Bäuerinnentreff

Was es sonst noch gibt => Freizeit => Reisen, Urlaub und Tagesausflüge => Thema gestartet von: martina am 07.03.19, 20:24

Titel: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 20:24
Dieses Jahr nehme ich Euch mit auf die Kanaren und zeige Euch meine dilettantisch fotografierten Bilder von Teneriffa und von unserem Tagesausflug nach La Gomera.

(https://abload.de/img/20190226_182100nektx.jpg) (http://abload.de/image.php?img=20190226_182100nektx.jpg)

Leider hat nach 2 Tagen mein Fotoapperat aufgegeben und da musste das Handy dann reichen. Aber ich winke mal dezent zu Tina, die hat sicher bessere Fotos im Fundus und zeigt sie uns vielleicht später auch einmal ;)

Ausserdem wollt Ihr ja nicht meine Fotos gucken, sondern die Geschichten lesen, die dazu gehören.


Ein Ausflug in die Geschichte:

Die Ureinwohner der Kanaren heißen Guanchen (ich hoffe, ich hab das richtig geschrieben). Sie stammen von den Berbern ab, die ihrerseits bekanntlich im nördlichen Afrika beheimatet sind. Irgendwie sind diese Berber also über die See gefahren und auf den Inseln gelandet. Vermutlich wurden sie von den Römern dort hin verschleppt, denn die waren auch da. Evtl. waren auch Phönizier da. Die ehemaligen Berber lebten von Viehzucht, etwas Ackerbau und Fischfang, den sie von Land aus betrieben. Jede der Inseln hat ihre eigenen Gebräuche gehabt und ihre eigene Sprache.

Dann kamen die Spanier! Wie deren Besiedlungstaktiken aussehen, wissen wir aus dem Geschichtsunterricht und auch davon, dass ihnen ortsansässige Völker in den Ländern, die sie "entdeckten" reichlich im Weg waren. So auch auf Teneriffa. Die Guanchen wurden bekämpft (nicht ohne Gegenwehr), unterdrückt und als Arbeiter eingesetzt. Die Eroberung Teneriffas durch die Spanier dauerte 4 Jahre. Irgendwann verbrüderte man sich dann mit ihnen und im Schmelztiegel der Völker gingen die Guanchen unter. Inzwischen mischten auch Bewohner anderer Länder mit, die sich auf der Insel nieder ließen, um Handel zu treiben. Die Guanchen haben ihren Toten mumifiziert, daher ist ihre DNA erhalten geblieben und konnte in der Bevölkerung von Teneriffa nachgewiesen werden. Irgendwie haben sie also doch überlebt.

Was fanden die Spanier so reizvoll an den Kanaren? Hauptsächlich bildeten sie eine letzte Station zum Proviantaufnehmen auf der langen Reise über den Atlantik. Aber als Hauptgrund brauchte man erst einmal eine Möglichkeit zum Anbau von Zuckerrohr, denn Zucker war heißbegehrt und teuer.

Nach der Entdeckung Amerikas konnte dort Zuckerrohr wesentlich günstiger angebaut werden, also verlagerte man die Zuckerproduktion von den Inseln weg.

Nach dem Zuckerrohr kam der Weinanbau. Dann kamen die Kakteen und heute sind es hauptsächlich Bananen, die angebaut werden.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 20:45
Bananenanbau konnten wir in der Nähe von Puerto de La Cruz  auf der "Finca El Patio" anschauen, die auch noch anderes Obst und Gemüse anbauen. Der Schwerpunkt liegt aber auf den Bananen.
Insgesamt werden knapp 20.000 qm bewirtschaft, seit jetzt 8 Jahren nach Biorichtlinien. Die Finca ist seit Generationen in der Familie, anfangs baute man Wein an und betreute auch schon erste Urlauber.

Eine Bananenpflanze stirbt nach der Ernte der Bananen ab, sie lebt ca. 20 Monate. Aber aus ihren Wurzeln bilden sich neue Triebe, von denen 1-2 weitergenutzt werden, an Ort und Stelle. Leider hat der Bananenanbau auf Teneriffa mit dem Rüsselkäfer zu kämpfen, der im Boden lebt und so versucht man, mit den Bananenpflanzen zu wandern. Wichtig ist, den Boden gesund zu erhalten. Der Mist der 400 eigenen Hühner wird verflüssigt und mit der Jauche werden die Felder gedüngt. Das Haus verfügt über eine Kleinkläranlage für das Brauchwasser. Mit dem geklärten Wasser werden dann die Bananen gewässert. Bananen passen eigentlich nicht in das Klima der Insel, dort ist es viel zu trocken, sie mögen lieber feuchtwarmes Klima.
Die Produkte der Finca werden direkt vermarktet. 6 Eier kosten 3 Euro. Käfighaltung ist in Spanien noch erlaubt, auf der Finca nicht, wegen Bio.
Die Umstellung auf Bio hat sich für den Betrieb rentiert, sie verkaufen ihre Bananen zu einem konstanten Preis von 1 Euro/kg, die konventionellen Bananen schwanken im Preis.
Die Finca hat 2-6 feste Angestellte, je nach Saison und Arbeitsanfall.
Wenn der Boden gut gepflegt wird, braucht eine Biobanae zwischen 12 und 14 Liter Wasser pro Pflanze, die konventionellen brauchen bis zu 20 l.
Das Wasser auf Teneriffa kommt zu 80% als Grundwasser, welches in den Lorbeer- und Kiefernwäldern gewonnen wird und zu 20% aus der Meerwasserentsalzung.
 
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Die Finca vermarktet ihre Bananen ausschließlich auf der Insel.

Bananen von Teneriffa sind - wie die von Madeira - nur auf den Inseln und auf dem spanischen Festland zu bekommen und in der Schweiz. Für das restliche Europa werden die Bananen aus Übersee eingeführt, weil die eher der Norm und den Kundenwünschen entsprechen. Teneriffabananen sind kleiner und etwas intensiver im Geschmack.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 20:57
Überall auf der Insel sieht man die "Mickymausohren-Kakteen". Man hat sie aus Mexiko eingeführt und regelrecht auf Farmen angebaut. Warum? Wegen ihrer Läuse!

Die Läuse werden abgesammelt, dann getrocknet und zerrieben. Dabei entsteht ein roter Farbstoff mit dem man so ziemlich alles rot einfärben konnte, was man so rot haben wollte: Stoffe und Marmeladen beispielsweise. Dieser Farbstoff hat sogar eine E-Nr., nämlich die E120 und es handelt sich um Karminsäure. Heutzutage wird er synthetisch hergestellt, weil das billiger ist. Die Kakteen sind der Insel aber erhalten geblieben.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 21:10
Icod de los Vinos ist nach der Bananenfinca die 2. Station unserer Rundreise durch den Nordwesten der Insel.

Dort steht der berühmte 1000jährige Drachenbaum.

Drachenbäume sind etwas ganz besonderes. Sie wachsen ganz gerade und die Blätter kommen direkt oben aus dem Stamm. Zwischen 10 und 15 Jahre Wachstumszeit blühen sie. Danach verzweigt sich der Stamm in wenige Einzeltriebe und treibt neue Blätter. Wieder 10-15 Jahre fängt der Baum wieder an zu blühen und verzweigt sich wieder. Irgendwann ist dann ein Gewirr an Ästen zu sehen.
 
Rechts sieht man einen jungen Baum, links und in der Mitte etwas ältere mit Verzweigungen.
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Die Krone des (errechneten) 1000 jährigen Baumes ist so dicht, dass sie von innen schimmelte, weil keine Luft an die Äste kam. Also hat man dort einen Ventilator installiert, der die Baumkrone von innen belüftet. So sehr wir auch geschaut haben, wir haben ihn nicht gefunden, nur einige Äste, die gestützt werden mussten.

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Den Namen Drachenbaum verdanken wir der griechischen Mythologie. Eine der Aufgaben des Herakles war, goldene Äpfel im Garten der Hesperiden zu pflücken. Diese besonderen Apfelbäume werden vom Drachen Ladon bewacht. Der hat 2, 3 oder auch 100 Köpfe, da sagt jeder Erzähler etwas anderes. Jedenfalls erschlägt Herakles den Drachen und aus dessen Blut wuchs dann ein Baum. Tatsächlich hat der Drachenbaum einen Saft, der erst weißlich ist und durch Kontakt mit Sauerstoff rot wird - also Drachenblut.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 21:43
Wein wird natürlich auch noch angebaut auf Teneriffa, aber eher zum Eigenverzehr.

Wir haben erst ein Weinmuseum angeschaut, das in einem uralten Gebäude untergebracht ist. Dort gibt es eine herrlich geschnitzte Decke, deren Schönheit auf meinem Foto leider gar nicht wirklich herauskommt. Aber Du hast bei so einem vollen Programm, wie wir es hatten, auch nicht wirklich Zeit, um in Ruhe zu fotografieren und mit Kameraeinstellungen zu experimentieren. Das Holz für diese Decke ist kanarische Kiefer.

Die "Casa del Vino"
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Wein wird seit 1492 auf der Insel angebaut, die Spanier haben ihn mitgebracht. Die Weinsorten kommen aus allen möglichen Mittelmeeranbaugebieten. Ca 8000 ha Wein werden auf Teneriffa angebaut. Der Weinanbau ist für die Insel sehr wichtig als Erosionsschutz. Die Begrünung des Bodens verhindert ein Austrocknen.
Die Anbaumethoden sind traditionell als Spalier oder auch als Weinlaube angelegt. Spaliere können abgebaut oder umgelegt werden, um in der Pflanzenruhezeit zwischen den Reihen Kartoffeln anzupflanzen.  Die Kartoffel wird dann im Februar geerntet und die Weinreben treiben im März wieder aus.
Es werden rel. viele weiße Trauben angebaut. Die bekannteste Sorte ist der als Likörwein bekannte Malvasier, den schon Shakespeare mochte.
Es gibt mehr private Winzer, als genossenschaftlich organisierte.

Auf Teneriffa haben viele alte Rebsorten überleben können, da die Reblaus auf der Insel keine Rolle spielt, die auf dem Festland ettliche Sorten zerstört hat. Es gibt 5 Anbaugebiete auf der Insel. Das Gebiet im Süden liegt auf 1700 m Höhe und ist das höchstgelegenste Anbaugebiet Europas.
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So sagt man uns im Museum, während wir 4 Sorten Wein verkosten dürfen. Morgens um 10 Uhr! Und nicht so kleine Schnapsgläschen, wie man sie in Deutschland bekäme. Nein, die Gläser waren schon gut voll. Nebenbei gibt es Ziegenkäse auf Zwieback zum Probieren.

Die Weinlese findet ab Juli bis Oktober statt. Am 30. November startet dann das große Andreasfest, zu dem die neuen Weine geöffnet und probiert werden.

Weingut in der Nähe von La Laguna
Hier haben unsere Männer eher den Flughafer im "Beet" angeschaut, als der Erklärung zum Rebenanbau zugehört. Man war sich einig, dieses Feld hätte man nicht zeigen mögen.
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Sie bauen 7 von den ganz alten Rebsorten an, auf vielen kleinen Feldern. Wie viel Fläche man insgesamt hat, wollte man uns nicht sagen. Sie kaufen aber noch Trauben dazu und produzieren 30.000 - 40.000 Liter pro Jahr. Damit sind sie mit 3 festen AK plus Saisonkräften während der Lese ein mittelgroßer Betrieb, der seinen Wein nur auf der Insel vermarktet.

Aber der Wein in der Verkostung, diesmal am Nachmittag, war gut und ein Rezept für rote Mojo-Soße haben wir auch bekommen. Das ist aber ein anderes Thema ;)
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Die Bodega Alvaro in Tacoronte haben wir dann am letzten Tag besucht. Da gab es Wein ganz ohne Erklärung, aber dafür recht viel. Interessant hier war eindeutig das Ambiente, der Großvater hat Weinflaschen gesammelt. Im Gastraum mit ca 100 Sitzplätzen, waren ALLE Wände mit Flaschen vollgestellt.
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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 22:26
Jetzt erst mal was fürs Auge: schöne Blumen.

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Ohne Foto: Kanarischer Riesenlöwenzahn, der wird schon mal 2 m hoch.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 22:46
Wir fahren ins Teno-Gebirge in den Ort Masca.

Masca ist ganz klein und besteht aus eigentlich 3 Siedlungen, die auf verschiedenen Terassen angelegt sind. Ein Bergdorf, wie es im Buche steht und die Fahrt dorthin ist abenteuerlich, besonders, wenn man mit dem Bus dort hin will. Nicht ohne Grund können dort nur die kleinen Reisebusse mit 35 Plätzen hinfahren.
Wir starten von Puerto de La Cruz, wo unser Hotel steht, und fahren nach Santiago del Teide, dort müssen wir abbiegen. Schon die Fahrt nach Santiago ist atemberaubend. Und dann kommt Serpentine nach Serpentine auf enger Strasse mit Gegenverkehr. Aber irgendwie klappt das und wir klettern den Berg hoch und auf der anderen Seite in die Masca-Schlucht wieder herunter. Dort gibt es Mittagessen in einem kleinen Restaurant auf der Sonnenterasse. Einigen ist der Appetit aber vergangen.
 

Blick von der Terasse den Berg hoch. Ja, da oben irgendwo sind wir mit dem Bus herumgekurvt.
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Aussicht:
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Wenn man die Linie der gelben Steine verfolgt, weiß man, wo die Strasse verläuft.
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Der Blickwinkel täuscht, hinter der Steinbregrenzung geht es tief nach unten.
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Wenn man gut hineingekommen ist ins Mascatal muss man auch wieder heraus. Fliegen geht ja nicht. Also wieder abenteuerliche Kurven bergauf und auf der anderen Seite bergab. Es waren alle froh, wieder heile unten angekommen zu sein.

Die Busfahrern können fahren! Aber richtig gut. Chapeau!
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 23:03
Wir fahren wieder über das Tenogebirge durch Santiage del Teide nach Chio.

Dorthin ist vor über 30 Jahren der Herr Waigl aus Österreich vom Bodensee ausgewandert. Er betreibt dort eine Rosenfinca und zeigt uns seine Gewächshäuser. Ursprünglich wollte er ja "nur" seinen eigenen Blumenladen zu Hause mit Rosen beliefern. Den hat jetzt der Bruder übernommen. Die Rosen für Europa kommen heute aus Equador und auf Teneriffa werden statt dessen Chrysanthemen, Lilien, Statice und Nelken angebaut. Und Rosen natürlich auch noch. Einige Strelitzien finden sich auch, aber die nach Deutschland zu exportieren ist teuer, weil sie extrem frostempfindlich sind und der Transport sehr aufwändig ist.

Inzwischen werden auf 42000 qm Blumen angebaut. In der Hoch-Zeit der Rosen wurden mit Kollegen insgesamt 300.000 qm Rosen gebaut, die Kollegen haben aber den Absprung nicht geschafft. Blumen brauchen guten Boden und gute Wasserqualität. Durch den höheren ph-Gehalt des Wassers sind die Blumen nicht so mehltauanfällig. Wenn er doch mal auftritt, wird mit Essig behandelt. Ausserdem werden im biologischen Pflanzenschutz Nützlinge eingesetzt. Die Nährstoffversorgung ist über die Bewässerungsanlage geregelt.
15 festangestellt AK betreuen die Pflanzen und beliefern mit 3 Fahrzeugen ganzjährig Blumenläden auf der ganzen Insel.

Die vorgezogenen Chrysanthemen kommen von Gran Canaria.

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Nelken werden wieder vermehrt angebaut, kommen ja so langsam wieder in Mode, nachdem sie eine Zeit lang gar nicht gehandelt wurden. Die Nelken in verschiedenen Sorten stehen in Hydrokultur und bekommen der Einfachheit halber alle die gleiche Nährstofflösung. Das Wasser, was "über" ist, wird gereinigt und wiederverwendet. Die Pflanzen bleiben 6 Jahre stehen.
 
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Alle Blumen stehen, wie ein großer Teil der Bananen der Insel auch, unter Windschutznetzen. Das sieht nicht schön aus, aber die Blätter müssen vor Wind geschützt werden. Für Bananen werden werden oft sogar Folien eingesetzt, um Kleinklimazonen zu schaffen. Auch Gemüse wird von Familie Waigl in kleinem Umfang unter den Netzen angebaut.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 23:37
Die nächste Station an diesem Tag ist die Ziegenfarm mit angeschlossener Käserei Motesdeoca in Tijoco Alto. Ziegenkäse wird sehr viel auf der Insel gegessen und der Käse dort ist wirklich mehr als lecker.


Leider hab ich hier keine Bilder, mein Mann sollte fotografieren und hat dafür gefilmt. Das wird aber zu kompliziert, um es hier zu zeigen.

Der Betrieb ist vor ca. 20 Jahren von La Palma gekommen und hält 1200 Milchziegen insgesamt. Eingesetzt werden 2 der 5 kanarischen Ziegenrassen, die halt optimal ans Klima angepasst sind. Futter wird komplett vom Festland importiert. Der Betrieb lag erst an der Küste und einige Ziegen sind auch freigelaufen, aber dann haben sich die Hotels beschwert, also zog man nach oben in die Berge. Auch hier wollten die Nachbarn keine freilaufenden Ziegen, daher hat man jetzt mehrere Gruppen in Pferchen.

Die besten Bocklämmer werden für die Zucht behalten, dafür braucht man 18 Stück. Der Rest wird in die Mast verklauft.
Die Ziegen können 7 - 10 Jahre alt werden, bleiben in dem Betrieb aber nur 3 Laktationen. Pro Ziege gibt es 3 l Milch pro Tag, gemolken wird einmal. Die Laktation dauert 210 Tage, die Milch hat ca. 4 % Fettgehalt.

Die Dame, die uns da alles erklärte, war wegen der genauen Nachfrage schwer irritiert, sie gab nur so allgemeine Antworten, aber wir waren hartnäckig und die Reiseleiterin hat brav alles übersetzt und ihr dann auch verraten, dass wir sozusagen Fachpublikum waren. Da kamen dann genauere Antworten.

Sie halten 4 Melkgruppen nach Leistung ohne Einzeltiererkennung. Die Gruppeneinteilung macht der Opa nach Augenmaß und Gefühl, ebenso die Auswahl der Zuchttiere. Die Deckzeiten sind flexibel. Die Lämmer bleiben 2 Tage bei der Mutter, ehe sie zu ihrem Schutz auch getrennt werden können und dann mit Flasche gefüttert werden. Gesunde Lämmer dürfen auch länger bleiben, die Mutter wird trotzdem schon gemolken. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe, weil die Dame, wie gesagt, erst sehr vage geantwortet hat. Trockengestellt wird nicht wirklich, die meisten Tiere werden durchgemolken. Zwillinge und Drillinge sind normal. Gemolken wird im 2*24 Side-by-side-Melkstand mit Kraftfutterstation und Mengenerfassung.

Man stellt in der Molkerei verschieden Käse in unterschiedlichen Reifegraden her, dazu Quark, Butter und Joghurt. Letzterer ist oberlecker, auch die Butter war der Hammer. Leider ließen die Temperaturen einen Einkauf nicht wirklich zu, der Käse wäre uns im Bus sonst wohin gelaufen.

800 - 900 l Milch pro Tag werden verarbeitet. Lab wird syntetisches eingesetzt.

Vermarktet wird auf den großen Inseln.

Man arbeitet mit 4-5 Familien-AK, je nach dem wie stark man den Opa mit einrechnet. Ausserdem sind ca. 20 Angestellte da, wenn ich das richtig verstanden habe.



Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 07.03.19, 23:48
Mittagspause in Los Christianos am Strand. Da merkt man, dass man auf der heißen Südseite der Insel ist. Dort ist es deutlich wärmer als im Norden, die Vegetation ist ganz anders und viel mehr Touristen laufen dort auch herum.

Teneriffa hat 6 Millionen Touristen pro Jahr. 1 davon besucht den Norden, die anderen 5 braten bei 300 Sonnentag am Strand.

Von den Temperaturen her hätte ich mich am liebsten zu den Sonnenanbetern gelegt und auch mal ein Bad gewagt. Nur mit der Umzieherei da am Strand ist das so umständlich und die Zeit reichte auch nicht wirklich. So bekamen dann nur die Füße etwas von der schönen Abkühlung. Vom Fußbad gibt es kein Bild, da sind auf allen zu viele Leute drauf, muss ja nicht sein.

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Der Rückweg nach Puerto de la Cruz führte dann an der Steilküste Los Gigantos vorbei. Eine der höchsten Steilklippen Europas.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 10:15
Garachico - Kleine Insel

Die Stadt Garachico war zu Zeiten des Weinexports einer der wichtigsten Häfen der Insel. 1706 brach ein Vulkan aus und 2 Lavaströme zerstörten den Hafen und lagerten sich in der Bucht ab. Damit war die Schifffahrt in diesem Teil der Insel dann erledigt. Das Städtchen wurde aber wieder neu aufgebaut.

Blick von den Bergen auf die Stadt und die Bucht mit der kleinen Insel.
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Letzter Rest des Hafens, die Puerta de Tierra, die Pforte des Landes
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Kirche
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Die kleine Insel mit Brandung
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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 10:30
Mal wieder Aussicht, vom "Parque La Garanonia" auf 280 m Höhe der Steilküste und wieder tolle Brandung.

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(https://abload.de/img/20190301_093028zskgq.jpg) (http://abload.de/image.php?img=20190301_093028zskgq.jpg)
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 10:35
La Laguna ist die älteste Stadt Teneriffas und war bis vor 200 Jahren auch die Hauptstadt.

Sie wurde von den Spaniern ganz modern mit Strassen im Schachbrettmuster angelegt, nach Bauregeln der Renaissance. Auf eine Stadtmauer konnte verzichtet werden, weil das Anagagebirge ringsherum eine natürliche Begrenzung bildet und die Stadt eine "Stadt des Friedens" sein sollte.
La Laguna ist seit 20 Jahren Weltkulturerbe der UESCO.
In Südamerika wurden viele Städte, z.B. Lima und Havanna, nach dem Vorbild von La Laguna erbaut.

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(https://abload.de/img/20190301_134032asjd7.jpg) (http://abload.de/image.php?img=20190301_134032asjd7.jpg)

Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 10:36
Die Markthalle von La Laguna

Der größte Teil der Arbeit fällt in den Dienstleistungsberufen rund um den Tourismus an. Die Durchschnittslöhne liegen dort bei 1000 - 1500 Euro netto.
Da immer mehr Wohnungen an der Küste als - teilweise auch schwarz vermietetet - Ferienwohnungen genutzt werden, sind die Mieten dort sprunghaft gestiegen, ca. 800 Euro für eine Durchschnittswohnung muss man zahlen. Daher ziehen sich die Teneriffen (nennt man die überhaupt so ??? ) zum wohnen in die Berge zurück.

Mehrwertsteuer gibt es auf den Inseln nicht, weil fast alle Bedarfsgüter eingeführt werden müssen. Diesel beispielsweise kostet 92 ct der Liter, Autos sind auch günstig. Die Infrastuktur gibt einen guten Öffentlichen Nahverkehr nicht her, nur die größeren Ortschaften sind durch Buslinien verbunden. Daher kommt auch auf jeden Einwohner ein Auto.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 10:53
Casa Montanes in La Laguna.

Erbaut 1746 mit 3 Etagen und Zwischenstock ist es ein typisches kanarisches Herrenhaus mit einem tollen Innengarten. Heute wird es für eine Behörde genutzt.

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Der König ist aber nicht mehr aktuell.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 11:12
Von La Laguna aus fahren wir ins Anaga-Gebirge. eines der wichtigsten Naturschutzgebiete der Insel. Die Lorbeerwälder dort sind extrem wichtig für den Wasserhaushalt der Insel. Die Hälfte der Inselfläche steht unter Naturschutz.

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Das weißblühende Gewächs hier unten am Bildrand ist Erica. Kanarische Riesenerica, um genau zu sein. Sie kann bis zu 3 m hoch werden.


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Leider aus dem Bus heraus.
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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 11:37
Früh aufstehen bitte, um 6 Uhr holt uns der Bus zum Tagesausflug nach La Gomera ab.

La Gomera ist eher klein und beschaulich, hat so zwischen 21.000 und 24.000 Einwohnern, die Zahlen schwanken. Es kann auch nur mit der Fähre erreicht werden. Meistens sind es Tagestouristen, die Gomera besuchen.

Gomera ist selbstredend auch wieder vulkanisch und wir sollen es uns wie eine Zitronenpresse vorstellen, sagt die Reiseleiterin. In der Mitte der Gipfel und die großen Dörfer unten am Ausgang der Schluchten. Wenn man von einer Schluchtmündung zur Nachbarin will, muss man erst zum Gipfel hoch- und dann die nächste Schlucht wieder herunterfahren.

Wir fahren mit dem Fred Olsen Express, einer Art Katamaran, nur mit mehr Turbinen.

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Fred Olsen klingt ja nun gar nicht so spanisch, tatsächlich kommt der Unternehmer von einer Reederei aus Norwegen. Auf La Gomera hat er viel Land gekauft, betreibt Restaurants und ein edles Luxusgolfhotel. Der Mann ist geschäftstüchtig. Die Reisegruppen, die mit seinem Express fahren, bekommen ein Komplettpaket in seinem Restaurant im Innenland. Nu ja, man ist vom Essen satt geworden, mehr sag ich mal nicht. 5 Busse gleichzeitig pro Stunde. 3 Stunden lang. Also bis zu 15 Busse am Tag. Da heißt es, vorbereitet zu sein, um schnell neu eindecken zu können.

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Blick zurück auf Los Christianos, wo wir 2 Tage vorher ja schon am Strand gesessen haben.
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Blick auf San Sebastian, die Hafen- und Hauptstadt von Gomera.
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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 11:51
Auch Gomera hat viel Landschaft zu begucken.

Der höchste Berg von Gomera heißt Garajonay. Er hat seinen Namen von der gomerischen Prinzessi Gara und dem Prinzen Jonay von Teneriffa.
Die 2 waren heftigst ineinander verliebt und wollten heiraten. Am Vorabend der Hochzeit brach auf Teneriffa ein Vulkan aus. Das sahen die beiden Völker, die an die Naturgottheiten glaubten, als ein böses Ohmen für die Hochzeit, weil die Götter böse waren. Die Hochzeit wurde abgesagt. Nun wollte aber der Jonay nicht auf seine Gara verzichten und sie auch nicht auf ihn. Er schwamm also die 30 km von Teneriffa nach Gomera hinüber. Die beiden flüchteten in die Berge. Dort nahmen sie einen Lorbeerast, den sie auf beiden Enden ganz scharf anspitzten. Sie nahmen die Speer zwischen die Brust und umarmten sich zu Tode. Hach - wahre Liebe? Aber so kam der Berg zu seinem Namen.

Auf Gomera wird Palmsirup erzeugt. Dazu klettert man auf die Palmen, haut die obersten Blätter ab und fängt die Siaft auf, der austritt. Das geht nur nachts, weil die Temperaturen da nicht so hoch sind. Also Abends in den Baum klettern, um den Eimer aufzuhängen und frühmorgens wieder hoch, um ihn abzunehmen. 8-10 l werden so pro Palme und Nacht "geerntet", die Saison geht 3 Monate lang. Danach bekommt die Palme ca. 5 Jahre, um sich zu erholen. Der Palmensaft wird dann zu Sirup eingekocht. Mein Fall war er nicht, aber La Gomera ist dafür bekannt.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 12:13
Aloe Vera Finca

Den Aloe Vera Anbau hat uns Kathi erklärt. Sie kam vor 30 Jahren mit ihren Eltern aus Bad Oldesloe mit ca. 1 Jahr nach Gomera.

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Die Familie baut auf alle Inseln Aloe Vera an und produziert davon auf Teneriffa Säfte, Cremes, Lotionen usw. Vermarktet wird nur direkt im Shop und über das Internet.

Es gibt 360 verschiedene Aloe Arten. Die mit der gelben Blüte ist die Aloe Vera.
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Die Finca hat ca. 2000 Pflanzen, bei passendem Klima blüht sie 3 mal im Jahr.

Aloe gehört zur Gattung der Liliengewächsen, verhält sich aber wie ein Kaktus und kann bis zu 3 Jahren trocken stehen. Sie kommt aus Afrika und mag keine nassen Füße.
Bei Trockenheit wird sie rötlich braun.
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Die Heilkraft der Pflanze liegt im Saft, der als Schutz gegen Tierfraß gebildet wird. Dadurch werden nicht nur Wunden an der Pflanze geschlossen, sondern auch bei Menschen. Der austretende Saft bildet ein Gel, dass man auf der Haut richtig einmassieren muss, bei Ekzemen oder Sonnenbrand.
Wenn man den Saft trinken oder das Blatt essen will, sollte das Blatt mindestens 8 Stunden gewässert werden. Der Saft schmeckt nach Rhabarber und wirkt abführend.

Pro Pflanze kann man 5 Blätter im Jahr ernten, die Pflanze braucht mindestens 10 Blätter um überleben zu können. Der korrekte Name ist Aloe Barbadensis Miller.
AloeVera-Produkte gehören in den Kühlschrank. Beim Kauf von den Produkten muss man auf die Inhaltsstoffe schauen, nicht überall, wo Aloe Vera draufsteht ist auch welches drin, weil der Name nicht geschützt ist.

Auf Gran Canaria wird AloeVera-Saft als Stärkungskur begleitend in der Krebstherapie eingesetzt, damit lassen sich Nebenwirkungen der Chemotherapie mildern. Generell soll man den Saft nur als Kur für einen begrenzten Zeitraum als Stärkungsmittel einsetzen.

Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 12:21
Alle kanarischen Inseln hatten eine Pfeifsprache, mit der man sich über die Bergtäler hinweg verständigen konnte.
Mit einer speziellen Technik werden Buchstaben lautmalerisch in Worte umgesetzt. Diese Sprache wurde von den Spaniern ausgerottet, nur auf Gomera hat sie überlebt.
Vor 20 Jahren gab es nur noch ganz wenige Leute, die sie konnten. Um sie zu erhalten, wurde in der Schule verpflichtend für Klasse 1 - 10 die Pfeiffsprache als Schulfach eingerichtet.
Man pfeifft auf den Fingern, welcher ist egal, jeder Buchstabe hat eine eigene Tonlage.

Während des Mittagessens wurde uns vorgeführt, dass man auch auf englisch oder deutsch pfeifen kann. In Gegenwart von Pfeiffer eins wurden Gegenstände von den Touristen genommen und wo anders versteckt. Dann kam Pfeiffer Nr. 2 herein und bekam pfeiffenderweise seine Anweisungen, was er wo suchen sollte und wo die Gegenstände hingehören. Hörte sich lustig an und war schon faszinierend.

Auch da hab ich wieder nur gefilmt und nicht fotografiert. Da hat halt einer die Hand vor dem und einen oder 2 Finger angewinkelt im Mund. Macht Euch Kopfkino ;)
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 12:47
Lorbeerwald in den Wolken, ein mystischer Platz.

Mitten im Wald auf einmal eine Lichtung, recht groß und rund und sonnig. Die Ureinwohner konnten sich das nicht erklären, wieso der da auf einmal ist. Also haben sie sich gesagt, weil da die Nebelschwaden immer so langziehen, das sei sicher ein Platz der bösen Götter und dort würden die Hexen tanzen.

Geologen sind sich sicher, dass es ein erloschener Vulkankegel ist.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 14:19
La Gomera eignet sich gut zum Wandern.

Frau Merkel war auch schon einige Male da, so auch letztes Jahr zu Ostern. Unsere Reiseleiterin kam kurze Zeit später an das Ausflugsrestaurant da oben und der Kellner erklärte ihr ganz aufgeregt, SIE sei da gewesen und habe draussen auf der Bank Pause gemacht.
Ja, ob er sie denn auch genau habe sehen können oder angesprochen hätte? Nein, sie hatte eine Kapuze auf und es nieselte ja auch. Aber es müsse SIE gewesen sein, wer hätte denn sonst mit mehreren Leibwächtern da wandern sollen?

Ok. Auf dieser Bank hat sie also gesessen:
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Der Fink im Baum war ganz zutraulich.
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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 17:07
Stadtrundgang in San Sebastian mit Histörchen  ;)

Der Geschichte erster Teil, die Festung, das älteste Gebäude der Insel.

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Dass die Guanchen ihre Insel den Spaniern nicht kampflos überlassen wollten, haben wir ja schon gehört. Dafür haben sich die Spanier also einen Festungsturm gebaut, in dem sie sich vor den Guanchen verschanzen konnten, wenn die gerade einen Gegenangriff starteten.

Wir schreiben das Jahr 1482 - 88. In Spanien regieren Ferdinand II. und Isabella von Kastilien. Diese hatte eine Hofdame Beatriz. Eine schöne Hofdame, der dann auch Ferdinand schöne Augen machte, sehr zu Isabellas Missfallen. Beatriz musste also weg vom Hof. Weit weg, am besten auf eine ferne Insel. Da bot sich La Gomera an, wo Hernán Peraza dank seiner Mutter das Recht hatte, für das spanische Königshaus zu herrschen. Die Familie Peraza war nicht ganz ohne, Macht macht fies. Hernán wurde jedenfalls mit Beatriz verheiratet.

Beatriz und Hernán waren nicht die freundlichsten Herrscher über die Insel und bekämpften die Guanchen und unterdrückten sie, auch haben sie sie gern in die Sklaverei verkauft. Schon über Jahre zuvor gab es deswegen immer Stress mit dem Königshaus, weil sich die Guanchen beschwerten.
Irgendwann hatten sie die Faxen dicke und jubelten Hernán eine Geliebte aus ihrem Volk unter. Als er gerade von ihr kam, wurde er von den Guanchen überfallen und getötet. So als Vorbereitung einer Revolution. Beatriz war nun Alleinherrscherin.
Sie holte sich Hilfe beim Gouverneur von Gran Canaria.

Die Kirche: des Dramas 2. Akt
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Beatriz die Böse lud alle Guanchen zu einem Versöhnungsgottesdienst ein. Als alle in der Kirche war, lies sie die Türen bis auf eine verschließen. Jeder, der dort durch die eine offene Tür herauskam, wurde ermordet.
Auch später hat sie alle noch überlebenden Guanchen auf der Insel verfolgen lassen und in die Sklaverei verkauft.


1492
Christoph Columbus macht sich auf, den Seeweg nach Indien zu entdecken. Auf Gomera bleibt er 4 Wochen. Eine lange Zeit, um Proviant aufzufüllen. Aber so nebenbei besucht er ja auch nur seine alte Freundin, denn die beiden hatten sich schon am Königshof kennengelernt. Böse Zungen behaupten, es sei zwischen den Beiden auch mehr gelaufen, als eine platonische Freundschaft. Wer weiß das schon so genau?
 
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Columbus war insgesamt 3 mal auf der Insel. Bei seinem dritten Besuch heiratete Beatriz gerade ihren 2. Mann Alfonso, den die Königin inzwischen zum Gouverneur auf Lebenszeit ernannt hatte. Dieser Besuch von Columbus fiel dann sehr kurz aus, heißt es ;) Bei seiner 4. Reise ist er gleich nach Gran Canaria gefahren um dort Proviant aufzunehmen.

Isabella von Kastilien wollte jedenfalls eine friedliche Eroberung der Kanaren. Wenn man weiß, was die Spanier später in Südamerika so anrichteten, fällt einem das ja schwer zu glauben. Jedenfalls hatte Isabella irgendwann von Beatriz' Machenschaften auf den Inseln die Nase voll und hat sie zur Audienz an den Hof befohlen. Dort kam sie aber nie an, da sie unterwegs vergiftet wurde. So jedenfalls hat es uns unsere Reiseleiterin Anne erzählt.



Und dann war der Tag auch schon wieder um und die Fähre zurück nach Teneriffa wartete. Gute Nacht La Gomera.
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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 17:16
Gofio

Was ist das denn? ??? Gofio ist ein Mehl, welches aus gerösteten Getreidearten hergestellt wird. Das kann Weizen sein, aber auch Gerste, Mais oder sogar Hülsenfrüchte. Oft wird es gemischt und manchmal auch Meersalz mit untergemischt.

Die Gofiomühle in La Orotava, eine alte Stadt aus dem 17. Jahrhundert. Allein in Orotava gab es früher 13 Gofiomühlen, die durch Wasserkraft angetrieben wurden. Dazu hat man auf Teneriffa wasserführende Kanäle gebaut, die die Mühlen antrieben.

Brennofen/Rösterei
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Der Wasserkanal läuft oben auf der Mauer entlang.
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Mühlen
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Mühlenmodel
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Das Gofiomehl kann man zu Keksen oder Brot verbacken. Oft wird es aber nur mit mehr oder weniger feuchten Zutaten und Nüssen oder Mandeln zu einer Paste, ähnlich wie ein Mürbeteig für Kekse,  verknetet, den mal als Powerriegel essen kann. Der Geschmack erinnert ein wenig an Spekulatius.
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Hier war dann noch Palmsirup dabei.
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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 17:17
Museum Orotava

Die Balkone sind aus kanarischer Kiefer gebaut, einem Holz, welches sehr hart und widerstandsfähig ist und nicht behandelt werden braucht. Heute darf man die Kiefer nicht mehr fällen und nimmt anderes Holz zum Bauen.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 17:21
Der Teide-Nationalpark

Der Teide ist der höchste Vulkanberg Teneriffas. Man kann ihn von fast überall gut sehen. Die ganze Inselgruppe ist ja vulkanisch und Teneriffa selber ist 11 Millionen Jahre alt.

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Erst brechen Unterwasservulkane aus, die Lava kühlt sich ab und türmt sich auf, das ganze mehrmals hintereinander und so langsam bildet sich eine Insel aus. Irgendwann brechen die Vulkan oberirdisch aus. Der Urteide war doppelt so hoch, wie der heutige Teide. Er war instabil und rutschte teilweise wieder ins Meer, dadurch allein sind schon 2 neue Täler entstanden: Orotava und der Einstiegskrater mit einem Durchmesser von 17 km. Alles zusammen bildet den Teide-Nationalpark.

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Dass der Teide noch aktiv ist, merken die Geologen an den leichten Erdbeben. Ca. 10 gibt es pro Monat. Die sind aber so leicht, dass man im Alltag davon nichts merkt, nur halt die Geologen mit ihren Geräten. In den nächsten 50 Jahren kann es aber zu einem Ausbruch eines Vulkans auf Teneriffa oder La Palma kommen. Der Teide ist in der Vorhersage der Ausbrüche sehr schwer einzuschätzen. Er ist aber nicht der einzige aktive Vulkan, insgesamt sind es 321 auf der Insel. Wenn es auf den Kanaren zu einem schweren Ausbruch käme, könnte ein Tsunami bis nach Amerika reichen.
2011 kam es zum letzten Vulkanausbruch unter Wasser vor El Hiero, der kleinsten kanarischen Insel. Er dauerte 3 Monate in 80 m Tiefe. Dort könnte sich einmal eine neue kleine Insel bilden.

Zurück zum Teide.

Teide heißt in der Sprache der Guanchen Hölle. Die Namensgebung finde ich durchaus nachvollziehbar, wie soll ein Naturvolk sich sonst erklären, dass so ein Berg Feuerspucken oder rauchen kann?

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Der Nationapark ist der meistbesuchteste Nationalpark Europas, er ist für alle zugängig und kostenfrei. Die Seilbahn geht aus dem Talboden von 2300 m noch bis hoch auf 3500m. Ab da sind es noch 200 m bis zur Krateröffnung. Dort dürfen aber nur 200 Leute pro Tag hinauf, ein Parkwächter achtet darauf. Er fährt morgens um 9 Uhr mit der ersten Seilbahn hinauf. Eine Fahrt mit der Seilbahn dauert 8 Minuten, es sind 2 Gondeln im Gegenverkehr unterwegs.

Wer jetzt pfiffig ist, wandert abends teilweise hoch, übernachtet in einer Schutzhütte und wandert frühmorgens mit Stirnlampe im Dunkel weiter, um dann vom Kraterrand den Sonnenaufgang zu bewundern. Der soll bombastisch sein. Wir machen das natürlich nicht, denn das ist ja nicht erlaubt ;)

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Die untere Ebene ist einfach nur der Wahnsinn an Landschaft. Wir hatten mal wieder richtig Glück mit dem Wetter, es war warm und die dicken Jacken konnten im Bus bleiben. Es ist so unwirklich schön dort, dass man gar nicht weiß, wohin mal als erstes schauen soll. Die Kratergrenze der Ebene ist 25 km lang. In ihr herrscht ein trockenes Mikroklima, Niederschläge gibt es dort nur als Schnee.


Die Steinwüste wird durch erstarrte Lava gebildet. Teilweise sieht man schwarze Naturglasoberflächen, den Obsidian, glänzen.

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Bei der Lava unterscheidet man 2 Arten, die ihren Namen aus der hawaiianischen Sprache haben und die weltweit genutzt werden.
AA-Lava, heißt Lava, über die man nicht barfuß gehen kann im Gegensatz zu der Lava, deren Namen ich vergessen habe, aber übersetzt heißt es Lava, auf der man barfuß gehen kann.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 17:38
Über den Wolken.

An der Nordküste von Teneriffa und Gomera bilden sich nachmittags die Passatwolken, die von den Passatwinden an die Küste gedrückt werden. So zwischen 600 und 1000 m bleiben sie hängen. Auf den Fahrten ins Teno- oder Teidegebirge fährt man also auch durch die Wolken hindurch um dann von oben drauf schauen zu können.

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Vom Aussichtspunkt kann man nach Westen schauen. Im Hintergrund liegt die Insel La Palma mit Süd- und Nordinsel. Der rot-weiße Pfahl steckt quasi dazwischen. Das sind 120 km weite Sicht.
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Zur anderen Seit sieht man dann Gran Canaria in 60 km liegen.

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Der Himmel über Teneriffa ist einer der saubersten der Welt in Sachen Lichtverschmutzung. Aus dem Grund kommen Forscher aus aller Welt um mit ihren Teleskopen den Weltraum zu beobachten.

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Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 17:50
Ein paar Impressionen. Ich gucke ja gern Brandung und die kann man in Puerto de La Cruz auch gut gucken.
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Karneval wird auch gern dort gefeiert.

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Gegessen wird ja auch.
Auf jedem Buffet werden Faltenkartoffeln angeboten. Das sind kleine Pellkartoffeln, die in Meerwasser oder in stark gesalztem Wasser gekocht werden.

Dazu isst man Mojo-Soßen.
Die rote Mojo-Soße hat eine Paprikabasis und die grüne ist so ähnlich wie Pesto, nur aus Koriander, Knoblauch und Öl und sicher auch einigen Gewürzen.

In der einen Weinfinca hat man uns gezeigt, wie rote Mojo-Soße hergestellt wird. Sie schmeckt auch gut als Dipp zu Käse und ich könnte mir vorstellen, dass es auch zu Grillwaren gut passt.

Rote Mojo-Soße
1 rote Paprikaschote putzen und feinwürfeln würfeln
2 große rote kanarische Chilischoten putzen und kleinschneiden
5 Knoblauchzehen
1 El roter Weinessig
1 EL grobes Meersalz
zusammen fein pürieren.

Dann langsam 250 ml Olivenöl nach und nach zugeben und weitermixen.

(https://abload.de/img/20190308_1109591ujaq.jpg) (http://abload.de/image.php?img=20190308_1109591ujaq.jpg)

Meine fertig gekauften Soßen haben leider den Transport nicht ganz überstanden, zumindest das Glas mit der Roten Soße hat Luft gezogen. Schade, aber ich kann mir ja frische machen, ich weiß ja jetzt, wie es geht  :D
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 08.03.19, 17:52
Und das war es jetzt auch schon wieder.

Ich hoffe, meine Eindrücke haben Euch gefallen. Und da ich weiß, dass schon so einige von Euch auch auf den Kanaren waren, möchte ich jetzt gern EURE Bilder und Eindrücke und Erinnerungen sehen.

Zeigt sie uns und lasst und gemeinsam virtuell in die Ferne schweifen.

Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: mamaimdienst am 08.03.19, 22:11
Vielen Dank Martina. Auf Teneriffa und La Gomera schaut es immer noch so aus wie vor 20 Jahren. Dort habe ich den ersten und einzigen gemeinsam Urlaub mit meinem Mann verbracht. War so schön dort.
Wart ihr auch die Pyramiden von Teneriffa besichtigen? Von denen war ich damals schwer beeindruckt..
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pyramiden_von_G%C3%BC%C3%ADmar
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 09.03.19, 16:36
Nein Dunja, wir hatten ja nur 6 Tage plus An-und Abreise. Da kann man immer nur ein wenig Anreissen.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: sonny am 09.03.19, 17:18
Danke Martina für deinen ausführlichen Reisebericht und die vielen schönen Fotos. 😊👍🏻

Meine Reise nach Teneriffa war 1979, und da sind nicht mehr soviele Erinnerungen vorhanden.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: goldbach am 09.03.19, 17:22

Martina vielen, vielen Dank für Deinen Bericht! Und so ausführlich.
Ich liebe Reiseberichte.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: klara am 09.03.19, 21:54
Liebe Martina,
da hast du dir aber wahnsinnig viel Mühe gemacht mit deinem Bericht. Er ist auch so schön zum lesen u. an schauen. Vielen herzl. Dank. Wie machst du das, dass du dir alles merken kannst?Ständig mit schreiben?
LG Klara
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: Mastreh am 09.03.19, 22:33
Martina, so ein schöner Reisebericht. Danke :)
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: gina67 am 09.03.19, 23:05
Vielen lieben Dank Martina für deinen ausführlichen Reisebericht und den tollen Bildern.
Ich liebe solche Reiseberichte auch.

LG Gina
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: Annette am 10.03.19, 10:19
Danke für den tollen Reisebericht. Der war jetzt meine Sonntagsfrühstückslektüre.  :D

Da bekommt man richtig Fernweh. Vllt. schaffen Göga und ich das auch nochmal dorthin.

LG Annette
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: Meta am 10.03.19, 18:32
Danke Martina für deinen tollen Reisebericht.
Die Cousine meines Mannes war jetzt auch gerade 1 Woche auf La Gomera. Wir haben sie am Mittwoch besucht und sie hat so lebhaft von La Gomera erzählt. Das ist mir jetzt gerade wieder so in den Sinn gekommen , als ich deinen Bericht las.
Vielen Dank, dass du uns teilhaben ließest.
Meta
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 11.03.19, 12:15
Liebe Martina,
da hast du dir aber wahnsinnig viel Mühe gemacht mit deinem Bericht. Er ist auch so schön zum lesen u. an schauen. Vielen herzl. Dank. Wie machst du das, dass du dir alles merken kannst?Ständig mit schreiben?
LG Klara

Mein kleines blaues Taschenbuch ist mein Freund ;) Jetzt ist es fast voll, d.h. für die nächste größere Reise brauche ich ein Neues. Die anderen Mitreisenden grinsen schon immer, wenn sie mich damit sehen.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: hildy am 13.03.19, 10:45
Liebe Martina, habe mich gerade im Schnellzugstempo durch Deinen Reisebericht geklickt! Die Bilder sind wunderschön, und den Text will ich mir nochmal in Ruhe zu Gemüte führen! Danke für Deinen tollen Beitrag - da haben sich Deine Ferien auch für uns gelohnt!
Hildy
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: martina am 27.03.19, 10:32
Aus den Kalenderblättern:

Zitat
1977: 1977: Auf Teneriffa, Flughafen Teneriffa Nord, ereignet sich das verheerendste Flugzeugunglück der zivilen Luftfahrt, als ein Jumbo-Jet der KLM Royal Dutch Airlines beim Starten bei dichtem Nebel in einen zweiten Jumbo rast, der auf der Landebahn zur Startposition rollt und nicht mehr rechtzeitig abbiegen kann, nachdem der andere Pilot aufgrund eines Kommunikationsproblems zu früh zum Start beschleunigt. Von den 644 Menschen an Bord beider Maschinen sterben 583 Menschen, nur 61 können sich selbst retten oder gerettet werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugkatastrophe_von_Teneriffa


Hab ich Euch die Geschichte vom Nordflughafen auf Teneriffa erzählt?

Also, man wollte auf Teneriffa unbedingt modern werden und einen Flughafen bauen. Das war so um 1940 herum. Nun hatte auf der Insel niemand wirklich Ahnung davon, was man bei einem Flughafenbau so alles beachten sollte.

Man engagierte einen Ingenieur aus Deutschland, der die Insel erkunden und den optimalen Platz für einen Flughafen suchen sollte. Nun sprach der Ingenieur nicht wirklich spanisch und die Spanier auf Teneriffa nicht wirklich deutsch. Englisch war wohl auch so lala. Der Ingenieur wanderte also über die Insel, hatte diverse Karten, hat hier was vermessen, da was gebohrt und Proben genommen und getan und gemacht. Was, weiß niemand so genau.
Dann verunglückte der Ingenieur und hinterlies nur seine diversen Karten, auf denen alles mögliche verzeichnet war. Wie sollte man die jetzt lesen und auswerten?
Also suchte man nach Stichpunkten und Schnittmengen der einzelnen Angaben. Auf so ziemlich jeder Karte, die man gefunden hatte, war übereinstimmend in der Gegend von La Laguna und Santa Cruz auf der Nordinsel ein dickes großes rotes Kreuz eingezeichnet.

Aha, dachte man, das wird dann wohl der richtige Standort für den geplanten Flugplatz sein, denn danach sollte der Mann ja suchen.

Fataler Fehler, denn genau der Platz war so wenig wir irgendwie möglich für einen großen Flughafen geeignet, denn an der Nordseite der Insel treten die Passatwinde auf,  die ein Fliegen schwierig machen und die Winde bringen oft Nebel mit sich. Keine guten Vorraussetzungen für einen Flughafen.

1946 wurde der Nordflughafen eingeweiht.

Im Lauf der Geschichte kam es lt. Wikipedia zu mehreren kleineren Unfällen. Und irgendwann begriffen die Leute auf Teneriffa, dass der Standort wirklich nicht gut gewählt war. 1978 wurde der Südflughafen eingeweiht, der jetzt den internationalen Flugverkehr abdeckt. Der Nordflughafen wird nur noch für Verkehr zwischen den Inseln und dem spanischen Festland genutzt.


Wie kam es nun zu dem schweren Unglück 1977 auf dem Nordflughafen? Nun, auf dem Flughafen von La Gomera war eine Bombe explodiert, die kanarische Separisten gezündet hatten und sie hatten auch weitere Explosionen angekündigt. Alle Flugzeuge, die La Gomera anfliegen wollten, wurden nach Teneriffa umgeleitet und das Verhängnis nahm seinen Lauf, weil ua. das Wetter nicht mitspielte.
Titel: Re: Kanaren - Teneriffa, La Gomera usw
Beitrag von: klara am 27.03.19, 22:38
Intresannt.
Danke Martina,für´s erzählen.
LG Klara