Autor Thema: LBG wünscht sichere Großballenernte!  (Gelesen 2952 mal)

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LBG wünscht sichere Großballenernte!
« am: 01.07.05, 12:45 »
Unfallfreie Großballenernte

Die Heuernte ist bereits in vollem Gange, in wenigen Wochen werden auch Strohballen auf den Feldern zum Abtransport nach Hause  liegen. Mit einem Merkblatt, dass unter http://www.lsv.de/fob/05praevention/uv06.html zu finden ist, wünscht Euch die LBG Franken und Oberbayern eine gute und sichere  „Großballenernte“, und gibt Tipps zum sicheren Transport und zur sicheren Lagerung.

Herabfallende Großballen verursachen immer wieder schwere Unfälle bei Transport, Lagerung oder später bei der Entnahme. Besonders wichtig ist es, gerade in der arbeitsintensiven Erntezeit kühlen Kopf zu bewahren und seine Arbeit gut zu planen.

Ladung beim Transport ausreichend sichern!

Für den Transport von Großballen empfiehlt er, die schwere Ladung auf jeden Fall ausreichend mit Gurten oder Zurrbändern zu sichern und auf ausreichende Sichtverhältnisse zu achten. Damit auch bei der Einlagerung bzw. Entnahme nichts passiert, dürfen nur Maschinen eingesetzt werden, die Schutzvorrichtungen gegen herabfallende Lasten haben, wie zum Beispiel Kabinenschlepper.

Ballen richtig stapeln!

Wer seine Ballen richtig stapelt, beugt schon hier Unfällen durch abstürzende Ballen vor. Daher gilt: Stapel nur auf festen und ebenen Untergrund legen und immer im Verbund stapeln. Die maximale Stapelhöhe für Rundballen beträgt 3 Lagen.

Großballenlager sind keine Spielplätze!

Es besteht immer Einsturzgefahr, weil die großen Ballen sich im Laufe der Zeit unbemerkt verformen und abrutschen können. Weisen Sie vor allem Kinder darauf hin und erklären Sie ihnen die Gefahrenursache.
« Letzte Änderung: 05.07.05, 15:29 von LSV-FOB »

Offline martina

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Re: LBG wünscht sichere Großballenernte!
« Antwort #1 am: 02.07.05, 14:14 »
Unfallfreie Großballenernte

Großballenlager sind keine Spielplätze!

Es besteht immer Einsturzgefahr, weil die großen Ballen sich im Laufe der Zeit unbemerkt verformen und abrutschen können. Weisen Sie vor allem Kinder darauf hin und erklären Sie ihnen die Gefahrenursache.


Vor gut 10 Jahren haben sich hier einige Kinder in eine Scheune geschlichen, in der Rundballen gelagert waren. Die Ballen lagen auf der geraden Kante (also quasi umgekippt) und dreilagig übereinandergestapelt. Oben drauf spielten die Kiddies.

Sie wurden nicht zum erstem Mal erwischt und der Bauer schimpfte kräftig, so daß die Kinder Angst bekamen und Fersengeld gaben. Dabei bemerkten sie nicht, daß ein 4jähriges Mädchen in einen von den Hohlräumen gerutscht war und allein nicht herauskam.

Gegen Mittag bemerkten die Eltern, daß das Mächen verschwunden war, der Bruder sagte nichts, er wüßte nicht wo seine Schwester sein könnte. Gegen 15.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, nachdem die Eltern schon gesucht hatten. Der große Bruder verriet immer noch nicht, wo  die Kinder gespielt hatten.

Mein Mann war damals schon Ortsbrandmeister und mußte den Einsatz leiten. Außer der eigenen Wehr und 2 Nachbardörfern war das ganze Dorf auf den Beinen und hat gesucht, jede Menge Resthöfe mit alten Scheunen verlocken ja zum Spielen, da kann schnell mal was passieren.
Ein Polizeihubschrauber ist die Feldmark abgeflogen und hat unser Maisfeld von oben kontrolliert, so groß ist ein 4jähriges Mächen ja nicht, das kann im Mais schnell die Orientierung verlieren.

Gegen 20 Uhr wurde das Kind endlich gefunden, nachdem die Scheune das 3. Mal abgesucht worden war und der große Bruder endlich zugegeben hatte, daß die Kinder da gespielt hatten. Auf Rufe hat das Mädchen nicht reagiert, zuerst wohl aus Angst vor Strafe und später, weil sie keine Kraft mehr hatte.

Ein Feuerwehrmann ist den Ballenstapel hochgeklettert und hat von oben mit einer starken Lampe die Zwischenräume abgeleuchtet, da hat er sie dann gesehen.

Mehrere Reihen und Stapel Rundballen mußten weggeräumt werden, um das Mächen da rauszubekommen. Abseilen wäre nicht gegangen, weil dazu zu wenig Platz war.

Die Geschichte wird hier so schnell keiner vergessen. Ein halbes Jahr später hat  RTL die Suchaktion für die Notruf-Sendung verfilmt.

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LSV-FOB

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Re: LBG wünscht sichere Großballenernte!
« Antwort #2 am: 05.07.05, 11:11 »
Der anschauliche Bericht von Martina zeigt deutlich, wie gefährlich Großballen sein können - und wieviel Glück es braucht, damit es nicht zu ernsthaften Verletzungen kommt. Auf jeden Fall ist eines klar: Ballenlager sind kein geeigneter Spielplatz! Dies ist vor allem auch für Betriebe wichtig, die Kinder über Ferien auf dem Bauernhof auf dem Anwesen haben. Helfen kann zum Beispiel auch ein Warnschild - wir haben je ein Muster für Rundballen bzw. eckige Strohballen im PDF-Format auf unseren Internetseiten zum downloaden bereitgestellt: http://www.lsv.de/fob/05praevention/uv06.html.
Petra Stemmler
« Letzte Änderung: 05.07.05, 15:30 von LSV-FOB »