Autor Thema: Familie zählt wenig!?  (Gelesen 8120 mal)

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Offline reserlTopic starter

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Familie zählt wenig!?
« am: 14.08.07, 10:42 »

Einer US-Studie zufolge zählt die Familie in Deutschland wenig.

Artikel der WELT

Seht ihr das euch so?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen?

Wie wichtig ist euch die "Familienbande"?
lieben Gruß
Reserl



Manchmal ist es ein großes Glück,
nicht zu bekommen, was man haben will.

silvia

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #1 am: 14.08.07, 17:23 »
Hallo Reserl!

Das ist ne gute Frage.
Mir selber ist sind die Familienbande eigentlich ziemlich wichtig.
Bei meiner großen Tochter allerdings stelle ich momentan fest dass ihr die Familie anscheinend nicht so wichtig ist. Wobei ich das eher ihrem Alter (16) anrechne.

Wenn Familie so im weiteren Sinne gemeint ist, also meine Geschwister usw. wäre mir eigentlich auch wichtig. Ich merk jedoch immer wieder dass es umgekehrt nicht so der Fall ist und halt mich dann auch dran. :-\


Offline mary

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #2 am: 14.08.07, 22:08 »
Hallo Reserl,
hab diese Überschrift in einer Zeitungsüberschrift in München gesehen-
und die vielen jungen Mütter und Familien mit Kinder heute auf der Demo-
scheinbar zählt bei den Bauern Familie doch noch in einem etwas höheren Maß.
Mir ist  meine Familie sehr wichtig, auch meine Herkunftsfamilie, meine Geschwister, Schwägerinnen, Schwager, Nichten und Neffen. Und seit der Hochzeit meines Bruders mit einer Italienerin habe ich den Stellenwert von Familie auch in einem anderen Land sehr hautnah erlebt.
Familie ist in guten und schlechten Tagen eine grosse Hilfe.
Herzliche Grüsse
maria

Offline fanni

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #3 am: 14.08.07, 22:26 »


Wie wichtig ist euch die "Familienbande"?

Nun ich wills mal ganz diplomatisch sagen: "nicht immer, aber immer öfter" brauch ich meine Familienbande, also die weitere, denn meine Familie steht sowieso ganz oben!!!

Mit meinen Geschwistern verbindet mich was ganz tolles, das ist mir echt wertvoll. Momentan bin ich sehr glücklich darüber, dass alle, die mir nahestehen noch leben (vor allem meine Eltern!!) Wenn man bedenkt, dass man mit  Schwester oder  Bruder die jeweils längsten Beziehungen (keine ist länger, nicht die zu den Eltern und nicht die zu den Kindern) im Leben hat, ist das doch wunderbar, wenn es klappt!!!

Fanni
Herzliche Grüße von Fanni

Samy

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #4 am: 15.08.07, 08:16 »
Wir leben mit meinen Eltern, der Familie meiner Schwester und meine Oma auf einem Hof.
Es hat jeder sein eigenes Haus, aber die meiste Zeit verbringen wir zusammen.
Gerade an den wärmeren Tage , wenn alles auf dem Hof ist. Wir essen an den Wocheenden alle zusammen.
Gerade die Kinder finden das toll.
Ich habe aber festgestellt, dass die Familie auch bei uns nichtmehr so angesagt ist.
Meine weitläufigere Verwandtschaft hat immerwenige Bock auf Familie.
Früher haben wir oft alle zusammen Geburtstag gefeiert oder uns einfach mal getroffen.
Da waren wir meist so an die 25 Leute zu einer  Feier. Heute sind wir oft gerade mal 15. und da sind ja inzwischen 5 Kinder dazu gekommen.
Alle haben schrecklich viel zu tun oder andere Ausreden. >:(
Sollten mal meine Omas nicht mehr leben, werden wir wohl manchen Verwandten nur noch aller paar Jahre sehen. Obwohl die im Nachbarort leben.
Schade eigentlich. Trotzdem versuche ich meine Kinder ie Vorteile der Familie mitzugeben.

Samy

manurtb

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #5 am: 15.08.07, 16:46 »
Ich finde den Bericht etwas arg in eine Richtung gehend.
Wenn ich mir nämlich anschaue, in welchen Ländern Familie viel zählt, dann denk ich mir: Tja, da brauchst Du auch viel Familie...

Für mich ist es so: Wenn die Leute in der Familie passen, dann zählt das ganz viel für mich. Ich bin aber froh, dass ich nicht auf biegen und brechen mit blöden Familienmitgliedern auskommen muss, sondern dass ich mich genauso gut auch auf Freunde verlassen kann.

Offline Biobauer

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #6 am: 16.08.07, 14:45 »
Hallo,
familie hab ich zwangsweise,freunde kann ich mir suchen. ich persönlich bevorzuge letzeres. ich komm mit einen grossteil meiner familie aus(was zählt ihr eigentluich alles dazu,auch noch die tante dritten grades? ),aber haben muss ich die nicht ständig. bei uns lebt auch der halbe clan auf ne fläche von nen ha,eben weil das früher mal die hofstelle war und jeder irgednwo rundrum siedelte,aber ich sehe da manche davon höchstens einmal im monat und d a im vorbeigehn . das reicht mir auch vollkommen  .wobei ich auch sagen muss,das wir allein ja schon an nen ganz normalen mittagstisch meist zwischen 8 und 10 leute sind.
servus
Streite dich nie mit einem Idioten, er zieht dich auf sein Niveau herunter und schlägt dich mit Erfahrung. (Bob Smith, 1962

Offline perle

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #7 am: 06.05.18, 22:02 »
Ich hol das mal aus der Versenkung.
Bin dankbar für meine Familie- damit meine ich jetzt meine eigene:
Mann und Kinder inklusive Schwiegerkinder( da haben wir wirklich Glück, alle 3 mag ich wirklich sehr) und Enkelkinder,
sowie meine Ursprungsfamilie und die Ursprungsfamilie meines Mannes.
Es ist nicht so, dass wir ständig zusammenglucken und alle Feste zusammen feiern.
Aber im Großen und Ganzen können wir uns aufeinander verlassen,
uns mal "den Kropf leeren" oder uns zusammen freuen, und wenn Not ist, um Hilfe bitten
auch mal dem andern sagen "du das find ich voll doof" oder fragen "was meinst du dazu, oder was würdest du tun?"
Was ich manchmal etwas schwierig finde ist, wenn es um die Familienmitglieder geht, die im Betrieb mitangestellt sind (bei uns meine Schwägerin in der LW und mein angeheirateter Schwager im Schlachtbetrieb). Da denk ich manchmal einem "fremden" Angestellten würde man bei manchen Dingen anders Kontra geben oder manches vielleicht auch nicht "dulden"- weil es da nicht so drauf ankäme, wenn derjenige beleidigt wäre, denn das schlimmste was passieren könnte, wäre, dass derjenige halt geht - bei Verwandtschaft wollen wir schon auch, dass man sich weiterhin in die Augen schauen kann und anständig miteinander reden
klingt bißle konfus- ich hoffe ihr versteht was ich meine....

was gibt es bei anderen für Erfahrungen?
fragt mit lieben Grüßen
Perle

Offline Solli

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #8 am: 07.05.18, 08:34 »
Zitat
Da denk ich manchmal einem "fremden" Angestellten würde man bei manchen Dingen anders Kontra geben oder manches vielleicht auch nicht "dulden"- weil es da nicht so drauf ankäme, wenn derjenige beleidigt wäre,.....
Sollte man nicht mit JEDEM respektvoll umgehen? Ich finde dieses Unterschiede machen immer schrecklich.
Uns hilft kein Gott, unsere Welt zu erhalten - das müssen wir schon selbst tun!

Offline perle

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #9 am: 07.05.18, 08:41 »
Ich denke nicht, dass es an Respekt mangelt.
Kann das nicht so gut beschreiben.



Offline ANNALENA

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #10 am: 07.05.18, 08:43 »
Hallo!
Meine Eltern leben ca. 55km entfernt, ich sehe sie ca. alle drei Wochen, wir telefonieren oft. Das ist mir sehr wichtig.
Früher als ich noch zuhause wohnte, habe ich mich mit meiner Mama nicht gut verstanden, jetzt umso mehr :-*
Wenn sie zu Besuch kommen, ist das einfach nur toll!

Habe sonst nur noch zu einer Tante Kontakt, macht mir aber gar nichts aus, bin froh so weit weg vom Schuss zu sein ;D
Als Kind war bei jedem Geburtstag immer ein Trubel, war mir eher zuviel, jeder ist halt anders.
Meine SE leben im Austrag, wir haben das Haus, aber wir essen immer getrennt, ich würde es ehrlich gesagt auch nicht mögen.
Mir langt Weihnachten ;) ;D

Bin einfach am liebsten mit meinem Mann und den Jungs allein, Göga hat eine unverheiratete Schwester und einen Bruder mit einem Kind.
Das Verhältnis ist gut, aber wir besuchen uns nie. Wie gesagt, für uns passt das so.
Ich muss mir auch oft vieles von den anderen anhören, z.B. von SM, wenn Schwägerin Probleme hat, mir kommts manchmal vor, wir müssten
dann auch "mittrauern".

Ich ziehe eine Grenze, MEINE Familie: Göga und die Jungs, dann erst meine und Gögas Eltern, dazu stehe ich, auch wenns egoistisch klingt.
Es ist auch nicht immer einfach auf einem Betrieb zusammenzuleben, trotz getrennter Bereiche...

Kathi

Offline Annette

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #11 am: 07.05.18, 10:21 »
Zitat
Da denk ich manchmal einem "fremden" Angestellten würde man bei manchen Dingen anders Kontra geben oder manches vielleicht auch nicht "dulden"- weil es da nicht so drauf ankäme, wenn derjenige beleidigt wäre,.....
Sollte man nicht mit JEDEM respektvoll umgehen? Ich finde dieses Unterschiede machen immer schrecklich.

Ich denke mal, dass es nicht um Respekt geht, sondern darum, das es ein Unterschied ist, jemanden aus der Familie klar und deutlich zu sagen, wo's lang geht. Da besteht dann die Gefahr, dass es persönlich genommen wird und es ins private mitgenommen wird, obwohl es ja eigentlich "nur" betriebliche Dinge sind. Stur nach dem Motto : Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst.

Unser Sohn war fast zwei Jahre im Ort (30 Einwohner) bei Nachbarn, mit denen wir auch mehr privat zutun haben, beschäftigt. Das fand ich schon nicht so prickelnd, alldieweil die Chefin dann oft fragt, hat Sonnemann dies und das noch nicht erzählt oder S.könnte doch solches oder jenes. Nein S. hat nicht und ich habe auch keinen wirklichen Kommentar dazu abgegeben. Ich konnte ihr auch nicht so richtig wirklich unsere Einstellung von privat und beruflich verklickern bzw. sie hat das nicht so gesehen.

Es ist ein schmaler Grat, den man da entlang wandert - auch wenn man meistens nicht daneben tritt.

LG Annette
Lieber auf neuen Wegen stolpern, als in alten Bahnen auf der Stelle treten. (H.Hesse)

Offline annelie

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #12 am: 07.05.18, 10:29 »
Ich denke nicht, dass es an Respekt mangelt.
Kann das nicht so gut beschreiben.

An Respekt mangelt es sicherlich nicht, sondern an der Distanz zueinander. Das ist mit "fremden" Mitarbeitern einfach anders, da hat man keine lebenslange gemeinsame Vergangenheit und kein emotionales Beziehungsgeflecht.
Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis
und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie

Online LunaR

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #13 am: 07.05.18, 10:37 »
Was ich nicht will und noch nie wollte, ist eine berufliche Verknüpfung mit Verwandten, besonders im Verhältnis Chef und unterstellter Mitarbeiter und auch nicht im Verhältntis Vermieter - Mieter.

Bei fremden geht man sich nach Feierabend aus dem Wege und mit Verwandten trifft man sich immer wieder bei jede Menge Gelegenheiten.

Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


Verschwendete Zeit ist Dasein.
Gebrauchte Zeit ist Leben.

Online martina

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Re: Familie zählt wenig!?
« Antwort #14 am: 07.05.18, 11:03 »
Ich denke nicht, dass es an Respekt mangelt.
Kann das nicht so gut beschreiben.

An Respekt mangelt es sicherlich nicht, sondern an der Distanz zueinander. Das ist mit "fremden" Mitarbeitern einfach anders, da hat man keine lebenslange gemeinsame Vergangenheit und kein emotionales Beziehungsgeflecht.

Distanz ist sicher der passende Ausdruck.

Unsere Bekannte hier im Ort nimmt keine Kinder von guten Bekannten oder Freunden in die Ausbildung, einfach weil dann die Distanz nicht da ist, wenn man denen mal was erklären muss, was sie nicht hören wollen oder auch mal schimpfen, wenn etwas gar nicht richtig läuft.

Und ja, bei Angestellten im Familienverhältnis tut man sich mit einigen klärenden Worten sicher schwerer, als bei familienfremden Angestellten. Ab wann beginnt Privatleben, wie gut kann man die Grenze zwischen betrieblichem und privatem ziehen?