammergut/kultur/artikel-lesen/frmArticleID/8272/
Seht es euch an,es lohnt sich.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: kueken am 03.01.09, 14:30
Werden bei euch noch Neujahrsständela gespielt?

lg küken
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: samira am 03.01.09, 19:08
Hallo Kueken,

erzähl doch mal mehr über den Brauch. Ich hab noch nie davon gehört.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: kueken am 03.01.09, 19:44
Bei uns oder eher bei meinen Eltern, treffen sich am 1.1. jeden Jahres alle Musiker aus dem Dorf und ziehen von Haus zu Haus. Überall werden verschiedene Musikstücke gespielt. Märsche, Polkas, aber uach moderne swingige Sachen und dann gibt es eine Spende für die Musiker und einen Schnaps.
Was am Ende des Tages übel enden kann *g*


lg küken
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: studentin_sandra am 13.02.10, 16:10
Liebe Administratoren, liebe Mitglieder des Forums,

Wir sind eine Gruppe von Studenten der Volkskunde an der Universität Tübingen. Für ein studentisches Projekt würden wir gerne einige Beiträge als Beispiele analysieren und nutzen. Thema des Projektes ist der Erhalt und die Rolle von Brauchtum im Wandel der Zeit, sowie regionale Unterschiede. Dazu möchten wir uns unter folgenden vier Namen für alle ersichtlich registrieren:
-student_andi
-studentin_sandra
-studentin_martina
-student_christian

Die Ergebnisse würden nur innerhalb des Rahmens eines institutsinternen Seminars diskutiert werden. Wir garantieren Ihnen selbstverständlich, mit den Beiträgen verantwortungsbewusst umzugehen, sie vollständig zu anonymisieren und wir verpflichten uns, diese nicht an Dritte weiterzugeben. Sollten einzelne Nutzer nicht damit einverstanden sein, dass wir ihre Beiträge verwenden, bitten wir, uns dies mitzuteilen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns bei unserem Projekt unterstützen könnten und hoffen auf Ihr Einverständnis und Ihre Mithilfe. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: christian.buchner@student.uni-tuebingen.de

Mit herzlichen Grüßen,

Andreas, Sandra, Martina, Christian
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: studentin_sandra am 13.02.10, 16:13
Hallo liebe Forumsmitglieder,

Nachdem ich mir nun diesen Thread hier sehr interessiert durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass von einigen Mitgliedern immer wieder bedauert wird, wenn ein alter Brauch nicht mehr praktiziert wird.

1) Warum ist es euch so wichtig an alten Bräuchen und Traditionen festzuhalten? Was bedeutet euch das?

2) Wie würdet ihr es beispielsweise finden, wenn ihr bemerken würdet, dass eure Kinder oder Enkel lieber Halloween als Karneval feiern? Habt ihr solche (oder ähnliche) Erfahrungen bereits gemacht, dass euch eure Sprößlinge irgendwann plötzlich mitteilen, dass sie bei dieser oder jener Tradition nicht mehr mitmachen bzw. diese nicht mehr weiterführen möchten?


Liebe Grüße,
Sandra


Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: fanni am 13.02.10, 17:22
Ab wan nist eigentlich was ein Tradfition??  Würd mich mal interessieren!
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: studentin_sandra am 13.02.10, 17:54
Hallo fanni,

Das Wort Tradition lässt sich vom lateinischen Wort "traditio" herleiten, was so viel wie "Überlieferung" bedeutet. Ganz allgemein bedeutet Tradition die Weitergabe von gewissen Überzeugungen, Glaubensvorstellungen und Handlungsmustern (dazu gehört auch z.B. Sprache). Dies geschieht immer mündlich oder schriftlich innerhalb von Generationen (innerhalb Familie) oder Gruppen allgemein, die eben gewisse Überzeugungen und Vorstellungen verbindet. Indem die Nachfahren das Verhalten der Vorfahren nachahmen und fortführen (wie z.B. hier beschrieben: das Maibaum aufstellen oder das Backen von Neujahrskuchen) wird etwas zur Tradition.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: martina am 13.02.10, 18:03
Hallo Sandra,

ja, warum ist es schade, wenn alte Traditionen nicht fortgeführt werden? Das ist eine gute Frage.

Vielleicht, weil die Traditionen ein Teil unserer Kultur sind, die man erhalten möchte?
Und weil es schade ist, dass altes Wissen verloren geht?
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: lindenblüte am 13.02.10, 19:19
ich finde daß es schon wichtig ist Traditionen an unsere Kinder weiterzugeben da diese Rituale auch eine gewisse Sicherheit vermitteln.(Halt und Zugehörigkeit in eine Gesellschaft).  Es ist aber auch wichtig Veränderungen zuzulassen und nicht verstaubt und altmodisch zu sein - das schreckt dann viele Jugendliche ab. Obwohl sich viele Jugendliche schon einmal eine Zeit von Traditionen distanzieren aber oft später wieder zurückfinden.

lg Lindenblüte
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mamaimdienst am 13.02.10, 19:33
Halloween gehört bei uns im Dorf Gottseidank (noch) nicht zum tradionellen Gut. Im nächsten Ort ist das schon anderst. Da ziehen am 31.10. tatsächlich Kinder von Haus zu Haus und bekommen Süßigkeiten. (Dort gibt es sehr viele Rußlanddeutsche, die das mehr oder weniger eingeführt haben). Erstens sind bei uns im Dorf so gut wie keine "Auswärtigen" zugezogen und bei uns werden schon noch "alte" Traditionen gepflegt. So ziehen bei uns z.B. an Faschingsdienstag die Kinder verkleidet von Haus zu Haus, sagen ein Sprüchen auf oder singen ein Lied. Dafür bekommen sie Geld (Waren wir früher stolz, gaaaanz viel Geld bekommen zu haben - pro Haus waren das so ca. 20 Pfennige  ;D). Das haben wir Eltern vor 30 Jahren auch schon gemacht. Nachmittags ist dann immer ein Umzug mit den Kindern durchs Dorf mit anschließendem "Faschingsball". Ich hoffe doch, daß in 30 Jahren meine Enkel auch mal so durchs Dorf ziehen. Vielleicht gibt es aber dann auch andere Traditionen. Diese verändern sich auch. Den Neujahreskaffee bei meiner Oma wird es aller Warscheinlichkeit nach, nächstes Jahr schon nicht mehr geben. Da wird sich dann eine neue Tradition finden. Veränderungen sind also auch ganz normal. Ich denke auch, das Traditionen schon eine gewisse Sicherheit verspüren lassen und bin froh daß wir welche haben.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Christine am 14.02.10, 06:14
So ziehen bei uns z.B. an Faschingsdienstag die Kinder verkleidet von Haus zu Haus, sagen ein Sprüchen auf oder singen ein Lied. Dafür bekommen sie Geld (Waren wir früher stolz, gaaaanz viel Geld bekommen zu haben - pro Haus waren das so ca. 20 Pfennige  ;D). Das haben wir Eltern vor 30 Jahren auch schon gemacht.

Ich bin e kleener König, gebbt m'r net ze wenig, lasst mich net so lange steh', ich will e Heisel weiter geh'.
Das war der Spruch meiner Kindheit. Mal sehen, was unser Enkelkind sagt, wenn's bald soweit ist......

Christine
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Andrea-mit-Sippe am 14.02.10, 08:39
Bei mir zuhaus - hier jetzt nicht, da das Dorf zu gross dafür ist - gehen die Kinder - früher so erste Klasse bis sechste Klasse, heute werden die Zwerge von Mama im Kinderwagen geschoben  :-X bis ca. 6. Klasse - am Faschingsdienstag von Haus zu Haus, singen "Lustig ist das Zigeunerleben"  nur beim ehemaligen Schmied singen sie "Gema weng iwe zum Schmied seiner Frau", werden von den Leuten begutachtet und erhalten Bonbon oder auch Geld. Da  gibt es bei uns schöne alte Bilder, man muss nur hinten schreiben, wer da wer ist, weil unter den oft super Masken erkennt man die Kinder kaum!!

In diesem Sinne

Helau Oho und Aalaf!!
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: fanni am 14.02.10, 08:48
Hallo fanni,

Das Wort Tradition lässt sich vom lateinischen Wort "traditio" herleiten, was so viel wie "Überlieferung" bedeutet. Ganz allgemein bedeutet Tradition die Weitergabe von gewissen Überzeugungen, Glaubensvorstellungen und Handlungsmustern (dazu gehört auch z.B. Sprache). Dies geschieht immer mündlich oder schriftlich innerhalb von Generationen (innerhalb Familie) oder Gruppen allgemein, die eben gewisse Überzeugungen und Vorstellungen verbindet. Indem die Nachfahren das Verhalten der Vorfahren nachahmen und fortführen (wie z.B. hier beschrieben: das Maibaum aufstellen oder das Backen von Neujahrskuchen) wird etwas zur Tradition.

ichhäng noch am Grunsätzlichem rum................

also bei uns gibts viele "Traditionen" im Kirchenjahr die ich gerne mitfeiere.........wenn ich aber sehe, dass der Anklang nicht mehr so da ist, hab ich persönlich kein Problem damit einen "Brauch" eine "Tradition" auch mal in Ruhe sterben zu lassen............z.B. Oktoberrosenkränze gibts bei uns nicht mehr, einfach weil keiner mehr hingeht........also Abstimmung mit den Füßen.

Manches "Alte" ist ja echt belastend. z.b. meine Schwägerin hat jetzt ein Ehrenamt abgegeben, in ihrem Dorf wurde immer für den Maialtar,also für den Blumenschmuck des Marienaltars im Mai gesondert gesammelt von Haus zu Haus.........sie hat einfach keine Lust mehr sich hier auf der Strasse einen abzuquatschen und ein anderer hat diese Aufgabe auch nicht mehr übernommen.............aha.............also hat die Kirchenverwaltung diese Tradition einfach sterben lassen und zahlt es jetzt aus anderer Kasse........so schnell gehts.

Da gäbs noch mehr Beispiele...........andererseits wird manches gleich zu einer Tradition hochgelobt, nur weil man es mal ausprobiert hat und es beim ersten Mal guten Anklang fand.........z.B. Aktion Adventsfenster bei uns...hat super geklappt, aber muß man es dann gleich jedes Jahr machen, bis es sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder totgelaufen nhat, weil die Leute, die es organisieren der Dampf ausgeht ;) 8)..alle zwei Jahr wär auch was find ich.......
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: goldbach am 14.02.10, 10:09

Da gäbs noch mehr Beispiele...........andererseits wird manches gleich zu einer Tradition hochgelobt, nur weil man es mal ausprobiert hat und es beim ersten Mal guten Anklang fand.........z.B. Aktion Adventsfenster bei uns...hat super geklappt, aber muß man es dann gleich jedes Jahr machen, bis es sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder totgelaufen hat, weil die Leute, die es organisieren der Dampf ausgeht ;) 8)..alle zwei Jahr wär auch was find ich.......

@fanni: Danke, denn genauso denke ich auch. Wenn ich wo lese "traditionelles xxxfest"  - und dann wird es zum drittenmal oder so gemacht - da stellen sich meine Gedanken quer...
Eine "Tradition" in meiner Heimatkirchengemeinde waren die Markus-Bittgänge. An zwei Abenden gingen wir betend zum Nachbarort bzw. zur Filialkirche, dort wurde eine Messe gelesen und man ging wieder zurück. Teils begleitet von den besuchten Kirchgängern des Nachbarortes. Am "großen Bittgang" gingen wir an einem vormittag dann alle zusammen zu den übernächsten. Da wurde eine Kirche gehalten und die Erwachsenen sind anschl. zur Stärkung ins Gasthaus. Etwa 1/12 Std. Pause. Die meisten Kinder bekamen die Brotzeit mit und etwas Kleingeld damit wir uns beim Kramer was kaufen konnten. Die Strecke sind einfach etwa 4 km und die, die wir besuchten gingen bis zu einem Wegekreuz wieder mit zurück. Für diesen Bittgang bekamen alle Kinder der betreffenden Schulen schulfrei. Heutzutage unvorstellbar. Mit dem auslagern der kleinen Schulen und dem Bauernsterben auf dem Land, sind solche Traditionen weggebrochen. Den Markus-Bittgang gibt es in der abgespeckten Version: jedes Jahr abwechselnd besuchen sich die Gläubigen in Form eines Bittganges am Abend.  Allerdings gehen wenig junge Leute mit, bei den Kindern meist nur die Kommunion bzw. Firmung haben - auch dieser Bittgang wird es nicht mehr lange geben.  Ebenso wurden die Flurumgänge an den Abenden in den Kirchengemeinden eingestellt. Nun gibt es einen spez. Wettersegen nach den Abendmessen. 
In meiner Kindheit waren auch wesentl. mehr Messen in den Filialkirchen. Im Zuge des Priestermangels kommen die Pfarrer/Kapläne/Diakone nur noch jede Woche einmal und alle 3 Wochen an den Sonntagen.
Die Sonntagsrosenkränze mußten wir als Kinder nicht besuchen: Mutter war evangelisch.... Was haben uns die Nachbarskinder immer drum beneidet!
Denn: Sonntagvormittag um 9 Uhr (bis 10 Uhr)  Gottesdienst dann gab's um 11 Uhr Mittagessen und um 12:30 Uhr wieder Rosenkranz.
Die Sonntagsrosenkränze sind mittlerweile kaum mehr besucht.  Die Maiandachten 1-2 mal wöchentlich werden von "uns" selbst gestaltet und abgehalten.  Je nach Lust und Laune. Und darum werden sie auch gut angenommen.
Viele Traditionen in den Dörfern leben und sterben mit dem Engagement von Einzelpersonen. Meist waren dies doch Bauernfamilien, die sich dafür Zeit nehmen/genommen haben. Die anderen Berufstätigen können diese Aufgaben oftmals nicht erfüllen, da sie untertags nicht in den Dörfern sind. Und am Abend eh' so viel ansteht, was zu erledigen ist.
Ich denke auch, daß in der nächsten Zeit viele kleine Feuerwehren vor dem "Aus" stehen. Als Verein wird es die FFW weiterhin geben. Wenn bei uns an einem Werktag die Sirene geht, sind nicht mehr viel Männer im Ort, die zum FFW-Haus laufen. Der Großteil der Aktiven arbeitet auswärts.
Ich bin der Ansicht, man soll sich nicht den Traditionen verpflichtet fühlen, nur weil sie Tradition sind.  Alles ist in Bewegung - schon immer. 
Wie sagte meine alte Tante immer: Nur weil's von Früher ist, ist das noch lange nicht gut.
goldbach
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: pauline971 am 25.09.10, 16:15
Hallo zusammen,
nächste Woche wird unsere neue Heizung in Betrieb genommen. ich freu mich wahnsinnig. Meine Frage: Kennt jemand den Brauch bei der ersten Inbetriebnahme eines Holzofens ein Glas Schnaps reinzuschütten (also in den Ofen  ;D)? Das soll bedeuten, daß der Ofen immer gut brennt. Ich kenne das nicht, aber mein Mann hat es in der Arbeit von einem kollegen erzählt bekommen.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: samira am 25.09.10, 16:25
Hallo pauline!

Also davon hab ich noch nie was gehört. Aber wie heisst es so schön: Andere Länder, andere Sitten. ;D
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: maria02 am 25.09.10, 17:06
Hallo Pauline,

ich würde den Schnaps ja eher darauf trinken als ihn in die Heizung zu schütten ;D
Obwohl wir haben mal so einen Fussel geschenkt gekriegt, der war wirklich nicht zum hinunter bekommen....
mit dem hab ich dann Fenster geputzt ;)

Lieber Gruß
Maria
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: pauline971 am 26.09.10, 20:52
Ich werde ein Schnapsglas in den Ofen trinken und allen Beteiligten ein Glas einschenken und dann trinken wir auf das Wohl vom neuen Ofen und daß er immer gut brennt  :D
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: zensi am 19.03.16, 11:59
Wer schmückt noch Palmkerzen oder -Zweige. Was steckt ihr alles rein.
Was bindet ihr in  Palbuschen?

Ich stecke in meine Palmkerzen: Sonnendisteln, Buchs,Tuja , Eichenlaub, Lärchenholz.
Eigentlich noch sogenannten Drudenfuß. Aber ich kann keinen finden.

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: mamaimdienst am 21.10.16, 09:47
Dieses Wochenende ist bei uns im Dorf "Kirbe" (Kirchweih, Kirwa, oder wie auch immer das bei euch heißt  ;D ).

Unser Metzger (wohnt hier im Dorf und macht in seiner Freizeit Hausschlachtungen) hat dieser Tage zwei extra
für die Kirbe gemästete ("nur" etwas länger gemästet, gefressen haben die natürlich gleich wie die anderen
Schweine des örtlichen Schweinemästers) Schweine geschlachtet. Heute Abend gibt es dann "nur" Schlachtplatte,
Bratwürste mit Sauerkraut und ähnliches. Morgen treffen sich ein paar Frauen und bereiten gemeinsam die Salate
für den Sonntag Mittag zu (das Dressing kommt von mir, Rezept kommt von einer lieben BT-Dame aus der
Schweiz  ;D). Sonntag gibt es dann auch "festliche" Speisen. Kuchen für den Sonntag Nachmittag sind natürlich
auch wieder von Damen aus dem Dorf.
Unsere Kirbe ist mittlerweile sehr bekannt, da wirklich alles selber gemacht wird. Auch der Kartoffelsalat und die
Spätzle für Sonntag werden komplett selber gemacht. Wir haben ca. 450 Einwohner. Am Freitag gehen immer
ca. 300 Portionen raus, am Sonntag werden wieder mit über 500 Portionen gerechnet. Statt findet die Kirbe immer
im Sportheim. Ach ja am Sonntag Abend ist auch immer noch die Hölle los. Übrig bleibt meistens nichts. Die zwei
Dorfbewohner, die die Schweine immer stiften, bekommen dann den geräucherten Schinken der Schweine. Sonst
wird wirklich alles für die Kirbe benötigt.

Wie ist das bei Euch so in den Dörfern?

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Wiese am 21.10.16, 13:16
Bei uns heißt der Tag Kirta.
Viele Gaststätten laden dann zum Kirta-Essen ein.
Bei meiner Heimatgemeinde wird jedes Jahr besonders gefeiert. Zuerst ist eine Kirche
in unsere kleine Dorfkirche mit Chor und allem drum und dran.

Anschließend ziehen sie von der Kirche zum Wirt, ist ja gleich daneben.
Dort wird gegessen, dann gibt es verschieden Einlagen, jedes Jahr verschieden.
Mal eine Ausstellung von alten Fotos oder musikgruppen treten auf. Dann werden selbst
verfasste Gedichte und Geschichten oder auch Lieder vorgetragen usw.

Nachmittags gibt´s dann ein großes Kuchenbüffet von den Frauen mitgebracht und der Erlös
kommt dann einen guten Zweck zugute.

Und vor allem kommt auch das ratschen nicht zu kurz, gehört einfach dazu.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: hosta am 21.10.16, 13:23
Bei uns gibt's so was gar nicht.
Mich würde nun mal interessieren, wo es seinen Anfang genommen hat oder woraus entstanden oder Bedeutung.

Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: frankenpower41 am 21.10.16, 13:57
Kirchweih ist in Bayern/Franken  vergleichbar mit den Schützenfesten im Norden.
In den katholischen Gegend gibt es den einheitlich Kirta-Tag  (Anfang Oktober) , berichtigt mich wenn ich was falsches schreibe.
Hier in unserer ev. Gegend hat jeder Ort "seine Kerwa", beginnt Anfang Mai und endet im November.
Hängt ursprünglich an der Kirchenweihe, da aber viele Orte gar keine Kirche haben feiern sie eben ihre Kerwa irgendwann. Termin ist immer gleich.
Im Sommer kann man, so man rechter Kerwafreund ist, schon mal in Terminschwierigkeiten kommen. Früher war das das Fest im Jahreskreis. Inzwischen sind auch sonst viele Feste, da hat sich das geändert.
Als ich hierherkam vor fast 30 Jahren war es noch üblich Bündel zu backen (Hefegebäck) für Verwandtschaft, Milchfahrer, Postbote....., das macht inzwischen niemand mehr. Auch wurde Sonntags die Verwandtschaft eingeladen, auch das ist bei uns nicht mehr.
Die Ortsburschen machen Kerwaumzug, da hat es einfach dazugehört dass da jeder mitmacht. Auch das ist nicht mehr der Fall.
Ändert sich vieles.
Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: gammi am 21.10.16, 14:04
Kirchweihsonntag gibt es zwar bei uns auch. Aber der wird nur mit einem Gottesdienst gefeiert.

Dafür wird bei und das Kirchenpatrozinium gefeiert. Das heißt am Sonntag nach dem Namenstag des Kirchenheiligen wird ein Fest mit feierlichem Gottesdienst, Frühschoppen, Mittagstisch und Kaffee und Kuchen gefeiert.


Titel: Re: Alte Brauchtümer und Traditionen
Beitrag von: Anneke am 21.10.16, 14:17
@frankenpower, du gabst die "Erlaubnis" zu berichtigen ;D

Der offizielle Kirchweihsonntag in katholischen Gegenden ist immer der 3. Sonntag im Oktober. Früher hatten alle Wirtschaften volles Haus hier im Dorf am Sonntag und vor allem am Kirchweihmontag (früher regelrechter Feiertag), am Dorfplatz gab es Schießbuden, Karussell etc. 
Bis vor ein paar Jahren gab es hier im Ort 3 Wirtschaften, die dann im Lauf der Jahre dazu übergegangen waren, ihre jeweilige Hauskirchweih an 3 verschiedenen Oktobersonntagen abzuhalten.

Als Familienfeste wurden jedoch hier in dieser Gegend immer die Patroziniumsfeste gefeiert, d.h. jede Kirche ist ja einem bestimmten Heiligen geweiht/gewidmet, z.B. Vitus, Martin, Peter und Paul, Jakob usw. Viele kath. Kirchen feiern ihr Patrozinium z.B. auch an Maria Himmelfahrt (15. August), so auch in meiner Ursprungspfarrgemeinde. Früher wurde da in manchen Familien die ganze Verwandtschaft eingeladen z.T. schon zum Mittagessen, sicher aber zu Kaffee und Kuchen, obwohl es früher eher Küchle gab. Mein Vater hat derlei schnell abgeschafft ;D, da ging die Arbeit immer vor, sehr oft stand sowieso Dreschen (Weizen) an.

Nachtrag: Gammi, du warst schneller ;D, ich lass aber meine Erklärung trotzdem stehen ;D