Autor Thema: Landwirtschaft + Qualitätsmanagemen - Wohin geht die Reise??  (Gelesen 3536 mal)

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Offline MirjamTopic starter

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 Hallo,

seit ein paar Jahren schon beschäftige ich mich nebenbei mit Qualitätsmanagement. In den letzte beiden Jahren viel per Internet verfolge ich die Entwicklung - und auch das, was noch auf uns zukommt.

Vorgestern habe ich mir zwei Tagungsbände von NieKE schicken lassen zu dem Thema: "Auswirkungen des neuen EU-Lebensmittelrechts auf die Wertschöpfungskette für Lebensmittel tierischen Ursprungs"

Da Wort Qualität und Qualitätssicherung geht uns ja recht leicht von den Lippen und wenn die Auflagen dann in Papierform auf unseren Schreibtischen landen - schlagen die Entrüstungswellen zwar hoch... Aber wohin führt die Reise noch?

Die Auflagen, Vorbereitung, Verordnungen haben entsprechende "Vorlaufzeiten": Wer interessiert sich dafür, was uns nicht nächstes Jahr zum 01.01.2006 "blüht" - sondern was darüber hinaus in Planung ist?

Wo die "Weltmarktkonkurrenz" steht? Wie sieht unser Marktzugang (auch zum deutschen! LEH) aus, wenn wir nicht "mitmachen"?

Ich weiß, dass QM ein relativ trockenes Thema ist aber - es betrifft uns ALLE, oder?

Wie fühlt ihr euch von der (Agrar)-Politik und unseren Interessenvertretern hierzu aufgeklärt, vorbereitet, involviert?

viele Grüsse

Mirjam

« Letzte Änderung: 13.06.05, 18:18 von Mirjam »
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Offline KlausS

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Hallo Mirijam


dein Text ist zwar schon etwas älter, aber immer immer noch aktuell.

Unabhängig von Sinn und Unsinn von QM, QS usw. ist der Zertifizierungsmarkt ein eigener markt, mit dem viel geld verdient wird.

Viele Sachen sind gut, aber muss man sich deswegen auch zertifizieren lassen?

Kompromiss ist, wenn der Abnehmer es fordert und man keine anderen hat.

Viele Grüße
Klaus

Offline Autokamm

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Hallo zusammen,
ich muss hier doch mal schreiben, was ich sonst so vor mich hin denke:
Ich verstehe hier die ganze Aufregung nicht: Was ist an der Zertifizierung so schlimm? Klar wird damit Geld verdient (bei uns in der LW nicht so sehr wie in der sonstigen Wirtschaft). Aber sollen wir uns dagegen sperren nach dem Motto: Die Bauern wollen sich bei der Milchproduktion nicht überprüfen lassen?
Wir müssen doch zur Kenntnis nehmen, dass wir ein Lebensmittel produzieren und schaut euch mal den Heckmeck an, der überall erforderlich ist, wo man mit Lebensmitteln umgeht. Ich denke an unsere kleine Kindergartenküche, wo das Mittagessen gekocht wird für 25 Kinder. Wer da die Anforderungen kennt (Schulungen, bauliche Vorgaben, Dokumentation, Rückstellproben ....), den wundert es doch eher, dass die LW so lange davon verschont blieb.
Und mal ehrlich: Die meisten der 47 Punkte sind doch eh klar und nicht veränderbar, ich denke an die baulichen Dinge des Stalls und der Milchküche. Die ganzen Aufzeichnungen (Nährstoffbilanz, HIT-Datenbank ...) müssen wir eh haben. Und dann haben wir an dem Tag nur schöne saubere Melklappen in den Korb gelegt, einen Tag vorher noch ein bisschen extra sauber gemacht und das wars. Wenn alles so einfach wäre wie die QM-audits, das wär doch was.
Und man soll sich mal nichts vormachen. Es gibt schon auch so einige Ställe, von denen würde ich keine Rohmilch trinken.
Also, jetzt hab ich mir das auch mal vom Leib geschrieben, puuuuhhhh  ;)

Hagelt es jetzt Proteste?

...noch einen schönen sonnigen Nachmittag

Viele Grüße aus dem Bergischen


Jede Gattin klug und weise kocht des Mannes Lieblingsspeise!