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Was kommt nach der Hofaufgabe

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Mattea:

--- Zitat von: Doris70 am 02.08.16, 20:29 ---Landwirtschaftsmeister ist schon eine solide "Ausbildung" - nix mit Hilfsarbeiter!
Aber bei der ganzen Hofaufgabe ist ja auch noch zu bedenken:

ICH bin der, der einen Hof, der über Generationen für den Lebensunterhalt gesorgt hat, "an die Wand fahre". ICH bin der, welcher das Andenken der Ahnen nicht mehr aufrecht erhalten kann:
"was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es um es zu besitzen" kommt nicht von ungefähr.

Dies ist ja noch ein Punkt, der an vielen nagt!

Gruss

Doris

--- Ende Zitat ---

Stimmt, das belastet enorm. Deswegen wuseln soviele weiter, bis sie sich selbst an die Wand gefahren haben.

Marina:

--- Zitat von: Doris70 am 02.08.16, 20:29 ---Landwirtschaftsmeister ist schon eine solide "Ausbildung" - nix mit Hilfsarbeiter!
Aber bei der ganzen Hofaufgabe ist ja auch noch zu bedenken:

ICH bin der, der einen Hof, der über Generationen für den Lebensunterhalt gesorgt hat, "an die Wand fahre". ICH bin der, welcher das Andenken der Ahnen nicht mehr aufrecht erhalten kann:
"was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es um es zu besitzen" kommt nicht von ungefähr.

Dies ist ja noch ein Punkt, der an vielen nagt!

--- Ende Zitat ---

Doris, du schreibst mir aus dem Herzen!
Ich hatte neulich ein Gespräch mit einem 58jährigen (jetzt ehemaligen) Landwirt, der das mit dem "an die Wand fahren" wörtlich so zu mir gesagt hat. Mit Tränen in den Augen.

Es stimmt auch, dass Landwirtschaftsmeister eine solide Ausbildung ist. Aber wer nimmt einen Landwirtschaftsmeister mit 57 Jahren oder älter und zahlt ihn auch noch entsprechend? Hier bei uns in der Gegend kenne ich niemanden.

Gruß
Marina

Tina:
Zu er Ausbildung als Landwirt etc.:
Hier gibt es mittlerweile kaum Fachkräfte für die Betriebe, die jemanden einstellen wollen. Der Markt ist leer!!!

Ein Freund von uns hat vor 10 Jahren den Betrieb aufgegeben mit Anfang 50. Ein ige Monate war er beim Landhandel, das passte aber nicht, dann ist er mitarbeitender Verwalter in einem größeren Betrieb gut 20 km von zu Hause - und alle sind zufrieden.

Der Sohn hat sich Arbeit auf einem Sauenbetrieb gesucht und da da von den Kindern keiner weitermachen wollte, den Betrieb gepachtet.

Aber es liegt auch an den Menschen und wie sie zusammenpassen.

Heti:

--- Zitat von: Doris70 am 02.08.16, 20:29 ---Landwirtschaftsmeister ist schon eine solide "Ausbildung" - nix mit Hilfsarbeiter!
Aber bei der ganzen Hofaufgabe ist ja auch noch zu bedenken:

ICH bin der, der einen Hof, der über Generationen für den Lebensunterhalt gesorgt hat, "an die Wand fahre". ICH bin der, welcher das Andenken der Ahnen nicht mehr aufrecht erhalten kann:
"was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es um es zu besitzen" kommt nicht von ungefähr.

Dies ist ja noch ein Punkt, der an vielen nagt!

Gruss
Doris

--- Ende Zitat ---

ja, besonders, wenn noch Altenteiler leben, die die momentane Lage der Landwirtschaft nicht sehen wollen oder nicht glauben wollen. Die das alles nur mit einer schlechten Ernte vergleichen, "wird schon wieder..., hat´s immer mal gegeben ..."

"Und dann soll der Sohn noch für einen anderen Bauern arbeiten ? Unmöglich ! Haben wir doch nicht nötig !"

Alter Bauernstolz macht uns das Leben noch schwerer. Aber sollen wir das Problem eine Generation weiterschieben ? Unsere Kinder damit belasten ?

susabe68:
Hallo ihr Lieben,
auch wir stehen immer noch vor dem Problem, wie es weiter gehen soll. Ich selbst stamme ja nicht aus der Landwirtschaft und habe nur eingeheiratet,
aber mittlerweile bin ich doch mit dem Betrieb gewachsen und verwachsen. Je öfter ich darüber nachdenke die Milchkühe aufzugeben, desto mehr Gefallen finde ich an der Melkarbeit, sie hat im Moment fast etwas beruhigendes meditatives für mich. Vielleicht auch nur, weil ich dort meine "Ruhe" habe. Die Vorstellungen wie der Betrieb zu bewirtschaften ist, klaffen bei unserem Junior und meinem Mann sehr sehr weit auseinander. Junior will ja gerne Lohnunternehmer sein, aber eigentlich nur einteilen und nicht so viel selbst arbeiten und am Besten mit unseren Maschinen für lau und die Einnahmen gehen allein an ihn, wobei Maschinenpflege auch nicht sein Ding ist, genauso wenig wie gewissenhafte Arbeit. Die Flächen werden halt abgefahren, ob nun mit Miststreuer oder Scheibenegge, aber nur Gas, ob überall Mist liegt oder alles ordentlich geeggt ist spielt dabei keine Rolle.
Und wenn Kunden anrufen, gehen die natürlich immer vor. Mein Mann versucht immer einen guten Mittelweg zu finden, dass die Kunden zufrieden sind und er auch, aber beim Sohn habe ich den Verdacht, dass alles gut ist, was gegen Papa seine Vorschläge ist. Ich weiss nicht, ob wir ihm den Betrieb übergeben können, zumal er ja auch nicht lernen will, wie man die Flächen gut und richtig bewirtschaftet. Auf der anderen Seite habe ich Angst, dass er ohne unsere Hilfe seine Familie nicht ernähren kann. Ich habe aber eigentlich auch keine Lust meine Gesundheit oder die meines Mannes für die Faulheit, Naivität und wirklichkeitsfremden Vorstellungen unseres Sohnes zu opfern. Die Altenteiler sind ja auch noch da, obwohl Schwiegervater mit Tränen in den Augen mittlerweile sagt, es sei besser, wenn wir den Hof verkaufen, als dass unser Sohn ihn in den Ruin wirtschaftet. Ich habe aber auch keinerlei Vorstellung, was wir (47+50 Jahre) dann arbeiten könnten, um unser Auskommen zu haben. Wir haben die letzten 30 Jahre viel gearbeitet und den Betrieb vergrößert und nach vorne gebracht und die Früchte daraus können wir nicht ernten oder erntet das Finanzamt.
Was seht ihr für Möglichkeiten, den Sohn 24 Jahre) selbständig und realistisch werden zu lassen?

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