Autor Thema: Umgang der Kirche mit den Verfehlungen ihrer Mitarbeiter II  (Gelesen 12010 mal)

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Offline Morgana

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dass etliche das mit der enthaltsamkeit nicht so genau nehmen weiß ich spätestens seit meiner
Kommunion, als der Onkel meiner Mutter (Pater in München)  seiner Schwester (Nonne)
erzählt hat wie der Hase so läuft. Da habe ich ganz lange Ohren gekriegt.
Die Nonne war entsetzt und der Pater hat gegrinst und von seiner "Herzdame" geschwärmt.
Auf die Nachfrage wie er das vor seinen Kollegen und Vorgesetzten macht, meinte der
die machens doch nicht anders. Nur früher hatten die meisten Haushälterinnen und jetzt
muss man halt zusehen wo man bleibt.

Unser Pfarrer hat uns im Religionsunterricht immer erzählt, dass die Pfarrer nicht heiraten dürfen,
damit sie sich ganz auf ihre Gemeinde und Schäfchen konzentrieren.






Offline Maja

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Lexie ich versteh dich.
Man muss seinen eigen Weg mit dem Glauben an Gott finden .
Das Verhalten der Kirchenmänner ist in keinster Weise zu tolerieren und genau wie du
War ich damals vor vielen Jahren sehr entsetzt als ich von der Doppelmoral erfuhr.

Zölibat fordern und Predigen und dann mussten sehr gute Seelsorger ihr Leben lang lügen und ihre Kinder verheimlichen.
Da habe ich auch lange daran geknabbert.
Die Zeremonien in der Kirche sind ja schon viel älter, als die Regeln des Zölibat und da fehlt uns ganz viel , auch durch Corona und eben weil man mit dem Bodenpersonal Christi nicht zurecht kommt und sich nicht auf das Wesentliche des Glaubens konzentrieren kann.
Es stehen eben die Verfehlungen der einzelnen, krankhaften und unwürdigen und nicht ordentlich führenden
Kirchenleute im Vordergrund.
Diese Verfehlungen lassen sich auch nicht verdrängen und mir persönlich geht es so, dass ich bei jeder Predigt unseres Pfarrers, das ganze Szenario vor meinem geistigen Auge habe und die Worte unseres Pfarrers als Lüge betrachte und nur sehr schwer ertrage.
Wohl gemerkt er ist nur unserer Pfarrer und nicht einer der diese schlimme Verbrechen begangen hat.   

Offline LunaRTopic starter

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So wie Morgana und Maja ging es mir auch. Ich konnte irgendwann keine Predigten mehr ertragen.

Aus einem persönlichen Erleben hat sich mir gezeigt, es braucht nicht diese vielen Vorschriften, sondern es lässt sich alles auf einen Punkt bringen: Wenn ich als Mensch etwas dafür tue, das es in irgend einer Form mehr Gutes in der Welt gibt, bin ich auf dem richtigen Weg. Wenn sich immer mehr Menschen danach richten, wird es auch Veränderungen geben.

Der andere Punkt ist die sogenannte Goldene Regel "Was du nicht wilst, das man dir tut, das füg auch keinem Anderen zu". Das hat schon mein Vater so gesagt. Was wie ein deutsches Sprichwort klingt, geht viel weiter. Es ist eine Maxime, die es in fast allen Religionen und Kulturen gibt.

Wenn ich diese beiden Punkte anwende an "Befündungen" die jetzt von einigen Klerikern kommen wie das war eine andere Zeit, damals gab es das (Kirchen-)Gesetz nicht, das das verboten hat, ich wusste nicht, wie es den Betroffenen damit geht ... Dann habe ich eine Orientierung, wie ich es einordnen kann.


Schon ein paar Tage zurück hat Frankenpower einen Beitrag von Report MÜnchen erwähnt, da hat ein Bischof zwei Betroffene ehemalige Heimkinder getroffen. Ich möchte den LInk dazu doch noch mal reinstellen. Es ist sehr hart und ich möchte auch zur Vorsicht mahnen, da es vermutlich nicht jeder ertragen kann. Aber das sind die Geschehnisse, die passiert sind und so war es für die Betroffenen.

Report München Katholischer Bischof trifft Missbrauchsopfer


Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


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Offline Morgana

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Mir ging die Scheinheiligkeit der Erdenvertreter schon immer auf den Senkel.

Der Pfarrer holte sich z.B. jeden Tag eine Schachtel Zigaretten, aber den Kindern sagt er,
sie sollen ihr Taschengeld den armen Spenden und gefälligst keine Süßigkeiten davon kaufen,
denn das wäre eine Sünde, im besten Fall kam gleich noch das Fegefeuer zur Sprache.
Wegen mir kann er ruhig rauchen, ist seine Sache, aber nicht die Kinder anblaffen und in der Schule bloß stellen die sich am Kaugummiautomat für ein Zehnerl was rauslassen-

Deswegen war ich froh, als ich so alt war, dass ich aus dem Religionsunterricht und damit seinem Druck raus war.
Dieses ewige zum Beichten gehen müssen, den neugierigen Fragen des Pfarrers
der jeden Sonntag aufgeschrieben hatte wo man nicht in der Kirche war ausgesetzt zu sein.

Dieses ewige Sündengetue..man hat dauernd was zu bereuen, nichts was man tut ist gut genug.
Ich war im Kloster bei der Beerdigung von der Tante meiner Mutter.
Wenn man da der Predigt zugehört hat und richtig drüber nachgedacht, kam einem das kalte grausen.
Was hat eine Frau die über 70 Jahre in einem Kloster war schon für große Sünden?
Das alles hat für mich nichts mit Seelsorge zu tun
Da war kein bischen Trost dabei

Später ist mein Mann im Flieger neben dem Bischof gesessen.
Der Bischof hat ihn angesprochen und sie kamen ins reden.
Mein Mann nutze natürlich die Gelegenheit um was zu sagen.

Der Bischof war sich keiner schuld bewußt, auch wenn er kurz danach zurück getreten ist.
Wird alles von den Medien hochgepuscht, ein bischen Unwahrheit na und
mal ein paar Watschen haben noch keinen geschadet,
Er ist ein Mann der Kirche

Mein Mann sagte er hätte gar nicht soviel fressen können wie er kotzen hätte wollen.
Er war so dermaßen froh als der Flieger gelandet war.

Mir gibt es überhaupt nichts, in eine Kirche zu gehen und mir das anzuhören.
Warum soll ich z,B. beim Wortgottesdienst jemand zuhören, der seine Frau rausgeschmissen hat,
aber der Scheidung nicht zustimmt, weil er sonst in der kirche nichts mehr tun kann.
So lange die Ehe auf dem Papier noch besteht ist der Mantel der Scheinheiligkeit drüber.

Wir haben oben im Haus eine sehr schöne kleine "Kapelle" eingerichtet. Da gehe ich hin.
Dort finde ich meine Ruhe,

Offline frankenpower41

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... gehört jetzt nicht zum Thema, aber es gibt auch positive Kirchenleute, auch die sind Kirche.

Bei Ringelstetter (BR) war Vorgestern eine Ordensschwester die Bier braut.
Eine sympathische, positive, beeindruckende Frau

Offline Lexie

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wir haben auch Verwandtschaft im Kloster, der ist auch okay.

in der Kirche ist es doch wie bei den Bauern, ein schwarzes Schaf verdirbt die ganze Herde, oder so ähnlich heißt es doch.
da leiden sicher auch viele Ordensleute und Priester darunter, die das noch aus Überzeugung geworden sind.


Offline Morgana

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die Tante meiner Mama war auch eine gute.
Da gibts gar keinen Zweifel, aber sie war trotzdem verbittert, weil sie da nicht sein wollte,
sondern ins Kloster gesteckt wurde. Sie hat sich damit abgefunden und das beste draus gemacht.

bei weitem gingen viele nicht freiwillig in den Dienst der Kirche.
Es waren zuviele Kinder da, einer vom Hof musste der Kirche dienen usw.
Da war zumindest früher viel Zwang dahinter.

Natürlich gibt es in der Kirche viele gute Leute.
Mein Mann hatte einen völlig anderen Pfarrer und Religionslehrer. Der war total begeistert.
Der hat dann aber selbst dem ganzen den Rücken gekehrt, geheiratet und kinder bekommen.

Für mich paßt es halt nicht mit dem ganzen hin und her. Die Kirche war schon immer vorne
dabei wenn es um Macht ging. Angefangen im Tempel bis zu den Hexenverbrennungen.
Es gab immer jemanden der das für gut hieß und es gab immer welche die dagegen waren,
die es als Unrecht empfanden und gerne was dagegen getan hätten. Aber sie kamen nicht zum Zug.
so wie es jetzt lange Zeit auch war. Man hat alles verschwiegen.

Jetzt gehts halt nicht mehr und so mancher versucht seine Haut noch zu retten.
(Was ich fast noch schäbiger finde, da wird nur zugegeben wenn es gar nicht mehr anders geht, und
dann natürlich der Rücktritt angeboten)

Ich bin der Meinung jeder Mensch braucht was an das er glaubt,
an dem er sich festhalten kann, aber dafür brauche ich nicht jemanden der mir dauernd vorhält was ich
zu tun und zu lassen habe, während diese Institution ihre eigenen Wege geht.

Offline Steinbock

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Weil jemand angesprochen hat, dass darunter auch die "Guten" leiden.

Wir hatten von 2006 bis 2016 einen Ruhestandspriester in unserer kleinen Pfarrei.
Ein unglaublich guter Seelsorger, begeisterter Christ!!!

Ich kann mich noch bestens erinnern, wie vor etwa 10 Jahren das ganze Ausmaß des
Skandals um die sexualisierte Gewalt in der Kirche (in Deutschland) ans Licht gekommen ist.
Es war in der Fastenzeit, ein Gottesdienst. Der betagte, aber noch fitte Priester stand vorne,
kreidebleich.... - Ich überlegte, ob er gleich umkippen würde oder welchen Kummer er wohl habe.

Er hatte Kummer.... über die Geschehnisse in der Kirche, der Gemeinschaft der Jesus-Gläubigen,
die seine spirituelle Heimat, sein Lebensmittelpunkt usw. war. Er hat sich geschämt (was so vielen
 jungen Opfern widerfahren ist) und war verzweifelt....   und hat in etwa
gesagt, die Kirche solle mal aufhören, von den Gläubigen Buße zu fordern. Die Kirche muss
selber Buße tun und zwar mal richtig.

(Wenn bei diesem Gottesdienst (zufällig) ein Missbrauchsopfer gewesen wäre, das wäre ein
klein wenig Balsam auf dessen/deren Seele gewesen.)
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... (H.Hesse)

Offline annelie

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  • Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen
Den Umgang der Amtskirche mit den Verfehlungen manchem ihrer Mitarbeiter finde ich völlig daneben und macht mich sehr wütend.  :-X :'(

Trotzdem bleibe ich in der katholischen Kirche, da sie meine christliche Heimat ist und mir - zum Glück - Gutes widerfahren ist.

In meiner Heimatgemeinde hatten wir in meiner Kindheit und teilweise Jugend, einen Theologieprofessor in Rente, der größtenteils unsere Filialkirche sonntäglich betreut hat, er war ein Kirchenleerer.  >:( Wäre ich nicht in eine katholische Mädchenrealschule, mit teilweise Nonnen als Lehrerinnen, in München gegangen und hätte eine ganz andere Seite des Glaubens erlebt, wäre ich bestimmt mit 18 Jahren aus der Kirche ausgetreten.
Unser Religionsunterricht wurde von Salesianern bestritten und ich würde ihn eher als Ethikunterricht bezeichnen. Klar wurde in unserer Schule Ostern und Weihnachten die Beichte angeboten, aber eben angeboten und sie war nicht zwingend. Wer wollte, konnte während des Unterrichts hingehen, wer nicht, ging halt nicht. Ich habe mich gut aufgehoben und wohl gefühlt.

Seit dem Tod des Theologieprofessors, lebe in einer liberalen Kirchengemeinde, wir wurden vor ein paar Jahren mit der Nachbargemeinde zusammengelegt und unser damaliger Pfarrer wurde versetzt. Einigen Mitgliedern war unsere Gemeinde damals zu liberal und sie haben Briefe mit den "angeblichen Verfehlungen" an das bischöfliche Ordinariart beschickt, dann kam wieder mal ein Weihbischof zur Visite. Unseren jetzigen Pfarrer würde ich noch als liberal bezeichnen und ich kann gut mit ihm leben, ich bin keine große Kirchgängerin, aber ich würde mich tief in meinem Glauben ruhgend bezeichnen. Wir haben einen Diakon und einen Ruhestandspfarrer die unseren Pfarrer unterstützen, beide haben unterschiedliche Ansichten und decken wohl das gesamte Spektrum ab.

Schon in den 80iger Jahren hat unser damaliger Hauptpfarrer einen Hirtenbrief des damaligen Erzbischofs mit Ansage nicht verlesen.

Mein Mann ist -wegen der Amtskirche, nicht wegen seines Glaubens- schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten.

Ich kann mit erzkonservativen Strömungen in der Kirche wenig anfangen und hoffe auf Reformen, auch wenn sie langsam kommen. Noch will ich die katholische Kirche nicht aufgeben. Wenn alle, die liberaler sind, aus der Kirche austreten, wer bleibt dann noch übrig und wohin bewegt sich die katholische Kirche dann?

Ob man als junger Mann/Frau wirklich abschätzen kann was Zölibat auf Dauer bedeutet, wage ich zu Bezweifeln, wir alle ändern unsere Einstellungen im Leben durch Erlebnisse und Erfahrungen, da kann es schon vorkommen, dass man sich irgendwann nach Nähe sehnt.
Wäre das Leben so einfach, gäbs keine Scheidungen oder Konflikte in den Familien oder Menschen, die ihr Leben in einer unbefriedenden Partnerschaft fristen.


« Letzte Änderung: 29.01.22, 22:19 von annelie »
Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis
und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie

Offline LunaRTopic starter

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Ich denke, alles was an Verbrechen geschah/geschieht und auch wie damit umgegangen wird, ist ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich haupt- oder ehrenamtlich in einem Gute Sinne in und für die Kirche abmühen. Außerdem finde ich es auch unendlich traurig für all die Menschen, die aus welcher seelischen Not auch immer Trost und Hilfe im Glauben suchen und nötig haben.

@annelie: Kirchenleerer, gut geschrieben. So einen hatten wir hier in meiner Kindheit auch. Er hat hier viele der damals jungen Leute aus der KIrche vertrieben. Das sind aber schon die Jahrgänge die jetzt auf die 70 zugehen. Er war im Ort die absolute Autorität. Wir Kinder hatten angstvollen Respekt vor ihm. Am Sonntag im Kindergottesdienst hat er Fragen gestellt und wer etwas falsch gesagt hat, konnte damit rechnen, dass er eine Ohrfeige bekam. Wenn wir ihn im Dorf trafen, mussten wir zum Grüßen zu ihm gehen und ihm die Hand geben, Mädchen einen Knicks machen, Jungen einen Diener. So etwas gab es zu der Zeit hier sonst nirgends mehr. Hat er das Ergebnis der Kollekte vorgelesen und es Pfennig dabei hat er voller Verachtung gesagt xy Mark und xx Kupferpfennige. Einige hat das natürlich erst recht provoziert, ihr Klimpergeld in den Korb zu werfen.

Zur Zeit des Kommunionunterrichtes, also so mit ca. 9 Jahren, habe ich Grenzüberschteitungen von ihm mir gegenüber erlebt, Kein Missbrauch, aber heute würde er vermutlich Ärger bekommen. Bei uns hieß das damals Gute Backpfeifen, weil er das machte, wenn jemand eine gute Antwort gegeben hatte. Ich glaube, das war nur bei Mädchen so. Auf mich hat es so gewirkt, dass ich irgendwann nur noch vor seinem Unterricht geweint habe und nicht mehr dort hin wollte. Noch heute bin ich meinen Eltern dankbar, dass sie mir geglaubt haben - dass war damals hier nicht selstverständlich - und mein Vater hingegangen und mit dem Geistlichen gesprochen hat  Vor der Jubelkommunion kam mir das alles wieder hoch und ich habe mit einer frühren Mitschülerin darüber gesprochen. Da sagte sie, dann sind wir schon zu dritt.

Ich musss leider sagen, dass ich eine ganze Reihe negatier Geschichten in meinem Kopf habe. Meine Eltern und wir Kinder mit ihnen sind dann auch sehr häufig in die Stadt mit Bischofssitz zum Gottesdienst gefahren. Hatten auch lange eine engere Beziehung zu einer bestimmten Kirchengemeinde. So habe ich zum Glück auch noch erlebt, dass es in der Kirche auch anders ablaufen kann.

Unseren aktuellen Bischof sehe ich auch als einen der Guten an. Er macht mir zumindest Hoffnung. Während einer seiner Vorgängr übel ins Gerede gekommen ist.
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


Verschwendete Zeit ist Dasein.
Gebrauchte Zeit ist Leben.

Offline Morgana

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so war einer unserer alter Pfarrer auch, ist mit dem Auto durch seine Dörfer gefahren und wehe ein
Kind hat ihn nicht gegrüßt. Als wenn Kinder beim spielen auf Autos achten würden die vorbeifahren.
Da wurdest du beim nächsten Religionsunterrich quasi an den Pranger gestellt.

Ich wurde von ihm angepampt dass ich nach 18 Uhr nicht  auf der Straße rumlaufen soll.
Da musste ich aber den Milchtank holen, weil der da halt erst wegkam.

Bei der Christmette wurde über die Christbaumkugeln an den beiden
Bäumen in der Kirche. (die vom Frauenkreis gestiftet wurden) , Geschenke und
das große fressen an Weihnachten, das würde es alles nicht brauchen und
er möchte nur noch Scheine sehen in den Spenden :o

Meine negtiven Erfahrungen fingen leider schon sehr früh an . Als Baby bei den Nonnen im Krankenhaus.




Offline Karpfenkanone

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Ich wünsch allen einen schönen Sonntag.

Ich finde die  Erlebnisse von euch, was so Kirchenpersonal angeht, sehr interessant. Ich hatte nie solche Einblicke.
Persönlich hatte ich sogar gute Erfahrungen aus meiner Kindheit zb. dem Konfirmationsunterricht. Mein damaliger
Pastor war schon ne coole Socke, aber aus Sicht von vielen Gläubigen wohl eher ein Agnostiker.

Trotz allen, dass es gut ist, wenn "Ungläubige" etwas Einblick bekommen, so denke ich doch, ging jetzt viel am Elefanten im Raum
vorbei.

Ja, sicherlich wird es vielen in der kath.Kirche nicht gut gehen und unter diesen Verbrechen und der systematischen Vertuschung leiden.
Das ist schlimm. Trotzdem können sich diese Menschen auch für eine andere Tätigkeit, auch im Bereich Glauben engagieren, und müssen sich
eben nicht für eine Organisation einsetzen, für die Kindesmissbrauch und sexualisierte Gewalt zum Markenkern gehört.
Die Strukturen bestehen ja weiterhin, und wenn jetzt die "Nichtvertuscher" und"Nichtkriminellen" (Gute mag ich nicht schreiben, weil die Welt nicht binär ist)
versuchen, das Bild der kath.Kirche nach Außen soweit aufzupolieren, dann führt es doch zwangsläufig dazu, dass weiterhin Menschen ihre Kinder ganz unbedarft in katholische Einrichtungen schicken.


Ganz anders sieht es bei den Opfern aus. Die Opfer der Misshandlungen und der sexualisierten Gewalt haben einen lebenslangen Schaden. Sie können sich nichts mehr aussuchen, sondern müssen (oft) mit ihren psychischen Erkrankungen durch die Misshandlungen irgendwie leben. Viele begehen suizid.
Niemand hat ihnen geglaubt, weil ja die Kirchenleute "Respektspersonen" waren und teilweise bei so manchem noch sind. Das ist so so schlimm.
Es muss mehr über die Opfer gesprochen werden.
🏳️‍🌈🏳️‍🌈🏳️‍🌈
Nationalismus tötet

Offline frankenpower41

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so war einer unserer alter Pfarrer auch, ist mit dem Auto durch seine Dörfer gefahren und wehe ein
Kind hat ihn nicht gegrüßt. Als wenn Kinder beim spielen auf Autos achten würden die vorbeifahren.
Da wurdest du beim nächsten Religionsunterrich quasi an den Pranger gestellt.

Ich wurde von ihm angepampt dass ich nach 18 Uhr nicht  auf der Straße rumlaufen soll.
Da musste ich aber den Milchtank holen, weil der da halt erst wegkam.

Bei der Christmette wurde über die Christbaumkugeln an den beiden
Bäumen in der Kirche. (die vom Frauenkreis gestiftet wurden) , Geschenke und
das große fressen an Weihnachten, das würde es alles nicht brauchen und
er möchte nur noch Scheine sehen in den Spenden :o

Meine negtiven Erfahrungen fingen leider schon sehr früh an . Als Baby bei den Nonnen im Krankenhaus.

der war einfach ein D..p
Ich glaub so einer hätte bei den Protestanten schon einen schlechteren Stand gehabt, aber auch da gab es Spezialisten.
Bei uns war schon zu meiner Jugend regelmäßiger Kirchgang in vielen Familien nicht mehr üblich.
Da hat das Gerede vom Pfarrer viele nicht mehr berührt.

Offline Morgana

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der unsere hat wahnsinnigen Druck ausgeübt. Man hatte richtig Angst vor dem.
Ständig hat er im Unterricht vom Krieg erzählt, was er doch alles gemacht hat.

Aber als er mich über meine Eltern in der Beichte ausgefragt hat,
war mein Vater bei ihm beim "beichten". Er hat ihm im Beichtstuhl die Meinung gegeigt.

Z.B. dass er am Karfreitag in der Wirtschaft Weißwürste bestellt hat.
Antwort vom Pfarrer: An einem fremden Tisch ist das was anderes.
Meinte mein Vater: ja bei mir ist das jetzt auch was anderes.
Von da an hatte ich eine 5 in Religon aber zumindest meine Ruhe, er hat mich ignoriert, ich war nicht mehr da.

Der Rektor von der Schule hatte selbst zwei Söhne an der Schule.
Die wurden natürlich bevorzugt behandelt, vom Hernn Pfarrer :-\

Neben körperlicher Gewalt ging es da "nur " um psychische Gewalt. Macht ausüben
einschüchtern.. klein machen.

Jetzt wo der Rektor alt ist habe ich schon öfter mit ihm drüber geredet. Er konnte ihn auch nicht leiden.
Es war ihnen allen alles klar, aber niemand hat sich eingemischt. Was hätte man denn machen sollen.
Es war doch der Herr Pfarrer. Heute, ja heute würden sie alles anders machen....klar


Offline Rohana

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in der Kirche ist es doch wie bei den Bauern, ein schwarzes Schaf verdirbt die ganze Herde, oder so ähnlich heißt es doch.
da leiden sicher auch viele Ordensleute und Priester darunter, die das noch aus Überzeugung geworden sind.
So ist es. Ich kenne viele, die ihrer Berufung mit Leidenschaft und Herzensblut nachgehen. Umso schlimmer dass die schwarzen Schafe von oben gedeckt werden!

[...]dass weiterhin Menschen ihre Kinder ganz unbedarft in katholische Einrichtungen schicken.
Es ist ja bei weitem nicht so dass es ausserhalb der katholischen Kirchen keinerlei Macht- und anderen Missbrauch gäbe, das ist ja das schlimme! Für mein Empfinden kann man "unbedarft" bei keinerlei Einrichtung vorgehen. Man muss überall nach bestem Wissen und Gefühl hinschauen, hinhorchen, zuhören.
« Letzte Änderung: 30.01.22, 10:20 von Rohana »