Autor Thema: Kostgeld abgeben  (Gelesen 92097 mal)

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Offline Steinbock

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #210 am: 22.06.21, 10:47 »
Aus aktuellem Anlass möchte ich das Thema wieder aus der Versenkung holen....
der Zeitgeist ändert sich doch schnell

Kind hat Schulabschluss und beginnt im Herbst eine Ausbildung in der Nähe.
Also es ist naheliegend, dass sie zu Hause wohnt. Soweit so gut.

Für mich wäre es klar, dass sie kostenlos zu Hause mitwohnt und mitisst.
Genauso wie es für mich (und Göga) klar ist, dass sie nach Möglichkeit und Bedarf
mithilft im Haushalt, Garten, bei Stoßzeiten in der Landwirtschaft. Das möchte sie nicht.

Nun bin ich am überlegen, wie wir die Situation fair regeln können.
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Offline Marina

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #211 am: 22.06.21, 11:03 »
Ganz ehrlich: wenn sie zuhause nichts tut, würde ich Kostgeld verlangen.
Umsonst ist nur der Tod.....und der kostet das Leben.

Offline Morgana

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #212 am: 22.06.21, 11:09 »
sehe ich auch so.
Die Lehrlinge verdienen heutzutage nicht mehr gar so wenig.
Da kann man durchaus was abgeben und zu Hause im Rahmen mithelfen sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Während des Studiums hat unser Junior kein Kostgeld abgegeben, aber auch nichts von uns bekommen.
Das hätte er nicht gewollt. Mitgeholfen hat er immer in Haus und Hof.
Er ist zwar Einzelkind, aber der hat von klein auf gelernt, dass hier nicht Hotel Mama ist.

Offline Ingrid2

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #213 am: 22.06.21, 11:25 »
Also wenn deine Tochter zu hause wohnt, dann finde ich es selbstverständlich, daß sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an den Arbeiten zu Hause beteiligt. Ich denke ja nicht, daß sie jeden Tag voll im Einsatz sein soll. Ich sehe es halt so, würde sie in einer eigenen Wohnung leben, dann müsste sie ja auch Hausarbeiten, kochen, waschen usw. machen. Und noch Miete zahlen.


Offline frankenpower41

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #214 am: 22.06.21, 11:50 »
Wir haben nie verlangt, Sohn hat hier gewohnt bis er 30 war, hat allerdings (was aber immer weniger wurde) schon mitgeholfen.
Ich hab schon gesagt dass ich es für fair halte dass er mal (so wir überhaupt können finanziell) mal nicht die Unterstützung bekommt wie Tochter die viel früher auszog.
ER hat sich in der Zeit ja doch viel mehr ansparen können.

Ohne jegliche Mithilfe würde ich schon verlangen dass sie Geld abgibt.  Wie ist das, ich geh davon aus dass sie auch ihre Wäsche gemacht bekommt. (war zumindest bei uns hier so)

Online Margret

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #215 am: 22.06.21, 12:43 »
Ich würde sie auch etwas Geld abgeben lassen, zumal sie ja klare Ansage machte, dass sie nichts oder nicht viel helfen will.
Es geht um die symbolische Wirkung !

Solltet ihr es euch finanziell erlauben können, könnt ihr es ihr ja (als schöne Überraschung) irgendwann mal wiedergeben wenn sie es braucht (z.B. zur Wohnungsgründung oder so).

Margret

Offline goldbach

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #216 am: 22.06.21, 14:07 »
@steinbock: schau mal nach unter Sachwertebezug Landwirtschaft bzw Gastgewerbe bzw AOK.
Hier kannst Du Dich informieren.
Als mein Mann und ich noch nicht verheiratet waren, er sein Haus verkaufte und wir uns ein Haus erbauten, lebte er ein Jahr lang bei mir mit und die jüngste Tochter kam bei seiner Nachbarin unter:
 Übernachtung + Frühstück + abendl. Brotzeit.
Mittagessen bekam sie von der Oma im selben Ort.
Wir haben uns an den Sachbezugswerten orientiert und somit war alles gut geregelt. Wir haben überwiesen, dann gibt es Belege!

Bei euch in der LW kommt hinzu, dass ihr dann des Töchterleins Hilfe nicht zusätzlich einfordern könnt!
Ich würd's so machen, dass sie die Zahlen schwarz auf weiß vorgelegt bekommt. Sie hätte bei mir auch keinerlei Anspruch auf zusätzlichen Service!
Mitwaschen würde ich, aber nix mehr mit bügeln etc.
Ist halt Verhandlungssache zwischen den Eltern und der Tochter!
Während der Ausbildung bekommen die Eltern Kindergeld - das würd ich schon anrechnen.
Als unser Haus fertig war und heirateten, war unsere Tochter 18 Jahre und in Ausbildung.
Als Halbwaise bekam sie Halbwaisenrente (ist der gleiche Betrag wie Kindergeld) und von uns bekam sie das Kindergeld dazu.
Die ELW konnte sie kostenlos nutzen, aber an den Tel.kosten musste sie sich in Höhe von DM 25.-- beteiligen. Sie hatte einen eigenen Anschluß (auf unsere Kosten als Nebenanschluß)
Als dann die Handys kamen und sie dennoch viel tel. hat,  zeigten wir ihr mal die Telefonrechnung , wie teuer das ist.... sie verneinte erstmal - aber ihr Anschluß war auf unserer Re. aufgeführt!
DM 95.--  haben wir ihr dann tatsächlich abgeknöpft  :-X   Und siehe an: klappte dann auch anders! Zum Geb. hat ihr dann mein Mann / ihr Vater DM 50.-- zurückgeschenkt!
Nun ja, wir reden von der Jahrtausendwende. Damals gab es noch keine flatrate etc.
Als ihr Freund dann einzog - ohne uns zu fragen, ging mein Mann zu den beiden und erklärte, dass wir von ihm auch einen Anteil wollen!
DM 220.-- / Monat  Warmmiete inkl. Strom, Wasser, Telefon
Nach ein paar Tagen kam der Freund zu uns und erklärte uns, dass sein Vater meinte, die Hälfte müsse auch reichen - höchstens DM 150.--
Unser Vorschlag war dann, er solle sich eine Wohnung mieten, wir geben der Tochter einen Anteil von DM  150.--( war ja sein Vorschlag!)  zzgl Kindergeld (damals um die DM 150.-- ) und wir vermieten dann die Wohnung.
Auf diesen Deal haben sich die beiden dann doch nicht eingelassen.  8) :-\
« Letzte Änderung: 22.06.21, 14:09 von goldbach »

Offline Steinbock

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #217 am: 22.06.21, 15:02 »
Also wenn deine Tochter zu hause wohnt, dann finde ich es selbstverständlich, daß sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an den Arbeiten zu Hause beteiligt. Ich denke ja nicht, daß sie jeden Tag voll im Einsatz sein soll. Ich sehe es halt so, würde sie in einer eigenen Wohnung leben, dann müsste sie ja auch Hausarbeiten, kochen, waschen usw. machen. Und noch Miete zahlen.

Hm, ja, so einfach ist es nicht. Sie tut schon was im Haushalt. Aber halt wenn sie Zeit und Lust hat. Vieles ist tatsächlich flexibel in der heimischen Arbeit.
ABER (da erzähle ich allen Haufrauen nichts neues): Wäsche gewaschen gehört im allgemeinen bei schönem Wetter (zumindest große Mengen, große Teile),
Wäsche von der Leine genommen gehört, wenn die Wäsche (bügel-)trocken ist, ein großer Kuchen gehört gemacht, wenn genügend Esser da sind, geputzt
soll werden, wenn's schmutzig ist/wenn Besuch ansteht, Brot beim Bäcker soll tagsüber gekauft werden und nicht um 17.45 Uhr (da ist das meiste ausverkauft)
  u n d   der Müll gehört ausgeleert, bevor er übergeht oder stinkt. Kurz: Es halt alles seine Zeit
(oder sein Zeitfenster) und das ist der Knackpunkt.
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Offline Ingrid2

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #218 am: 22.06.21, 15:09 »
Oh je, das ist dann ja wirklich nicht so ganz einfach. Hatte auch eine solche Kandidatin zu hause. Wir haben dann Regeln aufgestellt, das hat dann halbwegs funktioniert. Aber ganz konfliktfrei war das nie. Ich hab mir mit der Zeit eine dicke Haut zugelegt und die zu erbringende Leistung eingefordert. Auch mal etwas lauter und massiver. Ja, da gab es das eine oder andere Krisengespräch :-\.

Offline ayla

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #219 am: 23.06.21, 00:11 »
Meine Kinder mussten während der Ausbildung nie etwas abgeben, dafür aber daheim mithelfen. Tochter machte nach der Schule zuerst einen einjährigen Sprachaufenthalt, da hat sie sowieso auswärts gewohnt und ihr wurden Kost und Logie abgezogen vom Lohn. Beim ältesten Sohn dasselbe, als Landwirtschaftslehrling hat er 3 Jahre auf dem jeweiligen Lehrbetrieb gewohnt, und der Lohn ist sowieso schon klein. Die freien Wochenenden durften sie dann "gratis" daheim verbringen. Aber alle mussten daheim mithelfen, je nach Zeit, die ihnen halt zur Verfügung stand. Die beiden jüngeren Söhne waren ja mehr daheim, so wurden diese auch mehr auf dem Hof eingespannt. Verhandeln mussten wir schon auch ab und zu, vor allem, als dann die Tochter wieder daheim und in der Lehre war. Wir haben dann mit ihr fixe Arbeiten vereinbart. Sie musste jeden Samstag den Sonntagszopf machen und das Bad putzen.Das lief nicht immer rund und sie musste oft daran erinnert werden. Je nach Bedarf musste sie auch auf dem Betrieb mithelfen. Die Jungs haben fast ausschliesslich auf dem Betrieb mitgearbeitet, manchmal so viel, dass ich ihnen auch mal etwas Geld dafür gegeben habe.
Für die eigenen Sachen (Kleider/Handy/Ausgang etc. mussten alle selber aufkommen.

Im Gegenzug haben wir aber bei allen Kindern darauf geachtet, dass monatlich ein Lohnanteil auf ein Sparkonto überwiesen wird und dass sie lernen, mit dem Geld umzugehen.
Das Ziel war, dass alle mit 18 Jahren genügend Geld angespart hatten, um die Autoprüfung zu machen, wenn sie es denn wollten. Und es wollten auch alle. Wir haben immer kommuniziert, dass wir nie einem Kind ein Auto finanzieren werden. So war das erste Auto bei jedem Kind eher ein billiges Teil, aber selbst gespart und bezahlt, und sie trugen/tragen sehr Sorge dazu.  :D Die beiden jüngeren Söhne fahren noch immer ihr erstes Auto.
Da keines unserer Kinder studiert hat, hat es auf diese Art gut geklappt. Ich weiss von anderen Familien, wo die Kinder Kostgeld abgeben mussten, eher als erzieherische Massnahme und nicht, weil die Eltern sehr darauf angewiesen gewesen wären, und die Eltern haben das Geld oder zumindest ein Teil davon später den (erwachsenen) Kindern wieder gegeben.

Es gibt viele Ansätze, wie man es machen könnte, wichtig ist ja, dass die Jugendlichen lernen, dass man nicht einfach alles haben kann und dazu noch gratis und ohne Gegenleistung. Sonst würde ich halt als Mutter für gewisse Dinge auch mal in den Streik gehen und mich verweigern. Vor allem, wenn ich sehe, dass Tochter sehr wohl freie Zeit zur Verfügung hätte zum mithelfen.

Offline fanni

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #220 am: 23.06.21, 07:14 »
Unsere Söhne wohnten und wohnen (noch einer aktuell 29, bis Haus fertig ist zusammen mit Freundin) bei uns. Das hieß Rundumversorgung in Kulinarik und "Betriebsmittel" (Wäsche muss aber jeder selber :P). Sie mussten mithelfen am Hof und nix abgeben, aber ich habe ihnen mal vorgerechnet, wo mein verdientes Geld (ich arbeite Teilzeit und Steuerklasse V) bleibt.............das geht kompett in den Kühlschrank usw.......... Diese Tatsache hat bei ihnen besser gewirkt als, wenn ich mit Zahlen gekommen werde (das mit dem Sachwertsbezug ist ein guter Anhaltspunkt Goldbach!). Sie schätzen es, aber es war klar kommuniziert, dass sie auch keine
großen finanziellen Hilfen dann von uns bekommen werden, wenn wir sie bis fast 30 durchfüttern ;-). Beide verdienen schon lange mehr als wir........aber ich hab gesagt, wenn ihr nicht spart seid ihr selber schuld.

Da ich Teilzeit arbeite und wir den Hof runtergefahren haben war es mir immer lieber, dass sie meinem Mann in der Landwirtschaft helfen, schon ein wenig "männerfreundlich".......... Den Haushalt hab ich bis auf ihre Wäsche (und da war und bin ich auch manchmal ordnend tätig ::)) alleine gemacht, bis auf das übliche Spülmaschine ausräumen usw, aber ich hab sie zwischendurch schon gefordert, wenn ich sie brauchte........... Einer ist nun mit der Freundin in der Wohnung und sie findet es super, dass der soviel im Haushalt macht, kennt sie von ihrem Papa nicht.

« Letzte Änderung: 23.06.21, 07:23 von fanni »
Herzliche Grüße von Fanni

Offline Steinbock

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Re: Kostgeld abgeben
« Antwort #221 am: 01.07.21, 11:12 »
Ich danke Euch für Eure Antworten.

Die Verhandlungen laufen....  ;D  ein mühsames Geschäft  ::)  - der Preis unserer "westlichen" Lebensweise
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