Bäuerinnentreff

Rund ums Rind => Alle Themen rund um die Milch => Thema gestartet von: Nina am 04.03.17, 17:13

Titel: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Nina am 04.03.17, 17:13
Servus Zusammen,
heute wurden wir gefragt ob wir evtl. Biestmilch / Kolostrum verkaufen würden? Meine Frage nun - hat das von Euch schon mal wer gemacht, und was wäre ein angemessener Preis pro Liter??
LG
Nina
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: michlbaur am 04.03.17, 20:30
Hallo,

wir haben vor ein paar Jahren Biestmilch an eine Firma verkauft. Gesammelt wurde die Milch bei einem Landwirt.
Für das Erstgemelk haben brutto 1,50 € pro Liter bekommen, für das Zweitgemelk 1,20 €
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Freya am 04.03.17, 22:23
ich habe früher auch schon mal Biestmilch verkauft an eine Firma, die diese nach Österreich verkauft hat. Das hat aber aufgehört, als die BSE Krise kam. Schade...

Leider kann ich mich nicht mehr genau erinnern, was ich damals für ein Kilo Biestmilch bekommen habe. Wir konnten das erste und das zweite Gemelk verkaufen und
gesammelt hat das die Molkerei an einem bestimmten Tag bei einem Bauern. Der Verkauf war einträglich, denn sonst hätte es nicht einzelne Milchbäuerinnen gegeben,
die sich eine zusätlzliche Gefriertruhe gekauft haben.

Ich glaube, dass wir auch so ca. 1,50 € für ein kg Biestmilch bekommen haben, hemmstoffrei natürlich (kein Trockensteller) und sofort eingefroren.
On Dir die Mehrarbeit 1,50 wert ist, musst du selbst wissen. Aber natürlich  brauchst du auch Biestmilch in der Gefrier für deine eigenen Kälber, wenn eine Kalbin mal keine Milch hat.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: gammi am 04.03.17, 22:58
Ich habe erst neulich erfahren, dass Biestmilch den Hof gar nicht verlassen darf. Es gab dazu wohl auch schon Kontrollen.

Ob es tatsächlich stimmt weiß ich allerdings nicht, und auch nicht den Hintergrund warum.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: LuckyLucy am 04.03.17, 23:35
gammi, das kann ich mir nach dem Besuch zweier Kurse zur Schafhaltung bzw. Lammzeit in Triesdorf nicht vorstellen. Zu beiden Veranstaltungen wurde im Falle eines Falles auf eine mögliche Biestmilchversorgung durch Nachbarhöfe empfohlen, und da dort auf diverse rechtliche Dinge hingewiesen wurde, glaube ich kaum, dass man eine rechtliche nicht einwandfreie Situation empfehlen würde.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Entlein am 05.03.17, 06:43
gammi, das kann ich mir nach dem Besuch zweier Kurse zur Schafhaltung bzw. Lammzeit in Triesdorf nicht vorstellen. Zu beiden Veranstaltungen wurde im Falle eines Falles auf eine mögliche Biestmilchversorgung durch Nachbarhöfe empfohlen, und da dort auf diverse rechtliche Dinge hingewiesen wurde, glaube ich kaum, dass man eine rechtliche nicht einwandfreie Situation empfehlen würde.

Das habe ich bei einem Ablammkurs vor einer Woche im Prinzip auch erfahren, allerdings mit dem Hinweis, dass Du als Biestmilchverkäufer Futtermittelunternehmer bist.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: LuckyLucy am 05.03.17, 07:10
... Biestmilchverkäufer Futtermittelunternehmer bist.

Himmel Herrgott Sack Zement - wir regulieren uns in dieser Republik echt zu Tode.  >:(
Vielleicht sollte der Abgeber einfach auf die Bezahlung verzichten, das Kolostrum aus Nächstenliebe, Nachbarschaftshilfe und Liebe zum Tier, das aus welchen Gründen auch immer, von seiner Mutter  :'( nichts bekommt, abgeben. Auch wenn er damit vermutlich auch mit einem Bein im Gefängnis steht. Mann, Mann, Mann - ich glaub es einfach nicht!  :-X
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Entlein am 05.03.17, 07:29
Genau, deshalb wurde uns auch erklärt, man solle sich doch vertrauensvoll an seinen Nachbarbauern wenden und ohne viel Aufhebens das Geschäft... äh: Geschenk abwickeln. Aber Du hast völlig recht: wir regulieren uns zu Tode. Und es wird immer schlimmer.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Hein am 05.03.17, 09:27
Aus eigener Erfahrung sage ich mal : hemmstoff-frei ist nicht das einzige, worauf man achten muss. Ganz wichtig ist dabei die Einhaltung der Wartezeit, wenn du Trockensteller einsetzt.
Im Bereich um Bremen haben diverse Betriebe bereits Besuch von der Staatsanwaltschaft gehabt. Dort wurden Belege und Beweismaterial eingesammelt und eine Ermittlung eingeleitet.
Ohne Trockensteller kein Problem, aber mit Trockensteller peinlich genau an den Packungsaufdruck halten!

PS.: Futtermittelerzeuger bin ich ohnehin, sobald ich Gras maehe und zur Fuetterung einsetze. Da gab es doch vor Jahren die Registrierung beim Laves, wo eigentlich jeder Tierhalter mit Rauhfuttererzeugung gemeldet sein muss.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: gammi am 05.03.17, 09:40
Das ist ja das große Problem, dass so viele gute Sachen kaputt geregelt werden.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: LuckyLucy am 05.03.17, 09:58
Aus eigener Erfahrung sage ich mal : hemmstoff-frei ist nicht das einzige, worauf man achten muss. Ganz wichtig ist dabei die Einhaltung der Wartezeit, wenn du Trockensteller einsetzt.
Im Bereich um Bremen haben diverse Betriebe bereits Besuch von der Staatsanwaltschaft gehabt. Dort wurden Belege und Beweismaterial eingesammelt und eine Ermittlung eingeleitet.
Ohne Trockensteller kein Problem, aber mit Trockensteller peinlich genau an den Packungsaufdruck halten!

PS.: Futtermittelerzeuger bin ich ohnehin, sobald ich Gras maehe und zur Fuetterung einsetze. Da gab es doch vor Jahren die Registrierung beim Laves, wo eigentlich jeder Tierhalter mit Rauhfuttererzeugung gemeldet sein muss.

Hein, kannst Du mir bitte mal weiterhelfen, in welchem Zusammenhang der Trockensteller mit Biestmilch steht?
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: annelie am 05.03.17, 10:10
Weil die Milch nicht hemmstofffrei und somit nicht verkehrsfähig ist. Man muß die Wartezeiten einhalten.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: LuckyLucy am 05.03.17, 11:27
Wer nicht fragt, bleibt dumm:  :D

Annelie, aber die Biestmilch hat doch (erwünschte) milcheigene Hemmstoffe, die sie für das Neugeborene so wichtig macht? Und Trockensteller wäre doch in der Zeit nach der Kalbung irgendwie auch unlogisch?  ???

Bitte, lasst mich nicht dumm sterben!  ;)
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Tina am 05.03.17, 11:36
Biestmilch darf, ungeachtet davon, ob die Kuh mit Antibiotika trockengestellt wurde, in den ersten fünf Tagen in den Verkehr, d.h.
zur Molkerei, gebracht werden.
Die Zusammensetzung ist eine andere, da ist mehr Eiweiß drin, man sieht das auch an der Farbe (mehr oder weniger gelb) und manchmal auch an der Konsistenz.

Davon mal ab, für das Kalb gibt es in der Regel nichts besseres, als Biestmilch. Und da wir in den ersten zwei Wochen ad libitum tränken, bleibt davon nichts übrig.
Beim ersten Gemelk melken wir in der Regel nur soviel ab, wie das Kalb braucht und dann melken wir die frisch gekalbten Kühe in der ersten Woche meistens nur einmal täglich.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: LuckyLucy am 05.03.17, 11:54
Ich merke, die Voraussetzungen an Wissen sind bei Euch deutlich andere. Jedenfalls kapiere ich die Zusammenhänge immer noch nicht. Und das würde ich wirklich gern.

Tina, ich habe Dich so verstanden, dass man eine Kuh mit Antibiotika trockenstellen kann. Wann tut man das? Unmittelbar nach der Geburt? Warum tut man es zu dem Zeitpunkt? Weil man das Kalb lieber mit fremder Milch oder gar MAT füttern möchte?
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Tina am 05.03.17, 12:20
Ich will das mal probieren, zu erklären:
Wir stellen jede Kuh mit Antibiotika trocken. Und zwar wird nach dem letzten Melken vor dem Trockenstehen in jedes Euterviertel eine Tube reingemacht.
Bei uns stehen die Kühe rund sechs Wochen vor der Kalbung trocken, d.h. sie haben Urlaub ;D
Das gibt der Kuh die nötige Kraft, um zu regenerieren und sich auf die Geburt vorzubereiten.
Für uns ist das ein Schutz für das Euter, damit die Kuh gesund und eutergesund in die Laktation starten kann.
Nach der Gabe des Trockenstellers hat man eine gewisse Wartezeit, bevor die Milch wieder in den Verkehr gebracht werden kann; das ist  aber bei jeder Behandlung so.

Wenn die Kuh dann kalbt, ist in der Regel bei uns die Wartezeit vorbei, aber Biestmilch..s.o.

Unsere Herde hat eine gute Eutergesundheit und wir führen das u.a. eben auch auf unsere Strategie mit dem Trockenstellen zurück.
Wenn eine Kuh direkt oder kurz nach dem Abkalben eine Euterentzündung bekommt, schlaucht das die Kuh mehr, als wenn das zu einem späteren Zeitpunkt passiert. Denn durch die Geburt und die Umstellung hat die Kuh Stress und ist anfälliger.

Das ist ein sehr komplexes Thema und ich weiß auch, das der Antibiotikaeinsatz sehr umstritten ist.

Zu den Kälbern:
Wir tränken unsere Kuhkälber in den ersten zwei Wochen grundsätzlich mit Vollmilch und adlibitum. Dann stellen wir auf Kälbertränke mit Pulver um, aber verwenden nur eine Kälbermilch mit Magermilchpulver und tränken dann die Kuhkälber acht Wochen.
Bullenkälber werden mit zwei bis drei Wochen verkauft, bekommen aber in der Zeit erst Biestmilch adlibitum und wenn die alle ist, wird auf Kälbertränke umgestellt, und zwar soviel, wie das Kalb mag. Denn je besser das Kalb entwickelt ist, desto besser verträgtr es den Transport und wird auch besser bezahlt.

Ich hoffe, du steigst da durch, ansonsten Fragen!

Es gibt keine dummen oder blöde Fragen, sondern nur dumme oder blöde Antworten 8)
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: geli.G am 05.03.17, 12:23
Tina, ich habe Dich so verstanden, dass man eine Kuh mit Antibiotika trockenstellen kann. Wann tut man das? Unmittelbar nach der Geburt? Warum tut man es zu dem Zeitpunkt? Weil man das Kalb lieber mit fremder Milch oder gar MAT füttern möchte?

Trockensteller kommt als letztes vor dem Trocken stellen rauf, dann geht die Kuh in "Mutterschutz", aber der Trockensteller baut sich meistens in der Zeit bis zur Geburt ab....muss aber nicht so sein, d.h. man gibt nach einer Woche Biestmilch eine Probe bei der Molkerei ab, ob die Milch wieder geliefert werden darf. Die Biestmilch kann also bei Kühen die mit Trockensteller abgemolken wurde, Hemmstoffe enthalten.
Alles klar  ;)
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: frankenpower41 am 05.03.17, 13:04
noch Anmerkung dazu.  Die Trockensteller bekommt man nur nach Absprache bzw. Untersuchung vom Tierarzt.
Also nicht so wie oft in den Medien dargestellt dass Landwirte einfach so zum Spaß Antibiotika verabreichen können.
Ohne Tierarzt kriegst Du da nichts.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: LuckyLucy am 05.03.17, 13:10
Ah - jetzad! 1000 Dank, Tina, für die umfassende Erklärung. Nun hab auch ich das verstanden.  :D

Irgendwie hatte ich nicht im Fokus, dass die tragende Kuh trockengestellt wird, sondern lebte in der Annahme, dass der Prozess irgendwie von allein vonstatten ginge.

Biestmilch adlibitum: Ich dachte, nur die Milch der max. ersten 24 Stunden nach Kalbung/Lammung sei Biestmilch?
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: mogli am 05.03.17, 13:25

So viel ich gelernt habe, können die Antikörper im Kolostrum in den 1. 24 Stunden die Darmwand passieren. Deshalb ist es so wichtig sobald als möglich und soviel als möglich davon dem Neugeborenen geben. Ausserdem hat sie einen sehr hohen Nährwert.
AB - Spuren können, müssen aber nicht mehr in der Biestmilch sein. Ausser die Geburt ist vorzeitig, aber dann fällt in der Regel nicht viel Biestmilch an, bzw. man muss in die Gefriertruhe greifen.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Hein am 05.03.17, 13:56
Bei den heute ueblichen Trockenstellern ist die Wartezeit nicht nach 45 Tagen vorbei, sondern erst 4-5 Tage nach der Geburt, egal wie lange das Tier trockengestanden hat. Dabei ist es voellig unabhaengig davon, ob da noch Hemmstoffe enthalten sind.
Das letzte Produkt mit 0 Tagen Wartezeit nach der Kalbung hatte etwa bis vor zwei Jahren eine Zulassung. Sowas gibt es meines Wissens nicht mehr.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: LuckyLucy am 05.03.17, 14:05
Jetzt klickert bei mir gerade was: Als ich letztes Jahr auf dem ersten Praktikumshof war, hatten wir eine Kuh mit Mastitis und einer der Azubis drückte mir eine kleine Tube in die Hand und meinte, ich sollte deren Inhalt durch den Strichkanal geben. Ich habe das zwar versucht, bin aber gescheitert. Damit allein gelassen, kam ich mir vor wie geschickt, um grünkariertes Nähgarn zu kaufen. Sprich, ich dachte wirklich, der will mich vergackeiern.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Internetschdrieler am 05.03.17, 15:42
Bei den heute ueblichen Trockenstellern ist die Wartezeit nicht nach 45 Tagen vorbei, sondern erst 4-5 Tage nach der Geburt, egal wie lange das Tier trockengestanden hat. Dabei ist es voellig unabhaengig davon, ob da noch Hemmstoffe enthalten sind.
Das letzte Produkt mit 0 Tagen Wartezeit nach der Kalbung hatte etwa bis vor zwei Jahren eine Zulassung. Sowas gibt es meines Wissens nicht mehr.

Was verwendet ihr verordnet euer TA* für "Bomben"? :o  *geändert nach dem Beitrag von Hein ;)

Habe gerade nach den bei uns derzeit verwendeten gegoogelt, und diese Hinweise gefunden (den Produktnamen habe ich entfernt - will ja keine Werbung machen)
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Hein am 05.03.17, 16:16
Wir verwenden das, was der Tierarzt verordnet.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Freya am 05.03.17, 22:06
Bei den heute ueblichen Trockenstellern ist die Wartezeit nicht nach 45 Tagen vorbei, sondern erst 4-5 Tage nach der Geburt, egal wie lange das Tier trockengestanden hat. Dabei ist es voellig unabhaengig davon, ob da noch Hemmstoffe enthalten sind.
Das letzte Produkt mit 0 Tagen Wartezeit nach der Kalbung hatte etwa bis vor zwei Jahren eine Zulassung. Sowas gibt es meines Wissens nicht mehr.

da kann ich Dir uneingeschränkt zustimmen. Ich verwende Trockensteller nur bei Problemkühen, das heißt, die Kühe, die während der ganzen Laktation immer höhere Zellzahlen hatten. Bei Kühen mit "normalem" Zellzahlverlauf in der Laktation, stelle ich die Kühe homöopathisch trocken.
Den Trockensteller, den ich verwende, ist der "Mercedes" unter den Trockenstellern. (Orbenin extra) Er ist nicht nur teuer, sondern auch schlecht aus der Kuh wieder rauszukriegen, Ich habe das schon öfter erlebt, dass der Trockensteller nach 5, 10 oder 14 Tagen noch nachweisbar war. Es kommt auf die Kondition der Kuh an.
Aber das ist nicht weiter schlimm, weil ich immer Milchproben mitgebe zum untersuchen. Und erst wenn die Probe hemmstoffrei ist, darf geliefert werden.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Freya am 05.03.17, 22:08

Bei den heute ueblichen Trockenstellern ist die Wartezeit nicht nach 45 Tagen vorbei, sondern erst 4-5 Tage nach der Geburt, egal wie lange das Tier trockengestanden hat. Dabei ist es voellig unabhaengig davon, ob da noch Hemmstoffe enthalten sind.
Das letzte Produkt mit 0 Tagen Wartezeit nach der Kalbung hatte etwa bis vor zwei Jahren eine Zulassung. Sowas gibt es meines Wissens nicht mehr.

da kann ich Dir uneingeschränkt zustimmen. Ich verwende Trockensteller nur bei Problemkühen, das heißt, die Kühe, die während der ganzen Laktation immer höhere Zellzahlen hatten. Bei Kühen mit "normalem" Zellzahlverlauf in der Laktation, stelle ich die Kühe homöopathisch trocken.
Den Trockensteller, den ich verwende, ist der "Mercedes" unter den Trockenstellern. (Orbenin extra) Er ist nicht nur teuer, sondern auch schlecht aus der Kuh wieder rauszukriegen, Ich habe das schon öfter erlebt, dass der Trockensteller nach 5, 10 oder 14 Tagen nach der Geburt noch nachweisbar war. Es kommt auf die Kondition der Kuh an.
Aber das ist nicht weiter schlimm, weil ich immer Milchproben mitgebe zum untersuchen. Und erst wenn die Probe hemmstoffrei ist, darf geliefert werden.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: hadu am 05.03.17, 22:26
Mein Freund (Österreich) verkauft überschüssiges Kolostrum an eine deutsche Firma in der Nähe von Augsburg. 1. und 2. Gemelk. Er sagt, es lohnt sich.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Tina am 05.03.17, 23:52
@Freya: Auch wir liefern die Milch erst nach einer Hemmstoffprobe, allerdings testen wir selber.
Orbenin wird bei uns nur bei Problemkühen verwendet.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: geli.G am 06.03.17, 08:21
noch Anmerkung dazu.  Die Trockensteller bekommt man nur nach Absprache bzw. Untersuchung vom Tierarzt.
Also nicht so wie oft in den Medien dargestellt dass Landwirte einfach so zum Spaß Antibiotika verabreichen können.
Ohne Tierarzt kriegst Du da nichts.

Aber es gibt Betriebe, die bei jeder Kuh einen Trockensteller geben...... :-X
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: gammi am 06.03.17, 09:14
Aber zum Thema zurück. Biestmilch ist nicht verkehrsfähig egal ob die Kuh vorher mit Trockenstellern behandelt wurde oder nicht, oder ob der Test negativ ist.

Und so wie ich es jetzt einfach aus diversen anderen Diskussionen herausgehört habe, wird das momentan häufiger kontrolliert.

Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Tina am 06.03.17, 10:02
Ja geli,
bei uns. Wir machen das in Zusammenarbeit mit unserm TA, weil wir da die besten Erfahrungen haben!

Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: frankenpower41 am 06.03.17, 10:11
Ab und zu kommt es schon vor, dass wir Kuh ohne Trockensteller haben, aber eher selten.
Aber ohne TA geht das sowieso nicht, wir haben auch schon andere als Orbenin extra  verwendet (da gab es vor einiger Zeit mal Lieferengpass), aber das hat nicht geklappt. Dann lieber gleich die Besseren.

Meist klappt es auch dass Wartezeit nach 5 Tagen (vorher darf Milch nicht verkauft werden) rum ist, aber Ausreißer sind immer mal wieder dabei.  Kürzlich habe ich eine Probe 5mal mitgegeben  (2 tägliche Abholung)
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Rohana am 06.03.17, 12:20
noch Anmerkung dazu.  Die Trockensteller bekommt man nur nach Absprache bzw. Untersuchung vom Tierarzt.
Also nicht so wie oft in den Medien dargestellt dass Landwirte einfach so zum Spaß Antibiotika verabreichen können.
Ohne Tierarzt kriegst Du da nichts.

Aber es gibt Betriebe, die bei jeder Kuh einen Trockensteller geben...... :-X
Es muss trotzdem vom Tierarzt verschrieben sein. (D)

Ich kenns auch dass man sich unter Nachbarn mal mit Biestmilch aushilft im Notfall. An Verkauf hätt ich bisher nicht gedacht - wenn reichlich da ist, wirds eingefroren für schlechtere Zeiten.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Geranie am 06.03.17, 15:39
und was passiert nun mit dem Kalb, wenn es Biestmilch von einer mit Trockensteller behandelten Kuh bekommt?
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Entlein am 06.03.17, 15:40
immernoch besser als keine Biestmilch, würde ich sagen
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Tina am 06.03.17, 16:49
@Geranie:
Garnichts, da neugeborene Kälber noch nicht geschlachtet werden, werden die Kälber mit der Biestmilch getränkt. Das Kalb ist auf die Immun Stoffe angewiesen, da es noch keine eigenen Abwehrstoffe hat.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: cara am 06.03.17, 17:00
naja... es ist eine Eintrittspforte für Resistenzbildung...
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Entlein am 06.03.17, 17:36
Ja, aber das ist die generelle AB-Gabe beim Trockenstellen auch immer. Und ohne Immunsystem ist noch schlechter als evtl. Resistenzen. Ich finde übrigens TÄ unverantwortlich, die tatsächlich für alle Tiere AB "verordnen", auch wenn es evtl. gar nicht nötig ist.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Hein am 06.03.17, 18:13
naja... es ist eine Eintrittspforte für Resistenzbildung...

Das mag sein, wenn noch Reste von Antibiotika drin sind. Bei 99% der Faelle bei uns, die wir alle selbst getestet haben war der Befund aber negativ.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: cara am 06.03.17, 19:35
Ich hatte es auf Geranies Aussage bezogen - und "mit Trockensteller behandelt" so interpretiert, dass noch AB in der Milch sind...

und was passiert nun mit dem Kalb, wenn es Biestmilch von einer mit Trockensteller behandelten Kuh bekommt?
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: cara am 06.03.17, 19:38
Ja, aber das ist die generelle AB-Gabe beim Trockenstellen auch immer. Und ohne Immunsystem ist noch schlechter als evtl. Resistenzen. Ich finde übrigens TÄ unverantwortlich, die tatsächlich für alle Tiere AB "verordnen", auch wenn es evtl. gar nicht nötig ist.

Der Trockensteller ist aber von der Menge so berechnet, dass er wirkt. Bei Resten in der Milch wird kein Rundumschlag gemacht, sondern nur ein kleines bisschen getriggert.

Und klar, wenn man nix anderes hat, dann ist AB- Milch besser als nichts. Wenn es sich aber vermeiden liesse, würde ich es auch tun..
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Rohana am 07.03.17, 06:27
naja... es ist eine Eintrittspforte für Resistenzbildung...

Das mag sein, wenn noch Reste von Antibiotika drin sind. Bei 99% der Faelle bei uns, die wir alle selbst getestet haben war der Befund aber negativ.
Eben drum. Die Trockensteller sind drauf ausgelegt innerhalb der Trockenstellzeit zuverlässig abgebaut zu sein.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Lisa am 07.03.17, 08:17
Da kann es böse Überraschungen geben wenn sich die Euter in der Trockenzeit was holen.
Nach ein paar "Watschten" stellte ich immer mit Abmelktuben trocken.
Da braucht man doch wesentlich weniger AB. als nachher und für die KUh bestimmt
angenehmer . Das darf ich zwar nicht schreiben, aber bei einigen brauche ich nur eine
Tube für vier viertel, nehme aber immer die teureren und bei den Kälbern konnte ich
noch nie etwas feststellen. lisa
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Hein am 07.03.17, 08:45

Und klar, wenn man nix anderes hat, dann ist AB- Milch besser als nichts. Wenn es sich aber vermeiden liesse, würde ich es auch tun..

Ich bin schon sehr gespannt auf den Bericht deiner umfangreichen Erfahrungen mit dem täglichen Umgang mit Kühen , der Versorgung von Kälbern in den ersten Lebenstagen und dem Einsatz von Trockenstellern.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Tina am 07.03.17, 08:54
Oh Lisa,
das tut mir weh, weniger dosieren als vorgegeben ???

Ansonsten bin ich Deiner Meinung, ne Euterentzündung im Abkalbezeitraum ist meistens schwerer und die Leistung ist dann schon eingeschränkt und die Gesundheit der Kuh auch, evtl. muss sie deshalb auch eher abgehen.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: martina am 07.03.17, 09:00
Mal zurück zur Ausgangsfrage:

Servus Zusammen,
heute wurden wir gefragt ob wir evtl. Biestmilch / Kolostrum verkaufen würden? Meine Frage nun - hat das von Euch schon mal wer gemacht, und was wäre ein angemessener Preis pro Liter??
LG
Nina

Wozu will der Käufer die Milch denn kaufen? Zu medizinischen Zwecken? Dann gibt es doch sicher eine Auflage, wie die Kühe vor der Kalbung zu behandeln sind.

Wir hatten ja auch mal eine Anfrage, da wollte jemand Hemmstoffmilch aufkaufen, um daraus Fasern für die Stoffherstellung zu produzieren.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: cara am 07.03.17, 11:11

Und klar, wenn man nix anderes hat, dann ist AB- Milch besser als nichts. Wenn es sich aber vermeiden liesse, würde ich es auch tun..

Ich bin schon sehr gespannt auf den Bericht deiner umfangreichen Erfahrungen mit dem täglichen Umgang mit Kühen , der Versorgung von Kälbern in den ersten Lebenstagen und dem Einsatz von Trockenstellern.

das war jetzt überflüssig.
Aber ich habe durchaus etwas Erfahrung bei resistenten Keimen.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: bienchen3 am 07.03.17, 12:55
Das mit den Resistenzen würde ich auch am meisten befürchten, wenn grundsätzlich antibiotisch trocken gestellt wird. Sowohl bei den Kühen als auch bei den Kälbern, die die Milch kriegen.

Trockensteller brauch ich äußerst selten, und wenn, dann auch nur, wenn die Kuh vor dem Trockenstellen eine Euterentzündung hat. Und dann wird per Viertelgemelksprobe der Erreger bestimmt, dementsprechend behandelt und dann trocken gestellt. Und wir haben eine sehr gute Eutergesundheit.








Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Rohana am 07.03.17, 14:33
Ich wiederhol mich ja ungern aber wer sagt denn, dass in der Biestmilch AB-Rückstände sein MÛSSEN nur weil ein antibiotischer Trockensteller verwendet wurde?
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: mogli am 07.03.17, 15:44
Ich wiederhol mich ja ungern aber wer sagt denn, dass in der Biestmilch AB-Rückstände sein MÛSSEN nur weil ein antibiotischer Trockensteller verwendet wurde?
Eben, aber man kann es nicht garantieren.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: cara am 07.03.17, 19:46
es ist nicht sehr wahrscheinlich, wenn man sich an die Gebrauchsanweisung hält.
Mir geht es eher darum, wenn aus welchen Gründen auch immer, AB in der Milch sind.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: samy am 08.03.17, 08:17
Mal zurück zur Ausgangsfrage:

Servus Zusammen,
heute wurden wir gefragt ob wir evtl. Biestmilch / Kolostrum verkaufen würden? Meine Frage nun - hat das von Euch schon mal wer gemacht, und was wäre ein angemessener Preis pro Liter??
LG
Nina

Wozu will der Käufer die Milch denn kaufen? Zu medizinischen Zwecken? Dann gibt es doch sicher eine Auflage, wie die Kühe vor der Kalbung zu behandeln sind.

Wir hatten ja auch mal eine Anfrage, da wollte jemand Hemmstoffmilch aufkaufen, um daraus Fasern für die Stoffherstellung zu produzieren.

Würde mich auch interessiern. Den das war hier ja die eigentliche Frage.
Die Dame mit den Fasern aus Milch wird immer noch in bestimmten Medien gefeiert. (hätte gern einen Link zu dem entsprechenden Artikel eingestellt. Leider ist dieser Artikel online nicht verfügbar)
Bekommt ihre Milch wohl aber jetzt von einer Molkerei. Das ist angeblich Milch die die Molkerei nicht verwenden darf. ??? Ich weiß nicht ob es wirklich sinnvoll ist aus Milch Fasern zumachen.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: frankenpower41 am 08.03.17, 09:18
Wie soll das denn gehen? Milch die die Molkerei nicht verwenden darf, die darf sie doch erst gar nicht erfassen.
Und so einen Schwachsinn verbreitet man dann. >:(
Dass man aus Milch Kleidung machen muss, das erschließt sich mir auch nicht. Da hat vermutlich nur jemand ein Geltungsbedürfnis und braucht was worüber diskutiert wird.
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Rohana am 08.03.17, 10:31
Ich könnt mir vorstellen dass jemand Biestmilch kaufen will um daraus Produkte herzustellen die Biestmilch bzw. Immunglobuline enthalten  ;)
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Luxia am 09.11.21, 09:35
Dieses alte Thema ist für uns momentan aktuell, da wir gestern über unsere facebook-Seite von einer Mitarbeiterin der Firma ISR aus Lohne kontaktiert wurden, ob wir überschüssiges Kolostrum verkaufen würden. Mitarbeiterin und Firma sind real, da sie einen Stand auf der Mela hatten.

Das Thema Trockensteller wurde mir gerade versichert, wäre für sie kein Problem, da sie Futtermittel kaufen und keine Lebensmittel wie eine andere Firma. Jede Charge würde bei ihnen im Labor getestet werden und meistens gäbe es keine Probleme, wenn die Trockenstehtage eingehalten wurden.

Hat hier jemand aktuelle Erfahrung mit dem Verkauf von Kolostrum oder kennt die Firma ISR?
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: gammi am 09.11.21, 13:59
Musst Du irgendwelche Auflagen einhalten? Oder irgendwelche Vorleistungen? Gefriertruhe zur Lagerung vermutlich?

Oder anders gefragt: Hast Du was zu verlieren, wenn Du es ausprobierst?
Titel: Re: Abgabe von Biestmilch / Kolostrum
Beitrag von: Freya am 10.11.21, 22:54
Vor vielen Jahren habe ich mal Biestmilch verkauft. Die mußte aber ohne Trockensteller sein, denn daraus wurden Nahrungsergänzungsmittel hergestellt. Zum Beispiel als zusätzliche Therapie bei schweren Darmleiden oder Aids. Zu BSE Zeiten wurde das dann in D untersagt und die Firma hat damit aufgehört Biestmilch zu sammeln, weil sie im Ausland keinen Markt dafür fand. Das lief alles über unsere Molkerei und war wohl total seriös. Die Biestmlch mußte unmittelbar nach dem Melken eingefroren werden und nur das erste oder höchstens noch das 2. Gemelk.
Die Bezahlung war sehr gut, aber genau weiß ich das nicht mehr.
Wir bekamen gewisse Gefässe gestellt, so 1 kg-Dosen mit Deckel. Beim Abgeben wurde sofort von jedem Eisblock Proben genommen und jedes Paket einzeln verpackt.
Eine separate Gefriertruhe hatte ich nicht. 

Siehe auch meinen Beitrag von 2017 >>>>>  https://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=66794.msg620810#msg620810