Autor Thema: Die Mutation zu Vater oder Mutter  (Gelesen 6539 mal)

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Offline frankenpower41

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Re: Die Mutation zu Vater oder Mutter
« Antwort #15 am: 23.02.17, 10:49 »
Ich vermute, dass ich von beiden Seiten einiges mitgekriegt habe.
Die Hektik, schnell mal aufbrausend aber gleich wieder gut, eher vom Vater (oder besser aus dessen Linie). Harmoniebedürftigkeit von meiner Mutter, ich kann mir nicht denken, dass sie mit Nachbarn oder Verwandten je gestritten hat. Ich kann das auch nicht haben, dass man mit jemanden total böse ist und nachtragend.
Interesse an Weltgeschehen und Politik, Wirtschaft habe ich aber von keinem der Beiden.
Da war mein Opa bis ins hohe Alter immer interessiert.
Etwas möchte ich auch Andres zustimmen, auch das Umfeld prägt etwas.  Ich denke nämlich auch, dass manche Interessen auch aus der Zeit meiner Berufstätigkeit von älteren Kolleginnen her kommen und dass ich manche Denkweise auch von meinem Mann übernommen habe.
« Letzte Änderung: 23.02.17, 15:14 von frankenpower41 »

Offline pauline971

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Re: Die Mutation zu Vater oder Mutter
« Antwort #16 am: 23.02.17, 14:39 »
Das Thema ist gut. Werde darüber nachdenken und gerne was schreiben. Hab nur leider heute meine Gedanken nicht beisammen.  :'(
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich hart erarbeiten

Offline Andres

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Re: Die Mutation zu Vater oder Mutter
« Antwort #17 am: 23.02.17, 21:24 »
Interessantes Thema.
Bei den Kindern ist es so, denke ich, dass sie von dem Elternteil am meisten unbewusst kopieren, der den meisten Umgang mit ihnen hat. Ob ein Kind beispielsweise Förderschule oder Gym macht, hängt, meiner Meinung nach, mehr vom Verhalten der Bezugsperson ab als von den Genen.

Hallo,

und wie erklärst Du Dir dann unsere 4 Kinder? Gleicher Vater, gleiche Mutter und alle gleiche Bezugspersonen ABER jeder eine andere Schule besucht und anderen Abschluss  ???

LG Mathilde

Die engsten Bezugspersonen sind ja auch nicht alle immer "gleich gut drauf". Mal ist man motiviert, mal frustriert. Wenn solche Phasen länger anhalten kann das-denke ich-durchaus Auswirkung auf die Einstellung der Kinder haben.
Es könnten auch die Einstellungen von Freunden und Schulfreunden eine Auswirkung haben. Das Lehrpersonal. Unser Sohn wollte z.B. immer mit Fußball aufhören, wenn der Vater von seinem Freund Trainer war.
Und die Ernährung natürlich. Aber zu meinem Spezialthema schreibe ich nix Näheres.
Und noch was:
Wir waren früher eine kleine Gemeinde, die bei der Gebietsreform in einer größeren aufgegangen ist. Zum Abschluss eines Schuljahres gibt das hiesige Gym immer ein Heft heraus, wo u.a. die Herkunftsorte der Schüler angegeben werden. Beim Abiball meiner Tochter habe ich gemerkt, dass sie die Einzige aus dem Gebiet  unserer alten Gemeinde am Gym war.
Dann ist mir aufgefallen, dass die Kinder von jungen Leuten, welche aus dem Gebiet weggeheiratet hatten, auf dem Gym waren. An den Genen wird es wohl nicht legen, wenn hier keine Kinder aufs Gym kommen.
Die Zukunft kann man am besten vorhersagen,wenn man sie selbst erfindet!

Offline ayla

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Re: Die Mutation zu Vater oder Mutter
« Antwort #18 am: 23.02.17, 21:38 »
Ich kann mich erinnern, dass ich mir früher (Teenageralter) auch mal gesagt habe, so wie meine Eltern werde ich nie...aber inzwischen kann ich mich nicht mal mehr erinnern, was mich damals so gestört hat, und in so jungen Jahren meint man sowieso, alles besser zu wissen.  ;)

Ich bin früh Daheim ausgezogen und hatte wegen Betrieb und Familie nicht soviel Kontakt zum Elternhaus. Vater ist dann früh gestorben, und mit meiner Mutter komme ich sehr gut aus, aber wir sehen uns nicht so oft. Vielleicht kommt mir deshalb wirklich gar nichts in den Sinn,
wo ich sagen müsste, so wie sie möchte ich nicht werden. Sie hat erst spät graue Haare bekommen, und für ihre achtzig Jahre hat sie noch sehr schöne Haut, dass würde ich sehr gerne vererbt bekommen (ich kann mich bis jetzt auch nicht beklagen)!  ;D
Und sie ist ein sehr aufgestellter und ausgeglichener Mensch. Optisch sehe ich ihr überhaupt nicht ähnlich.

Umgekehrt ist das aber total anders. Da wir mit SE unter einem Dach wohnen, kennt man natürlich gegenseitig jede noch so kleine Marotte. Früher fand ich, mein Mann gleicht seinen Eltern nicht, aber je älter er wird, umso mehr wir er äusserlich seinem Vater ähnlich.
Es lässt sich auch nicht leugnen, dass es im Verhalten schon Mal Ähnlichkeiten gibt. Sogar unsere Kinder stellen das hin und wieder fest und bemerken: Vater, du bist schon genau wie der Grossvater...  :o
Göga will das natürlich nicht und bemerkt dann, dass wir es ihm immer sagen müssen, wenn er sich so Verhalte, dann könne er an sich arbeiten und werde ganz sicher niiiiee wie sein Vater.  ;D ;D ;D Wir nehmen's aber mit Humor und lachen manchmal auch darüber.

Und ich, obwohl genetisch nicht mit SE verwandt, stelle manchmal fest, dass ich vor allem von SM ein gewisses Denken oder tun übernommen habe. Diese Beziehung zu SM, wo man sich täglich sieht und früher auch fast jede Arbeit gemeinsam gemacht hat, das hat mich über alle Jahre sehr stark geprägt. Es gibt da schon Sachen, die gehen mir inzwischen so auf den Wecker, da bin ich schon fast allergisch...

Aber alles ist ja auch nicht schlecht. Nur, wenn man sich über ein gewisses Verhalten von SE immer wieder nervt, und Göga irgendwann mit den gleichen Macken kommt...ich habe mich auch schon gefragt, ob und wie ich das noch ertragen würde, nachdem man diese Macken schon 25/30 Jahre oder noch mehr an SE ertragen hat. Auch dazu meint er dann nur: Du kannst es mir ja sagen, wenn ich es selber nicht merke, und dann ändere ich mich sofort...   (So einfach wird's wohl sein) ;D
ayla

Offline pauline971

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Re: Die Mutation zu Vater oder Mutter
« Antwort #19 am: 24.02.17, 10:12 »
Ich würde schon sagen, dass ich eher ein Vaterkind bin. Allein das Eigenbrötlerische, das Brummige, die Ungeduld  8). Aber auch das gründliche und genaue und saubere Arbeiten, das wahnsinnig große, die Kunst des Zuhörens und die Bewahrung des Stillschweigens, die Liebe zur Natur und den Tieren, die Klugheit und Weisheit, Dinge differenziert betrachten zu können..... Ja doch ich bin ein Vaterkind und war auch als Kind viel mit meinem Vater unterwegs. Ich habe schon auch viel von der Mutter. Allein das Talent und die Liebe zum Kochen und Verwöhnen der Gäste. Optisch bin ich voll nach der Mutter geraten (zum Glück nicht hinsichtlich der Figur  ;D). Als Jugendlicher sagt man freilich auch, so wie die Eltern werde ich nicht, speziell nicht wie die Mutter. Vieles von früher, was mich gestört hat, habe ich auch wirklich nicht übernommen. Der Dialekt und die Redensarten sind viel von meiner Mutter. Ach wenn ich es grad so überlege, ich bin schon eine gute Mischung  ;D
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Offline mary

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Re: Die Mutation zu Vater oder Mutter
« Antwort #20 am: 25.02.17, 07:44 »
Hab über dieses Thema die letzten Tage nachgedacht.
Was kommt genetisch von den Eltern, was ist übernommen?
Und sind es nur die Gene der Eltern, oder auch die von Grosseltern, Tanten, Onkels usw.?
Heute war in der Zeitung ein Bericht über einen Landwirt- der betitelt wird- Bauer mit Leib und Seele zu sein.
Das hab ich bei meinen Eltern auch erlebt, ganz besonders bei meinem Vater.
Sicher zählt das in unserer heutigen Zeit so gut wie nichts mehr- aber ich merke, dass es in einem trotzdem wirkt.

Offline Lise

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Re: Die Mutation zu Vater oder Mutter
« Antwort #21 am: 01.03.17, 18:51 »
Ich merke auch schon immer wieder mal, dass ich meinem Vater sehr ähnlich bin. Wenn ich mich über etwas sehr sehr ärgere, kann ich auch Dinge sagen, die ich sonst nicht sagen würde. D. h. ich kann richtig garstig werden. Es dauert aber schon ziemlich lange, bis es so weit ist.
Bei meinem Mann merke ich seit er 50 war, dass er auch immer mehr in die Schiene seines Vaters und Großvaters gerät. Das wollte ich nie, da es vor allem sein Vater uns nicht leicht gemacht hat. Zu anderen Leuten kann er so freundlich und nett sein, aber wenn ihm etwas gegen den Strich geht (meinerseits) dann sagt er nicht was ihn ärgert, sondern schmollt 1-2 Wochen. Ich hab immer versucht ihm zu entlocken was denn der Grund für seine miese Stimmung ist, er hat es mir aber nie gesagt. Jetzt ist es mal wieder so weit, aber ich frage nicht, denn er kann es ja sagen wenn er will. Wenn er nicht will, dann kann ich noch so oft fragen und bekomme keine Antwort.
Ich finde es sehr schade, denn keiner weiß was morgen ist und ich finde mit solchen dummen Angewohnheiten sollte man die Zeit nicht vertrödeln.
L G Lise