Autor Thema: Zeit für Kinder......  (Gelesen 5726 mal)

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Offline reserlTopic starter

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Zeit für Kinder......
« am: 05.08.02, 12:34 »
Hallo zusammen!

Mich würd mal interessieren, wieviel Zeit ihr mit euren Kindern verbringt.
Als Bäuerin hat man ja den "Vorteil" (?), den ganzen Tag bei den Kindern sein zu können.
Trotzdem müssen sie sich die meiste Zeit alleine beschäftigen. Das macht mir oftmals ein schlechtes Gewissen.

Wie ist das bei euch?
Was unternehmt ihr täglich mit den Kindern? Wieviel Zeit ist wirklich nur für die  Kinder übrig?
Wieviel "Nerven" habt ihr für die Kinder?
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
lieben Gruß
Reserl



Manchmal ist es ein großes Glück,
nicht zu bekommen, was man haben will.

Offline Freya

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Re: Zeit für Kinder......
« Antwort #1 am: 05.08.02, 21:34 »
Grüß Dich, Reserl,  :D
natürlich hat "frau" ab und zu ein schlechtes Gewissen. Ich habe mir aber angewöhnt mich selbst zu beruhigen mit dem Satz: " Es kommt nicht darauf an, wie oft man sich mit dem Kind beschäftigt, sondern wie intensiv."

Aus Erzählungen meines Mannes, der der Älteste von 4 Geschwistern hier auf dem Hof groß wurde, weiß ich, wie es ist, wenn man Geschwister hat und die Mutter von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeitet. Ich bin allein groß geworden und mein Sohn auch.

Es hat Tage gegeben, da kam ich abends spät (19:30 Uhr ) aus dem Stall und er hatte nicht viel anderes im Sinn, als mit mir Memory zu spielen.
Das hab ich eigentlich auch immer gemacht und hab dann später, wenn er im Bett war "meinen" Abend nachgeholt. Ich hab mir überlegt, wie lange er wohl noch mit mir Memory spielen will, also hab ich es wirklich genossen, vor allen Dingen, weil es schwierig war zu gewinnen  :( ;D :(

Wenn ich tagsüber zu Hause bin (nicht in der Arbeit) und er kommt aus der Schule, hängt er mir am "Rockzipfel". Natürlich gibt es auch Arbeiten, wo er nicht mitgehen kann und ich muß ihn "allein" lassen. Ich bin froh, daß er sich auch allein beschäftigen kann, ohne nur einfach fern zu schauen. Das Kind ist mit solchen Situationen aufgewachsen und versteht das auch. Aber ich genieße die Zeit, die ich mir nehmen kann um mit meinem Kind "richtig" zusammensein zu können. Es kommt auch vor, daß er sich einen Klappstuhl holt und setzt sich hinter die Kühe um mit mir zu reden, während ich melke oder einfach da zu sitzen.  Auf dem bulldog ist er ja sowieso immer dabei, beim Papa oder bei mir. Und dann ist ja auch noch die Oma da. Ihr "hilft" er sehr gerne im Garten. Der Oma gefällt das weniger.

Wann immer es der Betrieb und die Schule ermöglicht, machen wir Ausflüge. Zum Flughafen, nach Legoland, zu MCDonalds, nach Lengenfeld (größere Reise)  :P oder einfach mal nach München; ich nehme ihn eigentlich überall mit. Auch zum wöchentlichen Großeinkauf.

Tatsache ist aber, wenn unser Kind uns wirklich braucht, dann haben wir auch Zeit. Wenn nicht sofort, dann in ein paar Minuten. Ich denke mir oft, wie ginge es dem Kind, wenn wir keinen Bauernhof hätten???    (schrecklich) So ist es für alle ganz in Ordnung, glaub ich.  ??? ???

Wer heilt, hat Recht.
Hippokrates

liebe Grüße
Freya

Offline Kinderdompteuse

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Re: Zeit für Kinder......
« Antwort #2 am: 06.08.02, 15:01 »
Hallo Reserl!
Ist es nicht herrlich, dass es wenigstens auch was Vorteilhaftes in der Landwirtschaft gibt???? Gerade in den letzten Tagen hab ich mal wieder festgestellt, wieviel doch unsere Kinder von uns haben. Welches Kind hat schon so viel Papa, wie ein Bauernkind?????? Jonathan und Justus hängen momentan den ganzen Tag Gilbert am Zipfel, das fängt schon morgens um 6 an, da wacht Justus auf und ich darf dann noch weiterschlafen und Gilbert frühstückt mit ihm und nimmt ihn mit in den Stall zum "Arbeiten"! Weiter geht`s momentan mit Futterhänger reparieren, Futter mähen, füttern etc. Abends fallen die beiden todmüde und glücklich ins Bett, ihr Papa geht über alles und auch er hat viel Freude mit seinen Jungen! Ähnlich ist es ja bei mir, was ist es schön, dass ich für meine Kinder da sein kann, WENN sie mich brauchen. Aber ich glaube auch nicht, dass es wichtig ist WIEVIEL Zeit man für die Kinder hat, sondern WAS man mit ihnen macht und vor allen Dingen, dass man jederzeit ein Ohr für ihre kleinen und großen Sorgen hat und das läßt sich doch eigentlich einrichten, oder????????
Ein schlechtes Gewissen - auf keinen Fall, welches Kind hat denn noch das Glück mit dem Wissen aufzuwachsen, dass die Kuh, die die Milch gibt, NICHT "lila" ist????? ;D
Liebe Grüße Andrea Siebenkind
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
Andrea alias Kinderdompteuse

Offline reserlTopic starter

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #3 am: 09.11.02, 19:29 »
*schubs*

Dieses Thema möchte ich nochmal zur Diskussion stellen. ;)

lieben Gruß
Reserl



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Offline Nina

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #4 am: 10.11.02, 13:23 »
Hallo  ;),

also meine kleine Maus ist jetzt 17 Monate alt. Sie ist schon immer ziemlich selbständig in Sachen Spielen. Ich habe in der Wohnung immer alle Türen auf, so kann sie mich eigentlich immer beim "Werkeln" hören - das reicht ihr. Sie kommt dann auch immer zwischendurch angewatschelt - dann tun wir entweder schmusen - oder fangen spielen, usw. Meistens verzieht sie sich dann nach einer Weile wieder und ist ganz in Ihrer Spielewelt versunken - bis zum nächsten Abstecher.

Man kann sich halt einfach nicht den ganzen Tag vor seinen Schatz hinsetzen - die Arbeit bleibt ja dann doch liegen und es gibt auch Sachen die man gleich machen muß (z. B. Kochen   :-\).

Ab und zu treffe ich mich mit Freundinnen zum Babytreff, die Kleinen sind hübsch im gleichen Alter. Die dazugehörigen Muttis im Mutterschutz (ohne Landwirtschaft) - denen bin ich schon oft ein bisserl neidig, wenn sie dann erzählen, daß sie sich auch hinlegen, wenn die Kleinen ihr Nachmittagsschläfchen halten :\'( - naja, das ist halt bei mir die Zeit, die ich für Arbeiten nutze, wo ich die kleine Maus nicht dabei haben kann (Pferde ausmisten, etc.) Oder wenn sie dann einfach mal spontan Kaffeetrinken gehen, usw.

Auf der anderen Seite denke ich mir dann auch - ich habe meine Arbeit, mir wird's nicht langweilig und vor allem kann meine Kleine mit Tieren aufwachsen und in jede Wiese hineinlaufen (in der Stadt: "Rasen betreten verboten >:()!

Ich hatte auch ein schlechtes Gewissen, weil die anderen Muttis auch viel mehr üben mit Ihren Kleinen. Doch gestern ist was lustiges passiert - frag ich die Kleine, ob sie eine Banane möchte, da schaut sie mich an und sagt Nane. Die kleinen holen sich schon selbst Ihre Sachen, die sie lernen und wissen müssen. Das bringt das tägliche Leben. Ich glaube die Kinder werden dann später in der Kindergarten- und Schulzeit sowieso mit genügend Lernerei belastet, da sollten doch wenigstens die ersten Jahre ein bisserl lässiger abgehen.

Also ich denke nicht, daß wir unseren Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen haben müssen. Was würden andere Eltern sagen, die schon wegen des Geldes beide zur Arbeit müssen, weil sie z. B. hohe Miete uws. zahlen müssen?

Wünsche Euch noch einen schönen Sonntag  :D.

Nina
Liebe Grüße
Martina

Offline Gertrud

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #5 am: 17.11.02, 21:47 »
Zeit für Kinder.
Habe ich das nie oder fast immer? *überlege*
Als die Kinder noch klein waren (liest sich wie im Märchen) hatte ich sie immer um mich rum, bei der Arbeit mit dabei und wenn`s nicht ging bei Oma abgestellt. So haben sie gelernt mit Gefahren und der Natur zu leben, mit Tieren umzugehen.
Ich meine aber, daß es wichtig ist, daß man ein offenes Ohr hat für die Kinder wenn sie es brauchen, also da sein, wenn die Probleme frisch und ausdiskutiert werden müssen -sofort-, später wenn sie drüber geschlafen haben, ist alles schon verarbeitet und nicht mehr aktuell. Diese Zeit kann ich mir auch oft neben der Arbeit nehmen. Ich muß mich nicht neben die Kinder setzen, ich muß lediglich als Ansprechpartner da sein, wenn sie mich brauchen.
Gemeinsam unternommen haben wir ab und zu mal was, es sind schon einige schöne Erinnerungen da.
Große Ausflüge und Ferien konnten wir unseren Kindern nicht bieten, aber ich denke sie kommen auch ohne uns fort.
Ferien auf den Bauernhof, und das 365 Tage ist das nicht herrlich  :-*
Es ist auch wichtig, daß die Kinder lernen was Arbeit ist und Freude an der Arbeit finden, und das können sie ganz nebenbei erfahren und sind glücklich dabei.
Beispiel:
Im Melkstand beim Melken haben unsere Kinder abwechselnd 1 Woche "Dienst". Diese Zeit nutze ich auch, um Probleme anzusprechen, da sind wir nur zu zweit, ich kann immer wieder nachhacken und nachfragen. Bis das Thema geklärt ist.
Zeit für Kinder, ja ich denke schon, daß ich genügend habe.

Offline Landmama

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #6 am: 18.11.02, 22:54 »
das sind meine zwei (von drei ) Jungs !

die nicht klagen können, daß Mama und Papa keine Zeit für sie haben !




(ich hoffe das Bild ist auch sichtbar)
« Letzte Änderung: 19.11.02, 00:46 von reserl »

Offline Geranie

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #7 am: 17.12.02, 23:14 »
Meine Kinder 12.11.4.J.sind auch mit einer ungern vorlesenden Mama(lese lieber für mich ein Buch)großgeworden.Die 2 Großen waren ja immer zu zweit zum spielen und um unser Nesthäckchen brauch ich mir auch keine Sorgen machen der holt sich alle Zeit die er braucht. Ich finds ok wenn frau ihre kids nicht ständig bemuttert.
da sein ,wenn Mama wirklich gebraucht wird,das ist wichtig!!!

Viele Grüße
Lydia

Anschel

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #8 am: 14.01.03, 23:36 »
Hoppla,
jetzt wollte ich mich schon verabschieden und da sehe ich doch noch
diesesinteressante Thema, dass mich nie verlassen hat solange meine Kinder "noch klein"waren.

Also, wir hatten, haben 4 Wunschkinder in einem Zeitraum von 5 Jahren bekommen. ::) ::) ::)
 
Da kann sich sicher jeder vorstellen, dass ich fast ständig mit schlechtem Gewissen unterwegs war, weil ich logischerweise meinem anspruchsvollen Erziehungsauftrag zeitlich nicht auf die Reihe bekam!! :-[
Selbstverständlich habe ich mich
immer
bemüht mir "Zeit" für meine Kinder zu nehmen.

Immer mit dem Hintergedanken, dass es zuwenig ist.

Bis, ja, bis ich einmal im Gespräch  einem Pädagogen, diese meine Problematik geschildert habe, darauf gab er mir die für mich wundervolle Antwort als Erziehungsregel:

Nicht die Menge an Zeit , also Quantität ist massgeblich, sondern die Qualität die wir an Zeit mit unseren Kindern verbringen, macht den Unterschied

 Unsere Kinder sind inzwischen "erwachsen" geworden. Wir kommen sehr gut miteinander klar ;D ;D ;D,
natürlich nehme ich mir auch heute noch Zeit für sie, wann immer es notwendig  und mir möglich ist (fast immer bei Bedarf)

In diesem Sinne
A Guats Nächtle
« Letzte Änderung: 14.01.03, 23:54 von Anschel »

Offline PeacefulHeidi

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #9 am: 15.01.03, 06:33 »
Anschel an dem Spruch deines Pädagogen:
Zitat
Nicht die Menge an Zeit , also Quantität ist massgeblich, sondern die Qualität die wir an Zeit mit unseren Kindern verbringen, macht den Unterschied


Da ist schon was wahres dran. Ich merks an meinen Kids. Sie sind glücklich wenn sie in Mama einen Ansprechpartner haben, aber Mama muss garnicht immer da sein.

Vor allem die 12jährige aber auch der 8jährige genießen die Zeit in der Mama nicht im Haus ist.

Obwohl ich muss auch zugeben im Sommer hab ich oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich dann höre die anderen Mütter und Väter sitzen in den Schwimmbädern oder sonstwo mit den Kids und wir schwitzen auf dem Land. ;)

Nur die Erntearbeiten laufen ja auch gemeinsam und die Kinder sind noch ganz begeistert dabei. Dafür nehmen wir uns dann wieder nach getaner Arbeit Zeit. Dann hat auch meistens Papa mal einen Nachmittag Zeit.

So lange meine Kids mich nicht gegen eine andere Mutter eintauschen möchten hab ich doch nichts falsch gemacht, oder?  ;)

Offline geli.G

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #10 am: 25.07.04, 22:31 »

Er hat die ersten sechs Jahre seines Lebens nur im Kinderbett liegend verbracht und jeweils morgens und abends ein Fläschchen Milch bekommen. Seine einzige Unterhaltung war, an der Wand zu kratzen.  Heute ist er 7 Jahre alt, lebt seit einem Jahr  bei Pflegeeltern und muß wirklich alles lernen. Er kann jetzt laufen und einigermaßen sprechen.  


Meine Güte, was sind denn das für Eltern..... >:(

So viele Paare wünschen sich ein Kind und bekommen keins und andere machen ihre Kinder zu Krüppel...anders kann man doch das nicht nennen. Der kleine Junge wird schließlich bleibende Schäden davontragen...ich kann´s nicht fassen..... :\'(
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline mary

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Re:Zeit für Kinder......
« Antwort #11 am: 26.07.04, 08:03 »
Hallo LUna, hallo Geli,
komisch, für jeden Beruf braucht Mensch eine Ausbildung, aber die Erziehung von Kindern überlässt man der Intuition und den in vielzahl geschriebenen Kindererziehungsratgebern.
Was Kinderseelen alles angetan wird, das ist manchmal einfach nicht mehr fassbar.
Allerdings sehe ich auch die Gefahr, dass in der Erziehung sich allzugerne jegliche weltanschaulichen und poltitischen Strömungen gerne einmischen, denn wer die Erziehung der Kinder in die Hand bekommt, hat auch ein grosses Maß an Prägung in der Hand.
Das schlimme an verkorkster Erziehung ist, dass das wieder an die nächste Generation in irgendeiner Form weitergegeben wird.
Entweder in Form von Vernachlässigung oder in Form von Überbehütung, die auch den Kindern nicht unbedingt guttut.
Ich frag mich heute immer mehr, was brauchen Kinder- um zu glücklichen, gesunden und selbsbewussten Menschen heranzuwachsen?
Das ist doch ein weltweites Anliegen- um auf diesem Erdball eine Zukunft zu haben, wird die Gesellschaft sich mit derartigen Fragen beschäftigen müssen, der weltweit agierende Terrorismus, die vielen Kriege zeigen, dass wir von der Entwicklung her noch in der Steinzeit geblieben sind.
Selbst in den Keimzellen, in den Familien gibt es unzählige Konflikte, die irgendwann eskalieren und zu Katastrophen führen-
deshalb ist doch die Frage-
was brauchen Kinder, um zu gesunden,glücklichen und selbsbewussten Erwachsenen heranzuwachsen,
eine wichtige Frage.
Wie seht ihr das?
Herzl. Grüsse
maria

Silli

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Re: Zeit für Kinder......
« Antwort #12 am: 28.03.05, 21:22 »
Das stand heute in Die Welt:

Zeit für Kinder - Qualität, nicht Quantität ist entscheidend
Nach einer neuen Studie leidet die Kindesentwicklung nicht unter der Berufstätigkeit der Mutter
von Doris Marszk

Austin - Viele berufstätige Mütter befürchten, daß sie zuwenig Zeit für ihr Kind haben und sich das Kind deshalb schlechter entwickeln könnte. Zwei amerikanische Wissenschaftlerinnen geben jetzt Entwarnung: Entscheidend sei nicht, wieviel Zeit eine Mutter mit ihrem Kind verbringe, sondern welche Qualität die Beschäftigung mit dem Kind habe. Ihre Erkenntnisse beruhen auf 24-Stunden-Tagebuch-Aufzeichnungen von über 1000 Müttern sowie Videoaufnahmen von einzelnen Müttern mit deren Nachwuchs, berichten sie jetzt in der Zeitschrift "Child Development".

"Die Menge an Zeit, die Mütter ihren Babys und ihrem Beruf widmen, ist nicht der ausschlaggebende Faktor für starke, positive Mutter-Kind-Beziehungen", erläutert Aletha Huston von der University of Texas, eine der Autorinnen der Studie. "Statt dessen berühren die Charakterzüge der Mutter, ihre Einstellungen sowie die familiären Umstände sowohl ihre Zeiteinteilung als auch ihr erzieherisches Verhalten. Mütter, die der Beschäftigung mit dem Kind Priorität einräumen, bieten dem Kind eine sensiblere und bessere Erziehung." Dabei sei es unerheblich, ob die Mütter berufstätig sind oder nicht. Wie die Forscherinnen schreiben, beschäftigten sich fast alle der von ihnen untersuchten Mütter genügend mit dem Kind, um eine normale Entwicklung in den ersten drei Lebensjahren zu gewährleisten.

Aletha Huston und Stacey Rosenkrantz Aronson analysierten die Aufzeichnungen von insgesamt 1053 Müttern über ihre Erledigungen und Beschäftigungen in einem Zeitraum von 24 Stunden. Außerdem filmten sie einzelne Mutter-Kind-Beziehungen sowie die häuslichen Umgebungen. Es zeigte sich, daß nichtberufstätige Mütter, wie erwartet, insgesamt mehr Zeit für ihre Kinder hatten. Berufstätige Mütter hingegen glichen dies jedoch teilweise dadurch aus, daß sie ihre Einstellungen gegenüber anderen Beschäftigungen änderten: Sie nahmen sich weniger Zeit für die Hausarbeit oder verzichteten auf andere soziale Aktivitäten, um sich noch angemessen um das Kind kümmern zu können. Besonders die Wochenenden nutzten sie als Kinderzeit.

LG
Silli