Autor Thema: Malawi, Afrikas Vielfalt  (Gelesen 14227 mal)

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #15 am: 05.04.19, 21:08 »
In der Schule laufen 2 "Systeme" . Zum einen die Internatschule für Jungen, mit Unterricht von 6.30 bis 12.30 und ab Nachmittags 13.30 die Openschool für Jungen und Mädchen direkt aus Balaka. Die Internatsschüler waren auch am Wochenende auf dem Schulgelände. Das Schuljahr ist in 3 Abschnitte aufgeteilt an deren Ende jeweils Prüfungen anstehen. An der darauffolgenden Woche unseres Besuches, standen die Prüfungen zum Ende des 2. Drittels an. Die Prüfungsräume waren schon vorbereitet. Der Computer-Lehrsaal war abgesperrt. Hier konnten wir nur einen Blick beim Fenster rein werfen.
Kurz vor Mittag beobachteten wir die Schulköchin beim Zubereiten von Nsima, dem Maisbre, das Grundnahrungsmittel Malawis. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass an jedem zur Verfügung stehenden Quadratmeter Mais angebaut wird. Selbst im Schulgarten standen Maispflanzen. Ich kann euch aber nicht sagen wie Nsima schmeckt, mir sagte man so ähnlich wie Grießbrei und das ist auch nicht mein Fall.
« Letzte Änderung: 05.04.19, 21:11 von Internetschdrieler »

Offline klara

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #16 am: 05.04.19, 21:36 »
Die Schulküche sieht noch verbesserunsfähig aus ;D.
LG Klara
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Offline InternetschdrielerTopic starter

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #17 am: 05.04.19, 21:56 »
Der Maisbrei wurde über offenen Feuer gekocht, deshalb im Freien. Im Gebäude selber waren sie mit Gemüse schneiden beschäftigt.
Balaka hat eine Öffentliche Wasserversorgung das sogenannte Waterboard. Größere Gebäude und Gebäudekomplexe sind direkt angeschlossen. Damit ein vernünftiger Wasserdruck erreicht wird stehen zum Beispiel auf dem Schulgelände ein Wasserturm, oder auch Mastenkonstruktionen mit einem Tank, in den das Wasser hochgepumpt wird. Das Haus von Katharina ist am Ende des Verteilsystems auf dem Schulgelände. Deshalb kommt aus dem Hahn nu noch ein Rinnsal. Das Wasserboard unterhält Ausgabestellen, an denen man Wasser holen kann. So sind wir mit den leeren 5 l-Behälter vom Supermarkt die rund 300 m zu der Ausgabestelle gelaufen. Leider vergebens, die Pumpe war defekt - Ersatzteil kommt morgen.
Damit der Weg nicht ganz umsonst war, Wanderten wir Richtung Riviridzi-River zu einer imposanten, aber in die Jahre gekommenen Eisenbahnbrücke. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Schreinerei vorbei. Alle Maschinen Standen still nur 2 Arbeiter knieten auf dem Boden und gaben einer Zimmertüre mit Schmirgelpapier den letzten Schliff.
« Letzte Änderung: 05.04.19, 22:00 von Internetschdrieler »

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #18 am: 05.04.19, 22:07 »
!4 Tage vor unserem Besuch wütete der Zyklon Idai über Mosambik und Teilen Malawis. Balaka selber war nicht direkt betroffen. Die starken Regenfälle führten aber zu einer erheblichen Schlammfracht in den Flüssen. Katharina sagte, im September bestand das Flussbett nur noch aus einigen Wassertümpeln

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #19 am: 05.04.19, 22:33 »
Bestehen Balaka's Straßen bei Trockenheit aus Staub und bei Regen vermutlich aus Schlamm, herrscht hinter den Mauern von manchen Grundstücken eine andere Welt. "Arthouse" war ein Beispiel dafür.
Ein italienischer Koch und seine amerikanische Frau haben hier ein kleines Paradies für sich und ihre Gäste geschaffen. Hier haben wir einmal zu Mittag gegessen und anlässlich des Geburtstages meiner Schwägerin, die uns auf der Reise begleitete, zu abend diniert 8) Demnächst sollte dann auch das Gästehaus fertig werden. Wer mal in die Gegend kommt, für 150 € im Doppelzimmer mit Bad und Halbpension, ist man dabei.

Bilder mit "Privatsphäre" werde ich demnächst in den Vereinsbereich stellen ;)
« Letzte Änderung: 05.04.19, 22:41 von Internetschdrieler »

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #20 am: 05.04.19, 23:04 »
Hauptverkehrsmittel in den kleineren Städten ist das Fahrrad und wer selber nicht treten will, das Fahrrad-Taxi. Für Fahrten über Land gibt es den Minibus. Da die Fahrrad-Taxis eigentlich ganz normale Fahrräder sind, die durch eine Eigenkonstruktion statt mit dem Gepäckträger, mit einer Sitzbank ausgestattet werden, ist das Hinterrad fast ausnahmslos überlastet. Das Geschäft der Fahrradwerkstätten boomt fas an jeder Straßenecke. Fahrradwerkstatt ist natürlich relativ. Meist sitzen sie unter Bäumen im Schatten am Boden.  Wenn es hochkommt unter windigen Wellblechverschlägen.

Offline muliane

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #21 am: 06.04.19, 07:36 »
wenn einer eine Reise tut...., interessanter Bericht und Bilder von eurer Reise, danke. Der Tochter noch alles Gute und viel Spaß für die verbleibende Zeit in Malawi.
"Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich  nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin."
(Indianerweisheit)

Offline LuckyLucy

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #22 am: 06.04.19, 07:49 »
Ganz tolle Bilder und Erläuterungen.

Herzlichen Dank für den schönen Eindruck von Malawi.
LuckyLucy

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #23 am: 06.04.19, 22:32 »
Wir hatten die Gelegenheit, eine Farm in der Nähe von Balaka zu besuchen. Der Weg dorthin war abenteuerlich. Doch der Fahrer umfuhr geschickt sie tiefen Fahrrinnen und Wasserlöcher. An der Toleza-Farm angekommen, stellten wir fest, Gummistiefel wären das bessere Schuhwerk gewesen. Die Farm hat mehrere Produktionszweige, wir beschränkten uns auf die Viehwirtschaft. Da die Milchproduktion zu teuer werde, sei man gerade in der Umstellung zu Mutterkuhhaltung und Rindermast. Das Weiße Manager-Ehepaar kommt ursprünglich aus Tansania, wo sie aber von ihrer Farm vertrieben wurden.

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #24 am: 06.04.19, 22:47 »
Im Melkgebäude war ein DeLaval Milchtank, doch wie hier die Milch abtransportiert wird war mir ein Rätsel. Zum Melken werde die Tiere von der Weide ans Melkhaus getrieben. Gemolken wird mit der Eimermelkanlage.

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #25 am: 06.04.19, 23:22 »
Ein weiteres Ziel von Balaka aus war das Zomba-Plateau. Hoch über der Stadt Zomba liegt ein Aussichtspunkt mit Restaurant und Hotel.
Zur Fahrt dort hin überredete uns Katharina zum Minibus. Das sei günstig und Malawi-Authentisch. Einer der Brüder brachte uns zum Minibus-Parkplatz in Balaka. Kaum aus dem Auto ausgestiegen wurden wir schon von den Fahrern umringt. Sie widerten Big-Money. Ein Polizist brachte dann etwas Ordnung auf den Platz Derr Bruder Handelte für uns den Fahrpreis aus, aber los ging es erst, als der Bus bis auf den letzten Platz besetzt war. Im Bus waren 3 Sitzreihen a' 4 Personen. Das ganze eine Eigenkonstruktion wie auf dem Foto zusehen ist, auf dem Beifahrersitz saßen wir zu zweit und der Fahrer.
Der Tachometer zeigte 640.000 km, die Frontscheibe hatte eine Sprung und die Tankanzeige stand auf fast leer. Als der Fahrer dann auf der Strecke an einer Tankstelle für 1000 Kwachas 1,16 l Benzin nachfüllte machte ich mir darauf folgenden Reim: Sollte die Kiste demnächst auseinander brechen, ist zumindest der Tank nicht voll ;D
Sobald jemand auf freier Strecke ausstieg, weil er sein Ziel erreicht hatte, wurde bei nächster Gelegenheit am Straßenrand wieder ein Fahrgast aufgelesen. Aber wir sind nach Zomba gekommen und wieder heil zurück. Der Bus auf der Rückfahrt hatte "nur" 450.000 km drauf, aber da ging der Tacho nicht ::)

Offline Milli

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #26 am: 06.04.19, 23:27 »

Georg das sind schon Eindrücke,echt wahnsinn.
Vielen Dank für die Bilder und Erklärungen dazu.


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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #27 am: 06.04.19, 23:34 »
Das Hotel auf dem Zomba-Plateau hatten bei unseren Reiseplanungen auch auf der Liste möglicher Unterkünfte. So war dieser Ausflug. hoch über das Shire-Tal, der erste was man so landläufig als Touristenziel bezeichnet.

Offline fanni

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #28 am: 07.04.19, 07:47 »
Toll, ist schonder Wahsinn diese veschiedenen Seiten eines Landes zu "erfahren".
Herzliche Grüße von Fanni

Offline cara

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Re: Malawi, Afrikas Vielfalt
« Antwort #29 am: 07.04.19, 08:52 »
Malawi finde ich ja auch sehr reizvoll, wie sich der gesamte afrikanische Kontinent immer weiter ins Bewusstsein drängt.
Ein Bekannter von mir ist dort Tourguide für einen Tourenanbieter dort und mindestens den Winter durch immer dort unten.
Die Geschichten, die er da erzählt, sind auch immer toll.
Danke Georg, dass du uns teilhaben lässt!
LiGrüss cara

It's a magical world, Hobbes, ol' buddy...
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