Autor Thema: Euter von A-Z  (Gelesen 102287 mal)

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Mathilde

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #135 am: 25.11.04, 17:39 »
Hallo Jutta,

ich bin da gar nicht beleidigt sondern ehrer mein Männe  ;D :-X
Haben aber schon was geändert und siehe da die Werte verbessern sich beim Harnstoffgehalt in der Milch.
Übrigens haben meine beiden Orbenin Kühe nun nach Millionen vor dem TS  nur noch 28 und 58 Zellen (auf Holzklopfbleibthoffentlichso).

Auch ein paar andere die Trocken waren haben sich wieder bei unter 100 eingependelt. Werde aber nicht einen geistigen Höhenflug starten
es sind immer noch genügend Sorgenkinder dabei  ::)

LG Mathilde

Offline Jani

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #136 am: 25.11.04, 23:06 »
Hallo Mathilde !

Na, wenn Du was unterstellst......kann ich´s Dir ja auch verraten  ;D:
Schlagbügel mit (Gummi-)Band mit Haken........Vorteil: hält bombig die ganze Melkzeit auch wenn Kuh zappelt (1 x positionieren  ;) ); hinterher ab....klar, alles nie ne Dauerlösung aber unsere war so ohne weiteres Hingucken müssen zu melken..... 8).

Ansonsten drücke ich weiter die Daumen, daß Stabilität einkehrt.......und das mit dem (unabhängigen) Futterberater.....da schließe ich mich an (kenne aber auch das -Männer-Ego-Problem dazu  ;) ).

Vielleicht überlegen wir mit Dir eine gute Begründung für den Einsatz eines solchen Beraters  8) ?
Liebe Grüße von Jani

Offline Juett

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #137 am: 26.11.04, 08:33 »
Okay,

ich hätte das mit dem guten Fütterungsberater oben fett machen sollen... Natürlich gibt's da solche und solche.
Aber manchmal, wenn das Schiff am Eisberg klebt, muss man kompetente Hilfe von aussen annehmen, denke ich. Denn leider ist die "Betriebsblindheit" (nicht nur in der Landwirtschaft) doch manchmal sehr ausgeprägt, wenn man(n) viele, viele Jahre vor sich hinwurstelt, weil man es immer so gemacht hat und einfach davon ausgeht, dass das alleine deshalb richtig sein muss. Wir hatten hier auch viele Diskussionen als ich mich angefangen habe einzumischen. Natürlich habe ich noch eine andere "Vorbildung" und sehe vieles auch mit anderen Augen. So steht für mich (ausbildungsbedingt) immer das Tier im Vordergrund, mein Mann sieht alles eher von der praktischen, kostengünstigen Durchführungsseite und das beisst sich eben manchmal. Wir diskutieren das z.T. tage- bis wochenlang bis wir einen Kompromiss gefunden haben.  Ein gutes Beispiel, was auch zum Zellgehaltsthema passt, ist bei uns das Zitzendippen. Das absolute Reitzwort, zumindest eine Zeitlang. Ich dippe immer, er manchmal, der Opa gar nicht... - Braucht es nicht - ich sage: Braucht es doch ! Wir haben die Diskussion noch nicht abgeschlossen. Im Melkstand wird alles besser  ;D HaHa....

Gruss Jutta

p.s: Gerade das Thema Fütterung erfordert doch z.T. umfangreiche Vorkenntnisse, da braucht man manchmal einen kompetenten "Anschubser" . Das darf man(n) nicht mit einer Profilneurose von der Hand weisen.

Offline frankenpower41

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #138 am: 26.11.04, 14:25 »
Hallo

Nun geb ich zum Thema Dippen noch meinen Senf dazu.
Wir dippen nicht (mehr). Unser Nachbar hatte vor einiger Zeit massive Probleme mit Euterentzündungen. Nachdem er das Dippen jetzt weglässt, wurde es schlagartig besser. Das versteht wer mag.

Zu den Harnstoffwerten. Wir liegen seit vielen Jahren darüber.
Ein Fütterungsberater meinte mal unsere Kühe dürften schon fast nicht mehr leben, waren aber gesund. Wenn wir weniger z.B. Soja füttern würden, ginge ja die Leistung herunter. Das wollen wir natürlich auch nicht. Also lassen wir es bei den erhöhten Werten, solange es keine Probleme gibt.

Marianne

Mathilde

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #139 am: 26.11.04, 18:25 »
Hallo,

habt Ihr getaucht oder gesprayt?  Würde nicht tauchen weil ich mir da eine Verschleppung vorstellen kann

LG Mathilde

Offline mary

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #140 am: 27.11.04, 10:11 »
Hallo Jutta,

Du schreibst von einem guten Fütterungsberater, doch gerade den zu finden-
das ist manchmal wie die Stecknadel im Heuhaufen.
@Mathilde,
das ganze Prozedere von Tauchen, Dippen kenne ich zur genüge. Wenn es Dich interessiert,
uns hat damals ein sehr guter Fütterungsberater für vieles die Augen geöffnet.
Von ihm ist vor kurzem ein Buch herausgekommen- Ratgeber Milchviehgesundheit-
da ist dem Staph. Aureus ein breiter Raum gewidmet.
Ich wollte hier natürlich niemanden dreinreden- aber die damalige Staph. Aureus Behandlung hat uns damals sehr viel Geld, Zeit, Milch und Nerven und Kraft gekostet.
Und das blöde, man hat in der Gülle damit weiter zu kämpfen und die bringt man dann wieder auf die Wiesen aus.
Das Lehrgeld, das wir für die Eutergesundheit bezahlt haben- hätte ich gerne auf unserem Konto-gäbe ein nettes kleines Sümmchen.
Ich drück Dir die Daumen, dass es besser wird- weil ich den Frust und vieles andere damit aus eigenem Erleben sehr gut  kenne.
Mich hat das damals ziemlich fertig gemacht, dass selbst meine Homöopathiekentnisse nicht mehr geholfen haben.
Nach erfolgter Durchbehandlung des Bestandes klopfte die nächste Krankheit an die Türe.
Und da war dann irgendwann ein Punkt- wo das Nachdenken bei mir begonnen hat.
Jahrelang dachte ich, dass es an mir, an unserem Betrieb liegen müsste- bis ich irgendwann den Mut fand, drüber öffentlich zu reden- und plötzlich bekam ich Rückmeldungen, die ziemlich ähnlich klangen.
Aus einer Veranstaltung über Milchviehgesundheit hat sich bei uns ein Arbeitskreis entwickelt-
ich bin sehr froh darum, dann geteiltes Leid ist wirklich halbes Leid- und gemeinsam haben wir jetzt doch einiges für unsere Betriebe bewegt.
Schade, dass Du so weit weg wohnst- die Themen würden Dich sicher interessieren.
Denn eines ist uns allen klar geworden- es macht nicht die Arbeit und die Agrarpolitik einen alleine fertig-
sondern diese schleichenden Erkrankungen im Stall kosten einem Lebensenergie ohne Ende.


Viel Glück
maria
« Letzte Änderung: 27.11.04, 10:30 von mary »

frankj

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #141 am: 27.11.04, 16:56 »
Hallo

Habe immer wieder Kühe mit Zitzenquetschungen man sieht fasst keine Verletztung  :(
meist nur eine kleine rote Stelle aber die Milch fließt nicht ab , habe meist mit Kanüle aus-
laufen lassen und einen Wollzitenstift aber nach 3 Tagen war es dann mit der Euterentzündung
so weit !

Lieber einen Wachtsstift reinmachen ? und wieviel Tage dann nicht mehr Melken  ???

Wer hat einen tollen Tip

Servus  frankj :)
« Letzte Änderung: 27.11.04, 16:59 von frankj »

Offline Jani

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #142 am: 28.11.04, 10:35 »
Hallo Frankj!

Also oben findest Du einiges zum Thema........

Interessieren würde mich bei Deiner Frage, ob Du eine Vermutung hast, warum das häufiger vorkommt ?
Melktechnik ? Vakuum, Zitzenbecher (-größe,-länge,-Innendurchmesser ?) oder ähnliches vielleicht nicht passend zum Bestand ? Betrifft es bestimmte Tiere (lange Striche) ?

Wenn Du die Milch mit Kanüle ablassen mußt: scheint sich ja innen um eine größere "Verletzung" zu handeln; der Schließmuskel zugeschwollen, verengt ? Kanüle: bitte entweder immer eine neue nehmen oder Metallkanüle auskochen, ganz wichtig !

Zum Wollzitzenstift: oben nachzulesen: da halte ich gar nichts mehr von; nimm´ lieber Wachsstäbchen oder Silíkonstäbchen. Würde die Milch bei jeder Melkzeit ablassen über drei Tage......kannst Du denn am Strich eine Verdickung fühlen ? Ansonsten sehen Behandlungsschemata meist drei Tage ruhigstellen unter Antbiose vor.......aber das gehört dann in die Hände des TA denke ich.......

Tja, hmm, tolle Tipps haben wir auch leider nicht......sind immer zeitaufwendige letztlich "teure" Aktionen mit mehr oder minder gutem Ausgang *seufz*.

Viel Erfolg erstmal !
Liebe Grüße von Jani

Offline Jani

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #143 am: 28.11.04, 10:47 »
Dippen oder Sprühen...........

Fast ein Extra-Thema wert..............

Gut: aaalso: Vorweg: für eine kranke Kuh (hohe Zellen und/oder bereits in Behandlung) nehme ich entweder einen separaten Dipp-Becher oder einen separaten Sprüher (lacht nicht !); letzterer hat den Vorteil, daß ich ihn für mehrere solcher Tiere einsetzen kann. Aber die einzelne Kuh in der Krankenbox kann "ihren" Dippbecher bis Ende der Behandlung ja bei sich behalten; danach waschen und z.B. mit PES spülen; v.a. gut trocknen lassen und erstmal wegstellen.

Zweites "Vorweg": egal welches Präparat, egal ob gedippt oder gesprüht: binnen 30-60 Sek. nach Abnahme sollte es im Idealfall erfolgen....Es gibt zu Hauf (gute) Berater, die sagen, das alles andere nichts nützt.

So und dann läßt sich unendlich drüber streiten ;-).
Fakt ist: Dippen verschleppt ggf. auch Keime; bei gesunden Kühen kein Problem (s.o was bei kranken Kühe zu beachten ist).Bei Jodlösungen ist es jedoch so, daß sie sich "verbrauchen" und unwirksam werden; nach ca. 30 Kühen muß die Lösung erneuert werden.
Könnte das nun unendlich fortführen, aber jetzt keine Zeit ...... ;)
Außerdem können jetzt mal alle ihre Erfahrungen darlegen  ;D

Liebe Grüße von Jani

Offline Heidi.S

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #144 am: 28.11.04, 12:28 »
Hallo Maria,
wo ist denn dieses Buch - Ratgeber Milchviehgesundheit- zu finden. Würde mich mal interessieren.
LG Heidi
Liebe Grüße Heidi

Offline mary

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #145 am: 28.11.04, 12:58 »
Hallo Heidi,
der" Ratgeber Milchviehgesundheit von Dr. Siegfried Kalchreuter ist im Kamlage Verlag erschienen, kostet 15 Euro,
ISBN 3-9806688-5-1,
ich habs vor ein paar Tagen bekommen, hab erst kurz drin geblättert, ich bin begiestert, all das was ich mir so mühsam zusammengesucht habe- ist dort in kompetenter und fachlich versierter Form geschrieben- viele Fragen, die ich Dr. Kalchreuter irgendwann in den letzten Jahren stellte- sind im Buch wieder als Antwort zu finden.
Ohne diesen Fütterungsberater hätten wir vermutlich auch keine Kühe mehr, weil ich irgendwann das Handtuch geworfen hätte.
Für mich ist dieses Buch wahrscheinlich viel mehr- der Glücksfall, diesen Berater kennen lernen zu dürfen- und der fachlichen Beratung sowie auch den repektvollen Umgang- ich verdanke Dr. Kalchreuter sehr viel mehr.
Er war der einzige, der mich ernst genommen hat- bei allen anderen Berater bin ich mir als duslig bis noch mehr vorgekommen.
Er war es auch, der mir Schritt für Schritt weitergeholfen hat- der mir auch Mut gemacht hat- mich über wissenschaftliche Artikel drüber zu trauen.

Wenn es Dich interessiert
im gleichen Verlag sind noch 2 weitere Bücher erschienen-
Handbuch der Durchfallerkarnkungen der Kälber von Apl. Prof. Dr. martin Kaske und Dr. Hans Jürgen Kunz
und Hanbuch Atemwegserkrankungen der Kälber, von Dr. P.F. Jilderink, Dr. H.-Kunz-Dr. Ing. C.A.M. Peeters,
diese Bücher kenne ich nicht.
Herzliche Grüsse
maria

frankj

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #146 am: 28.11.04, 14:12 »
Hallo Jani

Die Verletztung kommt von außen , der Strichen ist geschwollen am
Schließmuskel dadurch wird er undurchlässig, glaube nicht das der Strichenkanal
mitbetroffen ist ?

Es ist eine saubere Kuh die auch immer in der Liegebox liegt habe aber den
Verdacht das unsere älteren Liegeboxen zu kurz sind und die Kühe sich vielleicht
dadurch treten beim aufstehen es ist aber nur ein Verdacht

Tschüß Frankj

Offline Jani

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #147 am: 29.11.04, 05:56 »
Hallo Frankj,
also im Moment doch nur ein Einzelfall.
Klar kann die sich beim Aufstehen draufgetreten sein (hab´ich auch schonmal bei einer Färse mit kleinem Euter aber etwas längeren Strichen gehabt). Das wurde auch ruhiggestellt unter Antibiose, glaube 3 x 3 Tage und ist letztlich verhältnismäßig gut geworden; der Strichkanal blieb etwas enger, der Strich etwas länger aber immer melkbar.
Die Wachsstifte (auch die Silikonstifte, welche aber schwierig zu befestigen sind und oft zu kurz!) erhältst Du beim (engagierten) TA ; irgendwo in dem Link oben (Sabine´s Geschichte  ;) ) ist auch der Name angegeben.

Weiterhin viel Erfolg !
Liebe Grüße von Jani

Gitte

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #148 am: 29.11.04, 12:19 »
Ich hatte seit langem keine Probleme mehr mit erhöhtem Zellgehalt. Aber am Wochenende kam eine Mitteilung vom Milchprüfring.  :(

Jetzt muß ich den Tiergesundheitsdienst benachrichtigen um den Übeltätern auf die Spur zu kommen. Wenn die Erreger bekannt sind, müssen wir versuchen die Ursache heraus zu finden.
Nicht sehr erfreulich die ganze Sache.

LG Gitte

frankj

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Re: Euter von A-Z
« Antwort #149 am: 18.12.04, 10:26 »
Hallo Jani
möchte mich nochmal melden

die verletzte Zitze ist wieder gut geworden ,sie braucht zwar auf dem Viertel etwas
länger  aber es hält sich in Grenzen .Habe die  Zitze 3 Tage nicht gemolken und mit
Antibiose( TA) gestellt  dann wieder geöffnet ich glaube 5 Tage  wäre noch besser
gewesen aber das Viertel war so groß da habe ich  dann doch nach 3 Tagen wieder
angemolken.
 
Hat wer schon länger als 3 Tage nicht angemolken ? mit welchen Erfolg ???

Tschüß einen schönen vierten Advent :D
Frankj