Autor Thema: Genitalverstümmelung  (Gelesen 15695 mal)

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Offline phil

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #15 am: 15.02.09, 16:18 »
Mal blöd fraken muss:

Warum regt sich denn niemand über die Beschneidung bei Jungs auf? Bräucht mer doch auch nicht-oder?Gibt es da keine Infektionen?
Oder traut man sich bloß gegen die Schwarzen und gegen andere ethnische Gruppen nicht ?
Die Beschneidung hat einen sehr grossen kulturellen Kontext, und hat sehr viel mit dem Rollenbild der Frau und der geltenden Hierarchie , Patriarch,, der üblichen Wertvorstellung und Moral in den entsprechenden Ländern zu tun.
Genau,das würde mich auch interessieren.
Verminderung der sex. Aktivität um Risiken zu senken(Geburt,Geschlechtskrankheiten)?
Das hat sich dann mit der Zeit ritualisiert?
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Offline martina

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #16 am: 15.02.09, 17:00 »
Hallo Phil,

weißt Du, WAS bei den Mädchen entfernt wird? Und warum?

Ich habe vor Jahren schon die "Wüstenblume" gelesen und mir ist durchaus immer noch schlecht davon.

Bei Jungen wird die Vorhaut entfernt. Ein Stückchen Haut, dass die Funktion des Penis beim Geschlechtsverkehr nicht groß beeinträchtigt, wenn es nicht da ist.
Bei Mädchen werden Klitoris, innere und äussere Schamlippen entfernt, damit die Mädchen keinerlei positive Gefühle beim Geschlechtsverkehr fühlen können. Angeblich würden die Frauen ihren Männern dadurch leichter treu bleiben?

Meinst Du wirklich, dass man diese beiden Arten der Beschneidung vergleichen kann?

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Offline passivM

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #17 am: 15.02.09, 18:16 »
phil, das lässt sich nicht vergleichen!

Es ist schon ein Unterschied, ob "nur" ein Stückchen von der Vorhaut entfernt wird,

oder ob man die großen Schamlippen, die kleinen Schamlippen und die Klitoris abschneidet (ohne Narkose) und hinterher alles zunäht, bis auf ein Stecknadelkopf großes Loch, durch das etwas dickere Menstruations-Flüssigkeit nur noch mit ach und krach durch fließen kann, und wo jeder Geschlechtsverkehr Höllenschmerzen verursacht.

Ich hab' mal eine Dokumentation darüber gesehen. Davon ist mir immer noch schlecht. Man hörte das Mädchen brüllen, und eine Frau übersetzte: "Mama! Warum lässt du das zu? Liebst du mich nicht?!" Es müssen entsetzliche Schmerzen sein, und sehr viele überleben diese sogenannte OP, die oft mangels "Werkzeug" mit Glasscherben durchgeführt wird, nicht.

Und ich verstehe die Mütter nicht, die das bei ihren Töchtern zulassen, Tradition hin, Tradition her ! Ich würd' verrückt werden, wenn ich meine Tochter so brüllen hörte, und wenn ich wüsste, was die ihr da gerade abschneiden ! Ich würde durchdrehen !  :o

Das ist fast so schlimm, als wenn sie im Krieg über Dörfer herfallen, und den stillenden Frauen die Brüste abschneiden.
So was passiert in Afrika, und im ehemaligen Jugoslawien -also gaaar nicht so weit weg von uns- soll es auch passiert sein.

Und was sind das für Männer, die sich bei einer beschnittenen Frau so brutal durch dieses winzige Loch bohren ?! Sie weint vor Schmerzen, während  er.... ::)  Nee!  Und nach einer Geburt wird alles wieder zugenäht..  >:(
Liebe Grüße
aus dem schönen Mecklenburg-Vorpommern

Offline Mirjam

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #18 am: 15.02.09, 18:58 »
Hallo AnnaAnna,

mir gings genau so. In der Reportage wurde eine Krankenschwester begleitet, die sich dafür einsetzt die Beschneidung zu vermeiden oder denjenigen hilft, die das schon hinter sich - aber die Ehe noch vor sich haben.

Schlimm war da der Bericht über eine junge Braut, die sich eigentlich von der Krankenschwester unter Betäubung und hygienischen Bedingungen wieder "öffnen" lassen wollte vor der Hochzeitsnacht. Im Gespräch mit dem Bräutigam "verbot" er sich dies aber - wollte es "selbst" tun, damit "seine Freunde ihn nicht auslachen".  ::) :-X.

Es ist einfach so eine andere Welt. So eine andere Kultur. Geht so tief in die Frauenverachtung, Zwang, Unterordnung das es (zum Glück!) für uns nicht vorstellbar ist.

Während eine Phimoseentfernung ja auch durchaus hygienische Gründe hat in warmen Ländern, geht es hier um die tatsächliche Beschneidung der Sexulität, der Macht zu bestimmen "was Frauen zusteht" oder was nicht.

Mirjam
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Offline Yishana

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #19 am: 15.02.09, 19:15 »
@ Phil: Olympe hat einen Link dazu gegeben. Dort kann man einiges nachlesen.
          Ich hab ihn hier noch einmal für dich:

http://www.target-human-rights.com/HP-01_genitaleVerstuemmelung/u1-1_dasVerbrechen/index.php

LG Yish
Der Mensch von heute hat nur ein einziges wirklich neues Laster erfunden: die Geschwindigkeit.
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brit

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #20 am: 16.02.09, 08:13 »
Die Frage nach den Müttern die dies ihren Töchtern antun??

 wenn das offiziell oder inoffiziell zum Frauwerden , -oder zur Anerkennung als Frau dazugehört-, dann muss man halt da durch.
wir können  ruhig davon ausgehen, dass wir alle das auch tun würden, unter den entsprechenden abhängigen Umständen!!?  ;)

Die Männer sind in einer Schlüsselrolle. Wenn diese begreifen, welches Leid damit einhergeht?? Grad in Waries Diries Bücher  liest man auch wie wahnsinnig tabuisiert das Thema ist. Die Frauem müssen schweigend leiden. Das ist die grösste Tragik.

Die weibliche Sexualität, das Lustempfinden etc. wurde auch bei uns *nochnichtlangeher* verpönt, oder in den Sektor Sünde verschoben. Nur so mal , ich mein das war kein Deut besser, *so what*, und einige religiöse Leitlinien gehen auch heute noch  in die Richtung. Unser romantisches Bild der Liebe und Sexualität gibts auch erst, seit Frauen  hier dank    Ausbildung und Verhütung unabhängiger sind .

Aber es hat auch die Rolle der Männer/der Familien geschwächt. Man muss sich  bewusst sein,  für viele Kulturen ist dieses Vorbild nicht  wirklich erstrebenswert. 
« Letzte Änderung: 16.02.09, 08:22 von brit »

Sally1966

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #21 am: 16.02.09, 19:20 »
mir ist es ehrlich vollkommen egal welche Kultur und welche Gründe dafür herhalten müssen, damit diese furchtbaren Grausamkeiten immer noch auf dieser Erde praktiziert werden - an Menschen! Ich würde schon ohnmächtig vor Mitleid, Wut und Mitgefühl wenn es hier nur um Tiere gehen würde, allein das ist schon unvorstellbar für meinen Kopf - aber hier geht es um Menschenkinder - und wir schreiben das Jahr 2009, also haben wir als Menschen doch die Pflicht anderen Menschen ihre Grausamkeiten und ihr Unrecht vor Augen zu führen und es abzustellen!!!!!

brit

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #22 am: 17.02.09, 17:54 »
@sally, ja bestimmt, nur kannste nicht als Richter kommen, oder wir Europäer als die *bessern Menschen* , das klappt höchstens von Mensch zu Mensch auf gleicher Augenhöhe.

olympe

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #23 am: 17.02.09, 19:05 »
@Brit
...zu welchen Bestialitäten europäische Nationen/die deutsche Nation fähig war - unter was für Umständen auch immer - zeigt allein ein kurzer Rückblick in die Geschichte...Die Tatsache, wer unter welchen Umständen welche Verbrechen begeht, ändert nicht ein bißchen etwas an der bestialischen Realität der Verstümmelungen der Vergangenheit und Gegenwart...
Und Genitalverstümmelungen zu verurteilen, zu ächten und zu verhindern hat nichts mit "Richter spielen" oder "besseren Menschen" zu tun. Hast Dir wohl zu viel KulturRelativismus reingezogen oder woher hast Du das? Das fatale an dieser Theorie ist nämlich, dass sie Gewalt, Unterdrückung und Diskriminierung entschuldigt, rechtfertigt und "die Menschen an ihre Wurzeln kettet" und Entwicklung quasi unmöglich macht...Die dahinter stehende Einstellung benannte die Somalierin Ayaan Hirsi Ali einmal treffend als "Rassismus, der mit einer Zuckerschicht bedeckt ist"...

@ Sally1966: Wenn mehr Menschen so eine mutige und entschlossene Einstellung hätten wie Du, hätten definitv mehr Mädchen eine Chance auf Schutz...

brit

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #24 am: 17.02.09, 20:28 »
@ olympe, aha..
tia, nein danke, den Schuh zieh ich mir nicht an :)
es stimmt, ich finds grad echt schwierig zu benennen , wie die Genitalverstümmelung beendet werden solle, einzig  dass sie beendet werden muss ist klar!!!!!!!! 
Aber sorry, wenn ich nicht glaube, dass die Leute auf Belehrung aus dem Norden scharf sind, das mein ich damit, und schon gar nicht wenn man sie als Unmenschen hinstellt ???
ich denk, es ist wie mit aidsvorsorge und solchen themen, man muss Leute vor ort *gewinnen*, und diesen ermöglichen die Aufklärung zu leisten..irgendwie so!!??
Und wie bitte willst du Genitalverstümmelung ächten, ich mein, hey es laufen zigmillionen Betroffene rum, was für ein Gefühl willst du ihnen geben??

Das ist nunmal mit den Kulturen verbunden, was die Sache weder rechtfertigt noch besser macht, und natürlich soll man alles tun um Genitalverstümmelung zu verhindern!!!!

sorry, musst auch gar nicht zum Weltkrieg zurückgehen, wir Europäer sind sowieso Grossflächentäter, (illegale billigentsorgung giftigster abfälle, energieräube sprich oel, ressorcendiebstahl, ) dafür schliessen wir die Grenzen möglichst für die Menschen ???

Uebrigens gerade Ayaan Hirsi Ali, hat eindrücklich beschrieben, was es heisst zwischen  Kulturen zu stehen.  ;)
« Letzte Änderung: 17.02.09, 20:59 von brit »

brit

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #25 am: 18.02.09, 08:16 »
ps.
ich würde allen dem Thema Interessierten anempfehlen, einmal in Wikipedia unter *Genitalverstümmelung* nachzulesen. Damit man nicht *falschen* Vorstellungen unterliegt, und vielleicht ein differenzierteres Bild dazu gewinnt.
« Letzte Änderung: 18.02.09, 09:13 von brit »

Offline martina

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #26 am: 18.02.09, 08:33 »
Irgendwie widerstrebt es mir, die europäische Kultur als die einzig wahre anzunehmen, um damit allen anderen Kulturen unsere Lebensart aufzwingen zu können?

Das hat schon in der Kolonianisierung und Christianisierung nicht geklappt, bzw. nur große Probleme in allen Welten hervorgerufen.


Sicher ist es wichtig und richtige, die Verstümmelung und Unterdrückung von Frauen in anderen Kulturen zu bekämpfen. Aber wie geht man dabei am erfolgreichsten vor? Wie bringt man die Männer und Frauen um umdenken ausser durch beharrliche Aufklärung?


Es ist ein bißchen Offtopic, aber wer die "Weiße Massai" von Corinne Hofmann gelesen hat, der erinnert sich vielleicht. Frau Hoffmann hatte sich in den Massaikrieger verliebt und versucht, ihm ihre Art von Sexualität beizubringen, weil sie von der seinen enttäuscht war. Bei ihm ging es ohne großes Vorspiel, recht schnell rein-raus und gut wars. Damit kam sie nicht klar.

Wenn die Männer diese-unsere Art von Sexualität nicht kennen, dann können sie auch nicht verstehen, dass es anders - evtl. besser - sein kann, wenn die Frau auch Spaß hat? Nun, diese Männer kennen es nicht anders, weil sie ja damit aufwachsen, dass eine Frau keinen Spaß haben darf. Und diese ja auch wirklich durch die Verstümmelung keinen Spaß haben können. Somit bleibt für die Männer wohl auch wirklich nur kurzes Reinraus über, wenn sie den Frauen nicht zu sehr weh tun wollen.

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Offline Mirjam

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #27 am: 18.02.09, 09:40 »
Hallo Martina,

du hast recht, allzulange ist das nicht her, dass es "so" (ohne Verstümmelung aber mit Misshandlung) auch bei uns gelaufen ist. Das ein Mann "rechtlich den Anspruch auf Beischlaf mit seiner Frau" verloren hat. Das Gewalt in der Ehe rechtlich verfolgt wurde.

Der Weg lief bei uns doch über: Aufklärung, Bildung der Frauen, Gleichberechtigung der Frauen - damit sie überhaupt unabhängig sein können von einem Mann. Das wird dauern.

Solange sich in einer Kultur Männer darüber definieren, dass sie "Macht" über Frauen haben - wird sich wenig ändern  :-[.

Kürzlich fiel mir in einem Wochenmagazin ein Artikel in die Hand, in dem über in Moskau arbeitende/strippende/geldverdienende AfrikanER geschrieben wurde, der damit endete, dass einer berichtet: Er wäre kein Mann mehr, denn seine russische Frau hätte ihn soweit gebracht, dass er sich nicht mal mehr traut (auch zuhause) eine Frau anzuschreien...

 :-X

Mirjam

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Mathilde

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #28 am: 18.02.09, 11:26 »
@sally, ja bestimmt, nur kannste nicht als Richter kommen, oder wir Europäer als die *bessern Menschen* , das klappt höchstens von Mensch zu Mensch auf gleicher Augenhöhe.

Hallo Brit,
da bin ich aber gar nicht Deiner Meinung beim ersteren, denn da fragt beim Tierschutz auch niemand sondern da kommt auch gleich Vet.Amt und Richter  ::) siehe beim Schächten. Da werden die Tiere lieber lebend und unter unsäglichen Qualen in diese Länder eportiert und dann auch geschächtet.

Im übrigen will ich niemand unsere Kultur aufzwingen aber wer hier lebt hat sich mit unserer Kultur zu identifizieren und wenn das nicht passt steht ja jederezeit der Weg in die so geliebte Kultur mit allen Vor-und Nachteilen offen. Man kann nicht nur den Vorteil von beidem haben insbesondere wenn die auch noch konträr sind.

LG Mathilde

olympe

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Re: Genitalverstümmelung
« Antwort #29 am: 18.02.09, 13:55 »
@ Brit: Unmenschlichkeiten als solche zu benennen ist immer schon mal der erste und wichtigste Schritt für deren Beendigung.
Dass diejeinigen, deren Untaten damit angeprangert werden, darauf "nicht scharf" sind, liegt in der Natur der Sache...Aber weißt Du, was das Schlimmste ist, dass DU - und eine Menge anderer Menschen - offenbar der Meinung sind, Genitalverstümmelungen werden nur von den "Weißen aus dem Norden" angeprangert. FALSCH! Die vehementesten GegnerInnen gibt es direkt vor Ort - und zwar in allen Ländern - und nicht selten sind sie selber Opfer und wissen genau wovon sie sprechen. ABER: Ihre Stimmen werden "im Norden" einfach nicht gehört! Waris Dirie z.B. - setzt sich für strengste Bestrafung und Kontrollen ein, damit hier "im Norden" die Mädchen geschützt und die Verantwortlichen werden. Sie kritisiert offen die europäischen Regierungen, die schweigende Ärzteschaft und sogenannte "Hilfsorganisationen" - und wird deshalb regelmäßig von Veranstaltungen ausgeladen - weil es zu unbequem ist, was sie zu sagen hat...
Ayaan Hirsi Ali wird für ihre Kritik schon mal mit dem Tode bedroht, von den zahllosen Beschimpfungen mal abgesehen...Diese Frau sieht sich übrigens nicht als "zwischen den Kulturen" stehend, sondern sie hat sich entschieden: für die Demokratie und Freiheit, sie bekennt sich dazu "wegen der Grundwerte". Ayaan Hirsi Ali - selbst VerstümmelungsOpfer - forderte mit aller Vehemenz und Kraft schärfste Kontrollen und Verurteilung von Genitalverstümmelungen - und zwar weil sie genau weiß, worum es hier geht...Die holländische Regierung weigert sich seit 2004, ihr Konzept zu implementieren - und musste erst kürzlich das Scheitern des quasi sinnfreien "Aufklärungs-Ansatzes" zugeben (vgl. Studie der Gesundheitsministerin Jet Bussemaker).
@ Martina: Gesellschaftsveränderung durch "Aufklärung"??? Aufklärung worüber? Emanzipation und Auflösung der GeschlechterApartheid in Deutschland und Europa haben m.E. NICHT durch Aufklärung stattgefunden - sondern durch revolutionäre Bewegungen, die bei weitem nicht im Zuge eines harmonischen Kuschel-Kurses stattgefunden haben. Und gerade WEIL wir - im "Norden" - die patriarchalische Kultur von Männerherrschaft und -Gewalt bestens kennen, ist eine Beurteilung der Genitalverstümmelungskulturen nicht "von außern" heraus, sondern "von innen", d.h. es geht um nichts anderes als eine Manifestation der globalen Androkratie...Eine Frage noch: Kann es sein, dass Du glaubst, die Männer und Frauen wüssten nicht, was sie da eigentlich anrichten? Oder weshalb betonst Du die "Aufklärung" so sehr??? Wusstest Du, dass schon ganz früh, nämlich in den 70ern, AfrikanerInnen diesem Mythos widersprochen haben? (vgl. Awa Thiam, "Die Stimmer der schwarzen Frau") Und spätestens heute - nach Jahrzehnten gescheiterter "Aufklärungsarbeit" in Afrika - sollte man doch endlich bereit sein, das einzusehen: Gewalt - wie Genitalverstümmelung - ist nicht mit "Aufklärung" beizukommen...Oder was glaubst Du, weshalb werden Gewalttäter (z.B. Sexualstraftäter) bei uns nicht durch "Aufklärung überzeugt", ihre Verbrechen aufzugeben? Oder nehmen wir mal Gewalttaten, die von Gesellschaftsgruppen, verübt werden: die Taliban "aufklären", dass sie mit ihren Gräueltaten andere schädigen? oder die Araber im Sudan: Aufklären, dass der Genozid, den sie in Darfur betreiben, gar keine gute Idee ist?...Aufwachen, bitte!