Betriebliches > Familie und Betrieb unter einem Hut

Fassade und Realität - mehr Schein als Sein auf den Höfen?

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mary:
Hallo Petra,
in einem Inforamtionsblatt für die Landwirtschaft fand ich aus Buchführungsauswertungen herausgerechnet- wie sich der Milchpreis in 35 Jahren entwickelt hat-
hier nur der Gewinnbeitrag pro kg erzeugte Milch in den letzten 15 Jahren:
1990 13,3, cent,
98 4,1
2000   o,5 cent
20o1 3,1,
2002 1,7
2003 1,0
2004 - 2,1
2005 2,2 cent.
Ich habe leider keine anderen Zahlen, aber ich bin am suchen,
wie sich die Produktionsmittelkosten in diesem Zeitraum entwickelt haben.
Bei diesen Gewinnspannen ist es nicht mehr ganz einfach weder Fassade noch Realität aufrecht zu erhalten.
Ich weiß selbst, dass man auf einem Hof nie fertig wird und immer was zu bauen, zu reparieren und zu investieren ist.
Aber die Spirale dreht sich immer schneller die Investitionskosten steigen in beachtliche Höhen.
Eben nur beim Beispiel Stallbau oder Traktor-
es hat sich sicher auch die Technik verbessert und mehr Komfort gehört heute dazu.
Allerdings bleibt unterm Strich trotz ständig steigenden Investitonskosten nicht mehr übrig.
Diese heutigen Kosten sind in der Regel aus dem Betrieb nicht mehr finanzierbar, somit steigt der Investionsbedarf aus Krediten. Wenn sich dann Rahmenbedingunen sehr schnell ändern,
entsteht für die Bauern ein gewaltiger Druck. Da trotz bestem Können und Wissen keiner in die Zukunft schauen kann- und heute die Planbarkeit immer mehr abnimmt,nimmt der Druck auf die Bäuerinnen und Bauern sehr stark zu.

Oder sehe ich das so verkehrt?
Herzliche Grüsse
maria

Mathilde:

--- Zitat von: mary am 28.03.06, 08:10 ---
Ich habe leider keine anderen Zahlen, aber ich bin am suchen,
wie sich die Produktionsmittelkosten in diesem Zeitraum entwickelt haben.

Herzliche Grüsse
maria

--- Ende Zitat ---

Maria wie meinst Du das ?

malwiederdummbin aber der Gewinn ist doch das was übrig bleibt trotz der Produktionsmittelkosten ?

Das unser alter Traktor der schon abgeschrieben ist auch am billigsten arbeitet ist mir auch klar aber wenn ich dann überproportional Steuern zahlen würde dann würde ich mirs schon überlegen ob ein neuer vielleicht nicht zwei ältere ersetzen kann und dabei noch weniger Diesel braucht wobei dann wieder die Maschinen dazu kommen die man dann bräuchte..... aber ich glaube das führt in einen andere Box.

Ich glaube da hat Anna schon recht nur an den Maschinen oder den neuen Stallungen kann man noch lange nicht einsehen wie es wirklich ausschaut.

LG Mathilde

Mathilde:

--- Zitat von: MacMichi am 28.03.06, 13:13 ---ich denke da triffst du einen irrglauben ... wenn ich "überzählige" steuern in eine maschine investiere, deren arbeiten von der alten genauso gut und günstig gemacht werden,

--- Ende Zitat ---

Du sagst es. Wenn aber die alten am Limit sind, Du einen neuen Stall hast und Land noch nicht zu kaufen geht................... ::)

LG Mathilde

Biobauer:
Hallo,
gehn wir mal wieder weg von den maschinen,ich fahr auch gerne neue ,komfortable,als so alte kracher wo alles weh tut.und wenn die auslastung da ist dafür rechnet sich jede maschine.
ich musste in letzter zeit ziemlich viel rechnen wegen  größerer investitionen ,hab mir auch teilweise hilfe dazugeholt.diese hilfe war ein unabhängiger berater ,der auf landwirtsczaftlichen betrieben sowohl buchführung als auch finazberatung oder ähnliches macht .man kommt dann auch mal ins ratschen ,da erzählte er ,ohne das er natürlich irgendwelche namen nannte ,das 30 % der betriebe zahlungsunfähig sind ,30 %  gehts grade so um und grade der rest verdient noch einigermassen geld,aber auch nix berauschendes.diese zahlen gelten  für bayern ,wie es im osten oder im norden aussschaut weiss ich nicht .
nun stellt euch mal hin und zählt ab ,jeder  dritte is pleite . :D
da ich mal annehme das hier im forum nur lauter vorbildliche landwirte und -innen zugange sind,sind eure nachbarn in schwierigkeiten .
servus Herbert

Pierette:
 Mathilde Gestern um 11:54
......"aber der Gewinn ist doch das was übrig bleibt trotz der Produktionsmittelkosten ?"
genauso ist das, jedoch 
ist 1. dieser Gewinn von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich, d.h. abhängig von der Betriebsleitung und deren Umgang mit den Einzelfaktoren, das zeigen immer wieder die Arbeitskreis-Auswertungen,
hat 2. jeder, der Steuern zahlt einen Gewinn erwirtschaftet und das ist gut so,
kann 3. das Streben, der Besteuerung aus dem Weg zu gehen, nicht das Ziel eines Betriebes sein. Wenn eine wichtige!!! Maschine kaputt ist, muß eine neue her, aber nicht, um dem FA ein Schnäppchen zu schlagen und möglicherweise Probleme mit der Liquidität zu bekommen (s. Herbert's Beitrag).
Ich teile übr. nicht die Meinung, dass es heute einfach ist, Finanzierungen durchzuführen, Stichwort Basel II.

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