Was es sonst noch gibt > gelebter Glauben

Konfessionsverschiedene Ehen

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reserl:

Es gibt viele Ehen, bei denen die Eheleute verschiedene Konfessionen haben.

Wer von euch lebt in einer solchen Ehe/Partnerschaft ?
Wie wirkt sich das im Alltag aus?

Wo gibt es Probleme?
Wieviel Verständnis gibt es vonseiten der Kirchen?

manurtb:
Hallo reserl,

ich bin evangelisch, mein Mann ist katholisch.
Wir haben evangelisch geheiratet, weil ich nicht unterschreiben wollte, dass Kinder katholisch erzogen werden und weil ich kein katholisches Eheseminar besuchen wollte.
Mein Mann hätte ein Dispens vom Bischof gebraucht, aber der evangelische Pfarrer hat gemeint, dass das so ein Aufstand werden würde, deswegen hat er uns so getraut.

Wir sind nicht sehr 'kirchlich', deswegen wirkt sich das auch im Alltag nicht aus. Mein Mann hat sehr wenig Ahnung von den Hintergründen seines Glaubens, deswegen brauch ich da auch nicht mit ihm drüber zu reden.
Mich hat das Thema immer mehr interessiert, ich wollte schon immer wissen, warum Katholiken Menschen anbeten (Heilige), obwohl man das doch nicht machen soll, nach der Bibel und warum man die Sakramente so unterschiedlich sieht.

Christina:
hallo,

mein mann ist evangelisch und ich bin katholisch. geheiratet haben wir mit zwei pfarrern, kath. und ev, aber in einer evangelischen kirche. somit bin ich evangelisch getraut.

ich habe die dispens beantragt, was aber für den ev. pfarren kein muß war.

heute würde ich mich nur noch ev. trauen lassen. denn ich fühl mich mittlerweilen  in der kirche meines mannes mehr zuhause als in meiner eigenen.das liegt aber sicherlich daran, dass hier bei uns im dorf die ev.-gemeindeglieder überwiegen und auch die kirche im dorf ev. ist (zur kath. kirche muß ich immer 5 km fahren), und nicht zuletzt daran, dass mein mann fast 20 jahre im kirchenvorstand aktiv war. 

unsere kinder sind ev. getauft, weil sie kein außenseiter sein sollen. denn leider sind die kath. kinder in der schule etwas beanchteiligt, da z.b. der reliunterricht immer als 6. stunde drangehängt wird, wo dann die übrigen kids schon frei haben. auch gibts hier an der grundschule nur eine kath.-reliklasse wo alle jahrgangstufen zusammen sind.(ist vielleicht nicht unbedingt ein nachteil, aber.......).

anmerken möcht ich, dass wir uns mehr katholisch orientiert hätten und aktiv am kath. gemeindeleben teilnehmen würden, wenn wir in meiner alten heimat leben würden. denn da siehts gerade umgekehrt aus. überwiegend katholen und die ev. sind in der minderheit. die kids wären dann auch kath. getauft ;)

geli.G:

--- Zitat von: manurtb am 31.01.05, 13:09 ---, ich wollte schon immer wissen, warum Katholiken Menschen anbeten (Heilige), obwohl man das doch nicht machen soll, nach der Bibel
--- Ende Zitat ---

Hallo marnurthb, ich kopiere mal eine Erklärung auf deine Frage hier rein.....

Darf man überhaupt zu den Heiligen beten? Soll man nicht Gott alleine anbeten?
 
Die katholische Kirche unterschiedet zwischen ANBETUNG und GEBET. Ein Gebet zu den Verstorbenen, den Heiligen oder Seligen ist in Ordnung, ja, es ist sogar katholischerseits erwünscht. Dabei dürfen die Verstorbenen auch um ihre Hilfe gebeten werden.
Die ANBETUNG gebührt alleine Gott. Der Unterschied wird im Deutschen nicht so deutlich, in anderen Sprachen unterscheiden sich die Begriffe für die beiden sehr verschiedenen Haltungen nicht nur durch eine kleine Silbe, sondern sind ganz andere Worte: z.B. im Englischen PRAYER - und WORSHIP oder ADORATION. Die Adoration ist allein für Gott reserviert und beinhaltet Hingabe und Verherrlichung Gottes - das auf Maria oder andere Heilige zu übertragen, wäre tatsächlich Blasphemie oder Vielgötterei.

Maria und die anderen Heiligen und Seligen um Hilfe zu bitten, in Krankheit und Nöten - das ist in Ordnung. Genauso, wie wir lebende Menschen darum bitten können, für uns zu beten und uns zu beschützen, können wir auch die Verstorbenen darum bitten, von denen wir glauben, dass sie bereits bei Gott sind. Daran ist nichts falsches. Übrigens finden wir diesen Brauch zu allen Zeiten in allen Bereichen der Kirche; das zeigt auch das älteste Mariengebete ("Unter Deinen Schutz und Schirm...", vermutlich aus dem 3. Jahrhundert), das schon die allerersten Christen gebetet haben:
 

manurtb:

--- Zitat von: geli.G am 06.02.05, 20:27 ---Maria und die anderen Heiligen und Seligen um Hilfe zu bitten, in Krankheit und Nöten - das ist in Ordnung. Genauso, wie wir lebende Menschen darum bitten können, für uns zu beten und uns zu beschützen, können wir auch die Verstorbenen darum bitten, von denen wir glauben, dass sie bereits bei Gott sind. Daran ist nichts falsches.
--- Ende Zitat ---
Danke, Geli, für die Erklärung.
Allerdings kann das doch garnicht gehen, oder?
Denn die Toten sind tot, bis am jüngsten Tag alle Toten wiederauferstehen.

Oder wird durch die Seelig- bzw. Heiligsprechung das Totsein aufgehoben? Wenn ja, warum bestimmen darüber Menschen? Das wird doch von irgendwelchen Geistlichen entschieden, oder?

Ich kann doch nur jemanden bitten, der auch helfen kann. Also entweder jemand Lebendigen oder Gott!

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