Autor Thema: Bienen und die Imkerei  (Gelesen 155895 mal)

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Offline mary

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #195 am: 09.02.15, 08:09 »
Hallo Wiese,
ich habe die vergangen Wochen mit vielen Imkern gesprochen, die Bienen verschwinden und schön langsam keimt der Verdacht, dass es vielleicht doch noch was anderes geben muss, warum die Bienen so kränkeln.
Mir fehlt der Vergleich, aber wenn ich mir die wirklich überaus aktiven Imker vor Augen halte, die für ihre Bienen leben, dann frage ich mich schon, was verändert sich, dass die Bienen so anfällig werden.
« Letzte Änderung: 09.02.15, 08:20 von mary »

Offline Wiese

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #196 am: 09.02.15, 20:27 »
Hallo Wiese,
ich habe die vergangen Wochen mit vielen Imkern gesprochen, die Bienen verschwinden und schön langsam keimt der Verdacht, dass es vielleicht doch noch was anderes geben muss, warum die Bienen so kränkeln.
Mir fehlt der Vergleich, aber wenn ich mir die wirklich überaus aktiven Imker vor Augen halte, die für ihre Bienen leben, dann frage ich mich schon, was verändert sich, dass die Bienen so anfällig werden.


Hallo Maria

Bestimmt gibt es noch anderes, warum die Bienen verschwinden. Pflanzenspritzmittel, sogar die Photovoltaikanlagen
könnten schuld daran sein, haben wir kürzlich bei unserer Imkersversammlung gehört.
Die Bienen sollen angeblich ihre Richtung zum Bienenvolk nicht mehr finden und sterben auf dem Flug.
Wird halt noch dauern, bis sie was genaueres wissen, was schuld ist am verstärkten Bienen sterben.
Varora alleine ist es bestimmt nicht mehr.
Wie geht es den anderen Imkerinnen und Imkern?
Habt ihr auch schon Ausfälle zu beklagen?
Wir schon und das Frühjahr dauert noch lange bis es kommt, da können noch einige drauf gehen. :( >:(

LG Wiese
Wer sich heute freuen kann,soll nicht bis morgen warten.
                     " Pestalozzi "

Offline Lise

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #197 am: 10.02.15, 09:45 »
Hallo zusammen,
also ich bin auch noch Anfänger. In meinem Imkerverein wird immer gesagt, wenn die Bienen durch Pflanzenschutzmittel geschädigt sind, dann macht sich das aber unmittelbar bemerkbar. Das heißt, in der Zeit in der auch Pflanzenschutz durchgeführt wird. Wenn sie allerdings den Winter über verschwinden, bzw. sterben, dann ist eine Hauptursache, neben Varroa, dass sie zu wenig Futter haben. In meinem Verein spricht man beim Einfüttern von einer Menge von ca. 18 kg Zucker pro Volk. Ich hatte letztes Jahr sogar ein Volk, das 21 kg aufgenommen hat.
Bei der jetzigen Witterung ist es noch möglich, dass die Bienen auf der Brut verhungern. Sie hatten bereits Brut, dann wurde es kalt (-12) über ca. 10 Tage. Meine erfahrenen Kollegen berichten, dass die Bienen dann lieber die Brut wärmen, als zum Futterkranz zu gehen. Letztes Frühjahr sind bei Bekannten 6 von 9 Völkern dadurch kaputt gegangen.
In meinem 1. Bienenjahr hatte ich im Spätherbst Ausfall. Da kamen die Wespen in das Volk und haben die ganze Brut rausgefressen.
Ich bin auch schon gespannt, wenn es wärmer wird ob und wie stark sie dann fliegen.
Viele Grüße von Lise

Offline mary

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #198 am: 10.02.15, 10:41 »
Hallo Lise,
ich bin auch noch blutige Anfängerin, mein Bienenpate hat seit über 30 Jahren Bienen und der hängt so unwahrscheinlich an seinen Bienen, ohne sein Wissen und seine Hilfe hätte ich mit den Bienen gar nicht angefangen.
Dass der jetzt plötzlich die Arbeit mit den Bienen nicht mehr beherrscht, das kann ich mir nicht vorstellen- der würde sie am Liebsten eh ins Haus nehmen, damit es ihnen nur gut geht.
Und es macht mir ein wenig Angst, denn wenn schon die sehr erfahrenen Imker nicht mehr mit den Bienen klarkommen, wie soll man dann als Laie reinwachsen.
Ein paar Völker und sie zu verlieren ist nicht existenzbedrohend, aber es geht zum einen ins Geld und zum anderen an die Seele.
Neulich im Imkerstammtisch war von grossen Verlusten die Rede- es wird gerätselt, was mit den Bienen los ist-
irgendwas scheint den Bienen gewaltig zuzusetzen- und niemand weiß es.

Ich habe mich bewusst für die Bienen entschieden, weil ich auch wissen will, was ich für sie tun kann, welche Möglichkeiten an bienenfreundlicher Bewirtschaftung in der Landwirtschaft möglich sind.
Im Verein habe ich noch keine negative Stimmung gegen die Landwirtschaft mitbekommen, im Gegenteil.
Aber ich habe z.B. nicht gewusst, wieviele Bienen beim Mähen mit dem Aufbereiter erwischt werden.
Das sagt einem keiner.
Manches lässt sich auch nicht verhindern, aber das Wissen über die Bedürfnisse der Bienen sollten wir einigermaßen kennen.


Offline gundi

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #199 am: 10.02.15, 10:51 »
Ich kenn mich in der Imkerei zwar nicht so gut aus, esse aber gern Honig, und auch Propolis-Tropfen gehören in meine Hausapotheke.
Habe aber im Herbst schon bei Gesprächen unter Imkern mitbekommen, das eigentlich jedem einige Stöcke eingegangen sind und noch werden. Man hat auch wenig Honig zu kaufen bekommen, weil die Ernte schon nicht so gut ausgefallen ist. Und jeder sagte das es heuer nicht viel besser wird, eben weil so viele Bienen eingehen. Hier gibt es aber keine Ackerbau-bzw.große Obstbaubetriebe, wo eventuell Spritzmittel schuld sein könnten am Bienensterben.
Hoffentlich erholt sich das ganze wieder.

Lg gundi
Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!

Offline mary

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #200 am: 12.03.15, 10:05 »
Hallo Gundi,
ich war am Sonntag in einem Bienenseminar- einer der Referenten kam aus Österreich- der macht scheinbar alles anders als die übliche Imkerpraxis.
Die Bienenverluste sind in unserer Gegend sehr hoch- das Schlimmste ist, dass keiner weiß, was er verkehrt gemacht hat- und das macht so unsicher.
Ich kann da noch nicht mitreden, bin noch blutige Anfängerin.
Aber es tut mir jeder Imker leid, der viele Völker verloren hat- das ist ein gewaltiger Schaden.
Habe mir ein paar gebrauchte Zubehörsachen bei Imkern gekauft, die mit der Imkerei aufhören- das tut in der Seele weh- wenn das Alter die Imker total einbremst- soviel Erfahrung, Wissen und Können- geht damit verloren.

Offline Andres

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #201 am: 12.03.15, 12:53 »
Ich habe das Buch "Weizenwampe" gelesen.Bei den ganzen schädlichen Wirkungen,die der am. Arzt dem modernen Weizen zuschreibt,kann ich mir durchaus vorstellen,daß der moderne Weizen auch den Bienen nicht bekommt.
Und wir züchten überall herum!
Ich habe Weizen jedenfalls aus meiner Ernährung gestrichen und sehe keine Nachteile.Die Bienen können das nicht.
Die Zukunft kann man am besten vorhersagen,wenn man sie selbst erfindet!

Offline Swisslady

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #202 am: 12.03.15, 16:29 »
Habt ihr eure Völker alle über den Winter gebracht? Uns sind 2 eingegangen.
Tschüss zäme u äs Grüessli  Susanna

Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden.

Offline mary

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #203 am: 12.03.15, 16:35 »
Hallo Andres,
was soll Weizen mit den Bienen zu tun haben? Der wird doch vom Wind bestäubt.

Offline Mathilde

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #204 am: 12.03.15, 17:13 »
Hallo Andres,
was soll Weizen mit den Bienen zu tun haben? Der wird doch vom Wind bestäubt.

Hallo Maria,

danke, zwei Dumme - Ein Gedanke  8)

LG Mathilde
Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins

Marie von Ebner-Eschenbach

Offline amanda

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #205 am: 12.03.15, 17:21 »
Hallo Andres,
was soll Weizen mit den Bienen zu tun haben? Der wird doch vom Wind bestäubt.

Die Bienen trinken das Wasser, dass sich auf der Pflanze befindet...

Offline mary

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #206 am: 12.03.15, 19:57 »
Hallo Amanda,
dann müssten in reinen Grünlandgebieten die Bienen definitiv gesünder sein.
Vor ein paar Tagen stand ein Artikel in unserer Zeitung- der Imker ist 90 und noch recht rüstig- sein Fazit, es hat sich viel verändert- an Vorschriften, an Gegebenheiten- aber die Bienen sind immer noch die gleichen.
Was mir so ein wenig zum Nachdenken gibt- der Blick wird nur noch auf die Varroamilbe gelegt oder auf andere Bienenkrankheiten- aber was macht die Bienen so schwach, dass sie sich immer weniger wehren können.
Waren die früheren Bienen- die viel stechlustiger waren- auch widerstandsfähiger- nimmt die Sanftmütigkeit der Biene ihr auch einen Teil ihrer Kraft.
Nur mit kurzer Hose und T-Shirt - ohne jegliche Schutzkleidung imkern inzwischen viele- ich würde  mich nicht so zu den Bienen trauen, aber angeblich sind sie wirklich so zahm geworden.
Leider habe ich viel zu wenig Ahnung von Bienen um hier Antworten zu haben-
wie siehts in eurem Umfeld mit der Biene aus?
@Swisslady, auch bei mir sind 2 Völker einfach verschwunden- mein einziger Trost- ich habe mich mit vielen Imkern unterhalten- es steht heuer schlimm um die Völkerzahlen.
Und mein weiterer Trost- mir hilft der beste Imker, den ich mir nur denken kann- alleine würde ich mir die Bienenhaltung nicht zutrauen.
Da sind meine  vielen Jahre Erfahrung mit anderen Tieren und in der Landwirtschaft nichts wert- wenn es den engagiertesten und wirklich bemühesten Imkern so massiv an die Völker geht.
Vor ein paar Tagen sind die Bienen wieder geflogen- ich kann diese stille Freude gar nicht beschreiben, mein kleines Bienenhäusl und die Bienen mit dicken Pollenhosen. :-*

Offline Andres

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #207 am: 13.03.15, 09:39 »
Hallo Andres,
was soll Weizen mit den Bienen zu tun haben? Der wird doch vom Wind bestäubt.

Oh je, Bildungslücke!Da fällt mir dann doch auf,daß ich was Anderes gelernt habe und eigentlich nur Hobby-Lw. bin.

Aber meine eigentliche Hypothese halte ich mal aufrecht:
Durch die Züchterei überall könnten wir die Pollen so verändert haben,daß sie die Bienen schädigen.Es muß ja nicht der Weizen sein,sondern vllt der Raps oder eine resistente Apfelsorte oder die Stiefmütterchen auf dem Friedhof oder die Geranien aufm Balkon oder der Weißklee in der Dauerwiesenmischung,oder.......!
Die Zukunft kann man am besten vorhersagen,wenn man sie selbst erfindet!

Offline cara

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #208 am: 13.03.15, 14:26 »
nunja, aber die Züchterei gibt es nun auch nicht erst seit 10 Jahren....
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy...
Let's go exploring!

Offline Beate Mahr

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Re: Bienen und die Imkerei
« Antwort #209 am: 13.03.15, 15:23 »
Hallo

diese Woche hat ein Imker gesagt ...

>> vor 20 Jahren waren noch sehr viel mehr PSM erlaubt und es starben keine Bienen ...
heute ist so viel verboten und jetzt sterben uns die Bienen weg ...
also laßt die Bauern in Ruhe ... die füttern unsere Bienen <<

Starkes Statement ...

DANKE dafür

Gruß
Beate

Entscheidend ist nicht, ob man kritisiert wird;
entscheidend ist, ob die Kritiker die Mehrheit bilden.

© Ernst R. Hauschka