Bäuerinnentreff

Direktvermarktung => Direktvermarktung => Lebensmittelrecht, Steuer und Auflagen => Thema gestartet von: Tine09 am 30.01.09, 11:10

Titel: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Tine09 am 30.01.09, 11:10
Hallo,
wir haben einen kleinen Weinbaubetrieb (hauptsächlich Faßwein, in diesem Jahr den ersten Riesling und Portugieser auf Flasche  :)  ), stellen Liköre selbst her. Nun würde ich auch gerne Marmelade bzw. Konfitüre aus eigener Herstellung verkaufen. Was muß ich dabei beachten? Was genau muß auf's Etikett bzw. wie errechne ich den Zuckergehalt (muß ich da nur den zugefügten Zucker angeben oder auch irgendwie den Zuckergehalt der Früchte??)? Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen? Würde mich total darüber freuen!  :D

Schöne Grüße
Tine
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: martina am 30.01.09, 11:27
Hallo Tine,

wenn Du Konfitüren verkaufen willst, greift die Konfitüren-VO.

Auch, was die Ettiketten betrifft und die Kennzeichnung, haben wir hier schon mal Themen gehabt. Lies mal in Ruhe.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hamster am 30.01.09, 20:18
Hallo,
wir haben einen kleinen Weinbaubetrieb (hauptsächlich Faßwein, in diesem Jahr den ersten Riesling und Portugieser auf Flasche  :)  ), stellen Liköre selbst her. Nun würde ich auch gerne Marmelade bzw. Konfitüre aus eigener Herstellung verkaufen. Was muß ich dabei beachten? Was genau muß auf's Etikett bzw. wie errechne ich den Zuckergehalt (muß ich da nur den zugefügten Zucker angeben oder auch irgendwie den Zuckergehalt der Früchte??)? Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen? Würde mich total darüber freuen!  :D

Schöne Grüße
Tine

Hallo Tine,
wenn Du FRUCHTAUFSTRICH herstellst,
musst Du auf dem Etikett die Zutaten in absteigender Reihenfolge nennen.
Wenn eine Frucht ausgewiesen ist. Z.B: Erdbeere, muss in der Zutatenliste die genaue Prozentzahl der Frucht aufgeführt werden. Desweiteren müssen sämtliche Zutaten aufgeführt werden, die im Gelierzucker enthalten sind.
Seit dem 01.01.09 greift die sogenannte QUID-regelung, daher die Prozentzahl.
Ob der Alkoholgehalt bei Weingelee ausgewiesen sein muss, kann ich Dir nicht genau
sagen. Aber vielleicht googelst Du mal unter Quid.

Gutes Gelingen und
liebe GRüße
Hamster
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Tine09 am 04.02.09, 11:24
Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten.
Hamster, ich werd mal nachsehen, ob ich unter Quid noch was finde. Bin grad am Suchen, ob der Zuckergehalt in % (Brix) oder in g/l angegeben werden muß.
Gar nicht so einfach, die rechtliche Seite. Da ist das KOchen doch viel einfacher  ;)

Schönen Tag Euch allen noch!
Tine
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Tine09 am 04.02.09, 11:28
Ach ja, noch so ne Frage.... Wißt Ihr zufällig, wie man die % (Brix) korrekt in g/l bei Konfitüre umrechnet... hab da leider nix beim googeln gefunden  ::)

Grüssle
Tine
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: marikat am 14.09.09, 20:09
 Hallo,
wir beabsichtigen für den Förderkreis Kirchenrenovierung Marmelade zu kochen und zu verkaufen.
Gestern war im Nachbarort ein Fest dort wurden auch Lebensmittel verkauft. Das Gesundheitsamt war vor Ort und hat kontrolliert.
Auf was müssen wir achten.
Braucht man beim Verkauf von gekochten Marmeladen ein Gesundheitszeugnis?
Wie muss die Marmelade deklariert werden?
Reicht es wenn wir folgende Etiketten drucken lassen?

Brotaufstrich/auf 1Kg Früchte 500gr Zucker
Obstsorte, Zucker, Gelierhilfe (Weinsäure, Pektin, Traubenzucker)
nach den Öffnen im Kühlschrank bei max. 5° C.aufbewahren

Hergestellt am:
Haltbar bis:

Danke für eure Antworten

marikat
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Cosima am 29.11.09, 15:42

Braucht man beim Verkauf von gekochten Marmeladen ein Gesundheitszeugnis?
Wie muss die Marmelade deklariert werden?
Reicht es wenn wir folgende Etiketten drucken lassen?

Brotaufstrich/auf 1Kg Früchte 500gr Zucker
Obstsorte, Zucker, Gelierhilfe (Weinsäure, Pektin, Traubenzucker)
nach den Öffnen im Kühlschrank bei max. 5° C.aufbewahren

Hergestellt am:
Haltbar bis:

Hersteller: Marikat Marikattochter, Marikatsr.1 09678 Marikat Tel. 09678 1234


Das 'Gesundheitszeugnis' ist neuerdings eine Belehrung mit Karte, bei der Du die Belehrung regelmäßig eintragen solltest.
Die Angabe des Hersteller ist eine Pflichtangabe.

Und: hast Du Dich auf dem   Meldevordruck   vorab bereits als 'Lebensmittelbetrieb' angemeldet?
Weiterführende Links:
http://www.stmugv.bayern.de/lebensmittel/betriebe/index.htm (http://www.stmugv.bayern.de/lebensmittel/betriebe/index.htm)
http://www.stmugv.bayern.de/lebensmittel/hygiene/index.htm (http://www.stmugv.bayern.de/lebensmittel/hygiene/index.htm)
 
Titel: Re: Vorschriften
Beitrag von: Cosima am 29.11.09, 15:59
"
Für welche Lebensmittelunternehmen besteht eine Registrierungspflicht?

Registrierpflichtig sind alle Betriebe, die Lebensmittel produzieren, verarbeiten oder vertreiben. Zu ihnen gehören demnach auch Gaststätten, landwirtschaftliche Betriebe und Winzer, daneben Betriebe, die unentgeltlich Lebensmittel abgeben, wie die sog. Tafeln sowie auch Betriebe, die eine reine Maklertätigkeit ausüben. Registrierungspflichtig sind nur Betriebe mit einer gewissen Kontinuität und einem gewissen Organisationsgrad. Dies kann z. B. bei Vereinsfesten und ähnlichen Veranstaltungen oft nicht der Fall sein. In Zweifelsfällen ist dies von der örtlich zuständigen Behörde zu entscheiden.
"
Lit.: http://www.stmugv.bayern.de/lebensmittel/betriebe/index.htm  (http://www.stmugv.bayern.de/lebensmittel/betriebe/index.htm)

-------------

"
Meldung
nach Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004
über Lebensmittelhygiene

Lebensmittelunternehmer haben nach Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene der zuständigen Behörde die ihrer Kontrolle unterstehenden Betriebe zu
melden.
Lebensmittelunternehmen sind gemäß Artikel 3 Ziffer 2 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002
alle Unternehmen, gleichgültig, ob sie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind oder nicht, die
eine mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammen
hängende Tätigkeit ausführen.
Nicht zu den Lebensmitteln gehören z. B. lebende Tiere, so weit sie nicht für das Inverkehrbringen zum menschlichen Verzehr hergerichtet worden sind
und Pflanzen vor dem Ernten.
"
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Cosima am 29.11.09, 16:50
% (Brix) korrekt in g/l bei Konfitüre umrechnet...  ::)

4°Oe ~ 1°Brix = 1% Brix = 1g Saccharose in 100g wässriger Lösung = 1g Saccharose ad 100g Wasser
Saccharose (ein Zweifachzucker) ist hier die Bezugsgröße, die Lösung kann jedoch auch andere Zuckerarten enthalten.

Vergleiche hierzu auch:
http://www.kennzeichnungsrecht.de/pseudoanzeige3.html?glossar.htm?a2_brix.html (http://www.kennzeichnungsrecht.de/pseudoanzeige3.html?glossar.htm?a2_brix.html)
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Smart am 29.11.09, 17:26
Am allereinfachsten ist es m.E., wenn man direkt beim zuständigen Veterinär-/Gesundheitsamt bzw. WKD anruft und mit den Mitarbeitern im Vorfeld abklärt, was geht und was nicht. Die kontrollieren ja nachher auch die Märkte und die Standbetreiber.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Romy am 29.11.09, 17:42
In Deutschland ist es halt anders als in der Schweiz. Da wir Bio sind sowieso. Ich muss Biohimbeeren (CH), Biozucker (CH, D) anschreiben. Wie schon geschrieben der Menge nach gegen unten.


Brotaufstrich/auf 1Kg Früchte 500gr Zucker
Obstsorte, Zucker, Gelierhilfe (Weinsäure, Pektin, Traubenzucker)
nach den Öffnen im Kühlschrank bei max. 5° C.aufbewahren

Hergestellt am:
Haltbar bis:

Danke für eure Antworten

marikat


Sonst ist die Deklaratin korrekt. Ausserdem müssen wir eine genaue Selbstkontrolle führen und der Lebensmittelinspektion angemeldet sein.

Übrigens habe ich letzthin gelesen, dass der Alkoholgehalt erst verschwunden ist, wenn man die Masse eine Stunde kocht.  ??? Habe immer gedacht Alkohol verpfuffe sehr schnell. :o
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Cosima am 30.11.09, 13:02
Zitat
Übrigens habe ich letzthin gelesen, dass der Alkoholgehalt erst verschwunden ist, wenn man die Masse eine Stunde kocht.  ??? Habe immer gedacht Alkohol verpfuffe sehr schnell. :o

Dann müsstest Du aber auch den Alkoholgehalt in Vol% angeben
 ;D ??? :'( und weg
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: strop am 07.10.13, 09:02
Ich frag jetzt einfach mal hier:
Darf man eigentlich benutzte Marmeladengläser wieder verwenden (natürlich gereinigt), oder muss man immer neue kaufen?
Es geht darum, dass ich seit Kurzem meine selbst gekochten Marmeladen/Konfitüren/Fruchtaufstriche in meinem kleinen Lädchen mit anbiete. Das soll für mich erst einmal nur ein "Testlauf" sein, um zu sehen, ob Nachfrage da ist und ob es sich überhaupt "rechnet".......
Denn wenn ich sehe, was alles an Kosten darin steckt, angefangen vom Glas/Deckel, dem Kochen (Gelierzucker), den Nacharbeiten wie Etikettieren usw., überlege ich natürlich, wie man die Kosten niedrig hält. Zur Zeit kaufe ich die Etiketten im Supermarkt und beschrifte sie in Handarbeit, einschl. Zutatenliste, Mindesthaltbarkeit, Bezeichnung. Für den Herstellernachweis benutze ich den einfachen "Hofstempel".
Viele Kunden würden mir gern ihre leeren Gläser mitbringen.
LG,
strop

Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: suederhof1 am 07.10.13, 09:20
Hallo
Ich glaube ,wenn du sie verkaufst, musst du neue Gläser nehmen.
Es wäre ja auch von Vorteil, wenn sie einheitlich Gross sind und auch so aussehen.
Bei meinen Gästen nehm ich zwar einheitliche Grössen , aber nur neue Deckel. Damit bin ich auf der sicheren Seite.
Falls du aber 100% gewissheit haben willst, ruf beim Gesundheitsamt an oder bei der Landwitschaftskammer .
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hardy am 07.10.13, 09:45
Hi,

ich verkaufe meinen Honig in immer den gleichen Gläsern.
Deckel, wenn beschädigt, neu.
Das geht mit Pfandsystem.
Dann brauche ich auch keine Anmeldung beim Entsorger (Deutschland).

Zusammengewürfelte Glasformen sehen billig und häßlich aus.
Stempel nehme ich auch nicht.
Man kann heute sehr preiswert mit dem Farblaserdtrucker "schöne" Etiketten gestalten und immer einfach an diverse Fruchtsorten anpassen.
Als Etiketten verwende ich "Trocken wiederablösbare".
Das erspart viel Schrubberei...
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hilde am 07.10.13, 09:51
Hallo Hardy,

wieder trocken ablösbare Etiketten? Habe ich noch nie beachtet. Die Schrubberei ist zum Teil schon nervig. Gibt es diese Etiketten auch selbstklebend?

LG

Hilde
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hardy am 07.10.13, 14:10
Hallo Hilde,

ja, die sind selbstklebend.

Hier die Bestell-Adresse:  http://www.bitspaper.net/suche.aspx?q=wiederabl%C3%B6sbare+Etiketten 

Für 500ml-Gläser verwende ich Nr.: L4744REV
Für 250ml-Gläser Nr.: L6023REV.

Letztere verwende ich auch für evtl. nötige Rückseiten.

Achtung wichtig!
Ich habe folgenden Hinweis draufgedruckt:

Nicht Spülen. Aufdruck = Pfandbeleg.

Die Meisten halten sich dran. Ungespült gehen sie nämlich einwandfrei wieder runter.

Gläser kosten so um die 35 - 40 Cent.
Durch geschätzte 10-fache Pfandretouren also nur 4 Cent/Glas. ;)
Billiger geht es nicht.

Pfand bei mit 50 Cent. Bei dem Preis erhalte ich fast alle Gläser wieder zurück! :)


Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hilde am 07.10.13, 14:52
Vielen Dank. Schau gleich mal nach, ob was Passendes dabei ist.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: strop am 08.10.13, 12:42
Hardy,
beim Honig-Verkauf halte ich es ja auch so, es werden 50 cent für die originalen Honiggläser vom dt. Imkerverband als Pfand berechnet. Der Rücklauf/Umlauf funktioniert gut.
Nur bei Konfitüre/Fruchtaufstrich macht mir die Preisfindung Kopfzerbrechen. Im Discounter gibt es ausgezeichnete (Stiftung Warentest) Konfitüren für -,99 € je Glas (370 g). Die Markenfirmen sind aber teurer, einfache Frucht-Sorten kosten 1,99 € bis ca. 2,50 € pro Glas (Schwa.... oder Zen...).
Ich hatte für mich als Gewinn 1,-€ pro Glas selbst gekochter Konfitüre gerechnet. Deshalb meine Ausgangsfrage, ob man gebrauchte Gläser wieder verwerten darf (fein "aufgehübscht" mit Gardinchen und Schleifchen, dass es ansprechend aussieht).
"Sündhaft" teure Konfitüren kann ich hier bei mir nicht absetzen, dafür habe ich nicht das Klientel, soviel steht fest. Aus dem Grunde soll es erst einmal ein Versuch sein, in ein paar Wochen überlege ich mir, ob ich das weiter mache.
LG, strop
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hardy am 08.10.13, 14:20
Hallo Strop,

mein Honig kostet im 500g Glas 6.-€ + Pfand, 250g 3.50€ + Pfand.
Discounter ist billiger. Der Rentner-Kollege, der seinen Honig für 3.50€ verkauft hat es noch nie nachgerechnet. Er legt drauf und merkt es nicht mal...

Sagt mir ein Kunde, meiner wäre zu teuer, ist mein Argument (bei Honig):
Wenn jemand was für 3.50 verkauft, wird es auch nicht mehr Wert sein.
Mein Honig kommt ausschließlich aus der Region. Garantiert!
Ich erwärme nie über Stocktemperatur.
Sie dürfen bei der Honiggewinnung zusehen.

Und der Discounterhonig:
Da sage ich dem Kunden, er möge doch mal das Etikett lesen.
Honig aus EU und nicht-EU-Ländern.
Wer kontrolliert diese Panscherei?
In einer Reihe von Ländern dürfen Antibiotika eingesetzt werden. In D-Land verboten. Aber importieren... Lecker...
Und die Bestäubungsleistung der Bienen bleibt auch im Ausland.

Zurück zur Marmelade und den Pluspunkten für "meine" Marmelade, würde ich welche verkaufen:
Regionale Obstverwertung, kurze Wege (Umweltschutz), Handarbeit und ausgesuchte Qualitätsfrüchte, Zusatzstoffe - nein Danke.
Pfandsystem (Ressourcenschonung).

Und ganz wichtig: Wirklich leckere Qualitäten produzieren!
Und auch mal probieren lassen...

Ach ja, zum Preis: Hier auf den Märkten werden selbstgemachte Fruchtaufstriche (nicht das Wort Marmelade verwenden, das gibt Ärger...) für 1Cent/Gramm angeboten. Also 2,50 für 250g. So kann man auch gut "krumme" Werte ausrechnen.




Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: strop am 08.10.13, 15:19
Danke für den "Daumenwert" 1 cent je Gramm, das ist eine reelle Sache!
Die Argumente Regionalität/kurze Wege/keine Zusatzstoffe sind gut, ich werde gleich mal ein Schildchen vorbereiten.
Honig kaufe ich vom Nachbarn, engagierter Imker. Er verkauft ihn ab Hof für 4,50 incl. Pfand (500 g). Das ist zu günstig, meiner Meinung nach.
Ich als sein Nachbar kann ihn somit nicht viel teurer verkaufen, dann kämen Beschwerden seitens der Kundschaft. Aber 5,- € nehme ich schon....
Honig ist hier ein recht gefragter Artikel.
LG, strop
 
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hardy am 08.10.13, 23:07
Hallo Strop, bis letztes Jahr kostete mein Honig 5.-€.

Durch völligen Ernteausfall letztes Jahr, den Ausfall im Frühjahr und die allgemein gestiegenen Preise
bei unvermindertem Aufwand war es nur logisch, daß der alte Preis nicht zu halten war.

Hilfreich fand ich die Meldungen in TV und Presse über die desolate Lage der Bienen und der Imkerei.

Meine Kunden haben durchweg die Erhöhung akzeptiert.

Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: doretchen am 11.10.13, 17:46
Sie darf auf keinen Fall Marmelade genannt werden. Für Marmelade sind nur Orangen oder Zitronen erlaubt, EU-Vorschrift. Auch Konfitüre ist streng geregelt. Die Früchte sind vorgeschrieben, außerdem ist die Angabe der Zuckers in der fertigen Menge vorgeschrieben. Man muss einen teuren Refraktor anschaffen. Süßer Fruchtaufstrich, oder ähnliche Namen sind richtig.
Gebrauchte Gläser würde ich auf keinen Fall nehmen, schon gar nicht von Kunden. Wenn deine Produkte gehen, kann es sein, dass die Lebensmittel-Kontrolle kommt. Die können dir dann aus hygienischen Gründen verbieten, deine Produkte in deiner Haushaltsküche herzustellen. Dann lohnt es gar nicht mehr.
Überlege es dir gut. Es stehen sehr viele Stolpersteine herum. Oft gilt, wo kein Kläger, da kein Richter.
Das hier Gesagte gilt für Deutschland und die EU. Für die Schweiz gelten andere Regeln.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hardy am 11.10.13, 17:54
Ach ja, noch etwas Wichtiges: Immer Rückstellproben mit Chargennachweis machen.
Im Falle eines Falles kannst Du dann beweisen, daß die Ursache des Durchfalls des Kunden nicht durch Deine Produkte verursacht wurde...
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: strop am 11.10.13, 22:38
Im hinteren abgeteilten Bereich des Hofladens habe ich eine Spüle mit Unterschrank, dort koche ich (wenn ich den Thermomix von meiner Tochter hier habe) die Konfitüre, also nicht in meiner eigenen Küche. Mit ein wenig Fantasie  ;) könnte man das vllt schon als Küche bezeichnen ;D.
Bei der Beschriftung habe ich mich erkundigt, habe die Bezeichnung, den Herstellernachweis, die Inhaltsstoffe in absteigender Reihe, sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Glas, da fehlt nichts.
Mit dem Kauf neuer Gläser könnte ich mich auch noch anfreunden, obwohl ich es nicht wirklich einsehe. Beim Honig funktioniert das Pfandsystem ja auch, und ich habe einen Hersteller von Fruchtaufstrichen gefunden, der professionell arbeitet und auch Pfand berechnet. Ich könnte von dort auch fertige Marmeladen/Konfitüren/Fruchtaufstriche/Gelee kaufen, aber genau das möchte ich ja nicht. Viele Gläser habe ich mit Gardinchen/Schleifchen dekoriert, dann sieht man die farbigen Deckel nicht.
Der Vorschlag mit der Rückstellprobe ist gut, beim nächsten Kochen werde ich dran denken.
Und nun warte ich ab, ob aus dem "Testlauf" mehr wird........ , und warte auf die nächste Lebensmittelkontrolle, die kommt sowieso irgendwann, schon wegen der Eier.
LG, strop
P.S. Marmelade habe ich übrigens auch im Angebot, nämlich Orange-Ingwer  :)
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hardy am 11.10.13, 23:17
"Bei der Beschriftung habe ich mich erkundigt, habe die Bezeichnung, den Herstellernachweis, die Inhaltsstoffe in absteigender Reihe, sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Glas, da fehlt nichts. "

Aber nicht als "MHD" abkürzen...

Größe des Gewichtsaufdruckes beachten und falls kein Pfandsystem > an den "grünen Punkt" denken.
Zum Wiegen brachst Du auch eine geeichte Waage.
Über- und Unterfüllung ist auch nur in engen Grenzen erlaubt.

Ach ja, diese Vorschriften. Das Leben könnte so einfach sein... :'(
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Katharina am 11.10.13, 23:21
Ich verkaufe in meinem Hofladen auch immer Fruchtaufstriche, Gelee und eingelegte Spargel.
Früher hatte ich einen gewissen Betrag zurückerstattet, wenn ich die Gläser zurück bekam. Daraufhin habe ich dutzendweise leere Gläser aus anderen Hofläden hier im Ort bekommen und konnte mich mit den halb abgelösten Etiketten vergnügen.
Generell habe ich die Gläser aber nur mit neuen Deckeln dann weiterverwendet. Die Deckel sind nach dem ersten Gebrauch meist nicht mehr makellos und die Marmelade verdirbt.

Das mit dem Geld-zurück habe ich eingestellt. Viele Kunden bringen mir ihre Gläser aber trotzdem zurück, sogar oft ganz sauber ohne Etiketten. Je nach Menge und Zustand bekommen die Kunden beim Einkauf dann einen freiwilligen Rabatt.

Ehrlich gesagt möchte ich auch keine ungespülten Gläser zurückhaben. Die können so was von eklig sein *schüttel* dass ich da selbst sauber gespült keine Lebensmittel mehr reinfüllen will.

Die Etiketten gestalte ich auch selbst. Für jede Charge drucke ich ein neues Mindesthaltbarkeitsdatum drauf, so kann ich sie gut zuordnen.

Der Lebensmittelkontrolleur hatte nichts daran auszusetzen.

Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Hardy am 11.10.13, 23:40
Hallo Katharina,

ich mache es genau andersherum.

Auf dem Etikett steht: "Nicht spülen - Etikett ist Pfandbeleg".

1. nehme ich dadurch nur meine Gläser zurück.
2. bekomme ich durch die 50 Cent Pfand fast alle Gläser zurück. (Bei 30Cent hat das nicht funktioniert).
3. bringt niemand nur das Glas, sondern nimmt immer noch was mit.
4. sehe ich bei ungespülten Gläsern, ob was "ekliges" drin war. Ansonsten ist nach dem Spülen alles sauber.

Deckel verwende ich auch nur 1mal.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: doretchen am 13.10.13, 17:26
strop, bitte bei der zuständigen Beratung erkundigen, ob Zusatz von Ingwer erlaubt ist. Ich würde bei süßem Brotaufstrich bleiben, dann bist du auf der sicheren Seite.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: strop am 13.10.13, 21:14
Danke für die Vielzahl an Denkanstößen!
Konfitüre/Fruchtaufstrich ist ein Artikel, der eigentlich gut in mein Sortiment passen würde. Zuerst habe ich mir im Sommer probehalber eine Auswahl gekaufter Konfitüren aus dem Supermarkt zum Verkauf in meinen Laden gestellt, die waren recht schnell weg. Nur so ist die Idee entstanden, und nun "teste" ich eben, ob sich meine selbst gekochten Aufstriche verkaufen lassen.
LG, strop
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: strop am 17.08.14, 11:08
So, nun hatte ich anfang Juni "Marmeladen-Kontrolle" durch den Landkreis.
Der Kontrolleur meinte, es sei wohl alles korrekt auf dem Etikett vorhanden, war es aber leider nicht........
Ich habe nun eine Anhörung am Hals, wegen Ordnungswidrigkeit  >:( .
1. Den Inhalt darf ich nur in Gramm angeben, nicht in ml
2. Das Wort "mindestens" darf ich nicht abkürzen ("mind."). Ich darf es nur abkürzen, wenn ich den KalenderTAG beim MHD angebe.
    Ist für mich sogar noch einfacher, weil damit der Nachweis einer Charge entfällt. Bislang hatte ich den KalenderMONAT beim MHD
    angegeben.
3. Die Zutat Gelierzucker darf nicht so da stehen. Der besteht aus Zucker, Citronensäure, Pektin, und so muss ich das auch draufschreiben. Wie das alles aufs Etikett passen soll............?   Ich werd mal vorsichtig anfragen, ob es auch eine "Bagatell-Grenze" gibt, ich mach das nicht in großem Stil :)
Manches kann ich ja nachvollziehen. Ich werd in der nächsten Zeit mal darauf achten, wie andere Hofläden das halten.....
LG, Monika
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: RinaCH am 17.08.14, 19:18
Kennt sich jemand mit dem Schweizer Konfiture/Marmelade Gesetz aus?

Ich mache sehr viele von Erdbeer bis Bananen über Kürbis oder sogar Tomatenkonfi. bzw.Gelee. Bis jetzt verkaufte ich diese immer Privat an Verwandte oder Bekannte.
Wie immer halte ich Pro Charge 1-2 Gläser zurück,je nach dem wird mir 1 Glas Grau beim Käufer war dies aber bis jetzt noch nie der Fall. Die Bananenkonfi ist jetzt seit 5 Jahren im Vorratsschrank und immer noch genissbar (1:1). Wie lange darf eine Konfi halltbar ein?
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: strop am 17.08.14, 20:17
Hallo,
wie es in der Schweiz läuft, weiß ich nicht.
Ich weiß nur, dass ich hier auf keinen Fall "Konfitüre" dranschreiben werde, bei mir läuft es unter "Fruchtaufstrich". "Konfitüre" bringt wieder Schwachstellen bei der Kontrolle, da muss der Fruchtgehalt exakt stimmen. Bei meinem Fruchtaufstrich habe ich als Mindesthaltbarkeit 2 Jahre angegeben, das wurde nicht beanstandet.
Wenn ich das MHD mit Angabe von Tag/Monat/Jahr auf das Etikett schreibe, brauche ich keine Chargen-Nr. vergeben, wegen der Rückverfolgbarkeit.
Ich verwende auch Gelierzucker 1 : 1. Da muss auch wirklich auf der Zutatenliste angegeben werden, woraus der besteht (ich weiß gar nicht, was die sich denken, wie viel Platz auf so einem kleinen Etikett ist  :-X)
LG, Monika
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: RinaCH am 17.08.14, 20:50
Ich finde es bei gewissen Produkten wo nur Enthält Aromen oder so mühsam oder Farbstoffe. Reagiere heute noch auf gewisse Farbstoffe bzw. E-nummern. Wenn Gelierzucker drauf stehen würde würde ich es noch i.o finden.

Ich habe immer 1kg Früchte auf 1 kg Zucker.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: peka am 17.08.14, 20:54
Hallo Monika,
kannst Du vielleicht zwei Etiketten - 1 vorne, 1 hinten - drauf machen?

Werde auch mal darauf achten, wie andere es machen und hier melden. Wegen der Auflagen mache ich nur kleine Mengen und verschenke an liebe Freunde.

Gruß
peka
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: züsi am 17.08.14, 21:14
hallo rinaCH frag doch mal romy, sie ist da der profi mit confi, ausserdem in der schweiz tätig!

grüessli s.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: strop am 17.08.14, 22:38
Ich hab ja vorn auf dem Glas ein gekauftes fertiges kleines hübsches ansprechendes Etikett, auf dem ich schreibe, was drin ist, also den Namen des Produktes. Auf dem zweiten Etikett hinten am Glas steht:
a) Gewicht des Inhaltes in Gramm
b) der Herstellernachweis, also mein Name, Adresse, Telefonnummer
c) das Mindesthaltbarkeitsdatum z.B.: mind. haltbar bis 15. Aug. 2016
d) die Zutatenliste, d.h. ich hatte bisher immer z.B. Gelierzucker, Erdbeeren o.a., Citronensäure drauf stehen. Korrekterweise muss ich aber nun schreiben: Zucker, Erdbeeren o.ä., Citronensäure, Pektin.
Ist kein Problem, nur wenn es um Sorten mit mehreren Zutaten geht, reicht der Platz kaum aus.
Und es ist auch eine ganze Menge Aufwand, da ich das - wie schon geschrieben - nicht in großem Stil mache. Und verdienen möchte ich schon auch noch ein klein wenig.....
LG, Monika
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Kleopatra am 18.08.14, 14:59
Ich habe mich auch kurzfristig entschieden neu noch Konfi aus den vielen Hoffrüchten herzustellen und habe meine Unterlagen hervorgekramt.

Bestell dir das Merkblatt : Konfitüre, Gelee und Fruchtaufstrich für den Verkauf ab Hof. Da es ein gemeinsames Projekt  von Eva Flückiger Grangeneuve,  Rita Steiner Wallierhof und Lisa Vogt Liebegg ist sollte er an diesen Schulen auch bestellt werden können. Sonst mailst du mir deine Adresse und ich versuche das Heftchen zu kopieren.

Wichtig sind vor allen die Kennzeichnung: Zutaten in Mengenreihenfolge mit Sachbezeichung, Datierung (findest du auch im Lebensmittelgesetz)
Dann gibt's eine Vorschrift über Obst, Gemüse, Konfitüre, dort steht z.B.  welchen Fruchtanteil Konfi haben muss, nämlich 35% zudem muss die lösliche Trockenmasse mit Refrakometer gemessen 50% betragen (verstehe grad nur Bahnhof, aber muss wohl meinen Refraktometer mal nehmen und meine gestrige Konfi messen :-\) Kauf dir auf jeden Fall diese Broschüre dann weisst du auch wie den Refraktometer lesen. Im ricardo gibt es recht preiswerte unter 100 Fr. ;) Wen man auf der sicheren Seite stehen will nennt man sein Produkt glaub besser Fruchtaufstrich, dann kann man den ganzen Mindestanteil vergessen.

Eine gute Infoseite und viel Infomaterial findest du auch bei www.agridea.ch und die kant. Lebensmittelämter.

Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Kleopatra am 18.08.14, 15:14
Hallo,
wie es in der Schweiz läuft, weiß ich nicht.
Ich weiß nur, dass ich hier auf keinen Fall "Konfitüre" dranschreiben werde, bei mir läuft es unter "Fruchtaufstrich". "Konfitüre" bringt wieder Schwachstellen bei der Kontrolle, da muss der Fruchtgehalt exakt stimmen. Bei meinem Fruchtaufstrich habe ich als Mindesthaltbarkeit 2 Jahre angegeben, das wurde nicht beanstandet.
Wenn ich das MHD mit Angabe von Tag/Monat/Jahr auf das Etikett schreibe, brauche ich keine Chargen-Nr. vergeben, wegen der Rückverfolgbarkeit.
Ich verwende auch Gelierzucker 1 : 1. Da muss auch wirklich auf der Zutatenliste angegeben werden, woraus der besteht (ich weiß gar nicht, was die sich denken, wie viel Platz auf so einem kleinen Etikett ist  :-X)
LG, Monika

Ich glaub das kann man so auch für die Schweiz übernehmen.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: annelie am 18.08.14, 16:59
Ich hab früher Fruchtaufstriche verkauft und hatte einen größeren Aufkleber auf dem der Produktname und die Produktbeschreibung stand und einen kleinen Aufkleber mit meinem Namen und Anschrift. Ich habs vor einigen Jahren aufgehört, damals hab ich den Gelierzucker so angegeben: Gelierzucker (Pektine), aber scheinbar wäre das nimmer zeitgemäß.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Romy am 19.08.14, 08:57
Hallo Rina
Wir sind Bio aber ich denke die Deklaration ist dieselbe
http://www.bio-suisse.ch/de/lebensmittelverordnung.php (http://www.bio-suisse.ch/de/lebensmittelverordnung.php)

Ich geb dir ein Muster:

Brotaufstrich: Auf 1kg Früchte 800gr Zucker
BioHeidelbeeren (CH), BioZucker (CH,D) BioGelierhilfe (CH): Pektin,Traubenzucker
Inhalt 200gr / 100gr. Fr. 3.00 / Losnr.: 356
Haltbar bis: 31.05.2015
Zertifikation: Bio-CH-006

So sieht bei mir die Deklaration hinten aus. Vorne auf der Etikette steht dann einfach:
Unser Logo bioberguen
Heidelbeerkonfi

Der Preis von Fr.6.00 steht auf dem Deckel

Statt der Losnr. kannst du auch schreiben: Hergestellt 12.05.2014

Wenn ihr nicht Bio seit kannst du einfach das Bio weglassen. Im Gegensatz zu Deutschland haben wir in der Schweiz nicht Marmelade, Konfitüre etc. Wir kennen nur Konfitüre (kommt ja unrsprünglich vom Französichen wie vieles hier in der Schweiz) oder auch Gelee.
Aber was wichtig ist: Die Zutaten müssen mit dem Herkunftsland bezeichnet werden. Die Zutaten müssen der Reihe nach aufgeführt werden: Was am meisten drinnen ist muss zuerst genannt werden.
Dann das allerwichtigste überhaupt: Sobald du etwas selber machst und verkaufst musst du dich bei der nächsten Lebensmittelinspektion anmelden. Ein Telefon genügt. Sie sind mittlerweilen sehr scharf, weil sie, auch durch den Druck von Lebensmittelgeschäfte, Hotels etc, alles unter Kontrolle haben möchten. Das gute daran ist: Du hast jederzeit eine Anlaufstelle wo du deine Deklaration zur Kontrolle einreichen kannst.
Ich habe den Lebensmittelinspektor immer wieder Mal im Hoflädeli. Er kommt einfach sporadisch vorbei, wenn er eh in der Gegend ist. Oft weiss ich nicht einmal dass er hier war. Das letzte Mal kam er vorbei um mir ein Kompliment zu machen: Es sei alles hervorragend deklariert und als ich ihm dann noch die Nachverfolgbarkeit vorlegte war er rundum glücklich :D Es lohnt sich mit der Lebensmittelinspektion zusammen zu arbeiten, dann bist du immer im grünen Bereich
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: RinaCH am 19.08.14, 09:11
Hallo Romy, ich danke dir vielmals.

Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Romy am 19.08.14, 09:14
Ach ja, Haltbarkeit. Das musst du im grossen und ganzen für dich selber heraus finden. Aber da du ja immer 2 Gläser auf die Seite stellst hast du eine gute Kontrolle.
Konfi, Sirup, Pesto, Eingemachtes etc. ist sicher ein halbes Jahr bis zu einem Jahr haltbar. Kann sein, dass eine Konfitüre nach einem Jahr immer noch einwandfrei ist - aber du musst von der Masse her rechnen. Für den Konsument ist es auch nachvollziehbar, dass eine Konfitüre ein Jahr haltbar ist, aber zwei Jahre da wird er sich seine Gedanken machen. Privat würde ich eine Konfitüre jederzeit auch nach 2 Jahren noch konsumieren, aber zum Verkauf datiere ich nur ein Jahr.
Am kürzesten Haltbar ist bei uns der selbstgemachte Eistee, den datiere ich auf fünf Tage. Hingegen der Eisteeextrakt dann wieder ein Jahr.

Hast du einen Steamer? Da kannst du die Gläser vorsterilisieren (geht 10Min.) hinterher nachsterilisiern (30 Min.). Seit ich dies so mache, hatte ich keinen Schimmel mehr.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Romy am 19.08.14, 09:15
Ach ja, Haltbarkeit. Das musst du im grossen und ganzen für dich selber heraus finden. Aber da du ja immer 2 Gläser auf die Seite stellst hast du eine gute Kontrolle.
Konfi, Sirup, Pesto, Eingemachtes etc. ist sicher ein halbes Jahr bis zu einem Jahr haltbar. Kann sein, dass eine Konfitüre nach einem Jahr immer noch einwandfrei ist - aber du musst von der Masse her rechnen. Für den Konsument ist es auch nachvollziehbar, dass eine Konfitüre ein Jahr haltbar ist, aber zwei Jahre da wird er sich seine Gedanken machen. Privat würde ich eine Konfitüre jederzeit auch nach 2 Jahren noch konsumieren, aber zum Verkauf datiere ich nur ein Jahr.
Am kürzesten Haltbar ist bei uns der selbstgemachte Eistee, den datiere ich auf fünf Tage. Hingegen der Eisteeextrakt dann wieder ein Jahr.

Hast du einen Steamer? Da kannst du die Gläser vorsterilisieren (geht 10Min.) hinterher nachsterilisieren (30 Min.). Seit ich dies so mache, hatte ich keinen Schimmel mehr.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: RinaCH am 19.08.14, 09:23
Ich habe sie immer in einem Spaghetti Topf sterilisiert, je nach Grösse der Gläser gingen 3 bis 6 Stck. Ich werde dieses Jahr einen Sterilisator holen wo man in Landi und Co. bekommt.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Kleopatra am 19.08.14, 13:46

Hast du einen Steamer? Da kannst du die Gläser vorsterilisieren (geht 10Min.) hinterher nachsterilisiern (30 Min.). Seit ich dies so mache, hatte ich keinen Schimmel mehr.

Gute Idee, kann man doch auch im Backofen machen?
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Romy am 19.08.14, 17:27
Ich meinte ich habe es mal gelesen im Umluftofen. Mit Umluft kannst du ja auch sterilisieren. Im Steamer muss ich für 30Min. auf 100° stellen. Ich glaub fast eine Bekannte hat mal erzählt, sie stelle die Gläser aufs Backblech und fülle dieses mit Wasser.
Im Steamer bringe ich 48 2dl Gläser rein oder 7 1Lt Gläser (in den 1lt Gläser mache ich nur eingesotten Butter)
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Kleopatra am 19.08.14, 21:17
im Backofen kann man auch sterilisieren, genau mit Wasser im Blech, dann Gläser reinstellen. Hatte mir eh schon Sorgen gemacht wegen den Haltbarkeit. Aber jetzt muss ich mir das Rezept austüfteln. Haben Massenweise Mirabellen gewaschen und entsteint eingefroren. Nun kommen bald die Zwetschgen.

@RinahCH Du besuchst bald die Bäuerinnenschule, dort kann du dann den entsprechenden Kurs bei den Wahlmodulen belegen. Die sind gut. Ich habe einige besucht ohne die Bäuerinnenschule zu besuchen. Es gibt einen Direktvermarktungskurs, dort lernst du das ganze nötige Zeug und erhältst auch die Ordner. Dann habt ihr auch Kurse zur Vorratshaltung, aber schon bei den Pflichtmodulen. Die Wahlmodule musst du abgestimmt auf euren Hof belegen.

http://www.landfrauen.ch/fileadmin/user_upload/landfrauen/Bildung/Dipl_Baeuerin/D_Module/Moduldrehscheibe_SJ_13_14.pdf
Hier findest du die Module.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: RinaCH am 20.08.14, 08:16
Danke Kleopatra ich muss alle 12 Module Wahl wie Pflicht Module absolvieren, sowird es dann als offizielle Lehre anerkannt für mich
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Kleopatra am 02.09.14, 15:24
Wen ihr neue Gläser und neue Deckel verwendet. Wie fest reinigt ihr Diese vor dem einfüllen und anschl. sterlisieren.?
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Romy am 06.09.14, 15:24
Zuerst habe ich einfach die Gläser heiss ausgespült und die Deckel schnell in siedend heisses Wasser gelegt. Also die Deckel schnell in einer Pfanne aufgekocht. Ich habe sie dann einfach nur ein halbes Jahr datiert. Trotzdem kam es manchmal vor, dass ein Glas grau wurde.

Jetzt habe ich im Steamer ein Programm: Konfitürengläser vorbereiten 10 Min. 100 Grad.
Dann, auch im Steamer: Konfitürengläser nachsterilisieren 30 Min. 100 Grad.

In den Steamer bringe ich 48 Gläser. Die Deckel behandle ich dabei nicht vor, weil sie beim nachsterilisieren ja genug Hitze abbekommen.
Titel: Re: Welche Vorschriften bei Verkauf von Marmelade?
Beitrag von: Kleopatra am 06.09.14, 20:22
Zuerst habe ich einfach die Gläser heiss ausgespült und die Deckel schnell in siedend heisses Wasser gelegt. Also die Deckel schnell in einer Pfanne aufgekocht. Ich habe sie dann einfach nur ein halbes Jahr datiert. Trotzdem kam es manchmal vor, dass ein Glas grau wurde.

Jetzt habe ich im Steamer ein Programm: Konfitürengläser vorbereiten 10 Min. 100 Grad.
Dann, auch im Steamer: Konfitürengläser nachsterilisieren 30 Min. 100 Grad.

In den Steamer bringe ich 48 Gläser. Die Deckel behandle ich dabei nicht vor, weil sie beim nachsterilisieren ja genug Hitze abbekommen.

Gute Idee, das mit dem vorsteamen. Mein Backofen nennt sich übrigens auch Steamer, hab ich grad vorhin rausgefunden.