Autor Thema: Klage vorm Sozialgericht  (Gelesen 4798 mal)

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Offline Beate MahrTopic starter

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Klage vorm Sozialgericht
« am: 24.01.10, 10:55 »
Hallo

die LKK übernimmt im Rahmen einer Off-Label-Use Verordnung die Kosten für meine Medikamente
leider erst durch einen Widerspruch von mir.

Seit letztem Jahr verweigert die LKK die Übernahme  :'(
ich bin wieder in Widerspruch gegangen ...
der wurde von der Kommission abgelehnt.

Ich gehe mit dem Gedanken schwanger vor dem Sozialgericht gegen die LK zu klagen

Kennt jemand von euch den Verfahrensablauf ???
auf was muss ich besonders achten ???

Vielen Dank für eure Hilfe

Gruß
Beate
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© Ernst R. Hauschka

Offline Ingrid2

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #1 am: 24.01.10, 12:12 »
Hallo Beate,

ich kann dir da wohl nicht wirklich helfen. Wir haben vor Jahren unsere KK verklagt, da ging es um eine nicht genehmigte Therapieliege. Damals haben wir uns vom Vdk vertreten lassen. Das war eine mehr als schlechte Idee, da die Berater vom Vdk eigentlich keine Ahnung hatten. Und uns haben sie im Glauben gelassen, daß wir bei ihnen genau richtig sind. Die Sozialverbände sind nicht immer die richtigen Ansprechpartner.

Wenn du eine Rechtsschutz hast, dann klär doch mal die Kostenübernahme ab. Und such dir einen Rechtsanwalt, der auf diese Dinge spezialisiert ist. So würden wir es heute machen.

Gruß Ingrid

Offline Melitta

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #2 am: 25.01.10, 06:08 »
Hallo Beate,

wenn deine Klage ein Urteil nach sich zieht, dass für die Krankenkassen ein großes finanzielles Risiko nach sich zieht, dadurch, dass sich andere dann darauf berufen können, würde ich mir das sehr überlegen, ob ich so etwas angehe. Die üblichen Praktiken, wie herauszögern, verschleiern, falsche Darstellungen etc., denen du immer wieder entgegen treten musst und in der Beweispflicht bist, können auch krank oder noch kränker machen.

Eine Bekannte von mir hat sich an WISO gewandt, die sind für solche Themen immer sehr dankbar und erreicht, das die KK bei ihr eine Ausnahme machte aufgrund des journalistischen Drucks. Das hat aber nur geklappt, weil die KKs Schiss hatten, dass ihr Verhalten bekannt wird und sie Klagen zu befürchten haben.

Ich habe große Achtung vor jemandem, der sich so etwas antut und sich mit KKs anlegt, aber ob der Rechtsweg da immer der beste ist, wage ich zu bezweifeln. Die KK juckt so ein Verfahren finanziell und nervlich wenig, aber dich macht es eventuell fertig. Damit meine ich, dass persönlich bei der KK, im Gegensatz zu dir, keine Opfer zu erwarten sind.

Beraten lassen würde ich mich in jedem Fall.

Viel Glück

Melitta

Offline Beate MahrTopic starter

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #3 am: 09.02.10, 11:02 »
Hallo

ich werde Klage einreichen.

Hab mir die Informationen für Klägerinnen und Kläger am Sozialgericht angeschaut ...
Kosten enstehen mir erst mal keine, weil ich bei der 1. Klage keinen Anwalt benötige.

Die Klage muß gut - wirklich gut begründet werden
bei mir geht es nicht nur um die medizinische Seite - also meine -
sondern auch um die ** Wirtschaftlichkeit ** für die LKK
also auch um meinen gezahlten Beiträge und deren sinnvolle Verwendung.

Der Bescheid wimmelt von nur so von § ...
auf den Mensch hinter dem Widerspruch
wurde in der Ablehnung nicht eingegangen

Werde also an der Begründung basteln ...

Liebe Grüße
Beate
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© Ernst R. Hauschka

Offline Ingrid2

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #4 am: 09.02.10, 12:29 »
Hallo Beate,

finde ich gut, daß du das machst. Hast du eigentlich eine Rechtsschutzversicherung? Wenn ja, dann könntest du ja nachfragen, ob diese die evtl. doch irgendwann anfallenden Kosten übernimmt. Wenn ich recht weiß, muß die Rechtsschutz eine Kostenzusage machen (oder so ähnlich), weiß ich leider nicht mehr genau.

Ingrid

manurtb

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #5 am: 09.02.10, 13:26 »
Rechtsschutzversicherung, die das Gebiet übernimmt sollte die Berufsrechtschutzversicherung sein.

Offline Lise

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #6 am: 09.02.10, 18:59 »
Hallo,
wir haben auch schon gegen die Lkk geklagt. Da ging es um die Vorrangversicherung weil mein Mann noch ein anderes Einkommen hat und wir eigentlich lieber bei einer anderen KK versichert wären.
Wir haben uns beim BBV (da gibt es auch Rechtsanwälte) beraten und vertreten lassen. Kosten sind beim Gericht keine angefallen.
Wenn Du auch beim Bauernverband Mitglied bist, dann informiere Dich dort.
Viel Glück wünscht Lise

Offline Beate MahrTopic starter

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #7 am: 10.02.10, 10:20 »
Hallo

eine Rechtschutz haben wir nicht  :-\
macht aber auch nichts ...
die Klage jetzt ist eigentlich nur ein >> Schriftstück aufsetzen <<
und dann auf einen Termin warten.

Ich bin mir im klaren, dass durch meine Klage
ein Rattenschwanz für andere KK ausgelöst werden kann.

Mein Medikament hat in Deutschland keine Zulassung für Erwachsene
deshalb keine Kostenübernahme  >:( ::) :-X
allerdings gibt es auch keine alternative Behandlungsmethode als dieser Wirkstoff

Ich könnte jedes Jahr 3 Wochen stationär behandelt werden
ohne, dass die KK das prüfen würde - dort kostet der Tag ca. 280 Euro
davon könnte ich 4 Monate meine Medikamente ( 70 Euro)  bezahlen

Milchmädchenrechnung
280 x 21 = 5880 Euro ... 5880 : 70 = 84 Monate oder 7 Jahre
oder in 7 Jahren 41160 Euro für je 3 Wochen

Frage - was ist für die KK günstiger ???
oder
wie wird mit unseren Beiträgen umgegangen

Gruß
Beate
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© Ernst R. Hauschka

Offline Beate MahrTopic starter

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #8 am: 10.02.10, 15:48 »
Hallo

hab grad mal ein bisschen gesurft  ;)

Wußtet ihr, dass das Sozialgericht u.a. für die Alterssicherung für Landwirte zuständig ist ???

Dann hab ich noch eine super Seite über den genauen Verfahrensablauf gefunden

=> Die erste Instanz bilden die Sozialgerichte ( hier bin ich im Moment )
     => Die zweite Instanz bilden die Landessozialgerichte
           => Die dritte Instanz ist das Bundessozialgericht

Hab heute morgen mit meinem Apotheker gesprochen ...
er stöhnt auch über die Ablehnungen der KK´s
besonders wenn´s um Hilfsmittel zur Pflege geht z.B. Windel - Urinbeutel usw.
Er rät grundsätzlich bei Ablehnungen in Widerspruch zugehen
und auch zu klagen - so wie ich


Wie sagt er ....

die Paläste nicht so hoch bauen - dafür mehr für die Versicherten tun


Gruß
Beate
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© Ernst R. Hauschka

Offline Ingrid2

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Re: Klage vorm Sozialgericht
« Antwort #9 am: 10.02.10, 17:28 »
Stimmt, Beate. Wir haben damals für meinen Sohn eine Therapieliege beantragt. Die hätten wir dringend gebraucht. Wir haben die KK verklagt und haben leider verloren. Das hat mich dann so geärgert, daß ich einfach für mich und meine 4 Kinder eine Mu-Ki-Kur beantragt habe. Diese Kur wurde nach 8 Tagen(!) genehmigt. Und hat ein vielfaches der Therapieliege gekostet. Da stimmt einfach das System nicht.

Die Therapieliege haben wir durch viel Glück gebraucht kaufen können (und halt selber bezahlt). Na ja, Schnee von gestern.

Ingrid