Autor Thema: Direktvermarktung via Online-Shop  (Gelesen 6050 mal)

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lissy

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Direktvermarktung via Online-Shop
« am: 24.07.05, 17:24 »
Hallo,

gibt es schon Zusammenschlüsse von Direktvermarktern, die via Online-Shop verkaufen?

Ich überlege, wie ein solches Konzept aussehen könnte um praxistauglich zu sein.

Besonders interessant stelle ich mir vor, daß Direktvermarkter, die auch "urlaub auf dem Bauernhof" anbieten, eine gute Werbe-Plattform hätten, weil die selbstgemachten Produkte als Aushängeschild dann auch für überregionale Interessenten erhältlich wären.

So nach dem Motto:
"Bevor ich Urlaub auf dem Hof soundo mache, möchte ich doch wissen, wie die selbstgemachte Wurst und Marmelade dort schmeckt".

Wie sind die rechtlichen Grundlagen, müssen die Produkte dann EG-Normen entsprechen?

Gruß, Lissy




agromind

  • Gast
Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #1 am: 13.09.05, 13:23 »
Hallo Lissy,

es gibt schon einige Direktvermarkter, welche Ihre Produkte erfolgreich über das Internet verkaufen. Die Vorraussetzung für einen funktionierenden Shop ist jedoch die Vermarktung und Bekanntmachung dessen. Es gibt einige Landwirte, die sogar 50% des Absatzes über das Internet abhandeln. Sehr professionell ist z. B. die Schönegger Käsealm im Allgäu. Die haben allerdings mittlerweile 80 Mitarbeiter. Dort läuft der Verkauf über Verkaufswagen und im Internet. Homepage: http://www.schoenegger.com/

Shops, in denen mehrere Direktvermarkter gemeinsam vermarkten, sind mir nur von Seiten von Regionalinitativen, Bauernmärkten und Erzeugergemeinschaften bekannt. Die meisten Projekte hier sind jedoch noch in den Kinderschuhen, da der E-Commerce-Markt erst langsam ins Rollen kommt. Besonders intereressant finde ich jedoch die Ökokisten, die mittlerweile schon sehr proffessionell geworden sind. http://www.oekokiste.de/. Dieses Konzept ist jedoch regional mit einem Auslieferungsdienst der Waren.

Die Idee mit dem Urlaub auf dem Bauernhof finde ich sehr gut. Ich denke, dass die Leute nicht nur vor dem Urlaub die Waren des Hofes probieren wollen, sondern noch mehr danach. Die Marmelade aus dem Urlaub weckt schon beim Frühstück die schönen Erinnerungen an den erholsamen Urlaub.

Wenn du mehr über die rechtlichen Bedingungen sowie die erfolgreiche Vermarktung übers Internet erfahren willst, kann ich dir nur meinen Praxis-Leitfaden "Professionelles Verkaufen von Direktvermarktungsprodukten über das Internet" empfehlen. Der wird hoffentlich spätestens Anfang Oktober gegen einen geringen Unkostenbeitrag auf meiner Homepage www.agromind.de erhältlich sein.

Selbstverständlich stehe ich auch gerne per Mail gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Hoffe, wenigstens ein bisschen weitergehofen zu haben.

Liebe Grüße

Marion

lissy

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #2 am: 02.02.06, 16:18 »
Hallo Marion,

ich habe nun ewig nicht mehr auf die Website geschaut und schäme mich, daß ich mich nicht ehr für diese freundliche Antwort bedankt habe.

Mein Partner und ich sind inzwischen einen riesen Schritt weiter, was unser Portal mit elektronischem Marktplatz für Direktvermarkter angeht.
Aus der wagen Idee ist ein konkretes Projekt gewordenl, der Business-Plan ist in Bearbeitung und wir prüfen intensiv die Wirtschaftlichkeit.

Der Praxis-Leitfaden "Professionelles Verkaufen von Direktvermarktungsprodukten über das Internet" wäre natürlich ausgesprochen interessant für uns.

Ich war gerade auf Eurer Homepage und kann leider noch nichts finden.
Wie ist der Stand?

Wie sieht es aus mit Beratung bezüglich Fördermitteln?
Bietet Ihr das auch an?

Schönen Gruß, Lissy


agromind

  • Gast
Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #3 am: 02.02.06, 19:29 »
Hallo Lissy,

auch ich schäme mich, dass du a) auf meiner Homepage nichts finden konntest und b, dass der Leitfaden noch nicht ganz fertig ist. Auf der Website steht nichts darübe, da ich im Moment dabei bin, eine 2. agromind- Seite zu bauen. Dort wird dann auch der Leitfaden, wenn er fertig ist, bestellbar sein.


Aber für spezielle Fragen stehe ich in den nächsten 2 Wochen im Forum zur Verfügung.

Fördermittelberatung im Bereich der Direktvermarktung gehört natürlich mit zu unserer Dienstleistung.

Liebe Grüße

Marion

Offline Beate Mahr

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #4 am: 04.02.06, 12:27 »
Hallo

ich hätte da auch so ein online Angebot

Die Beziehungskiste

an sich nicht schlecht ...

Allerdings hab ich mir deren Onlineshop angeschaut  >:(
da kommen mir dann schon Zweifel ...

Gruß
Beate
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Offline cara

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #5 am: 04.02.06, 13:50 »
die Gemüsekiste gibts bei uns in der Region.

Es wird auch ausgeliefert, man bestellt meist ein Kistenabo, dass dann regelmässig geliefert wird, zusätlich kann man übers Internet Sachen dazu- bzw. abbestellen.
Das funktioniert ganz gut, ich kenne einige, die sich das liefern lassen.
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy...
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lissy

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #6 am: 04.02.06, 20:16 »
Hallo Beate und Cara,

ja, ein bischen prof. wird unser Shop dann schon aussehen.
Wenn Ihr die beiden Seiten vergleicht, dann ist das genau der gleiche Shop.

Es gibt da einen Anbieter speziell für Gemüse-Abokisten.

Ist aber nicht mehr ganz zeitgemäß.

Wir würden den Shop nicht selbst programmieren, obwohl ich das schon mal gemacht habe für einen Gartenbaubetrieb.
Wir würden ein fertiges Produkt verwenden, daß dann relativ einfach im Stil und an die Lieferbedinungen der einzelnen Anbieter angepaßt werden kann (Der Anbieter kann seine Daten und Produkte selbst einpflegen).
Das hat den Vorteil, daß es immer sofort ein Update gibt, wenn sich z.B. die rechtlichen Bedingungen ändern.

Wenn ich hier so lese, wie zeitaufwändig ein Hofladen ist, dann denke ich, daß ein Online-Shop einige klare Vorteile hat:
Die Kunden stehen nicht außerhalb der Öffnungszeit im Hof, können aber trotzdem 24 Stunden am Tag einkaufen.
Die Lieferungen können zwischendurch fertig gemacht werden.
Die Bäuerin muß nicht immer nett im Dirndel auf der Matte stehen ;-)
Der Internet-Shop ist immer pikobello sauber.

Natürlich hat er auch Nachteile:
Frischeprodukte können nicht verschickt werden, jedenfalls nicht ohne hohe Kosten.
Es kommen die Versandkosten hinzu.
Es fließt nicht sofort Bares über die Ladentheke...

Im Shop können übrigens auch Flayer zum Downloaden angeboten werden.
Das spart ne Menge Druckkosten.

Wie das Gemüseabo zeigt, kann so ein Bestellsystem im Internet auch sinnvoll sein, wenn nicht überregional verkauft werden soll.
Die Kunden können sich online informieren, bestellen und dann die fertige Lieferung selbst abholen.
Das spart sowohl den Kunden, als auch den Direktvermarktern  eine Menge Zeit, berade bei beratunsintensiven Produkten.

Mich würde interessieren, was betrachtet ihr als die größten Hemmschwellen bei der Einrichtung eines solchen Shops?
Was hält Euch davon ab, es einfach mal zu probieren?


Gruß, Lissy




Offline Beate Mahr

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #7 am: 04.02.06, 21:22 »
Hallo

die Abokiste ist ok ...

Aber bei den Angeboten der Onlineshops bekomm ich Pickel
das hat für mich nichts mehr mit Direktvermarktung zu tun - - - oder sehe ich das falsch ???

Direktvermarktung bedeutet für mich
dass ich das was auf meinem Hof produziert wird
direkt ( veredelt ) an die Kunden verkaufen
evt. aus der Region Produkte zukaufen ( Obst z.B.)
dann aber auch nur aus der Direktvermarktung.

Das Zeug von den Shops kann ich z.T. auch in einer Apotheke  kaufen ...
das ist für mich gewerblicher Vertrieb unter den ** Deckmantel * der Direktvermarktung

Nochmal zur Abokiste

Da wäre auch denkbar, dass man im Vorfeld bestellt was man benötigt
in ** festgeschriebene Kisten **  ist meist was drin was man nicht gegessen wird
Wenn das Angebot online ist, bestelle ich was ich brauche - geliefert wird dann zum Termin

Gruß
Beate
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agromind

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #8 am: 04.02.06, 22:31 »
Hallo Beate,

bei den Abo- oder Gemüsekisten handelt es sich meist nicht mehr um klassische Direktvermarkter, sondern um Regionalvermarkter. Die Ökokisten in Bayern zum Beispiel kaufen einen Großteil der Waren bei einer Erzeugergemeinschaft ein. Anders wäre es ökonomisch schwer durchführbar, Kunden in der Region mit Frischeprodukten zu versorgen, da die Logistik bzw. das Ausfahren sehr hohe Kosten verursacht.
Für Direktvermarkter finde ich jedoch den Vorschlag von Lissy nicht schlecht. Wenn der Kundenstamm Internetaffin ist, könnte diese Variante gut funktionieren.

Gruß
Marion

Offline gina67

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #9 am: 13.06.22, 09:34 »
Hallo
ich hole dieses Thema mal wieder hoch.
Wir vermarkten unsere Wagyu-und Wagyu-Mischling-Ochsen bisher direkt hier vor Ort.
Läuft dann so, dass mein Sohn die Bestellungen sammelt und wenn gut die Hälfte vom erwarteten Gewicht bestellt ist, wird geschlachtet. Dann noch etwas Werbung gemacht und meistens ist dann am Verteilungstag alles weg.
Aber mittlerweile gibt es Nachfragen von weiter weg und hier im Umkreis ist die Nachfrage zwar gut, aber eben doch begrenzt.
Vermarktet schon jemand von euch sein Fleisch online?
Würde gerne wissen wie das dann abläuft.
Danke und liebe Grüße aus Norddeutschland
Gina

Offline Beate Mahr

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #10 am: 13.06.22, 18:51 »
Hallo

ein Bekannter von mir macht es so ...

https://www.q-land.de/vorbestellzettel/

Online bestellen - zum Termin selbst abholen

Ich hab aber auch schon mitbekommen, dass in Kühlboxen verschickt wird
soweit ich weiß ein Anbieter aus Hessen ... aber frag mich nicht wie er heißt  ::)

Die arbeiten mit Kältemittel und spezial Boxen


Bleib gesund
Beate

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Offline gschmeidlerin

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #11 am: 13.06.22, 21:05 »
Auch bei uns gibt es die Möglichkeit gekühlt zu versenden. muss mal recherchieren wie das gemacht wird und wer das schon praktiziert.

Offline Beate Mahr

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Re: Direktvermarktung via Online-Shop
« Antwort #12 am: 14.06.22, 09:31 »
Hallo

mir ist was eingefallen ...

Googelt mal nach *der Ludwig*

Bleibt gesund
Beate
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