Autor Thema: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten  (Gelesen 6565 mal)

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Offline hikaTopic starter

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Hallo zusammen,

kennt Ihr das auch: Ihr erinnert Euch gerne an Eure Schulzeit zurück, ok, Hausi gab's auch und Klassenarbeiten, aber vor allem draußen spielen mit den Freunden. Nach der Schule habe ich dann einen Beruf gelernt, und zwar bewusst NICHT den des Lehrers.

Nun sitze ich da, und sämtliche Nachmittage der Woche sind vom Mittagessen bis zur Stallzeit voll mit Hausaufgaben von zwei Grundschulkindern. Ich soll erklären, Lern- und Arbeitsstrategien vermitteln, Inhalte aufbereiten, viele verschiedenen Rechentechniken vermitteln (für das immer gleiche Problem muss ja JEDES Kind JEDE Rechenstrategie anwenden können), ich überlege mir didaktische Ansätze zur Vermittlung nicht verstandenen Lehrstoffs - bin also neben meinem Vollzeitjob am Hof, dem eigentlich-auch-Vollzeitjob Fünfpersonenhaushalt auch noch: Lehrer. Was ich nie sein wollte, weil ich darin schlicht nicht gut bin. Und von Entwicklungspsychologie und Didaktik echt keine Ahnung habe.
Eine junge Lehrerin bei uns an der Schule hat erklärt, es täte ihr leid, aber sie könne die Themen nur noch anreißen in der Schule, den Rest müssten die Eltern machen.
Hä?!?!

Ich bemühe mich nach Kräften, jedes Kind jeden Abend zu erinnern, dass es alles eingepackt hat. Inmitten von Hofchaos und Stallbauhektik versuche ich, einen einigermaßen geregelten Familienablauf hinzukriegen mit drei kleinen Kindern - allein, ohne Verwandte, als Zugezogene ohne großen Freundeskreis o.ä., mit einem massiven Generationenkonflikt im Hintergrund. Ich lasse meine Kinder auf ADS testen und gehe mit ihnen - gegen meine Überzeugung - zum Psychologen und zur Ergotherapie. Die Lehrer wissen über all das Bescheid. Aber es interessiert sie: null.

Ich kriege es schlicht nicht hin, an jeden der vielen auszufüllenden Zettel, mitzugebenden  Geldbeträge (bitte passend!), weißen T-Shirts an Datum XY, gesundes Frühstück im Kindergarten, Turniertermine, hier ein GEdicht lernen und dort zum Schulfest gehen (grundsätzlich um 17:00 Uhr!) zu denken, ständig mal eben für morgen (!) eine leere SChachtel SChaumküsse oder ein stück stoff, bitte blau und bitte im Format XY und ein Heft der Lineatur 28a aber bitte mit grünlila Einband zu besorgen. Dazwischen muss ich mir noch überlegen wie ich reagiere wenn ein Kind sagt, es findet sein Leben schrecklich und wäre am liebsten tot. Nicht zu vergessen Kühe, Bauarbeiter, Vertreter, Besamer, Tierarzt, silieren einschließlich Verpflegung, ausfallende Melkmaschinen, kälbernde Kühe, Arzttermine, einkaufen, kochen etc. etc. und - jeden morgen die verzweifelte Suche nach drei Paar zusammenpassenden Socken  ::)

Ich schaff es nicht!! Schaffen es die anderen? Muss ja wohl so sein, wenn wegen jedem vergessenen Zettel der Lehrer um ein Gespräch bittet oder ich aufgefordert werde, doch bitte JEDEN Abend meine Kinder zu erinnern, dass sie alle Sachen eingepackt haben. Unter Aufbietung aller Kräfte schaffe ich es, den Betrieb irgendwie am Laufen zu halten - stets am Rande des Chaos. Meine Kinder haben (meistens) was sauberes an, auch wenn die Socken nicht zusammenpassen. Die Kinder und die Kühe werden regelmäßig und mit angemessener Nahrung gefüttert  ;D Die Hausaufgaben sind meistens gemacht und die Zettel meistens ausgefüllt. Aber das reicht anscheinend alles nicht aus. Und ich frage mich: gibt'S da draußen so viele Leute die besser sind? So viele Kinder, die zügig und allein ihre Hausaufgaben machen, ohne Psychodrama? so viele gut organisierte Mütter, die abends noch die zusammenpassenden Socken zusammen mit den Kindern zurechtlegen, bevor sie um sieben Uhr noch ein gemeinsames Nachtgebet sprechen und dann schlafen die lieben kleinen??? So viele Kinder, die einfach "funktionieren"??
Und wie ist das an anderen Schulen? Ich habe schon den Eindruck, dass unsere Lehrer besonders weltfremd sind, aber wer weiß...?

Was meint Ihr?

hika

Offline martina

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #1 am: 25.10.17, 17:03 »
Hika, sprich das mal auf einem Elternabend an und sag da, dass Du Dich von der Schule der Kinder überfordert fühlst, weil es Aufgabe der Schule ist, Lernstoff zu vermitteln und Rechenwege zu erklären.

Sicher musst Du damit rechnen, dass es die Übereltern gibt, die das alles hinbekommen. Aber es wird auch Eltern geben, die sich bislang nicht trauen, was zu sagen und Dir dankbar sind, wenn Du es ansprichst.

Benötigte Materialien sollen die Lehrer bitte frühzeitig ankündigen, das können die, ich hab da auch schon gemosert.

Hefte und Schreibwaren kaufst Du auf Vorrat, das erleichtert auch vieles. Meine Kinder konnten das klasse, sie kamen an, wenn ich vom Einkaufen zurück kam und brauchten dann dies und das.

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Online suederhof1

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #2 am: 25.10.17, 17:28 »
Jau...so war das bei uns auch. ;)
Oh was hab ich manchmal gschipft, wenn sie abens/morgens ankamen und wollten noch dies oder das.
Für die Lehrer war/ist es einfach zu sagen," bringt bis morgen das gewünschte mit".
Für huier ging das gar nicht, da alles in der Stadt zu kaufen war, 15 km, und mal eben nicht zu schaffen.

Dann bat ich am Elternabend doch bitte , das sie Lehrer sich mal Gedanken machen , was sie alles so im 1/4 Jahr brauchen, damit alles passent zu hause ist und ich nur noch in den Schrank fassen muss.
Hat lange gedauert, dann klappte es.
Manche Lehrer fingen auch an und brachten das Gewünschte für die gesamte Klasse mit.
So hatten alle es am gewünschten Tag. Bezahlt wurde am Anfang des Schuljahres und am Halbjahr zwischendurch abgerechnt.
Das hat bei allen Nerven gespart.

Jetzt bin ich froh, dass ich das nicht mehr brauche.
Habe aber dafür noch genügend Heftumschläge, Hefte und sonstiges Zeug in den Schränken liegen.

LG Barbara
« Letzte Änderung: 25.10.17, 17:30 von suederhof1 »

Offline fanni

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #3 am: 25.10.17, 17:43 »
Daumen hoch!! du machst das gut............

Ich habe mitmeiner Freundin eine Flasche Sekt geleert nach dem letzten Elternabend (für sie 4 Kinder ich 2)........!! Wird schon!
Herzliche Grüße von Fanni

Online mamaimdienst

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #4 am: 25.10.17, 19:06 »
Hallo Hika,

lass dich nicht entmutigen. Ich bin schulisch mittlerweile (fast) tiefenentspannt  :P ;D 8), aber das musste ich auch erst lernen...

Momentan habe ich 5 Schulkinder. Von Klasse 1 bis Klasse 11 (verteilt auf Grundschule, Realschule und Gymnasium).
Fehlende Hefte (die ich nicht auf Vorrat zu Hause habe) werden nicht hergezaubert, sondern bei nächster Gelegenheit
gekauft. Das kann dann schon mal ein paar Tage dauern. Solange wird notfalls ein Block benutzt. Daß mal Hausaufgabe
vergessen wird, ist normal! (Auch wir haben Lehrer, die Eltern gleich beim ersten Mal Hausi vergessen, unterschreiben lassen  ::) )
Und daß Schulstoff nicht anständig vermittelt wird, hatten wir letztes Jahr bei meinem 8.Klässler (jetzt 9.). Da lag es an der Lehrerin,
die halbe Klasse war bei der Nachhilfe. Jetzt haben sie gottseidank wieder einen anderen Lehrer und es läuft wieder.
Aber daß Schulstoff dann nur angerissen wird und zu Hause dann erarbeitet werden muss, das sollte doch schon die Ausnahme sein.

Klar gibt es Eltern, deren Kinder sind immer aus dem Ei gepellt, schreiben nur gute Noten, bei denen zu Hause ist alles wie
geleckt...... Aber die Kids sind gedrillt, dürfen vieles nicht, was für unsere ganz selbstverständlich ist. Da möchte ich nicht tauschen.
Bei mir schaut es manchmal (ok, öfters  :P ) aus, als wären sämtliche Schränke explodiert, aber dafür sitzen wir alle gemütlich beim
Abendbrot oder Nachmittagskaffee, und ich bin bei den Hausaufgaben in der Nähe. Ich habe das Glück, daß die älteren den kleinen
bei den Hausaufgaben helfen und sie mich nicht brauchen.

Klar haben wir gigantische Arbeitspitzen (frag nicht wie ich unsere diesjährige Kartoffelsaison überstanden habe  :P ), aber das ist doch auch nicht jeden Tag...

Wenn es doch mal "größere" Probleme gibt, gehe ich in die Sprechstunde des entsprechenden Lehrers. So zu zweit läßt sich vieles
leichter erklären, als wenn in großer "Elternabendrunde" manches endlos diskutiert wird...

also, tief durchschnaufen, dir Abends Zeit für Dich gönnen! Wie gesagt, das wird schon!!

Dunja
Bevor man seine Feinde liebt, sollte man netter zu seinen Freunden sein. - Mark Twain-

Offline Mastreh

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #5 am: 25.10.17, 19:47 »
Hallo Hika, Hut ab. Baustelle, Haushalt, Stall und den Kindern bei der Hausaufgabe helfen da ist dein Tag mehr als ausgefüllt. Wenn ich das so lese bin ich froh, dass die Schulzeit unserer 5Kinder vorbei ist.

Offline perle

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #6 am: 25.10.17, 20:27 »
Hika,
erstmal leistest du unheimlich viel- und da kann man nicht alles zu 100 % gleich gut machen.
Pass auf dich auf, dass du dir nicht zu viele Ansprüche stellst- das tut irgendwie auch nicht gut.
Und ich denke manchmal, die Eltern denen es ähnlich geht wie dir, die trauen sich vielleicht einfach nicht was zu sagen, weil sie dieselben Probleme haben und nicht zugeben können(wollen) dass sie es nicht so easy gebacken bekommen.
außerdem wird kaum ein Kind sofort Verhaltensstörungen bekommen, wenn es mal vom Lehrer getadelt wird, weil etwas vergessen wurde.
und nicht zusammenpassende Socken könnten doch einen neue Modetrend setzen ;)
Möchte dir Mut machen, mit Unzulänglichkeiten leben zu lernen, den Kindern immer wieder sagen, dass sie lernen müssen selber für ihre Schulsachen zu sorgen(so gut es halt geht...)
und den Lehrern immer wieder sagen/schreiben, dass es nicht sein kann, dass man ständig kurzfristig irgendwelche Dinge parat haben soll, bzw besorgen soll,
wenns ihnen wichtig ist, sollen sie für alle einkaufen und das Geld dann einsammeln.
Wünsche Dir gute Nerven und eine Elefantenhaut, an der manches einfach abperlt....
alles Gute
von Perle, die Gott sei Dank alle (4)Kinder durch die Schule durch hat

Übrigens hatten meine mal ne Lehrerin, die sagte Hausaufgaben ist Schülersache- die wiederholen, was im Unterricht gelernt wurde, da muß nicht die Mama daneben stehen und "mitmachen"
da war ich damals ganz arg froh drüber


Offline Paula73

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #7 am: 25.10.17, 21:01 »
Hallo  Hika

Die Aussage der Lehrerin ist schlicht eine Frechheit. Bildungsinhalte hat sie in der Schule zu vermitteln und nicht nur "an zu reißen ".
Hausaufgaben sollte es in Maßen geben und die sollten nicht dazu dienen der Stoff zu vermitteln, sondern zu vertiefen.

 Ich habe inzwischen keinKind mehr in der Grundschule ( 7 Klasse / Berufsausbildung) Unsere mussten sehr schnell selbstständig werden.
Ich habe nur in den ersten Jahren das Schulzeug kontrolliert. Je mehr man ihnen die Verantwortung abnimmt, desto mehr verlassen sie sich darauf . Hat bei beiden ganz gut funktioniert, sie sind recht selbstständig, wissen sich zu helfen.

Preis für die Suppermutter bekomme ich sicher keinen, kann damit aber gut leben.

LG Paula

Offline hikaTopic starter

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #8 am: 25.10.17, 21:19 »
Ihr Lieben!

Erstmal vielen Dank - und meinen tiefsten Respekt! Wenn ich von vier oder fünf Kindern in der Schule lese werde ich ganz verlegen, dass ich mit dreien (davon derzeit nur zwei in der Schule) so rumjammere...

Explodierte Schränke trifft die Beschreibung meines Haushaltes auch ganz gut, das merk ich mir  ;D

Wisst Ihr, was mich so ärgert? Also erstens Mal kann ich gar nicht zu einem Elternabend gehen - denn es gibt nur einen zum Schuljahresanfang der dazu dient, die Elternsprecher zu wählen. Oder doch eher den zu ernennen, der am wenigstens Widerstand leistet. Dieser Elternabend beginnt um 18 Uhr. Für mich schon mal eigentlich nicht machbar, wenn ich um 18 Uhr ohne Kuhstallduft in der Schule sein soll muss ich um spätestens vier Uhr die Melkmaschine am laufen haben - die Kühe würden mich fragen, ob ich noch alle an der Waffel habe  ;) Das alleine würde ich ja vielleicht sogar noch machen - aber wer kümmert sich dann um die drei Kinder?! Denn der Vater ist ja dann auch noch länger im Stall um die Arbeit zu machen, die ich nicht mehr erledigen kann. Ich könnte natürlich auch versuchen, für Elternabende jemanden zum Melken zu finden - dummerweise finde ich schon keinen für andere GElegenheiten... Und dann ist da noch die klitzekleine Tatsache dass meine Kinder in unterschiedlichen Klassen sind. Die Elternabende sind aber immer am gleichen Abend für die ganze Schule. Und dann? -  Klonen? Skypen? Es gibt Eltern, die gehen zu zweit (keine Ahnung wer da die Kinder ins Bett bringt) und teilen sich auf. Alle anderen haben ein Problem - der Schule ist das anscheinend egal. Auch die Sprechtage sind nicht anders, denn die fangen schon um 16 Uhr an. und gehen bis 19:00 Uhr. Auch immer wieder gerne gesehen: irgendwelche Aktionen zu den unmöglichsten Zeiten wo Eltern normalerweise arbeiten. Hier anscheinend alles kein Problem. Ich habe eine Freundin in Berlin die kriegt immer Hustenanfälle wenn ich ihr sowas erzähle. Dort ist z.B. die Einschulung samstags vormittags, damit der Großteil der Eltern möglichst ohne große Klimmzüge dabei sein kann. Aber gut, wir sind hier in einem sehr südlichen Bundesland und da hat die Mutter sowieso gefälligst daheim zu sein.

Und glaubt mir: ich habe schon so oft den Mund aufgemacht - bei Lehrern, bei Elternabenden (an denen ich mit Hilfe logistischer Klimmzüge teilgenommen habe), bei der Schulleitung. Da heißt es zum Thema Lernstoff und Menge an Hausaufgaben nur "tja, leider steht das so im Lehrplan" und von den Eltern macht auch keiner den Mund auf - die Einen haben Kinder die prima funktionieren und die bei denen es nicht so ist, die sagen auch nix. und der Elternbeirat organisiert den Bratwurststand beim Schulfest. Höchstens kommen dann noch so Bemerkungen wie "Echt? Hast Du da Probleme? Also meine Kinder machen die Hausaufgaben in zwanzig Minuten!". Einige wenige haben im Vieraugengespräch zu mir gesagt, sie hätten längst resigniert. Und die Mütter von den Jungs sagen, mei, die Ausmalerei, das machen sie halt selbst (wie ich auch)  :) Manche Eltern haben sich auch schon über zuwenig Hausaufgaben beschwert.

Ja, und so kämpft man sich da so durch und schaut dabei zu, wie aus neugierigen, wissenshungrigen, aufgeweckten Kindern schließlich maulende, frustrierte Lernverweigerer werden... schade eigentlich.

Offline Solli

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #9 am: 25.10.17, 21:49 »
Ja Hika,
du hast es voll auf den Punkt getroffen!
Das was du erlebst, sind die Folgen unseres bröckelnden Bildungssystems. Immer größere Klassen bei sinkender Lehrerzahl, mehr Lernstoff in kürzerer Zeit, zunehmend schwindender Bildungsauftrag bei steigender Überforderung der Lehrkräfte, Inklusion, Integration, steigende Anforderungen und Leistungsdruck ... wer soll das alles noch stemmen?
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Offline hikaTopic starter

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #10 am: 26.10.17, 10:06 »
Auf unserer Dorfschule gibt es nur eine große Klasse mit 28 Schülern, der Rest ist deutlich kleiner... Inklusion ist kein Thema und der Ausländeranteil liegt vermutlich so bei 0,5 %... Also eigentlich vergleichsweise unkomplizierte Verhältnisse. Aber kann man es im Lehrerberuf - der sicher auch seine Härten hat, keine Frage - auch nur ansatzweise nachvollziehen wie es ist, wenn man halt mal nicht der SChule die höchste Priorität im Dasein der gesamten Familie einräumt?
Ich hätte auch schon weniger Probleme damit, wenn meine Kinder jeden Tag eine halbe Seite schreiben müssten und 50 Rechenenaufgaben lösen - dann könnten sie es wenigstens. Das ist doof und stupide, aber immer noch besser als Mindmap und so'n Krampf- und hinterher würden sie wenigstens das 1x1 beherrschen. Klar sind die Kinder frustriert, wenn sie dividieren sollen - denn sie hatten ja vor lauter mindmaps, bilder ausmalen, für proben lernen und fünfzig verschiedene Rechentechniken anwenden überhaupt keine Muße mehr,  mit der Mama mal über einen längeren Zeitraum hinweg multiplizieren zu üben. Und dann wird das mit dem Dividieren eben auch schwierig. Mal ganz abgesehen davon dass meine Söhne prima dividieren können wenn ich sie frage, wenn ein Bulldog 300 PS hat und sechs Zylinder, wieviel PS das pro Zylinder sind...

Da ist so viel Krempel denn sie lernen müssen, den manche Erwachsenen nicht wüssten. Ganz zu schweigen davon, dass wir das in der Grundschule gelernt hätten - Waren wir alle doof? Sind wir alle gescheitert? Nö. Also kann's ja so schlimm nciht gewesen sein...
gruß,
hika

Offline Sternschnuppe

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #11 am: 26.10.17, 12:22 »
Hallo hika,

kann dich gut verstehen, als meine ín der GS und auch später in der Realschule waren, war ich auch oft am Limit, wollte alles perfekt machen, Haushalt, Stall, Hausi helfen etc.........aber das geht nicht .

Mittlerweile sind sie 9. Klasse und Berufsschule und kein Vergleich mehr was ich Zeit investiert habe in der GS.
Musste sogar wieder lernen mir für nachmittags was einzuplanen, da ich ja jetzt wieder mehr "Zeit" habe.
Es wird also besser....................

Aber was es bedeutet und welcher Zeitaufwand nur für die Schule da ist - hätt ich vorher auch nie dacht.............




Offline Frieda

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #12 am: 26.10.17, 14:07 »
Da hab ich ja Glück gehabt und in der Grundschule - mittlerweile ist Nummer fünf  in der fünften Klasse - meistens vernünftige Lehrer ( eine Ausnahme, die allerdings nur ein halbes Jahr da war bzw. dann noch eine Referendarin - ich hatte mir was junges, engagiertes vorgestellt, dabei war die so alt wie ich und hat überhaupt nicht mit den Kindern umgehen können :-\ ) Die Hausaufgaben waren für die Kinder da und nicht für die Eltern-  ich hätte zu so was gar keine Zeit gehabt. Bei uns ist mehr Stress von Über-Müttern gekommen, für Schulfest a sollte man doch xy vorbereiten und dann noch 1 Stunde mithelfen (idealerweise zur Stallzeit, die Schulfeste waren schon Samstags, nur dass Kühe auch am Wochenende zu versorgen  sind war für manche völlig unverständlich)
Zum Ausmalen -  Nummer vier hat bei mir auch null Bock gehabt überhaupt was zu malen -  in der ersten Klasse sollten die jeweils drei kleine Bilder zu jedem Buchstaben malen, von etwas,was mit dem Buchstaben anfängt. Die Mädchen haben sich da schon zu helfen gewusst: Die Größere hat ihre kleine Schwester die Bilder malen lassen (die war da megastolz, dass bei den Hausaufgaben hat helfen dürfen) dann sind es immer Kühe geworden -  deren Namen fangen ja schließlich mit unterschiedlichen Buchstaben an ;D  und der vierte hat einfach gestreikt und war auch nicht mehr davon zu überzeugen das zu machen. Die hab keine Lust auf Diskussionen gehabt,so was in meine Augen sinnloses zu machen und irgendwann hat die Lehrerin auch aufgegeben ;)



Viele Grüße,

Jesus verspricht: Ich bin bei euch alle Tages eures Lebens bis ans Ende der Zeit (Mt 28,20)

Offline Solli

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #13 am: 26.10.17, 15:14 »
Zitat
Das ist doof und stupide, aber immer noch besser als Mindmap und so'n Krampf- ............
Dann musst du dich beim Bildungsministerium beschweren, die erfinden so nen Blödsinn!  ;)
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Offline stallmädel

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Re: (Grund)schule oder auch: der Albtraum in Raten
« Antwort #14 am: 26.10.17, 15:39 »
Hallo Hika,
als ich gerade Dein Eintrag gelesen habe, dachte ich, das gibt`s ja nicht. Genauso geht es mir auch. Allerdings mit nur einem Kind in der Grundschule und noch einem im Kiga. Zu meienm GöGa sage ich immer ich habe zu viel K`s (Kinder, Küche, Kühe, Kälber...) :)

Kopf hoch wir lassen uns nicht unterkriegen!

Ganz liebe Grüße
Stallmädel