Autor Thema: Coming out in der kath. Kirche: Wie Gott uns schuf  (Gelesen 1288 mal)

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Offline gatterlTopic starter

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Eine mutige und wichtige Bewegung.
Bin gespannt, wie die Kirche darauf reagiert.

Zitat aus der Verlinkung:

Gläubige im Dienst der katholischen Kirche in Deutschland wagen in der exklusiven ARD-Dokumentation den gemeinsamen Schritt an die Öffentlichkeit. Menschen, die sich als nicht-heterosexuell identifizieren, erzählen vom Kampf um ihre Kirche – manchmal sogar mit dem Risiko, dadurch ihre Arbeit zu verlieren.

Wie Gott uns schuf
« Letzte Änderung: 25.01.22, 10:57 von gatterl »
Manche Menschen können nichts mehr wahrnehmen ausser ihrer eigenen Befindlichkeiten
Florian Schroeder

Offline Meta

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #1 am: 25.01.22, 11:13 »
ich habe den Bericht gestern abend sehr aufmerksam verfolgt.
Es , ist sehr mutig sich so zu öffnen, zumal viele Leute damit anscheinend ein Problem haben. ( siehe auch die Outings im Profifußball....)
Bemerkenswert finde ich,dass die Kirchenoberen für die anderen gewisse Maßstäbe setzen, die zu erfüllen sind.
Aber selber ????? Da gelten andere Maßstäbe, wie z.B. wenn es in der Bibel heißt:
Du sollst kein falsches Zeugnis reden ( ich hoffe ihr wißt wen oder was ich meine )

Offline fanni

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #2 am: 25.01.22, 12:37 »
Ich fand es auch sehr spannend anzusehen.

Die Ereignisse überschlagen sich ja gerade und es knirscht und bröckelt im alten Gebälk der Kirche und das ist gut so. Den hundert Protagonisten gehört mein größter Respekt.

Aber auch in vielen anderen Lebenswelten wurde Druck ausgeübt.

Wie viele engagierte Christen sind den kath. Gemeinden dadurch verloren gegangen, wenn man nur daran denkt, wie mit Geschiedenen und  Wiederverheirateten hinsichtlich Kommunion, Ehrenämter und auch Arbeitsplätzen umgesprungen wurde.


Wieviele Kinder katholischer Priester und deren Mütter wurden einfach ins Abseits gedrängt..........

ich mag von Herzen Mitglied in dieser Kirche bleiben und ich mag meine Rituale, Gebete und Lieder weiterhin pflegen dürfen, aber diesen alten Mief  alter Männer will ich nicht mehr
Herzliche Grüße von Fanni

Offline Steinbock

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #3 am: 25.01.22, 14:51 »
Ich finde den Schritt sehr mutig, er ist hoffentlich "zur richtigen Zeit".

(Werde mir, wenn es mir technisch möglich ist, die Sendung dazu noch anschauen.)
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... (H.Hesse)

Offline Meta

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #4 am: 27.01.22, 15:13 »
Zwei evangelische ,miteinander verheiratete Pastorinnen erzählen in den Potcast des SWR: Erzähl mir was Neues .

ttps://www.swr.de/swr1/bw/swr1leute/ellen-und-steffi-radtke-x-wolfgang-heim-i-erzaehl-mir-was-neues-100.html

gehört jetzt nicht direkt zum Thema der Sendung, ich finde aber dass es hier hin passt.
LG Meta

Offline Meta

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #5 am: 27.01.22, 15:17 »
noch eine kleine Erklärung zum o.g. Podcast:

Offen, bunt, modern – diese Schlagworte fallen den meisten wahrscheinlich nicht als erstes ein, wenn sie an Kirche denken. Doch Ellen und Steffi Radtke leben genau das: Sie sind lesbisch, verheiratet und arbeiten beide als Pastorinnen in Niedersachsen in der Nähe von Hildesheim.

Offline gina67

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #6 am: 27.01.22, 15:35 »
In der evangelischen Kirche geht vieles, was in der katholischen nicht geht.

Ich habe beide Pastorinnen schon im Fernsehen erlebt. Wirklich herzerfrischend.
« Letzte Änderung: 27.01.22, 15:37 von gina67 »

Online LunaR

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #7 am: 27.01.22, 16:15 »
Ich kenne den Podcast auch.

In unserer (katholischen) Kirchengemeinde lebt es schwules Paar schon seit einer ganzen Reihe von Jahren. Der Vater des einen war hier Küster und auch der Sohn hat dabei immer geholfen. Als der Vater starb, hat der Sohn das Küsteramt übernommen. Ich weiß aber nicht, ob noch jemand anderes mithilft, da er auch noch berufstätig ist und sicher nicht immer da sein kann. Auch der Lebenspartner ist mit in der Kirche anzutreffen. Es hat mich anfangs schon erstaunt, weil ich unseren hiesigen Menschenschlag nicht für besonders offen und modern halte. Auch der damalige Geistliche war weder modern, noch nett, im Gegenteil oft sehr schwierig. Aber der Vater war sehr in der Gemeinde über Vereine venetzt und hatte viele Menschen hinter sich. Auch das schwule Paar wurde von diesen Eltern voll angenommen. Darum nehme ich einfach mal an, sie hatten dadurch ein gutes Schutzschild und viele Menschen hinter sich. Diese Menschen hätten eine Zurückweisung des Jungen nicht zugelassen. Das Paar ist auch in anderen Vereinen sehr aktiv, auch im Vorstand.

Neben vielen anderen Problemen denke ich, hat ein schwuler Mensch, auch viel Einsamkeit zu ertragen, besonders, wenn er weder Familie, noch Freundeskreis hat, der zu ihm hält, Das macht ihn sehr verletztlich.

Ja, ich hoffe für die Betroffenen, dass sie auch in der katholischen Kirche einfach ihre Arbeit machen können und keine Angst haben müssen, zu sagen, wie sie sind. Manchmal sind es auch einfach nur die kleinen Dinge, die ein Mensch in seinem Leben haben möchte, haben sollte, wie vom Partner von der Arbeit abgeholt werden oder sagen zu dürfen, dass man mit diesem Menschen eine Lebensgemeinschafft hat.
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


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Offline frankenpower41

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #8 am: 27.01.22, 19:58 »
In einer Nachbargemeinde war einige Jahre lang schwuler Pfarrer (schon älter) mit seinem Lebenspartner.
Beide Doktortitel, sein Partner war m.W. Professor an der Uni in Erlangen.
Der Pfarrer war früher katholischer Pfarrer und wurde dann evangelisch.
Ich vermute dass es damit zusammen hing.
Er hat öfters auch bei uns gepredigt, sein Partner war da immer dabei und übernahm den Gesang.
Ob sie verheiratet waren kann ich nicht sagen.

Er arbeitet jetzt nicht mehr als Gemeindepfarrer sondern beim Ev. Bildungswerk oder ist inzwischen in Rente.
« Letzte Änderung: 27.01.22, 20:01 von frankenpower41 »

Offline Anneke

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Re: Wie Gott uns schuf
« Antwort #9 am: 27.01.22, 20:07 »
Dieser Loyalitätspassus in den Arbeitsverträgen des katholischen Arbeitgeber ist ein absolutes NoGo. Eigentlich dürfte der zumindest künftig nicht mehr in den Verträgen auftauchen. Zu hoffen wäre, dass hier das Antidiskriminierungsgesetz greift.

Dieser Passus ist leider die Handhabe, um die betroffenen Menschen aus dem Job zu drängen, ganz oft eben durch Aufhebungsvertrag
Zuviel nachdenken ist wie schaukeln, man ist zwar beschäftigt, kommt aber keinen Schritt weiter

Offline Karpfenkanone

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Coming out in der kath. Kirche: Wie Gott uns schuf
« Antwort #10 am: 28.01.22, 08:22 »
Dieser Loyalitätspassus in den Arbeitsverträgen des katholischen Arbeitgeber ist ein absolutes NoGo. Eigentlich dürfte der zumindest künftig nicht mehr in den Verträgen auftauchen. Zu hoffen wäre, dass hier das Antidiskriminierungsgesetz greift.
Es ist das was es ist: Diskriminierung.
Und es ist auch nicht rechtmäßig. Das BVerfG-Urteil, dass die Kirche machen kann was sie will, wurde vom EuGH aufgehoben.
Ein Mitarbeiter hatte gegen die Kündigung vorm Arbeitsgericht geklagt, und das Arbeitsgericht hat´s nach Luxenburg weitergereicht.

Dieser Mitarbeiter wurde gekündigt, weil er nochmal geheiratet hat. Wie absurd.


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Offline martina

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Re: Coming out in der kath. Kirche: Wie Gott uns schuf
« Antwort #11 am: 28.01.22, 08:38 »
Ich habe den Betreff mal etwas ergänzt, damit er deutlicher wird.
Lasst uns miteinander reden - wir freuen uns auf Beiträge.
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Offline gschmeidlerin

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Re: Coming out in der kath. Kirche: Wie Gott uns schuf
« Antwort #12 am: 28.01.22, 09:23 »
@fanni: "ich mag von Herzen Mitglied in dieser Kirche bleiben und ich mag meine Rituale, Gebete und Lieder weiterhin pflegen dürfen, aber diesen alten Mief  alter Männer will ich nicht mehr"

Mir geht es ganz gleich und es tut mir im Herzen weh, wenn ich sehe, wie sträflich die Kirche die Seelsorge, die in unserer Zeit so wichtig wäre, vernachlässigt nur um ihre von Menschen - vor allem von Männern -  geschaffenen Strukturen zu erhalten.

Offline evi

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Re: Coming out in der kath. Kirche: Wie Gott uns schuf
« Antwort #13 am: 28.01.22, 11:11 »
ich finde es so schade,dass jetzt wieder viele austritte kommen aus de kirche,es sind verfehlungen des irdischen personals,das soll einen doch nicht vom glauben allgemein abhalten
aber mehr denn je sieht man dass es menschen sind ,die fehler machen

Online LunaR

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Re: Coming out in der kath. Kirche: Wie Gott uns schuf
« Antwort #14 am: 28.01.22, 14:10 »
ich finde es so schade,dass jetzt wieder viele austritte kommen aus de kirche,es sind verfehlungen des irdischen personals,das soll einen doch nicht vom glauben allgemein abhalten
aber mehr denn je sieht man dass es menschen sind ,die fehler machen


Schon seit eiiger Zeit sind es nicht nur diejenigen, die keinen Glauben mehr haben, sondern viele, die sich manchmal schon seit Jahren engagiert haben. Sie haben weiterhin ihren Glauben, können ihn aber nicht mehr mit der (kath.) Kirche vereinbaren.

Missbrauch und dessen Vertuschung sind für mich keine Fehler, sondern Verbrechen. Im Zivilrecht sind es Kaptialverbrechen. Für Fehler kann ich Verständnis aufbringen, für solche Verbrechen nicht. Es sind ja auch keine Einzelfälle, sondern in einem sehr großen Ausmaß. Nicht nur in Deutschland.

Während Homsexualität (um wieder zum Thema zu kommen) weder ein Verbrechen, noch ein Fehler ist.
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


Verschwendete Zeit ist Dasein.
Gebrauchte Zeit ist Leben.