Autor Thema: Altenpflege  (Gelesen 87906 mal)

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Offline LunaR

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Re: Altenpflege
« Antwort #225 am: 20.07.14, 00:59 »
Hallo,
... wenn ich all das hier so lese, dann wäre es eine Überlegung wert unseren alten, ungenutzten Kuhstall in ein Pflegeheim zu verwandeln mit 4 oder 5 Zimmern.
Echt mir tun die Menschen leid wenn sie so ihrer Persönlichkeit enthoben werden.

Zwei Orte weiter hat jemand an eine Gaststätte (früher Landwirtschaft) so was dran gebaut. Ob das aber noch läuft mit betreutem Wohnen, ich weiß es leider nicht. Hab ich nimmer weiter verfolgt.

Mittlerweile gibt es ja auch schon kleine Hotels, die betreutes Wohnen bis Pflegestufe 1 anbieten. Ist sicher angenehmer als im Altenheim. Hat nur den Nachteil, dass man wohl umziehen muss, wenn man eine höhere Pflegestufe braucht.

Habe mal einen Bericht über Holland gesehen, da bekommen die alten Leute das Pflegegeld ausgezahlt und können es verwenden wie sie wollen. In Holland gibt es Bauernhöfe, die Tagespflege für Senioren anbieten, richtig professionell, mit ausgebildeten Altenpflegerinnen, aber eben in der Bauernhofumgebung. Die alten Leute dort waren sehr zufrieden. Allerdings ist das sicher nichts für jeden. Für meine SM müsste das in einer Supermarktumgebung sein. Dort war schon immer ihr Interesse, heute noch. Jeden Tag dort shoppen gehen, fände sie sicher toll.

Martina, ich finde auch, es gibt zu wenig Individualität in der Altenpflege. Aber das Personal ist auch sehr überlastet und dann versucht man wohl möglichst viel mit einer allgemeinen Routine zu erledigen.

LG
Luna
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Offline mary

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Re: Altenpflege
« Antwort #226 am: 20.07.14, 08:51 »
Wie  unser "Altwerden" wohl einmal sein wird?
Wie wird die Pflege der Zukunft aussehen, wenn wir jetzt schon so einiges an Missständen sehen? Wird es das Auseinanderdriften in Arm und Reich dann im Alter im Besonderen geben?
Jeder will jung bleiben, keiner alt werden, aber jeder möchte ein hohes Lebensalter erreichen.
Ist nicht Japan das Land, wo es bereits Pflege- oder Hilfsrobotter gibt?
Oder die Leute von der Insel Okinawa, die mit 90 noch ihren Garten bestellen und als Verkäuferin im Geschäft mithelfen?


Benita2

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Re: Altenpflege
« Antwort #227 am: 20.07.14, 10:12 »
Hallo allerseits,

für mich ist es Buch mit 7 Siegeln, wie sich ein Landwirtsehepaar auf so eine Pflegesituation einstellen möchte. Ich meine jetzt ein kleines Alten- und Pflegeheim anzubieten.
Gehen wir mal davon aus, dass bestenfalls einer von beiden diesen Beruf gelernt hat.
Dann schon mal die Investition, da gehts nicht nur mal um 50 000 der 80 000 €
Was ist, wenn einer von beiden ernstlich krank wird und der Betriebszweig wieder aufgegeben werden muß.
Die Investitionen bekommt man bestimmt nicht mehr zurück, man kann dieses Heim dann auch nicht mal schnell verkaufen.
Ein Kredit bei einer Bank lastet auch im Nacken.
Vielleicht bekommt man ihn aber eh bei der KfW mit sehr wenig % Zins, trotzdem ...............
Man muß sich ja auch Personal einstellen, welches dann durchaus mal selber krank sein könnte, an manchen Zeiten dann doch nicht so ausgelastet ist, dann muß man sie ja trotzdem bezahlen. Welche ihren Anspruch auf Urlaub haben, welche unschiedlichen Charakters sind und man sie dann doch nicht einfach schnell mal wieder entlassen kann. Dann will alles viiiiiel besser machen wie hier beschrieben ist.
Der Nachtdienst muß auch gewährleistet sein, er bleibt sowieso sicher dann beim Landwirtsehepaar hängen.
Außerdem braucht dieses Paar auch mal Urlaub und tägliche Freizeit aber da wartet dann der Haushalt oder der landw. Betrieb schon wieder auf die Arbeitskraft oder es kommen andere Zwischenfälle vor.
Man muß ja schon direkt göttlich sein um dies alles zu leisten.
Vielleicht hat aber das Paar 5 Kinder, die in diesen Beruf einsteigen, ........... dann ist es schon eher zu verwirklichen.

Das möchte ich mal erklärt bekommen, egal wer das hier kann.
« Letzte Änderung: 20.07.14, 10:21 von Benita2 »

Offline SiegiKam

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Re: Altenpflege
« Antwort #228 am: 20.07.14, 11:02 »
Benita, kannst ja hier mal nachfragen:
http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/vor-ort-die-reportage/wohnmodelle-kopie102.html

Meist wird aber auf dem Bauernhof eher eine betreute Wohngruppe angeboten. Das sind dann so 8-10 Personen, die jeweils ein eigenes Zimmer haben. Es handelt sich dann nicht um ein Pflegeheim sondern um eine Wohngruppe und die hat wesentlich weniger Auflagen als ein Pflegeheim. Das geht gut, so lange die Leute nicht sehr verwirrt oder schwer pflegebedürftig sind. Dann wird es schwierig. Oft hat keiner auf dem Hof eine spezielle Ausbildung. Für die Pflege kommt der ambulante Pflegedienst. Angeboten wird das Wohnen, Kochen, Putzen, Wäsche, Unterhaltung und Hilfereichungen für den Alltag. Wem das liegt, dauernd da sein zu müssen und wer Freude am Umgang mit älteren Menschen hat, für den ist das evtl. das richtige, wenn der Hof selbst nicht soviel Einsatz braucht, weil Tiere wegkommen, verpachtet oder übergeben wird. Viele alte Leute schätzen es, auf einem großen Geländer herumgehen zu können, evtl. noch etwas zu garteln oder kleine Tierbestände zu füttern bzw. denen einfach zuzuschauen. Ich sehe die den finanziellen Einsatz nicht so schlimm, Zimmer mit Bad eben, barikadenfrei. So etwas kann man auch als Fremdenzimmer nutzen.

Siegi
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Offline LunaR

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Re: Altenpflege
« Antwort #229 am: 20.07.14, 11:51 »
In dem Beitrag aus Holland wurde nur Tagespflege angeboten. Ich kann nicht mehr sagen, wie viele Senioren dort waren. Svchätze mal so ca. 15. Die Frau und auch die Tochter des Landwirts hatten Altenpflege gelernt und haben sich mit den alten Menschen beschäftigt und sie tagsüber versorgt. Es gab einen kleinen Garten und Kleintiere. Beides wurde von den Senioren gut angenommen. Das geht natürlich nicht für Pflegefälle, aber so in der Kategorie, was hier Pflegestufe 1 entspricht oder auch beginnende Demenz. Die Alten wurden morgens mit einem Kleinbus gebracht und abends wieder abgeholt.

Das ist ein Modell, bei dem z. B. berufstätige Angehörige entlastet werden. Ich hatte nicht den Eindruck, dass dafür sehr hohe Investitionen nötig waren. Es waren ja nicht für jeden extra ein Zimmer usw. nötig. Auch für die Alten hatte es m. M. mehr Lebensqualität als ein übliches Heim. Das alles ging aber nur, weil in Holland, wie geschrieben, das Pflegegeld ausgezahlt wird und es in der Entscheidung der Senioren liegt, wie sie ihre Betreuung gestalten wollen.

Ich habe damals noch so gedacht, wenn mein Vater eine Betreuung gebraucht hätte, wäre das eine schöne Sache für ihn gewesen.

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Offline Wiese

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Re: Altenpflege
« Antwort #230 am: 20.07.14, 12:10 »


Kürzlich war in unserer Zeitung ein Bericht über: Altwerden im Fünf Sterne Hotel gestanden.
Könnt  es hier nachlesen. Immer wieder gibt es Menschen, die sich für die Älteren Generation einsetzen.
http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_rottal_inn/eggenfelden/1364489_Altwerden-wie-im-Fuenf-Sterne-Hotel.html
Wer sich heute freuen kann,soll nicht bis morgen warten.
                     " Pestalozzi "

Offline Rosi K

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Re: Altenpflege
« Antwort #231 am: 20.07.14, 13:06 »
Wie  unser "Altwerden" wohl einmal sein wird?
Wie wird die Pflege der Zukunft aussehen, wenn wir jetzt schon so einiges an Missständen sehen? Wird es das Auseinanderdriften in Arm und Reich dann im Alter im Besonderen geben?
Jeder will jung bleiben, keiner alt werden, aber jeder möchte ein hohes Lebensalter erreichen.
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Das frage ich mich manchmal auch. Ich persönlich glaube, dass unser Gesundheitssystem bis dahin nicht mehr bezahlbar ist. Das liegt meiner Meinung nach aber leider daran dass wir "übertherapiert" werden. Übertriebene Vorsorge, unnötige Operationen, volle Praxen......und keine Zeit für die wirklich kranken Menschen, die "nur" Betreuung und Zeit brauchen und keine gutbezahlte Operation. Da werden die Leute ohne Geld irgendwann wahrscheinlich auf der Strecke bleiben.
Noch dazu habe ich das Gefühl, dass die junge Generation immer noch weniger Verantwortung übernehmen will. Ich glaube, gerade diejenigen, die noch aus der Landwirtschaft kommen und das nicht immer einfache Leben in mehreren Generationen mitbekommen haben, wollen am Liebsten gar nicht in die Nähe ihrer Eltern ziehen (so erfahre ich es gerade am eigenen Leib!). Kann es sogar irgendwie verstehen mit der eigenen Erfahrung. Aber was heißt das: Einsame Höfe mit alten Leuten, kein Nachfolger, keine Enkel, keine Betreuung und dann Altersheim. Schade! Und nebenbei bemerkt, früher war man ja auch mal froh, wenn die Großeltern bei der Kinderbetreuung geholfen haben, aber auch das braucht man ja kaum noch in Zeiten der garantierten Kita-Plätze. Ich glaube unsere Welt wird immer noch egoistischer, unmenschlicher, kälter und einsamer.

Offline klara

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Re: Altenpflege
« Antwort #232 am: 20.07.14, 22:59 »
Hallo Rosi,
das hast Du sehr gut geschrieben.
 Finde mich in Deinen Zeilen wieder.
LG Klara
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Offline LunaR

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Re: Altenpflege
« Antwort #233 am: 20.07.14, 23:02 »
Ich denke auch ähnlich wie Klara und gehe davon aus, sofern ich nicht rechtzeitig/frühzeitig tot umfalle, dass mein Ende in einem Altenheim sein wird und der Standard wegen Geldmangel in den Heimen schlechter sein wird als heute.

LG
Luna
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Offline mary

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Re: Altenpflege
« Antwort #234 am: 21.07.14, 07:47 »
Hallo Luna,
deshalb gefällt mir die Vorstellung des Alterns so wie auf der Insel Okinava- relativ rüstig und gesund bis ins hohe Alter, noch gebraucht werden, in einer Gemeinschaft zu leben- es fahren ja genügend Wissenschaftler auf diese Insel, um dem Geheimnis des gesunden Altwerdens auf den Grund zu kommen.
Es wird eine gewaltige Vermögensumschichtung geben, denn 3.000 Euro aufwärts pro Monat im Altersheim mit sicher zukünftiger Steigerung nach Oben- lassen erahnen, was da an Geldern nötig sein wird.
Aber es gibt doch auch andere Denkansätze- die Männer gehen im Alter nach Thailand, werden dort von einer jungen Thailändern liebevoll versorgt, für die anderen nicht so betuchten Leute oder auch Frauen- war schon mal Afrika als Option im Gespräch.
Wenn heute die Industrie immer mehr in Billiglohnländer auslagert, wird vermutlich auch irgendwann der Zustrom von Pflegekräften aus anderen Ländern zurückgehen und die "Alten" werden dann eben dahin gebracht, wo Pflege noch leistbar ist.
Kann mir nicht helfen, aber solche Vorstellungen über unser Alter- machen nicht gerade ein gutes Gefühl.
Und nach unserer demographischen Pyramide wird es vielleicht noch ganz andere Ausmusterungsdenkmöglichkeiten geben-
in einigen Ländern ist es doch jetzt schon so, dass nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip so manches Ersatzteil samt OP an bestimmtes Lebensalter gebunden ist.
Ich habe eine ganz grosse Hochachtung vor den Altenpflegerinnen, aber wie überall, Bürokratie frisst soviel Arbeitszeit auf, dass es immer enger wird.
Und ich befürchte, dass dies immer noch enger werden wird.
Manchmal überlege ich mir, wie ich gerne alt werden möchte- ob es dann so ein wird, das weiß ich nicht.

Offline Selina

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Re: Altenpflege
« Antwort #235 am: 21.07.14, 09:13 »
Hallo zusammen,

Übertherapiert ist wirklich der richtige Ausdruck.
Meine SM wurde mit ihren 89 Jahren kurz vor ihrem Tod noch auf die Intensivstation gelegt, weil da gerade einige Plätze frei waren und das Krankhaus auf diese Weise unumschränkt zusätzlich Kohle machen kann. Sie hatte ein beginnendes Multiorganversagen . Der Sterbeprozess hatte bereits begonnen.
Sie war etwa 6 Tage dort, an eine Dauerdialyse angeschlossen, bei der ihr ständig das Blut am linken Dauerkatheder der Cava Carotis entnommen wurde und auf der rechten Seite wieder zugeführt wurde  ::) ::)
Auf den Einwand meines Mannes, dass wir eine Patientenverfügung haben die so etwas nicht erlaubt, außerdem dass er keiner Beatmung zustimmt und auch keiner künstlichen Ernährung, sagte der 2. Chefarzt dieser Station, das in diesem Fall die Pat.-verfügung nicht greift, weil noch :o Hoffnung :o :o auf HEILUNG besteht.
Mit dieser Methode hat sich das KH nochmal täglich etwa 1500€ dazu verdient, denn das Bett war ja ohnehin frei.
Mein Mann sah beim Verlassen der Intensivstation, das noch mindestens 4 Betten frei waren.
Irgendwann fingen die beiden Wunden an zu bluten, nach innen und nach außen. Bei SM war das Blut dann so sehr verdünnt, dass man es nicht noch mehr verhindern konnte. Muß noch dazu schreiben, dass ihr Blut ohnehin schon so stark verdünnt war, weil sie immer schon ASS bekam, sodass sie bei jedem stärkeren Anfassen große Blutergüsse bekam. Bei einer Dialyse wird das Blut aber noch mehr verdünnt, damit es "leichter" die Dialyse-Maschine passieren kann.
Dann wurde bei uns plötzlich um etwa 9:00 vormittags angerufen, dass SM noch an diesem Tag sterben wird und die Verwandschaft machte sich auf den Weg ins KH.
Dort lag sie dann in einem extra Sterbezimmer und es dauerte noch bis 22:00 abends.

Wenn wir mal soweit sind, dann kann keine Krankenkasse so eine "Behandlung" mehr bezahlen.
« Letzte Änderung: 21.07.14, 15:05 von Selina »
Liebe Grüße von Selina

Offline gini

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Re: Altenpflege
« Antwort #236 am: 21.07.14, 12:49 »
Ich möchte hier ein positives Beispiel vorstellen.
http://www.adelwoehrerhof.at/unser-team.html
Ich weiß auch wovon ich rede, denn zusammen mit  meinen Schwägerinnen habe ich viele Jahre meine SM gepflegt. Obwohl sie nicht mehr viel mitbekam, war es uns sehr wichtig, sie in ihrer gewohnten Umgebung zu lassen. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit, zu Hause zu Pflegen. Aber wir haben es als Chance genutzt um als Familie noch näher zusammen zu rücken. Ich hatte die Möglichkeit zusätzliche Versicherungszeiten zu erwerben, da ich als haupttätige Angehörige bei PVA angemeldet war.
Es war allerdings sehr mühsam, das Wissen zusammen zu tragen, um alle Möglichkeiten der Unterstützung zu nutzen. Ich weiß nicht ob das bei euch in Deutschland besser geregelt ist.
Für mich selber würd ich mir auch ein Altern in Würde wünschen, aber ich seh da ein bisserl schwarz. Die Zeiten der richtigen Großfamilie sind vorbei und alles andere ist schwer leistbar.
Und Selina möchte ich auch zu stimmen, das hat nichts mehr mit heilenwollen zu tun, da geht's nur um die Zahlen.
Es grüßt Euch alle
                           gini

Offline Bergli

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Re: Altenpflege
« Antwort #237 am: 01.03.18, 19:16 »
Habe schnell etwas Zeit.
Letzten Samstag ist meine Schwiegermutter gestürzt und hat sich den Oberschenkelhals gebrochen. Gerade unter der Kugel und der Knochen sitzt gut drin, es muss nicht operiert werde. Zum Glück. Also im Moment, wenn alles gut geht.
Jetzt ist sie im Spital und für morgen haben wir einen Platz im Altersheim, für die Akut- und Übergangspflege, ein Bett gefunden, für mindestens zwei Wochen, nachher schauen wir weiter. So gut soweit.
Schwiegermutter ging die letzten Jahre (sicher 5 Jahre ) nicht mehr fort (ins Tal) und vorher sicher nur einmal im Jahr mal mit mir einkaufen. Beim Doktor war sie sicher das letzte Mal vor 15 Jahre. Gesunde Frau? Oder? Nein! "Ich will nicht, es geht schon! - Doktor kann nicht helfen, es ist das Alter" Sie wird 80 Jahre alt.
Das letzte Jahr ist sie immer müder geworden, schwindlig ist es ihr fast immer, Kopfschmerzen hat sie meistens, schon über Jahre. Die Gebärmutter ist unten, manchmal kommt sie raus. Sie sicher nicht zum Doktor, das kann man nicht anders machen, sie will nicht operieren.
Ich wollte ihr die letzten Wochen helfen. Sie "nein, nein, es geht schon. "
Geputzt, wie sie sagt, das ganze letzte Jahr nicht mehr. ich denke aber länger nicht mehr oder nur knapp, sehr knapp.
Wäsche nur immer das alte an, nie etwas neues gekauft. ist doch schade, brauch ich nicht mehr.

Jetzt musste ich ihr Spitaltaugliche Wäsche besorgen, kaufen. Alles was sie bracuht, sie hat nichts vernüpftiges. Sie selber schämt sich dafür, weil ich alles machen muss. Zuhause ihre Waschen etc. und organisieren, wie weiter, was danach, wie danach. etc.
 
Wenn ein Arzt gespräch oder sonstitiges ansteht, winkt sie ab und meint; Schwiegertochter (also ich) ist nicht da, sie sollen mit mir reden. Sie verstehe das eh nicht. So bin ich bei ihr, bei Arzt-Visiten, Gespräch mit Sozialberatung, Heim organisieren, Pfegepersonal auskunft geben, was zu tun ist und wie, etc.

Gestern sass sie im Rollstuhl nur mit dem Untereibchen (Trainerhosen hatte sie schon an) bekleidet und eine Wolldecke über die Schulter, als
mein Mann sie besuchen kam.  Ihr Schwester kam auch gerade auf Besuch. Schwester war geschockt, so kann man doch keine Frau lassen! und zog ihr eine Pullover an. Da hatte sie recht. Sie (die Schwester) klagte mir das. Aber ich denke; es war so; die Pflegehilfe hat Schwiegermutter gewaschen und angezogen, Nach dem unterleibchen hat die Pflege die SM gefragt, ob sie warm genug habe, SM; ja, ja es geht schon. Also lies die Pflege meine Sm so sein. Die Wolldecke nahm meine SM selber. So ist sie; Nur keine Arbeit machen, die Pflege hat doch anderes zu tun. Darum wollte sie auch meine Hilfe nicht, Nur niemanden Arbeite geben, es geht schon. Es ging ja auch, irgendwie.

Hoffe es kommt alles gut und sie wieder einigermassen selbstständig sein kann. Also mindesten wieder laufen. Haushalten, das sehn wir noch, aber das Ziel ist es, das sie wieder laufen kann und heim kann.










„Glücklich sein bedeutet nicht, das beste von allem zu haben, sondern das beste aus allem zu machen.“

Offline hosta

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Re: Altenpflege
« Antwort #238 am: 01.03.18, 20:05 »
Bergli,
Ich kann Dir Hoffnung machen. Das mit dem Oberschenkelhalsbruch hört sich gut, das es nicht operiert werden muß. Meine Mutter hat sich auch gut erholt. Und vor gut 1,5 Jahren hat hier ein über 80 jähriger einen Oberschenkelhalsbruch.  Der ist wieder fit, fährt wieder Fahrrad .
Aber die 14 Tage halte ich für etwas kurz kalkuliert.
Herzlichst hosta

Offline gammi

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Re: Altenpflege
« Antwort #239 am: 01.03.18, 21:03 »
Die Beschreibung passt ganz genau auch auf meine Schwiegermutter. Die hatte auch lieber gefroren, als dass sie jemanden "Arbeit" hätte gemacht.
Enjoy the little things