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Kindern Religion "wertfrei" nahebringen

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Beagle:
Jetzt in der Weihnachtszeit drängt es sich ja geradezu auf, über religiöse Dinge nachzudenken und zu sprechen.

Ich selbst bin nicht Mitglied irgendeiner Kirche und kann mich auch nicht so richtig mit dem Gedanken an einen gekreuzigten Jesus anfreunden, aber das nur nebenbei. Jedenfalls möchte ich meine Kinder ja doch mit den Grundzügen des evangelischen, katholischen, jüdischen usw. Glaubens vertraut machen.

Seid Ihr alle fest in einem Glauben "verankert" (dann fällt es sicher leicht, den Kindern alles nahezubringen, wenn man selbst so richtig dahintersteht), oder geht es Euch wie mir? Wie habt Ihr das dann gehandhabt?

Bei uns wird auch Weihnachten gefeiert, aber bisher nicht vor dem Hintergrund der Geburt Christi, sondern als ein Fest des Friedens, der Besinnlichkeit. Die Werte wie z. B. Nächstenliebe usw. zählen natürlich auch bei uns.

Mich interessiert einfach, wie andere Eltern das vermitteln, die auch nicht in eine Glaubensgemeinschaft eingebunden sind, ihren Kindern aber das allgemeine Wissen über Religionen nicht vorenthalten und auch Toleranz gegenüber allen Glaubensrichtungen ausüben.

Bin ja gespannt auf Eure Antworten...

Liebe Grüße von Beagle

Mirjam:
Hallo Beagle,

mir gehts ähnlich und es ist finde ich gar nicht so einfach.

Die Weihnachtsgeschichte gehört gerade zu den Elementen der Bibel, die man den Kindern sehr schön über Krippe, Sterne, H.3 Könige als Geschichte nahebringen kann.

Doch gerade als nicht "unkritische Gläubige" fällt es mir ziemlich schwer, den Kindern über die christliche Lehre etwas zu vermitteln, was in Realität einfach nicht so - wörtlich - stimmt, siehe die Entstehung der Menschheit: Adam, Eva, die Rippe usw.

Ebenso ist es - derzeit Hauptthema bei Focus, Newsweek, People & Co. - mit der Geburtsgeschichte Jesu, die inzwischen auch in ihrer Krippen-Form von Religionswissenschaftlern angezweifelt wird.

Der Grund: Die das neue Testament begründenden Apostel mussten auf ihrer Mission von ihrem Messias berichten und standen mit ihren Erzählungen damals in "Konkurrenz" mit bereits existierenden Helden in religiösem Glauben z.B. insbesondere der griechischen Mytologie, in der besondere Umstände um die Geburt usw. bereits ein Teil des Heldentums ausmachten und festigten, genau so wie vollbrachte Wunder oder Märtyrertum.

Insbesondere die "jungfräuchliche" Geburt ist hierbei ein Thema - obwohl Kernelement des katholischen Glaubens - das hier angezweifelt wird, aber in Hinblick auf die Sagengestalten Herkules oder wie Zeus als Gott die Menschenfrau  Olympia begehrte/entführte, so ist die Vermutung nicht weit, dass die Geschichte um Jesu Zeugung/Geburt genau aus diesem Grund so / ähnlich beschrieben wurde, insbesondere weil sich die testamentarischen Texte hier widersprechen, es vom historischen Unklarheiten gibt bzw. in die urchristlichen Gemeinden ganz ohne diese Lehren auskamen bzw. sich eher an dem was Jesu lehrte orientierten.

Dazu kommt bei mir auch so der Gedanke, dass das Fest der Geburt Christi ja aus "taktischen" Überlegungen heraus, auf den ur-keltischen Tag der Wintersonnenwende in Missionszeiten "verlegt" wurde.

Wie gesagt finde ich es ebenfalls schwer, meinen Kindern etwas von diesem schönen Fest an "Wissen" weiterzugeben - vor allem, so dass ich auch dahinter stehen kann.

viele Grüsse

Mirjam

annama:
"Schulgebete"mal anschubs!

CSU-Generalsekretär Markus Söder fordert auf Grund der Extremismus-Debatte mehr Schulgebete.

Früher war das Gebet in der Schule eine Selbstverständlichkeit,und das war gut so.
Es ist wichtig,den Kindern einen Gott zu vermitteln,der möchte ,dass wir unsere Fähigkeiten und unsern Besitz richtig einsetzen und dass wir liebevoll miteinander umgehen.

Wie oft kommt Gott in der Schule vor?

Der Schriftsteller Anthoine de Saint Exupery schrieb:

" Wenn Menschen gottlos werden,dann sind Regierungen ratlos,Lügen grenzenlos,Schulden zahllos, Besprechungen ergebnislos, dann ist Aufklärung hirnlos, sind Politiker charakterlos, Christen gebetlos, Kirchen kraftlos,Völker friedlos, Sitten zügellos, Mode schamlos, Verbrechen maßlos,Konferenzen endlos, Aussichten trostlos."

Nachdenkende Grüsse
annama

mary:
Religion "wertfrei" nahebringen-
kann das überhaupt gehen?
Religion ist Rückbindung-
und in dieser Rückbindung an Gott gibt es Gebote und Regeln.
Gott "wertfrei"- kann ich mir nicht gut vorstellen.
Unsere abendländische Kultur ist aus und mit einer christlichen Kultur entstanden.
All das Ausklammern zu wollen, und nur den Geist Gottes rüber zu bringen-
da habe ich ein Vorstellungsproblem.
Zu Werten gehören Mythen, Vorstellungen, Symbole, Rituale-
woher nimmt man das bei einer "wertfreien Religion"?
fragend
maria

Beppa:

--- Zitat von: annama am 23.02.05, 09:45 ---[Der Schriftsteller Anthoine de Saint Exupery schrieb:

" Wenn Menschen gottlos werden,dann sind Regierungen ratlos,Lügen grenzenlos,Schulden zahllos, Besprechungen ergebnislos, dann ist Aufklärung hirnlos, sind Politiker charakterlos, Christen gebetlos, Kirchen kraftlos,Völker friedlos, Sitten zügellos, Mode schamlos, Verbrechen maßlos,Konferenzen endlos, Aussichten trostlos."

Nachdenkende Grüsse
annama

--- Ende Zitat ---

Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wenn alle Menschen plötzlich tief gläubig sind sich diese Sachen ändern. Es ist der Mensch der ratlos ist, lügt, keinen Charakter hat .... Und es wurde auch schon zwischen religiösen Völkern gekämpft. Der Glaube an Gott alleine ist keine Lösung, der Glaube an sich kann einem aber helfen ein Lösung zu finden.

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